Reisebericht: Durch Nordfinnland zur Vesteralen

    • 2013
    • K-B
    • Reisebericht: Durch Nordfinnland zur Vesteralen

      Hallo allerseits,
      da ich von einem mir noch nicht persönlich bekanntem Forumsmitglied schier genötigt und bedrängt werde :lol: , doch eeeeennndlich anzufangen :grumble: , fange ich mal an :gamer: .
      (Könnte es sein, dass ich mir von Ralfis Stil was abgeguckt habe?? :D )

      Wir haben Hurtigrute im Winter schon länger auf dem Wunschzettel. Aber es kamen immer andere Reisen, die alle toll und wichtig und auch günstig waren. Und letztes Jahr landete ein besonderes Angebot in der Küche oder im Email-Postfach; weiß nicht mehr genau... Wann kommt man schon mal da oben nach Finnland, noch dazu im Winter, wo es keine Mücken gibt :wacko: und ganz viel Schnee ist...
      Der Preis war in Ordnung, so viel wie ein Komplettpaket Hurtig rauf und runter. Nur eine kurze Absprache mit A, den man hier Göga nennt, dann wurde am 4.7.12 gebucht. Vermutlich waren wir die ersten, wir standen auf der Liste ganz oben.

      Sobald der Online-Checkin für den Flug offen war, habe ich eingecheckt, und mir sonst nix dabei gedacht.

      6.3.13 Mittwoch, Abreise nach Oulu
      3:30 Uhr aufstehen, in Trance fertig machen, Kind schläft im Auto und lässt sich danach vom Navi heim leiten.
      Um 6 Uhr sitzen wir in Frankfurt am Gate und sehen dort schon einige andere Leute mit dicken Klamotten warten.

      Der Flieger steht schon da, A 321, D-AISH, „Wetzlar“. Start „nach rechts“ um 7:17, das ist schon mal gut. Von meinem Mittelplatz sehe ich den Feldberg. Kurz nach halb 8 bekommen wir schon Frühstück.

      Um 7:56 sehen wir links ganz Fehmarn! Cool! Und der erste Offizier ist offensichtlich woanders oder noch nicht wach, er erzählt, wir hätten grade Hamburg passiert (dann müssen wir danach eine Rechtskurve geflogen sein) und würden jetzt den Flug über die Nordsee beginnen. Aber dank Fehmarn wissen wir, dass wir hier richtig sind.

      Es geht die oft beobachtete Route über Kopenhagen. Um 8:50 erkenne ich links die Stockholmer Altstadt, alles weiß draußen, und bin mit meinem Mittelplatz schon fast versöhnt. Ärger nur über mich selbst, dass ich nicht gefragt habe: Hinten waren mindestens 5 Fensterplätze ganz leer, hätte mich für den Start dort hinsetzen können.
      Dass ich mit der Umsteigezeit ein Problem hatte, habt ihr ja schon mitgekriegt. Kurz gesagt: Es war keins! Wir setzten um Punkt 9 auf, früheste Landung der letzten 14 Tage. Zeit genug für die Wanderung von einstellig bis Gate 26, er war noch nicht mal angeschrieben. Als wir gemütlich da saßen und per SMS wifi angefordert hatten, kam im ersten Satz schon der Aufruf zum boarding, in den Bus. Noch etwas warten, in der Zeit sahen wir unsere Koffer vorbeirasen. Super, die haben es geschafft!

      Es waren 23 Personen im nächsten Flieger, ein Saab 2000 von Golden Air, ein Propellerflieger, rechts 2 Sitze, links einer, gesamt nur 50. Vor den Knien 10 cm Platz, eine Fußstütze zum Runterklappen, die Tischklappe etwas dreckig. Eine Stewardess.
      Natürlich saßen wir genau auf dem Flügel. Die ersten werden die letzten sein... so’n Mist, es war ein Fehler, so früh einzuchecken, wir waren die ersten und sie müssen es ausbalancieren. Man wird verteilt und darf sich nicht umsetzen. Diesmal hatte ich gefragt – wobei ich mich vergleichsweise eher als Fliegengewicht bezeichnen würde...

      Um 10 Uhr hoben wir ab nach Süden, flogen einen tollen Kreis rund um den Airport, das gab Fotos trotz Flügel. Warm hier! Acht Minuten nach dem Start liefert die Stewardess zwei warme Essen ins Cockpit. Es riecht so Richtung Schweinshaxe. Ej, wer fliegt denn jetzt den Flieger???

      Für uns gibt es Kaffee oder Tee, und nachdem wir versorgt sind, kriegen die Piloten auch einen. Und sie sind fertig mit Essen, eine Tüte Abfall wandert von vorne nach hinten. Folgt jetzt im Cockpit ein Schläfchen auf das gute Mahl?

      Sie sind hier eine Stunde früher, das kompensiert das frühe Aufstehen etwas.
      In Oulu schneit es, wir landen in der Suppe, aufgesetzt um 12bzw. 11:15 Uhr, im Schnee! Sehr geräumt sah die Landebahn nicht aus. Vermutlich machen die das hier öfters.

      Rüber ins Terminal, und nach wenigen Minuten, die wir mit Schnee-gucken beschäftigt waren, kamen die Koffer, einer war richtig eingeschneit, der lag wohl oben drauf. Es schneit heftig. Hier nennt sich das leichter Schneefall...?

      Ein Reiseleiter stand vor der Tür und schickte uns zum Bus. Das hatten wir uns schon gedacht, sonst war da nix. Wir sollen 19 sein, es sind aber nur 17 angekommen.... Dabei hatten wir doch sooo viel Umsteigezeit! Aber so war es nicht, es klärt sich abends: Die beiden Fehlenden haben von einer Lufthansa-Angestellten erzählt bekommen, dass sie in Stockholm ihre Koffer vom Band holen müssen und wieder aufgeben für den Weiterflug. Trotz Nachfrage, sie hat sogar genau erklärt, wie es da aussieht, so haben sie es geglaubt. Und hörten, wie ihre Namen ausgerufen wurden. Es war aber nicht zu schaffen. Ein vermasselter Urlaubstag, sie kamen dann mit der Maschine um Mitternacht.
      Also: Glaubt nicht alles, was euch Leute am Telefon erzählen!

