Kirkenes: Ölumladung als Problem?

    • Kirkenes: Ölumladung als Problem?

      Seit November nutzt die Gesellschaft Norterminal Ankerplätze in Korsfjorden und Bøkfjorden nordwestlich bzw. südöstlich von Kirkenes zum Umladen von Öl, doch dieses Verfahren wird von mehreren Seiten stark kritisiert, zum Einen von der Umweltstiftung Bellona, zum Anderen von Miljødirektoratet, der norwegischen Umweltbehörde. Beide sehen in dem Umladen von Öl eine potenzielle Gefahr für Norwegens östlichsten Lachsfjord und fühlen sich durch einen erst jetzt bekanntgewordenen Zwischenfall aus dem November in ihrer Sichtweise bestärkt:

      Damals, kurz nach Aufnahme der Umladeaktivitäten, war ein 70.000-Tonnen-Tanker auf Drift gegangen, konnte aber noch rechtzeitig von Schleppern wieder eingefangen werden - an ein Manövrieren unter eigener Kraft war in den beengten Gewässern und dem seinerzeit herrschenden Starkwind nicht zu denken gewesen. Bellona, aber auch Kystverket, das kurz vor Weihnachten den Zwischenfall publik gemacht hat, sehen in den beengten Verhältnissen sowohl in Kors- als auch Bøkfjorden ein ernsthaftes Problem, denn ein auf Drift gehendes Schiff droht unmittelbar aufzulaufen, da einfach kein Raum zum sicheren Driften ist. Bezogen auf den konkreten Fall betont Kystverket aber, es habe zu keinem Zeitpunkt eine akute Gefahr für die Umwelt bestanden.

      Die Zulassung der Ladeaktivitäten in den engen Fjorden um Kirkenes hatte seinerzeit übrigens zu Friktionen zwischen Miljødirektoratet und dem Klima- und Umweltministerium geführt, da letzteres nicht der Empfehlung des ersteren, die Genehmigung zu verweigern, gefolgt war.

      Als einziger Beteiligter hat sich bis heute übrigens Norterminal überhaupt nicht zu seinen Aktivitäten geäußert und wies auch nach Bekanntwerden der "Novemberdrift" fragelustige Journalisten mit der Begründung ab, man wolle nicht an einer öffentlichen Debatte über die Ölverladung im Varanger-Fjordsystem teilnehmen.
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)