Mit der Christel von Istanbul nach Istanbul (09.09.-19.09.15)

    • 2015
    • Mit der Christel von Istanbul nach Istanbul (09.09.-19.09.15)

      Im letzten Sommer haben wir relativ spontan eine Kombinationsreise über Berge&Meer-Reisen gebucht. Eigentlich wollten wir im September ein paar Tage an die Ostsee, aber so richtig was Passendes haben wir nicht gefunden. Dann stolperten wir über das Kombi-Angebot mit vier Tagen Istanbul und anschließend sieben Tage Schiff. Perfekt, dachten wir! :D Der Preis stimmte und da unten haben wir garantiert besseres Wetter als an der Ostsee. Also haben wir gebucht und hatten nun ein neues Ziel, auf das wir uns freuen konnten. Das Hotel liegt recht zentral in der Altstadt, insofern man bei der Größe Istanbuls überhaupt von zentral sprechen kann. Zumindest ist die Hagia Sophia fußläufig erreichbar. Das Schiff heißt Celestyal Crystal (Celestyal Cruises), hat eine sehr bewegte Geschichte und Platz für rund 1000 Passagiere... und einen schrecklichen Namen, weswegen wir sie kurzerhand in „Christel“ umtauften :rolleyes:
      Zwei Wochen vor der Abreise buchte ich noch einen Parkplatz in der Nähe vom Berliner Flughafen Tegel und googelte unser Schiff, um die Lage der Kabine zu ergründen. Nebenbei entdeckte ich dabei folgendes Schlagzeile: Kreuzfahrtschiff mit Tanker kollidiert. Neee, ne?!? 8| Ende Juni ist unser auserwähltes Kreuzfahrtschiff tatsächlich in den Dardanellen mit einem 182 Meter langen Tankschiff kollidiert und hat dabei „strukturelle Schäden am Bug“ erlitten. Mittlerweile war aber alles wieder ok und wir machten uns am 9. September mitten in der Nacht auf den Weg nach Berlin, weil unser Flieger schon sieben Uhr startete :thumbup:

      Hier nun ein kleiner Bilder-Nachtrag zu unserer Herbstreise in den Süden. Ich bemühe mich, nicht allzu viel Text zu schreiben... :whistling:

      Istanbul (9.-12.09.15)
      Schon der Anflug auf Istanbul ist Wahnsinn. Wir fliegen eine große Schleife und können so die Dimension dieser Stadt in voller Pracht sehen :8o: Der Flughafen ist riesig und wir brauchen eine ganze Weile, ehe wir unser Gepäck in den Händen halten und zum Ausgang gehen können. Dort soll uns ein Mitarbeiter von Berge&Meer erwarten. Am Ausgang steht eine ganze Schlange wartender Menschen mit ungefähr doppelt so vielen Schildern in allen Größen und Ausführungen. Schließlich entdeckt der Reiseleiter uns und nicht wir ihn. Wir warten dann noch eine ganze Weile neben einem herrenlosen Koffer auf den Rest unserer Minireisegruppe... :/ Der Flieger aus Frankfurt landete erst eine Stunde nach uns. Jetzt sind wir zu sechst und auf geht’s ins Hotel.

      Istanbul erschlägt uns nicht nur mit seiner Größe, sondern auch der Geräuschkulisse und dem ständigen Verkehrschaos... und den vielen Menschen. Am Fahrstuhl im Hotel hängen Hinweise vom Auswärtigen Amt: „Vermeiden Sie Menschenansammlungen“. Wie denn bitte?!? :huh:
      Nach der Ankunft im Hotel ruhen wir uns zwei Stunden aus und erkunden dann die nähere Umgebung. Links und rechts vom Hotel steht jeweils eine Moschee, so dass wir Stereo beschallt werden. Einzeln finde ich die Gesänge sehr angenehm, aber so durcheinander... :wacko:

      Am nächsten Tag (10.09.) startet gleich früh um die 9 Uhr eine „Orientierungsfahrt“ für unsere Minigruppe. Die Stadtrundfahrt ist im Reisepreis mit enthalten und wir fahren mit einem Kleinbus und einem türkischen Reiseleiter durch die Gegend. Erster Halt: Süleymaniye-Moschee. Von dort aus laufen wir durch einen Basar bis wir am Fuß des Berges wieder von unserem Busfahrer eingesammelt werden. Weiter geht es zur Galatabrücke.

