Hochzeitsreise mit Hurtigruten – oder: Sieben auf einen Streich

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      Jürgen und ich starten auch unseren Reisebericht. Wir hoffen, dass Ihr wie üblich ‚unersättlich’ seid, was solche Informationen anbelangt. Falls es Euch zu viel wird – solltet Ihr einfach mal ‚stopp’ signalisieren. Aber wir schreiben trotzdem weiter! ;)

      Ersten Gerüchten zufolge würde Jürgen von mir Kommando’s befolgen, aber ich glaube, der Herr versteht selber gut, Arbeit zu verteilen – ich darf
      den Hauptteil schreiben und er ergänzt, wo er Spaß an Widerworten hat :knot: . Ich glaube, da ist von ‚befolgen’ bei ihm wohl weniger die Rede.Wir haben das Gefühl, wir kommen klar :friends: – nicht nur im Alltag sondern auch beim Reisebericht. Euch viel Spaß dabei !

      Ihr habt uns jetzt schon so viel 'verfolgt', dass Ihr wisst, dass unsere Hochzeitsreise zeitgleich unbedingt eine gesundheitliche Erholung und
      ein Zurücklassen des Alltags bringen sollte.

      Wir können dem Bericht gerne vorwegstellen: wir hatten sieben Wünsche und alle wurden erfüllt ! Diese Wünsche waren: traute Zweisamkeit –
      Entspannung – Sonne – Seegang – Schnee – Wale/Delphine – Nordlicht .

      Ursprünglich hatten wir aufgrund der gesundheitlichen Situation von Jürgen und unserem familiären Umfeld das Gefühl, dass wir zeitlich dieses Jahr keine Reise mehr in unseren Zeitplan 'einbauen' können.

      Aber da flatterte das Angebot 2 für 1 für die Fram ins Haus. Da kamen wir doch ins grübeln. Es dauerte von Freitagabend bis Montagmorgen, bis wir uns entschieden hatten, mit der Fram fahren zu wollen, alles mit Haus-/Hundesitter klären sowie Urlaubspläne umschmeißen und die
      Genehmigung für den neuen Zeitraum von den Arbeitgebern holen. Aber: das war nicht schnell genug, es gab keinen Platz mehr auf der Fram für uns.

      Unsere Reaktion war: wer weiß, wozu es gut ist . Jetzt, da wir ja den Reisebericht der Muccis kennen, sind wir mit der Uns-nicht-haben-wollen-auf-der-Fram, mehr als zufrieden. :thumbsup:

      Natürlich kam dann der Gedanke auf: Urlaubspläne alle umgeworfen, häusliche Versorgung geklärt, die inzwischen für meine SchwieMu erforderlich Betreuung auch – da müssten wir doch....... . :hmm:
      Gedacht – gebucht – und die Vorfreude begann. Unsere Reise haben wir hier bewusst nicht angekündigt – wir wussten nicht, ob sich bei meiner SchwieMu der Gesundheitszustand so massiv weiter verschlechtern würde, dass wir evtl doch noch den 'Strick abkauen' müssten.Wir wissen aber, dass Ihr auch Überraschungen liebt und von daher hatten wir kein schlechtes Gewissen. :dance3:

      Beim Live-Bericht habt Ihr ja schon mitbekommen, dass wir incl Nachprogramm 3 Wochen unterwegs sein wollten – und waren. Und soviel sei schon verraten: unsere Energietanks haben wir erfolgreich aufgefüllt.

      Ihr könnt Euch aber sicherlich vorstellen, dass wir so gar nicht angetan waren, als wir merkten, dass außer den gesundheitlichen Varianten in der Familie urplötzlich ein Vulkan eine Rolle in unserer Planung spielen wollte.

      Wir verfolgten genau Eure Überlegungen und neu organisierten Anreisen – frei nach dem Motto: was davon könnte uns auch helfen?

      Denn eigentlich mussten wir die Anreise knapp planen. Morgens am 03.10. ab Hannover fliegen und abends die Vesteralen entern.

      Anreise mit Color Line klang gut –aber eigentlich bei mir vom Büro aus nicht machbar, dass ich ab dem 01.10.14 Urlaub bekäme. Aber, ich weiß schon lange, dass im Notfall meine Kolleginnen alles möglich machen, was geht.

      Und so sagte die eine klipp und klar: bevor Eure unbedingt verdiente Hochzeitsreise den Bach runter geht, mache ich noch zusätzlich für Dich in der Zeit Vertretung (eine Kollegin aus der Urlaubskette war noch im Urlaub), wenn auch der Chef mitspielt. Er tats – und so stand fest, sollte der Vulkan Flüge unmöglich machen, bekäme ich früher Urlaub.

      Entsprechend gab es eine Flexbuchung bei Color Line. Und die Vorfreude war wieder ungetrübt – wenn auch ein Auge immer Richtung Berichte über den Vulkan gingen.

      Der war ja wiederum so nett, immer so aktiv zu sein, dass unsere Anreise per Flug nicht gefährdet war. Und so war der Tag plötzlich da: Der 02.10.2014. Die Abreise stand unmittelbar bevor. Es wurde doch noch mal etwas unruhig, weil die letzten Regelungen für SchwieMu getroffen werden mussten. Ab dem Abreisetag übernahm mein Bruder die Verantwortung und zwei Nichten die Besuchsdienste, so dass ich wusste: die nächste Info gibt es keinesfalls während der Reise, erst nach Rückkehr am 22.10.2014.
      Das war uns wichtig: alle Alltagsprobleme und Sorgen , auch die von unserer uns immer unterstützenden Familie – alles einfach hinter uns
      lassen.

      Wir wussten: auch wenn Hundi unsere Koffer suspekt fand –denn mal wieder durfte er nicht mit- er würde im Wechsel von drei Betreuern versorgt.
      Er kennt sie alle – und weiß genau, wie er wen zu zusätzlichen Streicheleinheiten 'überredet'. :good3:

      Jürgen war kurz vorher noch mal krank geschrieben – war aber bis zum Vorabend reisefähig.Und so habe ich dann in bekannter Rücksicht auf meinen Hund, alles für Fotoausrüstung und an Gepäck zurechtgelegt und am 03.10.2014 morgens um 03h (fiese Zeit) fertig gepackt.

      Und so startete der Tag 01, 03.10.2014 vor'm Wachwerden. Denn eines gehört nicht zu meinen Stärken: früh gut aufstehen. Aber nach einem lecker Cappu :gutenmorgen: war die Welt in Ordnung, es wurde mir klar, dass die Reise tatsächlich statt fand. Meine Schwester Rødhette brachte uns zum Flughafen nach Hannover, knuddelte uns und verabschiedete uns mit der Empfehlung: vergesst uns einfach Alle, falls Euch danach ist.

      Und wie Ihr ja anhand des Reiseberichts gemerkt habt, gelang es uns nicht ganz. Aber telefoniert wurde mit Jürgen seiner Familie nur kurz vor'm Ablegen in Bergen
      und dann wieder nach Rückkehr von zu Hause aus. Meine musste sich mit Nachrichten via Smartphone begnügen.

      Vom Flughafen aus 'erschreckte' Jürgen schon Mal eine unserer wichtigen Informationsquellen bereits vor'm Kaffee von ihr. Aber sie sollte doch wissen, dass wir pünktlich gestartet sind. Prompt kam die Antwort: die Vesteralen wird es auch sein!

      Falls Ihr davon ausgeht, dass wir während unserer Hochzeitsreise unzertrennlich sein werden – weit gefehlt.

      Denn schon bei unserem ersten gemeinsamen Flug wurden wir getrennt. Beim Online einchecken wohl etwas gepennt – und schon saßen wir jeder an
      einem Fenster , aber noch nicht Mal hintereinander, sondern einer links einer rechts vom Gang.

      Wir hätten wegen geringer Frequentierung des Fluges sicher zwischendurch mal wechseln können – aber wir haben es auch so überlebt. Es gab ein
      wunderbaren tiefroten Sonnenaufgang, der ewig schien und keine Augen mehr für’s gegenseitige Betrachten ließ. :blush2: :mosking:

      Übrigens wirkt es verwirrend, wenn es im Flieger Getränke aus einem Plastikbecher gibt, der als Motiv ein Fahrrad eingestanzt hat. Wussten die um die Mitreise von Jürgen, unserem Radurlauber oder haben wir das Fahrzeug verwechselt?

      In Amsterdam hatten wir dann Glück – wir durften noch landen. Aber dann passierte erst Mal nicht viel – Nebel satt. Klasse Beginn.

      Aber auf dieser Reise begleitete uns immer wieder das Glück. So auch hier: mit einer Stunde Verspätung konnten wir abheben und waren mittags schon in Bergen . 'Klärchen' hatte sich durchgesetzt. Wir überlegten, was sie wohl auf der gesamten Reise mit uns machen wird ?!In Bergen war es trocken, aber extrem windig. Es wurde sogar auf eine 'unruhige' Landung hingewiesen. Wir empfanden sie aber nicht schlimm. Der Pilot versteht offensichtlich sein Handwerk.

      Wir fuhren bei Nieselregen bis zum Torget und gingen zu Fuß zum Anleger. Der Regen verzog sich dabei zusehends.

      Am Terminal konnten wir schon unsere Koffer abgeben . Unser Handgepäck unterbringen war schwieriger. Nicht, dass alle Schließfächer belegt gewesen wären, oh nein. Aber wir waren während des Spaziergangs zum Terminal so mit uns und der Freude, Brygge zu sehen beschäftigt, dass wir letztendlich doch vergessen haben, auf dem Weg 3 10-Kronenstücke zu besorgen.

      Die Bediensteten von Hurtigruten haben grundsätzlich kein Kleingeld, die Taxifahrer wollten auch nicht – aber zwei ältere Damen bekamen unsere Überlegung 'des Mitnehmens des ganzen Geraffels' mit und gaben zu verstehen, dass sie wechseln konnten. Sie wurden mit zwei strahlenden Gesichtern belohnt. :)

      Und da sich Bergen zwar immer noch sehr windig, aber trocken zeigte, sind wir – natürlich -zum Cafè bei der Fischfabrik und dann nach Signal einer unserer
      Relaisstationen noch rechtzeitig zur Spitze von Nordnes.


      .Dort ‚testete’ Jürgen bekanntermaßen für uns ein 'Ersatzfahrzeug' – aber wir haben uns aufgrund der Enge des Gefährts entschieden, auf die größere Variante zu warten.Und schwupps tauchte die Vesteralen am Horizont auf.



      Ihre Ankunft hat sie mit Typhon verkündet – wir hatten das erste Video im Kasten und freuten uns. :thumbup:

      Langsam spazierten wir zurück. Es wurde immer kühler, so dass wir zum Schiff zurück schlenderten. Wir wussten ja, dass wir im Anschluss an die Reise noch mal Bergen unsicher machen können und immer die Chance auf angenehmeres Wetter besteht.



      Nach der Sicherheitseinweisung sind wir an Bord. Und ich versuchte die Zeit bis zur Freigabe der Kabinen mit einem ersten Teil des Live-Berichts zu überbrücken. Alles klappte ganz gut – bis ich mich vom PC abmelden wollte. Der wollte aber nicht . grrrr :diablo: . Schließlich habe ich mich durchgesetzt – war ja wohl klar. Später
      haben wir herausgefunden, dass nur einer der vier PC's leicht zu bedienen war.

      In der Kabine angekommen, bemerkte ich eine auffallende 'Macke' an meiner besseren Hälfte. Es muss umgehend der Koffer ausgepackt werden – wegen der Übersicht und so. Dann liebe ich lieber das Chaos – ist irgendwie entspannter anzugehen. Übrigens: überlegt haben wir während der Reise beide gleichviel . Mehr als ein Satz fing an mit : wo ist.....! :mosking: :mosking: :mosking:

      Dann sind wir voller Vorfreude zum Bergenbufett. Und waren schon etwas enttäuscht. Es war alles lecker – aber die Auswahl sehr gering und warmes Essen nur lauwarm. Leider blieb das so auf der ganzen Reise so.

      Unser Reiseleiter war Egbert. Ich kannte ihn von meiner ersten Reise. Und stellte fest: er ist seiner kurzen und präzisen Art Treu geblieben. Unter anderem sagt er zur Begrüßung etwas, was ich bei anderen Reiseleitern so deutlich noch nicht gehört habe. 'Wir sind ein öffentliches Verkehrsmittel und keine Kreuzfahrt. Entsprechend wird es immer Arbeitsgeräusche geben'. Unabhängig davon gab er einen kurzen Abriss der für die ersten beiden Tage wichtigen Formalitäten und
      kündigte an, dass er täglich Info-Veranstaltungen für den folgenden Tag machen werde.

      Das hat er auch getan und durchaus sehr informativ auch für uns Mehrfachtäter. Allerdings haben wir auch schon Mal 'geschwänzt'. Denn wenn beim Auslaufen aus Bodø die Sonne vom Himmel lacht und die Lofotwand wahrscheinlich bald am Horizont auftaucht – dann bleiben wir keinesfalls drin. :nono:

      Am ersten Abend hat Egbert jedenfalls ein sehr gutes Timing gehabt. Die Info begann eigentlich direkt nach Auslaufen aus Bergen . Wegen extremer Ladetätigkeit vorher verzögerte sich die Abfahrt um 30 Minuten und entsprechend begann die Info während der Abfahrt. Grundsätzlich zeitlich gesehen für uns ein Unding. Aber da es draußen Regen in Massen gab, hätten wir nicht die ganze Zeit bis zur Askøybrücke draußen stehen können. Dazu hätten wir einen Taucheranzug benötigt.



      Aber die Info-Veranstaltung hörte auf – wir raus – und hatten die Askøybrücke direkt vor/über uns. So konnten wir deren Spiegelungen genießen. Und anschließend Wetterjacke/hose in die Dusche hängen. Sonst wäre die Kabine weggeschwommen.Dann haben wir ja noch ein bißchen im Live-Bericht ergänzt und sind gegen 23h ab in die Waagerechte.
      Lynghei

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    • Tag 01, 03.10.2014

      Jim Knopf:

      Fliegen ist nun nicht unbedingt meine Lieblingsanreiseart nach Norwegen. Nach Möglichkeit benutze ich am liebsten Schiff und Bahn. Nicht weil ich etwa Flugangst hätte ;) , aber man muss auch bedenken, dass so ein Flugzeug die 7-fache Energie der Bahn benötigt, beim Schiff sieht es ähnlich aus =O .
      Diesmal gab es wegen der Urlaubsplanung meiner Frau zum Flugzeug aus zeitlichen Gründen keine Alternative und getrennt anreisen wollte ich auch nicht, denn ich hatte schon die ganze Woche vor der Abreise Urlaub und verbrachte die Tage bei meiner Frau im Märchenland.Leider musste ich mich von meinem Seesack trennen, da die Sackkarre zum Transport zu schwer war. Meine Sachen kamen dann in einen großen Trolley von SchwieMu. Damit konnte ich dann das Gepäcklimit einhalten.Ich bin noch nie mit so einem sperrigen Ding zur See gefahren, aber einmal ist halt immer das erste Mal :thumbsup: .
      Am Abreisetag hieß es bereits vor dem Wachwerden aufzustehen. Nach einem schnellen Frühstück mit einem letzten heimischen Genusskaffee brachte uns meine Schwägerin Rødhette nach Hannover zum Flughafen. Dass wir zeitlich ziemlich knapp dran waren habe ich zum Glück gar nicht so registriert =O . Wir konnten unser Gepäck gerade noch so mit viel Goodwill der Dame hinter dem Schalter aufgeben. Ob wir das wohl in Bergen wiedersehen würden?
      Es begann der 6. Flug in meinem Leben. Ohne Zwischenfälle oder Verspätungen ging es mit einer tollen morgendlichen Lichtstimmung nach Amsterdam. Beim Landeanflug befand sich ein riesen Plattenbau an Kreuzfahrtschiff in der Zufahrt zum Hafen in Amsterdam.Am Flughafen herrschte bereits ziemlicher Bodennebel, aber wir konnten noch landen.

      Der Weiterflug nach Bergen verzögerte sich deshalb um etwa eine Stunde. Da wir aber mit ausreichend Zeitpuffer geplant hatten, war das alles kein Problem.Dieser Flug verlief mit Ausnahme des Landeanflugs ebenfalls sehr ruhig.

      Der Plastebecher für die Getränke hatte passenderweise für mich einen Fahrrad als Symbol :P

      Deutlich waren die Westfriesischen Inseln und auch die vielen Schiffe auf dem Schifffahrtsweg vom und zum Ärmelkanal auszumachen. Interessanter wurde es dann wieder bei der Landung. Wir wurden bereits darauf hingewiesen, dass aufgrund von Starkwind die Landung etwas unruhig werden würde. Man konnte dann, als wir die Wolkendecke durchbrochen hatten deutlich die vielen Schaumkronen auf dem Wasser sehen. Da war also einiges los und auch das Flugzeug hoppelte entsprechend.

      Unser Gepäck kam dann doch relativ schnell und wir fuhren mit dem Flughafenbus zum Fischmarkt. Den Rest bis zum Hurtigrutenterminal gingen wir zu Fuß. Dort angekommen wurden wir sofort unser Gepäck los. Auch das überzählige Handgepäck konnten wir, nachdem meine Frau die entsprechenden Münzen organisiert hatte, im Schließfach ‚einsperren’. Da es nicht regnete wollten wir noch einen kleinen Spaziergang zur Halbinsel Nordnes machen.

      Da die Vesterålen Verspätung hatte reichte es noch zu einem Kaffee im Restaurant bei der Fischfabrik.Von dort aus konnte ich mit der STAVANGERFJORD die Fähre nach Hirtshals in Dänemark aufnehmen.

      Schön ist meiner Meinung nach anders, aber über Geschmack lässt sich bekanntlicherweise nicht streiten :evil: . Rechzeitig, aber nicht zu früh gingen wir zur Spitze von Nordnes. Dort brauchten wir nicht allzu lange warten bis die Vesterålen, unser zu Hause für die nächsten 12 Tage, aufkam.

      Sie fuhr an uns vorbei, gab das Signal für südgehende Hurtigrute, nämlich lang-lang-kurz-lang, drehte und ging achteraus an ihren Liegeplatz. Nun gingen wir gemütlich auf einem anderen Weg zum Terminal zurück.

      Dabei suchten wir rasch noch einen Supermarkt auf und kauften ein. Zurück im Terminal nahmen wir unser restliches Handgepäck aus dem Schließfach, checkten ein und konnten dabei gleich unsere Bordkarten zur CruiseCard freischalten lassen.
      Nach der Sicherheitseinweisung ging es an Bord. Dort kauften wir dann den Kaffeebecher. Die waren unter anderem unser Hochzeitsgeschenk von SchwieMu. Sie wusste ja von den Reisen mit Erika, wie ‚süchtig’ wir nach denen sind.
      Anschließend konnten wir schon bald in unsere Kammer. Da war ich dann schon etwas über den doch im Vergleich zu den neueren Schiffen begrenzten Spindraum geschockt. Wie soll ich da meine ganzen Klamotten stauen? Wenn ich das gewusst hätte, wär doch noch das Ein oder Andere zu Hause geblieben =O . Habe mich auf alle Fälle gleich mal eingerichtet und alle Sachen sauber im Spind einsortiert nach Unterwäsche, Langarm, Kurzarm, Hosen usw. Ich bin da relativ pingelig, weil man sonst, wenn man unterwegs ist und es vielleicht auch noch Seegang hat, nix mehr wiederfindet.
      Im Anschluss gab es dann das Bergen-Büfett. Das war für uns Vielfahrer schon relativ enttäuschend. Die Auswahl war ziemlich gering, egal ob bei Meeresfrüchten, Schalentiere gab es überhaupt nicht, beim Käse oder auch beim Nachtisch. Dass dann die warmen Gerichte nur lauwarm waren, setzte dem ganzen die Krone auf.
      Eigentlich wollten wir zur Abfahrtzeit natürlich draußen sein, eigentlich und uneigentlich verzögerte sich die Abfahrtszeit um über eine halbe Stunde, so dass die Einführungsveranstaltung von unserem Reiseleiter Egbert genau während des Auslaufens stattfand. Das war aber überhaupt nicht schlimm, da es mindestens einen 6er Regen hatte und wir an Deck unweigerlich weggeschwommen wären. Viel zu sehen gab es deshalb ohnehin nicht, weil es wegen des Regens auch keine Fernsicht gab. Dieser Reiseleiter ist einsame Spitze, denn ich habe es bei meinen zahlreichen Fahrten niemals erlebt, dass es täglich eine Infoveranstaltung für den nächsten Reisetag gibt. Da wurde beileibe nicht hauptsächlich Reklame für die Ausflüge gemacht, sondern über die durchfahrene Landschaft, deren Besonderheiten und die Kultur und die Menschen an der Küste erzählt.
      Nach Beendigung dieser Einführungsveranstaltung gingen wir sofort an Deck und konnten so gerade noch die Durchfahrt unter der Askøybrücke erleben. Bei dem Regen gelangen sogar noch einige Bilder mit meiner kleinen wasserdichten Kamera, was mir fast wie ein Wunder vorkam. Vielleicht sind sie so gut geworden, weil sich meine Frau den Apparat geschnappt und in den Regen getraut hat.

      Anschließend sind wir mit dem Wunsch nach besserem Wetter zur Koje gegangen
      Gruß

      Jürgen

    • Ich bin absolut sicher, dass es statt eines "Stopp" hier definitiv nur immer wieder ein lautes und vielstimmiges "Weida" geben wird. Also bitte zügig WEIDA !!!! :)
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO Verweise auf Reiseberichte im Profil
      7/14 NX
    • Ganz bestimmt nicht. Außerdem habe ich mir sagen lassen, dass ihr ziemlich gutes Wetter hattet. Die Bilder dazu will ich sehen. Also zügig. ;)
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO Verweise auf Reiseberichte im Profil
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    • Ich sag auch weida, so ein Doppelreisebericht macht immer besonders Spaß :yeah: Allein schon Eure unterschiedlichen Ordnungsvorstellungen... :winki: Wie schade, dass das Essen lauwarm war! Auf meiner Teilstrecke war zwar auch die Auswahl nicht so groß wie auf den großen Schiffen, aber heiß war das Essen.
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil
    • Tag 02, 04.10.2014

      lynghei:

      Da lassen wir Euch doch nicht am 'ausgestreckten Arm verhungern' ;) , zumal wir einen Teil der Reise bereits vorgeschrieben haben. Dazu ein paar Bilder raussuchen - warum ist das nur immer so schwer, habe wohl wieder ein paar zuviel gemacht :mosking:

      Wer hat an der Uhr gedreht? :wacko1: Schon war es Samstag, 04.10.14, und wir sind so spät aufgewacht wie ich noch nie auf einer Hurtigrutenreise. 8h – bis dahin nicht ein Anlegemanöver mitbekommen. :blush2: Unglaublich. Aber nach zwei langen Tagen mit äußerst wenig Schlaf wohl nachvollziehbar.
      Wir haben uns dann noch ein gemütliches Frühstück gegönnt. :gutenmorgen: Anschließend ging es zur Abfahrt aus Alesund raus. Damit begann für uns unser tägliches Programm an Sauerstofftanken. Jedes Mal bis zur Sauerstoffvergiftung.

      Es war bedeckt, aber trocken, Klärchen bemühte sich außerordentlich und setzte sich schließlich auch wieder durch.Die Fahrt in den Hjørundfjord war interessant und traumhaft schön. Und es wurde warm. Fast zuuu warm. Es gab allerdings eine schnelle Abkühlungsmöglichkeit. Einfach mal um die Ecke in den Wind gestellt :nummer1: – der hatte es noch in sich. Die Fahrt bis Urke bot sehr unterschiedliche Landschaft:



      Der Ausflug hat uns beiden Spaß gemacht. Jürgen hat so manches gar nicht wieder erkannt. Obwohl doch grundsätzlich vom Fahrrad alles näher am Betrachter sein sollte. :lol: Nur: bei der Radtour hatte er Regen satt – und heute gab es Sonne pur. :thumbup: Die unheimlich schroffe Bergwelt und zum Schluß das Hotel Union waren imponierend.


      hier scheint das Frischwasser der Vesteralen nachgefüllt zu werden ;)



      Unsere Augen waren auch auf der Rückfahrt immer wieder auf der Wasseroberfläche. Aber die bei den Reisen der Seebären und FLS erwähnten Wale hatten inzwischen das Weite gesucht.

      In Alesund gelüstete es Jürgen nach Bewegung – er erstürmte den Aksla trotz der Umleitungsstrecke in 20 Minuten. Ich schwöre- ich habe ihn nicht angetrieben. :knot: ;) Ich begnügte mich mit dem Ort und einem Spaziergang zum alten Anleger und dem Verzehr eines Soft-Is. :icecream: Zur Abfahrt waren wir aber wieder vereint.

      Vor der Abfahrt gab es einen traumhaften Sonnenuntergang. Zum Abendessen habe ich Jürgen alleine geschickt. Das Soft-Is war wohl etwas groß ausgefallen und füllte meinen Magen noch ausreichend.



      Nach dem Essen wurden Bilder gesichert und dann sind wir raus, die Nordnorge zu begrüßen. Aber sie wirkte wie ein Geisterschiff – niemand draußen. Da winkten wir mit Taschenlampe und Leuchtstab ganz umsonst. Oder doch nicht? Vielleicht hat sich die Nordnorge gefreut?!

      Vorher habe ich an der Rezeption die Ausleihe der Fahrräder für Trondheim geklärt. Es ist eine Sicherheit von 500 NOK pro Rad zu hinterlegen (oder wird mit der CruiseCard bezahlt und bei Rückgabe zurückgebucht) .

      In Molde sind wir noch mal kurz von Bord, haben ein paar Bilder von der Vesteralen gemacht. Den Abend haben wir mit einem Glas Rotwein ausklingen lassen. Abendliche Stimmung


      Werde gleich mal versuchen, ein paar Bilder im Uhrzeigersinn korrigieren - falls es mir nicht gelingt, wird meine bessere Hälfte das nachher erledigen :love:
      Lynghei

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von „Jim Knopf“ ()

    • Tag 02, 04.10.2014

      Jim Knopf:


      Habe so gut wie fast noch nie an Bord eines Hurtigrutenschiffs geschlafen. Wir waren bereits auf dem Weg nach Ålesund , als ich erwachte und das erste Mal aus dem Fenster schaute. Das Wetter war auch erheblich besser als am Vortag. So ging ich erst mal ne Runde über Deck und genoss die Morgenstimmung. Dabei stellte ich auf dem Achterdeck fest, dass die Maschine ne Menge Heizerflöhe ausspuckt.

      Da freuen sich helle Bekleidungsstücke :mosking: . Beim Einlaufen und während der Liegezeit in Ålesund gingen wir zum Frühstück.

      Das war nicht weiter schlimm, würden wir doch am Nachmittag nochmals hierhin kommen. Nach dem Auslaufen aus Ålesund gingen wir an Deck und blieben dort bis fast zur Ankunft in Urke. Das Wetter. Die Landschaft, einfach alles war traumhaft schön.

      Fast etwas spät begaben wir uns zum Fahrzeugdeck. Da wir den Ausflug gebucht hatten, mussten wir mit dem ersten Tenderboot an Land fahren. Das klappte alles einwandfrei. Dabei konnte ich beobachten, dass es wohl Schwierigkeiten beim Ankern gab, denn die Vesterålen arbeitete ständig mit den Maschinen, was man am Schraubenwasser deutlich sehen konnte. Das war auch noch so, als wir bereits im Bus saßen. Die Landschaft und auch die Strecke kannte ich bereits von meiner Radreise im Jahre 2010. Damals war leider das Wetter unterirdisch und ich machte deshalb nur sehr wenige Bilder. Auch das Hotel Union in Øye nahm ich damals nicht auf.Wir fuhren von Urke entlang der Norangfjords bis Øye auf der 655 und dann ein Stück in Richtung Hellesylt in das Tal hinein.

      Wir hatten eine sehr gute Reiseleiterin, die alles genau erklärte.Wir kamen an einen kleinen See namens Lygnstølvatnet. Dieser See, welcher mir auch auf der Radtour 2010 aufgefallen ist, entstand am 26. Mai 1908 in Folge einer mächtigen Steinlawine, welche vom Südhang des Tales abging. Diese Steinlawine versperrte das Tal und es entstand dadurch ein natürlicher Damm. Dieser staute den Fluß auf und es entstand dieser See. Eine aus 9 Hütten bestehende Alm versank darin. Im Wasser des Sees kann man heute sowohl die alte Straße, als auch die Grundmauern der Almhütten sehen. Auch der Gangerølvsteinen, welcher sich ganz in der Nähe befindet, entstand bei diesem Ereignis.Wir hatten allerdings zu viel Wind, so dass das Wasser zu sehr gekräuselt war, um das wirklich klar sehen zu können.

      Wir fuhren noch ein Stück weiter, kamen an einer 100m hohen Felswand mit Schneeresten vorbei. Das hatte ich bereits 2010 im Regen abgelichtet.Schließlich erreichte wir eine Sommeralm und der Bus wendete und wir durften uns die Füße vertreten.

      Das Norangsdal zählt zu den engsten Tälern Norwegens und ist wegen seiner Steilhänge im Winter stark lawinengefährdet. Deshalb ist diese Straße im Winter gesperrt. Urke und Øye sind dann nur noch auf dem Wasserweg erreichbar. Die Almhütten sind so angelegt, dass Lawinen keinen Schaden anrichten können sondern so drüber weggehen können.Anschließend ging es ins Hotel Union in Øye.

      Das war mir natürlich 2010 bereits aufgefallen. Damals standen dort jede Menge hochpreisige Limousinen davor und ich hätte niemals gewagt damals, so durchnässt wie ich war, dort einen Fuß über die Schwelle zu setzen.Ganz anders heute. Das Hotel stammt aus dem Jahre 1891 und es befindet sich noch weitestgehend im Ursprungszustand. Dort sind früher viele gekrönte und ungekrönte Häupter abgestiegen, auch der deutsche Kaiser Wilhelm II war dabei.
      Bevor wir das ganze Hotel und viele Gemächer besichtigen durften, gabs im Speisesaal Suppe und Svele mit Rømme, was sehr lecker war.

      Schließlich gings zurück zum Schiff.

      Wir gingen ankerauf und liefen dann wieder durch diese Zauberwelt zurück nach Ålesund .

      Dort wollte ich unbedingt hinauf auf den Aksla . Hat man doch von dort oben einen der schönsten Blicke entlang der Küste. Schon nach kurzer Zeit merkte ich, dass der direkte Weg gesperrt ist, also ging ich einen kleinen Umweg über das Vattndal. In 20min war ich oben. Das alles im T-Shirt und Tevasandalen! Es war aber auch wärmer als an manch einem Hochsommertag. Wir hatten knapp 20°C. Oben bot sich mir ein grandioser Ausblick. Da habe ich reichlich Fotos gemacht.

      Irgendwann musste ich mich allerdings dann doch wieder auf den Rückweg machen. Schließlich wollte ich noch ein paar Aufnahmen vom Hafen mit den Jugenstilhäusern machen. Das gelang mir dann auch zu meiner vollsten Zufriedenheit.

      Noch rasch ein paar Aufnahmen vom Schiff und der Stimmung dort am Hafen und ich begab mich wieder an Bord.

      Beim Nachtessen musste ich alleine aufschlagen, da meine bessere Hälfte sich in Ålesund zu reichlich an Softeis gelabt hatte. So lernte ich dann unsere Tischnachbarn kennen. 2 Damen aus den Niederlanden, sowie ein älteres Ehepaar aus der Schweiz, welche vor vielen Jahren diese Reise mit der Finnmarken unternommen hatten, welche sich heute in Stokmarknes beim Museum befindet. Leider bekam ich so die Passage von Lepsøyrev nur aus dem Restaurantfenster mit. Das ist eine enge Durchfahrt in welcher die Kong Harald vor ein paar Jahren Grundberührung hatte. Seitdem ist das dort vertieft und ähnlich ausgebaut und mit Baken versehen, wie die Risøyrenna . Zur Begegnung mit der Nordnorge waren wir wieder gemeinsam an Deck. Da wurden trotz Dunkelheit neben den Deckstrahlern auch noch die Typhone bedient und das sogar mit einem kurzen Danke jeweils als 4. Ton. In Molde waren wir nochmals kurz draußen.

      Leider erreichten wir Molde mit etwas Verspätung, was wohl am abweichenden Liegeplatz in Ålesund liegen dürfte, denn der Weg nochmals in Richtung Süden und außenrum ist doch etwas länger. Nach dem Ablegen und dem Passieren des Rica Hotels gab es noch ein Glas Rotwein für meine Gattin und anschließend Nachtruhe.
      Gruß

      Jürgen

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Jim Knopf“ ()

    • Den Ausblick vom Aksla fand ich im vorigen Jahr sogar noch schöner als den Geiranger Fjord. Wegen letzterem musste die Reise im Mai beginnen, ich wollte ihn unbedingt mal in Natura sehen, Fernsehaufnahmen hatten das provoziert ;) . Als ich aber auf dem Aksla war gab es nur noch ein WOW- und Gänsehautgefühl.
      Danke für eure beiden Berichte, sie lassen sich richtig schön lesen.
      Grüße aus dem Rheinland

      Berichte sind in meinem Profil zu finden
    • Es ist schön, zu sehen, wie Ihr alle den Bericht verfolgt :hut: - Danksagungen sind ne feine und praktische Sache. Und mein Schatz <3 hat meine Bilder auch für Euch für angenehmes Anschauen gedreht , die heutigen habe ich selbst passend vorbereitet bekommen - also kann es weitergehen.

      Wir haben süß und selig in den Tag 03, den Sonntag 05.10.14 geschlafen. Erstmals wurden wir von einem 'Randalen-Otto' gegen 7 Uhr geweckt. Es knallten mehrere Schranktüren, dann die nach draußen – und Ruhe war. Der Gedanke 'Du könntest ja aufstehen' war noch nicht zu Ende, da war ich auch schon wieder eingenickt. Wieder war es 8 Uhr beim Wachwerden.
      Es sollte sich die ganze Reise wie ein roter Faden durchziehen: wach werden, wieder einschlafen – und eigentlich viel zu spät aufstehen. Jürgen hat erzählt, dass er das auf fast allen Reisen gemacht hat. Ich kenne von mir eigentlich auf den Hurtigrutenschiffen eher dieses neugierige Wachwerden mit dem Gedanken: was bringt der heutige Tag? :search: Aber vielleicht hat das letzte Jahr alle Energiereserven aufgebraucht. Jürgen's und auch SchwieMu's Krankheit haben offensichtlich mehr gefordert, als die Freude über unsere Hochzeit und bevorstehende Reise wieder regenerieren konnten.Aber egal. Wir sind in Trondheim .
      Einmal aus dem Kabinenfenster linsen: Superwetter. :) Also husch husch ins Bad, anschl. kurzes Frühstück, Räder holen und los.

      Wir haben die Runde gedreht am Hafen lang, die Schiffe auf Foto gebannt, dann bis zum Dom, der Gamle Brua, zum Fahrradlift , Baklandet und retour.
      Ich habe einige neue Perspektiven aufgenommen. z.B. Jürgen's Versuche mit dem Fahrradlift dokumentiert. :thumbup: Für gute 2m wurde Jürgen mit seinem Fahrrad angeschoben – dann war Schluss. Eine junge Deutsche (offensichtlich in TRD wohnhaft) erklärte zeitgleich ihren Eltern, dass sie bis zur erfolgreichen Benutzung auch länger gebraucht habe. Es wäre schwierig, den Fuß auch i m m e r auf der Fußstütze zu belassen. Ich habe beobachtet, dass sich der Fuß von Jürgen immer direkt zum Start durch den Lift, wenn die Fußstütze angeschoben wird, minimalste Zeit löst. Offensichtlich reicht das aus, um den Lift zu sagen: der will nicht. :mosking: Aber anders als bei Effe's Versuchen, ist keine rote Lampe aufgeleuchtet und der Lift funktioniert noch. ;)
      Dann auf das Motto bei der Durchfahrt von Bakklandet geachtet: ‚Fahr gelassen – genieße Bakklandet.’ So ist es freundlich möglich, um angemessene Fahrweise zu bitten. Fröhlich gelöst.
      Oder Jürgen, wie er ja ‚fast’ in den Nidelva gefahren ist. :mosking: :mosking: :mosking:



      Bis dahin war uns übrigens schon irre warm. Wir hatten uns gar nicht dick angezogen – aber die Sonne verwöhnte uns über alle Maßen. Einfach traumhaft.Die Ausfahrt Trondheim genossen wir noch. Jürgen stellte für sich fest, dass er schon entspannter war als bei der Abfahrt. Mir wurde bewusst, dass ich seit der SMS an die Familie 'wir sind in Bergen ' die Sorgen wohl 'abgeschaltet' hatte. Feiner Mechanismus der inneren Uhr.

      Wir entschlossen uns, kurz zum lunsj zu gehen. Und dann m u s s t e n wir raus. Bei dem Wetter hielt uns nichts drinnen. Ich war schnell mit dem Essen fertig. Letztendlich nur den nötigsten Hunger gestillt. Die Auswahl war – bis auf die warmen Gerichte- wie gestern. Eis gab es wieder nicht, Wackelpudding ist mir ohnehin ein Graus – also ab ins Vergnügen.

      Fotoapparate geholt und vorne auf den ‚Balkon’. Wo sonst hin? Dieser Außenaufenthalt dauerte von ca 13h30 bis 18h30. Es war schon 'schrecklich' ;) , zwischendurch rein zu müssen, um mal schnell die Keramikabteilung zu besuchen. Ist ja lästig.
      Bei der Ausfahrt aus dem Trondheimfjord gab es andeutungsweise Wolken, dann strahlte wieder die Sonne und uns der Kjeungskjaer entgegen, er zeigte sich in feinem dunkelrot. Sein Steg ist auch wieder komplett aufgebaut.
      Bevor wir in den Stokksund sind, gab es Rückenflossen von mindestens 15 kleine Walen zu sehen. Jürgen ärgerte sich etwas. Er sah sie nicht – Stichwort: Keramikabteilung. ;(
      Im Stokksund sind wir leider nicht die schmale Passage gefahren – bei dem Wetter nicht so ohne Weiteres nachvollziehbar. Aber so schade ich es bei den Lichtverhältnissen fand – die Wasserverhältnisse wie Strömungen etc hat der Kapitän zu beurteilen, nicht ich. Erkennbar war an den Felsen, dass der Wasserstand relativ niedrig war. Für mich war diese 'Abweichung' ein Novum. Also auch die achte Reise kann Neues bieten...

      Bei der Ausfahrt aus dem Stokksund haben wir den ersten Seeadler gesehen – das u.a. ist der 'Lohn', wenn wir stundenlang draußen stehen. Einfach schön. Der Tag blieb klar und wunderschön. Bei mir keimte die Hoffnung: sollten wir etwas ab Rørvik das erste Nordlicht sehen?!
      Auf jeden Fall ‚erwischten’ wir noch einen sagenhaften Sonnenuntergang – und ich fing der Leuchtturm Kyr mit der rotglühenden Sonne im Hintergrund ein. :love:





      Bei der Rückkehr in die Kabine vor'm Abendessen fanden wir die Mützen mit 'Autumn gold' vor. Die Farbe: endlich mal kein schwarz ! Diesen Braunton mit der orangen Schrift kann vielleicht sogar ich anziehen ohne wie ein Gespenst auszusehen. :gr-redeyealien: Bei schwarz besteht dafür keine Chance.

      Das Abendessen war lecker, aber mir eigentlich zu viel. Werde wohl das eine oder andere Mal aussetzen. :hmm:
      In Rørvik haben wir Aufnahmen von der Kong Harald und von dort von der Vesteralen gemacht. Unter Anderem eine ‚Mondlandung’ auf der Gösch (Flaggenstock am Bug) der Vesteralen. ;) Und dann sind wir nach dem Auslaufen draußen geblieben. D.h. ich . Und ich wurde belohnt: erstes Nordlicht. Hellgrün, schwach und doch deutlich. Jürgen geholt. Da war es schwach bis 'wech'. Leider. Aber das erste Nordlicht ist aufgetaucht. Mal schauen, ob es noch mehr geben wird.



      Ich blieb noch ein bißchen draußen, die schmale Passage genießen. Eigentlich wollten wir vor'm Schlafengehen den Tipp für die Polarkreisüberquerung abgeben – aber wir sind mit Sauerstoffvergiftung in die Waagerechte und haben in den Tag 04, Montag 06.10.14 wunderbar hineingeschlafen.
      Lynghei

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    • Tag 03, 05.10.2014

      Jim Knopf:

      Habe wieder sehr gut geschlafen, habe weder was von der Hustadvika noch vom Anlaufen Kristiansund mitbekommen. Als ich wach wurde vibrierte das Schiff leicht. Ein Blick zur Uhr verriet mir, dass es sich dabei nur um das Anlegemanöver in Trondheim handeln konnte. Der Blick aus dem Fenster bestätigte dies. Da meine Frau noch schlief, schön ruhig in die Klamotten und an Deck. Als ich draußen war ging der Dampfer gerade achteraus, um an den Liegeplatz hinter der Trollfjord, zu gelangen.

      Nach dem Frühstück radelten wir mit den Ambassador Fahrrädern los. Die hatte meine bessere Hälfte am Tag zuvor organisiert. Zunächst ging es auf die andere Seite des Hafenbeckens, um neben unserem Schiff auch die Trollfjord abzulichten. Leider war Sonntag und damit das Industriegelände am Kaiende geschlossen, so dass wir nicht ganz zur Spitze gelangen konnten.

      Wir beobachteten noch das Auslaufen der Trollfjord und fuhren anschließend in die Stadt.
      Unser erstes Ziel war die Gamle Brua. Dort liessen wir uns von einem Passanten ablichten.Angeblich soll diese Brücke verliebten Glück bringen wenn sie sich unter einem der Bögen küssen.

      Das nächste Ziel war der Nidarosdom. Die herbstlich gefärbten Bäume vor der Kirche und der blaue Himmel machten sich dabei ausgezeichnet.

      Überhaupt hatten wir mit dem Wetter unglaubliches Glück. Es war dabei richtig warm. Ich hätte zum Radfahren ne kurze Hose brauchen können. Sowas hatte ich natürlich nicht dabei, denn wer denkt daran, dass man im Herbst höhere Temperaturen als an manch einem Sommertag hat. Das nächste Ziel war dann der Fahrradlift.

      Leider wurde er durch einen geparkten Lieferwagen blockiert. Deshalb fuhren wir weiter an den Nidelva. Dort machten wir einige Aufnahmen von den alten Lagerhäuser, dem Dom und der Gamle Brua.

      Danach gings zum Fahrradlift zurück. Die Benutzung war leider gar nicht so einfach. Irgendwie war es sauschwer den rechten Fuß auf dem Pedal zu halten. Deshalb war immer nach ein paar Metern Schluss und der Schlitten fuhr wieder in die Ausgangslage zurück.Ich habe das mehrfach ausprobiert, aber es ist mir nicht gelungen.

      Ohne Lift im kleinsten Gang bin ich schon den Berg raufgekommen, aber das ist ja nicht Sinn des Erfinders.Fazit: Jim Knopf und der Fahrradlift in Trondheim sind nicht kompatibel. Jetzt ging es durch schöne Straßen und an Läden mit geheimnisvollen Inschriften ?( allmählich zum Schiff zurück.

      Zum Auslaufen waren wir bei diesem Wetter selbstverständlich an Deck .

      Es war nach wie vor sonnig aber wir hatten richtig Wind, der später bis BFT . 7 auffrischte. Da ich bei diesem Wetter gerne die Nebelglocke von Rødberg ablichten wollte, musste das Navi nebst Fotoapparat mit in das Restaurant. Außerdem nahmen wir einen Fensterplatz an Steuerbord ein. Das war bei der geringen Anzahl an Reisenden gar kein Problem. Es gab deshalb auch nur eine Sitzung abends. Zwischen Hauptgang und Nachtisch verließ ich mit Blick auf das Navi kurz das Restaurant, machte ein paar Aufnahmen und kehrte wieder zurück.

      Das ist auch mit dem neuen System mit einscannen der Bordkarte gar kein Problem. Schließlich befinden sich die Toiletten auch davor und da muss man ja auch jederzeit hin können. Anschließend war wir beim verlassen des Trondheimfjords und passieren von Agdenes wieder an Deck.

      Nach der Umrundung von Ørland steuerten wir auf den Leuchtturm aller Leuchttürme entlang der Hurtigrute zu, nämlich [definition=45,1]Kjeungskjær Fyr[/definition].

      Wenig später passierten wir Asenvågøy fyrstasjon in etwas größerer Entfernung an Backbord. Mittlerweile war es schachwindig mit BFT 2. Schon bemerkenswert, wie schnell sich hier das Wetter und die Windverhältnisse ändern können. Hatten wir im Trondheimsfjord noch BFT 6-7 aus SSE, war es vor Ørland BFT 3-4 aus SSW und jetzt kam der Wind fast aus West. Bei diesen Witterungsbedingungen fuhren wir auch durch den Stokksund . Im Trondheimsfjord hatte ich wegen des starken Windes schon Bedenken dass das wohl heute nix werden würde.

      Beim Verlassen des Stokksundes sahen wir Seeadler . Im Anschluss folgt meiner Meinung nach ein besonders schöner Streckenabschnitt. Das Schiff fährt durch immer neue Sunde und umrundet mal mit einem Backbord das andere Mal mit einem Steuerbordschwenk Schären und Holme. Oftmals muss dann noch mit der Maschine heruntergegangen werden, weil es mehrere Orte mit Kaianlagen gibt und die dort liegenden zumeist Fischreifahrzeuge durch zu großen Schwell beschädigt würden. In Sandviksberget kam sogar ne ganze Familie mit dem Auto an den Kai gefahren um das Hurtigrutenschiff zu begrüßen. Wir antworteten mit Typhonsignal und der Tag für die Kinder dort war gerettet :thumbsup: . Wenig später ging es nach passieren von Saksa und Buholmråsa Fyr auf eine total friedliche Folda . Nach einem wunderschönen Sonnenuntergang begaben wir uns zum Nachtessen ins Restaurant. Rechzeitig vor Rørvik waren wir im Restaurant fertig und konnten so, da beide Schiffe absolut pünktlich waren die südgehende Kong Harald besuchen.

      Anschließend gab es das erste Nordlicht auf unserer Reise. Bis ich an Deck war, meine Kamera mit Stativ klar hatte, war es schon wieder weg. Was solls, immerhin hatte es meine Frau im Kasten ;) . Wir hatten auch ohne Nordlicht eine wunderbar laue Nacht. Der Wind war jetzt völlig eingeschlafen und die Wasseroberfläche spiegelglatt. Es war sehr schwer sich hier zu lösen, aber irgendwann mussten wir doch mal in die Koje :sleeping: .
      Gruß

      Jürgen

    • Tag 04, 06.10.2014

      Jim Knopf:

      Damit wir die Polarkreis-Überquerung nicht verpassen, hatten wir diesmal den Wecker gestellt. Deshalb waren wir dann rechtzeitig an Deck. Leider sind meine Aufnahmen von der Kugel, wegen der noch herrschenden Finsternis, unscharf geworden, aber die Morgenstimmung war unglaublich schön.

      Wir blieben bis zur Begegnung mit der Lofoten an Deck und begaben uns anschließend zum Frühstück.

      Rechtzeitig zum Anlaufen in Ørnes waren wir wieder draußen und blieben dort bis Bodø .

      Ich ging nur mal kurz zur Rezeption um die Räder nochmals auszuleihen. Das klappte auch problemlos. So fuhren wir dann nach Ankunft in Bodø einmal um den Hafen herum zur Nyholm Skandse. Dort hatten wir bei dem tollen Wetter einen wunderschönen Ausblick über den Hafen und Bodø . Außerdem kreisten 2 Seeadler hoch über uns.

      Es ist dort draußen unheimlich schön und mit den Fahrrädern gut zu erreichen. Man kann da auch zu Fuß hin, man schafft das auch während der Liegezeit, aber der Weg zieht sich schon erheblich. Nach Rückkehr zum Schiff gab es ein UKT mit Eva in der Cafeteria. Leider ging die ohnehin kurze Zeit viel zu schnell vorüber. Danke, liebe Eva, dass du Zeit für uns hattest.
      Beim Auslaufen waren wir wieder an Deck und blieben dort bis Stamsund .
      Das Wetter war so schön und wärmer als an manch einem Sommertag. Deshalb machten es wir uns schon bald in Liegestühlen bequem.

      Wir passierten kurz nacheinander Bjørnøy und Landegode Leuchtfeuer jeweils an Backbord.

      Auch der Landegomann war gut zu erkennen.

      Wir fuhren auf einen absolut friedlichen Vestfjord hinaus und genossen das Wetter in vollen Zügen. Völlig ausgeschlossen, jetzt unter Deck zu gehen, um Kaffee zu trinken. Deshalb holte ich Kaffee und Lefse an Deck. Dabei kam ich an einem Thermometer im Schatten vorbei. Es zeigte fast 18°C.

      Kaum hatten wir den Kaffee ausgetrunken, als meine Frau plötzlich aufsprang und erregt nach Backbord zeigte. Dort ein Wal. Es dauerte einen kleinen Augenblick, bis ich ihn auch sah. Immerhin gelang mir sogar ein Foto mit Blas.

      Nach intensiver Recherche im Netz und Vergleich meiner Bilder von der Walsafari in Andenes, welche ich 2008 bei meiner ersten Radtour durch Norwegen unternahm, sind wir uns sicher, dass das ein Pottwal war. Später gab es dann einen wunderschönen Sonnenuntergang mit genialem Abendrot.

      Auch der Mond war bereits zu sehen.

      Das zog sich alles bis Stamsund hin.

      Während der Liegezeit mussten wir zum Nachtessen, schließlich macht Seeluft hungrig. So erlebten wir das Auslaufen nur durch die Fenster des Restaurants. Rechtzeitig zur Begegnung mit der südgehenden Midnatsol waren wir wieder an Deck. Leider blieben diesmal die Typhone stumm. In Svolvær gingen wir über die Brücke zu der Hotelanlage mit den Rorbua.

      Dort gibt es einen wunderschönen Blick. Auf meinen Aufnahmen entdeckte ich, dass wir bereits Nordlicht hatten.

      Nach dem Auslaufen blieben wir an Deck bis zur Raftsundbrücke. Wir hatten ständig Nordlicht.

      Besonders vorm Trollfjord drehte das so richtig auf.

      Ausgerechnet jetzt wurden die Suchscheinwerfer angestellt, sehr zu unserem Unmut. Außerdem habe ich inständig gehofft, dass wir jetzt nicht in den Trollfjord reinfahren, denn dann hätte man vom Nordlicht nix mehr gesehen. Mein Wunsch wurde erhört, das Schiff drehte nur vor der Einfahrt und setzte die Fahrt dann fort. Allerdings wurde das Nordlicht auch wieder schwächer, so dass wir beschlossen haben, irgendwo zwischen Digermulen und der Raftsundbrücke, zur Koje zu gehen.

      Wir konnten ja noch nicht wissen, aber das erzähle ich dann im Bericht von Tag 5.
      Gruß

      Jürgen

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    • Ich muss sagen, ich bin sehr erstaunt. Es hieß mal, 'ich lasse Dir den Vortritt' - und prompt leistet sich der Herr schon das erste aufmüpfig werden :mosking: , man gut, dass ich ihn so sehr :love: . Vermutlich meint Ihr auch, ist doch egal, wer zuerst seinen Bericht einstellt. Ist es auch - aber gefährlich wird es bei mir ohnehin nur, wenn ich nicht lästere :whistle3:

      Dann bringe ich Euch jetzt den Tag aus meiner Sicht näher:

      Da ich die Polarkreiskugel in der Dämmerung unheimlich gerne sehe, haben wir am Tag 4, Montag, 06.10.2014 den Wecker gestellt. Und es war eine feine mystische Stimmung. Gegen 7h10 haben wir die Kugel erreicht – genaue Zeit ist uns nicht bekannt. Wir sind nicht in die Nähe von Neptun und seiner Begleitung geraten (warum wohl? grins) und haben entsprechend auch die genaue Info nicht bekommen.

      Mein Magen knurrte schon vernehmlich – aber vor dem Treffen mit der Lofoten konnte ich nicht zum Frühstück gehen. Ausgeschlossen. Und sie kam, als wir bereits feinstes Morgenlicht hatten. Und wenn die Vesteralen auch offensichtlich ein neues Typhon hat – das von der Lofoten gefällt mir viel besser.
      Nach der Begegnung schmeckte das Frühstück erst richtig gut.



      Dann hat Jürgen gekümmert, dass wir nochmals die Fahrräder bekommen. Die Sicherheit war die gleiche Höhe. In TRD fiel keine Leihgebühr an wegen unserer Ambassador-Mitgliedschaft. Hier wurden jetzt 100 NOK fällig. Lohnte sich bei dem Wetter alle Mal.

      Nachdem wir sehr ausgiebig gefrühstückt hatten, weil wir Mittagessen ausfallen lassen wollten, sind wir raus. Einfahrt in Ørnes war wunderbar. Ich habe nur eines vermisst: den Hafen kenne ich es nur mit einer Menge an Seeadlern. Dieses Mal war nicht ein Einziger zu sehen. Fand ich gemein. :( Geht doch eigentlich gar nicht, oder?

      Wir blieben draußen, bis wir in Bodø waren. Vor der Einfahrt saß auf einer Schäre ein Seeadler und schaute genau in meine Kamera . Äußerst sympathisch. :hut: Gleich nach dem Anlegen ging es ab zur Festung. Dort genossen wir Sonne, Wind, blauen Himmel und Seeadler . Es war eine himmlische Ruhe. Kein Mensch außer uns war dort.Durch das sagenhafte Blau des Himmels und das strahlende Sonnenlicht wirkte das Wasser ungeheuer intensiv blau und bei den Kanonen ergab sich ein wundervoller Kontrast.Eine der Kanonen zeigte uns schon die Fahrtrichtung – wir wollten sie aber nicht zur ‚Flugrichtung’ umdisponieren.. Denn ein Abenteuer à la Baron Münchhausen wollten wir uns nicht gönnen. :girl_witch: Aber wir haben für Euch ein ‚Beweisfoto’ gemacht, dass wir beide dort auf der Spitze der Halbinsel waren !


      Zurück beim Schiff hatten wir einen gemütlichen Klönschnack mit Eva. Es hat Laune gemacht, diese halbe Stunde zu plaudern. Danke Eva, wir hätten defnitiv keine Probleme gehabt, einen ganzen Tag mit Dir zu verbringen. Vielleicht sollten wir Dich in Zukunft als 'Maskottchen' an Bord holen. Dürfen die nicht umsonst mitfahren? :whistle3: :sdafuer:

      Zur Ausfahrt haben wir uns in wärmere Klamotten geschmissen – denn in Bodø war es ungeheuer warm und wir hatten nur dünne Jacken an- und dann mit Fotoapparaten bewaffnet raus zur Ausfahrt.Es tauchten keine weiteren Seeadler auf, aber es war egal, wir genossen einfach nur die Sonne. Es war ungeheuer warm. Mir war auf keiner Reise bisher so warm, dass ich im Liegestuhl längere Zeit hätte verbringen können. Hier gab es Schwitzanfälle beim Nichtstun. Also: einen Teil der Kleidung wieder ‚entsorgt’

      Jürgen hat das im Windschatten angebrachte Thermometer inspiziert: mitten auf dem Vestfjord 18° im Schatten. Das hatte ich ja selbst bei meiner ersten Tour, die mal im Mai war, nicht.Da eine Kaffeepause drinnen keinesfalls in Betracht kam, hat Jürgen unsere Kaffeebecher gefüllt und aus der Kabine unsere Lefse geholt. Die Kombination an Deck zu genießen, bei dem Wetter ist unglaublich entspannend.

      Und dann, gerade aufgegessen und Kaffeetasse weggestellt, erschrecke ich Jürgen – und mich wahrscheinlich auch. Ich springe auf 'da, ein Wal' . 'Wo?' Und da sah Jürgen auch schon den Blas. Der Wal war ungeheuer nah. Er zeigte mehrfach den Blas, auch seinen gesamten Rücken und entsprechend seine Rückenflosse. Fazit: Zu dem Zeitpunkt keine Ahnung welcher Wal, aber ein großer Wal. Einfach traumhaft.
      Edit: nachforschen via Tante G und Jürgen’s Bilder von seiner Walsafari ergab: es war ein Pottwal – und keinesfalls ein kleiner. Einfach klasse! :dance3:



      Bis Einlaufen Stamsund sind wir draußen geblieben. Einfahrt noch fotografisch festgehalten, dann zum Abendessen. Frische Luft macht hungrig. Wie war das mit 'ich werde wohl öfter nicht zum Essen gehen? :hmm: Na ja, manchmal siegt eben der Hunger. :essen:

      Vor Svolvaer bekam ich Nachhilfe :grumble: in Navigation und Deutung von entgegenkommenden Lichtern. Erkannt habe ich die aus dem Hafen kommende Midnatsol trotzdem erst als sie für mich als Schiff und nicht als Toplaternen bzw Seitenlaternen erschien. :whistle3: Die Begegnung war nur mit Lichtsignalen – und auf der Midnatsol war leider niemand zu sehen.

      In Svolvaer sind wir von Bord bis zu den Rorbuer gegangen. Wollten feine Spiegelungen fotografieren. Denn es war Windstärke 0, in Böen 1, aber es gab keine Böen.Und was zeigt sich auf den Bildern? Nordlicht !!! Mein Schatz hat es mir erzählt und vor lauter Freude, ‚tanzte’ er durch mein Bild. Prima Beweis seiner Freude!



      Also nach Auslaufen raus und vorne auf den Balkon. Und hofften und waren gespannt wie ein Flitzebogen. Kaum haben wir den Hafen verlassen, verzaubert uns nicht nur der Vollmond, sondern das Nordlicht ist auch schon schwach erkennbar. Und es wird stärker und stärker und erreicht seinen ersten Höhepunkt direkt an der Einfahrt zum Trollfjord . Noch nie habe ich bisher das Einschalten der Scheinwerfer mit einem 'Menno , neee' kommentiert. Aber das grüne Licht war trotzdem stärker als das weiße!!!Und da wir vor dem Trollfjord nur gedreht haben, blieb uns das Nordlicht erhalten. Sonst wäre es hinter der hohen Felswand 'verschwunden' gewesen.So blieb es – bis fast zum Ende vom Raftsund . Es wurde kalt und kälter. Nicht windig – einfach kalt.Kurz vor der Brücke nur noch sehr schwaches Licht.



      Also rein, unter die heiße Dusche – denn die Zähne klapperten trotz Zwiebelsystem mit T-Shirt und Pullover und Fleecejacke und Wetterjacke- schneller als ich frieren konnte. Und kaum war ich fertig – Durchsage; mine Dame og Herrer .... Jürgen war gerade zur Kabinentür hereingekommen. Eine 'Staubwolke' und weg war er. So schnell war ich selten wieder in den Klamotten und draußen. Aber das ist dann der Beginn von Tag 5, Dienstag 07.10.2014. Und damit ein neuer Beitrag . :good3:
      Lynghei

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