Kranlos durch Nordnorge und trotzdem überladen

    • B-K-B
    • Lupo schrieb:

      Dusche während der Einfahrt nach Havöysund in der langgestreckten Rechtskurve.


      Um die Zeit bin ich längst auf. Sonst würde ich ja auch die Begegnung mit dem Gegenschiff verpassen. So hätte ich bei der Tour die TROLLFJORD nicht gesehen, auf der du an Bord warst. ;)
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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    • Die Restaurantbestuhlung ist schon älter als die Cafeteriabestuhlung, ziemlich genau 3 Jahre. Sie wurde nämlich gerade ausgetauscht, als ich meine Reise mit der Lofoten am 21. März 2013 antrat.



      Ich konnte vom Terminal aus beobachten, wie nahezu die gesamte Crew die alten Stühle heraustrug und die neuen (die z.T. verspätet geliefert wurden) hinein :)

      P.S. Auf dem Bild sind die alten Stühle zu sehen.
      Viele Grüße

      Elpunto :lofoten2:

      1988 B-K-B MS Narvik/ 1994 B-K-B MS Harald Jarl/ 2013 B-K-B MS Lofoten/ 2014 B-K MS Lofoten/ 2016 B-K-B MS Lofoten/2018 MS Lofoten
    • Ja, das haben wir auch im Wiki bei den entsprechenden Bildern so vermerkt. Meine Aussage bezog sich auch mehr auf die Cafeteria. Wobei meine letzte Tour mit Besichtigung der LOFOTEN ja ohnehin im Januar 2013 war und dadurch die ganze Bestuhlung für mich neu war. ;)
      Gruß Jobo,

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    • Mit viel Interesse verfolge ich Deinen Reisebericht auf diesem historischen Schiff. Vielen Dank für diese ausführlichen Schilderungen und die tollen Fotos. Ein ganz ähnliches Schiff haben wir vor vielen Jahren im Hafen von Spitzbergen gesehen, damals war es aber noch eine reguläre Fähre in ziemlich ramponiertem Zustand und kein gepflegtes Museumsschiff.
      Was mich nur etwas wundert, ist die Aussage, dass das Schiff mit den erwähnten knapp über 100 Passagieren "voll" sei. In dem Wiki steht, dass dieses Schiff Platz für 400 Passagiere bietet, da sollte es doch selbst mit 150 Mitreisenden eher leer sein, oder habe ich da etwas übersehen?

      Weiterhin eine gute Reise und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel.
    • Das Schiff ist für 400 Passagiere zugelassen, was aber nicht bedeutet, dass es auch 400 Schlafgelegenheiten gibt. Mit voll meint Jobo hier, dass alle Kabinen belegt sind. Da es wohl viele Einzelbelegungen gab, sind alle Kabinen belegt, aber eben nicht alle 159 Betten .
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX Verweise auf Reiseberichte im Profil

    • Du darfst du Passagierzahlen aus dem Wiki nicht mit den Realen Zahlen vergleichen. Im Wiki steht jeweils die maximal erlaubte Passagieranzahl, also auch inklusive Distanzreisende. Ich möchte auf jeden Fall nicht auf der LOFOTEN sein, wenn dort mehr als 200 Passagiere an Bord sind. Die stehen dann wahrscheinlich in Zweierreihen im Treppenhaus.
      Wir hatten bei der Tour bei der Ankunft in Tromsø mit Distanzreisenden 191 Passagiere an Bord. Das waren definitiv zuviel für eine angenehme Reise.
      Gruß Jobo,

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    • Ulli schrieb:

      und kein gepflegtes Museumsschiff.


      Also die LOFOTEN ist kein Museumsschiff, sondern ein ganz reguläres Postschiff. ;)
      Gruß Jobo,

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    • Donnerstag der 3.März 2016



      Als ich wach werde, befinden wir uns schon in der Anfahrt auf Trondheim . Die Hudstadvika gestern Abend war sehr ruhig, es hat kaum geschaukelt. Nachdem ich mich an den morgendlichen Wasserspielen nach dem Duschen ausreichend erfreut habe, schnappe ich mir meine Kamera und verlasse das Schiff, das inzwischen am Kai angelegt hat.



