Sonne, Wind und Nordlicht - eine Herbstreise mit zwei (Wetter-)Gesichtern

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    • Sonne, Wind und Nordlicht - eine Herbstreise mit zwei (Wetter-)Gesichtern

      So ihr Lieben, nachdem ich meine erste Nachurlaubswehmütigkeit überwunden habe, starte ich mal unseren Reisebericht. Tag 1 allerdings ohne Fotos, irgendwie ist mir da gar nicht in den Sinn gekommen, irgendwann mal ein Foto zu machen. Kommt auch selten vor :huh:

      25. September 2014 – Tag 1
      Das Warten hat endlich ein Ende. Die letzten Wochen sind vergangen wie im Flug und ich habe schon wieder den ganzen Tag dieses verdalemeite Gefühl, beim Packen etwas vergessen zu haben... Bereits gestern sind wir nach Gladbeck zu meiner Schwester gefahren und haben bei ihr genächtigt. Von hier aus ist es nur noch ein Katzensprung nach Düsseldorf zum Flughafen. Der Tag begann relativ zeitig, denn wir wollten uns natürlich noch von der Familie verabschieden, bevor alle auf Arbeit, in den Kindergarten und die Schule entschwinden. Als alle aus dem Haus waren, sind wir dann erst mal ins Bad und wollten anschließend gemütlich frühstücken. Da klingelte schon das Telefon und meine Schwester rief an. Sie steht vor Essen im Stau und es geht gar nix mehr und der Dirk kommt gleich mit Pauli wieder nach Hause, denn ausgerechnet diese Nacht wurde in der Kita eingebrochen und sie bleibt geschlossen. Schlechtes Karma???
      Na ja, er hat jedenfalls lecker Brötchen mitgebracht und wir konnten ungeplant zusammen frühstücken. Ist ja auch nicht schlecht.

      Gegen viertel zwölf haben wir uns schließlich auf den Weg zum Flughafen gemacht und sind wie letztes Jahr bei München kurz vorm Flughafen falsch gefahren. Die Ansage vom Navi war aber wirklich unklar finde ich. Jetzt zeigte sich endlich mal der Vorteil der vielen Autobahnen im Ruhrgebiet, denn obwohl wir erst falsch gefahren sind, kamen wir nicht später am Flughafen an. Wir sind eben einfach anders herum auf einer anderen Autobahn gefahren, hihi.
      Beim Einchecken sehen wir schon an der Anzeigetafel, dass wir 15 Minuten später fliegen, aber das ist zu verkraften. Die Schlange am Schalter ist ziemlich lang und wir stehen ziemlich weit hinten... Anhand der Hurtigruten-Kofferanhänger lässt sich ja so schön gucken, wer mit nach Bergen fliegt und damit haben wir uns dann auch die Zeit vertrieben.
      Das Boarding gestaltet sich äußerst interessant und wir stehen fast eine halbe Stunde im Schlauch, bevor wir endlich den Flugzeug-Eingang erreichen. Da wir in Reihe vier sitzen, sind wir fast die Letzten, die einsteigen und trotzdem dauert es noch eine gefühlte Ewigkeit, bis wir starten. Manche Mitreisenden sind nicht in der Lage, auf der Bordkarte ihren Platz zu lesen und stellen in der Mitte des Fliegers fest, dass sie ja ganz vorn sitzen... ?(
      Bei der Landung in Bergen hatte ich ein Déjà-vu Erlebnis: Oben Sonnenschein – dann Wolken – Regen klatscht gegen die Flugzeugscheiben und es sieht draußen seeeeehr ungemütlich aus. Nach Verlassen des Fliegers verbringen wir die nächste halbe Stunde wieder mal mit warten... und starren mit den anderen das bewegungslose Gepäckband an. Draußen regnet es immer noch, aber was anderes hatten wir auch nicht erwartet. Am Hurtigruten-Terminal geht das Warten dann weiter. Nachdem dann doch Bewegung ins Gepäckband kam und wir endlich im Bus saßen und endlich Richtung Hafen gefahren sind... stehen wir wieder mal in einer Schlange. Mittlerweile ist es fast 18 Uhr und nach dem popeligen Sandwich im Flieger haben wir echt Hunger.
      Das klingt jetzt wahrscheinlich voll bescheuert, aber als wir das Schiff betreten haben, war das wie nach Hause kommen. Der Geruch, die Geräusche, alles so vertraut, obwohl es ein anderes Schiff war. Merkwürdig. Und dann der tolle Teppich in der Kabine – mit Papageitaucher drauf. Sooooo toll! Und ein Obstkörbchen stand auch da :8o:
      Nach dem Cruise Card einrichten, Wasserpaket kaufen, Abendessen, … war es schon 20 Uhr und die MS TROLLFJORD begann, sich zu bewegen. Nun ging es also wirklich los und ich war genauso aufgeregt wie letztes Jahr. Die Infoveranstaltung brachte keine neuen Erkenntnisse, außer dass die letzten beiden Touren der Trollfjord wohl bombiges Wetter hatten. Davon zeugen auch die vielen Sonnenliegen, die (noch) oben auf Deck neun in Reih und Glied stehen. Will man das hören??? Ich hatte es mir natürlich nicht verkneifen können, vorher mal in den Wetterbericht für Norwegen zu gucken und da war nix mit Sonne... :/ Die Reiseleiterin Kari kommt mir bekannt vor und nach einigen Hin- und Herüberlegen fällt mir ein, dass ich sie mal in einem Bericht im NDR gesehen habe. Ich glaube, es war ein Ostseereport von der Midnatsol.
      Gegen 22 Uhr sinken wir dann ins Bett. Erkenntnis des Tages: Schlange stehen und warten macht auch müde :sleeping:
    • Habe ich "gefühlt" nicht eben erst einen Reisebericht von Dir gelesen? ?( :laugh1: Ok, ist wohl doch schon ein paar Wöchelchen her und war (wenn ich es richtig in Erinnerung habe) ein Bericht Deiner 2013er Reise... Ich mache gerne mal wieder eine Reise auf der Trollfjord und bin gespannt, was Du dieses Mal auf der Hurtigrute so erlebt hast... :whistle3:

