Gestrandet in Alta, kein Nordkap und kalt da!

    • 2012
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      Gestrandet in Alta, kein Nordkap und kalt da!
      (Anreise bis Oslo)


      Noch bevor wir zu unserer Novemberreise starteten, wurde bekannt gegeben, dass die MS FINNMARKEN aus Australien wieder in den Liniendienst der Hurtigrute zurück käme. Was nun kam war klar. Bei fast jedem Telefonat mit Renate wurde auf die Rückkehr "ihres" Schiffes hingewiesen, immerhin war sie insgesamt schon neunmal mit dem Schiff gefahren.

      Auch nach der Reise ging es entsprechend weiter: "Hätten wir bloß nicht die Reise mit der Polarlys gebucht, dann könnten wir stattdessen mit der Finnmarken fahren ....". Eigentlich wollte ich schon nach der Novemberreise eine längere Hurtigrutenpause einlegen, mal wieder was anderes sehen, mal wieder in eine ganz andere Richtung ...... Da mir die MS POLARLYS aber schon immer als eines der schönsten Schiffe der neueren erschien (zumindest von Außen), hatte ich mich zur Teilnahme an dieser zweiten "Gruppenreise" entschlossen. Danach sollte es aber unbedingt die erwähnte Pause geben.

      "Hach, schön, die Finnmarken ist zurück."; "Schade, dass wir nicht direkt wieder mit der Finnmarken fahren können.";"Wie gerne wäre ich bei ihrer ersten Fahrt wieder dabei." ......., so klang es von nun an Tag für Tag und zwischen den Worten konnte man den unausgesprochenen Text hören: "Komm Jobo, lass uns Finnmarken fahren.".

      Nun hatte ich wirklich keine Lust mehr zu einer weiteren "Standardreise" und überlegte hin und her, was man wohl sonst machen könnte. Irgendwann kam mir dann die Idee, wie wäre es mit einer Reise über Weihnachten und Silvester mit der MS FINNMARKEN . Renate brauchte ich wirklich nicht lange zu überreden, sie war sofort Feuer und Flamme und so wurde bereits Ende Januar, Anfang Februar, also noch vor der Polarlys-Tour gebucht.

      Da ich noch genügend Resturlaub von 2012 hatte, wurde auch eine längere An- und Abreiseroute gewählt. Renate war die Anreise mit der FjordLine zu dieser Jahreszeit zu unsicher, also lief die Planung in Richtung DFDS von Kopenhagen nach Oslo und von dort mit der Bergenbahn nach Bergen . Doch DFDS hatte zu hohe Preise für die Unterstellung meines Autos. Stenaline hingegen warb mit einem kostengünstigen Parkhaus für die Zeit und günstigen Preisen für die Überfahrten. Der einzige Haken war, dass die Stena Saga bereits morgens um 10 Uhr losfuhr, wir also überlegen mussten, wie wir es bis dahin nach Frederikshavn schaffen würden.


      19.Dezember 2012

      Nach einem gemütlichen Frühstück fahre ich um 8:05 Uhr aus der Tiefgarage. Nach der Frostperiode der letzten Woche sind die Straßen bei 2-3°C wieder frei und gut befahrbar. Insgesamt herrscht Hochnebel mit recht guten Sichtverhältnissen. Auf der Autobahn ist wenig los und so bin ich kurz nach 10 Uhr bereits hinter Hof und mache meine erste Pause. Ich lasse A93 und A9 hinter mir, hier wurde es etwas neblig und leichter Regen setzte ein, und komme auf der fast leeren A14 gut voran.
      Mein TomTom (das Navi mit der männlichen Stimme :cool: ) zeigt mir einen Unfall bei Magdeburg an (das Navi mit der weiblichen Stimme ignoriert solche Kleinigkeiten :girl_sigh: ). Da auch nach dem Wechsel auf die A2 der Verkehr kaum mehr wird, wird es sich wohl hoffentlich nicht groß aufstauen, also bleibe ich auf der Autobahn.
      Ich habe Magdeburg bereits passiert, als weit voraus Blaulicht auf der linken Spur zu sehen ist. Etwa 10 Autos vor mir fährt der Polizeiwagen mit dem Blaulicht quer auf die Autobahn und sperrt alle drei Spuren. Das darf doch nicht wahr sein, nur ein, zwei Sekunden später und ich wäre vorbei gewesen. Ich befürchte schon das Schlimmste, eine Vollsperrung, vielleicht für Stunden ;( .
      Doch nur wenige Sekunden später kommt ein weiterer Polizeiwagen von hinten durch die glücklicherweise von den Autos gebildeten Rettungsgasse mit Vollgas angeschossen.
      Als dieser Polizeiwagen die Unfallstelle erreicht hat, wird die Autobahn wieder freigegeben und ich kann, auf einer quasi leeren Autobahn zügig weiterfahren. Bei Braunschweig verlasse ich diese kurz um an einem Autohof zu tanken und Renate kurz anzurufen.
      Nach weiterer ruhiger Fahrt erreiche ich um 15 Uhr den Parkplatz bei Renate. Natürlich freut sie sich riesig mich endlich wieder zu sehen und zum frühen Abendessen gibt es Rinderrouladen mit Kartoffeln und Blaukraut.