      Hinter uns hat die NORDKAPP festgemacht. Nur allzu gerne erinnere ich mich an unsere Fahrt mit dem schönen Schiff im November 2011. Jetzt liegt es Nase an Nase mit unserer LOFOTEN am Kai. Schnell einige Aufnahmen gemacht und dann erst mal zum Frühstück.



      Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Vorbei am Bahnhof hatte ich gehofft, im Kanalhafen wieder die HANSTEEN zu sehen, um einige Aufnahmen aus der Nähe zu machen. Doch der Kanalhafen ist fast völlig leer. Anscheinend werden die Schiffe im Winter an eine andere Stelle gebracht.



      So bummeln wir noch ein wenig durch die Stadt. Unser Ziel ist das kleine Schifffahrtsmuseum. Das hat aber erst um 09:00 Uhr geöffnet und es ist erst kurz nach 08:00 Uhr. Auch die Vår Frue Kirke ist noch geschlossen und öffnet auch erst um 08:30 Uhr ihre Pforte. Auf dem Torget sehen wir viele Rumänen, die mit ihren alten Fahrzeugen dort stehen, voll geladen mit allen möglichen Waren, die sie wohl hier verkaufen wollen.
      Als wir wieder hinüber zur Kirke schlendern, um diese einmal von Innen zu sehen, wartet schon eine große Gruppe dieser Rumänen vor der Kiche und weitere streben vom Torget auf die Kirche zu. Da wollen wir uns jetzt nicht unbedingt mit anstellen und verzichten auf eine Besichtigung der Kirche.



      So trödeln wir die Straßen entlang und erreichen das Schifffahrtsmuseum nur wenige Minuten nach 09:00 Uhr. Mit 80,- NOK ist der Eintritt zwar nicht gerade günstig, doch das kleine aber feine Museum ist sein Geld durchaus wert. Im Erdgeschoss finden sich zahlreiche Fotografien und Gemälde alter NFDS-Schiffe, sowie Schiffsmodelle und Ausrüstungsgegenstände. Auch die Bordratte in der nachgebauten Kapitänskajüte fehlt nicht.



      Im Obergeschoss können wir dann einen etwa 15 minütigen Film über einen Trondheimer Matrosen und seine erste Fahrt auf dem Segelschulschiff Tordenskjold sehen. Neben weiteren maritimen Ausstellungsstücken findet sich hier auch eine Kinderecke mit einer Ahnentafel einer Schiffsrattenfamilie.
      Ich frage am Ausgang, ob ich die kleine Broschüre mit den deutschen Erklärungen zu den Ausstellungsstücken mitnehmen darf und es wird mir erlaubt. Zusätzlich erstehe ich noch ein interessantes Buch über die Seemannsvereinigung Trondheims mit vielen Informationen und Bildern der alten Schiffe und Zeiten.



      Nun machen wir uns wieder auf den Rückweg zum Schiff und sind rechtzeitig zum Mittagsbuffet wieder zurück. Außerdem können wir beobachten, wie die POLARLYS vor Trondheim herumfährt. Sie war ja bis heute zum Umbau in der Werft in Rissa. Nach allem was ich bisher so an Bildern von dem Umbau gesehen habe, konnte sie sich nur verbessern. Bisher war die POLARLYS ja eine einzige farbliche Katastrophe, man braucht sich nur die Bilder aus dem Innern im Wiki anzuschauen. Türkisfarbene Sessel mit lila Rückenlehne auf rotem, geblümten Teppichboden ….. :wacko1: .



      Wir sind schon an der Nebelglocke von Rødberg, als ich nach dem Mittagessen an Deck gehe. Gerade richtig, um einige Bilder der SPITSBERGEN in der Fosen-Werft in Rissa zu machen. Viel ist leider nicht zu sehen, da das Schiff im hinteren Teil der Werft liegt und noch ziemlich zerstückelt ausschaut. Anschließend lade ich kurz die Bilder auf mein Netbook herunter und bin rechtzeitig vor Kjeungskjær Fyr wieder an Deck.



      Ich weiß wirklich nicht, wie viele Bilder ich von diesem Vorzeigeleuchtturm schon gemacht habe, aber es ist wie eine Sucht, man muss ihn einfach immer wieder fotografieren. Während wir noch in der Nähe des Leuchtfeuers sind, mache ich mich auf den Weg in die Cafeteria. Ich habe richtig vermutet, da viele zur Zeit an Deck und in den Panoramaräumen sind um den angekündigten Leuchtturm zu sehen, finde ich jetzt tatsächlich einen freien Tisch in der Cafeteria.



      Bis kurz vor Erreichen des Stokksundes sitzen wir hier und gönnen uns einen Kaffee. Wieder an Deck ist auch das Wetter besser geworden, kein Wunder also, dass wir durch den Stokksund fahren. Danach steuert das Schiff die Folla an, die uns aber heute auch keine Sorgen bereitet. Wenn man nicht wüsste, wie wild diese offene Seestrecke manchmal sein kann, würde man es heute sicherlich nicht vermuten.
      Es wird Zeit für das Dinner und als wir das Restaurant wieder verlassen, nähern wir uns bereits Rørvik .



      Wir gehen natürlich raus auf den Kai und erwarten dort die FINNMARKEN, die nur wenig nach uns anlegt. Nun setzt ein regelrechter Run aus der FINNMARKEN ein. Eine Armee bewaffnet mit Fotoapparaten stürmt die kleine LOFOTEN um diese zu besichtigen. Vorsorglich hat man an allen Türen des Restaurants schon Wachen aus der Crew aufgestellt um der zweiten Essenssitzung ein störungsfreies Dinner zu gewährleisten. Wir beobachten dies vom Kai aus und ich bin mir sicher, das die kleine LOFOTEN sicherlich gut ein bis zwei Meter tiefer im Wasser liegt als vor der Ankunft der FINNMARKEN.



      Wir stehen mit Dan auf dem Kai und erst als Renate und ich ihm von den schönen Karikaturen von Dagfinn Bakke erzählen, die in den Treppenaufgängen der FINNMARKEN hängen, startet er eine Besichtigung des Schiffes. Später zeigt auch er sich begeistert von diesen herrlichen Karikaturen. Zurück auf der LOFOTEN habe ich Mühe zuerst meine Kabine zu erreichen und dann durch das Restaurant in die Cafeteria zu kommen. Doch mit der LOFOTEN-Kabinenkarte wird man durchgelassen. Ein Weg außen herum oder durch die unteren Decks ist durch die Menschenmassen der FINNMARKEN versperrt.
      Erst als unser Reiseleiter Asgeir die Gäste auffordert, das Schiff vor der Abfahrt wieder zu verlassen, wird es langsam wieder ruhiger.

      Vor dem Schlafengehen gönnen wir uns noch ein Glas Wein und dann ab in die Koje.
      Gruß Jobo,

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    • Jobo schrieb:

      Als wir wieder hinüber zur Kirke schlendern, um diese einmal von Innen zu sehen, wartet schon eine große Gruppe dieser Rumänen vor der Kiche und weitere streben vom Torget auf die Kirche zu.

      Ich glaube ich war mal in dieser Kirche, das war eine "offene Kirche", es findet sowas wie eine Speisung für Obdachlose etc. statt.
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil!


    • Freitag der 4.März 2016



      Gestern Abend kam noch die Durchsage, dass wir wohl heute früher als sonst den Polarkreis überqueren, da wir ja keine Fracht befördern. Diese Aussage kam nach der Abgabefrist für das Ratespiel. Allerdings halte ich diese Aussage für falsch. Fahrplan ist Fahrplan, ob mit oder ohne Fracht.
      Tatsächlich überfahren wir zwischen 07:13 und 07:14 Uhr den Polarkreis , also eigentlich eher normal. Zeiten so um die 07:10 Uhr plus, minus fünf Minuten sind so das Übliche.



      Es ist noch etwas bewölkt heute morgen, aber es wird zunehmend heller. Rundherum ist die Küstenlandschaft von einer dünnen Schicht Schnee überzogen. Da hat Frau Holle ganz fein mit dem Puderzuckerstreuer gearbeitet. Ein Gegenschiff gibt es am Morgen nicht, dass wäre ja die POLARLYS bei normalem Fahrplan gewesen. So entsteht auch kein Stress beim Frühstück.



      In ruhiger Fahrt nähern wir uns schließlich Ørnes für einen kurzen 15 minütigen Halt.
      Für die Statistiker hier noch einige Informationen:
      Reiseleiter: Asgeir Larsen (für die komplette Reise)
      Kapitän: Tor Amundsen (auch die komplette Reise)
      Hotel Manager: Petter Overaa (war früher auf der TROLLFJORD)
      Interessanterweise steht ab Tag sieben Snorre Pedersen als Hotel Manager auf den Tagesbefehlen. Petter Overaa war aber definitiv bis zum Ende an Bord, allerdings meine ich auch Snorre Pedersen gesehen zu haben :hmm: .