      Tanja schrieb:

      Das klingt jetzt wahrscheinlich voll bescheuert, aber als wir das Schiff betreten haben, war das wie nach Hause kommen.

      Klingt gar nicht voll bescheuert. :nono: Ging mir bei der 2. Reise genauso; bei der 3. und 4. Reise natürlich erst recht. Und es waren jedes Mal andere Schiffe, die ja durchaus auch recht unterschiedlich waren... Wie Du schon schreibst, alleine der Geruch, die Geräusche, aber auch das schon bekannte Procedere und.... das erste Umrunden des Umlaufdecks :girl_pinkglassesf: , der Bug des Schiffes Richtung Norden und zu wissen "es geht gleich wieder los", reicht für das Gefühl "es ist wie nach Hause kommen". :girl_sigh:
      Viel bescheuerter als bei der 2. Reise das Gefühl von "nach Hause kommen zu haben" fand ich es, als ich bei meiner 1. Reise auf dem Schiff angekommen war, ganz, ganz, ganz vieles überhaupt nicht erahnte, was auf der Hurtigrute auf mich zukommt, auf dem Deck stand und das ganz sichere Gefühl hatte "Jetzt ist alles wieder gut!". :whistle3:

      Je nachdem, wie schnell Du hier weiterreist, muss ich schauen, ob ich zeitnah mitfahren kann oder in ein paar (wenigen) Wochen hinterherfahren muss... :mosking: ;)
      Liebe Grüße, Goldfinch
      :ilhr:


      Links zu meinen Reiseberichten: siehe Profil ...
    • Da bin ich beruhigt, dass mein nach Hause kommen-Gefühl nicht ganz so verquer war... Ja, so lang ist der letzte Reisebericht noch nicht her, aber da ging es ja um unsere Märzreise 2013. Nun bin ich wesentlich aktueller und werde mich bemühen, nicht so zu bummeln :D Heute lege ich jedenfalls direkt noch einen Tag nach, weil ich nicht weiß, wie es die nächsten Tage zeitmäßig klappt.

      26. September 2014 – Tag 2

      08:30 Uhr: Sind eben vom Frühstück zurück in die Kabine gekommen. Draußen ist es genauso grau wie gestern und das Wasser lief in kleinen Bächen die Restaurantscheiben hinunter – wie in einer Autowaschanlage. In der Nacht hatten wir ordentlich Bewegung im Schiff. Da wir über Eck schlafen, habe ich die Bettcouch unter dem Fenster gewählt und schlafe somit längs zur Fahrtrichtung. Das war eine ganz neue Schlaferfahrung: Kopf oben – Füße unten – Kopf unten – Füße oben – Kopf oben – Füße unten – usw. Durch die Schaukelei hatten wir uns vermutlich etwas Verspätung eingehandelt, denn Torvik erreichten wir erst 7:45 Uhr. Jetzt gehen wir an Deck und werden uns dem ultimativen Wassertest unterziehen ;)

      20:15 Uhr: Ok, dass mit dem ultimativen Wassertest war wohl so eine Vorahnung, denn nach 15 Minuten auf dem Umlaufdeck mussten wir uns beide trockene Hosen anziehen. Das Wasser kam wirklich aus ALLEN Richtungen. Irgendwas scheint mit dem Wasserabfluss nicht zu funktionieren, denn es gab öfters mal spontane Gewässerbildung auf Deck 6. Der Jens konnte nicht mehr rechtzeitig ausweichen und die Schuhe waren damit auch wechselreif. Die erste Welle konnte ich zwar noch überspringen, dafür gab es kurz darauf an Steuerbord eine Volldusche vorne an der Ecke. Danach schlüpften wir in die Regenhosen und ich putzte zum ersten mal an diesem Tag meine Brille. Es sollten noch viele weitere Putzgänge folgen...

      21:45 Uhr: Eine Schreibpause um der MS LOFOTEN zu winken blieb erfolglos. Bis jetzt fehlt von ihr jede Spur. Es kam auch keine Durchsage...? Wer weiß, wo sie steckt.
      Der garstige Wind blieb uns den ganzen Tag erhalten und machte das Anlegen heute morgen in Ålesund zu einer Zitterpartie. Da es im ersten Anlauf nicht klappte, mussten wir eine Ehrenrunde drehen und noch mal neu ansetzen. Das war wirklich Maßarbeit. Wenn ich bedenke, dass ich es kaum geschafft habe, die Kamera ruhig zu halten... Am Kai lief ganz hektisch ein Kameramann mit Mikrofonmensch herum und versuchte, von den aussteigenden Fahrgästen ein Interview oder Statement zu erhaschen. Da es aber alle eilig hatten und das Wetter wirklich ungemütlich war, hielt sich sein Erfolg doch eher in Grenzen. Wir verließen Ålesund mit einer Stunde Verspätung.
      Diese Stunde wurde uns später von unserem Ausflug im Hjørundfjord abgezogen, wie doof :( Der Fjord ist aber trotzdem wunderschön. Über die „Downtown“-Schilder in Urke musste ich wirklich Schmunzeln. Mit dem Bus ging es zum Union-Hotel, wo wir das Essen ignorierten und lieber die Zimmer etwas ausführlicher besichtigten. Anschließend fuhren wir bissel hinauf in die Berge und ich hätte am liebsten an jeder Ecke „Fotostopp“ gerufen. Tatsächlich machten wir nur einen einzigen Halt und zwar an den Hütten eines ehemaligen Sommerhofes. Ansonsten mussten wir im Bus sitzen bleiben. Der Regen hatte sich über Mittag etwas beruhigt, aber jetzt fing es wieder an mit Tröpfeln und später, als wir wieder auf dem Schiff waren, sogar zu gewittern und zu graupeln. Der Donner klang zwischen den Bergen richtig unheimlich =O
      Unser zweiter Ålesund-Anlauf klappte direkt im ersten Versuch, obwohl es einen kräftigen Rumps gab, als wir im hinteren Bereich ein Berührung mit dem Kai hatten. So blieb noch Zeit für eine kurze Runde durch den Ort, bevor wir zum Abendessen schritten. Heute lernten wir auch unsere Tischnachbarn kennen, ein nettes älteres Pärchen aus der Nähe von Koblenz.
      Nach dem Abendessen kam dann die Durchsage, dass wir Molde und Kristiansund auf Grund des schlechten Wetters auslassen und direkt nach Trondheim fahren. Ab 22 Uhr wartete die Hustadvika auf uns, dass konnte ja heiter werden. Von little.point erreichte mich schon nachmittags eine SMS, dass unser Treffen in Trondheim nicht klappt, weil die Midnatsol ein technisches Problem hat, wie schade.
      Auf dem Umlaufdeck ist bis jetzt immer sehr viel Platz. Keine Ahnung, wo sich die anderen alle verstecken?!? Uns soll es aber recht sein. Vom Gefühl her ist das Schiff auch nicht voll belegt.

      Motto des Tages: Wasser in allen Variationen aus allen Richtungen.
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    • Dann lege ich doch auch gerade noch etwas nach, da ich heute noch etwas Zeit habe.....

      Tanja schrieb:

      werde mich bemühen, nicht so zu bummeln
      Wegen mir kannst Du (ausnahmsweise ;) ) gerne bummeln, dann muss ich nicht so viel "nachlesen". :mosking:

      Tanja schrieb:

      wie in einer Autowaschanlage
      Da kommen doch glatt Erinnerungen an meine "Sommerreise im letzten Jahr hoch"... :whistle3:

      Tanja schrieb:

      Keine Ahnung, wo sich die anderen alle verstecken?!?
      Bestimmt im Panoramasalon. :mosking: :negative:

      Der Titel Deines Berichtes deutet ja schon an, dass Ihr ein paar Wetterkapriolen erlebt habt. Trotz "schlechtem Wetter" "schöne Bilder" und ein unterhaltsam geschriebener Bericht. :thumbsup: Freue mich auf die Fortsetzung...
      Liebe Grüße, Goldfinch
      :ilhr:


      Links zu meinen Reiseberichten: siehe Profil ...
    • Prima, ein Reisebericht :thumbsup: Deine Erlebnisse am ersten Tag entsprechen genau meinen Erfahrungen beim Charterflug, die nächsten Male werrde ich Linie fliegen und spare mir die Vortagsanreise nach DUS (lieber Vortagsanreise nach Bergen ;) ).
      Dein Gefühl, beim Betreten eines HR-Schiffs nach Hause zu kommen, kennen wahrscheinlich die meisten hier im Forum, mir geht's jedenfalls auch immer so :girl-dance:
      Nun bin ich gespannt auf die Fortsetzung, der Seegang bisher sieht klasse aus :)
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil
    • Hallo Tanja,

      wow, bist du schnell mit deinem Reisebericht !! Ja, das mit unserer Schiffsbegegnung in der Nähe von Molde hat leider nicht funktioniert. Wir waren zwar in Molde , aber dadurch, dass ihr Molde ausgelassen habt, sind wir wohl weit aneinander vorbeigefahren. :(
      Bin schon gespannt wir ihr die Hustadvika erlebt habt und ob ihr schlafen konntet, bei uns am Nachmittag war es ganz schön heftig !! :wacko1:
      Viele Grüße
      Seemaus
    • Der Anfang klingt ja schon richtig spannend :)
      Und als Foto-Betrachter sind die Tage, an denen es keinen wolkenlosen Himmel gibt, eh viel ergiebiger ;)
      Aus deiner Sicht gilt das natürlich nur so lange, wie die Kamera nicht nass wird, aber da müssen wir ja alle mal durch :D

      Ich bin auch mal gespannt, wie es weiter geht...

      Viele Grüße
      Noschwefi

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:
    • Ja ja, die Kamera musste ganz schön was aushalten und zwischendurch habe ich sie mal mit dem Föhn trocken legen müssen :whistling: Und ich finde ein paar Dekowolken am Himmel persönlich auch immer schöner als "nur" blauer Himmel. Wobei die Betonung auf Dekowolken liegt :mosking:

      Seemaus schrieb:

      Wir waren zwar in Molde , aber dadurch, dass ihr Molde ausgelassen habt, sind wir wohl weit aneinander vorbeigefahren.


      Auf die glorreiche Idee, dass unser Nichttreffen mit dem Auslassen von Molde zusammenhängt, bin ich noch gar nicht gekommen! Aber das klingt logisch :hmm:
    • Huhu Tanja,
      Mensch, Du legst aber ein Tempo vor :good3: , kaum zu Hause, schon stellst Du Deinen Reisebericht hier ein, alle Achtung!
      Ich werde wohl hinterherhinken, obwohl wir ein paar Tage eher unterwegs waren, aber eben nicht eher zu Hause :mosking: waren!

      Ja, es war schade, dass wir uns in Trondheim nicht treffen konnten, uns sind durch diesen Sturm und das kaputte Teil ja leider so einige Häfen durch die Lappen gegangen. Irgendwie fehlen mir die letzten zwei bis drei Tage :girl_cray2:

      Bin auf Deine Fortsetzung gespannt.
      Liebe Grüße
      little.point Claudia

      :ilhr:

      Meine Reiseberichte: siehe Profil
    • Noch sind die Erinnerungen relativ frisch, da schreibt es sich leichter, finde ich. Und außerdem wurde ich angehalten, nicht wieder ein Jahr zu warten, ehe es mit dem Bericht los geht :pardon: Aber ich bin auch schon sehr auf deine Erlebnisse gespannt! Vor allem bin ich neugierg, ob ihr in Tromsø mit der Seilbahn gefahren seid?

      27. September 2014 – Tag 3


      07:30 Uhr: Was für eine Nacht! Pünktlich ab 22 Uhr macht sich die Hustadvika so langsam aber sicher bemerkbar und das Schiff begann, sich fröhlich in alle Richtungen zu bewegen. Wir räumten vorsorglich alle schweren Sachen und solche, die kaputt gehen könnten auf den Fußboden und legten uns in die Kojen. Da lagen wir nun und der Jens fragte alle paar Minuten: „Schläfst du schon?“ Natürlich nicht! Bei dem Geschaukel war an Schlafen vorerst gar nicht zu denken...
      Dann neigte sich die Trolli einmal elegant auf die Seite und es machte ein langgezogenes „Schschsch...“ und anschließend krach-pling-plumps. Dann war es still und wir bekamen beide einen Lachanfall, weil die Situation einfach zu komisch war :mosking: Nachdem wir uns wieder beruhigt hatten, machten wir Licht und räumten die Kabine auf. Alles, was vorher noch oben lag, hatte sich weitläufig über den Fußboden verteilt. Im Bad sah es wüst aus, da hatten wir vergessen, überhaupt irgendwas wegzuräumen. Das Gehoppel ging nahtlos weiter und das Schiff machte genau das, was die Reiseleiterin vorher angekündigt hat: „Überraschende und unvorhersehbare Bewegungen“. Erstaunlicherweise bin ich dann doch eingeschlafen und zwar ganz eng an die Wand gekuschelt, damit ich nicht aus dem Bett rolle.
      Munter wurde ich gegen sechs Uhr. Da legten wir gerade in Trondheim an. Aufgrund der ausgelassenen Häfen und Rückenwind (nach der Hustadvika ) gute 2 ½ Stunden früher als geplant. Jetzt gehen wir frühstücken und dann erobern wir die Stadt. Ich will es ja nicht beschreien, aber im Moment regnet es nicht :good3: Dafür pfeift der Wind immer noch.

      22:30 Uhr: Gleich starten wir den Matratzenhorchdienst. Frische Luft macht müde. Trondheim begleitete uns mit Aprilwetter und viiieeeel Wind, oh welch Wunder. Immerhin kamen wir trockenen Fußes bis zum Nidarosdom, bevor es anfing zu regnen oder wie wir in Sachsen sagen: zu plumpn (übrigens das schönste sächsische Wort des Jahres 2012, wenn ich das hier mal so einstreuen darf :rolleyes: ). Ich wurde das Gefühl nicht los, dass sich die Regenwolke über uns festsetzte, denn ringsherum sah der Himmel gar nicht so dunkel aus, finde ich. Nun denn, also Fahrradaufzug auf dem Rückweg im Regen begutachtet und das Prinzip verstanden ^^ und ein Abstecher im Supermarkt am Hafen gemacht (40 Euro für fünf Artikel... :S ) und dann wieder aufs Schiff. Die Midnatsol war ja, wie schon durch little.point vorgewarnt, nicht da.
      Bei der Abfahrt aus Trondheim zeigte sich über Munkholmen sogar ein Regenbogen, doch kaum nahmen wir Fahrt auf, war der Wind wieder so stark, dass es schwierig wurde, die Kamera ruhig zu halten. An diesem Tag war uns das Glück einfach nicht hold, denn nach dem Mittag wurde bekannt gegeben, dass wir in weiter Entfernung am Leuchtturm Kjeungskjær vorbeifahren und auch der Stokksund fiel später dem Wetter zum Opfer... :/ ab 17 Uhr fuhren wir dann ein bissel Achterbahn am Bug – so eine Art Wellenreiten mit viel Wasser, das links und rechts hoch spritzte.
      Wegen der Folda wurde das Abendessen auf 20 Uhr verschoben und auf eine Sitzung mit freier Platzwahl zusammen gefasst. Trotzdem blieben doch einige Plätze frei, was die Vermutung nahe legte, dass nicht alle den Seegang so gut vertragen haben. Wie meinte der Jens augenzwinkernd: „Natürliche Auslese“ <X
      Und dann hing auch schon ein Zettel an der Kabine, dass unser Ausflug zum Svartisen-Gletscher wegen des Wetters ausfällt. So ganz überraschend war das nun nicht, aber wir hatten uns drauf gefreut und waren bissel traurig.
      Als wir Rørvik mit etwa 30 Minuten Verspätung erreichten, war es schlagartig ruhig, ein putziges Gefühl, so als wenn sich der Körper erst mal auf Nicht-Schaukeln umstellen muss. Die Nordlys lag schon am Kai, aber uns war es zu knapp für eine Besichtigung. Wir drehten eine Runde am Kai – selbstverständlich im Regen und dann ging es 21:30 Uhr schon weiter.

      Erkenntnis des Tages: Der Wind ist eben auch nur ein Mensch :pleasantry_1:
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    • Hallo Tanja,
      habe soeben deinen Bericht bzw. Berichte mit sehr großem Interesse gelesen und viel geschmunzelt.

      Wir gehen am Freitag an Bord der Trollfjord,mal schauen was bei uns so angesagt ist an Wetter. Außer einer Regenjacke (auf Borkum gekauft) die hält auch Regen ab (allerdings nur hier in Bonn getestet ) und einer Wind-und Wasser dichten???!!! Jacke habe ich gehofft komme ich aus. Bin mir aber nicht mehr so sicher. Denke eine Regenhose wäre auch nicht schlecht.

      Vielleicht kann ich ja noch mehr von deine Reise lesen bevor es bei uns los geht. ^^

      Lieben Gruß aus Bonn
      MaBo
    • Hallo MaBo,

      ich bemühe mich, morgen den nächsten Teil einzustellen, heute schaffe ich es nicht mehr. Fahrt ihr schon eher nach Norwegen oder erst Freitag? Auf die Regenhose hätte ich nicht verzichten wollen. Nasse, klebende Jeans sind so brrrrr ;)

      Viele Grüße aus Chemnitz nach Bonn :)
    • 28. September 2014 – Tag 4

      06:30 Uhr: Wir nähern uns dem Polarkreis . Die Nacht war ruhig, ganz ohne Geschaukel. Heute morgen hängen die Wolken sehr tief, so als ob sie gleich ins Meer fallen. Der Jens ist noch im Bad, dass war vielleicht wieder ein Krampf, ihn aus dem Bett zu bekommen. Dabei hat er gestern vor dem Abendessen schon anderthalb Stunden gebutzelt :sleeping:

      17:00 Uhr: Schaukeln uns eben sacht über den Vestfjord. Heute früh ist es dann natürlich noch hektisch geworden: 06:40 Uhr kam die Durchsage, dass wir in fünf Minuten den Polarkreis überqueren. Damit hatten wir beide nun überhaupt nicht gerechnet, da wir ja bisher meist eher zu spät als zu früh dran waren. Also bin ich schon mal vorne weg gestürzt und war tatsächlich die Erste bzw. die Einzige vorne am Bug. Die Hektik war dann allerdings doch umsonst, denn tatsächlich überfuhren wir den Polarkreis erst um 07:08 Uhr. Da es ziemlich frisch draußen war, hatten wir uns das Frühstück hinterher echt verdient :whistling:
      Pünktlich zum Treffen mit der Nordkapp standen wir wieder draußen. Das Typhon-Duell ging klangtechnisch eindeutig an die Nordkapp, finde ich. Unsere Kontaktaufnahmeversuche mittels Winken stießen auf wenig Gegenreaktion. Aber es war auf beiden Schiffen nicht wirklich viel los. Saßen wohl noch alle beim Frühstück...?
      In Ørnes konnte man gut sehen, dass der Herbst hier schon ein ganzes Stück weiter ist. Viele Bäume und Büsche sind bunt und setzten farbige Akzente gegen den einheitsgrauen Himmel.
      In Bodø wurde es dann wieder richtig ungemütlich: Die Stadt gewinnt im strömenden Regen nicht unbedingt an Charme. Da Sonntag war, kamen relativ viele Norweger zum Mittagessen an Bord. Wir wappneten uns mit Regenklamotten und machten uns auf den Weg zur Mole. Trotz des schlechten Wetters waren viele Familien unterwegs und machten vermutlich ihren Sonntagsspaziergang. Als wir unter einem Vordach Schutz suchten, weil es kurz besonders schön schüttete, lief eine Familie mit zwei kleinen Kindern an uns vorbei. Genau vor uns war eine tolle Pfütze und was machten die Kinder? Die sprangen beide mit viel Schwung hinein... Zum Glück hatten wir die Regenhosen an, sonst hätte es nasse, klebrige Jeans gegeben :huh: Nicht auszudenken, wenn das hier in Deutschland passiert wäre. Aber die Eltern waren so herrlich entspannt, haben ihre Kinder gemütlich aus der Pfütze geholt und sind weiter gelaufen. Und wir haben vor uns hin geschmunzelt ^^
      Nach Bodø warteten wir an Deck auf den Leuchtturm Landegode , den ich eigentlich bei schönem Licht fotografieren wollte. Aber das war natürlich reines Wunschdenken. Irgendwann tauchte er dann aus dem Nebel auf. Das Wetter war wieder mal besonders mistig: schlechte Sicht und Wasser aus allen Richtungen. Das kannten wir ja schon. Den Leuchtturm habe ich einmal unbearbeitet und einmal gefotoshopt. Was man da so alles machen kann... :8):

      Irgendwann zwischen Stamsund und Svolvaer : Insgesamt war der Vestfjord heute recht gnädig zu uns und wir schaukelten ganz sanft gen Stamsund . Kurz vor dem Abendessen entdeckte ich aus dem Kabinenfenster heraus blauen Himmel. Nanu, wo kam der denn plötzlich her?!? Schnell die Kamera geschnappt und auf Deck 6 geflitzt, man weiß ja nicht, ob man so schnell noch mal blauen Himmel zu sehen bekommt. Und siehe da, an Backbord war sogar die Sonne zu sehen. Man stelle sich meine Euphorie vor :8o: Natürlich habe ich umgehend Beweisfotos gemacht. Nach Stamsund hatten wir kurz Hoffnung auf eine trockene Nacht, denn am Himmel zeigten sich einige Sterne. Wunschdenken. Denn es fing alsbald wieder an zu regnen.

      00 Uhr: Kurz vor der Hafeneinfahrt von Svolvær kam uns die Finnmarken entgegen. Es war wieder etwas ruppiger geworden, was man besonders gut sehen konnte, als die Scheinwerfer der Trolli die Einfahrt absuchten. Unser Spaziergang in Svolvær endete nach wenigen Minuten, denn die sehnlich herbeigesehnte Regenpause war ebenso schnell vorbei wie sie begonnen hatte. Unsere Tischnachbarn hatten das Magic Ice besucht und dort wurde erzählt, dass die letzten beiden Tage kein HR-Schiff angelegt hatte.
      Der Regen begleitete uns bis zum Trollfjord . Unterwegs warf die Trolli immer mal wieder den Scheinwerfer an und suchte das Wasser ab. Da es immer noch sehr windig war, standen wir vorne am Bug zwar nicht unter einem Dach, aber so gut im Windschatten, dass der Regen schlichtweg über uns hinweg wehte. Auch das konnte man im Scheinwerfer sehr gut sehen. Einen kurzen Moment hatte ich die Illusion, dass wir die einzigen Personen hier vorn auf Deck 6 bleiben würden, aber gegen 23:30 Uhr trauten sich dann doch noch vier andere Mitreisende zu uns.

      Motto des Tages: water made it wet
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    • Tanja schrieb:

      Den Leuchtturm habe ich einmal unbearbeitet und einmal gefotoshopt.


      Das bearbeitete Foto sieht zwar gut aus, aber ich ziehe die authentischen Fotos allemal vor :)
      Aber der Vergleich ist trotzdem interessant.
      :sironie: Ich hoffe nur, dass nicht zu viele Fotos unter dem Motto "ich stelle nur Fotos ein, die ich selbst gefälscht habe" kommen :sdagegen: Aber wahrscheinlich wird das ja am Zeitmangel scheitern :mosking:

      Aber Spass beiseite: wie man sieht können auch an Regentagen schöne Fotos entstehen ^^

      Viele Grüße
      Noschwefi

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:
    • Huhu Tanja,

      ich hab mich gerade gefragt, wo denn Deine Bilder Nr. 25 - 30 aufgenommen worden sind :hmm:
      Hab bei meinen geschaut und festgestellt, dass ich zwischen Polarkreis und Bodø fast kein Bild gemacht hab, weil es einfach nix zu sehen gab :ireful:

      Und wo stand das lustige Schild mit dem "fast wegfliegenden Männchen" :laugh1: ??????????
      Liebe Grüße
      little.point Claudia

      :ilhr:

      Meine Reiseberichte: siehe Profil
    • 25, 26 und 27 sind eindeutig in und um Ornes . und auch die anderen 3 dürften auf dem Weg von Ornes nach Bodo entstanden sein. Und Bild 35 stammt offensichtlich von der Mole in Bodo.
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO Verweise auf Reiseberichte im Profil
      7/14 NX
    • Alfred, das hab ich mir beim nochmaligen Lesen des Textes auch gedacht (also das mit Ørnes meine ich), aber was ich eigentlich damit ausdrücken wollte, war, dass bei uns an diesem Tag das Wetter sooooo grottenschlecht war, dass man keine Häuschen sehen konnte. Ich kann mich auch beim besten Willen nicht an den Hafen in Ørnes erinnern :/ , wahrscheinlich waren wir vom Warten auf den Polarkreis und das Treffen mit der Vesterålen so durchgefroren, dass wir danach drinnen waren und endlich gefrühstückt haben.
      Und die Mole in Bodø hat uns auch nicht gesehen...........na ja, das werdet Ihr demnächst bei mir nachlesen können.
      Liebe Grüße
      little.point Claudia

      :ilhr:

      Meine Reiseberichte: siehe Profil