    • Nach einem Stopp auf der Galatabrücke geht es hinüber ins Hafenviertel von Karaköy und später über eine weitere Brücke wieder zurück auf die andere Seite des Goldenen Horns hinauf zu einem Aussichtspunkt (Café Pierre Loti). Von dort laufen wir bergab durch einen Friedhof und gelangen zur Eyüp-Sultan-Moschee im Stadtteil Eyüp. Die Moschee ist gerade nicht zu besichtigen, weil Gebetszeit ist, aber wir laufen durch den Vorhof und werden fast von den vielen Menschen erdrückt :S Die Moschee ist gleichzeitig ein Pilgerort, weil sich hier das Grab einer wichtigen muslimischen Person befindet. Ich hab nur vergessen, welche das ist. Das waren definitiv zu viele interessante Informationen an diesem Tag! Wir haben hier eine gute Stunde „Freizeit“ und holen uns in einer türkischen Bäckerei mit Fingerzeigetechnik ein paar Kostproben. Sehr lecker! ^^
      Auf dem Rückweg zum Hotel fahren wir noch durch das Valens-Aquädukt und vorbei am Istanbuler Rathaus. Gegen 16 Uhr sind wir wieder am Hotel. Ein anstrengender aber schöner Tag, den wir mit einem gemütlich Abendessen abschließen und der einen Moschee neben unserem Hotel noch einen Besuch abstatten.

    • Tanja schrieb:

      Eyüp-Sultan-Moschee im Stadtteil Eyüp... Die Moschee ist gleichzeitig ein Pilgerort, weil sich hier das Grab einer wichtigen muslimischen Person befindet. Ich hab nur vergessen, welche das ist.

      Abu Ayyub al-Ansaris, ein Gefährte Mohammeds und dessen Fahnenträger

      Danke für Deinen Bericht ! :)
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX Verweise auf Reiseberichte im Profil

    • @Capricorn: Danke für die Ergänzung! Ich wusste doch, dass mir irgendwer hier aus der Patsche helfen kann ;)

      Weiter im Text:
      Am 11.09. dann mein persönliches Highlight: wir besuchen die Hagia Sophia :girl_sigh: Obwohl sich auch hier ziemlich viele Menschen durch schieben, bin ich begeistert. So viel Geschichte... wenn dieses Gebäude erzählen könnte!!! Nach dem Besuch in der Hagia Sophia ist es Mittagszeit und wir machen uns auf den Weg, um ein Fischbrötchen an der Galatabrücke zu essen ^^

    • Wir kommen heute außerdem an dem Bahnhof vorbei, der früher die Endstation des Orientexpress war :)



      Von dort aus geht es dann in den Topkapi-Palast. Noch so ein Geschichtsbrocken, aber wenn wir schon mal da sind! :D Über drei Stunden sind wir in dem weitläufigen Gelände unterwegs und haben gefühlt nur die Hälfte gesehen. Irgendwann ist es dann doch zu viel Kultur :hechel:



      Abends besuchen wir einen Imbiss an der nächsten Straßenecke und mangels passender Sprachkenntnisse (der Imbissmensch sprach kein Englisch und wir kein Türkisch) dauerte es ein bisschen, ehe wir das gewünschte Essen auf dem Teller hatten. Dann bezahlten wir an der Kasse, wo ein Beutel mit Fladenbrot lag. Der Jens nahm sich eins raus, bevor ich zugreifen konnte quetschte sich ein türkischer Gast zwischen uns, durchwühlte den Beutel, machte bei etlichen Fladenbroten den „Drücktest“, ehe er sich für eins entschied. Ich habe dann doch aufs Fladenbrot verzichtet... :nono:
    • Der 12. September 2015, unser letzter Tag in Istanbul. Um 15 Uhr sollten wir am Hotel abgeholt werden, also genug Zeit, um noch ein bisschen herum zu ziehen. Heute ist es bewölkt und grau. Nach dem Frühstück laufen wir zum großen Basar und stürzen uns ins Getümmel. Nein, ich möchte kein Parfüm kaufen... nein, auch keine Zigaretten... und nein, auch keinen Teppich oder drei Hemden und erst recht keine Teeservice... :wacko: Eine Stunde irren wir umher und sind froh, irgendwann wieder Tageslicht zu sehen. Das ist echt nix für mich :pinch:



