Bericht MS Finnmarken, Dez. 2015-Neptuns Rache

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      Liebes Forum
      Live-Berichte sind in jedem Fall lebendiger und spannender – dennoch habe ich mich entschlossen meinen Bericht nachzureichen.
      Dummerweise hatte ich auch meinen Zugang zum Forum nicht auf dem Laptop, daher konnte ich mich von unterwegs auch nicht melden. Das wird sicher nie mehr vorkommen.
      Da ich einfach zu viele Bilder integrieren müsste bitte ich euch, bei Interesse, den Blog zu lesen.
      Der Blog ist natürlich auch für „Nichthurtigrutler“ geschrieben, daher wird dort einiges besprochen das für euch selbstverständlich ist.
      Zum Stammtisch in Wien ist selbstverständlich das Fotobuch dabei.

      Hier nun die Fakten, die euch interessieren könnten.

      Was tun zu Weihnachten, diese Frage machte mir im Juli zu schaffen. Weit weg fliegen wollte ich nicht, Mittelmeer ist zu kalt – aber - also wenn schon kalt, dann eben richtig kalt und somit fiel die Entscheidung für Hurtigruten. Mit denen hatte ich sowieso noch eine Rechnung offen.
      Auf meiner ersten Hurtigruten-Reise 2011 auf der MS Nordkapp blieb es uns leider verwehrt den Wendepunkt – Kirkenes – zu erreichen. Das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung und von Honningsvag ging es anstatt ostwärts weiter nach Kirkenes wieder südwärts nach Alta zum Abwettern. (Alta-Connection)
      Sturm in Orkanstärke machte ein Weiterkommen unmöglich daher wurde Zuflucht gesucht und wir haben uns 2 Tage in Alta versteckt. Somit war klar, ich will aber nach Kirkenes .
      Da man bei Hurtigruten ja ganz beliebig Start- und Zielpunkt setzen kann entschied ich mich für die Variante: TromsöKirkenesTrondheim in 7 Tagen auf der MS Finnmarken. Das musste nun sehr gut geplant werden, denn im Winter könnte die An- und Abreise mit allerlei Überraschungen aufwarten. Wichtig war vor allem einen Zeitpuffer einzubauen um nicht dem Schiffchen hinterher winken zu müssen. Aber bei der besten Planung gibt es Überraschungen wie man später noch sehen wird.

      Am 21. Dezember soll es nun losgehen mit Flug von München nach Oslo, dort genügend Zeit einplanen zum Umsteigen, vor allem da bekannt ist, dass bei einem Inlands-Anschlussflug das Gepäck geholt werden muss um es dann für den Weiterflug neu einzuchecken. Oslo-Gardermoen ist ja auch nicht gerade ein kleiner Flughafen und das Umsteigen sollte nicht in Stress ausarten. Die Flüge wurden mit SAS gebucht, das Xpress Comfort Hotel in Tromsö bot sich als passend für die Vorübernachtung an, dann wäre am nächsten Tag noch genügend Zeit in Tromsö zu bummeln bis die MS Finnmarken am Nachmittag um 14:30 eintreffen sollte.

      Die Buchung des Rückfluges von Trondheim nach München habe ich dann Hurtigruten überlassen. Man weiß ja nie was zu dieser Zeit alles passiert, ob wir in Trondheim rechtzeitig ankommen damit ich meinen Rückflug erreiche. Daher gab ich den eventuellen Schwarzen Peter an Hurtigruten ab – wenn etwas schief ginge, dann müssen die eben sehen wie sie mich vom Schiff kriegen.
      Klingt doch gut, dieser Plan, oder? Ich war sehr zufrieden damit und freute mich schon auf diese ganz spezielle Reise die noch ein weiteres Highlight zu bieten hatte, nämlich die Polarnacht. Wie würde es sein wenn es außer einer leichten Dämmerung kein Tageslicht geben würde – interessante Frage – der musste ich nachgehen. Immerhin wäre zu dieser Zeit Vollmond, also so ganz dunkel würde es ja gar nicht sein.
      Die Reisepapiere kamen 3 Wochen vor Abfahrt und ich rieb mir die Hände – Kirkenes ich komme doch noch!

      Naja, die eigene Planung mag noch so gut sein aber da gibt es doch immer wieder ein Teufelchen das versucht einem die Suppe zu versalzen. In den letzten Tagen vor der Abreise hing ich nur noch im „Hurtigforum“. Forumsteilnehmer befanden sich auf dem letzten Trip der MS Finnmarken und ich verfolgte deren Bericht. Und dann kam sie die Schreckensmeldung. Die MS Finnmarken liegt mit Maschinenproblemen in Ålesund – und das zwei Tage vor meiner Abreise! Was jetzt? Wird das noch was oder wieder einmal Kirkenes ade? Es war eine Zitterpartie bis die Meldung kam, sie würde zwar nicht mehr nach Bergen fahren können aber von Ålesund aus wieder regulär in den Fahrplan einsteigen.
      Das nenne ich mal Erleichterung und der Koffer konnte nun doch fertig gepackt werden. Für die Reederei muss es wohl ein logistischer Kraftakt gewesen sein, die anwesenden Passagiere nach Bergen zu fliegen und die dort bereits Wartenden nach Ålesund zu bringen, die dann mit einem Tag Verspätung auf das Schiff konnten. Ich sah dann auf der Webcam von Ålesund , wie sie mit 1 ½ Stunden Verspätung den Hafen verließ.
      Na endlich, alles gut – ich komme!

      So, nun bin ich dran, Bahnfahrt nach München OK, Gepäck aufgegeben – durchgecheckt bis Tromsö ? Komisch ich muss es doch in Oslo wieder holen? Kurz nachgefragt, ja das ist schon OK so. Gut, akzeptiert. Kurz vor der Landung in Oslo die Durchsage – wer einen Inlandsflug gebucht hat, der muss sein Gepäck holen und neu einchecken – na klar doch, weiß ich! Beim Aussteigen – Ist Ihr Gepäck durchgecheckt? – dann bitte zum Transfer. Aber ich muss doch ….!? Verflixt hier lief etwas schief! Aufgrund der mehrfachen Ansagen ging ich zum Gepäckband – Koffer kam nicht – na dann ok, dann eben doch erst in Tromsö . Das Dumme war nur, ich hatte in Oslo eine Verabredung mit einer Freundin und Sachen für sie im Koffer. Ich traf meine Freundin programmgemäß aber sie erhielt ihre Sachen natürlich so nicht. Pech!

      Angekommen in Tromsö , Kommt? Kommt nicht! Kommt? Die letzten Koffer auf dem Gepäckband, aber meiner nicht. So, jetzt war es aber aus! Was ist jetzt wieder schief? Mit mir kamen noch 2 Personen aus München, sie bekamen ihr Gepäck auch nicht. Mittlerweile war es 21 Uhr. Also gingen wir nun zum Service-Counter. Die Damen dort waren dann gar nicht erstaunt und klärten uns auf. Wenn man mit SAS von München kommt, dann wird das Gepäck versuchshalber durchgecheckt – ja ein Versuch, aber das System funktioniere meistens nicht. Nun erfolgte das übliche Prozedere, Aufnahme der Daten, Kontakt-Tel. Nr. etc. Wenigstens gab es ein Übernachtungskit mit ein paar Helferlein und das Versprechen am nächsten Tag das Gepäck zu erhalten.

      Die erste Maschine käme um 10 Uhr, man würde mich verständigen. Na Prost Mahlzeit! Das hat mir jetzt wirklich noch gefehlt. Nun also musste ich nur noch zum Hotel kommen. Der Flybussen war noch da, also rein, dem Fahrer gesagt wo ich hin möchte und der hat mich sogar direkt vor dem Hotel abgesetzt. Das war wenigstens Service! An der Rezeption habe ich natürlich mein Elend kundgetan, die Dame dort war ganz lieb und hilfsbereit und machte mir Hoffnung, es würde schon alles klappen.

      22.12.2015 Tromsö
      Am nächsten Morgen rief man dann von der Rezeption bei SAS an um nach dem Verbleib meines Gepäcks zu fragen. Ich bekam ja eine Verfolgungsnummer und Web-Adresse um das gute Stück selbst verfolgen zu können. Leider stellte sich heraus – kein Eintrag – das Teil war nicht im System!
      Der Morgen war schon mal wieder gelaufen.
      Von SAS bekam ich die Erlaubnis einkaufen zu gehen, aber so einfach ist das nicht. Wenn man in warme Gegenden reist, dann ist ja schnell mal etwas gefunden, aber bei diesem Reiseziel bereitet das schon viel größere Schwierigkeiten, das habe ich im Shopping-Center schnell festgestellt. Das Problem begann schon bei den Schuhen, ich hatte ja nur normale Straßenschuhe an, man sitzt ja nicht mit Fellstiefeln im Flieger, oder? Die Straßen in Tromsö sind spiegelglatt, hier gibt es kein Salz oder Splitt – sieht ja schön aus, aber es hat mich dann auch gleich mal geschmissen – Autsch!!! Somit war die Bewegungsfreiheit schon wieder weiter eingeschränkt.

      Folgender Plan hatte sich in meinem Hirn etabliert:
      - Schiff kommt um 15 Uhr, da gehst du an Bord
      - wartest bis 17 Uhr, wenn Gepäck nicht da, schnell irgendetwas kaufen womit man 2 Tage überleben kann
      - wenn das Gepäck bis Kirkenes nicht kommt, dann heißt das für mich ich muss aufgeben und von dort den Rückflug antreten.

      So verging der Tag. Die Finnmarken kam pünktlich, ich schlich ganz vorsichtig zum Hafen, eingecheckt, Problem mitgeteilt, ermunternde Worte – es würde schon noch klappen, dann warten. Ich wollte gerade von Bord um ins Shopping Center zu gehen, da kam der Anruf – das Gepäck würde gleich zum Schiff geliefert. Ja dann hat es mich gleich nochmal umgehauen, aber diesmal vor Erleichterung. Daran habe ich schon nicht mehr geglaubt.

      Alles gut, Finnmarken – mach die Leinen los! Kirkenes ich komme! Ach ja, Tromsö liegt nördlich des Polarkreises, somit kein Tageslicht. Morgens um 10 Uhr begann es zu dämmern und es wurde sogar etwas heller als ich es erwartet hatte. Um 14 Uhr herrschte wieder Nacht. Es hat immer wieder leicht geschneit. Die Temperatur tanzte so um -2° herum. Von Tromsö habe ich nicht viel gesehen, da das Schuhwerk weitergehende Spaziergänge nicht zuließ. Vielleicht ein anderes Mal unter hoffentlich besseren Bedingungen und mein Sturz machte sich mit einem schmerzenden rechten Arm bemerkbar.

      Dann begann die Bordroutine. Koffer auspacken, Schiff inspizieren. Da die Hurtigruten-Schiffe sich im Aufbau sehr ähneln fand ich mich gleich zurecht, denn ich kannte ja schon die MS Nordkapp. Das Auslaufen war dann wunderschön, die vielen Lichter, der Schnee – hach wie ist doch Kälte schön wenn man wieder die richtigen Klamotten hat – ich stand noch lange an Deck.

      Kapitän auf dieser Fahrt: Jon Olaf Klodiussen
      Reiseleiter: Torstein Gaustad.