      Wir fahren erst mal zur Markthalle, da kann man eine Kleinigkeit essen. Ich rutsche im weichen sauberen Schnee direkt vor dem Bus gleich mal aus und habe damit meinen Anteil erfüllt (jeder ein Mal).

      Unser Reiseleiter ist ein Unikat. 56, Offizier im Ruhestand, aus Rovaniemi, hat die Waldorfschule dort gegründet, kennt Hinz und Kunz und macht überall mit. Und macht seinen Job nicht nur zu 100%.

      Oulu: fünftgrößte Stadt Finnlands, Teer ist die wichtigste Handelsware. Nach wenigen Minuten lässt er den Busfahrer zu einer Tankstelle fahren – „ihr braucht jetzt was...“ – kommt wieder mit einer kleinen Schachtel und jeder bekommt ein lakritzähnliches Bonbon, irgendwie aus Teer.

      Es gibt eine Uni mit 17 000 Studenten, ein Gefängnis, eine Fußgängerzone, überall ist Baustelle, Oulu wird unterkellert, es werden neue Bunker gebaut. Ja, das Gesetz besteht noch, jeder Finne hat einen Platz im Bunker. Wegen der vielen alten russischen Atomkraftwerke, die ziemlich nahe an er Grenze stehen, findet er das ziemlich nötig.

      Alles ist flach, während der letzten Eiszeit war hier 3-4 km Eis oben drüber, deshalb hebt sich der Boden jetzt immer noch um 1 cm pro Jahr. Und es schneit, wir sehen nicht viel. Wir fahren im Zickzack durch die Stadt, es ist ja alles nicht weit. Schlösschen, Brücken, Stadion, Insel, Museum, denkmalgeschützte Oper, Bibliothek. Es wird sehr viel gelesen in Finnland, die Bibliotheken sind viel wichtigere Institutionen als bei uns.

      Um 14:30 Uhr sind wir am Hotel Cumulus, mittendrin, und haben jetzt freie Zeit bis zum Abendessen um 19 Uhr. Es schneit wie wild. Nachdem wir das Zimmer bezogen haben, gehen wir trotzdem los, wann sonst?!. Als Mumie verpackt zwei Stunden durch die Stadt. Es ist alles nahe, aber bei den vielen ...katus rechteckig angeordnet komme ich mir vor wie im Irrgarten. Der Schneefall hört irgendwann auf, es weht ‚nur’ noch. Sonne kommt durch, knirschender Schnee unter den Stiefeln (die toll warm sind und nicht rutschen, muss mal zum Schuhgeschäft und berichten, wie toll die sind!), leise Autos auf fester Schneedecke, -7° stand da, aber mir schien es warm. Hier fahren sie Fahrrad! Im Tiefschnee!

      Hier gibt’s keine Pins! Als Alternative nimmt er einen vom Oulu-Eishockeyclub, in der Hotel-Lobby ist ein Mini-Fanshop.

      Postkarten sind auch dünn gesät, die muss ich später noch schreiben. Briefmarken nach D kosten 80 Cent, ich will möglichst alle in Finnland wegschicken, hier kommt man nicht so leicht hin, deshalb sind Karten von hier seltener als z.B. von Hammerfest . Pastillen gekauft, sind aber andere als die vom Reiseleiter, schmecken besser.

      Um 19 Uhr ist gemeinsames Abendessen. Zwei Paare haben irgendwo anders gebucht und haben keine Halbpension, die sitzen an einem anderen Tisch. Wir haben zwei fitte Omas aus dem Bayerischen Wald dabei, eine wird dieses Jahr schon 80. Alle Achtung!

      Zum Abendessen gibt es einen Salat mit Gurke und Tomate als Vorspeise, dann Schnitzel (ich hätte hier eigentlich Fisch erwartet), dann Grütze. Alles lecker. Ein Bier kostet 6,30 €.

      Planung: Während der Schlittenhundetour übermorgen früh bietet er den anderen an, mit ihm ins Museum zu gehen. Vielleicht gehen wir lieber alleine spazieren. Und zwischen Ivalo und Kirkenes ist gar nichts, da bestellt er irgendwo in einem normalerweise geschlossenen Lokal eine Lachssuppe für alle, außer für einen Nicht-Fisch-Esser.

      Um halb 10 sind wir Richtung Bett, noch die Mails gucken, alle Hotels haben Internet ; bei einer Antwort hat sich mein Ding aufgehängt und ging nicht mal aus. Was mache ich jetzt? Das reagiert gar nicht mehr! Aufmachen wie ein Handy kann man es auch nicht. Leichte Panik! Geht es kaputt? Nööööö, das brauch ich doch!! Ich hab’s dann einfach liegen gelassen und gehofft, dass der Akku nicht kaputt geht, wenn er leer ist. Morgens war es dann aus und ließ sich neu anschalten. Puh!

      Zimmer: gut. Hat sogar einen Kühlschrank. Bad war klein, aber mit viel Ablagefläche, Fußbodenheizung, Dusche riesig, guter Wasserdruck.
      Die Fenster sind doppelt doppelt verglast! Ja, das ist hier wohl nötig!

      ----So, das war der Anfang von meinem Kampf mit Bildergrößen usw., bei den nächsten Teilen gibts dann Routine, und noch ein paar mehr Fotos, mit mehr Sonne :) . Weiter als bis zum 8.3. bin ich allerdings noch nicht gekommen.----
      Viele Grüße
      Tina
    • kaffeetasse schrieb:

      mir noch nicht persönlich bekanntem Forumsmitglied schier genötigt und bedrängt werde :lol:

      Auf solche Aufforderungen reagierst Du? Dann liegt das nur am inneren unendlichen Verlangen, Deine Erfahrungen mit anderen hier geballt versammelten Virusinfizierten zu teilen :mosking: .
      Und Deinen Schreibstil wirst Du kaum abgeschaut haben, wer so flüssig so fröhlich und informativ schreibt, ist von einer schelmischen Ader 'belastet' :whistle3:

      Ich genieße den ersten Tag Deiner Reise hier außerordentlich , mach man weiter so. Oder wie es hier heißt: mach hinne :tomato: - und nur in Deinem eigenen Tempo. Solch ein Bericht soll auch Dir Spaß machen.
      Lynghei
      Lynghei

    • 7.3.13 Tag 2, Oulu - Kemi - Rovaniemi

      Da ich heute Mittag doch nicht arbeiten darf, kann ich mal hier weiter machen. :)
      - - - - - -
      Um 6:45 waren wir (noch in Oulu) beim Frühstück und noch nicht mal die ersten. Um 8:15 kommt der Bus; will am selben Platz sitzen wie gestern! Das klappt auch, wir nehmen fast alle brav die gleichen Plätze.
      Weiße Winterlandschaft mit blauem Himmel! Angenehme minus 12 bis minus 14°. Bin kurz noch mal aus dem Bus, um das Hotel von gegenüber in der Sonne zu fotografieren; danach waren die Hände fast steifgefroren, das geht ganz schön schnell!
      Während wir Richtung Norden unterwegs sind, gibt es von Reiseleiter Eero viele Infos über Finnland.

      Kurz vor Kemi besuchten wir den Eisbrecher Sampo. 1960 gebaut, alles funktioniert noch, ist aber zu schwach für die modernen großen Schiffe. Das Schiff hat 9 techn. Angestellte, und 9 im Service für Touristen, Restaurant, Führung. Ab 12 fuhr er wieder auf Eisfahrt mit Touris, mehrere Stunden mit Essen, das kann man buchen, ist aber preislich happig. Schönes Schiffchen!
      Es war blauer Himmel und Sonne, wir wurden durch das Schiff geführt, von oben nach unten, hatten Zeit für Fotos. Wir waren der einzige Bus dort, also ganz privat. Super! :thumbup:

      In Kemi hielten wir am Schneehotel direkt am Bottnischen Meerbusen, schönes Wetter, alles natürlich zugefroren, hinten kann man nach Schweden gucken. Nächste Woche sind hier die Eisgolf-Weltmeisterschaften (also letzte Woche), dafür wurden Vorbereitungen getroffen. Man spielt mit orangen Golfbällen.

      Der Kemijoki = Kemifluss ist der längste in Finnland. Er hat 21 Kraftwerke und 2 riesige Stauseen. Der Damm, an dem wir vorbeifuhren, wurde 1946 gebaut. Da gab es noch Lachse. Zugeständnisse: Sie sollen Lachstreppen bauen. Da die aber NIE funktioniert haben, sind seit 1946 die Lachse im lachsreichsten Fluss Finnlands ausgerottet.
      Der naheliegende Torniofluss (Grenze zu Schweden) ist frei und hat noch Lachse.

      In Kemi, z.Zt. –3°, bekommen wir 40 Min Auslauf für Essen. Das nutzen wir für eine gemeinsame Pizza beim Chinesen, der uns eine schöne frische zubereitet, 6,50 plus 1,- für Kaffee/Tee.
      Stress – wann soll ich Postkarten schreiben?

      Dann fahren wir ca. 1,5 Std. bis nach Rovaniemi.
      Bisher war hier alles flach. Wir kriegen Erklärungen zu allem, Geschichte, Politik, Natur, und von unserer finn. Gruppenteilnehmerin, einen ausführlichen Vergleich zwischen dem deutschen und dem finnischen Schulsystem. Bildung hat hohen Stellenwert schon seit Jahrhunderten. Jemand hat mal eingeführt, dass nur heiraten darf, wer lesen kann, das legte jemand fest zeitlich direkt nach Martin Luther.

      Rovaniemi:
      Größte Stadt von Fläche her. Noch 80 km bis hin. Ca. 180 x 150 km Ausdehnung. Hauptstadt Lapplands, Eero kommt von da und weiß über alles Bescheid, alle Straßen führen nicht nach Rom, sondern dorthin.

      Vor der Stadt ist um 14 Uhr ein Stopp an einem Kraftwerk, der erste Damm nach Rov Stadtmitte, regelt den Wasserspiegel in Rov.. Hier gibt es eine der größten Rutschen der Welt, für die Baumstämme, die weitertransportiert werden.
      Dann fahren wir erst mal durch zum Weihnachtsmann-Dorf am Polarkreis , das SantaClausVillage.
      Zuerst gehen wir gemeinsam, er erklärt was, während wir alle stehen bleiben sollen, dann: So, jetzt macht mal alle einen Schritt, jetzt seid ihr über dem Polarkreis !
      Es gibt 2 Briefkästen, einer für normale Post und einer, dass es an Weihnachten ankommt. Und natürlich Sondermarken mit einem Sonderstempel. Wir gehen noch gemeinsam in die Weihnachtsmann Halle, Treppe hoch, dort ist die Weltachse, wo er dran dreht, damit er alle an einen Tag besuchen kann, auch der längste Wunschzettel der Welt aus Italien. Dann sind wir dran, der Weihnachtsmann ist hochtechnisiert, man könnte genau jetzt im Internet gucken, wie wir da stehen und das Foto von uns gemacht wird. Das Foto kaufte der Reiseleiter und stellte es uns zur Verfügung.

      Rentiere, Sonne, wenig los, Postkarten einwerfen, die ich bei jeder Möglichkeit geschrieben habe, noch weitere Briefmarken mitgenommen, die in Ivalo verwendet wurden. Stress. Nur bis 16 Uhr Auslauf, viel zu wenig Zeit, man hätte da shoppen können!, nächste Weihnachten stehe ich wieder da und überlege, was schenke ich denen, die haben doch schon alles!

      Am 16.10.44 wurde Rovaniemi komplett zerstört von den Deutschen, Prinzip verbrannte Erde.
      Wir hatten noch zwei weitere Stopps auf dem Weg zum Hotel. Zuerst durften wir in die Evang. Kirche, Er hatte extra für uns einen Termin ausgemacht, damit wir rein können, sie ist normalerweise zu.
      Bei der Rundfahrt kamen wir auch über die schöne Brücke, und fuhren dann vorbei am Sportzentrum und Langlaufzentrum auf den Hügel, wie heißt er doch? Ounasvaara, für eine tolle Aussicht mit Erklärungen, bei strahlender Sonne! Die Kinder waren am Skifahren, Hochbetrieb dort oben bei einem Hotel.

      Um 17:30 waren wir bei unserem Hotel in der Stadtmitte angekommen, Scandic, Zimmer im 4. Stock mit Blick ins Innere, wie im Stockholmer Ariadne. Abendessen gabs vom Buffet um 19 Uhr, Salat, Lachs in Form von Irish Stew, Reis Möhren, Kuchen, Obstsalat.
      Um 20:30 sind wir noch mal eingemummt raus, um zu gucken, wo wir überhaupt wohnen. Einfach nach rechts und runter, die Fußgängerzone ist toll beleuchtet, man kommt am Haupt-Platz vorbei, Anzeige –10° mittendrin, ich lerne mein ca. 7. (oder sogar schon 9.) finnisches Wort, keskus, weil das oft wo dran steht, bedeutet so viel wie Zentrum.

      Weiter bis runter zum Fluss. Dort war es schön! Ein wenig nach rechts, dem zugefrorenen Fluss entlang Richtung flachere Brücke, und hier fiel mir ein, dass ich ja eigentlich Nordlicht gucken wollte. Eero meinte, in einer Stadt ist es nicht möglich, aber hier war es über den Fluss rüber so dunkel und auch klar, dass wir was gesehen hätten, wenn welches gewesen wäre. Jetzt hinterher kann man das abschätzen, aber dort war ich noch unsicher.
      Unter den Brücken war eine Fläche, wo man trotz Dunkelheit einen weißen Schleier aufsteigen sah. Da war das Eis wohl so dünn und das Wasser wärmer als draußen die Luft. Interessant.
      Den Moment hätte ich gerne festgehalten. Es gibt immerhin ein Foto von der schönen Brücke.
      Leider hatte ich einen frierenden Mann dabei, der noch nicht kleidungstechnisch richtig aufgerüstet hatte und gerne wieder in den Schutz der Häuser zurück wollte; ich wäre da gerne noch ein paar Kilometer entlanggelaufen. In der belebteren Gegend stank es nach Abgasen, dafür brauche ich nicht nach Finnland...
      Sie haben mehrere Einkaufszentren und viele Shops wie hier, H&M, Jack & Jones usw., der Mägges ist gegenüber vom Hotel, nein, die leben hier nicht hinterm Mond.
      Nach einer Std. waren wir wieder zurück. Der Hotelshop hat leider nur von 10 bis 18 Uhr auf; jetzt wird’s schwierig mit Pin und Postkarten...
      Morgen früh steht das Angebot vom Reiseleiter, gemeinsam ins Museum zu gehen. Das ist ein besonderes, Arktikum. Mal sehen, wie das Wetter ist.
      Während A. um 10 sein Licht ausmacht und wegschlummert, habe ich noch die Foren durchforstet bis über die Müdigkeit hinaus. Es ist ziemlich warm im Zimmer, 24° und stickig und wir können nichts dran ändern, es gibt keinen Regler.
      Das war ein Tag mit Inhalt für 3!
      Viele Grüße
      Tina
    • Hallo Kaffeetasse,
      wie schön für uns, dass Du den freien Mittag nutzt, Deinen Reisebericht fortzuführen. Die Schilderungen von Finnland gefallen mir sehr gut und auch Deine Fotos. :sdanke: :sdafuer:
      Wir (mein Mann und ich) waren 2011/12 über Silvester ein paar Tage in Finnland (in südlicheren Gefilden, rund um Pori) und Dein Bericht und die Bilder wecken seeeeeehr schöne Erinnerungen...
      Ich freue mich schon auf die Fortsetzung
      :yeah:


      Liebe Grüße
      Uli (die heute Mittag auch frei hat
      :dance4: )
      Liebe Grüße
      Uli
    • 8.3.13 Tag 3 Rovaniemi – Ivalo

      Danke Uli, jetzt kann ich gleich weiter machen. Die Stunde war noch nicht um...
      - - - - - - - - - -
      Um 7 Uhr mal gemütlich aufgewacht. Unten sitzen schon die sieben Hundeschlittenfahrer beim Frühstück. Da sind übrigens unsere beiden Omas auch dabei! :thumbup: Es ist sehr ruhig.
      Im Bad funktioniert die Absaugung nicht so gut wie im letzten, aber sonst empfinde ich das Hotel als besser, größer. Das Frühstück ist sehr reichhaltig, aber auch hier ist noch kein Lachs dabei, aber immerhin schon Rührei. Gestern gabs nur gekochtes Ei, 7 Minuten.
      Als wir zum Frühstück gehen, können wir einen Blick nach draußen werfen: Es schneit! Also Museum, eindeutige Entscheidung. Um 9:30 Uhr ist Treffen für den Spaziergang zum Museum, hinterher können wir nur noch die Koffer holen.

      Er geht mit uns einen kleinen Umweg über den Lordi Square, ja, die Monster vom Eurovision Song Contest. Die sind nämlich von hier, der Platz wurde nach ihnen genannt, und sie haben sich dort verewigt. Heute sind es –9°.

      Im Museum handelt Eero für uns einen Sonderpreis aus, statt 12,- nicht den Gruppenpreis von 10,-, sondern nur 8,- pP, vielleicht, weil wir wenig Zeit haben und nicht alles schaffen können.
      Das Museum ist modern obwohl schon 20 Jahre alt, gut gemacht, interessant, alles erklärt über Arktis, von Volk, Krieg (ein paar Teile hat er selbst im Garten gefunden und gestiftet), Geschichte, Tiere, bis Sonne und Zukunft.

      Natürlich zieht sich das länger als geplant, wir kriegen unglaublich viel Auskunft, er ist ja von hier, ständig mit Blick auf die Uhr gehen wir die wichtigsten Stücke ab, fotografieren, wo wir nicht dürfen (Bären z.B.). Dann müssen wir im Galopp zurück, warm, nur –5°, Jacke offen, da kommt man ins Schwitzen, kriegen noch einen Pin im Souvenirshop, der im Hotel ist; da hätte ich shoppen können, wann kommt man schon mal hierher???, und dann Koffer holen und in den Bus.
      Um 11:45 sollen wir die Hundeschlittenfahrer unten am Fluss abholen. Wir schaffen es fast, aber wer ist noch nicht da? Hm.

      Hab mal nach den Mücken gefragt, die ja jetzt glücklicherweise nicht da sind. Es gibt sie ab 2 Wochen nach dem letzten Frost bis zum ersten Frost, also ca. von Anfang Juni bis Sept. Aber schlimmer wären die Minimücken, die überall rein krabbeln, da hilft kein Moskitonetz, und wenn sie beißen, das juckt dann ätzend. Wahrscheinlich vergleichbar mit unseren Grasmilben.
      Nach 12 fahren wir los und haben eine längere Busfahrt vor uns. Mittagessen fällt vorerst aus... Er spielt uns Musik seiner Kusine vor. Mit Lordi scheint er nicht verwandt zu sein, aber wir kriegen zum Abschied von Rov. im Bus das offizielle Video zu sehen. Hm, die Landschaftsaufnahmen sind toll, eindeutig. Aber die Gruselbilder, die überwiegen, die sind eher zum Schütteln, damit habe ich Probleme, brrrrrrr...
      Rovaniemi ist außerdem Hauptstadt des Zeichentricks. Die Angry Birds sind auch von hier.

      Jedermannrecht. Wenn man wandern geht, findet man überall ausgestattete Hütten oder Unterschlupf vor, Holz ist da. Bei so einer Hütte halten wir in schönster Landschaft bereits nach einer halben Std. wieder und genießen kurz die Ruhe und den hohen Schnee. Aber nur kurz. Nur mit Fleece raus – bin nach 5 Min. durchgefroren.
      Wir haben Sonne und fast nur blauen Himmel! Der Wald ist durchbrochen von weißen Seen, fast nur rechts, es ist hügelig und vereinzelt steht mal ein buntes Haus.
      Heute sind wir bestens ausgerüstet außer der dicksten Schneehose. So lässt sich’s aushalten. Was wir am meisten tun in diesen 10 Tagen: Anziehen, ausziehen, anziehen......

      Es geht an einem Truppenübungsplatz entlang (der Major kennt sich aus), größter Europas mit 50x50 km, Tieffliegen erlaubt. Auf einer genauen Karte hat er es jedem im Bus gezeigt.
      Dann hat er A. aus dem Tiefschlaf geholt X( und erschreckt :threeeyes: , weil er plötzlich laut ins Mikro geschrieen hat, weil rechts von uns Hügel sind, die bis 600 m hoch sein sollen, die wir aber nicht sehen.

      Unterwegs habe ich ein selbstgemaltes Schild gesehen, ein Betttuch mit der Aufschrift „Haus zu verkaufen“.
      Um halb 2 begegnet uns mal eine Schneewolke.

      Der Busfahrer braucht 40 Min. Pause, die machen wir in Sodankyla. Wir überfallen im Rudel ein von Eero empfohlenes Cafe für die 3K: Kaffee, Kuchen, Klo. Sonst ist nix los, mehrere Elektrogeschäfte, kein Souvenirshop, ganz leichtes Gegriesel mit ungemütlichem Wind.
      Um 14:30 gings weiter, Sonne, Straßen sind schneefrei.

      Ab 15:40 fahren wir am Urho Kekkosen Nationalpark entlang, dem zweitgrößten Finnlands, und halten mal ein paar Minuten am Visitorcenter. Das erinnert mich an das im Denali in Alaska, ähnlich gemacht. Der größte NP soll schöner sein, falls mal jemand da wandern will...

      Jetzt kommt raus, dass unser toller Reiseleiter diese Tour genau zum zweiten Mal macht! Enormes Wissen und mit vollem Einsatz dabei. Das hätten wir nicht gedacht, er wirkt so erfahren.

      Der Bus rutscht oft hin und her. Die Straßen sind vereist, aber man darf trotzdem 100 fahren. Gelegentlich überholt er sogar mal ein langsameres Fahrzeug. Unterwegs lag mal ein Auto auf der Seite.

      Wir fahren an einem besonderen Hotel vorbei, dort gibt’s Glas-Iglus zum Übernachten, damit man Nordlicht gucken kann. Mit Chemietoilette; Dusche und Essen gibt’s in einem Haupthaus. Hm, wenn ich schlafe, sehe ich kein Nordlicht... Ob die auch einen Alarm haben, damit man die Augen aufmacht?
      Saariselka: ist ein reiner ein Touristenort, 16 000 Gäste, liegt am Fuß des Hügels Kaunispää. Wir fuhren hoch, 437 m hoch, wo man nach Russland gucken kann. Eigentlich. Es ist nur noch 70-80 km entfernt, aber es hing eine Schneewolke zwischen uns und dort. 17:00, Dämmerung.
      Hier sah man schön die Motorschlitten auf ihren eigenen Straßen rumrasen, die mit roten Andreaskreuzen markiert sind.

      In Ivalo wird es eine Stunde früher dunkel als in Rovaniemi. Sagt Eero, und meint wahrscheinlich den Winter.
      Rovaniemi größte Stadt von Fläche, Inari größte Gemeinde.
      Unterwegs haben wir immer wieder frische Spuren von Rentieren am Straßenrand gesehen und gelegentlich mal ein echtes. Sie laufen gerne auf der freien Straße, das ist nicht so mühsam wie im Tiefschnee. Auch Rentierfarmen gibt’s hier einige. Wir kriegen auch erzählt, dass ein Zusammenstoß von Rentier mit Auto nicht so schlimm ist, Auto Schrott und Tier tot, aber mit einen Elch sieht es für die Insassen anders aus, der hat zu viel Masse, das ist gefährlich.

      Kurz vor Ivalo ist auf dem Fluss eine Ansammlung Menschen und Tiere. Hier ist am Wochenende die Renn-Rentier-Meisterschaft, deshalb sind alle Hotels (viele sind das nicht!) ausgebucht.

      Um 6 Uhr sind wir in unserem Hotel Ivalo (natürlich am Fluss) und haben uns eingerichtet. Wir haben ja inzwischen Routine im „Aus-dem-Koffer-leben“. Post an Rezeption abgeben, Internetzugang holen.
      Das Hotel ist schon älter, die Zimmer sind einfach und normal, das Bad im Stil der 70er. Aber ok, außer, dass es auch wieder 24° hat und keinen Regler. Die Heizung rauscht laut, im Bad ist eine schön warme Fußbodenheizung. In den anderen Hotels war das auch so, aber die hier ist besonders angenehm. Einen Pool gibt’s hier auch, und natürlich Sauna, wie überall.

      Zum Essen gibt es was? Lachs!! Und noch irgendwas Fleischiges. Eine größere Gruppe Franzosen ist da, die feiern heute Abend Abschied, wir wurden schon vorgewarnt, dass es beim Essen etwas lauter werden könnte. Wir waren aber etwas früher und deshalb war es für uns nicht so wild.
      Danach wollte Eero uns unbedingt einen Film zeigen, weil er unsere Meinung darüber wissen wollte, weil der Filmemacher es dem deutschen Fernsehen anbieten möchte. Natürlich kennt er den Filmemacher und ist irgendwie auch am Film beteiligt. Ich habe dauernd mit dem Einschlafen gekämpft (das war meine müde Zeit), aber der allgemeine Tenor war: der war zu lang. Die Hälfte würde reichen. Es ging um einen deutschen Goldsucher am Ivalofluss.
      So saßen wir von 20-21:30 drinnen, ich war nicht nur müde sondern auch hibbelig, es ist nämlich draußen klar!
      Kurz mal um die Ecke gucken, ob es so klar geblieben ist, ja, aber Enttäuschung, der Shop und die Rezeption haben geschlossen, brauche doch noch Postkarten! Also morgen früh noch schnell eine Runde Stress. Sie müssen auch noch geschrieben werden.
      Unser Zimmer, ganz am Ende des Flures, geht zum Hof, wo mehrere Schneemobile parken, und Richtung Straße, zwei Lampen leuchten bei uns rein. Es hilft nix, wir müssen uns einmümmeln. Und dann schnell raus, bevor der Saunamodus einsetzt.
      Einmal links herum. Da ist zu viel Licht. Ein weißer Schleier kommt von drüben rüber gezogen (ich hab schon gelernt, dass es auch weißes Nordlicht gibt), aber das scheint Rauch zu sein. Hier ist ein großer Schornstein, noch mit Licht am oberen Ende, der gibt auch Massen an weißem Rauch ab.
      Dann sind wir auf die andere Seite vom Hotel, da geht’s runter! Es kommen uns ein paar Franzosen mit Taschenlampen entgegen, so finden wir den Abgang gut und stehen gleich auf dem Fluss. DAS ist eine Aussicht! Mann, sieht man hier die Sterne gut! Der große Wagen ist irgendwie ganz woanders, der Orion ganz tief. Und viel mehr als bei uns zu sehen! (Wir wohnen schon so, dass man die Sterne sieht, wenn sie zu sehen sind, aber die haben hier doppelt so viele, mindestens!).
      Wir sind mitten auf den Fluss gegangen, mit (wie viel wohl?) Eis unter uns. Blick nach rechts zum Schornstein – ja, eindeutig, ich habe im Forum in den letzten Tagen genug Fotos gesehen, DAS erkenne ich. Direkt neben dem Schornstein ist ein leichter grüner Streifen, sogar noch ein bisschen hinter dem weißen Rauch. Aber ganz anders und zart. Und es bewegt sich leicht. Kommentar A: Ich weiß net! Ich: Aber ich weiß es. (War mir in dem Moment völlig wurscht, was mein Mann weiß oder net weiß, ich hatte mein erstes Nordlicht. So wie „mein Wal“). Es wurde dann etwas breiter und etwas schwächer. Inzwischen hat A. gemeint: Es könnte welches gewesen sein, und am nächsten Morgen war es dann sicher welches, weil er es stolz erzählt hat. Der weiße Schleier von drüben blieb so an der Stelle, das war sicher keins. Vermutlich gibt’s heute Nacht noch mehr. Wir sind aber inzwischen kalt genug, also sollte man doch rein gehen. Halb 12 und ich sollte schlafen, bin aber hellwach. Musste das blaue Licht vom TV auch noch verdecken, und die Lampen von draußen stören auch. Wieso bin ich eigentlich im Bett?
      Auf einem Fluss stehen und Nordlicht sehen! Boah!
      Viele Grüße
      Tina
    • Hallo Kaffeetasse, jetzt bist Du aber wie im Rausch, oder? Ich könnte mir vorstellen, dass Du sozusagen wieder 'auf Reisen' bist. Mir macht es echt Laune dabei zu sein :)

      kaffeetasse schrieb:

      Wir fahren an einem besonderen Hotel vorbei
      derartige Hotels scheint es in Finnland häufiger zu geben. Letztens hatte ich einen Bericht von diesem kakslauttanen.fi/de/
      gelesen. Es liegt nördlich von Rovaniemi und kurz vor Ivalo.

      kaffeetasse schrieb:

      sondern auch hibbelig, es ist nämlich draußen klar!
      Wahrscheinlich ist es schwierig, sich aus einer kleinen Gruppe auszuklinken, aber egal wie nett der Reiseleiter ist: bei solch einem Wetter wäre ich nach draußen gegangen.

      kaffeetasse schrieb:

      Auf einem Fluss stehen und Nordlicht sehen! Boah!
      lesen - und Gänsehaut bekommen. Ich finde es ja schon immer wieder toll, wenn ich Nordlicht von Bord aus betrachten kann.

      Danke
      Lynghei
      Lynghei

    • Lehrgang im Schnell-Synchronisation belegen? :mosking: Ich glaube, Kaffeetasse hat gemogelt - weil sie doch schon ein Teil vorgeschrieben hatte (bis Tag 3 hat sie erwähnt). Aber da Du doch erst in Kirkenes 'zusteigst', solltest Du doch Chancen haben mitzuhalten !
      Ich freue mich auf den Bericht aus Deiner Sicht - das wird Laune machen :good3:
      Lynghei
      Lynghei

    • Capricorn: Ich bin im Moment beim 9.3. und habe erst wieder Sonntag Nachmittag Zeit.
      Also kriegst du morgen Zeit um einen Vorsprung zu schaffen. :D
      Blöde Frage: :?: Wie macht man das, dass die Zitate in Teilen erscheinen und jedesmal "Zitat von...." drübersteht so wie bei Post 9? Man klickt auf zitieren, dann Absätze oder Text zum Zitieren auswählen, und dann? Vorher markieren oder hinterher und wie krieg ich das hier rein?

      lymghei: Ja, stimmt, ich reise nochmal. Besonders bei den Fotos vom 8.3. war ich selbst hin und weg. Einfach nur schööööön! :thumbsup:
      Und ja, das ist das Hotel, an dem wir vorbeigefahren sind.
      Viele Grüße
      Tina
    • kaffeetasse schrieb:

      ja, eindeutig, ich habe im Forum in den letzten Tagen genug Fotos gesehen, DAS erkenne ich.

      kaffeetasse schrieb:

      War mir in dem Moment völlig wurscht, was mein Mann weiß oder net weiß, ich hatte mein erstes Nordlicht.

      Richtig so. :thumbsup: Sorry A., falls Du hier mitliest, aber ab und zu sollte man(n) mal auf die Frauen hören. :tomato:
      Oh kaffeetasse, das ist echt schön, wie Du Deinen Bericht schreibst: ausführlich, informativ und gleichzeitig amüsant und kurzweilig. :sdanke: ... und auch für die Bilder :sdanke:
      Liebe Grüße, Goldfinch
      :ilhr:


      Links zu meinen Reiseberichten: siehe Profil ...
    • Du Ärmste !! Ich habe mir angewöhnt, dem Klick auf den SENDEN-Button den gesamten Quelltext nochmal in einen Editor zu kopieren. Dann hält sich der Aufwand für die Widerherstellung eingermaßen in Grenzen, weil man nur nochmal die Bilder einsetzen muss.
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX Verweise auf Reiseberichte im Profil

    • 9.3.13 Ivalo - Kirkenes

      Ja, genau, die Bilder einzufügen dauert ja am längsten. Also: Zweiter Anlauf, kürzer und mit weniger Bildern:
      - - - - - - -
      Drinnen war es zu warm, draußen dafür schön kalt. Ich bekam nach einem verkürzten Frühstück alle Postkarten weg, erledigt.
      Um 9 Uhr ist Abfahrt, draußen sind –27° und auf dem Thermometer in der Sonne vor der Tür –22°. Ist das schön!! (Diese Behauptung glaubt uns wahrscheinlich keiner...).

      Um 10 Uhr haben wir einen Termin beim Samidorf in Inari. Auf dem Weg dahin kriegen wir weitere Erklärungen zu Schulen und Ausbildung in Finnland, und in Inari schickt er uns noch in den dortigen Supermarkt: Kauft noch mal ein, letzte Chance vor Norwegen.

      Die Aussicht auf den See ist wieder einfach schön! Wobei ‚See’ der falsche Ausdruck ist, es ist immer eine schöne weiße Fläche.
      Inarisee: drittgrößter See Finnlands (ähnliche Superlativen hatten wir letztes Jahr in Russland), ca. 4000 Inseln. Inari ist 4-sprachig: Finnisch, Bergsamisch, Fjellsamisch und noch eins. Alle samische Sprachen sind total unterschiedlich und nicht miteinander verwandt.