      Da wir morgen früh spätestens um 2 Uhr losfahren wollen/müssen, ist frühes zu Bettgehen angesagt. Aber irgendwie schaffe ich es nicht einzuschlafen und liege die ganze Nacht wach.


      20.12.2012

      Um 0:20 Uhr, ich habe bisher kein Auge zu gemacht, stehe ich endgültig auf und mache mich reisefertig. Renate wuselt auch schon herum und nach einem Minimalfrühstück fahren wir um 1:45 Uhr vom Hof.
      Wir haben die ganze Strecke freie Fahrt, doch die Müdigkeit setzt mir mit jedem Kilometer mehr zu. Renate bemüht sich redlich mich wach zu halten, aber auch mehrere Pausen und der Genuss von starkem Kaffee halten nicht lange vor. Ich kämpfe ständig damit die Augen aufzuhalten.
      So atme ich tief durch, als wir um 7:15 Uhr das Stenaline-Terminal in Frederikshavn erreichen.



      Die Stena Saga ist noch nicht da. Das Terminal ist offen. Direkt im Eingangsbereich gibt es Schließfächer und der Checkin ist auf der vierten Etage.



      Die Schalter sind jedoch noch geschlossen. Wir holen erst mal das Gepäck aus dem Auto und schauen uns etwas im Terminal um. Es ist 8:35 Uhr als die Checkin-Schalter öffnen.



      Beim Einchecken kommt dann die erste Überraschung. Ich hatte mehrfach zuvor per Mail Kontakt mit Stenaline, um sicher zu stellen, dass mein Auto auch sicher im Parkhaus untergestellt wird. Nun teilt mir die Angestellte am Schalter mit, dass man seit Sonntag kein Parkhaus mehr habe, ich aber mein Auto kostenfrei auf dem Parkplatz vor dem Terminal stehen lassen könne, allerdings auf eigenes Risiko. Ich bin schon etwas verärgert darüber, aber mir bleibt ja keine andere Wahl.



      Ich gehe nochmal nach unten, um mein Auto möglichst direkt unter einem Scheinwerfer zu parken. Erst hier merke ich, dass die Stena Saga inzwischen angekommen ist.



      Wir begeben uns in den weihnachtlich geschmückten Warteraum. Noch einmal werfe ich einen Blick auf den Parkplatz und mein Auto, in der Hoffnung, dieses auch nach der Reise dort noch komplett und unbeschädigt vor zu finden.



      Um 9:15 Uhr dürfen wir an Bord. Die Tageskabine sollte erst ab 10 Uhr verfügbar sein, ist aber bereits zugänglich. Wir dürfen diese bis 16 Uhr benutzen und unser Gepäck sogar bis 18 Uhr dort lassen.



      Nachdem wir unser Gepäck in der Kabine abgestellt haben, machen wir uns auf zu einem ersten Rundgang durch das Schiff. Spielkasino, Restaurant, Cafeteria, Rezeption und Bar, die übliche Ausstattung einer Fähre.



      An Deck werfen wir einen ersten Blick auf die Umgebung. Wir sehen die Werft, in der noch wenige Tage zuvor die MS VESTERALEN gelegen hat. Gleich daneben liegt die 1997/1998 gebaute Fjord Cat der FjordLine . Der Katamaran, der auch einmal das Blaue Band gewonnen hat, verkehrt in den Sommermonaten zwischen Hirtshals und Kristiansand.



      Uns fällt auf, dass sich die Stena Saga in ziemlich rostigen Zustand befindet und auf den Außendecks insgesamt heruntergekommen wirkt.



      Bei unserer Erkundung gelangen wir auch auf die Backbordseite und ich kann noch einmal einen Blick auf mein Auto werfen.



      Auf dieser Seite des Hafens liegen auch mehrere Eisbrecher und diverse Militärschiffe. Die Danmark, ein dänisches Vollschiff, können wir auch erkennen.



      Auf der Backbordseite befindet sich sogar ein Jacuzzi der von den Passagieren genutzt werden kann.



      Da bis zum Ablegen noch ausreichend Zeit ist, schauen wir uns weitere Innendecks an. Das Erreichen der einzelnen Bereiche ist manchmal etwas schwierig. So muss man entweder durch den Shop oder über das Außendeck, um zur Cafeteria zu gelangen.



      Ich erklettere danach auch noch die obersten Außendecks. Renate hat keine rechte Lust die ganzen Treppen hoch zu steigen.



      Dann ist es soweit, wir legen ab und halten auf die Hafenmolen zu.



      Nachdem wir diese passiert haben, liegt die offene See vor uns und Frederikshavn und mein Auto bleiben langsam zurück.



      Bevor wir uns in unsere Tageskabine zurückziehen, werfen wir noch einen Blick in die Cafeteria und das Restaurant. Ich hoffe hier noch ein wenig Schlaf nachholen zu können und tatsächlich gelingt es mir zwischen 11:30 und 13 Uhr ein wenig zu schlafen.



      Der Hunger macht sich danach bemerkbar und nach etwas Luft holen an Deck stärken wir uns in der Cafeteria. Hier erstatten wir auch dem Forum einen ersten Bericht.

      In Olso angekommen müssen wir lange warten, bevor man uns raus lässt. Mit dem Taxi geht es zum Hotel Royal Christiania. Ich war hier 2009 schon einmal und hoffe, dass es diesmal ohne Komplikationen abläuft.



      Wir bekommen aber anstandslos unsere Zimmer im siebten Stock. Gepäck lassen wir da und machen uns auf zu einem Spaziergang durch Oslo. Es liegt kaum Schnee, aber ein eisiger Wind fegt durch die Stadt. Dieser zwingt uns auch, bis zum Parlament haben wir es geschafft, bald wieder zurück ins warme Hotel.



      Unsere Zimmer liegen zum Atrium und sind extrem modern ausgestattet. So ist die Nasszelle durch eine milchige Glastür abgetrennt, die man nicht abschließen kann :hmm: . Die Fenster kann man nicht öffnen und die Klimaanlage brummt hörbar. Ich melde mich noch einmal im Forum bevor ich mein Bett aufsuche. Morgen früh müssen wir sehr zeitig los, da die Bergenbahn schon vor 8 Uhr abfährt.












      Renate - Der Start



      Wenn man das alles gewusst hätte....

      Eine Weihnachtsreise wollte ich nun wirklich nie machen. Dieses Drumherum ist eigentlich nicht so mein Ding. Nun hatte mir der Seebär immer in den Ohren gelegen, dass sie wenigsten einmal auf ihrer POLARLYS diese Reise machen wollten und setzten es 2011 dann in die Tat um. Als ich die ganzen "Begleiterscheinungen" im Internet verfolgte, reihenweise blieben die Schiffe irgendwo liegen, war ich erst recht nicht begeistert. :fie: Seinerzeit trieben ja Dagmar, Berit und co ihr Unwesen. Auch das Fazit von Seebär....naja
      Aber nun war ja die FINNMARKEN wieder da, die POLARLYS-Chartertour dummerweise längst gebucht, und es juckte ständig das Fell. Ab und zu habe ich das bei Jobo auch einfließen lassen. Der zeigte wenig Interesse, und so machte ich mir langsam Gedanken, wann ev. im Spätherbst ich mein Schiff endlich wieder entern könnte. Plötzlich, Anfang 2012, der Schock, nun will er doch und dann auch noch zu Weihnachten. Spinnt der jetzt? Lange gezögert habe ich zwar nicht und mir überlegt, dass dabei auch ein paar Vorteile im Spiel sind. Erleuchtete kleine Orte, die Pfefferkuchenstadt in Bergen , vielleicht dieses besondere Licht Ende Dezember - also gut, meinetwegen, Hauptsache FINNMARKEN, aberohne Bergensfjord. Das war mir zu riskant. Mir gefällt das zwar viel besser, als Fähre und Bergenbahn mit Zwischenübernachtung. Aber wenn die Bergensfjord wegen Sturmes nicht fährt, sitzt man da.
      Am 19.12. reiste Jobo an und fiel wie üblich mit viel Getöse in meiner Wohnung ein. Ab jetzt war wieder Gelassenheit angesagt. Da wir sehr früh, spätestens gegen 19 Uhr, schlafen gehen wollten, hatte ich etwas gekocht. So brauchten wir nicht noch irgendwo hingehen. Jobo hat es wohl geschmeckt. Es musste dringend noch der letzte Rest aufgegessen werden....wäre ja sonst schade. Das Ergebnis war ein etwas unruhiger Schlaf und Gejammer beim Aufstehen. "Komisch, ich habe gar nicht geschlafen, habe mich ständig rumgewälzt.....bin richtig kaputt" "Gefrühstückt" hat er nachts um kurz vor 1.00 Uhr trotzdem. Ich habe noch ein paar Brote gemacht, letzte Reste aufgeräumt, und dann ging es los. Eine spannende Tour stand uns bevor : Hamburg - Frederikshavn in totaler Dunkelheit.
      Als wir dort ankamen, war es immer noch dunkel. Zum Glück hatten wir eine Tageskabine, konnten dort unser Gepäck einstellen und auch noch ein Nickerchen machen. So doll sind diese Stena-Fähren ja nun nicht und ständig bei Kälte nur aufs Wasser zu gucken ist auch nicht aufregend. Das einzig Aufregende war das nicht mehr zur Verfügung stehende Parkhaus am Terminal.
      Jedenfalls war ich froh, als wir unser Hotel in Oslo erreicht hatten und ich mich nach einem Spaziergang in der kalten Stadt endlich in mein Bett in einem schönen Zimmer verkriechen konnte. Schließlich mussten wirschon wieder früh aufstehen. An Gepäckgezerre und Bergenbahn wollte ich jetzt nicht denken.



      ...bald geht es weiter.....
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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    • Super, dass es hier jetzt losgeht! Ich freue mich schon, wenn ich wieder viel lachen kann!

      Jobo schrieb:

      Nun hatte ich wirklich keine Lust mehr zu einer weiteren "Standardreise" und überlegte hin und her, was man wohl sonst machen könnte.

      Nun ist alles klar! Du hast bei Hurtigruten interveniert, deshalb ging es nach Alta! Und dann sind die schuld, dass sie die Route ändern! :nono:

      Jobo schrieb:

      Natürlich freut sie sich riesig mich endlich wieder zu sehen

      Jobo schrieb:

      und fiel wie üblich mit viel Getöse in meiner Wohnung ein

      Mein Jobo Renate?
      Meint Renate Jobo?
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:
    • Ich finde es gut,dass Ihr mit Eurem Bericht ein paar Tage gewartet habt.Zum Einen mussten sich die Eindrücke und Erlebnisse erst einmal setzen und zudem ist es nun auch mit weiteren Berichten der Fories zumindest etwas ruhiger geworden und man kann sich auf das Wesentliche konzentieren. :D
      Jedenfalls geht es schon mal vielversprechend los,Frotzeleien inclusive! :thumbsup:
      Gruss Stefan :)
    • danke für euer großes Interesse. Ich muss aber sagen, so umfangreich wird dieser Reisebericht nicht. Immerhin haben wir ja diesmal ausführlich live berichtet und soviel Neues gibt es dann auch nicht mehr zu schreiben. Es wird in erster Linie ein bebilderter Nachtrag zum Livebericht. ;)
      Gruß Jobo,

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