Der Nationalfeiertag "17. Mai" (Ein verspäteter Rückblick)

    • 2012
    • B-K-B
    • Der Nationalfeiertag "17. Mai" (Ein verspäteter Rückblick)

      Hallo, liebe Forumsgemeinde!

      Ich habe vom 7. bis 18. Mai diesen Jahres mit meiner Frau den „Klassiker“ (12 Tage)
      auf der „Kong Harald“ gemacht und vor Reiseantritt angekündigt, im Forum über
      die Feierlichkeiten anlässlich des Nationalfeiertages „17.Mai“ auf einem
      Hurtigrutenschiff zu berichten. Auch wenn es schon einige Monate zurückliegt :( ,
      möchte ich diese Ankündigung wahrmachen und hoffe, dass der Bericht und die Fotos
      auch jetzt noch Euer Interesse finden.

      Auf geht`s:

      Wir haben diesen Tag auf der „südgehenden“ Fahrt von Trondheim nach Kristiansund
      erlebt. Es war also der vorletzte Tag unserer Reise. Nachdem an den vergangenen
      10 Tagen ein „Bombenwetter“ geherrscht hatte, war der Nationalfeiertag
      diesbezüglich eine einzige Enttäuschung: Es regnete nahezu den ganzen Tag.:thumbdown:
      Alles war „grau in grau“. Nur, man muss wissen, dass das nur für mich galt.
      Meine Frau liebt auch solch‘ ein Wetter. Somit hat das nur meine Stimmung etwas
      gedrückt. Aber ein Hurtigrutenreisender, der sich übers Wetter auslässt, ist
      eh‘ kein Fan. Also Schluss damit.:dance4:

      Schon am frühen Morgen spürten wir, dass heute auf dem Schiff etwas anders ist als
      sonst. :hmm: In den frühen Morgenstunden war von der Bugspitze bis zum Heck über die
      Oberseite des Schiffes hinweg eine Leine mit vielen bunten Fähnchen angebracht
      worden. Wir gingen zum Frühstück und wurden bereits dort auf den Tag eingestimmt.

      Das ganze Schiff war innen mit noch mehr Blumen und natürlich überall mit
      „Norwegenfähnchen“ und „Schleifchen in den Nationalfarben“ geschmückt.
      Selbst der Salzstreuer bekam ein Schleifchen. Kaum hatten wir Platz genommen,
      wurden wir von einem 8-köpfigen-Chor (mit Violinbegleitung!!) im Restaurant mit
      Liedern beglückt.:clapping:

      Wir vermuteten, dass die Chormitglieder in Trondheim auf
      unser Schiff gekommen waren. Als dann noch die Nationalhymne vorgetragen wurde,
      wurde es richtig feierlich. Alle Norweger, na ja fast alle, standen in diesem
      Moment auf und lauschten oder sangen ihre Hymne ehrfurchtsvoll mit. :good3:

      Die Restaurant-Mitarbeiter hatten sich in Trachten gekleidet und machten einen
      fröhlich „aufgekratzten“ Eindruck. Auch viele norwegische Gäste des Schiffes
      hattenihre Trachten angezogen. Viele Norweger trugen stolz ihre Orden. Eine ältere Dame, sie war Passagierin und
      auch in Tracht gekleidet, hatte zu diesem Tag ihre beiden Freundinnen extra aus
      Großbritannien aufs Schiff eingeladen. Das Wiedersehen wurde fröhlich gefeiert.
      Das Restaurant bot an diesem Morgen ein „Sektfrühstück“ an. Nach dem Frühstück
      konnten wir beobachten, dass viele Passagiere am Café interessiert vor dem
      Fernseher standen und der Parade in Oslo zuschauten, die dort bereits im Gange
      war.