      Weiter geht’s zur Blauen Moschee. Dabei überqueren wir den Platz, auf dem vor wenigen Tagen das Selbstmordattentat stattfand... :/ Ein sehr eigenartiges Gefühl. Auf den Besuch der Blauen Moschee verzichten wir, hier sind uns viel zu viel Menschen und es scheint ein Gewitter aufzuziehen. So machen wir uns auf den Rückweg zum Hotel.



      Nach dem Mittag in einem kleinen Imbiss fängt es an, sintflutartig zu regnen. Wir sitzen in der Hotellobby und sehen, wie sich auf der Straße ein Bach entwickelt. Da das Hotel an einem Berg liegt, plätschert das Wasser schwungvoll Richtung Hauptstraße :schiefguck: Unsere Abholung verzögert sich etwas, bis schließlich ein tropfnasser Reiseleiter im Hotel auftaucht. Er lotst uns in den Kleinbus, der an der Hauptstraße hält. Hier fließt das Wasser knöchelhoch und mit Mühe bekommen wir unser Reisegepäck trocken ins Fahrzeug. Als wir am Hafen ankommen, nieselt es zum Glück nur noch, denn nach der Gepäckaufgabe und dem Einchecken müssen wir den ganzen langen Kai entlang bis zu unserem Schiff laufen, vorbei an zwei anderen Schiffen von Celestyal Cruises sowie zwei großen Motorseglern.

      Da liegt sie also, die Christel. Keine Schönheit, aber das wussten wir ja vorher schon ;) Unsere Kabine liegt strategisch sehr günstig. Nur wenige Meter und man ist auf dem Umlaufdeck. Während der Sicherheitsübung schwimmt eine Gruppe Delphine vorbei – und zwar zielstrebig Richtung Galatabrücke. Die wollen sich wohl auch ein Fischbrötchen holen?!? :mosking: Das Schiff legt ab, während wir beim ersten Abendessen an Bord sitzen. Am Ufer zieht sich Istanbul in die Länge und begleitet uns, bis es dunkel ist. Hört die Stadt denn nie auf? Leider durchqueren wir die Dardanellen mitten in der Nacht (ca. 2 Uhr) und werden davon nichts sehen.

    • @Älbler: Zäpfchen... :mosking: Wobei... die Christel war immer ziemlich flott unterwegs... von daher ging sie schon bissel ab wie ein Zäpfchen :girl_witch:

      13. September 2015: Heute Nachmittag erreichen wir Kusadasi gegen 16 Uhr. Wir haben also gar keinen Stress, frühstücken gemütlich und stehen danach vorne am Bug :girl_sigh: Unser Schiff scheint voll belegt zu sein, denn an der Rezeption stand ein Schild, dass es nicht möglich ist, seine Kabine zu tauschen. Die Passagiere setzen sich aus etlichen amerikanischen und kolumbianischen Reisegruppen zusammen. Auch Kanadier und Australier sind an Bord, wenige Deutsche und eine Handvoll andere Europäer. Zum Essen im Hauptrestaurant wird man immer platziert und hat keinen festen Tisch. Im Buffetrestaurant gibt es freie Platzwahl, aber dafür ist es dort ziemlich eng und voll :fie: Das Personal ist gemischt, kommt aus Griechenland, der Ukraine, von Kuba oder den Philippinen.



