Ein Traum wird Wirklichkeit - mit der Nordstjernen nach Svalbard 23.5.-3.6.16

    • Svalbard
    • 2016
    • Tag 6, 28.05.2016 Bjarkøy und Tromsø

      Nachdem wir am Vortag erfahren, dass wir nicht an Bjarkøy vorbei fahren werden, habe ich zunächst überlegt für die Risoyrenna um ca 4 Uhr morgens aufzustehen. Aber da die Uhrzeit alles andere als genau ist und ich den Wecker am liebsten töten würde :diablo: , stehe ich nicht auf. Also ist heute einer der wenigen gemütlichen Morgen, wo auch ich mal in Ruhe frühstücke, bevor man sich ein sonniges Plätzchen an Deck sucht. So geht es in Schleichfahrt (ca 10 kn) vorbei an Finnsnes , durch die Gisundbrücke in den Gisund, vorbei an den Stränden von Gibostad nach Tromsø .

      Bei diesem Traumwetter gibt es eigentlich nur 2 Programmpunkte. Ein kühles Øl im Gastgarten der Ølhallen :beer: und danach laufen wir über die Brücke in Richtung Fjellheisen. Mit der neuen Bahn geht es hinauf auf den Storsteinen, wo wir Freunde treffen, die zu Fuß hinauf gelaufen sind. Wir genießen Eis und die letzten Schneefelder und die tolle Aussicht. Retour zum Schiff haben wir eine Mitfahrgelegenheit im Auto.

      Kurz nach der MS Polarlys verlassen auch wir Tromsø unter der Brücke durch. Nach dem Abendessen zieht es mich dann wieder hinaus. Weit und breit kein Reiseleiter in Sicht, aber das sind sie doch :hmm: , die Lyngenalpen – einfach nur schön, nur bei meinen Winterfahrten noch nie gesehen. Überhaupt ist heute Abend das Licht sehr interessant. So sieht man in weiter Ferne Windräder wie aus dem nichts aus einer Wolken/Nebelschicht emporragen.

      Die MS Nordlys passiert uns steuerbord, als sie gerade den Lyngenfjord verlässt. Das einst schöne originale Typhon der MS Nordstjernen klingt leider immer schrecklicher, seitdem es der MS Nordlys geschenkt wurde. Je näher wir Skjervøy kommen, umso mystischer wird die Licht- und Wolkenstimmung.



      Die Müdigkeit siegt heute relativ früh, aber auch der Wecker wird wieder früh am nächsten Morgen klingeln.
      :gr-blume: Sandra

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    • Tag 7, 29.05.2016 Honningsvåg und Nordkapp

      Das erste Foto entsteht heute um 06:16 Uhr. Ich genieße wieder die Wolken und die Stille auf der Nock und am Vorschiff.

      Unterhalte mich ein bisschen mit dem philippinischen Obersteuermann. Die Ruhe stört nur die MS Nordkapp, die uns freundlich grüßt, leider steht kaum ein Passagier draußen, bei uns allerdings auch nicht.



      Bereits um 09:45 Uhr erreichen wir Honngingsvåg. Da sonst keiner am Vorschiff ist, dürfen Asgeir und ich während des Anlegemanövers dort bleiben. Nachdem die kleine Gangway befestigt ist, verlassen wir das Schiff um eine kleine Wanderung zu unternehmen. Im Endeffekt landen wir auf dem Hausberg. Leider denke ich viel zu spät daran, die Einfahrt der MS Polarlys mit dem schönen Echo des Typhons zu filmen. Trotzdem setzen wir uns ca auf Höhe des obersten Schneefangs eine Zeit lang auf die Steine und genießen Aussicht und Ruhe. Das Nordkapp ist heute sicher überfüllt, da neben der MS Polarlys auch noch die MS Rotterdam im Hafen steht. Etwas später kommt auch noch die MS Deutschland.

      Irgendwie habe ich heute keine Lust noch weiter in Honningsvåg herum zu laufen. Da fällt mir ein, dass die MS Polarlys ja schon ihre Whirlpools haben müsste, zumindest waren die am Deckplan eingezeichnet. Also holen wir entsprechend unsere Badeutensilien und gehen nochmal an Bord der MS Polarlys nur um festzustellen, dass noch kein Jacuzzi existiert. :lol:

      Also warten wir einfach an Deck bis die MS Deutschland einfährt, gehen später noch in den Kiosk und vertrödeln mit Fotografieren die Zeit bis zur Abfahrt. Wir müssen sowieso warten bis die MS Polarlys abfährt, sonst würden wir nicht raus kommen.


      Von diesem Tag habe ich ein tolles Drohnen-Video gefunden:


      Gegen ca. 18 Uhr passieren wir noch den Nordkappfelsen , bevor es über die Barentsee nach Svalbard geht. Eigentlich würde ich mich über ein bisschen Seegang freuen, aber es bleibt ruhig.
      :gr-blume: Sandra

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    • Danke, freut mich sehr, dass es euch gefällt!

      Tag 8, 30.05.2016 Bjørnøya und Überfahrt nach Svalbard

      Schon gegen 9 Uhr morgens erreichen wir die Südspitze von Bjørnøya mit ihrer markanten Felsformation. Seevögel segeln um das Schiff, es ist bedeckt aber sonst ruhig. Wir fahren die Westküste entlang hinauf und auch noch nördlich bei Bjørnøya radio vorbei.

      Die See ist mehr ein Ententeich und es zeigt sich immer wieder blauer Himmel. Die Matrosen versuchen schon seit dem Morgen das Seil des Krans zu tauschen. Anscheinend steckt aber das Ende so fest, dass nur mehr die Flex weiterhelfen kann.

      Die Passagiere sind an diesem Tag sich selbst überlassen. Eigentlich habe ich mir Vorträge oder dergleichen erwartet, aber zu diesem Thema später mehr.
      Obwohl es tagsüber blauen Himmel gibt, zieht es abends wieder zu und wieder ist die Mitternachtssonne nur ein Mythos.
      :gr-blume: Sandra

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    • Tag 9, 31.5.2016 Longyearbyen und Barentsburg

      Kurz vor 7 Uhr stehe ich schon wieder an Deck, es ist Land in Sicht, wir fahren gleich in den Isfjord. Bei leider sehr bedecktem Himmel gleiten wir an Barentsburg und den typischen Felsformationen vorbei. Als wir in den Adventfjord einbiegen, kommt uns ein Begrüßungskommando von Spitsbergen Travel entgegen.

      Leider dauert es recht lange, bis wir endlich angelegt haben und von Bord können. Um 13 Uhr soll es schon wieder weiter gehen und ich bin hibbelig. :girl_witch: Der angebotene Ausflug in Longyaerbyen ist im Preis inklusive. Wir nehmen den Bus, der zuerst zum Museum fährt, danach wollen wir selbst die „Stadt“ erkunden. Noch vor der ganzen Gruppe drehen wir eine schnelle Runde im Museum. Aber ich bin viel zu neugierig auf Longyaerbyen. Also laufen wir einfach mal los durch die „Hauptstraße“. In der Svalbardbutikk erstehe ich eine günstige Mummin-Tasse. Leider beginnt es jetzt leicht zu regnen. Mich faszinieren die vielen Schneescooter, die „sommerdicht“ auf Paletten herumstehen.

      Da wir ja wirklich nicht viel Zeit haben, möchte ich noch unbedingt die bunten Häuser sehen, traurig blicken wir auf die nun freie Fläche durch den Lawinenabgang im Winter. Dann müssen wir uns auch schon wieder auf den Rückweg zum Schiff machen, vorbei an der Eisbärenstatue und dem Riesenpostkasten. Gottseidank steht die Nordstjernen nicht am weiter entfernten Terminal, sondern an einem kleineren näher der Stadt.

      Mittlerweile ist ein Expeditionsteam an Bord gekommen, Thermoanzüge hängen in den Garderoben bereit und 3 Polarzirkelboote zieren das Vorschiff.

      Da die Wolken nun ganz tief hängen, verbringen wir die Zeit bis kurz vor Ankunft um 15 Uhr in Barentsburg beim Mittagessen. Mittlerweile regnet es ziemlich, also kommt jetzt mal meine Regenhose zum Einsatz. Auch hier werden wir von jungen Guides ganz herzlich willkommen geheißen. Die Führung durch den Ort, sowie eine Folklore-Darbietung sind wieder inklusive. Bei der Führung gehen wir noch mit. Wir sind in Sprachgruppen aufgeteilt, die örtlichen Guides sprechen allerdings nur englisch und erzählen sehr begeistert sehr viel und sehr schnell. Wir hätten zwar jemanden vom Expeditionsteam mit, der übersetzen könnte, wird aber wahrscheinlich mangels Zeit nicht gemacht. Das Wetter ist mehr als ungemütlich, trotzdem fasziniert mich dieser Ort. Die Kamera mit einer Duschhaube geschützt, entstehen ganz schön viele Fotos.

      Anstatt der Folklore-Veranstaltung entscheiden wir uns in der Bar des Hotels Vodka zu verkosten. Sehr günstig und wirklich sehr lecker. Weniger lecker schmeckt das selbst gebraute Bier im Pub. Farblich sieht es gut aus, aber es hat nur 2,5% Alkohol und schmeckt wirklich grausam. :bad: Leider bleibt nicht viel Zeit den Ort weiter zu erkunden, ein kurzer Stopp im Souvenirshop geht sich noch aus, ein paar Fotos am Weg die Treppen hinunter zum Schiff und schon geht es weiter gen Norden.
      :gr-blume: Sandra

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    • Liebe Sandra:

      Herrliche Fotos und schöne, leider etwas verwackelte, Videos. Insbesondere die Hafenansicht vom Honningsvag-Hausberg aus (14/45) und das NORDSTJERNEN-Foto (16/45), auf dem das schöne Teakholzdeck zu sehen ist, haben mir gefallen. Das nächste Mal werde ich auch einmal den Hausberg besteigen, gibt es einen ausgeschilderten Weg hinauf?

      Beste Grüße

      Lupo
    • Eine Duschhaube für die Kamera - den Tipp werde ich beim nächsten Regen ausprobieren. :sdanke:
      Ich freue mich schon auf die nächsten Berichtstage, denn Spitzbergen war eines meiner Lieblingsreiseziele. Den Weihnachtsmannbriefkasten gab es übrigens 2012 noch nicht in Longyearbyen.

      Viele Grüße
      Laminaria :)



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    • Tag 9, 1.6.2016 Magdalenefjord, Monacobreen und Moffen Teil 1

      Der für mich beeindruckendste Tag beginnt wieder gegen 7 Uhr. Ein Blick durch das Bullauge verspricht freundliches Wetter, also nichts wie raus. Es ist atemberaubend, ein Gletscher neben dem anderen.

      Langsam nähern wir uns unserem Ankerplatz. Da ich gerade die einzige Passagierin am Vordeck bin, darf ich zuschauen, wie die Ankerkette Roststaub aufwirbelt, als der Anker abgelassen wird.





      Da der Landgang erst für 9 Uhr vorgesehen ist, wird erstmal gefrühstückt und ein kleiner Rucksack gepackt. Voller Erwartungen auf meine erste Fahrt mit dem Polarcirkelboot warten wir dann auf der Nock. Am Vortag gab es 5 Minuten Information zum Polarcirkelboot und Verhalten an Land. Wir werden wieder nach Sprachgruppen aufgerufen. Aber es dauert und wir beobachten den Kapitän und das Expeditionsteam. Die Boote sind bereits im Wasser. Mit dem Fernglas vor den Augen wird dann klar, warum es noch dauert…frische Eisbärenspuren. In diesem Fall aber gottseidank keine Eisbären und so werden wir endlich an Land gebracht. Die Nordstjernen hat eine ausklappbare Treppe mit kleiner Plattform auf der Backbordseite montiert. Das funktioniert wunderbar.