      Frühstück und Mittagsbuffet fanden bei freier Stzplatzwahl statt, das Abendessen, manchmal in 2 Sitzungen, wurde entweder als 3-Gang-Menü serviert oder es gab Buffet, man hatte einen zugeteilten fixen Tischplatz. Ich wurde einem „Single“-Tisch zugeteilt, 1 Dame aus dem bayr. Raum und 2 Herren aus dem nördlichen Teil Deutschlands. Wir haben uns gut unterhalten. Es waren ca. 150 - 200 Passagiere an Bord, also äußerst übersichtlich.

      Nach dem Abendessen lud der Kapitän zu einem Vortrag über Stockfisch ein. Man konnte diesen auch kosten – ich konnte mir das verkneifen, ist nicht gerade meine bevorzugte Art von Fisch.
      Warm eingemummelt posizionierte man sich auf Deck 8 und harrte des Schauspiels welches wohl für die meisten der wichtigste Entscheidungsgrund ist, diese Reise zu dieser Zeit zu machen. Das Nordlicht. Leider machte es sich äußerst rar bis gar nicht – ein ganz schwaches Scheinchen wurde uns vergönnt, das wars dann auch und es kam leider nicht wieder.

      Pech gehabt. Doch, es gab welches aber nachts von 2 – 4 Uhr, aber wer kann das schon wissen, man müsste wohl stündlich einen Wecker stellen um nachzusehen – nein, habe ich nicht gemacht. Ich blieb noch an Deck bis Mitternacht, der Hafenstopp in Skjervøy war richtig winterlich.
      Die Nacht verlief ruhig, der Ritt über Lopphavet , eine offene Seestrecke von ca. 2 Stunden war kaum merkbar, Neptun war uns hold.

      23.12.2015
      06:00 Abfahrt Hammerfest – verschlafen.
      Zur Frühstückszeit waren wir in Havøysund . Hier begann nun eine wunderbare Fahrt durch die verschneite Gebirgswelt der Insel Magerøya auf der sich das Nordkap befindet. Zur richtigen Zeit begann es zu dämmern, das Wetter war fantastisch und warm eingepackt war es ein Vergnügen auf dem Umlaufdeck diese herrliche Landschaft zu genießen.

      Um 11:15 kamen wir dann in Honningsvåg an von wo die meisten der Passagiere am Ausflug zum Nordkap teilnahmen.


      Da ich dort schon auf der letzten Fahrt war fand ich ein alternatives Angebot gerade passend und zwar handelte es sich um ein Fischerdorf, Skarsvåg, 14 km abseits des Nordkaps gelegen. Es ist das nördlichste Fischerdorf der Welt. Dort sollte das „Weihnachtshaus“ besucht werden. Immerhin, es war ja Weihnachten, also vielleicht macht Santa Claus dort Station. Wir waren 10 Personen die in einem Kleinbus dorthin gebracht wurden. Auf der Fahrt sah man leider nur weiß – es war doch ziemlich dunkel, die Fenster des Busses beschlugen, also warten bis zum Ziel. Angekommen, nahm uns Frau Heidi in Empfang um mit uns einen Rundgang durch das Dorf zu machen.

      Es ist eigentlich eine traurige Geschichte was mit diesem Dorf in den letzten Jahren passiert ist. Es leben dort nur noch 40 Personen, teilweise schon ziemlich alt. Die einzige Einnahmequelle ist die Fischerei welche auch immer schwieriger wird. Aufgrund der wuchernden Kamtschatkakrabben= Königskrabben gibt es keinen Dorsch mehr, denn die Biester fressen dem Dorsch das ganze Futter weg. Die Häuser stehen leer, sind nur notbeleuchtet, es gibt keine Kinder mehr, kein Geschäft. Die Bewohner sind von Honningsvåg abhängig das im Winter oft tagelang aufgrund von Stürmen und Schnee nicht erreicht werden kann.

      Hier herrscht die Devise „Ma hilft anand“. Die Frauen erzeugen Handarbeiten die dann im Haus von Heidi an Touristen, die sich hierher verirren, verkauft werden. Im Sommer ist die Lage ja etwas besser, manche der Häuser sind dann wieder bewohnt und der Angeltourismus bringt etwas Geld in die Kassen. Im Sommer werden auch tausende Rentiere hergebracht die am Ende des Sommers selbsttätig zu ihrer Insel zurückschwimmen. Wir trafen auch Heidis Mann, der gerade vom Fischen zurückkam und dementsprechende Produkte an Bord hatte.

      Also diese Krabbenviecher sind ja nicht gerade mein Fall, aber dieses Überangebot muss schließlich auch irgendwie genutzt werden. Heidi hat uns dann in ihrem Haus bestens verköstigt.

      Wir konnten uns bei Glühwein, frischen Waffeln, Kuchen und Kaffe wieder aufwärmen bevor es zurück nach Honningsvåg ging. Gerne haben wir für die schönen Arbeiten ein paar Kronen dagelassen. Heidi würde gerne in das Ausflugsangebot von Hurtigruten integriert werden, aber anscheinend wird dieser Ausflug nur sporadisch angeboten, abhängig von den Reiseleitern. Wir alle fanden unsere Entscheidung diesen Ausflug zu machen, goldrichtig und wünschen Heidi und ihrem vergessenen Dorf eine neue Zukunft.

