Norwegische Schiffsveteranen

    • Das Ende für SKIBLADNER?

      Von den Budgetplänen der Regierung ist auch die Existenz des Raddampfers SKIBLADNER auf dem Mjøsa bedroht. Um den Dampfer überhaupt im Einsatz auf dem See zu halten, sind die staatlichen Zuschüsse zwingend erforderlich, denn wirtschaftlich lässt sich das technische Denkmal nicht betreiben - denn trotz der Zuschüsse von NOK 879.000 (ca. € 110.000) fährt der "weiße Schwan vom Mjøsa" Verluste im Rahmen von ca. NOK 500.000 (ca. € 62.000) pro Jahr ein.
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    • 240 Museumsfahrzeuge bedroht

      Dass die Baupläne für das Hurtigrutenmuseum wohl nichts werden und auch der Raddampfer SKIBLADNER in seiner Existenz bedroht ist, ist hier ja schon gemeldet worden. Doch hinter den Sachen steht eine wahre "Liste des Grauens"...

      Insgesamt sind in Norwegen 240 Museumsschiffe, Museumsbahnen und andere Industriedenkmäler von den Kürzungen im neuen Staatshaushalt betroffen. Dabei geht es mitnichten um direkte Zuschüsse, sondern vor allem um die Umsetzung eines bereits von der Vorgängerregierung angedachten Schritts zum Abbau der Befreiung bzw. Erstattung gewisser Verbrauchs- und Umweltsteuern (z.B. Mineralölsteuer, Stromsteuer, CO2-Abgaben, Schwefelabgaben, Grundsteuern usw.). Für die technischen Denkmäler, egal ob nun schwimmend, rollend oder auf festen Fundamenten stehend, ist das wahrscheinlich gleichbedeutend mit dem Aus, da sie im Regelfall eben nicht die aktuellen, strengen Umweltvorschriften erfüllen können.

      Das Problem für viele der betroffenen Fahrzeuge ist, dass sie auf die Ermäßigungen angewiesen sind, um überhaupt betrieben werden zu können. Nur wenige der Schiffe sind in der Lage wirklich Geld zu verdienen und "leben" vor allem von ehrenamtlichem Einsatz und eben staatlichen Hilfen bzw. Erleichterungen.

      Entsetzt zeigte sich Riksantikvaren-Mitarbeiter Sverre Nordmo, der darauf hinwies, dass die derzeit noch bestehende Regelung sich in den letzten 20 Jahren bewährt und maßgeblich dazu beigetragen habe, dass viele der heute geschützten technischen Denkmäler überhaupt noch existierten. Er hoffe aber, dass aus den möglichen Folgen für den Denkmalschutz noch Konsequenzen gezogen würden und die entsprechenden Vorhaben aus dem Budgetentwurf gestrichen würden, so Nordmo. Er könne sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass es ernsthaft im Regierungsinteresse sei, mit dem Rasenmäher über den Denkmalschutz zu fahren.

      Unter den 239 geschützten (und damit mehr oder weniger betroffenen) Schiffen sind u.a. die MS NORDSTJERNEN , die MS GAMLE SALTEN, die GAMLE HELGELAND, die GAMLE LOFOTFERGA, BILFERGEN und die MS LOFOTEN .
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    • BRITANNICUS schrieb:

      ist auch die Existenz des Raddampfers SKIBLADNER auf dem Mjøsa bedroht


      Man wundert sich schon sehr - Norwegen ist so ein reiches Land und wird durch seine Bodenschätze (Öl, Gas) noch lange sehr reich bleiben, auch hat der Staat auch bisher sein Geld keineswegs verschleudert, sondern nach allem, was ich gelesen habe, sehr langfristig und auch schon im Hinblick auf eine bodenschatzärmere Zeit geplant. Es sollte doch wahrlich genug Geld für die im Gesamtbild nicht so viel ausmachenden (technischen) Kulturdenkmäler vorhanden sein...?

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „BRITANNICUS“ () aus folgendem Grund: Anpassung an die Zitierregeln.

    • MS ROGALAND erhält höchste Schutzstufe

      Riksantikvaren hat jetzt das 1929 gebaute Passagierschiff MS ROGALAND (vgl. Link in # 1) unter vollen Denkmalschutz gestellt. Das bis 1964 für Det Stavangerske Dampskibsselskap (DSD) auf der Route Oslo-Bergen (Nattruten) eingesetzte Schiff ist seit 1989 ein aktives Museumsschiff mit Heimathafen Stavanger und genoss bereits seit 2000 die geringere Stufe eines geschützten Schiffes.

      Sie ist nunmehr das vierte Passagierschiff in Norwegen unter vollem Dernkmalschutz und rangiert damit auf einer Stufe mit dem Raddampfer SKIBLADNER (seit 2000), der MS NORDSTJERNEN (seit 2012) und dem "Wasserbus" VESTGAR (ebenfalls seit 2014).
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    • BRITANNICUS schrieb:

      Riksantikvaren hat jetzt das 1929 gebaute Passagierschiff MS ROGALAND (vgl. Link in # 1) unter vollen Denkmalschutz gestellt.

      Die Freude bei Stiftelsen Veteranskipet Rogaland über diese Entscheidung ist verständlicherweise groß. Es sei, als ob man aus der ersten Liga in die absolute Elite aufsteige, so Stiftungsvertreter Sigurd Jansen. Riksantikvaren Jørn Holme hatte bei der Verkündung des Schutzbeschlusses betont, dieser sei auch eine Verbeugung vor den zahlreichen Freiwilligen, deren unschätzbarer Einsatz den Erhalt der ROGALAND über all die Jahre hinweg erst möglich gemacht habe. In diesem Zusammenhang wurde auch an die Krise von 2009 erinnert, als die Zukunft der ROGALAND wegen explodierender Wartungskosten auf dem Spiel stand und erstmals die fylkeskommune helfend einsprang, um eine Fortführung des Stiftungsengagements zu sichern.

      Nun erhofft man sich in der Stiftung, dass der volle Denkmalschutz auch einen neuen Status für die ROGALAND bringen möge: den eines "Stadtschiffs" von Stavanger. Sigurd Jansen ist sich sicher, dass es keinen besseren Repräsentanten für Stavanger und seine maritime Geschichte geben könne: Als die ROGALAND gebaut wurde, sei Nattruten die schnellste Verbindung zwischen Stavanger und Oslo gewesen.

      Doch bevor dieser Plan weiter verfolgt und präzisiert werden kann, wird die ROGALAND erst einmal für neun Wochen auf einer lettischen Werft überholt werden. Im Fokus der Arbeiten steht vor allem ein Sandstrahlen und eine umfassende Konservierung des Rumpfes, eine Überholung des Ruderhauses sowie Renovierungsarbeiten an der Inneneinrichtung. Der Werftaufenthalt ist schon länger geplant, war wegen der ungünstigen Wetterverhältnisse aber immer wieder aufgeschoben worden. Nun hoffe man aber, dass es in Kürze losgehen könne.

      Mit Rücksicht auf den neuen Status der ROGALAND werden alle Arbeiten in Lettland in enger Absprache mit Riksantikvaren durchgeführt, der im Zweifel das letzte Wort bezüglich der denkmalrechtlichen Zulässigkeit der Arbeitsschritte hat.
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    • Finanzspritze für die GRYTØY

      Hamburgerin schrieb:

      Die kleine MS GRYTØY [...] ist gestern nach 30 Jahren nach Harstad zurückgekehrt.

      Und jetzt bekommt sie zwei Finanzspritzen in Höhe von zusammen 1.756.000 Kronen (ca. € 209.000,-) von Riksantikvaren. Das Geld ist vor allem für die Überholung des Unterwasserschiffs des Holzfahrzeugs bestimmt, das dieses Jahr seinen 60. Geburtstag feiert.

      Ausgeführt werden sollen die anstehenden Arbeiten vom Nordnorsk Fartøyvernsenter in Gratangen. Der die Fähre tragende Freundeskreis gibt damit nicht dem günstigsten Anbieter den Zuschlag, betont aber, dass es in erster Linie um die historisch korrekte Instandsetzung halte. Insgesamt würden für die anstehenden umfangreichen Arbeiten vier bis fünf Jahre veranschlagt, so der Freundeskreis.
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    • BILFERGEN bleibt in Ålesund

      BRITANNICUS schrieb:

      Nun wollen Amund Halsebakk, der Chef der Freiwilligengang, und seine Mitstreiter alles Versuchen, um BILFERGEN auch in Zukunft in Ålesund halten zu können.
      Und damit haben sie Erfolg gehabt, denn am Freitag haben 14 Privatpersonen sowie der bisherige Alleineigner Fjord1 in Alesund eine Aktiengesellschaft gegründet, deren alleiniger Zweck der Betrieb der ältesten Autofähre Norwegens von Alesund aus sein soll. Zudem will man die Unterstützung für den Schiffsveteranen durch die Gründung eines Freundeskreises auf eine breitere Basis zu stellen und so eine dritte Finanzierungssäule neben den Zuschüssen von Riksantikvaren und den Einnahmen aus Rundfahrten während der Saison zu schaffen.
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    • Riksantikvaren schüttet NOK 60 Millionen aus

      Riksantikvaren hat jetzt die Verteilung der laufenden Zuschüsse für das Jahr 2014 bekanntgegeben und insgesamt 60 Millionen Kronen (ca. € 7,1 Millionen) verteilt. Das klingt auf den ersten Blick durchaus nach viel Geld - allerdings stehen dieser Summe Nachfragen nach insgesamt NOK 164 Millionen (ca. € 19,5 Millionen) gegenüber, sodass es sich letztendlich um eine Verteilung des Mangels handelt, die vielerorts sicherlich zu Enttäuschung führen dürfte.

      Aus der Perspektive der Hurtigruten-Geschichte ist sicherlich erfreulich, dass die GAMLE SALTEN mit 250.000 Kronen (ca. € 30.000,-) berücksichtigt worden ist. Auch der in Sandnessjöen beheimatete ehemalige Küstendampfer GAMLE HELGELAND erhält 300.000 Kronen (ca. € 36.000,-). Die GAMLE LOFOTFERGA, die 1956 als erste Autofähre auf Lofoten eingesetzt wurde, erhält 350.000 Kronen (ca. € 42.000,-). Den größten Batzen in Nordland bekommt der Fischkutter HAVBLIKK mit 1.410.000 Kronen (ca. € 168.000,-).

      Mit insgesamt 7 Millionen Kronen (ca. € 833.000,-) aus UNESCO-Welterbemitteln werden die Lokalfähre STAVENES von 1904, die 1956 als weltweit größte Eisenbahnfähre auf einem Binnensee gebaute STOREGUT sowie ihre 1928/29 gebaute "Artgenossin" AMMONIA.

      Im Laufe des Jahres wird Riksantikvaren noch weitere fünf Millionen Kronen (ca. € 595.000,-) verteilen, die die aufgehobene Befreiung von Museumsschiffen von der CO2-Abgabe zumindest teilweise auffangen sollen.
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    • Vom Dampfschiff in den Kreisverkehr

      Das soll nun endlich mit dem alten, 2009 demontierten Schornstein des Raddampfers SKIBLADNER passieren, der auf dem Mjøsa zu Hause und in Gjøvik beheimatet ist. Die Stadt hatte das venerable Rohr mit der Absicht gekauft, es auf dem verkehrsreichsten Kriesverkehr der Stadt aufzustellen, doch seit nunmehr fünf Jahren liegt es dem Rost überlassen am Hafen herum. Diese lange Wartezeit erklärt Gjøviks Tourismuschef Arne Jørgen Skurdal damit, dass es sich bei dem Vorhaben um eine im Vergleich mir anderen Aufgaben niedrig priorisierte Angelegenheit handele. Nun sei es aber Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen.
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    • Rettung für die ODDA

      Die 1960ern für HSD gebaute Fähre ODDA, zuletzt als Touristenfähre unter dem Namen FJÆRLANDSFJORD für Fjord1 gebaut, ist an M. Hjorteseth Shipping aus Bergen verkauft worden. Da die Reederei vor allem Arbeitsboote betreibt, war spekuliert worden, dass auch die ODDA/FJÆRLANDSFJORD ihre Tage als solches beenden würde. Doch Reeder Mads Hjorteseth hat nun angekündigt, das Schiff unter Beibehaltung seines derzeitigen Passagierzertifikats zu überholen, u.a. werden neue Maschinen eingebaut, und es dann an eine noch nicht bekannt gemachte Reederei zu verchartern, die Bedarf für ein Fahrzeug dieser Größe habe. :thumbup: Lediglich den neuen Namen hat er preisgegeben: LUSTRAFJORD.

      Die ODDA/FJÆRLANDSFJORD/LUSTRAFJORD ist ein Schwesterschiff der unter Denkmalschutz stehenden SKÅNEVIK, die von dem Verein Ferjelaget Skånevik betrieben wird, und gleichzeitig jüngste Einheit eines zwischen 1957 und 1962 für Hardanger Sunnhordalandske Dampskipsselskap (HSD) gelieferten Quintetts mit einer Kapazität von jeweils 28 Automobilen.
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    • Heute ist Füllhorn-Tag

      Jedenfalls für 90 Schiffe bzw. Projekte, die sich die insgesamt gut 60 Millionen Kronen teilen, die Riksantikvaren in diesem Jahr zur Unterstützung erhaltenswerter bzw. geschützter Schiffsveteranen ausschüttet. :thumbup: Auf der Liste stehen stehen mit der GAMLE SALTEN, der GAMLE SKOGØY, BILFERGEN, GAMLE HELGELAND auch alte Bekannte längs Hurtigruten sowie all time favourites wie die SKIBLADNER vom Mjøsa oder die BØRØYSUND. Auf den ersten Blick eine wahrlich stattliche Summe, aber insgesamt konnte nur etwas weniger als ein Drittel der von den in Frage kommenden Schiffen bzw. Trägervereinen beantragten Mittel - 192 Millionen Kronen - bewilligen... ;(
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    • Die DF Ammonia erhält 2.955.000 Kronen und die MF Storegut 714.000 Kronen - wäre schön, wenn sie bald wieder auf dem Tinnsjøen fahren würden, statt an den Bahnanschlüssen vor sich hinzudümpeln. Noch schöner wäre ein durchgehender Museumsbahnbetrieb von Notodden nach Rjukan mit Trajektverkehr auf dem Tinnsjøen. :locomotive:
      <3 lig hilsen
      Bernhard