      Im Laufe des späten Vormittags erfuhren wir dann, dass
      wir am Nachmittag wohl an einem Umzug in Kristiansund teilnehmen werden.
      Wir heißt in diesem Fall: die Besatzung und die Passagiere. Da waren wir
      schon etwas erstaunt und rätselten, was uns da wohl erwartet. Auf dem Tagesplan
      war das nicht angekündigt. Hätten wir aber vielleicht auch so merken müssen,
      da wir von Trondheim gegenüber „Plan“ zwei Stunden früher ablegten.
      Einige Mitreisende wussten das jedoch wohl schon am Vorabend. Meine Frau und ich aber
      nicht. Ist irgendwie an uns vorbei gegangen. :patsch: Wahrscheinlich haben wir uns einmal
      wieder zu sehr von der herrlichen Landschaft verzaubern und ablenken lassen.

      Um 14:30 Uhr liefen wir dann in Kristiansund ein. Kurz vorm Anlegen wurden wir von Menschen aus Kristiansund , deren Häuser an der Einfahrt lagen und festlich geschmückt waren, mit „Winken“ und „Fähnchen
      schwenken“ begrüßt. Das sah schon sehr festlich aus.

      Nach dem Anlegemanöver sind meine Frau und ich sofort vom
      Schiff runter, um einen kurzen Stadtrundgang zu machen. Kurz deswegen, weil wir um 15:30 Uhr wieder bei
      der „Kong Harald“ sein mussten. In der Stadt war schon viel los. Auch hier
      hatten viele Leute ihre Trachten an und es wurden im Ort kleine
      Lauf-Wettbewerbe durchgeführt. Selbstverständlich waren auch die Häuser und
      Geschäfte geschmückt.

      Um 15:30 Uhr waren wir dann wieder am Schiff, um von dort mit der Besatzung durch den
      Ort zum zugeteilten Aufstellungsplatz für den Umzug zu gehen. Die „Kong Harald“ hatte Platz 8 von insgesamt 64 Gruppen im Zug. Unseren Platz haben wir dann auch alle rechtzeitig einnehmen können, wobei erwähnt sei, dass nicht alle
      Passagiere teilgenommen haben, aber doch die meisten. Meine Frau wollte erst gar
      nicht mit, weil sie es mit Umzügen eigentlich nicht so hat. Als sie aber die
      ansteckende Atmosphäre spürte, war der Widerstand gebrochen. :ok: Außerdem hat es ja
      geregnet, was sie ja so liebt!

      Die Besatzung hatte ein großes Transparent mit dem Namenszug der „Kong Harald“
      dabei. Dahinter nahmen wir dann alle Aufstellung und los ging es. Der Regen war
      unser Begleiter. Aber Schirme, Kapuzen und Regenbekleidung taten gute Dienste.
      Der Zug bestand u. a. aus Sportvereinen, Tanzgruppen, Kapellen und auch ein
      Hund in Judo-Kleidung (wohl das Maskottchen des dortigen Judo-Clubs) und wir
      „mittendrin“. Der Zugweg war von tausenden Zuschauern gesäumt. Die Stimmung war
      nicht „nordisch unterkühlt“, im Gegenteil. Teilweise wurde uns aus der
      Zuschauermenge auch einmal hier und da ein „Helau“ und „Alaaf“ zugerufen, als
      man dort merkte, dass auch viele Deutsche hinter dem Transparent der „Kong
      Harald“ mit marschierten. Wir haben natürlich geantwortet. Selbstverständlich mit
      „Helau“. Wir wohnen schließlich in Krefeld.

      Der Umzug durch die Straßen von Kristiansund war für uns nebenbei auch noch ein
      kleiner Stadtrundgang. Nach etwas mehr als einer Stunde führte uns der Zugweg dann
      wieder zum Hafen, wo uns das Typhon der „Kong Harald“ begrüßte. :dance: Meiner Frau und
      mir kamen fast die Tränen, als wir dieses vertraute Signal hörten. So ging es
      uns übrigens auf der ganzen Fahrt, wenn eine Schiffsbegegnung anstand.

      Am Hafen scherten dann die Besatzung und die Passagiere
      aus dem Umzug aus, da es um 17 Uhr weiter nach Molde gehen sollte. Wir winkten
      den nach uns kommenden Gruppen noch eine Zeitlang vom Pier zu, bevor wir aufs
      Schiff mussten.

      Ach so! „Nass bis auf die Knochen“ sind wir zwar nicht
      geworden, aber doch ganz anständig vom Regen „gebeutelt“.

      An Bord gab es dann noch im Café zur „Feier des Tages“
      ein tolles Kuchenbuffet (kostenlos!!!). :thank_you:

      Das war also der „Nationalfeiertag“ der Norweger. Was wir
      den ganzen Tag gespürt haben war, dass dieser Tag für das Land sehr wichtig ist.
      Er wird mit viel Engagement, aber auch mit einer herzlichen Fröhlichkeit
      gefeiert. Es war am vorletzten Tag unserer „schönsten Seereise der Welt“ ein
      stimmungsvolles Erlebnis. Den Abend haben wir dann noch gemütlich im
      Panorama-Deck verbracht.

      Noch eine Anmerkung zum Schluss: Es war unsere erste Seereise überhaupt.

      Wir müssen den Forumsmitgliedern ja sicher nicht sagen, wie schön solch‘ eine Reise
      ist. Und auch uns hat sie viel gegeben. Entschleunigung, wundervolle
      Landschaftseindrücke, nette Reisebekanntschaften und den tiefen Wunsch, wieder
      zu kommen. Der „Hurtigruten-Virus“ hat also auch uns „gepackt“. Vielleicht werden
      wir im kommenden Jahr eine Herbst- oder sogar eine Winterreise machen. Dann
      aber nur die 11 Tage bis Trondheim .

      Ich habe noch einige Fotos vom Nationalfeiertag und
      einige weitere Fotos unserer Reise beigefügt, weil Bilder manchmal viel mehr
      erzählen können als viele Worte.

      Eure
      „Alexhurti und Frau“



      N.S.: Einen „Flop“ haben wir uns aber doch erlaubt:

      Wir hatten den Kaffeebecher nicht!!
      Wie dämlich man manchmal sein kann!
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    • Danke für Bericht und Fotos, echt prima. :thank_you: Ja, es ist schon was Besonderes, beim Nationalfeiertag "mittendrin" zu sein. Ich kenne es nicht vom Schiff her, sondern nur von einem langen Wochenende in Oslo, war schon beeindruckend. :good3:
      Ach ja, der Kaffeebecher ist doch auch ein tolles Argument zum Wiederkommen.... :whistle3:
    • Danke alexhurti fürs zeigen !
      Das war bestimmt ein besonderes Erlebnis ... den Nationalfeiertag mit den Norwegern zu erleben !
      Ich hatte nur mal auf der EXPO 2000 das Vergnügen den norw. Pavillon zu besuchen mit all den Frauen in Trachten ...

      Deine Fotos vom Raftsund sind auch sehr , sehr schön !!! :rolleyes:

      Grüsse v. Doro .
      Reisen 2002 - 2012 mit MS NORDSTJERNEN , MS LOFOTEN , MS FINNMARKEN :)
    • Alexhurti schrieb:

      und hoffe, dass der Bericht und die Fotos
      auch jetzt noch Euer Interesse finden.

      Natürlich findet beides bei uns auch jetzt noch Interesse!

      Ja, das verstehen die Norweger, ihren Nationalfeiertag zu feiern. Das geht ja so weit, dass sie den Babys Strampelanzüge und Strümpfe in den Nationalfarben anziehen. Ich habe vor Jahren einen 17.5. auf den Lofoten in kleinen Dörfern erlebt - alle auf der Straße, alle in Tracht, geschmückte Fahrräder und Kinderwägen, Musik und viel Fröhlichkeit! Schön war´s!

      Danke für Deinen Bericht und die tollen Fotos!
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:
    • Danke Alexhurti für diesen fröhlichen Rückblick. Ich war am 17. Mai mit der MS Nordkapp unterwegs und konnte daher auch diesen Nationalfeiertag in Norwegen erleben. Einen Chor auf dem Schiff gabs bei uns nicht, das Schmücken des Schiffs und spezielle Angebote im Restaurant für Kurzbesucher aber schon. Wir waren an diesem Tag in Kirkenes . Am Marktplatz war allgemeines Kuchenessen angesagt - im Cafe oder mit selbst mitgebrachtem Kuchen an den Tischen am Platz. Sackhüpfen für die Kids, einige junge Frauen haben gesungen, war eine sehr lockere Athmosphäre.
      In Vardo gabs einen Umzug, wie auch bei Euch mit Beteiligung von Crew (mit sehr schönem Banner der Nordkapp) und Passagieren des Hurtigrutenschiffes. Der Umzug war nicht sehr groß, Vardo ist halt einfach keine Großstadt. Unheimlich beeindruckend war für mich aber dann die Kundgebung in der Festung. Eine Frau in Uniform (ist mir besonders aufgefallen, weil es in Österreich immer noch nicht so ist, daß Frauen in diesem Bereich Führungsfunktionen haben) hat eine Rede gehalten. Die Stimmung der Anwesenden habe ich als bedrückt erlebt, wenn ich es richtig mitbekommen habe, hat sie u.a. über das Attentat in Utoya gesprochen, ich glaube, auch einige Namen von Opfern verlesen. Das Wetter an diesem Tag war trüb, ab und zu ein wenig nieseln, die Wiese bei der Festung war noch so richtig "nachwinterlich", damit mein ich so dieses hellbraun, bei dem man sich nicht wirklich vorstellen kann, daß so eine Wiese auch grün sein kann - das alles hat für mich eine sehr nachdenkliche und feierliche Athmosphäre gemacht.
      Der letzte Teil der Rede war dann auf Englisch - Begrüßung für uns Hurtigrutenpassagiere und Würdigung der Bedeutung von Hurtigruten und so ...
      Ich werde diesen Tag niemals vergessen.
      Margit
    • Nachträgliche Bilder zu meinem Reisebericht "Der Nationalfeiertag "17. Mai" (Ein verspäteter Rückblick)"

      Hallo, liebe Forumsmitglieder!

      Unser Forumsmitglied "Bavaria 58" hat mich auf die Idee gebracht: Nachdem ich meine "Magix-Fotoshow" unserer Reise "BGO-KKN-BGO" im Mai 2012 auf der "Kong Harald" :an-king:mit 800 Fotos :imsohappy: und Musik-Unterlegung (ohne "Edvard Grieg!) endlich fertiggestellt habe (die Endversion war wohl die 34. gebrannte DVD, Dauer 1 1/2 Std.) habe ich auch noch einmal im Fundus gestöbert und "lege noch einmal 20 Fotos nach". Ich hoffe, sie gefallen.

      Gruß!

      Alexhurti
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    • Capricorn schrieb:


      Beim Betrachten einiger Bilder sollte man nicht meinen, dass Mitte Mai schon vorbei ist.

      Offenbar hat sich der Winter heuer Zeit gelassen bei der Verabschiedung. Ich war kurz nach Alexhurti unterwegs, bei unserem Lofotenausflug hatten wir noch kurze Schneeschauer und ich glaub 2 Grad (plus). Laut Reiseleiter war eine Woche vor unserem Ausflug noch Schnee auf den Strassen.ich haette mir zwar schon eine grünere Vegetation gewünscht, schoen war's aber trotzdem!
      Margit
    • Moin, Alexhurti!

      Hier ein verspätetes Dankeschön für den verspäteten Rückblick. Wirklich sehr schön, deine Beschreibung des von euch erlebten Nationalfeiertages und auch die Bilder unterstreichen die Stimmung, die es dort gehabt hat. Jedoch auch die Bilder von unterwegs - wunderschön! Davon kann man auch verspätet noch sehr angetan sein. :thumbsup:

      Es grüßt euch

      Ulli