Start ins Jahr 2014 mit Hurtigruten und den Mucci' s

    • Tag 5 - "Umpöttern" erfolgreich und sensationelles Licht auch ohne Sonne...

      Vom gestrigen Abend sowie unserem "Schiffshopping" heut in der Früh hatten wir ja schon berichtet.
      Beim Einchecken erhielten wir erst Kabine 455. Als ich der anfangs netten Dame mitteilte, dass ich per Mail um Kabine 718 gebeten hatte und eine Lill von ihrem Team mir das auch bestätigte, sagte sie, dass diese Kabine nicht frei sei. Sie könne uns die 768 anbieten, was aber mit einem Upgrade verbunden wäre und ob wir dies dann so haben möchten. Ich berief mich nochmals auf die E-Mail und sie fragte dann, ob ich diese direkt aufs Schiff geschrieben hätte, was ich nochmals bejahte. Dann wandte sie sich von uns ab und beantwortete Fragen eines Besatzungsmitgliedes. Unverschämt dachte ich mir. Wir schauten nach Kabine 455, die natürlich nicht weit von der Ladeluke entfernt war. Ich holte mein iPad raus und stand kurz danach wieder bei der Dame an der Rezeption. Ich zeigte ihr die E-Mail und sie lächelte auf einmal. "Sie meinen die 718, ich habe 780 verstanden." Ich gab ihr die Bordkarten zurück. Sie beschäftigte sich nun mit ihrer Kollegin, die gerade ihren Dienst aufnahm. Wie ich aber mitbekommen habe, schaute sie wohl parallel nach, ob unsere Kabine die Nacht davor vergeben und schon sauber war. Kurz darauf bekamen wir unsere neuen Bordkarten und wurden um eine halbe Stunde Geduld gebeten bis die Kabine sauber ist.

      So gingen wird dann erst mal frühstücken. Koffer und Rucksack stellten wir in den Gepäckraum und als wir im Restaurant waren, schien alles sehr vertraut. Zuerst ging es natürlich zum Kakao-Samowar. Die Auswahl an Speisen, Brot, Obst, etc. war ähnlich wie auf der MS Polarlys, aber besser als ich es aus dem letzten Jahr von meinem Kurztrip in Erinnerung hatte. Hier gibt es auch endlich wieder den guten norwegischen Trinkjoghurt.
      Wir ließen uns am Ende knapp 1 Stunde Zeit zum Frühstücken und tauschten immer wieder Erinnerungen an Personal bzw. Passagiere von unserer Herbsttour 2012 aus.

      Anschließend bezogen wir die J-Kabine 718, deren eingeschränkte Sicht noch ausreichend Platz für einen schönen Blick nach draußen lässt. Von meiner Kollegin, die letzten Oktober die gleiche Kabine auf der MS Trollfjord belegte, hatte ich den Tipp, dass man den besten Ausblick vom oberen Bett aus hat und das kann ich nur bestätigen.

      Ja und dann ging es raus auf Deck 6, denn Risøyhamn nahte bereits. Uhi, uhi war hier viel los und die vielen deutsch sprechenden Passagiere. Jetzt merkte ich erst einmal, dass diese auf der MS Polarlys stark in der Unterzahl war, was ich als sehr angenehm empfand.
      Jede Menge Fotostative waren schon aufgestellt. Nicht nur auf Deck 9, nein auch auf Deck 6. Aber wozu? Die Lichtverhältnisse waren doch ausreichend, um mit der Kamera in der Hand gute Fotos zu schießen. Später erfuhr ich, dass auf dieser Reise der MS Midnatsol heute der erste Tag mit so tollen Lichtverhältnissen und daher bisher das Fotografieren nur begrenzt möglich war.

      Gen Süden begann die Wolkendecke nach und nach aufzureißen. Nach ein paar Fotos hatte ich irgendwie ein Dejaveux. Stimmt, vor 2 Jahren als wir mit der MS Vesterålen diese Strecke gefahren sind, waren die Lichtverhältnisse ähnlich. Dies ließ auf einen tollen Tag hoffen.
      In Risøyhamn war ich kurz von Bord. Die Attraktion war aber das Entladen eines Schnee-Scooters, der von einem Besatzungsmitglied auf den Anhänger des abholenden Fahrzeugs gebracht werden sollte. Effemuc schaute sich dies von Deck 9 aus an. Am Ende klappte alles und wir konnten pünktlich starten.

      Was nun begann, war einfach nur traumhaft. Die Wolken rissen immer weiter auf und die farbigen Lichteffekte spiegelten sich auf dem Wasser.





      Vor Sortland wurden natürlich wie immer die Ausflugsbusse auf der Brücke begrüßt. Wir gingen von Bord und drehten eine kleine Runde. Hier war es recht glatt und Schnee lag auch noch. Dieser war allerdings schon einige Tage, wenn nicht sogar Wochen alt.

      Pünktlich legten wir wieder ab und wir wärmten uns kurz auf. Aber schon 10 Minuten nach der Abfahrt musste ich wieder raus. Der Himmel zeigte mehr und mehr blau. Am Horizont malte die nicht zu sehende Sonne trotzdem fantastische Farben über Wasser und schneebedeckte Berge. Ein Traum... je weiter wir nach Stokmarknes kamen, umso kräftiger wurde das Rot in Richtung Raftsund . Da hätten wir den nächsten Halt am liebsten ausgelassen und wären gleich weiter Richtung Svolvær bzw. Trollfjord gefahren.







      In Stokmarknes begann dann auch die vorher bereits sichtbare Mondsichel stärker zu leuchten.



      Wir gingen von Bord und besorgten uns im Supermarkt ein paar Dinge für unser Abendessen. Heute bleibt die Küche ja kalt.

      Erst um 15:30 Uhr ging es weiter und es war nun so richtig dunkel. Am westlichen Horizont gab es noch einen dunklen orangen Schimmer und der schmale Mond schien nun richtig schön.

      Die Vorführung des Fischfiletierens ersparten wir uns und ruhten uns ein wenig aus. Zur Einfahrt im Raftsund drehte ich wieder eine Runde auf Deck 6. Im Dunkeln muss man wegen der Stative schon sehr vorsichtig sein, dass man nicht hinfällt. Ganz so toll finde ich das nicht. Auf Deck 9 ist so viel Platz, auf dem Umlaufdeck halte ich das eher für gefährlich.

      Der Trollfjord wurde nicht nicht angefahren. Nach dem Einbiegen auf den Vestfjord war es fast windstill. Etwas früher legten wir in Svolvær an. Gestern schon wollte ich schreiben, dass die Fischersfrau (Fiskarkona) an der Einfahrt nicht beleuchtet war. Das wollten wir uns mal aus der Nähe anschauen. In einem strammen Marsch liefen wir nach Svinøya und erreichten nach 35 Minuten das Ende der Mole kurz vor der Fiskarkona. Gut, dass wir die Taschenlampe dabei hatten. Denn der Weg war teilweise recht ausgesetzt und mit Hindernissen wie Löchern bzw. Pfützen versehen. Es war schon bisschen ein komisches Gefühl nach so langer Zeit wieder einmal dort zu stehen. An dieser Stelle kann man eigentlich sagen, infizierten wir uns 2007 mit dem Hurtigruten-Virus. Noch dazu fuhren wir damals die Strecke Stokmarknes-Svolvær mit der MS Midnatsol, die gegenüber am Kai lag.

      Gegen 19:45 Uhr waren wir zurück auf dem Schiff und machten eine gescheite Brotzeit. Endlich konnte ich dazu mein alkoholfreies Munkholm und effemuc ein Dahls-Pils genießen.

      Leider kommt uns auf dem nach Stamsund heute kein Schiff entgegen, da die MS Nordlys ja in der Werft liegt.

      Insgesamt war es ein erlebnisreicher und sehr sehr schöner Tag. Allein das Gefühl in Harstad von Bord und nur wenige Minuten später auf das nächste Hurtigruten-Schiff zu gehen, ist einfach unbeschreiblich. Das nennen wir Ausleben des Virus in seiner reinsten Form :love:
      Gruß JKmuc

    • Hi,

      kaum ist man mal eineinhalb Tage nicht im Forum, schon kommt man kaum mehr nach mit dem lesen Eures Berichts. Toll, dass das Umpöttern so gut geklappt hat. Da hätte ich ehrlich gesagt etwas "Schiss", auch wenn ich einen solchen Schiffswechsel sehr interessant empfinde - na ja vielleicht in 2015 ?(


      JKmuc schrieb:

      Anschließend bewunderten wir natürlich noch die weihnachtliche Dekoration der Innenstadt

      Den Baum in Bodo fand ich schon im November klasse - auch wenn er nicht dem klassischen Weihnachtsbaumklischee entspricht - oder vielleicht gerade deswegen. :D




      effemuc schrieb:

      Unsere Wunschkabine 718 haben wir auch bekommen.

      Super, dass dies noch geklappt hatte. Was hattet ihr gebucht - Garantie - Außen :?: Meine Lieblingskabine ist auf Midi und Trolli die 720, also gleich nebenan - fast so wie unsere Wohnorte :D

      Viel Spaß noch auf der Midnatsol. @ JKmuc - mit dieser Reise setzt Du sozusagen Deinen Kurztrip von letztem Mai fort, den Du ja in Harstad unterbrochen hast ;)