Mitgebrachter Alkohol an Bord

    • Mitgebrachter Alkohol an Bord

      Das Mitbringen von Alkoholika an Bord ist ja schon öfters mal hier thematisiert worden, doch nun könnte es ganz dick für die Liebhaber eines Schlummertrunks in der Kammer oder die Benötiger einer Kaffeeverdünnung kommen. Seit kurzem (?!?) gibt es bei Hurtigrutens nämlich ein Limit für das Mitbringen von Alkoholika an Bord (vgl. hier und hier - auf der zweiten Seite runterscrollen bis "Nützliche Hinweise von A-Z") auf zwei Flaschen pro Person limitiert - egal ob es sich dabei um Schnaps oder Bier handelt. Diese müssen beim Anbordgehen registriert werden, Überkapazitäten müssen für die Dauer der Reise abgegeben werden.

      So weit, so gut. Doch nun könnte es nach Ankündigungen der Reederei noch dicker kommen - und das weil Knut Thyholdt Reibo aus Tromsø auf Facebook gegen die Regelung gewettert und damit möglicherweise schlafende Hunde geweckt hat.

      Knut berichtete, dass seine Mutter und seine Tante, beides Damen jenseits der 80, mit ihren Reiseunterlagen für die Tour Bergen - Tromsø auch eben jene Information bezüglich des Mitbringens von Alkohol erhalten hätten. Diese bezeichnet er u.a. als "Frechheit", "Idiotie", "Datenschutzverletzung" und "Sowjetstrategie" in reinem Profitinteresse und stellte die Zulässigkeit der derzeit praktizierten Regelung in Frage.

      Und Hurtigruten reagiert schnell. Zunächst sieht es nach Nachgeben aus, was Pressesprecherin Anne-Marit Bjørnflaten und PR-Ratgeber Stein Lillebo verkünden: Hurtigruten wolle den entsprechenden Passus aus den Reisebedingungen entfernen, eventuell noch heute. Dafür aber wolle man verstärkt darauf hinweisen, dass der Konsum mitgebrachter Alkoholika an Bord komplett verboten sei, also auch in der Kammer. Das Regelwerk werde entsprechend überarbeitet, sodass bestehende Unsicherheiten - bislang ist ja explizit nur ein Verzehrverbot für mitgebrachte Alkoholika in den öffentlichen Bereichen der Schiffe fixiert - beseitigt würden. Als Hintergrund für die Entscheidung führen Bjørnflaten und Lillebo zum einen die Schanklizenzen der Schiffe an, zum anderen Sicherheitsaspekte. Zwar sei exzessiver Alkoholkonsum an Bord bei Hurtigruten kein Problem, aber Vorschriften seien eben Vorschriften.

      Und Knut Thyholdt Reibo? Er wetterte auf Rückfrage der Presse, dass es eine Lachnummer sei, den Passagieren wohl das Mitbringen von Alkohol, nicht aber den Konsum desselben auf der Kammer zu erlauben. Hurtigruten werde den finanziellen Nachteil davon haben, wenn sich das herumspräche und verweist beispielhaft auf die Franzosen, die schließlich ihren Wein haben wollten. Und er könne, so argumentiert Knut, nicht den Unterschied zwischen der Kammer an Bord und einem Hotelzimmer sehen - letzteres würde man schließlich auch mieten und könne darin tun, was man wolle.

      Da sollte er sich mal Anne-Marit Bjørnflatens süffisanten Kommentar sanft durchs Gehör streichen lassen: Bislang, so die Pressesprecherin der Reederei, habe man die Begrenzung und die Abgabepflicht für Übermengen in der Praxis so gut wie gar nicht umgesetzt - sie habe vor allem existiert, um der Reederei eine gewisse Handhabe bei Auffälligkeiten zu geben.

      Tja, da hätte Knut Thyholdt Reibo vielleicht erst einmal Boëthius lesen sollen... ;)

      Einen weiteren Artikel zum Thema gibt es hier - and I need a nice cuppa now - milk and two sugar, please. :tee:
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
    • Jetzt drehen die bei HR wohl komplett durch.
      Das ist ja wohl die Höhe! Jetzt soll man sich schon vorschreiben lassen was man mit
      auf die Kabine kommt.
      Fehlt nur noch dass man die Pools nur in diesen schicken gestreiften Badeanzügen von 1900 benutzen darf. :wacko1:
      Grüße Daniel

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    • Für die einen ist es die persönliche Kabine, auf in man machen darf, was man will.
      Für die anderen ist es eine Restauration, in die man auch sonst keine eigenen Getränke mitbringt.
      Auf jeden Fall ist eine Änderung bezüglich der Alkoholika - in diesem wie in anderen Schiffsreiseforen - ein Thema, zu dem alle eine Meinung haben ...

      @eika: Einfach noch mal lesen, Britannicus war wie immer sehr deutlich.
    • Genau Polarstern,
      der superstarke Kaffee aus dem coffee-deal muss unbedingt verdünnt werden. Ansonsten, was man auf der Kabine macht, wird HR ja wohl nicht überprüfen.
      Gruß Herbert
      :lofoten2:

      MS Midnatsol 06/2011, MS Lofoten 04/2015, MS Lofoten 01/2017, MS Lofoten 09/2017, MS Lofoten 02/2018
    • Ich brauche zwar keinen Kaffeeverdünner etc, aber so lange lange an den Innenseiten der Kabinentüren keine Alkomaten angebracht werden, die die Tür nur bei 0,0 Promille freigeben, wird's mit der Kontrolle wohl schwierig :lol:

      Nachtrag: Ich möchte damit aber keine Diskussion über mögliche Tricksereien, Versteckmöglichkeiten etc. lostreten. Denke, das muss ggf jeder selbst verantworten/entscheiden

      Grüße
      Jörn


      Reiseberichte im Profil

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    • Beschrei es nicht- das mit dem Scannen kommt womöglich auch noch :cursing: Abgesehen davon kann ich gut auch ohne jegliche Kaffeeverdünner auskommen. Alkohol-Zwangskauf an Bord gibt es zum Glück (noch?) nicht. Solange sie nicht verbieten, dass man "draußen" gekauftes Wasser an Bord bringt... :wacko1:
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil
    • naja - wäre der Kreuzfahrer ein Norweger in Norwegen wäre die Preise genau so hoch. Wir haben ja schon festgestellt dass die Alkoholpreise in manchem
      Lokal höher sind wie auf den Schiffen.
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil!

    • das scannen ist zumindest auf der FRAM schon üblich, es war allerdings außerhalb Norwegens -
      Gögas Gepäck wurde vorübergehend einbehalten und er zur Erklärung herbeigebeten. Es ging um einen Rest Wick Erkältungssaft (Originalinhalt in Originalflasche). Die Erklärung reicht dann allerdings, sehen wollte das Fläschchen keiner. :wacko:

      Doof ist das mit dem Alkohol allemal. Kauf ich was im Duty free, um es einem netten Menschen entlang der Strecke dann bei einem UKT oder ähnlichem mitzubringen - muß ich die Ware abgeben und mir dann im entsprechenden Hafen wieder aushändigen lassen?
      Beim "Kammergenuß" bin ich mit all jenen, die diese als gebuchtes "Hotelzimmer" sehen und dort trinken wollen, was ihnen schmeckt. :thumbup:
      Grüße, Bavaria :)

    • Brauchen wir den Sprit wirklich? Dann darf man nicht mehr mit bestimmten Fluggesellschaften fliegen, nicht in bestimmte Hotels im Orient einchecken, bestimmte Restaurants meiden usw.. Oder fühlen wir uns in unseren Grundrechten auf Alkohol beschränkt? Ich kauf mir ein oder zwei Øl am Tag und bin da ganz zufrieden. Das spielt doch bei dem Preis der Reise eh keine Rolle.
    • Ich denke mal dass es hier vorallem um das Grundrecht geht, analog zum Hotelzimmer.
      Ich denke mal dass es hier auch weniger um das angesprochene Bier geht, sondern eher um die Verdauungshilfen.
      Ich selbst habe nämlich auch immer einen kleinen Flachmann mit selbstgebranntem dabei. Nur zur medizinischen Anwendung. :rolleyes:

      Ich bin mal gespannt wie die Kontrollen aussehen sollen, wenn das ganze wirklich knallhart durchgesetzt werden soll.
      Dann müsste man die Kontrolle ja auch bei jedem Distanzpassagier durchführen.
      Das würde dann wohl in der Praxis zu längeren Liegezeiten führen.
      Ich glaube kaum, dass das ganze auch so rigoros umgesetzt wird, da dies meiner Meinung nach eher zu umständlich für einen 'Lininenverkehr' ist.
      Grüße Daniel
    • nobbi wrote:

      Brauchen wir den Sprit wirklich

      nein, den brauch ich ganz und gar nicht.
      Es heißt ja auch nicht, dass ich nicht in Restaurant oder Bar entsprechende Getränke ordert.
      Was mir nicht gefällt, ist diese Art von Fremdbestimmung. :huh:
      Kein Alkohol in öffentlichen Bereichen auf dem Schiff - völlig in Ordnung.
      In der Kabine sollte es nur mich was angehen. :/
      Als nächstes kommt dann evtl tatsächlich, dass man keine wie auch immer gearteten Einkäufe von Lebens- oder Genußmitteln mehr an Bord bringen darf.
      Grüße, Bavaria :)

    • Also, wenn man generell eine Schiffskabine / Kammer mit einem Hotelzimmer vergleicht, dann muss man aber auch folgendes wissen: Anscheinend ist es (in D?) grundsätzlich so, dass der Hotelier "Hausrecht" ausübt. Will heissen, er kann / darf bestimmen, ob grundsätzlich die Gäste in den Zimmern (ihrem "Privatbereich") Alkohol konsumieren dürfen oder nicht. Ob der Hotelier nun dieses Hausrecht kontrolliert, ist eine andere Sache. Aber hier geht es, so verstehe ich es, um einen Grundsatz. Und HR hat nun (leider?) "entdeckt", dass sie ihr Hausrecht insofern ändern können, als dass mitgebrachter Alkohol auch außerhalb der öffentlichen Räume (in den Kabinen / Kammern) nicht konsumiert werden soll / darf. Aus welchen Gründen auch immer... Aber, wie gesagt, es geht hier wohl um Grundsätzliches.

      LG

      foerdesprotte
    • Naja, das mit dem Hausrecht hat ja in vermieteten Zimmern und Kammern seine Grenzen - man hat dem Mieter ja gerade die Nutzung gestattet und daher auf einen Teil seiner Rechte verzichtet. In einer Mietwohnung kommt der Eigentümer (hoffentlich) auch nicht vorbei und sagt mir, was ich trinken darf und was nicht. Eine solche Einschränkung müsste vertraglich geregelt werden - typischerweise in Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Und die sind einer strengen Inhaltskontrolle unterworfen (siehe bei uns §§ 305 BGB).

      Post was edited 1 time, last by “Beilage” ().

    • OK, keinen Alkohol. Was aber macht man dann, wenn man den Coffee-Deal hat und keinen Tee trinkt? Wie bekommt man das andere Getränk in einen genießbaren Zustand? ?(
      Gruß Herbert
      :lofoten2:

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