Norwegische Schiffsveteranen

    • Der älteste Seitenraddampfer der Welt

      Auf dem größten norwegischen See Mjøsa, zwischen Lillehammer und Oslo, verkehrt der älteste noch in Betrieb befindliche Raddampfer der Welt.

      Der Weße Schwan von Mjøsa, die Skibladner, wurde 1856 in Motala in Schweden gebaut und verkehrt bis heute als traditionelles Postschiff.

      Hier interessanter Film über das schöne Schiff. :thumbup:
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten im Profil)
    • Hamburgerin schrieb:

      Amundsens legendäre "MAUD" wird nach Norwegen zurückgebracht

      Jan Wanggaard aus Asker hat in der Tat große Pläne: Die MAUD soll zurück an ihren "Geburtsort", Vollen in Asker, gebracht werden und dort Zentrum einer polar-, kultur- und lokalhistorischen Ausstellung werden.

      Eine wichtige Rolle bei der Bergung soll der im Sommer in Ruhestand gehende Schiffs- und Maschinenbauer Terje Mørkved aus Flakstad spielen. Er bringt auch Erfahrung im Bergungstauchen mit, hat bis dato aber nur an kleineren Schiffen als der MAUD gearbeitet. Dennoch freut sich der 67-jährige schon auf ein ganz besonderes Erlebnis in seinem Leben.

      Die MAUD ist neben der FRAM und der GJØA, die beide in Oslo ausgestellt sind, der dritte norwegische Polarsegler. Das Schiff wurde 1917 für Roald Amundsens Versuch, Nansens Traum von der Ausnutzung der Polareidsrift als Weg zum Nordpol zu verwirklichen, gebaut worden. Die FRAM kam für die Expedition nicht mehr in Frage, da sie bereits stillgelegt worden war. 1918 macht der Südpolentdecker sich auf den Weg, doch die Expedition scheiterte und 1925 war Amundsen derart pleite, dass er die MAUD an die Hudson Bay Company verkaufen musste, die sie zum Warentransport, Radiostation und schließlich als Depotschiff verwendete. 1930 lief das Schiff in Cambridge Bay zunächst auf und sank dann auf 18 Metern Wassertiefe. Seitdem liegt sie gut zehn Monate im Jahr im Eis eingeschlossen, ist aber in einem erstaunlich gutem Zustand, so Jan Wanggaard - nur die obere Rumpfpartie sei arg zerknust und zeuge von der immensen Kraft des Eises.

      Wenn die Bergung gelingt, soll die MAUD auf einem Spezialponton mit 5 Knoten Fahrt über den Atlanrik zurück nach Norwegen geschleppt werden. Dann wären erstmals alle drei norwegischen Polarsegler zur selben Zeit in ihrem Heimatland.

      Nur eine Sache ist noch nicht klar: Wieviel das ganze Unternehmen kosten soll...
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
    • D/s Skibladner

      Der "Weiße Schwan von Mjøsa" ist wieder einer, fertig für die 157. Saison ^^ Er wurde geschliffen, geputzt, lackiert und geschrubbt - und das in ihrem eigenen Haus in Gjøvik :D Laut Marketing-Chefin wird es im Sommer 2013 nur Sonnenschein geben und 20.000 Passagiere :thumbsup: . Einen neuen Restaurantchef gibt es auch - Erdbeeren und Lachs sind versprochen :good3: Ende Mai soll das schöne Schiff sein Haus verlassen können. Dann hat der Mjøsa voraussichtlich in Hamar und Gjøvik mit 3,5 m genug Wasserstand.
      So ein schönes, eigenes Haus müsste die alte FINNMARKEN in Stokmarknes auch haben ;(

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    • BILFERGEN in Gefahr

      Jeder, der sich schon einmal in Alesund umgesehen hat, dürfte BILFERGEN kennen, die älteste Autofähre Norwegens aus dem Jahr 1922, die in Brosundet ihren Liegeplatz hat und von einer zehnköpfigen Freiwilligengang in Schuss und betriebsbereit gehalten wird. Das als technisches Denkmal geschützte Schiff befindet sich nach wie vor im Besitz der MRF-Nachfolgerin Fjord1, die für die Unterhaltskosten aufkommt, die jährlich zwischen NOK 150.000 und 200.000 (ca. € 20.000 - 27.000) liegen. Nun allerdings will sich die Reederei von dem Fährenveteranen trennen, da er dem Unternehmen keinen ökonomischen Vorteil - vulgo: Gewinn - bringe. Nun wollen Amund Halsebakk, der Chef der Freiwilligengang, und seine Mitstreiter alles Versuchen, um BILFERGEN auch in Zukunft in Alesund halten zu können. Dazu würden sie gerne eine Stiftung ins Leben rufen oder Sposnoren gewinnen, die dieses ermöglichen.
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
    • Ms Brandbu

      Mal wieder wurde ein kleines, altes Schiff gerettet, diesmal im Süßwasser-Revier. :good3: Wenn es solche Enthusiasten wie Roar Sundt nicht gäbe... :whistling: 1979 hat er ein kleines, total verrostetes Wrack am Ufer des Randsfjorden geborgen. Dort hatte es 30 Jahre im Wasser gelegen :huh: Die MS BRANDBU wurde 1907 gebaut als kleines Frachtschiff für eine Zellstofffabrik, ausgestattet mit einer 12PS-Dampfmaschine. Ab 1910 transportierte sie Ziegel entlang des Randsfjorden. 1920 bekam sie einen 25 PS-Zweitaktmotor. Als die Ziegelei 1946 stillgelegt wurde, brauchte niemand mehr das kleine, alte Schiff. Es wurde in Elnes Vika aufgelegt. 2 Jahre später riss die Ankerkette und die MS BRANDBU trieb ans Ufer....da lag sie nun, bis Roar Sundt sich ihrer 1979 annahm und sie für den Schrottpreis kaufte ^^ Er ist Mechaniker und interessierte sich schon immer für die alten Frachtschiffe, die über den See tuckerten, deren Geschichte und Technik.
      Ganz allein machte er sich an die Arbeit. Es gelang ihm, bei passendem Wasserstand das Schiff leer zu pumpen und nach Røykenvik zu schleppen. Dann fing er an, das alte Schiff zu reparieren und zu renovieren. Aufgrund von Fotos aus den 1920er-Jahren rekonstruierte er u.a. das Steuerhaus, den Ladebaum, die Winde. Große Freude bereitete ihm das Motorengeräusch, nachdem er die alte Zweitaktmaschine 1983 nach viel Tüftelei wieder zum Leben erweckt hatte :D
      Künftig braucht das kleine, alte Frachtschiff aber einen Freundes- und Förderkreis. Das dürfte aufgrund der Arbeit von 34 Jahren durch Roar Sundt nicht allzu schwer werden. Der Riksantikvar interessiert sich jetzt für das Schiff, weil es das letzte seiner Art in Norwegen ist. Auch hat es bei der ortsansässigen Bevölkerung und dem Randsfjordmuseum Interesse geweckt. Freiwilligenarbeit für die Pflege dürfte damit gesichert sein. Man spricht sogar schon davon, dass Roar Sundt künftig als "Hausmeister" auf dem Schiff fungieren könnte. Der ist jedenfalls sehr glücklich, dass sein altes Schiff wohl "überleben" wird. :)

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    • BRITANNICUS schrieb:

      bei Minnesund
      ...und dort in Minnesund hat man jetzt in einem alten Bootshaus einen wahren SKIBLADNER-Schatz gefunden :search: Wie bei echtem, eingestaubten Gerümpel auf einem Dachboden oft üblich, liegen und stehen dort 1.801 alte Erinnerungsstücke, bei denen man manchmal rätselt, was sie überhaupt darstellen sollen :mosking: wie die Maschine auf dem Foto :hmm: Es gibt von einer alten Ölkanne, Seifenschalen, Flaschen, wackeligen Stühlen, Teilen einer elektrischen Anlage auch alte Bilder und Bücher, Kleider und Rettungswesten - jedenfalls viele, spannende Dinge aus der Geschichte des "Weißen Schwans" :) Eine Ausstellung für die Öffentlichkeit wäre schön, aber das muss natürlich geplant und organisiert werden.. :whistling:
      Der Vorsitzende der Mjøsa-Vereinigung hatte noch eine kleine Geschichte vom Mjøsa-See zu erzählen: ;)

      Ein Bauer rief den Tierarzt für seine Kuh. Die Kuh stand auf der Weide am See. Ja, meinte der Tierarzt, kein Wunder dass es Deiner Kuh nicht gut geht. Sie hat ja nichts zu fressen. Das Gras auf der Weide ist doch ganz braun, kein grüner Halm X( Warum stellst Du sie da hin? :evil: Darauf der Bauer listig : Ich habe sie dorthin gebracht, damit sie die SKIBLADNER sehen kann. :D