      Wir verließen Honningsvåg um 14:45. Es war natürlich schon wieder Nacht und die Landschaft zog schemenhaft an uns vorbei. Eines war schon absolut klar, diesmal sollte ich Kirkenes erreichen, weder Sturm noch Wellen konnten uns diesmal daran hindern zum Wendepunkt der Hurtigruten zu kommen. Der nächste Hafen sollte Kjøllefjord sein und in der Nähe passierten wir eine ganz besondere Felsformation, geformt wie eine Kirche und eine Kapelle, genannt „Finnkirka“. Diese Felsgruppe war in alten Zeiten ein Opferplatz der Samen. Um ca. 16:30 wurde „Finnkirka“ erreicht. Das Schiff verlangsamte die Geschwindigkeit und die Felsformationen wurden mit verschiedenfarbigem Licht angestrahlt, dazu ertönte aus den Lautsprechern ganz mystische Musik. Ein schöner Anblick, der allerdings bessere Fotoausrüstung verlangt hätte um brauchbare Bilder hinzukriegen.

      Weiter ging es mit einem kurzen Stop in Kjøllefjord und danach gab es vom Reiseleiter Torstein eine Zusammenfassung des Tages und einen Ausblick auf Höhepunkte des kommenden Tages. Die Reiseleitung war übrigens optimal, stets präsent und Torstein verstand es ausgezeichnet uns in 3 Sprachen allle Informationen zu vermitteln. Heute stand ein kulinarisches Ereignis auf dem Plan, das Nordkap-Buffet. Für Fischliebhaber der ganz große Tag, aber ich denke auch die Fischverweigerer sind nicht zu kurz gekommen. Ich schwelgte in den Fischgenüssen und es ist immer wieder schade, dass man irgendwann nicht mehr kann, einfach zu satt ist um alles zu probieren. Zum Schluss musste schließlich noch Platz bleiben für die vielen Beeren-Köstlichkeiten, die ja ein absolutes Highlight der norwegischen Dessertküche sind. Mir blieb an diesem Abend kein Wunsch unerfüllt.

      Der nächste Stop in Mehamn war nur sehr kurz und der nächste Hafen, Berlevåg , musste ausgelassen werden – zu starker Wind. Zwischendurch passierte uns noch die südgehende MS Nordkapp, ich sah sie vom Panoramasalon aus, da mit Nordlicht nicht zu rechnen war hielt ich mich lieber drinnen auf. Båtsfjord erreichten wir gegen Mitternacht. Da ich meine Kabine auf Deck 3 im Bug des Schiffes hatte konnte ich natürlich die Bugstrahler gut hören. Ich dachte mir nur, tut eure Arbeit, lasst mich schlafen – sie taten es. Auch Vardø und Vadsø am nächsten Tag wurden zwar wahrgenommen aber als zu früh wieder abgetan.

      24.12.2015

      Um 9 Uhr morgens wurde Kirkenes erreicht. Hier würden wir nun den Weihnachtsabend verbringen und den Ort erst am nächsten Tag zu Mittag wieder verlassen. Also erst mal ganz gemütlich frühstücken, dann die geeigneten Klamotten suchen für einen Spaziergang. Das Wetter war gut, allerdings Hochnebel, aber trocken. Die Dämmerung, die ja hier blaue Stunde genannt wird, tauchte die Landschaft in das entsprechende Licht und bewaffnet mit Spikes an den Schuhen verließ ich das Schiff in Richtung Kirkenes Zentrum. Man besucht Kirkenes ja nicht weil der Ort so viel zu bieten hätte, nein, es ist ein geographisches Highlight. Die Stadt liegt am Eismeer, in 13 km Entfernung ist die russische Grenze, Murmansk ist ca. 150 km entfernt. Diese Nähe wird schon bei der Betrachtung der Straßenschilder ersichtlich – alles auch in Russisch. Und ab hier sind wir dann wieder südgehend.

      Immerhin gibt es hier etwas das wir schon lange vermissen, sauberer Schnee auch auf den Straßen, kein Salz kein Splitt – aber vorsicht – es ist a……glatt! Dank meiner Spikes hatte ich damit kein Problem. Alle Fenster sind beleuchtet, mit weihnachtlichen Motiven geschmückt und es herrscht eine sehr gebremste Betriebsamkeit, man nutzt die kurze Dämmerung um alles zu erledigen und danach herrscht wieder die Ruhe der Polarnacht.

      Nach zwei Stunden und einer kurzen Aufwärmphase in einem Café machte ich mich wieder auf den Heimweg zum kuschelig, warmen Schiffchen.

      Manche Passagiere nutzten die Möglichkeit am Nachmittag die Kirche zu besuchen und der Rest verbrachte einen ruhigen Nachmittag lesend im Panoramasalon – so auch ich. Dann wurde sich in die Feiertagsklamotten geschmissen und auf die Ansprache des Kapitäns gewartet. Am Eingang des Panoramasalons wurde uns ein Glas Prosecco in die Hand gedrückt und der Dinge geharrt die nun folgen sollten. Kapitän Klodiussen war ein sehr humorvoller Kapitän, fand immer launige Worte und war stets präsent. Seine Ansprache hielt er in 3 Sprachen, norwegisch, englisch, deutsch – ein norwegisches Weihnachtslied wurde angestimmt und danach ging man zum Galabuffet. Auch diesmal – es blieb kein Wunsch unerfüllt, ganz besonders für Fischliebhaber wie mich. Auf Deck 4 in der Bar sollte dann der Weihnachtsabend auf norwegisch zelebriert werden. Es gab vorher schon eine Chorprobe mit den Passagieren, Liederbücher wurden verteilt und der Tanz um den Weihnachtsbaum konnte beginnen. Kapitän Klodiussen führte den Reigen an und das Volk nahm regen Anteil. Ist eben Norwegen, ist eben mal anders. Zusätzlich wurde noch ein „süßes Buffet“ aufgebaut – also wer da noch konnte – ich weiß nicht, ich konnte nicht mal hinsehen.
      Spät wurde es an diesem Abend bei mir nicht – es war ohnehin komisch – durch die ständige Nacht war ich auch ständig müde – ganz komisch. Na ja, gibt ja Schlimmeres, man versäumt ja nichts. Also Gute Nacht!

      25.12.2015
      Gemütlich frühstücken war angesagt, keine Hektik – totale Entschleunigung. Das Wetter hatte umgeschlagen, gestern noch -10°, heute + 2° und leichter Regen. Das ist allerdings ganz ungewöhnlich für diese geogr. Breite. Das ist definitv zu warm. Mittlerweile hatten wir ja schon mitbekommen, dass in England Land unter war, ein Tief machte sich also auf den Weg in unsere Richtung. Mal sehen, was dieses Tief mit uns anstellt.

      Abfahrt pünktlich um 12:30, nächster Stop Vardø . Für ganz besonders wagemutige Mitreisende bot sich hier die einmalige Chance im Eismeer zu baden. Wir erreichten Vardø , die östlichste Stadt Norwegens gegen 16 Uhr. Und da machte sich doch tatsächlich ein Grüppchen auf den Weg um durch den Regen zum „Schwimmbad“ im Eismeer zu gehen. Es war ein kleiner, eingegrenzter Bereich im Hafen direkt hinter dem Schiff. Also dann eingetaucht und ganz schnell wieder raus – die haben es wirklich getan! Na ja, Geschmäcker sind eben verschieden, ich bekenne mich hiermit zum Warmduscher! Um 17 Uhr wurde Vardø wieder verlassen und die Eisduscher haben sich hoffentlich auch schon wieder aufgewärmt.

      Für 22 Uhr hatte Reiseleiter Torstein eine „Vinkekonkurranse“ ausgerufen. Wenn sich zwei Hurtigruten-Schiffe begegnen dann werden auf beiden Schiffen Mannschaften zusammengestellt die dann auf dem Umlaufdeck mit allem Krach machen was eben Krach macht, Transparente werden geschwenkt und die Geräuschkulisse sollte auf jeden Fall die des anderen Schiffes übertreffen. Dann hatte man diese „Vinkekonkurranse“ gewonnen. Nun wir waren gut gerüstet und ausgerüstet mit allem was Krach macht und Lichter erzeugt. In Berlevåg sollten wir auf die Polarlys treffen. Hat geklappt, die Polarlys verließ gerade den Hafen von Berlevåg und wir erwarteten sie. Leider muss ich sagen, diese „Konkurranse“ war ziemlich einseitig da die Polarlys anscheinend ein Schlafschiff war. Es befanden sich nur wenige Passagiere auf den Außendecks und wir haben diese „Konkurranse“ eindeutig gewonnen – juhuuu!! Die weiteren nächtlichen Stops erfolgten unter dem Motto – „Bugstrahler tut eure Arbeit und lasst mich schlafen“ – sie taten es.

      26.12.2015
      Frühstück zur üblichen Zeit, gegen 9 Uhr. Aber es war heute irgendwie anders. Anscheinend gab es doch einige Passagiere die heute darauf verzichten wollten, tja, es war nicht ganz einfach, die Schätze die man sich am Buffet ergattert hatte, sicher wieder an seinen Platz zu bringen um diese genießen zu können. Uups, hier wurde gerade ein Tisch abgeräumt – aber nicht vom Personal.
      Fremde Geräusche mischten sich unter die übliche Geräuschkulisse des Speisesaales, es klang wie zerbrochenes Geschirr, klirrendes Besteck und was noch dazu kam, die eigene Schräglage beim Überwinden der Distanzen. Spitze, laute Schreie weil der heiße Kaffee nicht in der Tasse bleiben wollte, sondern partout seinen Weg über diverse Hände nahm. Autsch!! Das Motto hieß “Sturm“ und es flog uns das Frühstück um die Ohren.

      Gegen 11 Uhr erreichten wir Hammerfest , konnten nicht an die Pier weil irgend so ein anderer Lümmel diese belegt hatte. Schlussendlich gelang es doch noch und eine gewisse Ruhe kehrte erst mal wieder ein. Ich steckte meine Nase mal raus aufs Deck, lang ging das nicht gut denn mir flog bald reines Eis ins Gesicht, das war kein Schnee, kein Regen, kein Hagel, das war Eis! Das Eis flog horizontal daher und ich gab den Kampf auf – nix wie wieder rein.
      Zur Weiterfahrt verzog ich mich in den Panoramasalon um dieses Wetterschauspiel dort verfolgen zu können. Die Schiffsführung meinte allerdings – Nein – bitte gehen Sie auf Deck 4, wir wollen, dass Sie dieses Deck 4 noch aufrecht gehend erreichen (echt – wörtlich!).
      Also der Befehl hieß – alles runter auf Deck 4 mittschiffs oder tiefer oder husch, husch in die Koje!

      Gesagt, getan. Es hat schon seinen Grund warum die Cafeteria gerade dort ist, es ist wirklich der ruhigste Punkt auf dem Schiff wenn es mal dicke kommt. Und jetzt kam es dicke! Es war ja inzwischen stockfinster und leider konnte man die Wut Neptuns nicht sehen, aber spüren, das konnte man sie – das war keine Wut mehr, das war Rache!
      Wie sagte man hier – wen Neptun nordgehend verschont, dem zeigt er sein Gesicht südgehend – was heißt Gesicht? – das war eine Fratze!
      Das Seegebiet, das uns diese Freuden bescherte heißt: Lopphavet . Es hatte einer schon hier mal treffend gesagt – Hoppa auf der Loppa ! Ich würde das mal als anständigen Galopp bezeichnen. Unser Kapitän war wohl auch nicht der Meinung eines kurzen Zwischengalopps sondern hat kurzerhand Maßnahmen ergriffen. Die Geschwindigkeit wurde drastisch reduziert, Øksfjord , der nächste Hafen wurde ausgelassen und die normale Route abgeändert in eine für Schiff, Mannschaft und Passagiere erträglichere Route.
      Wir umschlichen die Insel Silda, die uns eine 20-minütige Ruhepause bescherte. Diese wurde angekündigt und ich nahm die Gelegenheit wahr auch in die Koje zu wechseln. Ob diese Entscheidung so ganz richtig war möchte ich nachträglich anzweifeln. Meine Kabine war ja im Bug und teilweise befand ich mich im schwerelosen Zustand wenn das Schiff vom Aufstieg aus den Wellen in den Abstieg in die Wellen wechselte. Einmal vergaß ich mich festzuhalten und flog aus dem Bett.
      Der ganz große Vorteil den ich habe ist, ich werde nicht seekrank und daher konnte ich mich darüber noch richtig amüsieren.
      Das Abendessen wurde auf 20 Uhr vertagt, da wären wir auf jeden Fall wieder in ruhigeren Gewässern.

      Wir haben das Theater ganz gut überstanden, manche Passagiere werden darüber wohl anderer Ansicht sein, man sah dies an der begrenzten Teilnahme am Abendessen. Bei uns hieß es „Augen zu und durch“ auf zwei anderen Schiffen der Hurtigrute ergriff man andere Maßnahmen. Die Polarlys, die wir in Berlevåg trafen, erreichte Kirkenes , musste aber auf der Rückfahrt in Båtsfjord Schutz suchen und dort abwettern. Sie ist dann ohne Stop nach Hammerfest durchgedüst.
      Die Vesterålen erreichte Kirkenes nicht mehr sondern musste in Hammerfest aufgeben und nach Alta flüchten. Genau an den Ort zu dem es mich bei der ersten Reise mit der MS Nordkapp auch verschlagen hatte. Der Fluch „Alta“ lebt also weiter.
      Ich habe ja nun schon so diverse Zertifikate, wie Äquator, Polarkreis , Datumslinie, Kap Hoorn etc., aber dass es auch ein Sturmzertifikat gibt, das war mir neu. Nun bin ich im Besitze desselben worin mir attestiert wird einen „Vollen Sturm“ an Bord der MS Finnmarken durchgestanden zu haben, mit allen wettertechnischen Angaben, wie zb Böen 33 m/s (= Windstärke 12).
      Nachdem wieder ruhige Gewässer erreicht waren schmeckte mir das Abendessen besonders gut, ein Bierchen dazu, die Welt war wieder in Ordnung und ich konnte wieder in der Koje liegen ohne Gefahr zu laufen unsanft davor zu landen. Tromsö habe ich in dieser Nacht verschlafen.

      27.12.2015
      Dieser Tag begann als ob nichts gewesen wäre, einfach wunderschön. Nachts wurde Finnsnes angefahren und um 8 Uhr erreichten wir Harstadt. Hier verließen die Ausflügler der Landtour „Vesterålen“ das Schiff. Wir werden weiterfahren und die Ausflügler in Sortland wieder an Bord nehmen.
      Nach dem Frühstück also warm angezogen und ab aufs Deck, heute ist Fototag angesagt. Die Speicherkarte wird zum Glühen gebracht. Ein absolutes Highlight dieses Tages war die Fahrt durch die Risøyrenna . Diese Durchfahrt ist ein navigatorisches „Schmankerl“ für jeden Kapitän. Eine traumhafte Landschaft, super Wetter – Herz was willst du mehr und sogar schon etwas mehr Tageslicht.
      Vor einer der typischen norwegischen Brücken gab es einen kurzen Stop in Risøyhamn , dann durch die Brücke nach Sortland . Diese Brücke hat eine Durchfahrtshöhe von 30 m, die MS Finnmarken ist 29,5 m hoch – man sollte sich also nicht verschätzen und wirklich die Mitte treffen. Wir haben sie getroffen.

      Kurz vor der Ankunft in Sortland hieß es wieder mal am Bug zu erscheinen, zu winken und Krach zu machen. Zweck der Übung: Der Bus mit den Ausflüglern wird genau dann über die Brücke in Sortland fahren wenn wir unter dieser durchfahren und wir sollten lautstark unsere Ausflügler begrüßen. Das haben wir auch so getan – beide Teile hats gefreut. Plötzlich gab es einen Schein am Himmel – der war eigentlich für die Nacht gedacht, aber besser jetzt als gar nicht.
      Nachmittags gab es eine Filmvorführung mit Bildern eines berühmten Nordlicht-Fotografen. Ja das hätten wir gerne in natura auch so gesehen, aber leider, das war uns nicht vergönnt. Dafür haben wir eben unser Sturmzertifikat, hat auch was.

      Wir verließen Sortland um 13 Uhr und erreichten Stokmarknes um 14:15. Da ich das Museum auf der ersten Reise schon besucht hatte blieb ich an Bord. Landausflüge machte ich überhaupt keine mehr, da selbst mit Spikes die Rutschgefahr einfach zu groß war, blankes Eis überall. Mir hat der erste Sturz gereicht.
      Um ca. 16 Uhr wurde die Durchfahrt durch den Raftsund angekündigt. Leider hatte sich das Wetter verschlechtert und es war überhaupt nichts mehr zu sehen, schade – aber ich hatte ihn ja schon bei bestem Wetter erlebt, also konnte ich damit leben. Am Ende des Raftsundes wurde der Eingang des Trollfjordes angefahren. Hineinfahren kann man im Winter nicht, so wurde versucht die Einfahrt mit Scheinwerfern anzuleuchten. Es hatte wieder zu schneien begonnen und recht viel hat man leider nicht gesehen.
      Der nächste Stop war Svolvær auf den Lofoten – es hat geschneit und es war natürlich stockfinster, also große Aktivität war nicht angesagt. Weiter ging es nach Stamsund von wo wieder eine größere Überquerung zu bewältigen war, der Vestfjord. Ruhig war es, fein geschlafen habe ich. Neptun hatte sich wohl wieder beruhigt, er hatte ja seine Rache, muss halt auch wieder mal Schluss sein – Majestät! Nachts wurde Bodø planmäßig erreicht und um 7 Uhr Ørnes .

