Traumreise mit Frostrøyk - Kong Harald vom 29.01.-09.02.12

    • 2012
    • B-K-B
    • Traumreise mit Frostrøyk - Kong Harald vom 29.01.-09.02.12

      So, dann will ich auch mal anfangen mit einem Reisebericht. Nachdem auch die diesjährige Tour schon wieder eine Weile her ist, kann ich genausogut mit der letztjährigen starten.

      Wie alles begann:
      Eine Hurtigrutenreise hatte ich schon sehr, sehr lange auf dem Wunschzettel. Schon zu Studizeiten schlich ich immer ums Hurtigrutenreisebüro herum, aber ich konnte mir die Preise nicht leisten, Interrail war für's Budget einfach günstiger. Später war ich dann zwar mal in Oslo und im Gudbrandsdalen, aber weiter als Geiranger und Dovrefjell kam ich nicht. Im Kopf war bei mir eine Hurtigrutentour auf der Liste für den Ruhestand gelandet frei nach dem Motto- wenn ich mal nicht mehr Langstrecke fliegen mag, kann ich immer noch Schiff fahren...
      Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: ich hatte im Dezember noch alten Urlaub übrig und ich fand keine Ferndestination, die terminlich gepasst hätte... Aber es fand sich über Tante Gugel ein Winterspezial zum günstigen Preis:-) Kurzentschlossen habe ich im Dezember im örtlichen Reisebüro gebucht und kaum hatte ich erzählt, dass ich im Januar fahre, wollte Schwesterherz auch mit. Also nochmal zum Reisebüro, umgebucht und gleich Nordkappausflug und Mitternachtskonzert noch dazugebucht:-)


      29.01.12
      Wegen des frühen Abflugs in DUS war ich schon am Vorabend zu Schwesterchen ins Ruhrgebiet gereist. Gefühlt mitten in der Nacht holte uns um kurz nach 4 das Taxi ab. Nach dem Check-In um 5 Uhr blieb Zeit für einen ersten Milchkaffee :gutenmorgen: , bevor es um 7 Uhr mit SAS nach CPH ging. Bei trübem Wetter und etwas Neuschnee konnten wir in Kopenhagen beim Frühstück den Räumfahrzeugen zuschauen. Dann ging es um 12.10 Uhr bei immer noch trübem Wetter nach BGO weiter, aber rechtzeitig vor Bergen rissen die Wolken auf und wir hatten einen traumhaft schönen Landeanflug, eine passende Einstimmung auf die Reise (und natürlich wieder mal die Kamera unzugänglich verstaut :cursing: ). Der 14 Uhr- Transferbus war gerade weg, also warteten wir mit den anderen auf den nächsten um 15 Uhr. Auf Dauer wurde es zwar draußen ordentlich kalt beim Rumstehen, aber die Sonne tat trotzdem gut nach dem deutschen Grau :8):

      Am HR- Terminal angekommen war fast sofort Check-In und schon nach kurzer Wartezeit auf dem Balkon, wo wir unser Schiff schon mal von außen anschauten, konnten wir die Kong Harald entern.

      Vor uns durfte jedoch zuerst eine grosse Gruppe Einheimischer, angeführt von einer Frau in Tracht, aufs Schiff. Sie gingen erst in letzter Minute vor dem Ablegen von Bord und hatten offenbar einen vergnüglichen Abend.

      Weil es anfing, dunkel zu werden, haben wir den Stadtrundgang auf ein anderes Jahr vertagt und lieber gleich die Cruisecard aktiviert, Kaffeebecher gekauft und dann das Schiff erkundet, vor allem erstmal draußen, denn das Abendrot und die blaue Stunde waren vom Feinsten:


      Die Inneneinrichtung der Kong Harald- naja, die Krönchen :an-king: sind Geschmackssache, aber alles ist wunderbar übersichtlich, wir fanden uns sofort zurecht und fühlten uns zuhause. Als das Buffet eröffnet war, sind wir gleich los, wir hatten unterwegs ja nicht wirklich viel gegessen. Das Essen auf der Kong Harald war immer ausgezeichnet, vor allem die Buffets waren mehr als reichlich und vielfältig! Den leckeren Fisch und das Nachtischbuffet hatte ich nie über :essen:
      Nach dem Essen war das Gepäck auf der Kabine. Die Garantiekabinenlotterie hatte uns 323 nahe der Rezeption zugeteilt, Ausgang und Treppe gleich um die Ecke, und trotzdem war es nicht laut. Die würde ich jederzeit wieder nehmen...Nach dem Auspacken ging es zur Sicherheitsunterweisung und dann nochmals bis zum Ablegen an Deck.