      Wie üblich findet nach der Abfahrt von Ørnes die Polarkreiszeremonie auf dem Achterdeck statt. Dadurch haben wir auf dem Bootsdeck und Salondeck genügend Platz. Da auch heute in Bodø wieder Ausflüge starten, ist das Mittagsbuffet auf 11:30 Uhr vorverlegt. Ankunft für Bodø soll 12:30 Uhr sein.



      Wir beeilen uns ein wenig mit dem Mittagbuffet und sind dadurch rechtzeitig vor der Ankunft in Bodø wieder an Deck. Vereinzelt lugt jetzt sogar die Sonne durch, ein gutes Zeichen für die nächsten Tage. Kaum an der Hafenmole von Bodø vorbei können wir auch schon die GAMLE SALTEN, das ehemalige Hurtigrutenschiff am Kai liegen sehen. Gleich dahinter sehen wir den neuen Kai, der scheinbar fast fertig ist.



      Wir sind hier in Bodø mit Eva und ihrem Lebenspartner verabredet, die uns auf dem Schiff besuchen wollen. Entdecken kann ich die Beiden aber beim Annähern an den Kai nirgendwo. Erst als die ganzen Ausflügler in die Busse verschwunden sind kommen die Beiden an Bord und wir lassen uns gemütlich in der jetzt relativ leeren Cafeteria nieder.



      Bis kurz vor Abfahrt sitzen wir dort nett zusammen und klönen über alles Mögliche. Als letzte Besucher verlassen sie die LOFOTEN und winken uns beim Ablegen hinterher. Ich warte noch die Kurve um die Nyholms Skandse ab, dann schnappe ich mir meine Wäsche, hole mir das Waschmittel an der Rezeption und gehe nach unten in den Waschraum. Schnell ist die Waschmaschine gefüllt und angestellt.



      Als wir Bjørnøy Fyr passieren, bin ich längst wieder an Deck. Wie schon bei unserer Tour mit der POLARLYS zeigt sich Landegode Fyr wieder in herrlichem Gegenlicht. Es scheint wohl so, dass mich der Leuchtturm genauso mag wie ich ihn.
      Auch der Landegode Mann ist gut zu erkennen heute.



      Auch wenn sich gen Süden ein schöner Sonnenuntergang zeigt, ist es doch über den Lofoten stark bewölkt. Da wird man wohl am Abend im Raftsund kaum was sehen können. Ein Blick auf meine Uhr zeigt mir, dass ich nun die Wäsche in den Trockner packen kann. Sie sollte dann bis zum Abendessen oder zumindest kurz danach fertig sein.



      Dazu muss ich natürlich wieder hinunter auf Deck B und an Backbord ganz nach hinten zum Wäscheraum. Die LOFOTEN rollt aber nun recht ordentlich auf dem Vestfjord. Dies bringt mir dann einige blaue Flecken ein, da ich in dem schmalen Kabinengang mit den Wänden und Schotten anecke. Nachdem die Wäsche im Trockner ist muss ich den ganzen Weg wieder zurück und erwische dabei fast wieder die gleichen Stellen.
      Kurz vor Stamsund wird es Zeit fürs Abendessen. Anfangs rollt das Schiff noch etwas. Doch dann wird es ruhiger und wir können in Ruhe essen.



      Nach dem Essen hole ich schnell noch die Wäsche aus dem Trockner, bevor wir Stamsund wieder verlassen. Das Schiff rollt anschließend für einige Minuten noch einmal kräftig. Dann beruhigt sich die See und wir können die VESTERÅLEN in stabiler Lage begrüßen.
      In Svolvær habe ich keine rechte Lust von Bord zu gehen. Es ist kalt und irgendwie feucht. Zudem muss ich meine Wäsche noch wegräumen, die ich zuvor einfach nur schnell in die Kabine gelegt hatte.
      Nach der Abfahrt aus Svolvær werfe ich einen kurzen Blick nach draußen, aber es ist immer noch stark bewölkt. Sollte es noch aufreißen, sind sicherlich ohnehin alle an Deck um die Einfahrt zum Trollfjord zu sehen und dazu den Drink zu kaufen.
      Grund genug sich in die Koje zu hauen. So bin ich wenigstens morgen früh fit in Harstad .
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
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    • So kann es gehen - wir hatten ja in Rørvik 45 Min. Verspätung, einiges an Fracht und sind trotzdem um 07:07 über den Polarkreis .

