Reisevorgabe: Motorrad - Hurtigschiffe - Lofoten

    • 2014
    • Reisevorgabe: Motorrad - Hurtigschiffe - Lofoten

      Hallo Forum,
      möchte mal von meiner Reise berichten, die unter den Vorgaben Motorrad-Hurtigschiffe-Lofoten Ende Juni/Juli 2014 stattfand.
      Februar 2011 durchquerten wir die Lofoten und Vesteralen bei Nacht und starkem Schneefall mit der Nordnorge nordgehend. Die Sicht war gleich Null. Nachdem wir schon zum dritten Mal die Lofoten nicht sahen bzw. aus anderen Gründen linksliegen lassen mußten, haben wir beschlossen, die Lofoten und einige Stellen der Hurtigruten nochmals zu besuchen. Dies jedoch mit dem Motorrad.
      2014 war es dann soweit. 5500 km auf dem Roller + ca. 2000 km Wasserwege. Gesamt ca. 7500 km.
      Es wurde jedoch nicht das Motorrad sondern der motorradähnliche Großroller Tmax verwendet.
      Nachdem die Vorstellungen meiner Frau und mir betreffend dem allernötigsten Gepäck nach einigen Diskussionen auch geklärt waren, ging es am 20. Juni nordwärts von den Alpen Richtung Kiel. Es war starkbewölkt und die Morgentemperatur betrug 6°C, steigerte sich dann noch auf sommerliche 12°C.

      Es wurden 2 Nächte im Harz verbracht um das jährliche Tmax-Treffen der wenigen Tmax-Fahrer aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Tschechien mitzunehmen.
      Aufgrund der kühlen Temperaturen an diesem Wochenende wurde vom sogenannten "Wintertreffen" gesprochen. Von dort ging es mit einer Zwischenübernachtung in Lübeck nach Kiel. Hier sahen wir das erste Mal wieder Sonne. Mit der Color Magic ging es nach Oslo. Zum Schiff brauch ich nichts zu schreiben. Hier beginnt für uns immer der Urlaub. Norge empfing uns mit bestem Wetter. Auf der E6 ging es zur nächsten Übernachtung in Dombas. Am nächsten Tag wurde die Schönwetterroute gewählt, welche dann die ganze Tour verwendet wurde. Zurück zur RV15 und dann bei schönem Wetter zum Geirangerfjord . Dort haben wir eine "Verabredung" mit der MS Finnmarken. In Geiranger liegt bereits die Ryndam der Holland-Amerika-Line. 30 Minuten und die Finnmarken muss zu sehen sein. Also weiter zu den Kehren hinauf der RV63 Richtung Alesund . Von der 3. Kehre hat man einen guten Blick auf Geiranger . Wie berechnet kam die Finnmarken in den Fjord nach Geiranger . Leider mußten wir in den 20 Minuten Wartezeit miterleben, wie ein deutsches Reisemobil in der nächsten Kehre bei der Bergabfahrt die Straßenbegrenzung durchbrach und 20 Meter den Hang hinunterstürzte und Gott sei Dank an mehreren kleine Bäumen hängen blieb bevor es weiter hinunterstürzen konnte. Was den Insassen passiert ist, ist mir nicht bekannt. Wir sahen zwar abends in den norwegischen Nachrichten die Bilder, konnten aber die Sprache nicht verstehen.
      Feuerwehr, Rettungswagen waren sehr sehr schnell zur Stelle. 10 Minuten nach dem Unfall schwebte schon ein Rettungshubschrauber in Geiranger ein. Gab uns irgendwie ein sicheres Gefühl auf unserer weiteren Reise.