      Von 10 – 12 waren wir im Samimuseum mit Führung. Sehr schön gemacht, nach Jahreszeiten sortiert und viele schöne Ausstellungsstücke. Die Rentiere sind die Lebensgrundlage für die Sami. Sie machen z.B. die Schuhe aus Rentierfell vom Fuß des Rentiers. Da hat man keine Wahl bei der Schuhgröße, der Fuß des Rentiers bestimmt diese.
      Mein Handicap im Museum war: Gleich am Eingang im Shop holte Eero einen Tester mit Creme und fragte: Da war doch jemand, der nach Mücken gefragt hat, und schwupp hatte ich das Zeug auf dem Handrücken. Es macht total weich, die Inhaltsstoffe sind ganz natürlich, wird auch für Schuppenflechte und anderes empfohlen, aber es stinkt! Dauerhaft. Die Mücken halten 2 cm Abstand – kann ich verstehen. Es riecht nach einem ganzen luftgetrockneten rohen Schinken oder wie die Chorizo, die Wurst in Spanien. Ab da musste ich Abstand halten und jeder hat seltsam geguckt. Zweimal habe ich es mit Seife probiert, nützte nicht viel, der Duft blieb erhalten, die Haut war selbst nach dem Schrubben noch weich. Erst gegen Abend habe ich es nicht mehr wahrgenommen.
      „Wir fahren jetzt 2 Std. bis zur Grenze – je nachdem, wie viele Rentiere wir überfahren!“. Er spielt etwas Samische Musik, singt uns sogar selbst ein Sami-Lied vor. Ich habe seine Fotos vom Stick auf mein Ding übertragen; wir haben gesammelt für ihn und den Busfahrer.
      Wenn es heißt, es gibt soundso viele Rentiere in Finnland, dann sind das die, die im Freien leben. Die in den Farmen werden nicht mitgezählt, sie sind Eigentum von jemand, Einkommen und Kosten liegen komplett beim Besitzer.
      Es wird hier hügeliger.

      Nachdem wir links am Straßenrand einen fotogenen Fuchs hatten, waren wir kollektiv auf Rentierjagd, mit den Augen. Überall waren frische Spuren, und erst links, dann rechts eine größere Ansammlung von Tieren. Leider sind wir mit einer Geschwindigkeit unterwegs, die Fotos nicht zulässt. Jeder guckt angestrengt nach draußen und sucht.
      Rentiere riechen das Moos unter dem dicken Schnee. Bei uns roch es mal ein paar Minuten nach Orange, von unserem Vor-Sitzenden, aber dann war mein „Schinken“ wieder dominierend....

      Pause von 14 –15 Uhr an einem Hotel an der Grenze, das jetzt nur für uns geöffnet hat, und wir mit einer leckeren Lachssuppe verwöhnt werden. Brot, Wasser, Kaffee gehört immer dazu, für 8,- pP sehr nett. Und lecker. Sagte ich wohl schon. Bei Lachs gilt das für mich immer!

      Direkt in Norwegen ist die Landschaft anders. Hügeliger mit einem Flusstal, hier und da gleich vereinzelte Häuser, bewohnt. In Finnland war irgendwie nix.
      A. hat schon beschlossen, dass wir hier mal wieder hin wollen, nicht nur im Dauerlauf durch. Im Winter nach Ivalo fliegen, im Hotel am Fluss wohnen, einen Mietwagen nehmen und spazieren fahren. Schaun mer mal... Es steht so viel auf der Wunschliste...
      10 Minuten nach der Grenze gibt es den nächsten Halt, um die Stromschnellen vom Neidenfluss zu fotografieren. Über eine vereiste Straße muss man ein Stück runter laufen. Es interessiert keinen, ob die Straße vereist ist oder nicht... sie fahren gaaaanz normal 80-100 kmh.

      Die Landschaft ist aber im Moment etwas eintönig, da der blaue Himmel weggefallen ist. Es gibt nur 2 Farben: weiß und grau-schwarz. Es schneit ganz leicht. Es geht nur bergab bis zum Fjord, der schon zum Eismeer gehört. Ein kurzer Foto-Halt da, wo das Eis aufhört – das war viel früher als er angekündigt hatte. Zeitumstellung, Ankunft in Kirkenes beim Thon Hotel um ca. 15 Uhr schon.
      Zimmer haben wir Richtung Ort, hatten wir uns schon gedacht.

      Wir machen erst mal einen ungemütlichen Spaziergang im Ort; im EKZ schließt grade alles zu außer dem Supermarkt. Es weht heftig. Pin und Postkarten (die Postkarten ab jetzt sind je eine pro Ort für das altmodische Fotoalbum) finden wir in der Tourist-Info, die beiden Frauen dort drin waren richtig überrascht von dem Ansturm von 4 Personen zugleich. Die Preise sind schon ‚anders’. Spaziergang durch den Ort, zwei Denkmäler gesehen, bis zur Kurve, die russ. Schiffe fotografiert, das Feuerwehrauto unter dem Schnee gefunden, langsam zurück, schöne Häuser geguckt. Es ist schön warm, wenn man die richtigen Klamotten hat.


      Eero fährt morgen früh mit dem Bus und Busfahrer zurück. Der durfte heute nicht mehr fahren. Es gibt keine Verbindung von Kirkenes nach Rovaniemi, höchstens Flug über Oslo, deshalb muss er mit ihm wegfahren, bevor er uns auf dem Schiff abgeliefert hat, und wir müssen es eigenverantwortlich um 10:45 den öffentlichen Bus zu nehmen. Ob wir das schaffen?

      Das Hotel ist die Krönung. Zum einen die Aussicht aufs Wasser. Als wir ankamen, schwamm dort alles voller Eisschollen nach rechts. Nach dem Spaziergang waren alle weg oder geschmolzen.
      Dann die Ausstattung. Chic, fürs Ende der Welt.
      Abendessen: Wow, zum ersten Mal serviert, toll dekoriert, und natürlich lecker. Wir haben sehr schön gespeist.
      Und dann ist nichts mehr passiert außer warten auf den nächsten Tag. Draußen war es zu ungemütlich.
      - - - -
      Geschafft!! :thumbsup:
      Viele Grüße
      Tina

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „kaffeetasse“ ()