Die Geschichte von Eisbergen, Suiten, Walen, Moschusochsen, ..... - Untertitel: Andere Reedereien haben auch schöne Schiffe.

    • 2015
    • Die Geschichte von Eisbergen, Suiten, Walen, Moschusochsen, ..... - Untertitel: Andere Reedereien haben auch schöne Schiffe.


      Die Geschichte von Eisbergen, Suiten, Walen, Moschusochsen, ….
      Untertitel: Andere Reedereien haben auch schöne Schiffe


      Vorgeschichte:
      Im Juni 2012 beschlossen Renate und ich eine Fahrt nach Grönland zu unternehmen. Dreamlines hatte gerade ein interessantes Angebot von Ambiente-Kreuzfahrten mit der MS PRINCESS DAPHNE. Die Reise unter dem Titel „Feuer & Eis – Faszination Grönland & Island“ sollte per Flug nach Kangerlussuaq gehen. Von dort mit dem Schiff die Küste entlang bis zur Südspitze Grönlands und dann hinüber nach Island, inklusive der Vestmannaeyjar. Von dort zurück nach Bremerhaven.
      Der Preis für diese Reise war akzeptabel und das Schiff machte auf den Bildern einen netten Eindruck, also buchten wir diese Tour Anfang Juli 2012. Die Reisezeit wäre vom 27.August 2013 bis zum 10.September 2013 gewesen. Noch lange hin, aber die Vorfreude war natürlich groß. :dance:

      Doch im September 2012 kam der Schock. :doofy: Die MS PRINCESS DAPHNE gehörte der britisch-australische Reederei CIC, Classic International Cruises. Dieser Reederei gehörten auch die Schiffe MS PRINCESS DANAE, MS ATHENA und MS ARION. Am 18.September 2012 wurde gemeldet, dass diese drei Schiffe wegen ausstehender Hafengebühren in Marseille und in Kotor, Montenegro an die Kette gelegt wurden, also arretiert (darüber hatten wir seinerzeit auch im Forum berichtet). Die MS FUNCHAL, die auch dieser Reederei gehörte, befand sich zu dieser Zeit im Trockendock zu einem Umbau, der aber auch nur sehr langsam voran ging.

      Noch hatten wir ein wenig Hoffnung, da die PRINCESS DAPHNE, aufgrund der von Ambiente pünktlich bezahlten Chartergebühren noch frei unterwegs war.
      Am 4.Oktober allerdings wurde auch dieser letzte Funken Hoffnung zerschlagen. :negative: Die PRINCESS DAPHNE wurde auf Kreta festgesetzt und Ambiente beendete die Zusammenarbeit mit dieser Reederei. Die aktuelle Kreuzfahrt wurde abgebrochen und die Passagiere zurück geführt und entsprechend entschädigt (auch darüber hatten wir im Forum berichtet).

      Auf unsere vorherigen Nachfragen konnte uns Dreamlines noch nichts sagen, da sie auch von Ambiente noch keine weiteren Informationen erhalten hatten. Verständlich, wenn man berücksichtigt, dass Ambiente erst die aktuelle Passagier-Rückholung organisieren musste. Als Alternative verwies Dreamlines aber schon auf die Touren der MS HAMBURG und MS DELPHIN, die uns aber einfach zu teuer waren, bzw. vom Termin her nicht passten.

      Es dauerte noch eine Weile aber am 12.November 2012 bekamen wir dann die Information, dass wir die Reise kostenfrei stornieren konnten und Ambiente uns die Anzahlung zurück überweisen wird.
      Das Verhalten von Ambiente war sehr vorbildlich. Geholfen hat es Ambiente Kreuzfahrten allerdings nicht. :pardon: Am 28.Mai 2014 kam die Meldung, dass Ambiente Kreuzfahrten den Betrieb eingestellt hat.
      Die Reederei CIC wurde bereits im Dezember 2012 aufgelöst und die Schiffe verkauft. Die PRINCESS DAPHNE erreichte inzwischen am 5.Juni 2014 Alang und ist wohl mittlerweile zerlegt. :fie:

      Damit waren unsere Grönland-Pläne fürs Erste aufgeschoben.

      Nun ist ja aufgeschoben nicht aufgehoben.

      Der zweite Versuch:
      Im Juli 2014 entdeckte ich das Angebot einer Grönland-Island-Tour von Island Pro Cruises, einem Unternehmen von Island Pro Travel. :search: Die Saison 2015 war die Erstsaison mit Kreuzfahrten für dieses Unternehmen, dementsprechend attraktiv waren die Preise. Ein kurzer Anruf bei der sehr freundlichen Frau Lenz von Island Pro Cruises und schon bekamen wir ein gutes Angebot für eine Außenkabine auf der MS OCEAN DIAMOND (mehr zu dem Schiff später).
      Noch am gleichen Tag, 17.Juli 2014 buchten wir die Tour inklusive mehrerer Landausflüge. Die An- und Abreise war erst ab 17.September buchbar. Renate hätte dann einen Umsteigeflug Hamburg-Kopenhagen-Keflavik gehabt. Da sie dies verständlicherweise nicht wollte, buchte sie ebenfalls den Direktflug München-Keflavik, inklusive je einer Hotelübernachten und einem Tagesausflug auf Island bei der Rückreise.
      Die Reise war für den 26.August 2015 bis zum 08.September 2015 angesetzt. Für den 25.August 2015 buchten wir für Renate einen Flug Hamburg-München.
      Der geplante Reiseverlauf sah also folgendermaßen aus:

      26.August: Flug München-Keflavik, Übernachtung im Icelandair Hotel Keflavik
      27.August: Vormittags zur freien Verfügung, Flug Keflavik-Kangerlussuaq, Einschiffung OCEAN DIAMOND, Abfahrt Kangerlussuaq 20:00 Uhr
      28.August: Seetag
      29.August: Vormittag Epiq Gletscher, Nachmittag Uummannaq mit Landgang
      30.August: Ilulissat mit Eisfjord Kangia
      31.August: Seetag
      1.September: Nuuk mit Bootstour Fjordsystem
      2. und 3.September: Narsarsuaq mit Ausflügen Qoroq Eisfjord und Wikinger Ruinen bei Qassiarsuk
      4.September: Durchfahrt Prins Christian Sund
      5.September: Seetag
      6.September: Stykkisholmus mit den Ausflügen Zodiac Beobachtung der Vögel an den Brutplätzen und Snaefellsjökull-Gletscher mit der Pistenraupe
      7.September: Reykjavik mit dem Ausflug Golden Circle und einer Übernachtung im Grand Hotel Reykjavik
      8.September: Rückflüge Keflavik-München und Keflavik-Hamburg als Direktflüge

      (Der Ausflug mit der Pistenraupe in Stykkisholmur musste dann leider aus organisatorischen Gründen gestrichen werden)

      Erneut stieg nun die Vorfreude von Monat zu Monat und von Tag zu Tag. :friends:

      Spätestens ab Juli beobachteten wir die OCEAN DIAMOND jeden Tag auf marinetraffic und immer wenn sie mal ohne ersichtlichen Grund plötzlich nur vier oder fünf Knoten fuhr gingen nervöse Anrufe von Hamburg nach Landshut (und umgekehrt): „Warum fährt sie jetzt so langsam? Sie wird doch nicht irgendeinen Defekt haben? Sie könnte doch viel schneller …..“. :fie:
      Erleichterung machte sich dann breit, sobald sie wieder mit normaler Geschwindigkeit fuhr. :whistle3:

      Ende Juli trafen die Reiseunterlagen ein. Zuerst stellten wir nun einen leicht veränderten Reiseverlauf fest:

      29.August: Uummannaq
      30.August: Vormittags Epiq Gletscher, nachmittags Ilulissat
      31.August: Ilulissat
      2.September: Arsuk/Ivituut

      Doch wir stellten noch eine weitere Änderung fest. Statt der gebuchten Außenkabine 501 stand zu unserer Überraschung die 434 auf dem Voucher, eine Familiensuite. :good3: Mit diesem kostenlosen Upgrade hatte uns Frau Lenz von Island Pro Cruises natürlich total überrascht, vielen Dank.

      Die Reiseunterlagen kamen übrigens in einer schönen wertigen Stofftasche:



      Den Reiseunterlagen konnten wir auch Informationen zu den Orten und Flugzeiten entnehmen. Außerdem lagen Informationen zum Expeditionsteam dabei.
      Expeditionsleiter ist der Opernsänger und Vorsitzende der isländischen Reiseleitervereinigung Örvar Már Kristinsson. Im Expeditionsteam befindet sich auch die Sopranistin Arndis Halla, die vielen von der Pferdeshow Apassionata bekannt ist.



      Sie leitet auch den Bordshop der OCEAN DIAMOND.

      Mit an Bord sind auch mehrere Lektoren, u.a. der Kieler Meeresbiologe Prof. Dr. Boris Culik und Bernd Stolzenberg, bis September 2009 17 Jahre lang Geschäftsführer der Hurtigruten Deutschland.

      Auf marinetraffic konnte man im Seegebiet vor Grönland nun auch noch andere interessante Schiffe sehen, so das neue Traumschiff AMADEA, der Dreimaster REMBRANDT VAN RHJIN, die HANSEATIC, die SEABOURNE QUEST, die SILVER EXPLORER und die LE SOLÈAL. Vielleicht treffen wir ja das eine oder andere dieser Schiffe unterwegs.

      25.August – Anreise Renate

      Am Morgen des 25.August hatte ich meine zwei Koffer (ich hatte mir noch einen zweiten Koffer über Iceland Pro Cruises für die Flüge mit Icelandair dazugebucht) fast schon fertig gepackt. Am Mittag fuhr ich dann zum Münchner Flughafen um Renate abzuholen.
      Es dauerte relativ lange, bis sie ihren Koffer hatte und wir fuhren nach Landshut. Hier stellte Renate fest, dass man ihren Koffer in Hamburg durchsucht hatte. Im Koffer lag ein Schreiben, dass ihr Koffer geöffnet und ein Feuerzeug aus dem Koffer genommen und entsorgt hatte. Ich wusste bis dahin nicht mal, dass man keine Feuerzeuge im Koffer befördern darf. Erlaubt ist nur ein Feuerzeug und das muss man am Körper bei sich führen. Im Handgepäck und im aufzugebenden Gepäck sind Feuerzeuge verboten.
      Renate war begeistert, dass man ihren Koffer ordentlich durchwühlt hatte. :girl_cray2:
      Nachdem sich der Ärger ein wenig gelegt hatte, besuchten wir die Landhuter Bartlmädult. Zu einem Steckerlfisch konnte ich Renate nicht überreden, aber den Abend ließen wir dann in einem gemütlichen Biergarten direkt an der Isar ausklingen. :beer: Auf die Zeit brauchten wir ja nicht achten, da unser Flug morgen ja erst am Nachmittag angesetzt war. Ich hatte schon am Morgen für uns online eingecheckt (bei Icelandair geht dies 36 Stunden vorher). Interessanterweise ließen sich Sitze im Economy-Comfort-Bereich buchen, was ich dann auch getan habe. :whistle3:

      Fortsetzung folgt :dance3:
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten finden sich im Profil/über mich)

    • Bei den Vorbereitungen auf unsere Grönlandreise mit der Fram habe ich hier nicht so viele Berichte und Bilder gefunden, Spitzbergen war da deutlich häufiger vertreten. Aber im Moment holt Grönland (und auch Island) stark auf :thumbup:
      Freue mich auf die Fortsetzung und natürlich auf die Bilder!
      LG Lundefugl

    • Du warst doch gerade erst auf den Azoren, oder... ?( :mosking: Nee, Spaß beiseite, ich komme nur mit dem Pensum der Reiseberichte hier im Moment nicht mehr mit. :blush2:
      Ich versuche jetzt einfach mal einen Neustart mit dem Beginn neuer Reiseberichte. :whistle3:
      ... und bin total gespannt auf Eure Grönland-Erfahrungen mit der Ocean Diamond. :thumbsup: Der Reiseverlauf liest sich gut.
      Liebe Grüße, Goldfinch
      :ilhr:


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    • Goldfinch schrieb:

      gerade erst auf den Azoren


      Ist doch schon wieder vier Monate her ..... :whistle3:

      Goldfinch schrieb:

      Pensum der Reiseberichte hier im Moment nicht mehr mit.


      Das geht mir schon die letzten zwei Jahre so, ich kann gar nicht mehr alles lesen, da müsste der Tag 72 Stunden haben. :fie:


      Hab leider heute ein wenig flach gelegen, irgendwie auf dem Rückflug, Rückfahrt mit dem Bus wohl etwas eingefangen. Aber am Wochenende gibt es noch den ersten Hinreisetag nach Island, versprochen.
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
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    • Gute Besserung, Jobo.

      Ich las kürzlich, dass die Klapptische in den Flugzeugen mit weitem Abstand die größten Bakterienschleudern sind. Deshalb werde ich künftig meine Sagrotan-Tücher schon auf allen Flügen nutzen und empfehle das auch allen Freunden.

      Mit der Reise auf der OCEAN DIAMOND hast Du uns Fories das SPITSBERGEN-Feeling ja schon vorweg genommen. Mein Berlitz-Guide beschreibt die Vorgängerin LE DIAMANT als ein "Charming boutique-sized cruise ship". Größe und Bauart sind mit der Neuerwerbung der Hurtigruten-Reederei ziemlich vergleichbar.

      Nun sehe ich Deinen weiteren Berichten mit Vorfreude entgegen.

      Beste Grüße

      Lupo
    • Jobo schrieb:

      Hab leider heute ein wenig flach gelegen,
      Besser jetzt als auf der Reise. ;) Ich wünsche gute Besserung und gehöre zu den "Geduldigen". Also: kein Stress mit dem Bericht (da bin ich auch ganz eigennützig unterwegs: dann habe ich auch keinen Stress mit "weiterlesen wollen" :mosking: ).
      Liebe Grüße, Goldfinch
      :ilhr:


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    • 26.August 2015 – München – Keflavik



      Nach einem entspannten Frühstück machen wir uns um 10:25 Uhr auf den Weg zum Busbahnhof, den wir gegen 10:40 Uhr erreichen. Der Airportbus kommt pünktlich und so stehen wir kurz vor 12:00 Uhr am Checkin zur Kofferabgabe. Der junge Mann am Schalter behält unsere Computerausdrucke ein mit den Worten: „Ich drucke ihnen kleinere Bordkarten aus.“.
      Wir bekommen die üblichen Bordkarten und begeben uns durch die Sicherheitsschleuse in den Gatebereich. Zeit haben wir reichlich, also ist erst mal ein Kaffee angesagt. Dabei schaue ich noch einmal kurz auf die Bordkarten und traue meinen Augen nicht :search: . Statt der von mir online belegten Plätze 9C und 9D haben wir nun plötzlich 15C und 23D. Im ersten Monment sind wir beide fassungslos. Ohne irgendeinen Hinweis finde ich dies eine absolute Frechheit des Mitarbeiters des Checkin-Schalters. :ireful:
      Wir schlürfen unseren Kaffee aus und begeben uns zum Abfluggate. Noch ist hier kein Mitarbeiter von Icelandair, nur der Ramp-Agent. Ich spreche ihn trotzdem an und er versichert mir, dass die Mitarbeiter gleich kommen. Nun kommt ein englisch sprechender Passagier recht aufgebracht ebenfalls zum Gateschalter und verweist darauf, dass er Business-Class gebucht hat und ihm der Mitarbeiter vorne am Checkin-Schalter nun einen Platz in der Economy verpasst hat. Wir sind also nicht die Einzigen mit diesem Problem.
      Der Ramp-Agent ruft nun am Checkin-Schalter an und dort gibt es bereits viele ähnliche Probleme. Mit den Worten: „Klärt dies bitte hier am Gate, hier warten noch mehr Passagier mit dem gleichen Problem,“ bittet der Ramp-Agent die Mitarbeiter zum Gateschalter. Ich denke mir, es ist sicher keine schlechte Idee, vorne am Schalter zu bleiben um dieses Problem als einer der ersten zu lösen.

      So komme ich auch als erster dran, als die Mitarbeiter von Icelandair am Gate eintreffen. Nun wird es interessant. Laut deren Aussage ist die Maschine ausgebucht. Ich habe mir seit meinem Erlebnis bei unserer Regenbogenreise angewöhnt immer zwei Computerausdrucke meiner Bordkarte zu machen. Den einen benutze ich am Checkin und stecke ihn dann mit den Gepäckabschnitten gut weg. Den zweiten benutze ich dann an der Sicherheitskontrolle, am Gate und im Flieger.
      Dadurch habe ich jetzt auch noch den zweiten Ausdruck, mit dem ich beweisen kann, dass ich die Plätze in Reihe 9 (also im Economy-Comfort-Bereich) hatte. Die Mitarbeiter am Gateschalter sind nun etwas ratlos, wähnen sie doch in mir einen Passagier der Economy-Comfort :whistle3: , den sie nicht in die Economy setzen wollen/können. Die Dame am Schalter berät sich leise mit dem Kollegen, der hinter ihr steht und ich höre Wortfetzen: „.... geht wohl nicht anders …. was sollen wir sonst machen …. müssen wir schon ….“. :pardon: Schließlich stellt sie uns neue Bordkarten aus mit den Plätzen 6A und 6C. Mit einem Schmunzeln meint sie noch dies seinen bessere Plätze. Tatsächlich haben wir nun zwei nebeneinander liegende Komfortsessel 6A und 6C in der Sagaclass. :mosking: Die Sagaclass ist die Businessclass der Icelandair.
      Ich denke mir, man muss auch mal ruhig bleiben können :dance3: und verzichte auf jede weitere Beanstandung :blush2: .
      Die beiden Sessel stehen direkt nebeneinander mit einer geräumigen Ablage dazwischen und Fussraum satt. So macht Fliegen Spaß :laugh1: .



      Der Flug verläuft zuerst gen Norden, über Dänemark und dann vor der norwegischen Küste entlang. Dann drehen wir nach Westen ab und fliegen oberhalb der Shetlands und Färöer entlang Richtung Island. Die meiste Zeit fliegen wir allerdings über einer geschlossenen Wolkendecke und bekommen erst über Island wieder etwas zu sehen.



      Am Keflavik-Airport werden wir schon von einer Mitarbeiterin von Island Pro Cruises erwartet. Sie schickt uns zu einem Café innerhalb des Flughafens. Hier sollen wir kurz warten, bis sie die letzten Passagiere abgefangen hat. Wenig später begleitet sie uns und ca. 20 weitere Passagiere zu einem Bus, es regnet leicht, der uns zu unserem Hotel fährt.



      Hier bekommen wir ein schönes Zimmer für die eine Nacht und machen uns danach noch zu einem kleinen Spaziergang zum Meer auf. Keflavik ist allerdings kein wirklich sehenswerter Ort. :fie: Man muss schon ein wenig nach Besonderheiten und Kuriositäten in diesem Ort suchen.



      Hauptsächlich finden sich gewerbliche und industrielle Anlagen im Hafenbereich. Trotzdem genießen wir den kleinen Rundgang an der frischen Seeluft. Zumindest finden sich im Hafen auch einige kleine Fischkutter, die ein wenig von den Gewerbehallen ablenken.



      Zurück im Hotel gönnen wir uns ein Abendessen im Hotelrestaurant und lernen gleich das isländische Preisniveau kennen. Pro Person ist man mit Getränk schnell mit gut 35,- Euro (5.000 ISK) dabei, wobei die Getränke allerdings günstiger sind als in Norwegen.

      Anschließend schaue ich noch einmal kurz ins Internet , ein schneller letzter Blick ins Forum. Für die nächsten 12 Tage ist es damit dann vorbei. Internet wird zwar auf dem Schiff angeboten, aber bei Preisen von $ 20,- für 10 MB habe ich entschlossen darauf zu verzichten.

      Durch die Zeitverschiebung, Island ist zwei Stunden hinter der MESZ, machen wir uns gegen 22:00 Uhr ins Bett. Was wir morgen Vormittag machen lassen wir noch offen.






      Fortsetzung folgt.
      Gruß Jobo,

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      - Alexander von Humboldt -

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    • Jobo schrieb:

      Ohne irgendeinen Hinweis finde ich dies eine absolute Frechheit des Mitarbeiters des Checkin-Schalters.

      Ist mir tatsächlich auch schon passiert, ich sass im Flieger schon auf meinem vermeintlichen Platz als ein Passagier diesen reklamierte. Da fiel mir erst auf dass man mich klammheimlich auf einen anderen Sitz verfrachtete.

      Jobo schrieb:

      Ich denke mir, man muss auch mal ruhig bleiben können

      Ich stelle mir Jobo gerade vor wie er sich an der Tresenkante festklammert und murmelt nein Jobo - Klappe halten - nix sagen... :laugh1:
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil!

    • Arctica schrieb:

      nein Jobo - Klappe halten - nix sagen...


      Wer meine ruhige Art kennt, weiß dass dies für mich kein Problem darstellt .... :whistle3:
      Gruß Jobo,

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    • 27.August 2015 – Anreise Grönland



      Ich bin schon sehr früh wach, wohl ein Tribut an die andere Zeitzone. Das Frühstück im Hotel ist gut und ausreichend. Jetzt steht natürlich die Überlegung an, was machen wir mit dem halben Tag. Das Hotelzimmer muss bis 12:00 Uhr geräumt sein, der Bus zum Flughafen kommt um 14:00 Uhr. Unser erster Gedanke ist natürlich ein Besuch in Reykjavik. Doch ein Taxi von Keflavik nach Reykjavik kostet so um die 80,- Euro. Das ist uns bei Hin- und Rückfahrt ( >150,- Euro) dann doch zu viel.
      Mit dem Bus ginge es schon, aber bei rund 45 Minuten Fahrtzeit lägen wir, je nachdem wann der Bus fährt bei gut zwei Stunden hin und zurück. Da bliebe nicht wirklich viel Zeit für einen Stadtbesichtigung.



      Also entscheiden wir uns für einen entspannten Spaziergang in Keflavik. Vielleicht ist der Ortsteil an der Küste etwas attraktiver als der Hafenbereich. Zumindest das Wetter bietet bessere Voraussetzungen als gestern. Es ist trocken, der Wind hat etwas nachgelassen und sogar der blaue Himmel zeigt sich hier und da.



      Vom Hotel aus schlagen wir diesmal die Richtung diagonal zur Küste ein. Vorbei an der Tankstelle und zwischen einigen Wohnblöcken hindurch gelangen wir so zur breiten Uferstraße. Am Ufer befinden sich mehrere Skulpturen über deren Bedeutung wir mangels isländischer Sprachkenntnisse weitestgehend im Unklaren bleiben.



      So gelangen wir, vorbei am Duushús Museum mit dem alten Fischkutter davor, zum kleinen Jachthafen von Keflavik. Von hier führt ein kleiner Anstieg hoch zur Felsküste. An der Felsküste erkennen wir viele Scheinwerfer, anscheinend werden diese Klippen abends beleuchtet.



      Auf der Klippe wachsen Pilze, Lupinen und andere niedrige Gewächse, die man in Skandinavien auch in gleicher, aber größerer Form kennt. Auf der Klippe angelangt, hat man einen schönen Blick auf Keflavik und die Halbinsel Snæfellsnes im Norden.



      Wir verlassen die Klippe wieder und wollen ein wenig durch den Ort laufen. Am Museum führt eine lange Holztreppe vom Ufer weg. Das vor dem Museum diverses militärisches Gerät steht kann ich ja noch nachvollziehen. Was allerdings die Rakete vor der Lagerhalle macht bleibt uns ein Rätsel.



      Wir wählen von hier den Weg hinauf zu der kleinen Kirche. Auf dem Rückweg zur „Hauptstraße“ von Keflavik kommen wir an diesem wunderschönen Amazon 121 vorbei. Ich habe mir leider nicht gemerkt, ob es sich um einen B16 oder B18 handelt. Herrlich die schönen Talbotspiegel auf den Kotflügeln. Dafür interessiert sich die wohlgenährte Miezekatze allerdings weniger. Nachdem sie sich von Renate ihre Streicheleinheiten abgeholt hat, lümmelt sie sich faul an die Bordsteinkante.



      In der Hauptstraße finden wir dann auch ein offenes Café und gönnen uns hier eine kleine Pause. Anschließend schlendern wir noch etwas die Straße entlang und schlagen dann wieder den Weg zur Küste ein. Der leuchtend gelbe Leuchtturm war uns gestern gar nicht aufgefallen.



      Vom Leuchtturm aus gehen wir wieder zurück zum Hotel. Dazu müssen wir einen großen Parkplatz überqueren. Mitten auf dem Parkplatz liegt dieser Fisch. Ob er sich nun beim letzten Hochwasser massiv „verschwommen“ hat, oder dies sein letzter Fluchtversuch vom Fischtransporter war konnte er uns leider nicht mehr mitteilen. :pardon:
      Wir räumen nun unser Zimmer, stellen die Koffer in einem Abstellraum unter und gönnen uns gegenüber dem Hotel bei Olsen Olsen noch einen kleinen Snack (für umgerechnet 50,- Euro :wacko1: ).
      Kurz vor 14:00 Uhr trifft der Bus ein und nach etwa 10 Minuten Fahrt sind wir am Flughafen. Allerdings setzt uns der Busfahrer wohl am falschen Eingang ab, jedenfalls werden wir hier von niemand erwartet. Erst als wir zu den Checkin-Schaltern von Icelandair hinüberlaufen sehen wir die Mitarbeiter von Island Pro Cruises.



      Schnell haben wir eingecheckt und verfügen noch über viel Zeit bis zum Abflug um 17:00 Uhr. Ich bewundere noch einmal das Kunstwerk vor dem Terminal und frage mich, ob dies künstlerische Freiheit ist, oder die Isländer wirklich glauben der Wal käme aus dem Ei :hmm: , sozusagen übergroßes Meeresgeflügel statt Säugetier. :mosking:
      Ab 14:45 Uhr befinden wir uns dann im Gatebereich, nachdem wir zuvor beim Sicherheitscheck sehr gründlich kontrolliert wurden. Das Boarding startet um 16:30 Uhr und danach heben wir pünktlich ab. Die Maschine ist gut gefüllt aber nicht voll.



      Auch heute ist es wieder fast ganzflächig bewölkt, aber an der Ostküste Grönlands ragen die Bergspitzen aus dem Wolkenmeer heraus. Leicht kann man diese weiße Fläche auch mit einer Schneefläche, die es darunter sicherlich gibt verwechseln. Erst kurz vor unserer Landung reißt die Wolkendecke kurzzeitig auf und gibt die Landschaft darunter preis.



      Der Landeanflug ermöglicht uns einen Blick in den Søndre Strømfjord. Hier entdecken wir neben unserer OCEAN DIAMOND auch die SILVER EXPLORER, die gerade abfährt.
      Dann landen wir in Kangerlussuaq, dem Einflughafen von Grönland. Wer nun einen richtigen Flughafen mit einer Stadt in der Nähe erwartet, der wird enttäuscht werden. Wie uns schon nonnie in ihrer Grönland-Beschreibung im Wiki mitteilt, ist Kangerlussuaq eigentlich nur eine asphaltierte Landepiste mit einigen Hallen, Treibstofflagern, Containern und Hütten für die Bediensteten mitten in der sonst kargen Landschaft. Einen Ort oder gar ein Terminal sucht man hier vergebens.



      Um Koffer müssen wir uns hier auch nicht kümmern, die werden direkt vom Flieger an Bord gebracht. Für uns stehen vier alte Busse bereit die uns in ca. 20 Minuten zur Anlegestelle der Zodiac bringen. Wir sind alle froh aus diesen Bussen, die extrem nach Kraftstoff und Abgasen stinken zu entkommen. Dafür nehmen wir auch den leichten Regen in Kauf.
      An der Anlegestelle wartet schon das Expeditionsteam mit den Zodiacs, die uns zur OCEAN DIAMOND bringen auf uns. Wir bekommen alle Schwimmwesten und eine kurze Einweisung über das Verhalten beim Ein- und Aussteigen und bei der Fahrt mit dem Zodiac.



      Wir sind bei einem der ersten Zodiacs mit dabei, es dürfen immer nur maximal zehn Passagiere in einem Zodiac einsteigen. An Bord stehen Crewmitglieder und Expeditionsmitglieder Spalier für uns und wir bekommen sofort unsere Kabinenkarten. Von der Rezeption sind es nur zwei Türen bis zu unserer Suite, die uns auf Anhieb gut gefällt. Viel Platz, enorm viel Stauraum, zwei Bäder und eine tolle zentrale Lage. Für jeden liegt eine dünne Regenjacke bereit. Einziger Wermutstropfen dieser Jacke, sie hat keine Kapuze. Da muss Island Pro Cruises wohl noch mal nachbessern, ohne macht eine Regenjacke nicht wirklich viel Sinn.



      Wir machen einen ersten kleinen Rundgang über das Schiff und beobachten das Tendern der weiteren Passagiere. Schon der erste Rundgang weckt enorme Sympathie für das schöne Schiff. Viele Decks auf die man hoch und runter klettern kann vom Heck bis zum Bug. Morgen haben wir ja einen ganzen Seetag, sicherlich viel Zeit das Schiff noch ausgiebig zu erkunden.



      An Backbord gelangen die Koffer von einem Schwimmponton mit Container an Bord, während am Heck bereits die ersten Zodiacs wieder an Deck gehievt und verzurrt werden. Insgesamt verfügt die OCEAN DIAMOND über 20 solcher Zodiacs, wie sie auch vom Militär verwendet werden.



      Direkt hinter der Rezeption befindet sich der Bordshop und dahinter die Club Lounge. Hier gibt es rund um die Uhr Kaffee, Tee und Gebäck zur freien Verfügung. Ein Deck höher befindet sich die Main Lounge, das Lecture Theater, in dem um 19:00 Uhr die Sicherheitseinweisung angesetzt ist. Hier werden wir mir den Rettungswesten aus der Kabine (sind andere als die auf dem Zodiac) und den entsprechenden Sicherheitseinrichtungen des Schiffes vertraut gemacht. Anschließend begeben wir uns mit den angelegten Westen zum jeweiligen Sammelpunkt an Deck, unserer ist auf Deck 5 an Backbord.
      Mehr steht heute nicht mehr an, außer dem ersten tollen Abendessen. Es gibt ein Dreigängemenü, bei dem man aber unter drei bis vier Variationen bei Vor-, Haupt- und Nachspeise wählen kann. Die Crew im Restaurant ist super freundlich, schnell und hilfsbereit. Auf jeden Fall gibt es hier diese teilweise ewig langen Pausen zwischen den Gängen, wie wir dies zuletzt bei Hurtigruten immer öfter erlebten nicht. Das Essen ist von sehr guter Qualität und auch die Quantität lässt nicht zu wünschen übrig. Die Getränkepreise sind auch zivil, $ 3,- für ein 0,33 ltr. Warsteiner (oder Gull, Heineken, Tuborg, König Pilsner, Carlberg, Grolsch, Stella Artois, usw. - alle habe ich nicht behalten, es gab so an die 10-12 Sorten) und $ 7,- bis $ 8,- für ein Glas Wein je nach Sorte.
      Nachdem Essen noch einmal Luft schnappen an Deck, inzwischen fahren wir schon und dann in die Kabine. Bilder runterladen und dann macht sich die Müdigkeit breit. Kein Wunder, haben wir doch erneut die Zeitzonen gewechselt und sind nun zwei weitere Stunden später.

      Die Wetterprognose für den morgigen Seetag ist zwar nicht so prickelnd, aber man kann die Zeit ja mit ausgiebigen Exkursionen im Schiff nutzen.
      Vielleicht zeigt sich ja auch morgen schon ein erster Eisberg …...








      Fortsetzung folgt.
      Gruß Jobo,

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    • Der Aussage, dass andere Reedereien auch schöne Schiffe haben muss ich, Deinem bisherigen Bericht samt Bildern nach zu urteilen, uneingeschränkt recht geben. :thumbsup:
      Ich glaub den Katalog von Island pro Cruises muss ich mir auch mal organisieren :whistle3: ... obwohl wir für nächstes Jahr mal Urlaub ohne Schiff anvisiert haben.

      Bin schon sehr gespannt, was Ihr während der Reise alles gesehen und erlebt hat.
      Gruß Eisbär



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