      Alesund eine wirklich schön am Wasser gelegene Stadt. Dort verbrachten wir 2 Nächte. Da Hurtigruten dort für uns zu ungünstigen Zeiten anlegt, konnten wir die Schiffe nicht sehen. Die Finnmarken haben wir ja in Geirranger getroffen und die Polarlys sollten wir noch später treffen. Von Alesund ging es auf der E39 und der RV64 nach Kristiansund . Ein Abstecher zur sehenswerten Kvernes kirke, die abseits der üblichen Touristenroute liegt, brachte dabei meinen Kreislauf etwas in Schwung. Um nicht die selbe Zufahrtsstraße hin und zurück fahren zu müssen, habe ich einen kleinen Umweg bei der Hinfahrt gewählt.
      Zuerst eine gutgeterrte einspurige Straße mit reichlich Ausweichbuchten und landwirtschaftlichen Anwesen beim Einbringen des Heues - wie zuhause im Allgäu. Dann eine große gelbe Hinweistafel gesperrt für PKW mit Anhänger und Wohnmobile und einen Hinweis auf 22 % Gefälle. Naja, bei der guten Straße..... die allerdings wenig später zum ungeteerten Wald- und Wiesenweg wurde. Einige Kilometer weiter mitten im Wald; wo geht der Weg weiter - nach unten. 22 %, die Wegbreite gerade mal soviel wie der Roller lang und volle Beladung, Gesamtgewicht ca. 400 kilo. Umkehren geht nicht. Die Stimme aus der zweiten Reihe verstummte. Zwei eingefahrene Spurrillen mit Kies und Schotter. Im Gefälle eine Linkskurve ohne zu sehen was danach kommt.
      Also Augen zu und durch, man hat ja auch noch das ABS. Hoffentlich kommt nichts entgegen. Im Schritttempo ging es äußerst feinfühlig hinunter. Das Gefälle wurde dann geringer, dafür kamen dann Spitzkehren mit sehr eingefahrenen Spurrillen.
      Das waren dann ca. 10 km die ich nicht haben musste. Danach gabs wieder eine normale Überlandstraße und prompt kam die Stimme aus der hinteren Reihe wieder, warum ich diese Straße ausgesucht hätte.

      In Kristiansund übernachteten wir direkt in der Stadtmitte und konnten so das norwegische Nachtleben mit seiner Geräuschkulisse miterleben. Ja, und dort trafen wir dann "unsere"Nordnorge ........ Fortsetzung folgt.
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    • Jetzt geht es weiter.

      natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen die Passagiere der Nordnorge am Kai zu begrüssen. Das Foto für die Abfahrt und meine gutgewählte Position allerdings fiel ins Wasser, da die Nordnorge den Hafen nicht auf der üblichen Route verließ - vielleicht hätte ich auch den Kapitän begrüßen sollen.

      Von Kristiansund ging es auf der E 70 und E 39 weiter nach Trondheim-Vikhammer. Dort legten wir eine Übernachtung ein. Da wir Trondheim schon mehrmals besuchten, ließen wir es links liegen. Am nächsten Morgen ging es durch Trondheim nach Flakk zur Fähre nach Rorvik . Es war früher Sonntagmorgen, dass erste Mal keine Sonne in Norge, dafür leichter Regen. Die Fähre war fast leer. Ziel von uns war ein Abstecher nach Stokksund . Ich wollte auf der Brücke stehen, bei der die imposante Durchfahrt der Hurtigtruten erfolgt.
      Auf der RV 715 ging es Richtung Stokksund . Da die 715 einen Umweg über Rissa macht, wurde von mir eine Abkürzung über Fjolvik und Breilla gewählt. Dort stand ein grosses gelbes Hinweisschild, welches mich eigentlich stutzig machen sollte, aber ich interpretierte es so, dass auf einer Länge von 20 km einige Baustellen kommen würden. Verwundert war ich nur, dass die 6 norwegischen PKWs die hinter mir waren alle auf der 715 blieben. Ok - wer weis, wo die hinwollen.
      Hinterher wußte ich, dass das Schild eine Baustelle mit 20 Kilometer Länge auswies. Die Straße wurde komplett neu aus dem Erdreich geschoben, gesprengt und ...... . Das Fahren auf der regennassen, löcherdurchsäten und zum Teil nicht erkennbaren Piste war äußerst anstrengend. Als wir dann nach 20 km wieder auf die 715 kamen, fuhren in diesem Moment die anderen Fahrzeuge von der Fähre an uns vorbei. Wir hingegen waren vollkommen verdreckt.
      Die von der RV 715 abbiegende RV 723 nach Stokksund entschädigt hierfür einwenig. Der Ort Stokksund und die Brücke hingegen lohnen einen Besuch nicht - außer ein Hurtigschiff käme gerade vorbei, was aber in unserem Fall zeitlich nicht passte, da wir an diesem Tage die weiteste Etappe in Norge zurücklegen mußten.
      Es ging weiter über die RV 715 und RV 17 über Namsos nach Grong zur E 6 und das Wetter wurde wieder besser. Gerne wären wir die 17er weitergefahren, aber unser Zeitplan ließ dies nicht zu.
      Die nächste Übernachtung erfolgte in Sandvik in einer Anlage die Jugendherberge, Hütten, Campingmöglichkeit und Gästezimmer bittet. Die Anlage ist voll auf Angeln ausgelegt. So viele Gegenstände, Bilder, Dokumente und historische Sachen zum Thema Angeln hab ich noch nie gesehen. Wer angelt sollte hier mal übernachten. Ich selbst Angle nicht, hat mich aber trotzdem beeindruckt.
      Von dort ging es am frühen Morgen an Fjorden und Seen, die ganz glatt zu Spiegeln der Ufer wurden, weiter nordwärts bei bestem Wetter. Wir überquerten an diesem Tag den nördlichen Polarkreis bei strahlendem Sonnenschein und 23 °C. Von den anderen Reisenden, welche sich dort aufhielten, ließen wir uns inspirieren unser erstes Eis bei dieser Tour in Norge zu essen.

      Weiter ging es auf der E 6 bis zur Abzweigung der RV 812 kurz vor Rognan. Diese 812 stellte sich als schöne Straße mit abwechselnden Landschaften dar und hat natürlich den Saltstraumen zum Ziel. Von dort ging es dann auf der RV 17 und E 80 nach Bodö . Dort wurden zwei Nächte im Grand Hotel verbracht. Die Einfahrt "unserer" Nordnorge" am nächsten Tag um 12.30 Uhr stand natürlich auf unserem Plan. Auch konnten wir verfolgen, wie die Passagiere mit Schlauchbooten Richtung Saltstraumen den Hafen verließen. Beide herrlichen Sommerabende wurden in den Außenbereichen der Bars und Restaurants mit zahlreichen Einheimischen verbracht.
      Das gute Wetter ließ auch einen ersten Blick von einem nördlich von Bodö gelegenen Aussichtsberg auf die Lofoten zu.

      Auf der E 80 und E 6 führte unsere Route weiter zur Fähre Bognes - Lodingen. Von der Fähre hatten wir einen wunderbaren Blick auf die Inselwelt der Lofoten. Die Meeresfarben der Küste und Buchten entlang der Küstenstraße nach Harstad hatten zum Teil karibische Dimensionen.

      Es folgten 2 Nächte in Harstad . In der ersten Nacht bin ich ungeplant um Mitternacht aufgewacht und kam in den Genuss der Mitternachtsonne die Harstad in eine warmes Gelb hüllte. Von unserem Zimmer konnten wir auf die Hafeneinfahrt und den Hafen sehen. Und natürlich die Einfahrten der Hurtigschiffe Trollfjord, Polarlys, Kong Harald und Vesteralen verfolgen. Der Tag zwischen den Übernachtungen wurde für eine Vesteralen/Lofoten-Tour genutzt.
      Es ging über die RV 83 zur Fähre Revsnes - Flesnes und dann auf der RV 85 nach Sortland . Die Küstenstraße 82 von dort nach Stokmarknes und Melbu bietet eine fantastischen Blick auf die Lofotenberge und deren Wände. Von Melbu setzten wir mit der Fähre über nach Fiskebol/Lofoten. Nächster Stopp war die Raftsundbrücke mit einem Abstecher zur Einfahrt in den Trollfjord .
      Zurück zur Raftsundbrücke kam die Polarlys südgehend wie berechnet in den Raftsund . Dieser Blick von der Brücke auf das Schiff war ein highlight, aber unser größtes highlight auf der Tour sollte am nächsten Tag folgen ........... Fortsetzung folgt.
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    • so, nun zum letzten Teil.

      Nachdem sich die Polarlys Richtung Trollfjord entfernt, ging unser Fahrt auf der E 10 Richtung Harstad weiter. Danach bogen wir ab auf die RV 85 Richtung Sortland und folgten dann im weiteren Verlauf der RV 83 nach Flesnes zur Fähre nach Revsnes. Von Revsnes gings dann auf der RV 83 nach Harstad . Abends waren wir vom Fahren und den vielen tollen Eindrücken einfach platt.

      Am nächsten Morgen, gerade rechtzeitig aufgewacht, fuhr die MS Vesteralen in den Hafen ein. Mit diesem Schiff haben wir noch ein "date". Nach einem ausgiebigen Frühstück wurde der Roller bepackt und es ging mit etwas schwerem Herzen von unserer nördlichsten Übernachtung auf dieser Tour der RV 83 folgend südwärts zur E 10. Wir genossen dann die Fahrt entlang der Küste Richtung Svolvaer . Es war entspanntes Cruisen angesagt. Nach einer Pause in Svolvaer ging es weiter westwärts. Der Besuch des bekannten Fischerortes Henningsvaer war enttäuschend. Von Touristen überrannt und auch auf diesen Tourismus ausgelegt. Schnell gings wieder auf Fahrt. Es gab kleinere Stopps mit Begehung einiger Sandbuchten. Die Sonne, der Sand, die sommerliche Temperatur, alles würde zum Baden einladen .... ja, bis man die Hand ins Wasser hält, dann wird einem wieder klar wo man sich befindet.
      Nach Sundklakk nahmen wir die RV 815 Richtung Stamsund . Kurz vor Stamsund kehrten wir um da wir ja noch ein "Date" hatten, welches wir auf keinen Fall verpassen wollten. Wie gern wären wir noch weiter bis in die westlichen Fischerdörfer bis Moskenes gefahren. Gegen Abend erreichten wir Svolvaer , ein schnelles Abendessen und noch 2 Lofoten-Strickjacken gekauft unter dem Motto "irgendwo bringen wir sie auch noch auf dem Roller unter".

      Jetzt zu unserem Date, unsere Betten der nächsten zwei Nächte kommen gerade um die Ecke zur Hafeneinfahrt.

      Kurze Zeit später wird die MS Vesteralen geentert, die Kabine belegt und danach von mir der Roller in den Laderaum gefahren.
      Als ich den einen Spanngurt, der mir von der Besatzung gereicht wurde, über den Roller legte und befestigte und dann noch 2 eigene Spanngurt befestigte, lächelde die anwesende Besatzung. Wahrscheinlich dachten sie, wie würde der sein Zweirad befestigen, wenn schlechtes Wetter wäre. Aber sicher ist sicher und meinem treuen Weggefährten sollte ja nichts passiern. Außerdem hatte ich noch Gelegenheit den Laderaum ausgiebig zu besichtigen.

      Das Ablegen von Deck aus beobachten und danach das Schiff erkunden war angesagt. Danach wurde der Tag schlafend beendet. Unser Aufenthalt auf den Lofoten wäre gerne länger gewesen, aber in unserem Zeitfenster war nur noch auf der Vesteralen ein Kabine zu bekommen, so mußte der eigentlich geplante 2 Tage längere Aufenthalt gestrichen werden. Der nächste Tag an Bord, wieder ein wunderschöner Tag mit hochsommerlichen Temperaturen, wurde auf dem hinteren Deck verbracht. Nur unterbrochen von kleineren Landgängen bei den Hafenaufenthalten.

      Kleine unerwartete Begebenheit an Bord, als ich ein Ablegemanöver an der Reling verfolgte stand plötzlich wenige Meter entfernt ein Mann, den ich von früher aus der Schule und unserem Ort kannte. Einem "Servus" und einem "was machst Du hier" folgte ein ungläubiger Blick als Antwort. Der frühere Schulkamerad und Unternehmer aus unserem 10 000 Einwohner-Ort war mit einer Gruppe seiner Mitarbeiter und deren Frauen auf Geschäfts- und Studienreise in Skandinavien unterwegs und hatte auch diese Schiffsreise von Svolvaer nach Trondheim eingebaut. Als seine Ehefrau dazukam und von meiner Frau als eine ihre Kundinnen erkannt wurde, war grosses Hallo angesagt. Mal wieder folgte der Satz "Wie klein doch die Welt ist".

      Ich konnte erkennen, dass ihm die Hurtigruten entlang der Küste gefiel und gab ihm einige Informationen hierzu. Es wird vermutlich nicht seine einzige Hurtigfahrt bleiben.

      Nach einem gewohnt guten Hurtigruten-Abendessen und einem Absacker ging es in die Kabine, da am nächsten Morgen um 6.30 Uhr in Trondheit angelegt wird. Das Wetter hatte sich über Nacht etwas verschlechtert. Es war überwiegend bedeckt mit einzelnen Auflockerungen. Nach dem Frühstück an Bord und der Beantwortung einiger Fragen von deutschen Mitreisenden bei der Beladung unseres Rollers ging die Fahrt südwärts auf der E 6. 10 km südlich von Berkak zweigten wir auf die E 3 ab als Alternative zur E 6. Dieser E 3 folgten wir bis ca. 40 km hinter Alvdal, dort Bogen wir westwärts auf die RV 219 um nach wenigen Kilometern auf die Fw 634 abzubiegen, welche dann in die Fw 385 übergeht. Diese kleine geteerte Straße führt einige Höhenmeter nach oben. Der Verkehr wurde immer weniger, das Wetter wurde immer schlechter, ein kalter scharfer Wind setzte ein, die Landschaft war ziemlich karg, uns begegneten nur noch einige Schafe auf der jetzt schmalen Straße und die Gegend war ziemlich unbewohnt. Das Navi zeigt fast schon 1100 Höhenmeter an und es fängt an zu regnen. Bei den Temperaturen dürfte es nicht weit zum Schneien sein. So hatte ich mir den hohen Norden vorgestellt, aber jetzt?
      Die hintere Reihe meldet sich jetzt auch zu Wort und fragt ob ich noch wüßte wo wir sind? Meine Antwort nein und das Navi wird es schon wissen, war etwas gelogen - aber so wurde es meiner Frau sicherlich etwas heiser. Es mußte bald wieder bergab gehen und bis Ringbu mußten es noch ca. 15 km sein und von dort sind wir dann bald in Lillehammer, wo wir unsere letzte Nacht in Norge gebucht haben. So war es auch.

      Am nächsten Morgen starteten wir bei Regen Richtung Oslo. Nach ca. 60 km auf der E 6 war wieder Sonnenschein angesagt. Vor Oslo sahen wir dann eine gewaltig Wolkenfront hinter Oslo stehen. Wenn die es laufen läßt. Diese Front kam uns entgegen. Wir schafften es trocken in den Hafen zur Einschiffung. Kurz danach ging ein gewaltiger Regenguss runter, der die Wartenden Personen und Motorradfahrer flüchten lies. Die Zöllner machten die Schranken auf, sodas die Kradfahrer in die Zollabfertigung und unter die dortige Überdachung fahren konnten. Einige Zeit später begann das Beladen.

      Mit der MS Fantasy ging es Richtung Kiel. Der Wetterbericht für den nächsten Tag: Svolvaer Sonne und 25°C, Deutschland, bedeckt, Regen, Sturm evtl. tornadoartig, Gewitter und sommerliche 12°C - na Prost!

      Gott sei Dank war das Wetter nicht ganz so schlecht. Die ersten 600 km wars stürmisch und stark bewölkt und trocken. Die letzten 300 km, genau ab der bayerischen Grenze regnete es. So kamen wir von Kiel nach 950 km Tageskilometern um Mitternacht bei 6° C zuhause an.

      Es war eine wunderbare Tour und ein schöner Urlaub. Viel dazu trug das nahezu perfekte Wetter in Norge, die wiedereinmal beeindruckenden Landschaften, die guten und wenig befahren Straßen, die rücksichtsvollen norwegischen Verkehrsteilnehmer sowie die gutklappende Voraus- und Vorortorganisation bei.
      Ein besonderen Dank an meine Frau und perfekte Sozia, die wiedermal auf das Lebensnotwendigste einer Frau wie Kosmetika, Haarföhn, Handtasche usw. verzichtet hat und hunderte bzw. tausende von Kilometern klaglos mit mir auf dem Kraftrad zubrachte.

      Nun freuen wir uns auf ein "Date" im Juli 2015 in Reykjavik mit der MS Fram.

      Rolando
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    • Hallo Rolando,

      Deinen ausführlichen Bericht habe ich mit großem Interesse gelesen. :thumbup: Ich war bisher erst :saint: zweimal mit dem Motorrad in Norwegen (Süden/ Fjorde/ bis zum Trollstigen ). Nun auch mit der MS Vesteralen u.a. auf den selben und den Lofoten.

      Und wie soll es anders sein? Jetzt möchte ich das kombinieren.... :thumbsup:

      Schöne Grüße