      Wir haben gut geschlafen und genießen es einfach, draußen zu sein und aufs Meer zu gucken :thumbup: In Kusadasi legt das Schiff eigentlich nur wegen der Ausflüge nach Ephesus an. Ansonsten gibt es in dem Badeort nicht viel zu sehen. Die kleine Festung am Hafen wird gerade restauriert und ist geschlossen und nach Shoppen ist uns auch nicht. Also holen wir uns erst ein Eis :icecream: und laufen hinterher bissel durch die Gassen abseits der Touristenpfade. Ausflüge haben wir gar keine gebucht und werden es auch an Bord nicht machen. „Entspannen und Treiben lassen“ heißt die Devise für den zweiten Urlaubsteil :rolleyes:



      Unser Kabinensteward heißt Elvis und baut uns heute einen Handtuch-Hase frei nach Albrecht Dürer :search:

    • @Steffi: Danke für den Link! Les ich mir direkt mal durch und freu mich auf unsere Tour mit der Albatros :)


      14. September 2015: Heute steht Santorin auf dem Plan. Ankunft laut Tagesprogramm 9 Uhr. Wir sind aber gut eine Stunde zu zeitig (Christel war wieder flott unterwegs :girl_witch: ) und fahren statt um 8 schon um 7 Uhr in die Caldera der Vulkaninsel ein 8| Jetzt bewährt sich unsere strategisch günstige Kabine, denn ich schnappe mir die Kamera und spurte um die Ecke aufs Umlaufdeck. So erwische ich den Sonnenaufgang und die Einfahrt in die Caldera :thumbup:



      Nach dem Frühstück beobachten wir, wie zunächst die Ausflügler ausgetendert werden. Dann machen wir uns auf den Weg an Land. Mit der Seilbahn geht’s hoch hinaus. Wir haben Glück, denn wir sind das einzige Kreuzfahrtschiff. Erst nach dem Mittag verirrt sich ein weiteres Schiff vor die Insel (etstur).
      Oben suchen wir uns ein hübsches Café, trinken einen Frappe und genießen die tolle Aussicht :girl_sigh: Später gibt es ein einfaches aber trotzdem sehr leckeres Mittag und ansonsten sind die Fotos wohl Aussage genug :love: Nach unten zum Anleger laufen wir zu Fuß und werden dabei fast von einer Herde Maultiere ertrampelt, die uns überholt :fie: Der letzte Tender geht 17:30 Uhr, wir sind aber schon ein Stück eher wieder an Bord. 18:15 Uhr startet die erste Essenssitzung, die Zweite (20:30 Uhr) ist uns doch etwas zu spät.

    • Vielen Dank für die schönen Bilder, vor allem von Santorin. Ich liebe Santorin !!! <3 Wir waren schon zweimal dort, einmal mit einem Schiff und einmal eine ganze Woche. Es ist zwar manchmal ganz schön überlaufen, aber sooooo schön, man findet trotzdem immer noch eine ruhige Ecke. :thumbsup: :thumbup:
      Viele Grüße
      Seemaus
    • 15. September 2015: Das heutige Ziel heißt Agios Nikolaos auf Kreta. Da die Entfernung zwischen Santorin und Kreta nicht allzu groß ist (knapp 80 Seemeilen) sind wir schon früh am Morgen dort. Wir haben bis 17 Uhr Zeit, also gar kein Stress und beginnen den Tag mit einer Morgenrunde auf dem Umlaufdeck :)



      Nach dem Frühstück erkunden wir den Ort, bevor wir wieder in einem kleinen Café bei einem Frappe enden. Was mir besonders gut gefällt, sind die vielen kleinen Deko-Details. Die Griechen haben da echt ein Händchen für.



      Heute Abend ist Kapitänsdinner, aber den Empfang schenken wir uns :rolleyes: Dadurch, dass man im Hauptrestaurant platziert wird, ergeben sich immer wieder neue Gesprächspartner. Da entstehen mitunter interessante Kombinationen: ein Ehepaar aus dem Iran, die jetzt in Kalifornien leben, eine Frau aus Kuba, die jetzt in Florida lebt, ein Ehepaar aus Japan, die jetzt ebenfalls in Kalifornien leben und ganz unspektakulär: wir aus Chemnitz :mosking: