Im Land aus Feuer, Wasser und Eis - Eine Rundreise durch Island

    • 2012
    • Nordlicht, ich dachte, ich kann damit Deinen Avatar austauschen. :mosking:

      Tag 5
      Dienstag, 28.8.2012 // Temperatur ca. 9°C
      Entfernung Seyðisfjörður – Suðursveit: 390km


      In der Nacht konnten wir schlecht schlafen, da der Wind stärker wurde und wir etwas durchgeschaukelt wurden. Was an sich nicht weiter schlimm ist, wäre da nicht alle Nase lang ein Geräusch, als wenn jemand gegen einen Heizkörper hämmert. So sind wir um Sieben (Bordzeit = MESZ -1h) doch etwas müde aufgestanden. Island empfing uns mit tiefhängenden Wolken und Nieselregen, als wir etwa um 8:15 Islandzeit (MESZ -2h) in den Fjord von Seyðisfjörður fuhren. Eine dreiviertel Stunde später legten wir dort an. Anschließend noch etwa 20 Minuten warten, bis wir von der Fähre fahren und durch den Zoll konnten. Die Jungs hatten heute gute Laune und winkten uns durch.



      Bereits nach 4km das erste Highlight. Ein Wasserfall, der erst mal bestaunt wurde. Die Straße nach Egilstadir führte über eine Hochebene, auf der noch teilweise Schnee lag. Da es sehr windig war (wie übrigens den ganzen Tag lang) hatten wir bei 1°C etwas Schneetreiben und mussten sehr vorsichtig fahren. In Egilstadir wurde dann getankt und beim angrenzenden Subway ein Riesensandwich für unterwegs gekauft.



      Zwischen Egilstadir und Höfn fuhren wir um mehrere Fjorde. Ab Mittag ließ sich gelegentlich auch die Sonne sehen und so boten sich tolle Aussichten. Hinter Reyðarfjörður sollten wir laut Routenbeschreibung durch einen Tunnel fahren. Aber Tunnel kann jeder. Wir nahmen die Straße um den Fjord. Wir sind ja hier, um was zu sehen. Dabei bekamen wir einen ersten Eindruck der isländischen Schotterpisten. Zwischendurch trafen wir auf unser erstes Islandpferd. Es kam gleich angetöltet, als wir am Zaun standen. :)



      Man wusste teilweise nicht, wo man zuerst hinsehen sollte. Fjorde, steile Bergformationen, Fosse (Wasserfälle). Bei einem Foss, etwas abseits der Hauptstraße in der Nähe von Berufjörður, wurden wir innerhalb kürzester Zeit klatschnass, obwohl es nicht regnete. Aber der Wind war so stark, daß wir kaum die Autotüren festhalten konnten. Der starke Wind war immer wieder ein kleines Hemmnis an diesem Nachmittag, sonst hätten wir uns bei dem einen oder anderen Zwischenstopp sicherlich etwas mehr Zeit genommen.



      Nachdem wir Höfn passierten, ließen sich die ersten Ausläufer des Vatnajäkull sehen. Ich musste von der Ferne mehrmals angestrengt hinsehen, weil ich nicht wusste, ob ich mir das Eis am Horizont nur einbilde, oder nicht. Nachdem wir etwas näher kamen, gab es keinen Zweifel mehr.



      Gegen halb Sieben erreichten wir in Suðursveit unser erstes Hotel auf Island. Es fühlt sich hier an, als seien wir noch auf dem Schiff, irgendwie wackelt alles. :mosking:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Rock Lobster“ () aus folgendem Grund: ungefähre Strecke als Kartenlink (Google Maps) in Überschrift eingefügt

    • Moin, Rock Lobster!

      Schöne Strecke, die ihr euch da ausgesucht habt! Und mit dem Tunnel hast du ganz Recht! Den hätten wir auch links liegen lassen :miffy: , wo es außerhalb so viel Schönes zu sehen gibt! :good3: Schade, dass ihr zu Beginn so eine "Suppe" hattet, aber da steckt man ja nun mal nicht drin. Trotzdem sind dir viele schöne Bilder geglückt und mein Favorit ist das mit dem Strand und dem Fels in der Brandung! Wunderschön! Schön, dass du dich doch noch von uns zum Einstellen deines Berichtes hast überreden lassen! :clapping: :dance: :good3:

