Auf der Suche nach Wiki, Snorre und dem schrecklichen Sven

    • 2013
    • Montag, 03.06.: Vik - Hafnarfjördur

      Nachdem uns der Wecker aus dem Schlaf reißt, wagen wir erst einmal einen kurzen Blick aus dem Fenster, denn der gestrige Wetterbericht sagte für die nächsten Tage nichts Gutes voraus: Nieselregen, trüb und viel Wind. Wie recht er doch hatte!!! Nun nur noch schnell die letzten Sachen zusammenpacken und dann geht`s erst mal zum Frühstücken, denn - die Hoffnung stirbt zuletzt :) . Nach dem ausgiebigen Frühstück geht GöGa schon mal zum Wagen, während ich noch die Rechnung bezahle. Als auch ich dann endlich einsteigen will, spricht mich ein anderer Gast an und fragt, ob wir denn wirklich mit dem Reifen losfahren wollen ?( . Ein kurzer Blick auf besagten Reifen und .... platt wie eine Flunder. Sch....., der Tag fängt ja schon gut an!. Also, im Regen alles wieder ausladen und erst mal Reifen wechseln. Wie gut, dass die Regenjacken von der Framreise griffbereit liegen. Positives Fazit: Jacken haben Härtetest super überstanden :thumbsup: . Knapp eine Stunde später können wir endlich los. Da sich das Wetter aber nicht wirklich bessert, fahren wir zügig ohne jeden Halt weiter, denn Fotografieren lohnt sich gerade nicht wirklich. Erst in Eyrabakki legen wir eine kleine Rast ein. Der Tipp aus dem Reiseführer, im Rauda Hused zum Essen einzukehren (Fisch u. Hummersuppe), war mal mehr als gut :essen: . Nach einem kleinen Abstecher zur Strandakirkja kommen wir am Nachmittag zu einer Strecke, auf die ich mich eigentlich ziemlich gefreut habe: die Fahrt entlang des Kleifarvatn. Aber das Wetter wird immer schlechter. Mittlerweile beträgt die Sichtweite nur noch max. 30 - 50 m und wir verpassen fast den Abzweig in Richtung See. Und was dann kommt ist fast grenzwertig: schmale Straße, unbefestigt, mit Kurven und Kuppen, die man nicht wirklich einsehen kann. Aber seht selber:

      Wie herrlich muss diese Straße bei Sonnenschein sein :rolleyes: . Dann sind wir doch froh, als wir endlich in Hafnarfjördur ankommen, denn die heutige Fahrt war zwar nicht allzu lang, doch wegen des Wetter schon ziemlich anstrengend. Wir waren zwar mit unserer Reise auf den "Spuren der Wikinger", doch getroffen haben wir diese nicht wirklich. Daher wollen wir nun, fast am Ende der Reise, endlich auch einige sehen und übernachten deshalb im Viking Village. Aber, so richtige Wikinger finden wir auch hier nicht.

      Dienstag, 04.06.: Hafnarfjördur - Keflavik


      Nach einem mäßigen Frühstücksbuffet (das wohl schlechteste auf der Reise), das gerade auch noch von einer Reisegruppe ziemlich dezimiert wurde, machen wir uns dann wieder auf den Weg. Heute wollen wir uns die Halbinsel Reykjanes etwas näher ansehen, die lt. Reiseführer mit ihren Kratern, dampfenden Quellen und kilometerlangen Verwerfungen eine Landschaft wie aus dem Film "Herr der Ringe" haben soll. Und da wir beide diesen Film sehr mögen, ist die Halbinsel natürlich ein unbedingtes Muss.
      Wir wagen uns also nochmals über die Straße entlang des Kleifarvatn, doch auch heute haben wir nicht wirklich mehr Glück als gestern. Die Sichtweite ist nur unwesentlich besser. Zumindest können wir heute die Kurven und Kuppen deutlicher erkennen ;) . Allerdings kommt heute noch ein kräftiger Wind (WS 9+) hinzu, den wir gestern nicht so hatten. Wir können aber sehen, dass der See heftige Wellen hat, wie sie sonst eigentlich nur am offenen Meer zu sehen sind. Wie mag es dann wohl erst dort aussehen?
      Nachdem wir am See vorbei sind, kommen wir zum Thermalgebiet Seltún mit dampfenden Erdlöchern, brodelndem Schlamm und heißen Quellen. Holzstege schlängeln sich zwischen den Schlammtöpfen und gelben Schwefelablagerungen hindurch und es riecht gewaltig nach "faulen Eiern". Immer wieder weisen Warnschilder auf die Gefahren hin. Eigentlich schade, dass das Wetter heut nicht so mitspielt, denn das Farbenspiel ist schon recht beeindruckend und überraschend.

      Wir machen uns dann anschließend auf den Weg zur "Blauen Lagune", denn heute ist wohl der richtige Tag dafür: Wasser von oben und von unten. Aber der Blick auf den Parkplatz hält uns dann doch vom Besuch ab: mindestens 12 -15 Busse stehen bereits dort; ohne die unzähligen PKWs ;( . Auf der Weiterfahrt hält uns dann auch das Wetter von einem Abstecher zum Leuchtturm Reykjanesviti ab, wo in den Klippen viele Seevögel nisten und man einen schönen Blick auf die Insel Elday haben soll. Nur den Abstecher können wir uns wirklich ersparen, denn eine "Sicht" wird es wohl nicht geben und für die Klippen ist es viel zu stürmisch. Eine Besichtigung des in der Nähe liegenden Geothermalkraftwerks Reykjanesvirkjun ist leider auch nicht möglich, da es nur am Wochenende für Besucher geöffnet ist. Auf der Weiterfahrt macht die Straße nun einen Bogen nach Norden. Rechts und links dieser Straße sehen wir fast nur schwarze Lava, die von vielen Spalten durchzogen ist. Hier erhebt sich der mittelatlantische Rücken über die Meeresoberfläche und aus geologischer Sicht teilt sich das Land in zwei Hälften. Wo genau, ist leicht zu erkennen, denn seit einigen Jahren überspannt östlich der Straße eine 18 m lange Fußgängerbrücke, die "brú á milli heimsálfa", die "Schlucht zwischen den Kontinenten". Also kann man hier kurz mal von Europa nach Amerika laufen und natürlich auch wieder zurück. Im Prinzip schon richtig, nur hat man dabei wohl nicht bedacht, dass die "Nahtstelle" nicht nur 18 Meter, sondern vielmehr 5 Kilometer breit ist. Überbrückt wurde lediglich eine Verwerfung am Nordrand der Riftzone; also auf der amerikanischen Seite. Fazit: Alles nur ein Touristengag, aber eigentlich doch ein interessanter, den wir uns trotz des schlechten Wetters nicht entgehen lassen wollen.

      Auf der weiteren Rundfahrt über die Halbinsel steigen wir nur noch einmal kurz aus, um noch schnell einige Mitbringsel für die Lieben daheim zu erstehen, bevor es dann ins Hotel nach Keflavik geht. Für die letzte Nacht auf Island haben wir das Hotel Smári unmittelbar neben dem Flughafen gewählt.

      Mittwoch, 05.06.: Island - Bad Tölz

      Und die Wahl des Hotels war goldrichtig, denn unser Flieger geht bereits um 7:20 Uhr. Nach einer recht kurzen Nacht, der Wecker ruft bereits um kurz vor 4 Uhr ;(, wagen wir einen Blick aus dem Fenster. Der starke Wind hat nicht wirklich nachgelassen und nach dem kurze Weg mit dem Gepäck hinüber zum Flughafen bin ich doch ziemlich außer Atem. Aber bis zum Flug, auf den ich mich wegen des Windes nicht besonders freue, haben wir ja noch genügend Zeit uns auszuruhen. Und dann geht alles doch recht schnell und ist auch nicht ganz so schlimm wie befürchtet. Am Flughafen in München angekommen, wartet zum Schluss dann doch noch eine Überraschung auf uns: die Tiefgarage, in der wir unseren Wagen für die Zeit des Urlaubs geparkt haben, steht etwas unter Wasser. Also Gepäck oben stehen lassen und dann erst mal sehen, was der Wagen macht. Da aber wohl von Anfang an Pumpen im Einsatz waren, hat unser fahrbarer Untersatz alles gut überstanden und springt problemlos an :thumbsup: . Endlich zuhause angekommen, steht dann natürlich erst einmal das Übliche an: ankommen, auspacken,.....Der Alltag hat uns wieder. Und als ich dann abends ins Bett gehen will, erwartet mich dieses. Hattet ich vielleicht doch alles nur geträumt?

      Fazit

      Es war eine wirklich tolle Reise mit vielen schönen, neuen Eindrücken, die Lust auf mehr machen:
      Schottland und die Inseln waren viel schöner als vorher vermutet (lag vielleicht auch am super Wetter),
      die Fram ist schon ein schönes und gemütliches Schiff, auf dem man sich sehr wohlfühlen kann :good3: :girl_sigh: :hmm: :whistle3: und
      Island ist bestimmt mal einen längeren Aufenthalt wert. Mal sehen war draus wird.

      Liebe Grüße
      Bayerntroll
    • Danke für Deinen tollen Bericht!
      Schade, dass Ihr in Island mit dem Wetter so viel Pech hattet. Wir hatten ja auch unterirdische Tage, aber die Halbinsel Reykjanes haben wir bei wunderschönem Wetter erlebt und dort sicher noch ein Stück vom ursprünglichen Island erkunden dürfen!

      Aber auch hier gilt: Man braucht einen Grund zum Wiederkommen!
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2: