Island: Polarlicht und mehr (04.02. - 15.02.2013)

    • 2013
    • Island: Polarlicht und mehr (04.02. - 15.02.2013)

      Hallo zusammen,

      ich möchte hier einen kleinen Reisebericht von meiner Polarlichttour nach Island im Februar 2013 starten. Da mir zwischendurch die Zeit fürs Tagebuch ausgegangen ist, werde ich irgendwann etwas improvisieren müssen - zur Not gibt es dann nur noch Fotos. ;) Bei der Reise handelte es sich um eine Polarlichttour des Veranstalters "Ice-Zeit" mit einer individuellen Verlängerung vor der eigentlichen Polarlichttour.

      Die Kurzfassung:
      Wir sind mit einer kleinen Gruppe am 4.2. von Frankfurt nach Reykjavik geflogen, haben dort einen Mietwagen übernommen und uns in der Stadt einquartiert. Nach ein paar Tagen rund um Reykjavik sind wir dann mit unserem Reiseleiter Michi und dem Tourbus auf der Ringstraße 1 nach Akureyri in den Norden gefahren und haben den Rest der Gruppe am dortigen Flughafen abgeholt. Im weiteren Verlauf haben wir Island einmal komplett umrundet, am 15.02.2013 ging es dann wieder zurück in die kalte Heimat. Auf der Tour hatten wir sehr viel Glück mit dem Wetter - auch das Polarlicht war aktiv.


      13.02.2013 - Polarlicht über dem Myrdalsjökull bei Vik

      Mehr folgt dann in den nächsten Tagen...
    • Hallo Michael,

      schön, dass du als quasi Vorgänger auch noch einen Reisebericht schreibst. Ich bin schon gespannt darauf, was ihr gemacht und erlebt habt. Und dann will ich vergleichen.

      Wenn du mal nicht weiter weißt, kann ich dir bestimmt helfen. Ich denke mal, dass unsere Tour relativ ähnlich war.

      Für dein tolles Nordlichtbild beneide ich dich. Ich muss noch einmal in den Norden und einen erneuten Nordlichtfotografier-Versuch starten.
      Viele Grüße
      Roland

      - Februar 2012: Finnmarken B-K-T
      - Dezember 2013: Trollfjord B-K-T
      - Juni 2014: Midnatsol B-K-B
      - Oktober 2015: Teilstrecken
    • Ich hatte gestern noch kleinere Probleme mit dem Upload der Fotos, deshalb geht es erst heute weiter - dafür wird dieser Beitrag etwas länger.

      Für das Unterstützungs-Angebot bedanke ich mich schonmal . mal schauen wie weit die Stichworte reichen. Ich habe auch immer die Infoschilder mitfotografiert, das hilft etwas.

      03.02.2013 Anreise nach Frankfurt
      Die Anreise nach Frankfurt habe ich einen Tag vor dem Abflug nach Island mit dem Auto angetreten. Im Sommer 2012 waren die Züge sehr voll und unpünktlich, deshalb dieses Experiment. Die Autobahnen sind recht leer, man merkt den Sonntag. Meine Übernachtung habe ich im Ibis Kelsterbach nahe beim Flughafen gebucht, in die Stadt muss ich nicht.

      04.02.2013 Flug nach Kevlavik, Mietwagen, Reykjavik
      Um 08:30 Uhr geht es nach einer ruhigen Nacht zum Frühstück, dieses ist als Buffet aufgebaut und bietet eine gute Auswahl. Bis auf einen chinesischen Gast, der gleichzeitig frühstücken, schlürfen und telefonieren kann, gibt es nichts Spannendes zu berichten. Kurz nach 10 Uhr mache ich mich auf den Weg zum Flughafen, den Parkplatz habe ich bereits als Frühbucher direkt am Terminal 2 reserviert. Im Winter ist der Preis noch erträglich, allerdings sind die Parkbuchten in P8 sehr eng.

      Schwer bepackt geht es dann mit dem Fahrstuhl zum Abflugbereich, der Rest unserer kleinen Gruppe ist schon da und begrüsst mich herzlich. Nach einer zünftigen Brotzeit auf der Sitzgruppe vor dem Icelandair-Schalter machen wir uns ans Einchecken. Dabei habe ich etwas Glück, Platz 16e am Notausgang - Platz für die Beine. Der Flieger ist dann fast ausgebucht. Der Flug verläuft dann ohne Zwischenfälle, diesmal kann ich dank eigener Kopfhörer sogar mal ins Bordprogramm hören.

      Gegen 16:30 Uhr Ortszeit landen wir in Kevlavik, Aussteigen und Gepäckholen geht recht zügig. Der Geldautomat will meine Bankkarte nicht, obwohl das im letzten Jahr noch ohne Probleme funktioniert hat. Beim Hertz-Schalter muss noch etwas Papierkrieg erledigt werden, dann gibt es die Schlüssel zu unserem Mietwagen. Die nette Dame erzählt noch etwas von einem kostenlosem Upgrade, das finde ich natürlich super.

      Auf dem Parkplatz erwartet uns dann ein kleiner Panzer, wir haben einen Mitsubishi Pajero in schwarz mit Allrad und Spikes bekommen. Leider auch mit vielen Knöpfen und Automatikgetriebe, was anfangs zu 2 ungewollten Vollbremsungen führte. Insgesamt ein tolles Auto mit reichlich Platz für unsere kleine Truppe, ich wollte ihn gar nicht wieder hergeben.

      Die Fahrt vom Flughafen ins Zentrum von Reykjavik klappt ohne Probleme, nur ein paar zweispurige Kreisel sind etwas gewöhnungsbedürftig. Unsere Unterkunft für die nächsten Tage ist das Hotel Baron, endlich wieder Duschen mit Schwefelgeruch. :)

      Abends treffen wir uns in der Lobby und gehen in die Stadt zum Essen. Auf der Laugavegur werden noch ein paar neue T-Shirts und die aktuelle Mode bestaunt.

      05.02.2013 Reykjanes, Krisuvik, Solfataren
      Wir treffen uns um 8 Uhr zum Frühstück, draußen ist es noch stockdunkel. Nach einem kleinem Einkauf im Supermarkt hinter dem Hotel starten wir um 9 Uhr zur Erkundung der Halbinsel Reykjanes. Die Straßen sind noch ziemlich leer. Kurz nach Hafnarfjördur biegen wir auf die 42 in Richtung Krisuvik ab, auf dem Weg geht langsam die Sonne auf, der Himmel färbt sich rot. Wir stoppen an einem Feldweg und geniessen den schönen Sonnenaufgang.





      Die Straßenverhältnisse ändern sich fast übergangslos, Schnee und Eis sind von nun an unsere Begleiter. Nach ein paar Tests auf dem glatten Untergrund vertraue ich den Spikes und die Fahrt mach wirklich Spaß.


      Unser nächster Stopp ist am Kleifarvatn, einem See mitten im Gebiet des Vulkansystems von Krýsuvík.







      Weiter geht es gleich mit dem Solfatarengebiet von Krýsuvík - Seltún.
      Nach mehreren Stopps am See geht es dann weiter zum Solfatarengebiet von Krýsuvík - Seltún. In diesem Feld liegt ein Hochtemperaturgebiet mit Dampf- und Schlammquellen, die Wege sind gut markiert - teilweise führen Holzbrücken zu den Quellen. Die Quellen sind zwischen 80 - 100°C heiß, deshalb wird sollte man die Wege auch nicht verlassen. Seltún gehört zu einer von vier Vulkanketten, die in einer Ausbruchszone der Halbinsel von Reykjanes liegen. Über dem gesamten Gebiet liegt ein starkes Schwefelwasserstoffgeruch.

















      Zurück am Jeep stärken wir uns erstmal mit einer kleinen Brotzeit, gemütlich geht es dann weiter Richtung Küste. Hier kann man eine starke Brandung erkennen, spontan nehmen wir einen Abzweig zum Meer und können nach einem kurzen Fußmarsch den schwarzen Strand erreichen. Die Wellen brechen sich an den vorgelagerten Felsen, bei dem schönem Wetter ein imposantes Schauspiel.









      Nach dem Besuch am Strand fahren wir weiter nach Grindavik, Michi hat uns ein kleines Cafe am Hafen empfohlen. Hier kehren wir für eine Stärkung ein, der Wirt ist sehr nett und zeigt uns noch einen kleinen Film über den Ausbau des Hafens (mit Sprengung und fliegenden Heringen :) ). Die blaue Lagune streichen wir für diese Tour, das schöne Wetter muss ausgenutzt werden. Wir entscheiden uns für die Südwest-Spitze der Halbinsel Reykjanes und besuchen dort das Geothermalgebiet mit Islands derzeit größter Schlammquelle Gunnuhver.