      Danach machte sich das frühe Aufstehen bemerkbar und ab ging's in die Koje. Dass ich wenigstens bis zur Askøybrücke noch hätte draussen bleiben sollen, wusste ich Neuling damals noch nicht...
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil

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    • Hallo Albatross,

      das ist für mich natürlich total klasse, dass Du hier einen Reisebericht zu "unserer" Reise einstellst. :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:
      Ich freue mich schon auf Hamburg und bin gespannt, ob wir eine Erinnerung aneinander haben oder uns ganz neu kennenlernen. :?: LG

      Tolle Bilder bisher!
      Liebe Grüße, Goldfinch
      :ilhr:


      Links zu meinen Reiseberichten: siehe Profil ...
    • Goldfinch schrieb:

      bin gespannt, ob wir eine Erinnerung aneinander haben
      Ich auch, denn ich habe so gar keine Idee, wer Du gewesen sein könntest!

      30.01.12
      Nach einer sehr ruhigen Nacht habe ich Florø im Halbschlaf aus dem Kabinenfenster mitbekommen, bin in Maløy aufgestanden und früh zum Frühstück. Dass am Hornelen ein Pflichttermin ist, wusste ich damals natürlich noch nicht.... Das relativ frühe Frühstück hat sich auf dieser Reise bewährt, denn dann war man immer bequem zum Sonnenaufgang fertig:-) Es gab neben all den leckeren Sild auch Pfannkuchen, mit Brunost und Heidelbeermarmelade -:imsohappy: !

      Stadhavet war absolut harmlos und als es Richtung Herøyfjord ging, begann die Lightshow, ein spektakulärer Sonnenaufgang! Kurz vor Torvik und viele Fotos später war die Sonne dann ganz über dem Horizont.


      Schon um halb 12 sind wir zum Lunch, um nach dem Anlegen in Ålesund bei schönstem Sonnenschein sofort rauszukönnen. Die Wege sahen frei aus, deshalb blieben die Spikes auf dem Schiff. Ein Fehler, denn die Stufen auf den Aksla waren im Schatten ziemlich vereist. Deshalb brauchten wir auch etwas länger rauf und runter, aber die Aussicht war einfach genial, auch wenn das Café leider zu war. Auf dem Rückweg reichte die Zeit dann nicht mehr, um den Rest der Stadt zu erkunden- aber das war schon wieder ein Grund für die nächste Reise.


      Auf der weiteren Fahrt Richtung Molde hatten wir wieder wunderschöne Lichtstimmungen und einen traumhaften Sonnenuntergang.


      In Molde selbst war es schon dunkel, den Landgang haben wir ausgelassen. Und dann war ich froh, die unbeliebte zweite Sitzung beim Abendessen gezogen zu haben- während der ersten Sitzung gab es nämlich den ersten Nordlichtalarm und deshalb genügend Platz zum Schauen: ein grüner Bogen spannte sich tatsächlich im Norden, und das so weit südlich!
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil
    • Wow, was sind das tolle Fotos :love:
      Kaum hab ich einen Reisebericht zu Ende gelesen, geht´s hier schon weiter :) ........mal ganz davon abgesehen, dass es ja z.Zt. auch noch ein paar Live-Berichte gibt ;)
      Ich freu mich :thumbsup: , krieg aber leider kaum etwas Anderes auf die Reihe :girl_sigh:
      Liebe Grüße
      little.point Claudia

      :ilhr:

      Meine Reiseberichte: siehe Profil
    • Steffi schrieb:

      Muss wohl nicht nur im Herbst sondern auch im Januar nochmal fahren?!
      Unbedingt :thumbup:

      little.point schrieb:

      krieg aber leider kaum etwas Anderes auf die Reihe
      Das scheint Forenrisiko zu sein ;)

      31.01.2012
      Nach Mitternacht war nochmals Nordlichtalarm- zuerst konnte ich mich nicht aufraffen aufzustehen, doch ein grüner Schimmer, der durchs Fenster kam und die Kabinendecke erleuchtete, trieb mich aus dem Bett. Fix in die Klamotten, Kamera gepackt und raus auf's Umlaufdeck, wo die meisten Leute inzwischen längst wieder verschwunden waren. Nur wenige harrten in Decken gehüllt noch aus. Dafür, dass wir irgendwo in der Trondheimsleia herumschipperten, war das Nordlicht erstaunlich stark. Schon am zweiten Tag Nordlicht gesehen, was wollte ich mehr! Und es kam im Lauf der Reise noch mehr :girl_pinkglassesf:

      Nach dem Anlegen in Trondheim machten wir uns wieder auf zu einem zeitigen Frühstück, wir wollten auf eigene Faust die Stadt erkunden. Trondheim war eisig kalt aber klar, und blöderweise machte ich wieder den Fehler, die Spikes zu vergessen:dash: Wir überquerten die Nidelva über die Bakke Bru, bewunderten die schönen alten Holzhäuser in der Nygata und Nedre Bakklandet

      und gingen über die Gamle Bybro, wo endlich auch die Sonne rauskam, zum Nidarosdom. Der war geöffnet und allein zum Aufwärmen haben wir gerne den Eintritt bezahlt, den Dom selbst aber auch ausgiebig bewundert. Nur schade, dass Fotografieren verboten war... Zurück ging es über die St. Jørgensveita zur Vårfruenkirke, wo wir den angebotenen Kaffee leider ablehnen mussten, weil wir uns unsicher waren, wie lange wir bei den vereisten Strassen zurück zum Schiff brauchen würden... Durch die Fussgängerzone und enge Seitengassen, die ich auch einmal mit mehr Muße ansehen möchte, sind wir wieder zurück zur Kong Harald. Trondheim hat mir sehr gut gefallen.


      Die Fahrt durch den Trondheimsfjord, vorbei an Garten und Kjeungskær Fyr war bei herrlichstem Sonnenschein,

      im Frohavet gab es Spätnachmittagslicht und einen Sonnenuntergang vom Feinsten

      und den Stokksund durchfuhren wir im Abendrot- mit dem Sound des Typhons unter der Brücke doppelt Gänsehaut!

      Die Folda zeigte sich danach von ihrer harmlosesten Seite und Rørvik haben wir beim Abendessen verpasst. Nordlichtmässig hat sich an dem Abend nichts getan, also war Zeit, die Fotos herunterzuladen und zu betrachten. Auf die Raterei, wann wir am nächsten Tag den Polarkreis überqueren, haben wir verzichtet, bei sowas liege ich sowieso immer meilenweit daneben;-)
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil

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    • 01.02.2012
      Nach einer ruhigen Nacht haben wir den Polarkreis im Dunkeln beim Frühstück überquert (ich bekenne mich dazu, dass ich mit dem Globus nichts anfangen kann :winki: ). Beim ersten Anschein von Helligkeit waren wir draußen auf Deck 5 und wurden mit einem wunderbaren Morgenhimmel vor Ørnes belohnt.

      Im Hafen schauten wir beim Be-und Entladen zu und beobachteten die Leute in den Büros, die ihren Arbeitstag ganz entspannt mit Kaffeetrinken begannen.

      Zwischen Ørnes und Bodø fand die Rettungsübung statt, wegen der Deck 7 gesperrt worden war. Es gab Hubschraubereinsatz, ein Seenotrettungsboot und Rauchbomben. Ich habe beim Heli leider nur noch das Abseilen der Kisten mitbekommen, weil ich auf der anderen Seite dem Boot der Redningsselskapet beim „Löschen“ zugeschaut habe.

      Die ganze Übung fand vor spektakulärer Kulisse statt, die Sonne beschien die ersten Gipfel, überall an den Bergen war ausgetretenes Wasser festgefroren.

      Vor Bodø donnerten noch einige Kampfjets über uns weg und nach einem frühen Lunch ging es an Land. Es war sonnig, aber sehr kalt und durch die Strassen pfiff der Wind. Meine Schwester wollte eine winddichte Mütze kaufen, deshalb schauten wir kurz bei Husfliden und ein paar anderen Läden rein (schön warm!) - sie fand natürlich nichts und letztendlich verdiente der Bordshop an ihr :hihi: Am Wasser entlang gingen wir zurück zum Schiff. Das Licht war schon wieder abendlich, es wurde immer kälter.

      Wir wollten uns einen Tee :tee: zum Aufwärmen holen, aber es gab gerade keinen. Vor der Kaffeemaschine in der Cafeteria hatte es schon immer wieder Wasserlachen auf dem Boden gegeben- nun wurde daran rumgeschraubt, Teile ein- und ausgebaut. Da ging sie wieder eine Weile, aber nicht lange... Zuerst war nur ein Techniker da, am Tag darauf kamen sie zu zweit und legten alles lahm, und das blieb so von Tromsø bis Tromsø , wo endlich das Ersatzteil eingebaut wurde. In der Zwischenzeit mussten alle Coffee-Dealer an die Maschine in der Bar. Die schien die ungewohnten Mengen nicht zu vertragen und hatte öfters Aussetzer :S
      Ab Bodø füllte sich das Schiff nun verstärkt mit Distanzpassagieren, Leute die beim Arzt gewesen waren und zurück auf die Lofoten fuhren und auch immer mehr Familien mit kleinen Kindern. Die sahen beim Einsteigen aus wie Michelin-Männchen, wurden aus den Klamotten geschält und stürmten die Spielecke, während die Eltern es sich in der Cafeteria gemütlich machten. Die Norweger gehen wesentlich entspannter mit ihren Kindern um als viele Deutsche - keine ständigen Ermahnungen, keine Überängstlichkeit und kaum Gekreische und Gebrüll bei den Kids.

      Der Vestfjord war völlig harmlos, nach einem wunderschönen Abendhimmel wurde es schnell dunkel.

      Von den Lofoten hat man leider in der Dunkelheit so gut wie nichts gesehen. Nordlichter gab es auch keine, trotz klaren Himmels. Nach dem Abendessen holten wir uns auf Deck 7 noch Fiskekaker ab, sind dann schnell runter auf Deck 5 und haben uns einen Logenplatz gesichert. Wir hatten bei all den Veranstaltungen auf Deck 7 ein bisschen den Eindruck, dass die absichtlich so gelegt wurden, damit sich vorne am Bug nicht ganz so viele Leute drängeln- uns war das sehr recht :dance3: Das absolute Highlight des Tages war der Trollfjord: eine sternklare Nacht, heller Mondschein und die Kong Harald drehte in den Eingang und leuchtete den an- einfach genial :love:

      Dann noch ein bisschen Raftsund schauen und ab in die Koje. In dieser Nacht hatten wir ordentlich Schräglage, mein Kopf hing die ganze Zeit tiefer als die Füsse ;)
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil
    • :sdanke: Und weiter geht's in die Kälte :thumbsup:

      02.02.2012
      Nach den gefühlt 1000 Kurven, um die die Kong Harald in der Nacht gefahren war, haben wir uns während der Liegezeit in Harstad beim Frühstück gestärkt. Kaum draußen an Deck zeigten sich die ersten zartrosa Schimmer, es sah schon sehr arktisch aus und war so kalt wie es aussah. Langsam färbte die erste Sonne die Bergspitzen, während der Halbmond noch immer hoch stand.

      In Finnsnes schienen dann Sonne und Mond, die Sonne brachte jedoch keine Wärme mehr.

      Auf dem weiteren Weg nach Tromsø wurde es langsam schon wieder dämmriger, man merkte deutlich, dass wir nun schon recht weit nördlich waren.


      In Tromsø trafen wir uns mit einem nach Norwegen ausgewanderten Fotofreund. Wir bekamen eine super Stadtrundfahrt (über die beheizten Baugruben habe ich mich köstlich amüsiert) und unterhielten uns bei Kaffee und Kuchen bei ihm zu Hause auf Kvaløya. Die Wetterkapriolen hatten ihnen diesen Winter ganz schön zugesetzt- zuerst war es viel zu warm, dann soff das Bootshaus bei der Sturmflut ab und dann kam die extreme Kälte bei fehlendem Schnee, sodass wochenlang der Brunnen eingefroren war. Es war ein sehr schöner Nachmittag, der leider viel zu schnell vorbei war – und vor lauter Quatschen habe ich total vergessen Fotos zu machen, deswegen gibt's am 5. Tag nicht so viele.

      Zurück auf dem Schiff war einiges los, eine grosse Gruppe Engländer war an Bord gegangen. Es waren zwar auch vorher schon Engländer auf dem Schiff, aber die waren sehr unauffällig. Die Neuen dagegen waren in der Gruppe und haben vor dem Abendessen immer vorgeglüht, auch in der Kabine direkt neben uns kreiste die Flasche. In der Nacht hatte zumindest einer unüberhörbar die Quittung. Die Schallisolierung zwischen den Kabinen war nicht die beste, man bekam deutlich mit, wenn jemand nebenan sich vom Mageninhalt verabschiedete :puke: Die See wurde jetzt allmählich bewegter, in der Nacht schaukelte es gemütlich.
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil
    • 03.02.2012
      Das Anlegen in Hammerfest muss ich komplett verschlafen haben, als ich aufwachte, waren wir schon wieder unterwegs und es war noch dunkel. Erst nach dem Frühstück zeigte sich zaghaft etwas Helligkeit und bei den Windrädern vor Havøysund war ein rosa Streifen am Himmel. Die Nordstjernen kam uns bei Garpholmen entgegen, dort wurde fleissig mit den Tischtüchern gewunken :dance4: Die alte Lady war ganz vereist und auch die Kong Harald begann allmählich so auszusehen. Im Hafen von Havøysund kreisten etliche Seeadler über uns, ein Mann führte seinen Hund spazieren, aber abgesehen davon schien an dem Tag dort der Hund begraben zu sein.

      Die Temperatur auf dem Schiff fing an zu sinken, die Gebläse vor den Fenstern in den öffentlichen Räumen liefen auf Hochtouren. Einen Vorteil hatte die niedrige Temperatur im Schiff- die Kameras beschlugen nicht, wenn man von draußen kam - da hatte ich die Plastiktüten zum Kamera Einpacken ganz umsonst mitgenommen :winki: Vor Magerøya kam die Sonne raus und beleuchtete den Dampf über dem Wasser.

      Frostrøyk sollten wir die nächsten Tage immer haben, es sah großartig aus. Egal ob golden, rosa oder weiß, es war zum Süchtigwerden :love:

      In Honnningsvåg wurden wir in die Busse gepackt, wir hatten die nördlichste thailändische Reiseleiterin, die sehr unterhaltsam war. Die Fahrt über die Insel, ab der Abzweigung mit dem Schneepflug vor uns, hat uns sehr beeindruckt. Das Nordkapp war total vereist: der verwehte Schnee hatte überall eine dünne Eisschicht, wo er höher war, brach man ein, wo er niedriger war, war es nur glatt. Das Licht war super, es sah absolut arktisch aus und es war natürlich eisig kalt. Auch wenn ich eigentlich draußen bleiben wollte, musste ich doch mal zum Aufwärmen in die Halle -und wegen der Postkarten;-) Ich finde es schön, dass es im Winter nicht so voll ist- ich mag mir nicht vorstellen, wie es zugeht, wenn der ganze Parkplatz voll ist....

