Novembertour MS Richard With 18.11. - 29.11.2015: Einmal mit alles bitte!

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    • Novembertour MS Richard With 18.11. - 29.11.2015: Einmal mit alles bitte!

      Reisebericht Hurtigruten mit der MS Richard With vom 18. November 2015 bis 29. November 2015 (Bergen-Kirkenes-Bergen)

      Vorwort:

      Der Wunsch die Küste Norwegens mit dem Schiff zu bereisen, hatten wir schon einige Zeit, aber er war nie richtig konkret. Nachdem uns im Sommer schon die frische Luft und tolle Natur in Schottland (von Edinburgh/Glasgow in die Highlands) beeindruckt hat, kam die Idee sich weiter in den Norden zu wagen relativ spontan danach.

      Nach dem ersten Überblick (Schiffe, Wetter, Preise) wurde beschlossen: wir machen das! Angeregt durch viele Beiträge im Forum, unzählige Berichte im Internet und Informationen aus dem Reiseführer wurde also gebucht: MS Richard With, wir kommen! Der Zeitpunkt kam einfach gelegen.

      Zuerst die Flüge gesichert, die gefühlt unendliche Suche nach der „perfekten“ Kabine (es wurde eine 600er "J") folgte im September 2015 der Klick auf „bestellen“ bei Hurtigruten. Schnell noch das Hotel in Bergen buchen für den Tag vor der Abfahrt, fertig. Die zwei Monate Wartezeit vergingen schneller als erhofft und wurde mit Bestandsüberprüfung von Outdoorsachen und diversen Nachkäufen selbiger überbrückt.

      Am 16. November wurden dann auch schon die Koffer/Rucksäcke gepackt… :)


      Dienstag, 17. November 2015: Anreise nach Bergen

      Wir parken auf dem P+R Parkplatz, lösen das Monatsticket und fahren mit der Bahn zum Flughafen, Gepäck aufgegeben und gewartet. Zwischenstopp Kopenhagen, wir kommen. In der Vergangenheit war das nicht immer so (Pilotenstreik, Bahnstreik oder beides). Endlich beginnt ein Urlaub entspannt.

      Nach der Pause in Kopenhagen befinden wir uns im Landeanflug auf Bergen . Ein paar Blicke durch die Wolkendecke erlauben einen Vorgeschmack auf schneebedeckte Landschaften und zugefrorene Wasserläufe in Norwegen.

      Der Landeanflug in Bergen ist nicht ganz langweilig. Etwas windig und kurz vor der Landung haben wir drei richtig schöne Absacker mit dem Flieger, unser Magen meldet: mich gibt´s noch. Da wir in Berlin bei gutem Wind schon schlimmeres erlebt haben, nehmen wir es relativ gelassen und freuen uns, leicht nassen Boden unter den Füßen zu haben. Wir sind da, Gepäck auch, Erleichterung. Weiter geht’s. :8):

      Wir buchen gleich im Flughafen das Ticket für den Bustransfer in die Stadt mit Flybussen. Inklusive Rückfahrt, wir sind schließlich Optimisten. Schnell die 160,00 NOK pro Person gezahlt und wir sitzen in einem fast leeren Bus. Denn es ist Nachmittag und keine Spur von Hektik am Flughafen. Bei der Gelegenheit gleich am ersten Geldautomaten im Flughafen unseren Bargeldbestand um NOK ergänzt.

      Die Fahrt in die Stadt geht zügig und ohne Stau von sich und wir gewinnen erste Eindrücke, wie groß Bergen ist und wie früh es in Norwegen im November dunkel wird. Beim Radisson Blue Royal Hotel Bergen steigen wir aus und gehen die wenigen Meter zu Fuß zu unserem Hotel.

      Wir haben das Thon Hotel Bergen Brygge gewählt, da es hier mehrfach empfohlen wurde und wir einen idealen Ausgangspunkt für die Stadttour haben.

      Nach Ankunft erholen wir uns kurz im Zimmer und sehen uns Bergen in Abendstimmung an. Bei der Gelegenheit wollen wir auch den Weg zum Hurtigrutenterminal erkunden. Wir merken: der Weg lässt sich ohne Probleme auch ohne Bus/Taxi bewältigen.

      Dort angekommen, fällt uns gleich die MS Versterålen ins Auge, die schon auf Ihre Reiseteilnehmer wartet. Wir sehen uns interessiert um, stellen uns auf Nachfrage als Gäste für Mittwoch vor und werden sogleich eingeladen das Schiff in Ruhe zu besichtigen. Gerne!

      Wir sehen uns gemütlich auf allen Decks um und stellen direkt fest: es wird vermutlich nicht unser Lieblingsschiff. Gefühlt sind erst wenige Gäste an Board, hin und wieder sieht man ein Crewmitglied. Was wir an diesem Abend nicht ahnen können: in wenigen Stunden wird das Schiff (leider) für sehr traurige Nachrichten sorgen.

      Wir gehen zurück in die Stadt, Abendessen. Schlendern anschließend noch durch die Straßen an Schaufenstern entlang, vorbei am Fischmarkt, machen die Touristinfo ausfindig und zurück ins Hotel. Dort angekommen trinken wir gemütlich einen Tee am Kamin und planen die Optionen für den nächsten Tag. Das Gepäck dürfen wir freundlicherweise nach Check-Out dort deponieren.

      An Regen in der Stadt können wir uns an diesem Abend nicht erinnern. ;)

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    • Sehr löblich ... ;)

      Gerade erst von der Reise zurück und nun kommt schon der Reisebericht ... Nachdem ich den Livebericht stets mitverfolgt habe, freue ich mich richtig auf den kompletten Reisebericht ...

      Und bitte auf jeden Fall "mit Alles" :D :D ... Ich mag ausführliche Reiseberichte sehr gerne
      Grüße
      Jörn


      Reiseberichte im Profil
    • Mittwoch, 18. November 2015: Bergen , MS Richard With, Kaufrausch und die Abfahrt

      Wir beginnen unseren ersten ganzen Tag in Norwegen mit dem Frühstück im Hotel. Am Frühstück gibt es nichts zu meckern, auch war nicht viel los. Der Fernseher zeigt aktuelle Nachrichten und macht uns auf die ersten Reaktionen auf die Ereignisse in Paris aufmerksam. Das Thema Frankreich wird uns auf der Hurtigrute heute nicht das letzte Mal begegnen.

      Wir packen unsere Sachen, checken aus und lassen das Gepäck in der Aufbewahrung im Hotel zurück. Wir laufen durch Bryggen zur Touristinformation und besorgen uns die Bergen Card für 200 NOK pro Person. Das Wetter zeigt sich jetzt ortstypisch, bewölkt und gelegentlich Regentropfen.

      Wir gehen gemütlich bis zum Akvariet und sehen uns zuerst im Außenbereich die Fütterung der Pinguine an. Es regnet weiterhin leicht, also hinein. Dort begutachten wird das „Anfass-Becken“ neugierig und fassen Seesterne an. Ein netter Akvariet-Mitarbeiter kommt hinzu und fragt uns, ob wir die Fische mitfüttern möchten. Wir nehmen das Angebot an und erfahren nebenher unheimlich viel über Seesterne, Fische und Krabben. Letztere dürfen wir ebenfalls anfassen.Wir begeben uns durch die Ausstellung und sehen – obwohl wir schon in mehreren Aquarien z.B. auf Malta waren – auch hier wieder Neues. Ein Blick auf die Uhr sagt uns: nun raus, die Seelöwen-Show ansehen. Freundlicherweise ist der Zuschauerbereich überdacht, es regnet weiterhin leicht.

      Nach dem Einblick in die Tierwelt gehen wir zurück ins Zentrum und fahren mit der Bahn auf den Fløyen . Oben angekommen hat der Regen bereits aufgehört. Während wir die Aussicht genießen, verziehen sich die Wolken und die Sonne kommt raus. Wie bestellt. Wir holen uns einen Kaffee und genießen den Moment in der Wintersonne, während wir darauf warten, dass „unsere“ MS Richard With um 14:30 Uhr ankommt. Pünktlich fährt sie das Hurtigrutenterminal an, sieht besser aus als jedes andere Schiff weit und breit und die Vorfreude steigt: nicht mehr lange und wir sind an Bord.

      Bei strahlendem Sonnenschein begeben wir uns zurück zum Hotel um die Koffer abzuholen. Auf dem Weg dorthin genießen wir die schönen Häuserfassaden und rollen gemütlich mit abgeholtem Gepäck durch Bergen zum Terminal, während die Sonne ihr heutiges Dienstende in Norwegen bereits ankündigt. Die nicht vorhandenen Touristenmassen gefallen uns. Es dürfte kurz vor 16.00 Uhr gewesen sein, als wir einchecken und unsere Koffer aufgeben. Einige Minuten später nehmen wir gleich an der ersten Sicherheitseinweisung teil und nun steht uns nichts mehr im Wege.

      Wir sind nicht lange auf dem Schiff, schon sind unsere Koffer da und wir beziehen voller Neugier unsere J-Kabine „mit eingeschränkter Sicht“ auf Ebene 6. Das kleine Beiboot behindert die Sicht nicht wirklich, es ist genug Stauraum für zwei und die beiden Koffer vorhanden. Im weiteren Reiseverlauf werden wir die Vorzüge der Kabine auf der Steuerbordseite kennenlernen. Dazu später mehr.

      Es bleibt noch unheimlich viel Zeit, daher gehen wir nochmal vom Schiff in den nahegelegenen Supermarkt und decken uns mit einem Kabinenvorrat an Getränken (Wasser, Saft, Coke) und kleinen Snacks ein. Wieder an Bord folgt eine große Erkundungstour über alle Decks und wir holen und gleich die roten Thermobecher für je 375 NOK (Coffee-Deal).

      Der Hunger lässt nicht lange auf sich warten und wir finden uns pünktlich zum Abendessen im Restaurant ein. Bei den netten Mitarbeitern ordern wir gleich das Wasserpaket (495 NOK) und genießen das leckere und vielfältige Buffet. Insbesondere die Dessertvarianten haben es uns (nicht nur an diesem Tag) angetan.

      Ob sich unser Gewicht bei Abflug aus Bergen nach der Hurtigrute zu unseren Ungunsten verändert hat, wurde nicht kontrolliert, ist aber anzunehmen. :D

      Nach dem Essen stöbern wir durch den Boardshop und packen gleich noch eine Helly Hansen Fleecejacke für die Dame ein, wenn wir sowieso gerade Geld ausgeben. Mit dem Einkauf kommen wir nicht weit, denn keine 5 Meter weiter sitzt unser Reiseleiter Harald und… wir hatten da sowieso noch eine Frage zu den Ausflügen.

      Mit zwei der letzten Tickets für das Husky-Abenteuer in Tromsø kehren wir stolz wie Oskar in die Kabine zurück und hoffen auf viel Schnee und tolles Wetter am 22. November. Der Ausflug wird uns den gesamten Aufenthalt in Tromsø kosten, was aber verschmerzbar ist: Ankunftstag ist Sonntag. ;)

      Die Ausfahrt aus Bergen und den Moment genießen wir außen an Deck, während wir die kleiner werdenden Lichter der Stadt beobachten. Die Nasen am Bug das erste Mal in den Fahrtwind gerichtet fühlen uns so ein bischen wie Leonardo DiCaprio in „Titanic“: Ich bin der König der Welt!

      Mit viel frischer Luft und noch mehr tollen Eindrücken von Bergen begeben wir uns in die Kabine, werfen einen Blick auf unseren Reiseplan für Donnerstag und akzeptieren die Tatsache, dass wir Florø und Måløy mit Sicherheit im Schlaf passieren werden. :sleeping:

      Diesmal mit ersten Smartphone-Fotos als Anhang.
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    • Der Alltag nach der Reise und vor allem das Jahresende hat leider nicht die gewünschte Zeit für Reisebericht und Fotos mit sich gebracht. Zum Abschied des Jahres 2015 heute Tag #2, Fortsetzung garantiert.

      Donnerstag, 19. November 2015: Erstes Frühstück, der Stad-Lerneffekt, Herbstliches Torvik und sonniges Ålesund .


      Gut ausgeruht wachen wir noch früh genug auf, um unseren ersten Sonnenaufgang vom Schiff aus beobachten zu können. Den kurzen Halt in Måløy haben wir nur aus der Kabine registriert. Die morgendliche Begegnung mit der südgehenden MS Nordnorge verschlafen. Kein Ding, wir sehen uns zum Ende der Reise noch.

      Also ab ins Bad, frischmachen und runter zum Frühstück. Erfreut stellen wir fest, dass alles gemütlich ohne Gedränge oder Hektik abläuft. Im Laufe der Reise werden wir erfahren, dass im Schnitt etwa 230 Paxe an Board sind. Wir genießen das wirklich üppige Frühstücksbuffet und werfen erste Blicke aus dem Fenster des Restaurants in die noch dunkle Natur Norwegens.

      Nach dem Frühstück ziehen wir uns passend an und begeben uns an Deck um den Sonnenaufgang zu genießen. Offensichtlich stand primär staunen und nicht fotografieren auf der Tagesordnung. Wie im Reiseplan angekündigt kommen wir immer weiter raus auf die offene See um Stad herum, die Richard With wippt gut auf und ab, was sich auf dem Achterdeck bemerkbar macht. Wir lassen uns im Panoramasalon nieder und verweilen kurz, mir ist aber gar nicht gut und ich trete zur Sicherheit den Weg in die Kabine an.

      In den folgenden Tagen wird Seegang dank Seaband kein Problem mehr sein. Stichwort: Lerneffekt. Und wir werden (leider) noch was davon abbekommen im Laufe der Reise.

      Umso mehr freue ich mich beim pünktlichen Einlaufen in Torvik über viel Sonne und sich immer mehr verziehende Wolken und genieße das Farben- und Lichtspiel der Natur. Hier ist von Winter noch keine Spur zu sehen, es wirkt alles herbstlich. Vor Ålesund sehen wir uns noch den Film über das Nordlicht an und hoffen, dass wir selbiges auf der Reise zu Gesicht bekommen.

      Für Ausflüge in Ålesund haben wir uns nicht angemeldet, da wir die Stadt selbst erkunden wollen. Wir werden planmäßig ankommen und gehen daher früh und kurz zum Mittagsbuffet. Von diesem sind wir auf gleiche Weise begeistert wie vom Frühstück. Wir verlassen das Schiff nicht fluchtartig, aber zügig, da wir leider nur drei Stunden Aufenthalt haben werden. Über das Wetter können wir uns nicht beklagen, viel Sonne, wenig Wind und tolle Aussicht. Nach einigen Schritten durch die schöne Stadt mit ihren Häuser im Jugendstil finden wir auf Anhieb den Weg zum Stadtberg Aksla und bezwingen die 418 Stufen nach oben. Die Anzahl der erreichten Stufen ist immer wieder abzulesen, was die Motivation zum Ende aufrecht hält. An einigen Stellen ist der Weg überraschend glatt, mit Trittsicherheit und Vorsicht für sportliche Menschen aber in wenigen Minuten zu schaffen. Immer wieder vorhandene Sitzgelegenheiten und kleine Aussichtspunkte ermöglichen auch Zwischenstopps auf dem Weg nach oben.

      Wir genießen lange die Aussicht auf Stadt und Umland und verweilen ein paar Minuten auf dem Aksla . Beim Abstieg kommen uns mehrere Sportler in Laufklamotten entgegen, die den Weg wohl als Trainingsstrecke nutzen. Über die sportliche Leistung bin ich weniger verwundert, mehr über die Tatsache, dass die Läufer mit Sportschuhen die teils wirklich glatten Stufen „hochrennen“.

      Runterwärts finde ich eine verlorene VISA-Karte auf den Treppen. Wir warten kurz und da weit und breit kein potentieller Besitzer zu sehen ist, nehmen wir sie zur Sicherheit mit, bevor sie in falsche Hände gelangt. Zudem sie vom Inhaber nicht unterschrieben ist. Da sie von keiner lokalen Bank mit Filiale ist, wo man die Karte in Alesund gleich abgeben könnte, fragen wir später noch auf dem Schiff, ob die Person evtl. zu den Reisenden gehört. Negativ. Wir lassen uns ein Briefcouvert geben, kaufen eine Briefmarke im Bordshop und schicken sie an die „If found, please forward to:“ Adresse.

      Auf dem Rückweg zum Schiff bummeln wir an zahlreichen Schaufenstern vorbei und werden nächstes Mal wohl einen Besuch im Atlanterhavsparken einplanen. Kurz vor 15 Uhr kehren wir zufrieden vom ersten Landausflug zurück. Auch die Sonne befindet sich schon auf dem Rückzug. Die Abfahrt verzögert sich ca. eine halbe Stunde, Grund wird wohl der Rettungswagen sein, der vor dem Schiff steht. Vielleicht ist die Seestrecke heute morgen nicht allen Passagieren gut bekommen?

      Bei Abfahrt aus Ålesund wärmt uns Tee aus den Thermobechern, während die schneebedeckten Gipfel der entfernten Berge die letzten Sonnenstrahlen des Tages einfangen. Molde sehen wir nur kurz durch die Fenster im Treppenhaus, da wir uns für die erste Essensitzung um 18.30 umziehen.

      Heute Abend gibt es das erste „normale“ Menü und wir lernen unsere netten Tischnachbarn für die nächsten Tage kennen, zwei alleine Reisende Herren. Schon am ersten Abend lernen wir die Qualität des Abendessens (heute gibt es Lamm) zu schätzen. Die südgehende MS Trollfjord zieht leider schon vorbei, bevor wir mit dem Essen fertig sind und es zur Schiffsbegegnung an Deck schaffen.

      Wir lassen den Tag gemütlich im Panoramasalon ausklingen und beachten Kristiansund heute nicht weiter, da wir den Hafen immerhin noch im schwachen Dämmerlicht auf der südgehenden Tour sehen können.
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    • Freitag, 20. November 2015 – Trondheim , Besuch aus der Luft und Solidarität in Rørvik

      Unseren zweiten „vollen Tag“ beginnen wir erst nach dem Anlegen in Trondheim . Der Blick durch das Kabinenfenster verrät noch nicht viel, Blick auf das Hafengelände. Nach dem Frühstück werden wir die Stadt erkunden. Kurz vor 9.00 Uhr verlassen wir das Schiff und besichtigen zuerst unser Schwesterschiff MS Kong Harald direkt vor uns am Kai.

      In Trondheim ist es zwar schon hell, leider liegt die Stadt aber unter einer ziemlicht dichten Wolkendecke. Immerhin scheint es über Nacht geschneit zu haben und wir freuen uns über den ersten Neuschnee auf unserer Tour.

      Wir folgen direkt anderen Gästen in die Stadt, vorbei am Rockheim Richtung Bahnhof. Die kleine Gruppe läuft immer weiter und wir fragen uns noch rechtzeitig: wo wollen die hin? Auch ohne Ortskenntnisse kommt mir der weg falsch vor, wir laufen die 50-100m zurück und über die Brücke Richtung Zentrum.

      Unser Rundgang geht über die Bakke Bru in den Stadtteil Bakklandet. Auf dem Weg öffnet sich die Wolkendecke langsam und die Sonne zeigt sich fortan während der gesamten Stadtbesichtigung. Zurück über die bekannte Gamle Bybro laufen wir rüber zum Nidarosdom, durch den Hof der Bischofsresidenz vorbei am Kunstmuseum und Rathaus direkt zum Marktplatz. Vorbei am (für damalige Verhältnisse) beeindruckenden Stiftsgården schlagen wir den Rückweg zum Schiff über verschiedene Nebenstraßen ein und bekommen noch Eindrücke vom Kanalhafen mit den vielen kleinen Booten.

      Den Weg zur Festung Kristiansen hinauf bleibt heute außen vor, da wir die Zeit nicht so richtig einschätzen können und dafür vermutlich lieber eine Stunde früher losgelaufen wären. Gemütlich laufen wir zurück zum Schiff und bestaunen noch das ein oder andere alte Boot am Hafen beim Clarion Hotel und sehen Munkholmen aus der Ferne. Die Wolken ziehen immer weiter zu und wir erreichen mit ausreichend Zeitreserve wieder unser Schiff.

      In Trondheim hat mich vor allem ein Thema sehr überrascht: Elektromobilität. So viele Tesla Model S, Nissan Leaf, Renault Zoe, BMW i3 etc. habe ich selten auf so wenig Raum gesehen. Das Norwegen umfangreiche Förderprogramme hat wusste ich schon. Dennoch hat es mich überrascht, dass in manchen Straßen fast die Hälfte der geparkten Autos reine E-Autos waren.
      Die pünktliche Abfahrt in Trondheim verfolgen wir – wie fast immer – an Deck.

      Nach dem folgenden Mittagessen begeben wir uns wieder zurück an die frische Luft und genießen das Licht- und Wolkenspiel, als meine Ohren ein für die See ungewöhnliches Geräusch vernehmen. Zunächst ist nichts zu erkennen, bis plötzlich zwei Kampfjets aus den teils dichten Wolkenfeldern ausbrechen.

      In niedriger Flughöhe drehen Sie ein paar Runden zwischen Wolken und Meer um die MS Richard With mit verschiedenen Flugmanövern, verstecken sich zwischendrin in anderen Wolkenfeldern und gehen zuletzt nach ein paar Minuten in den Landeanflug auf den nahen Flugplatz, vermutlich in Ørland über.

      Zum Glück hatten wir die Kamera dabei. Wenn ich mich nicht täusche, waren das Übungsflüge von norwegischen F-5 Jägern. Wir danken für das außerplanmäßige Unterhaltungsprogramm und bereiten uns auf das kommende überaus bekannte Fotomotiv vor.

      Wir liegen gut im Zeitplan, als wir gegen 14:45 den Leuchtturm Kjeungskær passieren. Freundlicherweise hat sich extra die Wolkendecke an einer Stelle geöffnet und lässt etwas Licht durch, sodass wir das intensive rot zumindest auf der Südseite schön erkennen können.

      Den Rest des Tages verbringen wir mal hier und dort auf dem Schiff, da bis Rørvik heute außer Natur nicht viel Unterhaltung auf dem Tagesprogramm steht. Der Reiseleiter zeigt und noch einen Film über das Reiseangebot von Hurtigruten. Zu viele interessante Reisen gibt es.

      Da es gestern in der zweiten Sitzung etwas ruppiger über die Hustadvika ging, entscheiden wir uns das Essen auf die zweite Sitzung um 20.15 Uhr umzubuchen, da wir über die Folda müssen.

      Da in der zweiten Sitzung relativ wenig los ist, schaffe ich es bis zur Abfahrt in Rørvik noch an Deck um einen paar Blick auf die MS Lofoten werfen zu können. Auch Rørvik setzt im Hafen Zeichen und bringt Solidarität mit Frankreich farbenkräftig zum Ausdruck.

      Den folgenden nächtlichen Halt in Brønnøysund bis 1.00 Uhr verfolge ich zu später Stunde noch vom Umlaufdeck aus, bevor das Bett ruft.
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    • Samstag, 21. November 2015 - Schneetreiben, König Neptuns Besuch, verschneites Bodø und zweimal Nordlicht

      Früh aufstehen ist heute angesagt, noch vor dem Frühstück begebe ich mich kurz nach 7 Uhr an Deck, da die Polarkreisüberquerung ansteht. Ich bin recht früh dran und genieße das sehr langsam weichende Dunkel der Nacht. Am Horizont zeichnet sich nur ein ganz schwaches rosa-hellblau Licht ab.

      Um 7.30 Uhr überqueren ich zum ersten Mal den Polarkreis , die beleuchtete Polarkreiskugel ist zu weit weg, um mit dem Smartphone akzeptable Fotos zu machen, also genieße ich den Moment. Es sind – trotz Durchsage – nur wenigen Mitreisende an Deck. Ich verweile bis kurz nach 8 Uhr an der frischen Luft, während sich der Sonnenaufgang langsam ankündigt. Über Nacht scheint es geschneit zu haben, denn eine kleine Schneeschicht ist an Deck liegen geblieben.

      Wir begeben uns zum Frühstück, da wir zum Stopp in Ørnes um 09:20 wieder an Deck sein wollen. Kurz nach 9 Uhr sind wir außen und sehen uns das Anlegemanöver an, während wir den ersten richtigen Schneefall auf der Reise erleben dürfen. In Ørnes schneit es augenscheinlich schon länger, denn der ganze Ort liegt unter einer frischen Schneeschicht. Durch das Schneetreiben sehen wir leider nur die nähere Umgebung. Im Hafen liegt neben uns noch ein kleines Boot und lädt in aller früh ebenfalls irgendeine Ladung ab, sieht aus wie ein Tank. Zum Dienst am Bug wurde heute eine junge Kollegin verpflichtet, die nicht definitiv zu übersehen ist.

      Die kleine Aufwärmphase innen reicht gerade für einen Tee aus dem Thermobecher, denn um 10.15 Uhr werden wir zur Polarkreistaufe auf Deck 7 gerufen.

      Natürlich nehme ich an der Zeremonie teil, für die sich unser Reiseleiter Harald wirklich mit Wikingerhelm, Norwegenflagge und in passender roter Jacke in Schale geworfen hat und König Neptun unterhaltsam ankündigt. Mein Tipp ging im großzügigen zweistelligen Minutenbereich daneben, hier muss ich noch üben.

      Wie bestellt, lockern sich rechtzeitig auch die zuvor noch dichten Wolken auf und die Sonne zeigt sich auch heute wieder großzügig. Der Schneefall hatte vor einiger Zeit schon aufgehört und die Sicht wurde besser. Jetzt kommt noch Licht dazu, sehr schön. Ich versuche auch von der Stimmung ein paar Fotos zu machen.

      Nachdem unser Gewinner als erster die Taufe über sich ergehen lassen durfte, sehen wir uns das Spektakel an und reihen uns wenig später ein. Neben König Neptun hat auch unserer Hotelmanager und der Kapitän sichtlich Spaß an der Sache. Die Gesichter sprechen für sich.

      Ich bekomme die obligatorische Ladung Eis in den Nacken, der kleine Schuss hochprozentiges kommt dagegen wärmend nicht an. Die versammelte Menschenmasse verwandelt bei der Gelegenheit den schönen Neuschnee an Deck auch gleich in ein festgetretenes Eis-Matsch-Feld.

      Nach der Zeremonie ist Rückzug in die Kabine und Kleidungswechsel angesagt. Beim Umziehen landet noch jede Menge an Eiswürfeln auf dem Boden, hier wird mir erst bewusst, dass es eine großzügige Ladung gewesen sein muss.

      Zurück an Deck genießen wir die durchgehend winterlichte und verschneite Landschaft und sind heute früh beim Mittagessen, da wir bereits um 12.30 in Bodø an Land wollen.

      In Bodø angekommen freuen wir uns über noch mehr Schnee als in Trondheim und Ørnes und machen auf eigene Faust einen kleinen Stadtbummel. Die Sonne befindet sich bereits um 14 Uhr schon wieder auf dem Rückzug, doch wir können am Hafen ein paar letzte Sonnenmomente mit Spiegelungen in der Glasfassade des Radisson Blu Hotels einfangen. An einigen Häusern ist schon Weihnachtsdekoration zu sehen. Am kleinen Markt gibt es allerlei zu kaufen, u.a. auch Walfleisch. Wir verzichten gerne und begeben uns zurück zum Schiff.

      Die Fahrt über den Vestfjord verläuft relativ ruhig, als wir in Stamsund ankommen, sitzen wir gerade beim Abendessen und verpassen den Hafen daher. Zumindest können wir – da heute ausflugsbedingt Abend freie Platzwahl besteht – uns heute einen Tisch mit etwas Aussicht auf den Hafen aussuchen.

      Svolvær in Nachtstimmung können wir wieder von Deck aus genießen. Der Ausflug zum Magic Ice erschien uns interessant, aber hierzu wollen wir den längeren Aufenthalt südgehend nutzen. Im Rückblick leider die falsche Entscheidung. Auch Svolvær bringt bei der Beleuchtung der Stockfischgestellte Solidarität mit Frankreich zum Ausdruck. Dank hellem Mondlicht können wir erste Eindrücke von der Landschaft um den Ort und den im Hintergrund aufragenden Bergen gewinnen.

      Nach der Abfahrt begeben wir uns in den Panoramasalon, dürfen aber nach wenigen Minuten schon wieder den Rückweg nach außen antreten: am Horizont das erstes Nordlicht auf unserer Winterreise! Ein faszinierendes Schauspiel, wenn auch recht schwach und fotografisch viel besser „greifbar“, als mit den Augen. Das Verhalten der Mitreisenden wirft Fragen auf, also nichts wie raus und dort weitergenießen. Als die Massen dort später eintreffen, ist es leider auch schon wieder vorbei.

      Um ca. halb 12 legen wir einen kurzen Stopp an der Einfahrt zum Trollfjord ein. Das Gedränge am Bug ist beachtlich für die paar Menschen, die aktuell an Bord sind. Die Einfahrt ist sicher ein Erlebnis, aber in diesem Moment für mich schwer vorstellbar, dass es sich mit mindestens doppelt so vielen Leuten auf gleichem Raum noch halbwegs aushalten lässt.

      Da die Vorhersagen günstig sind, bleibe ich noch wach und halte fast einsam nach Mitternacht noch „Nordlichtwache“. Und tatsächlich, gegen halb 1 geht der Wunsch in Erfüllung und es zeigt sich erneut an langer grüner Lichtbogen am Nachthimmel.

      Ich lasse die Nacht in Stokmarknes ausklingen, freue mich auf den Besuch des Museums inkl. der alten Finnmarken auf der südgehenden Route und beobachte das hier rege Treiben im Hafen. Es gehen doch überraschend viele Leute an/von Board. Eine ganze Reihe von Autos inkl. Taxen hat unsere Ankunft schon erwartet.

      Um halb 2 ist es endgültig Zeit für Nachtruhe und ein langer Reisetage geht mit Vorfreude auf Tag 5 zuende.
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    • Sonntag, 22. November 2015 – Schokomännchen, Husky-Tour und faszinierende Lichtstimmung

      Die Vorfreude auf den Sonntag war die bisherige Reise besonders groß, heute steht in Tromsø mit der Huskytour unser erster gebuchter Ausflug an, für welchen wir am Abreisetag noch Plätze ergattern konnten.

      Aber der Reihe nach. Harstad sehe ich mir nur kurz an, für frühes Aufstehen war der vorherige Tag zu lang und die Nacht sonst zu kurz. Der MS Nordkapp flüchtig zuwinken reicht ebenfalls, wir sehen uns südgehend im Hafen von Rørvik aus der Nähe sagt der Reiseplan.

      Wir stärken uns beim Frühstück für den Tag und ein erster Kaffee legt unseren Schalter auf „wach“ um. Die ersten Blicke aus dem Fenster versprechen gutes Wetter und so geht es in voller Ausrüstung gleich an die frische Luft um die phantastische Morgenstimmung zu genießen. Der gelb-hellrot-hellblaue Horizont wandelt sich in einer knappen Stunde in ein rosarot glühendes kleines Wolkenfeld, während „unsere“ Richard With sich Meile für Meile dem Schokomännchen von Finnsnes nähert.

      Trotz fast immer wolkenfreien Himmel schafft es die Sonne nicht über die Berge, liefert uns aber ein Bild von rosa glänzenden schneebedeckten Berggipfeln in der anderen Himmelsrichtung. Die beste Morgenstimmung auf der gesamten Reise bisher.

      Auf dem Achterdeck ist nun Vorsicht angesagt. Der festgetretene Schnee von gestern hat sich über Nacht in eine große solide Eisschicht verwandelt. Die Ice-Grip-Sohle der Hanwags darf zeigen, was sie kann (oder nicht). An den Werbeversprechen scheint tatsächlich was dran zu sein, mich legt es nicht hin. Die letzten Überbleibsel der Polarkreistaufe haben die Nacht ebenfalls überstanden.

      Um 10 Uhr zeigt uns unser Reiseleiter Harald Weinreich zur Einstimmung auf heute Nachmittag einen kurzen Film über Tromsø .

      Bei fast völlig wolkenfreiem Himmel erreichen wir Finnsnes und sehen uns gespannt an, was heute so verladen wird. Wie immer steigen Reisende ein und aus und es scheint glatt zu sein. Wir grüßen das Schokomännchen nur von oben und bleiben zur Sicherheit lieber an Deck.

      Als wir nach dem Mittagessen wieder rausgehen, verabschiedet sich die Sonne bereits auf dem Weg nach Tromsø mit gleicher Stimmung wie beim Aufgang heute früh wieder, noch bevor wir das Tor zur Arktis erreichen.

      Im Halbdunkel legen wir in Tromsø an und begeben uns zügig zur Gangway, da die Busse bereits warten. Unser Fahrer bringt uns zur lange erwarteten Huskytour (Ausflug 5B). Ich bin überrascht, dass die Norweger ganze Kreisverkehre in ihren Tunnels unterbringen. Wir kommen zügig voran und als wir die Huskys erreichen, ist es bereits finster.

      Wir werden sogleich in drei Gruppen eingeteilt und bekommen unsere Ausrüstung (=Anzüge) für die Schlittenfahrt im Gebäude ausgehändigt. Unsere Gruppe darf sich zuerst die besten Huskys ansehen, anschließend erhalten wir im Zelt Kaffee & Kuchen., während die erste Gruppe schon fährt.

      Als die zweite Gruppe startet, machen wir zunächst Bekanntschaft mit den jungen Huskys, die uns Besucher regelrecht „überfallen“ als wir in ihren riesigen Zwinger steigen. Der Versuch die Vierbeiner halbwegs scharf auf Fotos zu bekommen scheitert an Dunkelheit und Bewegungsdynamik der Tiere. Hinknien und streicheln wird in den ersten Minuten mit liebevollem „überrennen“ belohnt. Wir wurden vorab bereits gewarnt, Mützen, Schals und Handschuhe in Sicherheit zu bringen, da die kleinen gerne damit spielen. Eine Mitreisende macht umgehend Bekanntschaft mit dem Spieltrieb. Unter den Anzügen heraushängende Schnürsenkel meiner Stiefel werden auch sofort als Spielzeug betrachtet und müssen gesichert werden. Nach einigen Minuten legt sich die erste Aufregung bei den Hunden und einer bleibt sogar bei mir und lässt sich lange streicheln, ohne mir als Dank über das ganze Gesicht zu schlecken. Mitnehmen ist – zu unserem Bedauern – leider nicht erlaubt.

      Anschließend dürfen wir die Wartezeit bis zur Rückkehr der zweiten Gruppe bei den erwachsenen Tieren überbrücken, die allesamt zutraulich und mehr oder weniger kontaktfreudig sind. Es ist ein riesiges Gelände, auf welchem sich jeweils zwei Hunde eine kleine „Hundehütte“ teilen. Die Geräuschkulisse besteht als allerlei Geräuschen, die Huskys von sich geben können. Irgendwie scheint jeder Husky dringend irgendwas mitteilen zu wollen.

      Wir begeben uns einen verschneiten Fußweg auf die Seite des Geländes hinab und warten einen Moment, bis die Schlitten der zweiten Tour ankommen. Wir stehen sehr weit vorne und können gleich den zweiten Schlitten besteigen, nachdem unsere Musherin uns begrüßt hat. Wir stellen fest, dass unser Gespann nur aus neun Tieren besteht und fragen nach, ob Nr. 10 verloren gegangen ist. Sie antwortend uns lachend, wir bräuchten keinen zehnten Hund, es wäre einer dabei, der genug Kraft und Energie für zwei Huskys hat. Das Gebell beim Einstieg ist nicht zu beschreiben… kurze Zeit später geht es bereits mit einem Ruck los und alles verstummt in sekundenschnelle.

      Bei klarem Himmel ziehen uns die Hunde durch zentimetertiefen Neuschnee, nur die Stirnlampe unserer Musherin erleuchtet die Nacht. Unsere Hunde scheinen deutlich zügiger zu sein, als der Schitten vor und hinter uns, sodass wir hin und wieder anhalten um zu warten. Gelegentlich kommen wir ein paar cm vom Weg ab und der ganze Schitten wir mit einem Knarzen durchgeschüttelt. Die Fahrt ist aber bequemer, als ich es mir vorgestellt hatte. Wer einen empfindlichen Rücken hat, sollte aber vielleicht doch noch eine Decke als Polsterung mitnehmen.

      Ob die Fahrt zu lange oder zu kurz war, lässt sich nicht sagen. Jedenfalls rausreichend lang, um nicht enttäuscht zu sein. Mehr würden wir aber auch gerne nehmen. Als wir ankommen, warten die Busse bereits auf uns und wir müssen uns zügig ausziehen und einsteigen.

      Die Rückfahrt nach Tromsø verläuft problemlos wie die Hinfahrt. Nur das wir jetzt im Kleinbus sitzen und jetzt eine Fahrerin haben. Vielleicht aus dem Grund fragt irgendwer etwas wegen fahren und gefährlich. Sie antwortet nur, niemand bracht sich Sorgen mache, sie fährt sonst am Nordkap und dort ist bei anderem Wetter noch nie was passiert. Die ersten Reihen im Bus lachen.

      Nach Ankunft müssen wir auch gleich einsteigen, machen uns kurz frisch und begeben uns direkt zum Abendessen, während wir das bereits weihnachtlich geschmückte Tromsø nordgehend verlassen.

      Es dauert nicht lange, als sich nach dem Essen kurz vor 21 Uhr das Nordlicht ein weiteres Mal zeigt. Diesmal heller, auch mit dem bloßen Auge deutlich zu erkennen. Es änderte die Form und Helligkeit mehrmals, bis es gegen halb 10 ganz langsam immer schwächer wurde. Die letzten Spuren sind noch einige Zeit zu erkennen. Gelungen sind diesmal auch ein paar Fotos mit der Kamera, selbst ohne Stativ.

      Nachdem uns die MS Finnmarken (sehen wir in Trondheim wieder) begegnet ist, bekommen wir auf Deck 7 vom Kapitän noch Stockfisch gezeigt und dürfen selbstverständlich auch kosten. Als der Fisch schwungvoll mit dem Hammer bearbeitet wird, bin ich überrascht, wie hart er doch ist. Nach dem Geschmacksergebnis wird noch Skjervøy abgewartet und es geht heute mal früher ins Bett.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „HamiHuru“ ()

    • Wir waren zu zweit in einem Schlitten und das Paar vor und nach uns ebenfalls. Scheint immer so zu sein, evtl. dürfen Einzelpersonen auch alleine fahren. Ich würde sagen man sitzt und liegt halb. So richtig habe ich gar nicht drauf geachtet. Das Drumherum war da einfach wichtiger und viel zu aufregend. :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „BRITANNICUS“ () aus folgendem Grund: Zitat des Vorbeitrags entfernt, da zum Verständnis der Antwort nicht erforderlich. /B.