Zwei Ladys auf Abwegen - erst mit dem WoMo durch und dann mit der MS Nordnorge 28.08. bis 13.09.2015

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    • Zwei Ladys auf Abwegen - erst mit dem WoMo durch und dann mit der MS Nordnorge 28.08. bis 13.09.2015

      Hallo und Herzlich Willkommen zu meinem bzw. unserem Reisebericht.
      Gerda hat es mir überlassen, viel Text zu schreiben :gamer: und wird dann ergänzen - durch fantastische Fotos und Videos :ok: aber auch durch die eine oder andere Geschichte, die ich vergessen :patsch: oder verschwiegen :pflaster: habe.
      Heute wird es wohl eher Text geben, denn:

      Alle meine Reisen haben eine Vorgeschichte.
      Leider ist die für diese Reise eine traurige. Denn wenn mein GöGa noch leben würde , hätte es diese Reise nie gegeben - zumindest für mich nicht. Im Gegenteil, wir wären jetzt mitten in der Planung unseres großen Traumes: einer Antarktis-Reise zu unseren 60. Geburtstagen im Jahr 2017. Leider sollte dieser Traum nicht mehr erfüllt werden und für mich stand fest, es sollte ein Traum bleiben. Heilmittel Hurtigruten/Hurtigforum hat bei mir bestens funktioniert, aber ein Heilmittel Antarktis wollte ich nicht
      Bis zu meiner Reise im letzten Herbst auf der MS Nordkapp, gemeinsam mit Marihøna. Ihr erzählte ich von unseren damaligen Plänen und plötzlich fragte sie mich, warum ich diese Reise nicht trotzdem in Erinnerung und Gedenken machen will. Von da an ging mir der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf und ein paar Tage später erzählte ich Nicole KKN davon. Dass dieses ziemlich emotionale Gespräch ausgerechnet auf dem Weg entlang der Russischen Grenze mit dem unerwarteten Stopp am "Ende der Welt" und auch noch der entsprechenden Musik stattfand, hat mich damals ziemlich umgehauen. Im Nachhinein bin ich Marihøna und Nicole sehr dankbar, denn noch am selben Abend wurde das Thema nochmals aufgegriffen. Fazit: ich sollte unbedingt fahren und mir - nicht nur aus Kostengründen - eine Begleitung suchen. Und eine Idee für diese Begleitung gab es natürlich gratis obendrauf: Gerda. Na die würde Augen machen, wenn sie von unseren Plänen erfährt oder :pillepalle:
      Der Stammtisch in Berlin war dann die Gelegenheit für ein Gespräch unter Ladys. Und das erste Ergebnis dieses Gespräches war ein "Ja" und später eine Email mit folgendem Inhalt:

      norwegenfan.123 schrieb:

      Liebe Marion! Nachdem Du mich wegen der Antarktis gefragt hattest, dachte ich mir, es wäre doch sinnvoll, erst einmal in Europa zu testen, ob das klappt mit uns. Nicht, dass Du mich dann mitten in der Drake Passage in ein Rettungsboot setzt und meinem Schicksal überlässt!

      Und so bin ich nicht nur zu einer gemeinsamen Wohnmobiltour, sondern auch einer Passage auf der MS Nordnorge und einer Fram-Tour gekommen. Sollten wir das alles gemeinsam unbeschadet überstehen, werden wir uns an das Abenteuer Antarktis wagen.

      Zurück zu unserer Tour.
      Bevor es mit dem eigentlichen Bericht losgeht, möchte ich an dieser Stelle ein dickes DANKE an Gerda senden Sie hat die Reise vorbereitet, Termine für Flüge, Unterkunft und Schiff koordiniert und Massen an Informatiionen zusammengetragen, die uns sehr nützlich waren. Ich selbst hatte leider wenig Zeit für eine gründliche Recherche und bin so unvorbereitet wie nie in Urlaub gefahren. Zum Glück kann man sich auf Gerdas Gründlichkeit verlassen

      28.08.2015 Anreise nach Oslo

      Muddi schrieb:

      Für diesen Urlaub habe ich mir vorgenommen, dass die Reise selbst ein Abenteuer wird und nicht das Davor und Danach


      Mit diesem Ziel startete ich schon am frühen Morgen mit dem ICE nach Berlin zum Flughafen Tegel. Lieber etwas früher, als dann dem Flieger hinterher zu schauen.
      Meinen inneren Frieden mit diesem Flughafen hatte ich ja schon im März geschlossen, also freute ich mich auf ein leckeres Frühstück mit Wlan und angenehmer Musikbeschallung. So ließ es sich aushalten bis zum Check-In.

      Ohne Pannen bis Oslo - na bitte, geht doch
      Am Flughafen hatte Gerda das Hotel Thon Gardermoen ausgewählt. Dazu musste ich nur noch den passenden Flughafenbus finden. Klappte auf Anhieb. Ist wohl mein Glückstag heute. Und damit es Gerda genauso einfach hat, sendete ich ihr gleich die Nummern der Haltestelle und der Buslinie. Wollte ja auch mal was Gutes für den Reiseablauf beisteuern..... :whistle3:
      Im Hotel holte ich erst einmal den versäumten Schlaf nach - vorsorglich auch schon mal für die folgenden Tage
      Mit einer oberleckeren Pizza vom Hotellieferanten Peppes vertrieb ich mir später angenehm die Zeit, bis Gerda ankam.

      Und am nächsten Morgen konnten wir erfreut vermelden: Wir haben die erste gemeinsame Nacht überlebt (aber das ist ja schon ein neuer Tag :girl-dance: )

      Geeerda..... was gibt es zu ergänzen?
      LG Marion :girl_witch:
    • Marion, Du machst mir Stress!
      Ich hab noch nicht einmal die Speicherkarte mit den Fotos im Laptop, weil die letzte Woche so voll war und Du startest schon mit dem Bericht! Aber das hat auch den Vorteil, dass ich weiter zum Entschleunigen beitragen kann, wenn Du mit dem Weiterschreiben - um die Chronologie nicht zu stören - immer auf mich warten musst. :dance:

      Muddi schrieb:

      Geeerda..... was gibt es zu ergänzen?

      Ein bisschen was schon! :girl_sigh:
      Die Vorgeschichte aus meiner Sicht habe ich ja schon hier beschrieben.

      Die Planung war gar nicht so einfach, denn es mussten folgende Bedingungen erfüllt werden:
      - Ich hatte nur zwei Wochen Urlaub.
      - Die Womo-Fahrt sollte doch mindestens eine Woche dauern.
      - Nicole hatte den Anspruch, dass wir auch Zeit in Kirkenes verbringen.
      - Das Womo stand uns bis 6.9. abends zur Verfügung.
      - Kombiniert werden sollte die Tour mit einer Teilstrecke Hurtigruten - und zwar auf Wunsch von Marion mit der Nordnorge.

      Ich sage Euch, jedes Sudoku ist ein Kinderspiel gegen eine Planung mit solchen Auflagen. :hmm: Aber es hat geklappt und der Kompromiss war, dass ich am Anreisetag noch bis 13.00 Uhr arbeiten musste und wir eine Zwischenübernachtung in Oslo einplanten. Das hatte den Vorteil, dass wir am Samstag schon um 11.00 Uhr in Kirkenes waren und damit eigentlich einen halben Tag gewonnen haben. Ein Start am Samstag in der Früh hätte zumindest für mich bedeutet, dass ich erst abends in Kirkenes gelandet wäre.

      So bin ich also nach 20.00 Uhr erst in Wien abgeflogen und erlebte dann in Oslo am Flughafen den ersten Abweg.

      Fotos gibt es von dieser Etappe zumindest von mir noch keine!
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:
    • Na, ich würde doch mal annehmen, dass ihr jeder ein individuelles Bilderkontingent habt, auch wenn ihr einen gemeinsamen Reisebericht macht. War jedenfalls in der Vergangenheit immer so.
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX Verweise auf Reiseberichte im Profil

    • 29.08.2015 Auf nach Kirkenes und fast nahtloser Start ins Abenteuer

      An Ausschlafen war an diesem Samstag natürlich nicht zu denken, eigentlich an Schlafen auch nicht
      Viel zu früh mussten wir wieder raus, da wir den ersten Flug nach Kirkenes gebucht hatten. Aber das war es wert - der frühe Vogel..... :gutenmorgen:
      Schnelles Frühstück, Flybuss und schon stand ich mit meinem Koffer vorm Selbstaufgabe-Automat, der für mich fast zu einem Hindernis geworden
      wäre. Manchmal stelle ich mich aber auch dämlich an :girl_cray2:
      In Kirkenes fuhren wir erst einmal mit den Flybuss zum Hurtigrutenkai, dort wollte uns Nicole dann auflesen. Im Bus kamen wir ins Gespräch mit einem
      Ehepaar aus Minnesota. Die beiden kamen mit dem Flieger, um am nächsten Tag mit der MS Kong Harald nach Bergen zu fahren und zwei Tage später
      wieder nach hause zu fliegen. Ganz schön lange An/Abreise für so eine kurze Tour.... :hmm:
      Mit einem Flyer von Barents-Safari, den sie offenbar am Flughafen mitgenommen hatten, in der Hand, wollten sie allerhand wissen, besonders nachdem sie bemerkten, dass wir uns ein wenig auskannten. Wir haben auf jeden Fall richtig schön Werbung für die Ausflüge von Barents - Safari gemacht :P

      Am Hurtigrutenkai lag die MS Trollfjord und wurde sofort für einen kleinen Imbiss in der Cafeteria geentert. Endlich! Das erste Rekerbrot des Urlaubs



      Inzwischen hatte Nicole ihre Ausflügler zurück zum Schiff gebracht und nahm nun uns herzlich in Empfang. Gemeinsam sahen wir der MS Trollfjord noch beim Ablegen zu und schon ging es los in Richtung Fjellveien. Hier erwartete uns nicht nur ein nach Streicheleinheiten und Leckerlies lechzender
      Scott, auch unser "Heim" für die nächsten 9 Tage. Riesig und Respekt einflößend. Aber auch hier waren im Nachhinein alle Bedenken unnötig.



      Unser Plan war, noch am selben Tag loszufahren, um die ersten 130 Kilometer für den nächsten Tag schon mal vorzufahren. Das hört sich nicht viel an,
      dauert aber auf Norwegens Straßen entsprechend länger :D
      Das Verstauen unserer Klamotten, Fotoausrüstungen und was man sonst so braucht, ging relativ schnell. Umfangreicher, weil viel wichtiger, war dann schon die Einweisung in das Fahrzeug. Und wir haben so gut aufgepasst, dass wir nur ein einziges mal telefonisch nachfragen mussten :help:
      Sehr interessant und megawichtig war die Einrichtung eines (meines) zweiten Bettes, für das gefühlt das gesamte Fahrzeug umgebaut wurde.
      Es gab zwei Varianten, eine mit wenig Umbau, dafür kleinerer Schlaffläche und eine mit viel Arbeit und riesigem Bett. Ich habe mich für Variante 2
      entschieden, aber nur für eine Nacht und das nicht wegen der Auf/Abbauarbeit. Variante 1 war kleiner, aber bequemer. So ließ es sich ein paar Nächte aushalten Und Schlafen wird ja eh überbewertet, das gilt auch im WoMo :mosking:

      Nach einer herzlichen Verabschiedung von Nicole und Hans startete Gerda kurz vor 17 Uhr den Motor und es ging los. Dass Gerda cool genug war, als erste ans Steuer zu gehen, war mir schon recht, den Respekt vor diesem Riesengefährt hatte ich noch nicht verloren. Gute Arbeitsteilung: einer fährt, einer sagt, wo es lang geht Aber spätestens beim ersten Fahrerwechsel noch an diesem Abend wurde mir klar, dass ich mich ganz umsonst heiß gemacht hatte. WoMo fahren ist einfach hammer. Und ich fand immer mehr Gefallen daran, so dass mich Gerda auch schon mal dran erinnern musste, dass sie auch mal wieder fahren möchte.

      Erster Stopp nach nur wenigen Minuten: ein Supermarkt in Kirkenes Hier versorgten wir uns mit allem, was wir die nächsten Tage brauchen würden und verstauten alles sturzsicher.
      Frühstück und Abendessen aus norwegischen Zutaten - nur der Kaffee, der kam aus Österreich

      Nun ging es richtig los: 17.30 Uhr, Kilometerstand 43375



      Um 18.10 Uhr schon der erste Stopp am Øvre Pasvik Nasjonalpark Øvre Pasvik Nasjonalpark



      Nächster Halt Skoltefossen



      und dann Varangerhalvøya Nasjonalpark





      Wenn das so weiter ging, würden wir wohl nie ankommen :laugh1:
      Der wichtigste Stopp war aber dann an der Trattoria Capri in Varangerbotn. Eine gemütliche Gaststätte mit ganz lecker Pasta und Pizza.



      Unser Ziel des Tages war Gornitak Rastplassen. Ein auf den ersten Blick etwas seltsam erscheinendes Gebäude steht auf dem Rastplatz. Es ist aus
      Überresten von Einrichtungen aus dem 2. Weltkrieg gebaut worden, die Toilette entstand zum Beispiel aus einem ehemaligen Munutionslager.
      Hier würden wir also die Nacht verbringen. Wir hatten eine ziemlich komfortable Toilette, Wasser - wenn auch kalt - und die Möglichkeit, am
      Morgen an einer der Betonsitzgruppen zu frühstücken. Was will das Camperherz mehr?
      Da es inzwischen dunkel wurde, verschoben wir die Besichtigung auf den nächsten Morgen und machten uns, sowie das WoMO bettfertig.

      Also dann.... bis zum nächsten Reisetag....

      Gerda, du bist dran :locomotive: :locomotive:
      LG Marion :girl_witch:
    • Dann will ich hier mal meinen Senf auch noch dazu geben!

      Muddi schrieb:

      Schnelles Frühstück

      Ja, soweit wir überhaupt was bekommen konnten. Wir hatten beim Frühstück das Gefühl, mitten in einer asiatischen Hungersnot zu sein. :wacko1: Das Hotel wurde offensichtlich von einem asiatischen Reisebüro gerne für die Unterbringung von Reisegruppen genützt. Wir Europäer waren eindeutig in der Minderheit. Und es war extrem schwierig, an etwas Essbares zu kommen, denn die Servicedamen hatten nicht einmal die Chance, die vollen Platten abzustellen. Die wurden teilweise schon während des Heranbringens geplündert. :diablo:

      Beim Flug haben wir uns selber zugesehen:

      Der Anflug auf Kirkenes :


      Muddi schrieb:

      Ehepaar aus Minnesota

      Das war wirklich eine nette Begegnung. Und wir sollten sie auch am nächsten Tag noch einmal treffen!

      Im Hafen haben wir unser Gepäck im Souvenirladen eingestellt. Es wäre doch etwas unhandlich gewesen, die Trollfjord mit Koffern zu entern, um in der Cafeteria ein Rekerbrötchen und ein Getränk zu konsumieren.

      Nicole hat uns dann via WhatsApp informiert, dass sie schon da ist. Und als wir zum Souvenirladen kamen, waren unsere Koffer schon in Nicole´s Auto. Wir wurden wirklich verwöhnt. :dance:

      Im Hafen entstand dann auch dieses Selfie:

      Muddi schrieb:

      dauert aber auf Norwegens Straßen entsprechend länger

      Die Strecke wäre unter normalen Bedingungen durchaus in zwei Stunden zu schaffen gewesen. Aber wir mussten ja immer wieder stehen bleiben und Fotos machen.

      Auf solchen Straßen macht Autofahren einfach Spaß!


      Muddi schrieb:

      Dass Gerda cool genug war, als erste ans Steuer zu gehen, war mir schon recht

      Ich hatte durchaus auch Respekt vor diesem Fahrzeug. Aber da gilt bei mir dann immer „Augen zu und durch“! Die Augen ließ ich da natürlich offen. :lol: Ungewohnt war eigentlich nur die Tatsache, dass die Handbremse links und tief unten war. Und das Gefährt braucht relativ viel Gas beim Anfahren (zumindest im Vergleich zu meinem eigenen Auto!).

      Mir ist der Wagen auch nach kurzer Strecke abgestorben, aber ich fuhr erst noch um die Kurve, habe dann gestoppt und neu gestartet. Diese Blöße wollte ich mir doch nicht geben. :nono: Aber bei unserer Rückkehr habe ich von Nicole erfahren, dass sie das natürlich bemerkt haben.

      Während unserer Reise wurde das auch zu so einem rituellen Satz, darauf hinzuweisen, dass Marion oder mir an dem Tag der Motor noch gar nicht abgestorben ist. Kaum war der Satz ausgesprochen, passierte es aber meist bald!

      Noch etwas war ungewohnt: Den inneren Rückspiegel kann man nur als Kosmetikspiegel gebrauchen :girl_pinkglassesf: oder dazu, nachzusehen, was sich im „Wohn“-Bereich während der Fahrt abspielt, denn hinten raus sieht man natürlich nicht.

      Sehr angenehm war, dass Marion mit der gleichen Einstellung der Außenspiegel und der Sitzhöhe fahren konnten. Nur die Entfernung des Sitzes zum Lenkrad war unterschiedlich. So konnten wir auch sehr schnell die Rollen tauschen, sobald Marion erkannt hatte, dass Womo-Fahren durchaus lustvoll sein kann.

      Hier Bilder von unserer ersten Teilstrecke:








      Muddi schrieb:

      Eine gemütliche Gaststätte mit ganz lecker Pasta und Pizza

      Das war aber auch das einzige Mal, dass wir abends nicht selber gekocht haben. Nicht nur die Pasta, auch meine Pizza hat ausgezeichnet geschmeckt. Den Tipp mit dem Lokal hatten wir von Nicole bekommen! Danke noch einmal dafür!

      Muddi schrieb:

      Gornitak Rastplassen

      Da ich vermute, dass wir für den Sonntag viel zu viele Fotos haben werden, will ich zwei Fotos von diesem Rastplatz hier schon einstellen:
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:

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    • 30.08.2015 Entlang der E 75 bis ans Ende der Welt

      Obwohl sich unser "Nachtquartier" genau zwischen der E 75 und dem Meskefjord befand, war es erstaunlich ruhig in der Nacht Hier scheint um diese Jahreszeit nicht mehr allzu viel los zu sein. Außer uns war auch nur noch ein einziges Wohnmobil auf dem Rastplatz.
      Mehr oder weniger ausgeschlafen starteten wir kurz nach 7 Uhr in den nächsten Abwege - Tag. Mit ca. 10 Grad Außentemperatur war es ja relativ angenehm, aber zum Frühstücken auf dem großzügig gestalteten Picknickplatz war es wohl doch zu kalt
      In Ermangelung einer Dusche - die Einrichtung des Minibades im WoMo wollten wir nicht nutzen - beschränkte sich die Morgentoilette auf eine erweiterte Katzenwäsche. Für Camping geht das schon mal. In der Anlage gab es zwar Waschgelegenheit mit kaltem Wasser, aber zum Zähneputzen? Niemals

      Schnell hatten wir uns ein System entwickelt, nach dem wir uns im Wohnbereich gemeinsam bewegen konnten, ohne uns gegenseitig im Wege rum zu stehen. Das wurde in den folgenden Tagen immer mehr perfektioniert :friends:

      Unser erstes Frühstück ließ - wie auch an allen folgenden Tagen - keine Wünsche offen und war einfach lecker.



      Nachdem dann alles wieder reisetauglich gesäubert, verstaut und Überflüssiges entsorgt war, nahmen wir uns die Zeit, unseren Stell- und Rastplatz in Augenschein zu nehmen. Und ein kleiner Morgenspaziergang tat auch gut. Unsere "Nachbarn" waren auch unterwegs, mit Angelausrüstung. Vielleicht gab es heut noch ein spezielles Mittagessen?



      Um 9.30 Uhr dann der Abfahrt - Check: Schränke - verriegelt, Gas - aus, Kühlschrank - auf Batterie, Treppe - vergessen.... :blush2:
      Diese kleine fiese Einstiegstreppe hat mich schon einige Nerven und uns beide viele spontane Lacher gekostet. Sie ließ sich mit einem Schalter neben der Tür einfahren, geschah das nicht, ertönte beim Starten ein Alarmsignal. Und der ertönte sehr sehr oft :girl_cray2:
      Ungeschriebenes Gesetz: Wer zuletzt einsteigt, macht die Treppe rein. Und das war meist ich.
      Ich habe ja den Verdacht, dass Gerda absichtlich mit dem Starten des Motors wartete, bis ich es mir bequem gemacht hatte und angeschnallt war. Sie wusste ja, dass ich die Treppe eh wieder vergessen hatte und ich mich nun wieder aus dem Sitz rausschälen und zur Tür laufen musste. Aber ich konnte bis zum letzten Tag darüber lachen und kann es heute noch

      Nachdem wir nun endlich losgefahren waren, sahen wir sehr bald die weiße Holzkirche von Nesseby leuchten. Diese wollten wir auf jeden Fall aus der Nähe sehn, auch wenn wir jetzt schon wussten, dass sie geschlossen sein würde.
      Das Örtchen Nesseby beschränkt sich sonst auf hübsche bunte Häuser, einen kleinen Hafen, Stockfischgestellle und ein riesiges Naturreservat mit unzähligen Vogelarten. Ein Paradies für Vogelbeobachter



      Nächster Stopp: Mortensnes Kulturdenkmal. Eine ehemalige Siedlung aus der Steinzeit, wo man noch Spuren von Opferstätten und Gräbern und Siedlungsreste sehen kann. Leider auch hier alles geschlossen, am 15. August ist die Saison zu ende. Eine Tatsache, die uns durch die nächsten Tage begleiten sollte. Aber ein kleiner Rundgang durch die Außenanlagen und entlang eines Pfades, der bis zum Meer reichte, war möglich.



      Wir näherten uns Vadsø . Der Ort gehört ja zum Fahrplan, aber mal ehrlich, wer schaut sich morgens halb sieben so einen Ort an. Am späten Vormittag und aus anderer Perspektive sah das schon anders aus.
      Auffallend waren erst einmal die extrem bunten Farben der Sträucher und Bäume. Hier war der Herbst schon voll angekommen. Farblich passend zu dem rostroten Luftschiffmast, der das Ziel unseres Besuchs in der Stadt war. Und ehrlich gesagt, ohne von der historischen Bedeutung zu wissen, hätte ich den Ankermast wohl übersehen oder ignoriert. Aber einmal und wahrscheinlich nie wieder an so einem Mast zu stehen, das hatte schon was.



      Auf dem Rückweg zum Auto wollte Gerda noch nach Überresten eines alten Pomoren - Friedhofs schauen, mir war der Weg hinab zu steil.
      Und wenn wir schon mal hier waren, wollten wir natürlich auch zum Hurtigruten-Anleger. Geplant war sogar ein Webcamtermin , aber leider war das Gelände abgesperrt und wir zogen unverrichteter Dinge weiter. Die unermüdlichen Stalker zu Hause würden ihre Chance schon noch kriegen :whistle3:

      Auf der Weiterfahrt entlang der Küste des Varangerfjorden machten wir einen kleinen Abstecher zur Halbinsel Ekkerøy. Schon von weitem war ein herrlicher Sandstrand zu sehen und schrie förmlich nach einem Stopp und einem Strandspaziergang. Gefühlt kilometerlang könnte man in Richtung Meer laufen, wir genossen das ausgiebig da, wo kein Wasser war. Das hat richtig Spaß gemacht



      Das kleine hübsche Örtchen sollte nach einem Insidertipp ein schönes Cafe haben. das haben wir nicht entdecken können, naja, es war ja auch hier nach dem 18. August.

      Also, ehe wir verhungerten - weiter nach Vardø . Der Ort, von dem böse Zungen behaupten, ich hätte ihn noch nie gesehen :pillepalle: Ist natürlich Quatsch, schließlich war ich ja sogar schon in der Festung.
      Um nach Vardø zu kommen, muss man durch den 2890 Meter langen Ishavstunnel fahren. Er führt an seiner tiefsten Stelle 86 Meter unter dem Meeresspiegel lang und endet direkt im Zentrum der Stadt.
      Hier besuchten wir als erstes das Hexenmonument Steilneset Ich muss gestehen, mit dieser Hexengeschichte kann ich nicht viel anfangen, aber hier hat sie wohl große Bedeutung und das Monument ist beeindruckend, auch wenn es von außen eher wie ein überdimensionales Surfbrett aussieht.
      In dem Glaspavillon danebenwird ein symbolisierter Scheiterhaufen dargestellt. In der Mitte des Pavillons steht ein metallener Stuhl, der das Zentrum des Scheiterhaufens darstellen soll. Durch sieben Hohlspiegel soll das Feuer dargestellt werden. Mit viel Phantasie jedenfalls. Die Spiegel waren interessant und Motive für irre-schöne Fotos.



      Ohne es geplant zu haben, waren wir jetzt zu einer Tageszeit in Vardø , in der ein Hurtigrutenschiff anlegt. Na diese Gelegenheit ließen wir uns doch nicht entgehen. Die Einfahrt der MS Kong Harald - flankiert von Hunderten Möwen - wurde ausgiebig fotografiert und gefilmt.



      Und dann überraschten wir unsere amerikanische Flybussbekanntschaft vom Vortag. Na die haben Augen gemacht, uns hier wiederzusehen.
      In der Cafeteria des Schiffes ließen wir es uns al WoMo-Kaffee-Gang gut gehen.
      Schon vor Abfahrt der Schiffes haben wir Vardø wieder verlassen. :godtur:
      Morgen würden wir ja eh wieder hier sein und unser Ziel des Tages lag noch ca. 40 Kilometer entfernt.

      Das waren 40 Kilometer, die es in sich hatten. Ich kann gar nicht sagen, wie oft wir angehalten hatten. Immer wieder hielten wir zum Fotostopp vor beeindruckenden Felsformationen, dazwischen wie reingewachsen wunderschöne Häuser, die auch noch sehr individuell und liebevoll gestaltet wurden :girl_sigh: Eigentlich war es anders: irgendwie sah es aus, als wurde da ein Haus gebaut und anschließend sind die Felsen drum rum gewachsen. So bizarr, das habe ich vorher noch nie gesehen. Und mit Blick zum Meer konnten wir sehen, dass und die MS Kong Harald die ganze Zeit begleitete





      Fast zwei Stunden haben wir für diese eigentlich kurze Strecke gebraucht, dann war die FV 341 zu Ende und wir am Ende der Welt. Barentssee und sonst nichts.... So schön :love:
      Und es wurde noch schöner. Ein traumhafter Sonnenuntergang und zeitgleich ein riesengroßer Vollmond. Das war alles so unwirklich, aber wunderschön.



      Wieder waren wir fast allein auf dem Platz und diesmal ohne jegliche Sanitäranlagen. Diese waren auf einem anderen, weiter entfernten Platz, aber wir wollten hier, genau hier stehen.

      Nach einem lecker selbstgekochten Abendessen (Arbeitsteilung: Gerda kocht, ich mache Salat dazu) bauten wir das Nachtlager, diesmal Variante 1, und waren dann ganz schnell verschwunden

      Es wird ja sehr zeitig hell hier, vielleicht erleben wir einen ebenso schönen Sonnenaufgang.
      LG Marion :girl_witch:

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    • Muddi schrieb:

      Diese kleine fiese Einstiegstreppe hat mich schon einige Nerven und uns beide viele spontane Lacher gekostet. Sie ließ sich mit einem Schalter neben der Tür einfahren, geschah das nicht, ertönte beim Starten ein Alarmsignal. Und der ertönte sehr sehr oft


      Mit dem Problem seit ihr nicht allein. Ich kenn da jemanden der läuft auch nach mehreren Jahren noch regelmäßig zum Schalter an der Tür und fährt die Treppe ein. :girl_sigh:
      Auch beliebt sind: Offener Kühlschrank (kann eine ziemliche Sauerei geben, wenn die Kaffeemilch durch das Wageninnere schießt.), offene Dachluken und Schubladen oder ein offenes Badezimmerfenster. Der Möglichkeiten gibt es viele und glaubt mir, wir hatten sie alle schon. :girl_cray2: :mosking:

      Ansonsten vielen Dank für euren kurzweiligen Bericht und weidda so :imsohappy:
      Gruß christian(us) :hut:

      (Reiseberichte etc. siehe Profil)