      Auf der Rückfahrt nach Honnningsvåg wurde es schon dunkel, aber es war genauso faszinierend. Zurück auf der Kong Harald holten wir uns den leckeren Apfelkuchen mit Kakao. Später den Krabbenfischer haben wir der Reisegruppe überlassen, die sich am Buffet so aufgeführt hat, wie man es den Deutschen nachsagt. Also haben wir zuerst Vorspeisen geholt, dann den Nachtisch, und als man nicht mehr befürchten musste, K.O. geschlagen zu werden, gab es das leckere Seafood, von dem noch mehr als reichlich da war:-)
      Draussen hatte es gegen 21 Uhr wieder Nordlicht. Ich fand es nicht ganz so beeindruckend wie die anderen Nordlichter dieser Reise, weil es sich nicht sehr bewegt hat und ein Wolkenstreifen am Himmel war, aber es reichte, dass die Engländer glücklich waren. Das Foto ist ziemlich unscharf, gibt aber einen Eindruck, wie es ausgesehen hat...

      Es wurde geblitzt, was das Zeug hielt, die Stativbesitzer waren ziemlich angesäuert :cursing: Die haben sich allerdings revanchiert, indem sie das Umlaufdeck versperrten, dass keiner mehr vorbeikam oder indem sie Stativbeine voraus durch die Türen gingen und den Entgegenkommenden fast die Augen ausstachen.
      Der Wind wurde langsam etwas frischer, Berlevåg wurde nicht angelaufen.
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil
    • 04.02.2012
      Das Frühstück gab es vor Vadsø liegend, danach gingen wir auf's Umlaufdeck, um den Sonnenaufgang zu betrachten. Der Frostrøyk erschien im Morgenlicht mit rosa Schimmer, ein herrlicher Anblick!

      Unser Schiff war inzwischen überall vereist, aus dem Kabinenfenster sah man kaum noch etwas.

      Auch die Temperatur im Inneren sank weiter, die meisten sassen in dicker Jacke da. Der Shop an Bord machte gute Umsätze mit dicken Klamotten.
      In Kirkenes hatte es -20 Grad abwärts, obwohl die Sonne schien. Der Atem fror am Schal fest, unser Landgang fiel deshalb nicht sehr ausgedehnt aus.

      Es kam nun eine grosse japanische Gruppe an Bord, die fuhren bis Bergen und waren ganz wild auf Nordlichter. Ihre Reiseleiterin hatte ordentlich Stress, alle Infos ins Japanische zu übersetzen und auszuhängen, sie sass abends oft noch lange da und hat gearbeitet.
      Nach dem Lunch wurde es schon wieder dämmrig, um halb zwei fing die Sonne an sich zu verabschieden, nicht ohne wieder schönste Farben zu liefern!

      Vardø haben wir nur von Bord aus betrachtet, es war uns einfach zu kalt, um im Dunkeln herumzurutschen :winki: In Båtsfjord sassen wir gerade beim Abendessen, bei den Anlegemanövern haben Geschirr und Besteck kräftig geklirrt.
      Danach frischte der Wind vollends auf, es schaukelte jetzt ordentlich. Man bekam die Türen nach draussen kaum noch auf, einmal fiel mir eine wieder zu. Reflexartig habe ich die Kamera geschützt -die Hand bekam eine Schramme ab, bei der Kamera waren GeLi und Filter angemackt, blieben aber funktionsfähig. Das Objektiv hat durchgehalten, bis es nach einem halben Jahr angefangen hat, allmählich den Geist aufzugeben- wackelnde Plastikteile, verrutschte Linsen :verysad: Da konnte ich mir endlich guten Gewissens ein besseres Objektiv kaufen :pleasantry_1:
      Bei all der Schaukelei hatten wir nun die besten tanzenden Nordlichter und wegen des Wetters war es auch nicht so voll draußen. Leider waren nur sehr verwackelte Fotos möglich, weil sich während der Belichtungszeit unser Schiff in alle möglichen Richtungen bewegte. Aber wir haben sie ja gesehen und auf der Festplatte im Kopf gespeichert :love: :love: :love:

      Die Nacht war ziemlich unruhig, es schaukelte doch recht deutlich und immer wieder gab es laute Schläge, wenn Eisplatten vom Rumpf absprangen. Ein paarmal schienen auch Scheinwerfer durchs Kabinenfenster, die Besatzung war am Überprüfen, dass nichts zu sehr vereist. Es hatte offenbar eine entsprechende Wetterwarnung gegeben.
      Viele Grüsse, Albatross
      Reiseberichte im Profil