      28.12.2015
      Heute musste ich das Frühstück etwas vorverlegen denn um 9:20 sollten wir am Polarkreis ankommen. Die Dämmerung bescherte uns schon ein großartiges Panorama und das hieß wieder die fotografischen Geschütze in Stellung zu bringen – Leute da gab es wieder Material – unglaublich!
      Dann kam er, der Polarkreis , die Kugel wurde mit Typhon begrüßt und schwupps lag die Arktis hinter uns.
      Hier folgte dann die Polarkreiszeremonie – ein Löffel Lebertran – wer es denn wollte – ich nicht! Und dann ging es Schlag auf Schlag, ich wusste gar nicht mehr wo ich zuerst den Auslöser drücken sollte. Das erste Sonnenlicht erschien auf den Berggipfeln – rosa – unwirklich, wunderschön.
      Die Stationen des Tages waren Nesna und Sandnessjøen . Wie aus dem Bilderbuch standen sie da, die 7 Schwestern, die sich sonst doch so gern verstecken. Ach, wie wurden wir an diesem Tag verwöhnt. Dann ging sie irgendwann unter, die Sonne, die die ganze Zeit ganz tief am Horizont stand.

      Nach dem Verlassen von Brønnøysund wurde uns gezeigt wie interessant doch weitere Reisen mit den Expeditionsschiffen von Hurtigruten sein können, Grönland, Island, Spitzbergen, Antarktis . Ja Leute, glaube ich euch aufs Wort, aber leider spielt da mein Geldbeutel nicht mit, aber dafür bleibe ich euch treu auf dem Norwegen-Trip – versprochen!
      Da am nächsten Tag in Trondheim ja schon einige Passagiere das Schiff verlassen werden war für diesen Abend das Farewell Dinner angesetzt. Der Kapitän war froh uns endlich los zu sein –neee, Spaß beiseite – er wünschte sich uns irgendwann wiederzusehen – das ist doch was, oder? Er erwähnte nochmals die Umstände der „Spezialeinlage“ und freute sich, dass die teilweise grünen Gesichter wieder ein normales Aussehen angenommen hatten. Die Mannschaft wurde vorgestellt und man durfte dieser mit einem Applaus danken für die gute Betreuung – habe ich doch gerne getan – ihr wart wirklich Spitze!
      In Rørvik wartete dann die „Alte Dame“ der Hurtigruten, die Lofoten, am Kai und so mancher machte sich auf den Weg diesem Urgestein einen Besuch abzustatten. Das ist ja immer die Frage bei Hurtigruten, will man einen gewissen Luxus oder einfach urig, dann die Lofoten.

      Meine sieben Sachen hatte ich schon am Nachmittag gepackt, alles war zur Abreise bereit und ein letztes mal ließ ich mich in den Schlaf wiegen auf der letzten offenen Seestrecke, der Folda . Sie machte nicht „hoppa“ sondern benahm sich ganz friedlich und so schlummerte ich meinem letzten Hafen entgegen: Trondheim .

      Da der Transfer zum Flughafen für 8:45 angesetzt war musste das Frühstück etwas früher stattfinden als gewöhnlich. Kein Problem, es schmeckte noch einmal hervorragend und pünktlich nahm ich Abschied von der MS Finnmarken.
      Der Flughafen in Trodheim liegt ziemlich weit außerhalb daher kam ich noch in den Genuss einer wunderschönen Fahrt im Morgengrauen mit glühendem Himmel.

      Der Flug nach Amsterdam ging um 13 Uhr, alles planmäßig, auch der Weiterflug nach München. Um 19 Uhr wurde das Fahrwek in München auf die Piste gesetzt. Ab zur S-Bahn Richtung Ostbahnhof. Da schien es Schwierigkeiten zu geben. Die gesamte Stammstrecke der S- U-bahn war gesperrt – Polizeieinsatz – hieß es. Wir erreichten den Ostbahnhof dennoch über ein paar Umwege und ich erreichte meinen Zug nach Hause.

      Fazit:

      Nach dem etwas holprigen, nervigen Beginn hat sich diese Reise zum Juwel in meiner Sammlung entpuppt. Auch wenn das Nordlicht nicht so mitgespielt hat, wie ich es gerne gehabt hätte, es gab soviele einzigartige Momente die unvergesslich bleiben werden.
      Außerdem, das ist doch auch ein Grund für eine Wiederholung.
      Jede Jahreszeit hat hier ihre Reize und dann klappt es vielleicht auch wieder mal mit den „Tanzenden Feen in ihren grünen Schleiern“.
      Die MS Finnmarken ist ein schönes Schiff. Ganz besonders gefallen hat mir ihr begehbarer Bug und mit Stürmen kann sie umgehen, die Gute!
      Natürlich auch die Mannschaft, allen voran Kapitän Klodiussen, der außerdem wusste wozu ein Typhon da war, er ließ es oft ertönen, sowie das Reiseleiterteam, allen voran Torstein Gaustad. Nicht zu vergessen der Hotel Manager Petter Overaa. Seine Mannschaft trug ja hauptsächlich zum Wohlbefinden an Bord bei.
      Kabine war top, Essen immer ausgezeichnet, es hätte nur etwas wärmer sein dürfen – das ist meine einzige Beschwerde.
      Ich mache meine Drohung wahr – ich komme wieder.

      Bilder
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      Reiseberichte im Profil
    • Clipperfan schrieb:

      Live-Berichte sind in jedem Fall lebendiger und spannender

      Ich finde Du hast auch im Nachhinein genau so spannend geschrieben, als ob wir live dabei gewesen wären ;)
      Vielen Dank für Deine schönen Worte; sie machen Lust auf eine Weihnachtsreise :)
      Und nicht zuletzt steigern sie die Vorfreude auf unsere nächste Fahrt :thumbup:

      Viele Grüße
      Noschwefi
      Chor: Wir sind alle Individualisten :)
      Einzelstimme: Ich nicht :P


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:


    • Das war ein sehr ausführlicher Bericht, vielen Dank dafür! Der Anfang der Reise zeigte mal wieder, dass man ein reichliches Zeitpolster einplanen muss oder ein stählernes Nervenkostüm benötigt, wenn man vermeiden will, dem Schiff hinterher zu winken.

      Beste Grüße

      Lupo
    • Vielen Dank für Deinen schönen, ausführlichen und stimmungsvollen Bericht. :thumbsup:

      Das war eine passende und kurzweilige Feiertagslektüre an diesem etwas trüben Dreikönigstag und erweckt schon wieder richtig heftige Vorfreude auf meine nächste Tour, auch wenn die auf einem ganz anderen Schiff und zu einer ganz anderen Jahreszeit stattfinden wird. Aber die Finnmarken ist mir ja von unserer ersten Tour bekannt und wir haben das Schiff auf dieser Tour ins Herz geschlossen.

      Also nochmals :sdanke: für's mitnehmen auf Deine Winter-/Weihnachtstour.
      Grüße
      Jörn



      Reiseberichte im Profil
    • Das ist wirklich ein ganz und gar interessanter und anschaulicher Reisebericht. Dankeschön auch für die stimmungsvollen Fotos!

      Jon Olaf Klodiussen war auch unser Kapitän im Juli auf der MS Midnatsol. Bei der Polarkreistaufe hat er es sich nicht nehmen lassen, persönlich den Leuten reichlich Eisstücke in den Kragen zu kippen. Derartiges verkneift sich die Crew wohl auf den Wintertouren?

      Ich wusste nicht, dass es auch ein Sturmzertifikat gibt. Cool!

      Tschüs
      Laminaria



      Reiseberichte in meinem Profil
    • Hallo Clipperfan,

      ganz große Klasse, bist du Schriftstellerin ? Dein Reisebericht ist beste Unterhaltung !! :thumbsup: :thumbup:

      Vielen Dank dafür und die tollen Fotos, ich weiß ganz bestimmt, dass ich irgendwann auch eine Weihnachts- und/oder Silvestertour machen werde. :ilhr:

      Ich freue mich auf dein Fotobuch in Wien !!!
      Viele Grüße
      Seemaus
    • Liebe Karin, vielen lieben Dank für deinen tollen Bericht. Du schreibst ganz klasse, sehr lebendig und ich konnte mir die Schaukelei im Sturm gut vorstellen . Mal sehen, ob es bei meiner Fahrt in zwei Wochen dann auch so heftig wird. Jedenfalls liegen die Spikes schon bereit und ich hoffe natürlich auf Schnee und Minusgrade anstatt Regen... ;)

      GLG Karin
      MIDNATSOL 06/2001
      POLARLYS 02/2005 + 04/2017
      FINNMARKEN 01/2016

    • Hallo Karin, ich habe laut Lachen muessen als ich ueber
      Deine Erfahrungen mit King Neptun gelesen habe.Je mehr Reiseberichte ich von den letzten Wochen lese desto schwerer faellt es mir nicht bei Hurtigrute anzurufen und zu fragen wann meine Lieblingskabine im Winter frei ist. :girl_cray2:
      Vielen Dank fuer Deinen Reisebericht :thank_you:
      LG Doris
    • Auch ich sage :sdanke: für den super geschriebenen Bericht. An manchen Stellen musste auch ich lachen. Auf eine Weihnachtsreise muss ich leider noch warten bis ich in Rente bin - da machen die Bosse nicht mit - von wegen dem Weihnachtsgeschäft :negative:
      Grüße aus dem Rheinland

      Berichte sind in meinem Profil

    • Auch von mir herzlichen Dank für den Bericht und die schönen Fotos dazu! :thumbsup: Ich beneide Dich um Dein Hoppa auf der Loppa , das hätte ich auch gerne mitgemacht. :D

      Meine Fotos von vorgestern von den 7 Schwestern gleichen Deinen Fotos ziemlich ^^ . Und wir hatten für gestern auch die gleiche Heimreise wie Du gewählt: TRD - AMS - MUC mit Ankunft um 19:10. Ich hoffe, mein Fotobuch auch bis zum Wiener Stammtisch fertig zu bekommen. Da ich jedoch heute schon wieder im Büro sitze und die nächsten Wochen stressig werden (viele Geburtstage :P ), bin ich mir da nicht so sicher ;(

      LG Biggi
    • woma schrieb:

      Vielen lieben Dank für die ausführlich beschriebenen Eindrücke von dieser Reise. Wer noch keine Tour mit Hurtigruten unternommen hat, der ist ja förmlich gezwungen, nun eine baldige Buchung in Angriff zu nehmen.


      Nur zu wahr, dieser Bericht ist ganz stark "schuld" daran, dass nun 5 Hurtigruten-Neulinge mit mir auf Tour gehen wollen.
      MIDNATSOL 06/2001
      POLARLYS 02/2005 + 04/2017
      FINNMARKEN 01/2016