      Jobo schrieb:

      Interessanterweise steht ab Tag sieben Snorre Pedersen als Hotel Manager auf den Tagesbefehlen.

      Was auch seltsam ist, zweitel Hotelmanager ist doch eigentlich Olav Larssen 8|
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    • Samstag der 5.März 2016


      Wie erwartet bin ich recht früh wach und erfreue mich ausgiebig an den Wasserspielen in meiner Nasszelle. So langsam verstehe ich auch, warum man von einer Nasszelle spricht. Das Wasser, das durch den Duschkopf reinkommt, kommt nur schwer wieder durch den Abfluss raus :laugh1: .
      Nach der morgendlichen Körperpflege gönne ich mir einen Blick aus meinem Kabinenfenster. Genau zur blauen Stunde laufen wir in Harstad ein und legen am Kai an.



      Bis zur Ankunft der RICHARD WITH dauert es noch über eine Stunde, genügend Zeit für ein ausgedehntes Frühstück. Dabei erfahre ich, dass die Wolken gestern Abend doch noch größere Lücken bekommen haben und man die Raftsundfahrt einigermaßen genießen konnte. Als wir nach dem Frühstück an Deck kommen, ist die RICHARD WITH schon in der Anfahrt.



      Es ist kurz vor 08:00 Uhr und bei uns werden schon die Leinen gelöst. Gerade erzähle ich noch einem Mitreisenden, dass die Schiffe hier in Harstad nicht hupen dürfen, da sich die Bevölkerung darüber schon mehrfach beschwert hat, da bläst mich das Horn der RICHARD WITH fast aus der Nock heraus. Dreimal kräftig hintereinander und kaum haben wir uns einen Meter vom Kai entfernt, antworten wir genauso laut.
      Dafür bedankt sich die RICHARD WITH mit einem erneuten langen und lauten Ton, den wir natürlich auch noch erwidern. Ich kann unseren Kapitän auf der Brücke sehen und meine ein fast schon diebisches Grinsen in seinem Gesicht wahrnehmen zu können.



      So etwas habe ich hier auch noch nicht erlebt. Auch Renate macht einen dementsprechend überraschten Eindruck. Schnell lassen wir nun Harstad und die RICHARD WITH zurück. Das Wetter verspricht einiges für den Tag, es lockert mehr und mehr auf und über den schneebedeckten Bergen wird es zunehmend blauer.



      Ich nutze die Zeit, in der sich die meisten Passagiere noch beim Frühstück oder in der Koje befinden und schreibe meine Postkarten für die Daheimgebliebenen in der Cafeteria. Ich beeile mich damit extra, da ich das tolle Wetter natürlich ausnutzen und wieder an Deck möchte. Die fertigen Karten gebe ich an der Rezeption ab und dann schnell wieder nach draußen.



      Bald schon kommt Finnsnes in Sicht. Auffällig ist hier, dass keine der Schnellfähren dort am Kai liegt. Ich bin es fast schon gewohnt, dort eine Schnellfähre zu sehen, die kurz danach abfährt und noch vor der Abfahrt des Hurtigrutenschiffes trifft die nächste Fahre ein. Diesmal liegen wir alleine am Kai und nicht wenige Distanz-Passagiere steigen zu.



      Dementsprechend voll ist es anschließend im Schiff, wie wir während des Mittagessen sehen können. Also geht es trotz der Kälte danach wieder an Deck. Warm verpackt ist es aber kein Problem, wird das Wetter doch immer besser und die schöne Landschaft unter meist blauem Himmel entschädigt für Vieles.



      Zwischendurch springe ich mal schnell in meine Kabine und hole mir noch meine Wollmütze aus dem Schrank. Die kann man heute wirklich brauchen, selbst unter der Kapuze der dicken Jacke. Den Rystraumen verpasse ich natürlich nicht, da bin ich längst wieder draußen. Es ist schon ein Vorteil, wenn man eine so günstig gelegene Kabine hat.



      Bei bestem Wetter kommt bald schon Tromsø in Sicht. Schon von Weitem kann man die Eismeer-Kathedrale und die markante Brücke erkennen. Ich warte im Gepäckbereich darauf, von Bord gehen zu können. Dabei fällt mein Blick auf eines der Displays, die auf beiden Seiten angebracht sind und Aufschluss über die Passagier- und Crewzahlen geben. Hier zeigt das Display insgesamt 191 Passagiere an. Wir haben also über 80 Distanzreisende an Bord.



      Vom Schiff aus nehme ich den Weg zu den alten Speicherhäusern am Yachthafen. Mit Grausen erinnere ich mich an das polarhistorische Stadtrumstehen bei meiner letzten LOFOTEN-Tour 2009. Zum Glück kann ich heute das Tempo selbst bestimmen und erfreue mich an dem schönen Anblick über den Hafen auf die Brücke und die markante Kirche.



      So lande ich von dort direkt auf dem Stortorget. Hier sind große Schneeskulpturen aufgebaut und werden von teils farbigen Lampen angestrahlt. Ich bin nicht der einzige, der sich dafür interessiert, sogar das Fernsehen ist auf dem Platz und filmt die Menschen und Skulpturen. Gerade die Kinder haben hier einen Riesenspaß, kann man doch sogar in einigen der Skulpturen herum klettern.



      Wir bummeln von hier aus durch die Hauptstraße und wie es der Zufall will, erklären können wir uns dies gar nicht :pardon: :hmm: , landen wir direkt vor den Ølhallen. Gleich am Eingang fällt uns auf, dass man hier die Öffnungszeiten geändert hat. Früher waren die Ølhallen eigentlich nur während der Liegezeit der Hurtigrutenschiffe geöffnet.



      Wo wir nun schon mal hier sind, können wir natürlich auch mal hineinschauen :whistle3: . Ich bin erstaunt, der Laden ist richtig voll. So voll habe ich die Ølhallen noch nie gesehen. Wir finden nur zwei kleine Tische, die noch frei sind. Auf ein Bier lassen wir uns hier nieder. Die Preise haben allerdings auch angezogen. Für ein großes, dunkles Bier zahle ich 140,- NOK :wacko1: .
      Na denn, Prost :beer: .



      Von den Ølhallen ist es nicht weit zurück zum Schiff und wir sind gegen 17:00 Uhr wieder an Bord. Um 18:00 Uhr beginnt die erste Sitzung des arktischen Buffets. Viele Passagiere machen allerdings um die leckeren Krabbeltiere der Arktis einen großen Bogen und begnügen sich mit Salaten und Fleischportionen. Ideal für mich, ist doch auch der Weg von meinem Tisch zu den Krustentieren recht kurz. Diese leckeren Meeresbewohner stellen eine ideale Nahrung für mich dar. Ich danke es ihnen mit einem gesegneten Appetit.



      Es grenzt fast an ein Wunder, dass ich es trotzdem rechtzeitig zur Brückendurchfahrt auf Deck schaffe. Renate, die schon früher hier war, erzählt mir, dass uns Tromsø gar nicht weg lassen wollte. Die Gangway war schon weg und die Vorspring ebenso, doch achtern war das Schiff noch befestigt. Der Staplerfahrer war aber schon wieder in der Halle. Das Tor der Halle wurde schon zugefahren und niemand war mehr auf dem Kai zu sehen. Nach einiger Zeit kam dann ein PKW von der Straße und nach einigen Zeichen von der Brücke löste dessen Fahrer endlich auch die Achterspring und das Schiff konnte los.

      Nach der Brückendurchfahrt sitzen wir noch einige Zeit in der Cafeteria bevor wir uns in Richtung Kojen trennen. Ich gehe noch kurz an Deck, da gerade die NORDNORGE kommt. Nach dem Hupkonzert suche ich dann auch meine Kabine auf. Die leichte Dünung, die jetzt einsetzt, ist genau richtig zum Einschlafen.

      Etwas später werde ich durch eine Polarlichtdurchsage noch einmal kurz geweckt, schlafe aber sofort wieder ein. Ich denke, die nächsten Nächte werden auch noch Polarlicht bringen. :sleeping:
      Gruß Jobo,

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    • Sonntag der 6.März 2016



      Nach dem schönen Tag gestern hätte ich nichts dagegen, wenn der heutige ähnlich wird. Zumindest der erste Blick aus der Kabine verheißt Gutes. Die ersten Informationen zum Polarlicht von gestern Abend bestätigen meine Entscheidung in der Koje geblieben zu sein. Es soll nicht allzu stark gewesen sein. Ich bin mir ziemlich sicher, da werden wir noch mehr bekommen.



      Das Frühstück geht heute nur bis 09:30 Uhr, da schon um 10:30 Uhr das Mittagessen beginnt. Wer hat um 10:30 Uhr schon wieder Hunger :pillepalle: ? Grund dafür ist der Nordkap Ausflug in Honningsvåg und die dort immer stattfindende Sicherheitsübung für die Crew.



      Nach dem Frühstück wird am Heck gerade die Flagge hochgezogen. Renate war gleich am ersten Tag schon aufgefallen, dass am Heck nicht nur ein großer Teil des hölzernen Handlaufs fehlte, sondern auch der kleine Holzkasten, in dem immer die Flagge aufbewahrt wird. An der Stelle schaute einen das blanke Metall an.



      Schon näheren wir uns Havøysund und die TROLLFJORD sollte eigentlich längst zu sehen sein. Erst als wir fast schon selbst in den Hafen einbiegen kommt uns das Schiff entgegen. An Bord befindet sich unser Forumsmitglied Lupo, aber auf die Entfernung kann ich ihn nicht richtig ausmachen. Vielleicht erkennt er sich ja selbst auf den Bildern irgendwo.



      Nur wenige Minuten nach der Begegnung mit der TROLLFJORD machen wir am Kai im verschneiten Havøysund fest. Wir setzen uns kurz in die Cafeteria, an unseren „Stammtisch“ gleich neben der Theke. Doch kurz danach kommen Hotelmanager Petter Overaa (mit Postmeistermütze) und ein weiterer Offizier um die Postkarten der Passagiere mit einem Nordkap-Stempel zu versehen. Daher müssen wir den Tisch räumen und den daneben nehmen.



      Zurück an Deck sind wir schon im Magerøysund. Der Himmel zeigt inzwischen auch ein sehr intensives Blau und die Sonne strahlt in ihrer vollen Pracht. Der Tag in Honningsvåg kann nur noch richtig schön werden. Jetzt taucht der tief verschneite Ort auch schon Steuerbord voraus hinter den Felsen auf.



      Wir passieren die Mole, die ich auch heute gerne wieder besuchen möchte, davon sollen mich auch Schnee und Eis nicht abhalten. Kurz nach 11:00 Uhr legen wir an. Da nun die Ausflügler von Bord strömen, nutzen wir die Gelegenheit uns in Ruhe mit dem Mittagsbuffet zu beschäftigen. Sehr zu meiner Freude findet sich dort noch viel Meeresgetier vom gestrigen Nordkapp-Buffet.



      Erst danach packen wir uns warm ein und verlassen auch das Schiff zu einem Ortsbummel. Noch an der Hühnerleiter (die ganzen Orte haben übrigens alle neue Leitern für die LOFOTEN) klappe ich die Spikes aus meinen Stiefeln aus. Renate macht mich anschließend auf unser Angelgut am Anker aufmerksam. Dort hat sich ein großes Stück Maschendrahtzaun voll mit Steinen verfangen.
      Der Hafen wird von einem gefährlich dreinblickenden Raubtier bewacht, dass uns allerdings kommentarlos passieren lässt.



      Blauer Himmel, weißer Schnee und dazu die bunten Farben der Kutter im Hafen, der Spaziergang könnte keine besseren Bedingungen haben. Gleich vorne am Hafen steht die Tafel, die auf die drei Skulpturen hinweist (Eis, Ozean und Wind). Ich meine, bei meinem letzten Besuch hier stand nur die letzte Skulptur und die anderen sind neu dazu gekommen. Einige Meter weiter findet sich ein seltsames Kunstwerk an einem Gebäude. Es hat offensichtlich etwas mit Schuhen zu tun :hmm: .



      Entlang des Hafens nähern wir uns langsam der Mole. Dazu führt der Weg einen kleinen Hügel hinauf. Hier kann man noch zu dem kleinen Leuchtturm abzweigen, wenn man möchte. Der Weg ist doch stark vereist und Renate möchte sich den Abstieg zur Mole und anschließenden Anstieg nicht antun. Wir trennen uns hier und ich spaziere weiter zur Mole.



      Der Schnee liegt hier doch recht hoch und man sinkt tief ein. Trotzdem gehe ich bis auf die Spitze. Nach kurzer Zeit mache ich mich wieder auf den Rückweg. Renate kann ich nirgendwo mehr sehen, sicher ist sie zurück zum Schiff. Ich blicke auf Honningsvåg und sehe oben am Berg des kleine Denkmal. Da wollte ich eigentlich schon lange mal hin, warum also nicht jetzt.



      Am Hafenende angekommen wende ich mich nach rechts und gehe hinauf zu der Kirche. Bereits von hier hat man einen schönen Blick über den Ort und den Hafen. Nur wenige Meter hinter der Kirche zweigt ein Weg auf den Berg ab. Zunächst führt er noch an einem Haus vorbei, bis hier ist der Weg stark vereist. Im weiteren Verlauf wird es dann ein schmaler Pfad der tief verschneit ist.



      Durch eine kleine Senke führt der Weg dann über den Hügel bis zur Statue von Knut Erik Jensen. Knut Erik Jensen ist ein 1940 in Honningsvåg geborener Filmregisseur. Bekannt u.a. durch den Film über den Chor von Berlevåg in dem Film „Heftig und Begeistert“.
      Von hier oben habe ich einen wirklich fantastischen Blick über Ort, Hafen und die See.



      Gerne würde ich noch länger hier bleiben, aber obwohl ich nur gut 15 Minuten für den Aufstieg gebraucht habe wird es Zeit wieder zum Schiff zurück zu gehen. Ich stampfe also wieder durch den Schnee nach unten und nehme dort aber den Weg noch durch den Ort.



      Am Schiff angekommen ist der Maschendraht am Anker verschwunden. Renate konnte beobachten, wie man mit einer Leine mit Haken von Deck aus den Draht samt Steinen mühsam vom Anker wieder entfernt hat.
      Ich klappe meine Spikes wieder ein und gehe an Bord. Die Sicherheitsübung der Crew ist wohl gerade zu Ende.



      Wir nutzen die Zeit aus, bis die Ausflügler zurück kommen und finden unseren Lieblingstisch in der Cafeteria unbesetzt. Bei einem Kaffee und einer Waffel mit Rømme und Marmelade lässt sich die Zeit bis zur Abfahrt recht gut aushalten :popcorm2: . Zuerst müssen ohnehin die Ausflügler wieder an Bord. Scheinbar haben die aber ein wenig Verspätung, denn wir legen mit knapp 10 Minuten Verspätung in Honningsvåg ab.



      Auf der weiteren Fahrt nach Kjøllefjord rollt die LOFOTEN wieder ein wenig. Das ist nicht wirklich verwunderlich, handelt es sich doch um eine relativ offene Seestrecke. Kurz vor Kjøllefjord wird schon die Finnkirka angekündigt und das schöne Wetter treibt natürlich viele Passagiere nach draußen, zumal ja auch noch der Krabbenfischer angekündigt wird. Zuviel Trubel für uns, wir ziehen uns bis zum Essen zurück in unsere Kabinen.



      Nach dem Abendessen gönnen wir uns noch den Kaffee in der Bar. Anfangs ist das Wetter noch recht schön und der Himmel zeigt kaum Wolken, doch nach und nach ziehen mehr Wolken auf. Mit Polarlicht wird es wohl heute Nacht nichts werden.
      Zwar treffen wir noch die KONG HARALD vor Berlevåg , doch dies erst nach 22:00 Uhr. Ich bin doch recht müde, vielleicht von meinem kleinen Rundgang in Honningsvåg . Daher ziehe ich mich bald in meine Koje zurück.
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
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    • Jobo schrieb:

      gefährlich dreinblickenden Raubtier

      Mir erscheint das Raubtier eher desillusioniert, weil es noch keinen Passagier davon abhalten konnte zu passieren :D

      Ihr habt ja wirklich Traumwetter gehabt in Honningsvag - gut dass Du noch zu der Statue rauf gegangen bist :thumbup:
      Der einsame Strauch auf dem Querweg scheint bei jedem Wetter irgendwie faszinierend zu sein, wie man hier im Vergleich zu Bild 117 sehen kann :whistling:

      Viele Grüße
      Noschwefi
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2: