Kiel-Oslo-Røldal-Oslo-Kiel

    • 2015
    • Kiel-Oslo-Røldal-Oslo-Kiel

      Hallo ihr Lieben,

      endlich bin ich wieder in Norwegen. Wenn auch nicht auf der Hurtigrute.

      Da wir unsere ursprünglich geplanten Flitterwochen nach Teneriffa haben abblasen müssen, haben wir lange hin und her überlegt, was wir denn nun mit unserem Urlaub anfangen und wohin uns die Reise führen wird.
      Erste Überlegungen führten uns nach Irland. Dort wollten wir meine Cousine besuchen, die dort ein Jahr als Au-pair verbringt. Leider haben wir keine adäquaten Flüge mehr dorthin bekommen.
      Also zermarterten wir uns den Kopf und kamen unabhängig voneinander darauf, man könnte ja mal auf die Seite von Colorline gucken, was dort so geboten wird. Gesagt, getan.
      Ruck zuck war also die Reise gebucht. Der Weg führt uns von Kiel nach Oslo mit Color Fantasy. Diesmal mit Auto. Und weiter nach Røldal/Håra. Dort wohnen wir im Hordatun-Hotel.

      Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen!

      Freitag, 14.08.2015

      Früh ging es los. Um 1.30 klingelte mein Wecker. Immerhin mussten wir von Aachen nach Kiel. Und wir mussten um 12h dort sein, da wir diesmal unser Auto nach Norwegen mitgenommen haben.
      Die Fahrt verlief wie gewohnt reibungslos und so kamen wir um 8.30h in Kiel an. Am Check-in für die Fahrzeuge standen wir als 4. Auto in der Reihe. Eine riesige Uhr zeigte uns 9.15h an. Sollte das heißen, dass wir um 9.15h schon einchecken können hier. Um ja nichts falsch zu machen, blieben wir einfach im Auto sitzen. Wir verspeisten unsere letzten Brot und dösten ein wenig vor uns hin. Immerhin waren wir schon ein paar Stunden auf den Beiden.

      Und siehe da. Um punkt 9.15h öffnete der Schalter und das erste Auto startete schon den Motor. Aber wo waren die Personen der beiden Autos vor uns. Niemand war zu sehen. Also, sind wir erst mal Fuß zum Schalter. Die nette Dame bat uns, doch einfach an den verlassenen Autos vorbeizufahren. "Haben die eben Pech gehabt. Noch größer können wir die Uhr ja wohl nicht machen." Gesagt, getan. Die wenigen Fahrzeuge, die mittlerweile hinter uns standen, folgten unserem Beispiel. Später stellten wir fest, dass ich laufe des Vormittages einige Fahrzeuge an den besagten vorbei gefahren sind. Diese standen nämlich Mittags immer noch dort.

      Um 12h ging es denn los. Boarding. Ganz aufgeregt reihten wir uns in die Reihe ein und mussten feststellen, dass wir immer noch nicht aufs Schiff konnten. Niemand konnte erahnen, nach welchem Prinzip das Schiff beladen wird.

      Um 12.45h war es endlich so weit. Wir standen auf dem Autodeck. Das war ja einfach. Jetzt schnell das nötigste für's Schiff aus dem Auto auspacken und raus hier. Von wegen. Alle ließen sich Zeit, ihre Wertgegenstände aus dem Auto zu holen. Also, wurden auch wir ruhiger und schauten uns den Spaß an.

      Auf unserfem Deck (10) waren die Kabin noch gar nicht fertig. Also standen wir im Flur rum und warteten die 15 Minuten ab, bis wir auf die Kabine konnten. Um noch großartig mit Sack und Pack beladen das Schiff zu entern hatte ich keine Lust und war auch viel zu müde dazu. Immerhin war es meine dritte Fantasy-Tour.

      So zog es sich dann leider auch den ganzen Tag hin. Kaum waren wir aus der Kieler Förde raus, hielt mich nix mehr an Deck. Zu erschöpft waren wir. Wir wollten nur noch schlafen. Also, haben wir uns den Wecker auf kurz vor 5 gestellt und tief und fest geschlafen.

      Um 5 ging es zum Abendessen im Buffet-Restaurant. Auf das Buffet hatte ich mich schon den gesamten Tag gefreut. Leider mussten wir feststellen, das die Auswahl ein wenig nachgelassen hatte. Egal, es war etwas Warmes, und wir haben beide etwas Leckeres gefunden.

      Um kurz nach 6 fielen wir dann totmüde in unserer Kabine ins Bett. Ein wenig haben wir noch fern geschaut. Aber nach der Tagesschau ging leider nichts mehr.

      Samstag, 15.8.2015

      Was für ein schöner Tag. Von der Sonne geweckt fühlten wir uns gut ausgeruht und zu neuen Abenteuern bereit. Wir wussten ja nicht, was uns Abends erwartete.

      Erst einmal wieder ein leckeres Frühstück. Im Kiosk haben wir nach dem Frühstück erst einmal eine Straßenkarte für Norwegen gekauft. Immerhin werden wir viel mit dem Auto unterwegs sein und wer weiß, wann das Navi schlapp macht.

      Um 9.45 war dann unsere schöne Überfahrt erst mal wieder zu Ende. Wir saßen wieder im Auto. Um punkt 10 rollten wir von Bord. Auf Wiedersehen Fantasy. War wieder mal schön mit dir. In knapp 2 Wochen darf ich dann zu ersten Mal mit der Magic fahren.

      Der Zöllner war sehr nett. Nach einem kurzen Blick ins Auto wollte er lediglich wissen, wo wir hin wollen. Was wir dort vor haben, bzw. ob wir dort ein Hotel haben und wie lange wir bleiben. "Das war aber einfach" war mein spontaner Ausruf. Leider war die Autoscheibe noch nicht ganz wieder geschlossen und Markus fürchtete schon, der Zöllner hätte das noch gehört. Aber es passierte natürlich nichts.

      Dann sie los. Unsere Reise Richtung Røldal. Immer schon der E134 nach. Eine wunderschöne Aussicht auf das echte Norwegen. Mitten im Land. So hatte selbst ich es nocht nicht gesehen mit meiner Hurtigruten-Erfahrung. Markus konnte sich vor Begeisterung nicht mehr im Autositz halten.

      Doch mit der Zeit wurde das Wetter (in Oslo immerhin strahlender Sonnenschein und 23 Grad) immer schlechter und die Straße immer schmaler. Die Stabkirche in Heddal konnten wir noch in schönstem Reiseführer-Wetter besichtigen. Dann ließ es aber doch langsam nach.

      Erste Schneebedeckte Berge tauchten auf. Hatte die Wetter-App nicht 20 Grad für Røldal vorhergesagt. Scheinbar nicht. Der Schnee kam immer tiefer. Machen wir hier nicht vielleicht doch Winter-Urlaub mitten im Sommer. Das darf doch wohl nicht wahr sein. "Lass uns zurück nach Oslo fahren". Das die Straße immer schmaler wurde, machte es nicht besser. "Wo sind wir hier gelandet". Meine Stimmung bekam einen Dämpfer. Markus hatte schon ein schlechtes Gewissen. Er liebt kältere Temperaturen. Für ihn ist dieser Urlaub das beste der Welt. Ich hätte dagegen schon gern ein wenig Sommer. Im Sommer.

      17h
      Auch unser Apartment hier im Hotel erschien auf den ersten Blick nicht unbedingt traumhaft. Positiv ist die riesige Garage in der wir praktisch fast ganz alleine stehen. Aber im Apartment fehlte zum Teil Licht. Nach einer kleinen Bastelaktion meines Mannes haben wir aber zumindest das wieder in den Griff bekommen. Den nächsten Dämpfer bekam ich beim beziehen der Betten . Bettdecken mit riesigen Blutflecken finde ich dann weniger witzig. Wir haben aber auch hier was passendes gefunden.

      18.30h
      Alle Unklarheiten beseitigt, machten wir uns zum letzten Mal auf den Weg. Im angrenzenden Hotel konnten wir bestimmt noch eine Kleinigkeit zu essen finden. So gab es für mich einen Burger und für Markus Rentier-Frikadelle.

      19h
      Gute Nacht. Heute war wieder wieder ein anstrengender Tag und die Landung in Røldal muss auch erst noch verdaut werden.

      Sonntag, 16.08.2015

      Nach Aussöhnung meiner Frau mit dem durchaus gut ausgestatteten und en gros sauberen Appartement und einem ausgiebigen Frühstück mit ihrer Lieblingsbutter (Tine, ekte smør), bereiteten wir uns für die heutige Tagestour Lunch-Pakete, bestehend aus feinem norwegischem Brot und Kvikk lunsj von Freia. Letztere norwegische KitKat-Variante ist laut der empfehlenswerten Beschreibung von E. B. Drolshagen in „Gebrauchsanweisung für Norwegen“, der einzige mit Sport (Sonntagswanderung) in Beziehung zu setzende Schokoriegel, inklusive Vorschlägen für Touren—somit für den heutigen Tag durchaus passendes Lokalkolorit.

      Unser Weg führte uns entlang der Straße Richtung Odda vorbei an den beeindruckenden Doppelwasserfall Låtefossen, dessen Anblick noch überwältigender wäre, läge die Andenken- und Imbissbude nicht im direkten Blickfeld, sondern z.B. auf dem Parkplatz gegenüber.

      Die Industriestadt Odda verströmt einen herben Charme—dennoch ist die Melange aus Industrie und Natur (trotz unerfreulicher Vergangenheit für den Sørfjord) durchaus reizvoll. Die nahezu komplette Missachtung in dem uns vorliegenden Reiseführer hat Odda meines Erachtens nicht verdient—natürlich gibt es bedeutendere kulturelle Stätten in Norwegen...

      Durch den Folgefonntunnel (Maut aktuell 72 nkr) gelangten wir über Sundal nach Rosendal, einer schmucken kleinen Hafenstadt mit sehr guter Touristeninformation. Diese bietet—ideal zum Einstieg einer Reise in die Region Hardanger—kostenlose Filmvorführungen zur Geographie und Tierwelt der Fjordregion (auf Norwegisch oder Englisch). Außerdem erhielten wir nützliche Informationen zur Anfahrt nach Møsevatnet, einem Stausee im Hochgebirge mit wundervollem Blick auf den Folgefonn-Gletscher; im Gegensatz zu Odda eine treffende Empfehlung unseres Reiseführers (lonley planet, Norwegen, deutsche Ausgabe). Der letzte Teil des Anstiegs führt wirklich über eine Straße mit 20% Steigung, ist mit einem normalen PKW allerdings dennoch zu bewältigen, da gut asphaltiert. Es lohnt sich, der Ausblick und die Strecke sind von überwältigender Schönheit!

      Nach einer—bezahlbaren und handfesten—Mahlzeit im Snikkeriet in Rosendal ging es darnach zurück nach Håra.

      PS: Es lohnt sich, für alle Strecken hier tendentiell mehr Zeit als in Deutschland einzuplanen, da man ständig Gefahr läuft, anhalten zu wollen, ob der unglaublichen Aussicht!
      :ilhr:

      Lieben Gruß, Nina
    • Guten Morgen zusammen,

      ich werde verrückt. Es scheint tatsächlich die Sonne. Perfekte Voraussetzung um in Odda shoppen zu gehen. Werden uns heute, nachdem wir gestern nur durchgefahren sind, Odda ein wenig näher ansehen. Unser Reiseführer (Lonley Planet) bezeichnete die Stadt als hässliche Industriestadt. Unser erster Blick auf die Stadt gestern, bezeugte aber eigentlich was anderes. Mal sehen, was wir heute zu sehen bekommen.

      Bin gespannt, was ich heute Abend alles zu berichten habe.

      Wir wünschen euch einen angenehmen Tag, wo auch immer ihr heute seid.

      LG Nina & Markus
      :ilhr:

      Lieben Gruß, Nina
    • Guten Abend zusammen!

      Ein geruhsamer Tag geht zu Ende. Heute waren wir wie heute Morgen schon angekündigt in Odda shoppen. Wir haben uns aber mit einem schönen Salz/Pfeffer-Streuer-Set begnügt.

      Nach unserem Bummel durch die Stadt sind wir noch kurz Richtung Technikmuseum weitergefahren. Das haben wir uns allerdings für einen Schlecht-Wetter-Tag aufgespart. Es scheint nämlich heute herrlich die Sonne und die 20 Grad-Marke haben wir auch geknackt.

      Am Nachmittag sind wir wieder in die Heimat gefahren. Wir haben uns kurzfristig dazu entschlossen, den Tag gemütlich Enden zu lassen.

      In Røldal haben wir noch eine große Runde zu Fuß durch den Ort gemacht. Denn hier in Røldal haben wir uns noch gar nicht richtig umgeschaut.

      Danach haben wir daheim das erste Mal selber gekocht und die Mahlzeit auf unserem Balkon genossen.

      Morgen wollen wir mal nach Haugesund fahren und am Mittwoch ist mein großer Tag. Ich werde in Bergen die Polarlys besuchen und sie meinem Mann vorstellen. Die Freude darauf ist riesig.

      Lieben Gruß, Nina & Markus
      :ilhr:

      Lieben Gruß, Nina
    • Hallo Nina und Markus,

      herrlich, wie du von deiner "Heimat" schreibst. Da kommt die Begeisterung so richtig rüber. :thumbsup:
      Ich bekomm auch gleich Fernweh und sehne mich nach Norwegen !! :heart:
      Bei euch war das Wetter heute wesentlich besser als bei uns im Süden. Fast den ganzen Tag Regen und max. 16 °. Aber für uns ist das o.k., eine Pause nach der großen Hitze tut gut.
      Euch wünschen wir, dass das Wetter so toll bleibt. Genießt es !! :thumbup:
      Viele Grüße
      Seemaus
    • Hallo zusammen,
      sind wieder gut zu Hause angekommen. Unsere Fahrt fing heute Morgen damit an, dass uns Langlauf-Skater entgegen kamen. Die waren mutig. Auf einer schmalen Straße, bergauf. Naja, sie scheinen es öfter zu machen.
      Die weitere Fahrt nach Haugesung verlief reibungslos. Nur hin und wieder wurden wir von einem norwegischen LKW angeschubst.

      Vor unserem Halt in Haugesund sind wir noch weiter gefahren nach Avaldsnes. Das ist 5 km südlich von Haugesund. Hier steht König Håkons Håkonsons gewaltige Steinkirche. Die 6,5 m hohe Turm daneben ist auch als Nadel der Jungfrau Maria bekannt und neigt sich gefährlich zur Kirche. Das war ganz schön anzusehen. Leider konnten wir nicht in die Kirche reingehen.

      Also, zurück nach Haugesund, nicht ohne vorher unsere Brote gefuttert zu haben. Ach ne, ein wenig weiter geht es noch nach Skudeneshaven. Eine malerische Siedlung, in der viele traditionelle Holzhäuser stehen. Das kleine Dörfchen war sehr hübsch anzusehen.

      Jetzt aber wirklich zurück nach Haugesund. Auf einer schönen Straße, entlang des Fjords genießen wir die schöne Aussicht des Landes. Auf unseren Ausflügen kann man wirklich sagen, der Weg ist das Ziel. Denn man sitzt wirklich viel im Auto.

      In Haugesund hatten wir vor, in einem vom Reiseführer gelobten, Lokal essen zu gehen. Das haben wir auch gemacht. Leider haben wir es hinterher bereut. Die Preise typisch norwegisch, aber leider geschmacklich eine Katastrophe. Meine Nudeln mit Hühnchen in Curry-Soße hätte ich glaube ich besser hinbekommen. Überhaupt vermisse ich ein wenig die Sachen, auf die ich mich schon zu Hause gefreut habe. Rentier, Elch... Haben wir hier leider alles noch nicht gesehen.

      Also, wenn jemand einen Tip morgen für Bergen hat? Nehmen wir gerne an.

      Bin total aufgeregt und freue mich riesig auf die Polarlys.

      Bis Morgen...

      Nina
      :ilhr:

      Lieben Gruß, Nina
    • Das, was du gerne essen möchtest, gibt es in meinem Lieblingslokal in Bergen - im Bryggelofted & Stuene. Das ist auch nicht ganz billig, ist aber sehr gemütlich eingerichtet und hat eine ausgezeichnete Küche!

      Es ist auch leicht zu finden, wenn ihr Richtung Bryggen an der Straße entlang geht, ist es gegenüber dem grünen ebenerdigen Häuschen an der linken Straßenseite.
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:
    • Guten Morgen,

      es ist endlich so weit. Brote sind geschmiert. Es geht auf nach Bergen .

      Liebe Gerda, vielen Dank für den tollen Tip. Du bist jetzt schon die Zweite, die uns diesen Tip gibt. Es wäre damit glaube ich schon gebucht.

      Melde mich spätestens morgen früh, wie es war.
      :ilhr:

      Lieben Gruß, Nina
    • Guten Abend zusammen,

      unsere gestrige Tour nach Bergen war super. Bergen empfing uns mit strahlendem Sonnenschein und heißen 28 Grad.

      Zu Beginn der Fahrt kamen uns schon gleich auf unserer tollen Bergstraße zwei Langlauf-Skater den Berg hinauf entgegen. Die waren vielleicht mutig. Ansonsten verliefen die 4 Stunden Fahrt reibungslos. Eine kleine Verschnaufpause vom Fahren bot die Fähre von Avasnes nach Gjermundshamn. Der Fährmann hatte sich erst gar keine Mühe gegeben, ins Auto reinzuschauen, ob wirklich nur eine Person im Auto sitzt und hat nur das Auto und den Fahrer berechnet. Markus ist dann nochmal hinter ihm her, dass es wohl ein Versehen war, wir wohl 2 Personen sind. War aber schon gut. Somit habe ich als Beifahrer für die Fähre nichts bezahlen müssen.

      Nach der 20 minütigen Überfahrt ging aber alles Reibungslos. In Bergen haben wir ein Parkhaus geentert, was genau zwischen Bryggen und Hurtigrutenterminal liegt. Wie praktisch.

      Da erst halb 1 war, haben wir uns dazu entschlossen erst Bryggen anschauen zu gehen. Ich konnte mein Glück kaum fassen, endlich mal hier zu sein. Ich gebe zu, es war wirklich nicht weit, und man könnte die Strecke nach dem einchecken schon schaffen, wenn man wollte. So hatten wir aber den Vorteil, uns alles in Ruhe anschauen zu können.
      In diesen Souvenir-Shop durfte ich zwar reingehen, aber spätestens in der tollen Trollhöhle war Schluss. Ich konnte nicht mehr. Ein ganzer Raum als Höhle gestaltet, mit "Höhlenmusik" im Hintergrund und alles voller Trolle. Ihr müsst wissen, ich bin ein Trollfan. Ich durfte keinen kaufen. Mein Mann findet die Anzahl der Trolle in unserer Wohnung als ausreichend. Die waren vorher schon da, die dürfen bleiben. Aber mehr müssen es nun wirklich nicht werden. Schade. Immerhin darf ich auf Color Magic nächste Woche einen kleinen kaufen.

      Auf dem Fischmarkt hat sich Markus mit fotografieren begnügt. Ich bin ja kein Fischesser. Aber den Rentier-Hotdog, den mussten wir probieren.

      Auf dem weiteren Weg haben wir den kulinarischen Tip entdeckt, das Bryggeloftet & Stuene. Es war voll. Kurzfristig haben wir uns dazu entschlossen, lieber einen Tisch für den frühen Abend zu bestellen.

      Kann kam natürlich das Highlight. Bryggen . Viel Zeit haben wir uns gelassen, durch die Gässchen zu wandern.

      Und dann hat mich nichts mehr gehalten. Auf zum Schiff. Am Terminal war sich Markus nicht so sicher, ob wir so einfach reingehen können. "Natürlich, komm. Die Rolltreppe hoch, ach guck, die Tür zum Balkon ist auf. Von da kann man gut schauen". Und wer kam da schon vorsichtig die Ecke rum. Lady Polarlys. Ganz schüchtern kam sie an. Der Anblick trieb mir doch glatt die Tränen in die Augen, so lange hatte ich sie schon nicht mehr gesehen. Mein Mädchen. Ein toller Moment. Und spätestens jetzt, wusste ich, es war richtig, die lange Fahrt auf sich zu nehmen.

      Hätten wir gewusst, dass wir um 16 Uhr erst auf Schiff kommen würden, hätten wir es ein wenig anders gemacht. Dann wären wir mit der Bahn auf den Berg gefahren und von oben das Einlaufen beobachtet. Jetzt hatten wir aber keine Lust mehr, in die Stadt zurück zu laufen. Also haben wir lustig das Verladen beobachtet. So mancher Lacher entkam uns dabei. Wieviele Kartons sich verselbstständigt haben, war schon herrlich. Eis, was für Finsnes und Hammerfest bestimmt war, stand über eine Stunde in der Sonne. Wie gesagt, wir haben einen Sonnentag erwischt und hatten 28 Grad.

      Um 16 Uhr war es endlich so weit. Nichts wie los. Jetzt hielt mich nichts mehr. Gästekarten besorgt und rauf. Langsam und genußvoll die Gangway rauf. Ein tolles Gefühl. Leider nur von kurzer Dauer, wusste ich doch, dass ich heute nur Gast sein würde.

      Ich habe es genossen, mich überall umzuschauen. Bei unserer Kabine angefangen, über das Restaurant... Alles haben wir besichtigt. Und natürchlich... ich war keine 10 Minuten an Bord. Da erlebe ich eine, für meine Familie typische Hurtigruten-Story. Wir stehen an der Cafeteria, wollten uns ein Stück Kuchen gönnen. Vor uns ein älterer Herr, allein Reisender, wollte offensichtlich auf ein Stück Kuchen bezahlen. Zu dumm, das er seine Cruise-Card nicht aktiviert hatte. Er wusste es nicht. Die Dame an der Kasse fragt ihn, ob die Karte aktiviert ist...in Englisch. Er...."ja". "Die Funktioniert aber nicht...sind Sie sicher, dass die aktiviert ist?" "Ja". "Gut, dann ist die kaputt, gehen Sie an die Rezeption, lassen Sie sich dort eine neue Karte geben". Wie gesagt, alles auf Englisch. Unser Herr wieder "Ja".
      Was macht er? Nimmt sich seinen Kuchen, dreht sich um, geht hinter uns zurück, zieht sich einen Kaffee und setzt sich ans Fenster und isst in aller Ruhe seinen Kuchen mit dem Kaffee. Erste Mahlzeit umsonst.
      Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, ob man es ihm nicht einfach mal erklärt hätte, ich wusste es ja. Aber Markus meinte schon, ne, den Kuchen hatte er schonmal um sonst. Ein schlechtes Gewissen hatte ich trotzdem.

      Nach unserer Rundtour ums Schiff, mittlerweile 17 Uhr, haben wir uns dazu entschlossen, schon ein wenig eher ins Restaurant zu gehen. Unser Tisch war zum Glück frei. So lecker haben wir seit unserer Ankunft hier in Norwegen noch nicht gegessen. Rentier mit Spargel, Pilzen, Zwiebeln, Kartoffeln und einer leckeres Rotweinsoße.

      Das hat nur wirklich einen schönen Tag schön abgerundet.

      Die 4 Stunden Heimreise sind dann ohne Pleiten, Pech und Pannen vorbei gegangen. Um 23 Uhr waren wir wieder in unserer Ferienwohnung.


      Donnerstag, 20.08.2015

      Heute, muss ich zu meiner Schand gestehen, haben wir gar nichts gemacht. Ich hatte einen entspannten Sonnentag auf Balkonien und Markus hat zu Fuß die Umgebung erkundet. Morgen gehts weiter.

      LG Nina
      :ilhr:

      Lieben Gruß, Nina
    • Hallo Petra,

      ihm hat's sehr gut gefallen. Ich hab ihm glaube ich die Reise schmackhaft gemacht. Aber er hält sich tapfer. Wenn, möchte er mit der Lofoten fahren.

      Wir machen uns jetzt wieder auf die Socken, mal sehen was uns dieser Tag wieder bringt.

      LG Nina
      :ilhr:

      Lieben Gruß, Nina