      Vom Geothermalgebiet aus fahren wir wieder zur Küste, ein Leuchtturm weist den Weg. Auch hier gibt es wieder eine starke Brandung zu bestaunen, welche an die schwarzen Klippen prallt.








      Etwas durchgefroren machen wir uns auf den Rückweg, es wird langsam dunkel.



      Zurück in Reykjavik machen wir uns gegen 19:30 Uhr auf in den alten Hafen und besuchen das/den Saegreifinn - oder auch See Baron. In einer ehemaligen Lagerhalle mit rustikalen Flair (Holzbänke und Plastikgeschirr) gibt es die leckereste Hummersuppe der Welt. Außerdem gibt es eine große Auswahl ein Fischspießen, welche man sich aussuchen kann und dann gegrillt werden. In der gemütlichen Runde planen wir die nächsten Tage und machen uns dann wieder an den Rückweg über vereiste Straßen zum Hotel.


    • Hallo Michael,

      ich merke, dass meine Frau und ich einen großen Fehler gemacht haben. Wir hätten unbedingt vor oder nach der Reise mit Michi noch ein paar Tage dranhängen müssen!

      Beeindruckend sind vor allem deine Bilder der Südküste. Die Wellen kommen so richtig schön zur Geltung. Das ist auf meinen Bilder leider nicht der Fall, obwohl die Wellen bei uns nicht kleiner waren. Das lag zum einen am Wetter. Es war eben alles grau in grau. Zum anderen habe ich festgestellt, dass du die Wellen aus einer viel tieferen Position fotografiert hast. Da bist du mindestens in die Hocke gegangen oder hast dich sogar hingelegt zum Fotografieren. Ich bin zum Fotografieren stehen geblieben. Und das auch noch meistens auf kleinen Anhöhen (man wollte ja nicht nass werden).
      Viele Grüße
      Roland

      - Februar 2012: Finnmarken B-K-T
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      - Oktober 2015: Teilstrecken
    • Sorry für die Ladezeiten, ich habe die Fotos schon verkleinert und komprimiert, es waren jetzt wohl doch etwas viele.

      Ich bin beim Fotografieren viel auf den Knien um einen tieferen Standpunkt zu bekommen. Beim ersten Strand habe ich mir sogar leicht nasse Füsse geholt als eine der Wellen unerwartet hoch auf den Strand lief (die ganze Zeit war immer alles trocken dort...). War aber nicht so schlimm. Bei den Polarlichtern hatte ich das Stativ auch sehr tief eingestellt um Verwackelungen zu vermeiden, wir hatten immer sehr starken Wind.

      Die Verlängerung mit Mietwagen hat mir sehr viel Spaß gemacht, wir planen gerade mit ein paar Freunden für den Sommer. Ich werde wohl einige Tage an die Tour anhängen und die Freunde fliegen etwas früher, wenn alles klappt.
    • Island im Winter, das ist eine Idee, die wir auch schon länger mit uns herumtragen. Und Reykjanes ist ja eh ein unterschätztes Juwel.... Zum Glück fahren im Sommer mittlerweile relativ viele Busse etc. die Straßen entlang. Bei unserer ersten Reise 2001 war die Halbinsel ohne eigenes Auto quasi nicht erreichbar :( . Wunderschöne Bilder!!! Muss mal die Heulboje bequatschen ;) .
    • Island hat mir im Winter sehr gefallen, das Wetter hat bei uns aber auch die meiste Zeit mitgespielt - da hatten wir wirklich viel Glück. Danke für die Kommentare!

      So, weiter gehts:

      06.02.2013 Þingvellir, Öxarárfoss, Aufbruch nach Borgarnes

      Nach dem Frühstück (diesmal sogar mit Waffeln) steht heute erstmal die Räumung des Zimmers auf dem Plan. Abends woolen wir Reykjavik verlassen und nach Borgarnes fahren. Die Koffer können in einem abschließbaren Raum untergestellt werden, so können wir mit leichten Gepäck gegen 9 Uhr in Richtung Thingvellir starten. Die Straßen sind sehr gut ausgebaut, teilweise zweispurig - sogar die Kreisel.

      Wir fahren auf der 1 bis Mosfellsbaer , dann geht es weiter auf der 36. Hier ändern sich dann auch die Straßenverhältnisse, wieder wird es übergangslos spiegelglatt und Schneeverwehungen behindern die Fahrt. Eine ist sehr tief, unser Pajero schafft sie aber mühelos. Ein japanischer Kleinwagen ist aber steckengeblieben und wird durch die Besatzung eines Reisebuses mit vereinten Kräften geborgen.

      Auf der Fahrt ins Thingvellir halten wir mehrfach und geniessen den Ausblick, es ist heute allerdings sehr bewölkt. Den ersten richtigen Stopp machen wir am Besucherzentrum am Eingang zur Almannagjá. Hier kann man von einer Aussichtsplattform ins Tal blicken, der Weg in die Schlucht ist auch wieder begehbar - allerdings sehr glatt. Im Sommer war hier noch Baustelle, es wurde eine hölzerner Weg in die Schlucht hinab gebaut.

      Der "Panzer":










      Vom Besucherzentrum aus fahren wir in die Schlucht und halten am Parkplatz beim Öxarárfoss, den wir schon im Sommer besucht haben. Der Weg ist kurz und etwas eingeschneit, dafür zeigt sich der Wasserfall auch von seiner eisigen Seite. Hier mache ich einige Langzeitaufnahmen mit Graufilter. Bei der Arbeit mit Stativ und Kamera hole ich mir dann einmal richtig nasse Füße, da an der besten Stelle leider unter dem Schnee, Eis und dann Wasser war. Trotzdem gelingen einige Aufnahmen, am Auto stärken wir uns dann erstmal. Die Füße werden getrocknet, statt der nassen Socken gibt es Plastiktüten - eine rote und eine grüne - fast wie Pippi Langstrumpf.







      Weiter geht es in Richtung der kleinen Kirche, hier machen wir noch einen Rundgang und geniessen die beeindruckende Landschaft.







      Aufgrund der Straßenverhältnisse machen wir uns recht früh an die Rückfahrt. An einer Tankstelle wird der Mietwagen nochmal mit Diesel vollgetankt, nach einer kurzen Rücksprache mit der Kasse ist das auch mit einer deutschen Kreditkarte möglich - sonst nur mit PIN am Automaten. An der Tankstelle gibt es auch verschiedenen Schnellrestaurants, ich bestelle eine asiatische Suppe - etwas spicy, wie die freundliche Bedienung noch anmerkt. Das spicy trifft es nicht ganz, die Suppe ist höllisch scharf - was den Umsatz an kostenlosen Wasser in die Höhe treibt.

      Gegen 15:30 Uhr sind wir wieder am Hotel Baron und räumen den Mietwagen aus. Die Abgabe soll bei Hertz am Inlandsflughafen erfolgen, die Station ist einfach zu finden. Insgesamt haben wir 310km in den paar Tagen gefahren, der Wagen wird ohne Beanstandungen zurückgenommen.

      Zum Hotel bringt uns ein Shuttle, wir warten dann auf Michi, der unseren Tourbus abholt. Jetzt ist auch Zeit zum Schuh- und Sockentausch, in der Hotellobby gibt es sogar ein paar alte Zeitungen zum Ausstopfen der Schuhe.

      Mit dem Tourbus machen wir uns dann auf die Fahrt nach Borganes, das Wetter hat sich stark verschlechtert. Es stürmt sehr stark, Schneeregen begleitet uns - von der Landschaft ist nicht mehr viel zur Erkennen. Auf dem Weg durchfahren wir den mautpflichtigen Tunnel Hvalfjarðargöng, der unter dem Hvalfjördur hindurchführt. Er ist zweispurig ausgebaut und führt bis in 165 m Tiefe hinunter, damit liegt er etwa 130 m unter dem Meeresboden und ist 5750m lang.

      In Borgarnes ist unser Gästehaus sehr schnell gefunden, leider ist es schon dunkel und man kann von der Umgebung nicht viel erkennen. Inger ist unsere Gastgeberin, das Haus ist sehr gemütlich und im Innern modern ausgebaut.

      Zum Essen geht ins Museum Landnahmezentrum, hier kann man die Geschichte Islands bestaunen und im angrenzenden Restaurant gibt es sehr leckeres Essen. Michi hat Freunde eingeladen, so erfahren wir einiges über Island und treffen sehr nette Menschen.

      Nachts verstärkt sich der Sturm, glücklicherweise müssen wir nicht mehr raus.

    • Fotos gibt es von den Pippi-Langstrumpfsocken gibt es (zum Glück) nicht - dafür aber irgendwo ein Video, das ich aber gerade nicht finden kann ;)

      07.02.2013 Fahrt nach Akureyri, Warten auf die Gruppe

      Heute steht eine längere Fahrt in den Norden an. Nach einem reichhaltigen Frühstück mit selbstgemachten Brot starten wir um 9 Uhr von Borgarnes in Richtung Akureyri, es sind etwa 400 km zu bewältigen. Anfangs ist es noch recht stürmig, aber in Richtung Norden wird das Wetter immer besser und die Sonne kommt heraus. Es ist einige schöne Ausblicke auf die Strände der Westfjorde.

      Heute fotografiere ich nicht viel, während der Fahrt wird ein wenig gefilmt und die meiste Zeit unterhalten wir uns über die bevorstehenden Tage.

      Im Norden liegt viel Schnee, trotzdem kommen wir gut durch und erreichen Akureyri gegen 14 Uhr. Hier geht es erstmal zum Supermarkt, dann steuern wir nach einem kurzen Spaziergang im Hafen das Kulturzentrum Hof an. Hier gibt es eine Tourist Information, ein kleines Bistro und mehrere Veranstaltungsräume. Während unseres Aufenthalts findet ein Konzert statt. Wir machen es uns im Bistro gemütlich, die Zeit vergeht recht schnell. Um 20:30 Uhr fahren wir zum Flughafen, die restlichen Reiseteilnehmer kommen dann um 21:20 Uhr mit einem Inlandsflug aus Reykjavik an. Die Begrüßung ist sehr herzlich, man versucht sich alle Namen und Gesichter zu merken. Nach einer kurzen Stärkung am Bulli fahren wir noch etwa 100km zum Myvatn, hier befindet sich unsere Unterkunft.

      Es liegt immer mehr Schnee rechts und links der Straße, wir kommen aber gut bei der Vogarfarm am Myvatn an. Erstmal geht es dann zum Abendessen, als Hauptgang gibt es sehr leckeren Fisch. Das Restaurant ist einmalig, man kann vom Gastraum durch Fensterscheiben in den angrenzenden Kuhstall schauen.

      Die Zimmer befinden sich auf der anderen Straßenseite in gemütlichen Holzhütten und sind modern ausgestattet. Ich räume nur schnell meine Sachen in mein neues Heim und mache Kamera und Stativ bereit, am Himmel zeichnen sich bereits die ersten Streifen des Polarlichts ab. Vor unseren Hütten führt ein Wirtschaftsweg in die Lavalandschaft, den nehme ich - im Bereich der Häuser ist einfach zuviel Licht. Unterwegs treffe ich einige Isländer, die sich auf einem Hügel eingerichtet haben und Timelapse-Aufnahmen machen. Es ist ziemlich windig, deshalb bleibe ich auf dem Weg. Das Polarlicht entwickelt sich zu einem sehr intensiven Leuchten, erst gegen 3 Uhr mache ich mich gemeinsam mit den Isländern auf den Rückweg. Mit den Aufnahmen aus dieser Nacht bin ich im Nachhinein nicht ganz zufrieden, da viele durch den Wind unscharf sind. Auch Stromleitungen im Bild und der tiefe Standpunkt waren nicht optimal.










    • Hallo Michael,

      wenn ich deine Nordlichtbilder sehe und weiß, dass ich genau am gleichen Fleck nur eine gute Woche später gestanden bin, kommen mir die Tränen. Ihr hattet wirklich fantastisches Nordlicht. Wir waren also eindeutig in der falschen Reisegruppe.

      Könntest du zu deinen Nordlichtbilder noch etwas zu Belichtungszeit, ISO-Empfindlichkeit, Blende, ... sagen?
      Viele Grüße
      Roland

      - Februar 2012: Finnmarken B-K-T
      - Dezember 2013: Trollfjord B-K-T
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      - Oktober 2015: Teilstrecken
    • Ein paar Daten zu den Polarlichtfotos:

      Kamera: Eos 5D MK III
      Objektiv: Canon EF 24mm f/1.4L II USM

      Stativ, Kabelfernauslöser, Spiegelvorauslösung an der Kamera eingestellt, Objektiv auf manuell und unendlich (mit einem kleinem Tacken zurück - nicht ganz bis zum Anschlag), Weißabgleich auf Automatik

      Blende: zwischen 1.6 - 2.8, ISO zwischen 800 - 1600, Zeiten: 2 - max. 6s

      Alle Fotos im RAW-Format aufgenommen und in Lightroom "entwickelt", dabei an den Reglern für Belichtung und Klarheit gespielt und ganz wichtig: die automatische Profilkorrektur für das Objektiv eingeschaltet - das 24er ist sonst sehr dunkel an den Rändern. Ich hoffe das hilft etwas weiter, wenn noch Fragen sind - gerne!

      @Smiler: Die Hummersuppe ist wirklich total lecker, der Laden ist etwas rustikal - davon nicht stören lassen. Ich bin eigentlich kein Freund von Meeresfrüchten aber die Suppe war wirklich gut. Einen Besuch wert ist auch das Cafe Babalu, Skólavörðustígur 22, auf dem Weg von der Hallgrimskirkja zur Laugarvegur. Klein aber anders... :)

      08.02.2013 Myvatn, Godafoss, Polarlicht

      Etwas verschlafen geht es um 08:30 Uhr zum Frühstück, im Kuhstall wird bereits fleissig gemolken. Im Anschluß fahren wir dann zur örtlichen Post, Michi erkundigt sich nach der Eislage auf dem Myvatn. Die Aussichten sind gut, deshalb steht einer Wanderung auf dem zugefrorenen See nichts im Weg. Auf dem Weg halten wir mehrmals, einmal sind Islandpferde die Fotomotive und auch die Lichtstimmung ist heute besonders, es ist sehr bewölkt mit einzelnen "Spots" durch die sich die Sonne einen Weg bahnt.






      Von einem einsamen Gehöft aus starten wir dann unsere Wanderung zu einer Insel im zugefrorenen See. Der Hügel der Insel wird bestiegen und eignet sich super zum Rodeln ohne Schlitten.







      Nach der Wanderung und einer Stärkung im Schnee fahren wir weiter zum Goðafoss, für mich einer der schönsten Wasserfälle Islands. Auf dem Weg zum Wasserfall muss eine Schneewehe überwunden werden, auf allen Strecken ist es durch die Gischt sehr glatt. Spikes für die Schuhe sind jetzt eine gute Hilfe. Auf dem Weg entstehen zahlreiche Fotos, Stativ und Graufilter kommen wieder zum Einsatz. Die aufsteigende Gischt ist recht stark, mit einem Handtuch muss ich immer wieder das Objektiv reinigen.












      Am Wasserfall machen wir dann noch unsere erste Kaffee- und Teepause, danach machen wir uns an die Rückfahrt. Auf dem Weg gibt es einen sehr schönen Sonnenuntergang, den wir wieder für einen Fotostopp nutzen.





      Wir umrunden den Myvatn einmal komplett und kehren zur Unterkunft zurück. Um 18 Uhr gibt es Abendessen, diesmal Lammkeule und als Nachtisch Skyr mit Erdbeeren (Lecker!). Nach dem Abendessen machen wir uns auf zum Myvatn Nature Bad, einer öffentlichen Badeanstalt mit Freibad in einem Lavafeld. Das Wasser ist sehr warm, es ist unbeschreiblich gemütlich - man sitzt im warmen Wasser und am Himmel beginnt das Polarlicht seinen Tanz.

      Gleich nach der Rückkehr zur Unterkunft mache ich mich wieder auf die Polarlichtjagd. Heute ist der Hügel der Isländer frei, außerdem ist es fast windstill.













      Die Polarlichtjagd endet gegen 01:30 Uhr.

    • Hallo Michael,

      AUFHÖÖÖÖREN!!!! Ich halt das nicht mehr aus. War das wirklich die gleiche Tour, die wir auch gemacht haben? OK. Am Myvatn hatten wir eindeutig das schönere Wetter. Aber am Godafoss war bei euch eindeutig die Lichtstimmung viel viel schöner. Bei uns war da alles mehr ein grau in grau. (Über die Nordlichtbilder sage ich jetzt nichts mehr - da habe ich schon alles gesagt.)
      Viele Grüße
      Roland

      - Februar 2012: Finnmarken B-K-T
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      - Oktober 2015: Teilstrecken