      Nachdem unsere deutsche Gruppe an Land ist, erkunden wir mit unserem Guide dieses schöne Stück Land, eine ehemalige Walfangstation. Es ist gar nicht so einfach zu laufen im schmelzenden Schnee, man weiß nie genau wie weit man gleich einsinkt. Später im Sommer muss es herrlich sein, an diesem schönen Sandstrand. Da wir wieder einmal zu wenig Zeit haben, traue ich mich nur bis zu den Knien ins Wasser – absolut genial!

      Wir lassen uns absichtlich ein wenig zurück fallen und fahren mit dem letzten Boot zurück zum Schiff. Der Bootsführer ist gut drauf und fährt etwas rasanter, das macht soooo viel Spaß. Schade, dass dies der einzige Landgang mit den Booten ist.

      Und dann gegen 12 Uhr geht es schon weiter, vermutlich das erste Mal mit mehr als 10 kn. Wieder vorbei an unzähligen sonnenbeschienen Gletschern geht es nachmittags dann leider wieder unter die tiefe Wolkendecke.
      :gr-blume: Sandra

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    • Ich lese Deinen Bericht gerne. Danke dafür !

      cetraria schrieb:

      Da wir wieder einmal zu wenig Zeit haben, traue ich mich nur bis zu den Knien ins Wasser – absolut genial!

      ​Soll das heißen, wenn Du mehr Zeit gehabt hättest, hättest Du ein Bad genommen ? ;)
      Es grüßt Capricorn :hut:

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    • @Capricorn Ja, hätte ich versucht :D

      Tag 9, 1.6.2016 Magdalenefjord, Monacobreen und Moffen Teil 2


      Fast jeder hat jetzt ein Fernglas vor den Augen als wir immer weiter den Wijdefjorden entlang fahren. Aber kein Eisbär in Sicht, auch später nicht als wir vor der Abbruchkante des Monacobreen stehen. Wer möchte kann sich nun wieder den Sprachgruppen zuordnen und es gibt Informationen von den Guides direkt an Deck. Allerdings habe ich den Eindruck, dass hier nicht wirklich jemand zuhören möchte. Ich bin mit viel schauen, staunen und fotografieren beschäftigt. Ich hätte mir gewünscht, dass es zB Basisinformationen über Gletscher und die Tierwelt schon auf der Überfahrt nach Spitzbergen in Form von Vorträgen gegeben hätte. Jetzt möchte ich einfach nur genießen.

      Letztes Jahr um die gleiche Zeit, gab es im Fjord wohl noch viel Treibeis. Dieses Jahr schwimmen hier nur kleine bis ziemlich große Eisschollen des Gletschers. Kein Treibeis, weniger Chance auf Sichtung von Eisbären, sagt man uns. Etwa eine halbe Stunde halten wir uns vor dem Gletscher auf bevor wir umdrehen um dem nächsten Highlight entgegen zu steuern…80° Nord sollen es heute noch werden.

      Um 21:30 ist es soweit. Mittlerweile nähern wir uns ganz langsam der Insel Moffen. Ein Begrüßungskommando steckt seinen Kopf ganz nah am Schiff aus dem Wasser. Es gibt wieder ein Gläschen Sekt am Flaggdeck, interessiert mich allerdings gerade nicht. Ich hab mich verliebt in die Walrösser. Wir verweilen wieder eine gute halbe Stunde vor der Insel. Auch danach ist der Sekt noch kühl, den Asgeir für uns geholt hat.

      Weit voraus in Richtung Süden sieht man, dass dort wahrscheinlich keine Wolken sind, aber ich bin einfach zu müde, obwohl mich die Sonne nachts mal weckt. Und so erlebe ich wieder keine Mitternachtssonne.
      :gr-blume: Sandra

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    • Danke für den schönen knappen Bericht mit den tollen Bildern. Ich war im Aug.2012 im Magdalenefjord und am Monacobreen. Die Getscher haben sich leider weiter zurückgebildet. Mir hat der Monacobreen am besten gefallen. Damals sind wir mit den Polarcircel-Booten an der Eisfront entlanggefahren, ein unbeschreibliches Gefühl, das man nicht vergisst, insbesondere bei absolutem Kaiserwetter. Ich freue mich auf die Fortsetzung des Berichtes.