      Liebe Grüße

      von Ulli
    • @Rock Lobster,
      Danke für Bericht und Bilder ! Das auf den Bergspitzen war sicherlich Neuschnee , so Ende August - bei uns kam der Schnee in der 1. Septemberwoche , so dass wir uns nicht mehr durchs Hochland ( Sprengisandur ) trauten ! Wir fuhren dann vom Myvatn aus ungefähr eure Strecke die Ostküste entlang :thumbup: .
      Island zwingt ganz sicher zur Vorsicht ...
      LG Doro.
      Reisen 2002 - 2012 mit MS NORDSTJERNEN , MS LOFOTEN , MS FINNMARKEN :)
    • Na ihr seid ja schnell zufrieden. ^^ Das schlimme ist, daß auf den Fotos die Wirklichkeit nur ausschnittweise wiedergegeben werden kann. Die Landschaft als "Gesamtkunstwerk" war so beeindruckend, eigentlich hätte ich mir so eine 360°-Linse auf das Dach schrauben müssen. :whistling:

      Zum Schnee: Als wir da oben ankamen und das Thermometer immer weiter runter ging, dachten wir schon "oh oh, und das mit den Sommerreifen hier". Beim bremsen merkte ich schon, daß man sehr vorsichtig fahren muß. Glücklicherweise hatten wir solche Verhältnisse nur noch einmal während der Tour.
    • Tag 6
      Mittwoch, 29.8.2012 // Temperatur ca. 13°C
      Entfernung Sudursveit – Skogar: 310km


      Zehn nach Drei werden wir von einer Klingel geweckt, wie ich sie zum letzten Mal in der Schule gehört habe. Irgendjemand hat wohl heimlich im Zimmer geraucht oder extrem schlechten Atem gehabt. Jedenfalls hat ein Rauchmelder den Alarm ausgelöst und es dauerte eine ganze Weile, bis eine qualifizierte Person kam, um ihn wieder abzuschalten. Danach konnten wir natürlich sehr schlecht wieder einschlafen.

      Halb Acht sind wir dann frühstücken, da wir viel vor hatten. Direkt nach dem packen sind wir zur Jökulsárlón Gletscherlagune des Vatnajökull gefahren und haben uns die Eisberge angesehen. Durch den starken Wind gestern sind die meisten schon ziemlich weit an den Ausgang der Lagune getrieben, wodurch sich dort ein schöner Anblick ergab. Wir hatten schon vorab gelesen, daß man auch mit kleinen Booten auf dem See fahren kann. Auf der gegenüberliegenden Seite sahen wir auch schon einen großen Werbeaufdruck.



      Nachdem wir auf unserer Seite die Lagune abgelaufen sind, fuhren wir rüber und buchten eine Fahrt mit einem Zodiac, eine Art Schlauchboot mit schnellem Motor. Damit fuhren wir erst mal ca. 6,5km bis kurz vor die Abbruchkante des Gletschers. Es blieb ausreichend Zeit für Fotos (alleine mit den Fotos davon könnte ich ein neues Forum aufmachen :mosking: ) und der Steuermann erzählte uns einiges über den Gletscher. Zum Beispiel, daß es die Lagune 1920 noch gar nicht gab. Der Gletscher reichte bis fast an das Meer. Durch die Erderwärmung, aber auch durch das Meerwasser, das bei Flut in die Lagune eindringt und etwas wärmer als das Gletscherwasser ist, zieht er sich immer mehr zurück. Wir konnten es ausprobieren. Selbst an der Abbruchkante schmeckte das Wasser leicht salzig. Auf dem Weg zurück fuhren wir noch relativ dicht an den umher schwimmenden Eisbergen vorbei. Obwohl das gegen die Discobucht in Grönland wohl nur ein Promille ist, war das sehr beeindruckend.




      Die schwarzen Streifen im Eis, sind übrigens durch Vulkanasche entstanden.
      Nachdem wir uns unserer Raumfahrtanzüge entledigten besuchten wir noch eine Gletscherzunge namens Svinafellsjökull in der Nähe, an die man sehr dicht rankommen konnte. Am nahegelegenen Skaftafell-Nationalpark waren wir nur sehr kurz, da wir doch etwas viel Zeit am Gletscher verbrachten und noch einige andere Sehenswürdigkeiten warteten. Das ist leider der Nachteil, wenn man nur 8½ Tage für die Insel Zeit hat.



      Nachdem wir den Gletscher hinter uns ließen, waren rechts die Lomagnupur Berge zu sehen, gefolgt von den unendlich scheinenden und unwirklich aussehenden Eldhraun Lavafeldern. Was die Natur so alles hervorbringt, ist schon erstaunlich. Dabei der Blick nach vorne schon wieder auf den nächsten Gletscher, dem Mýrdalsjökull.



      Kurz hinter dem Örtchen Vik, wo wir in einem Bistro unsere warme Mahlzeit einnahmen, befindet sich ein Strand mit schwarzem Sand. Bemerkenswert sind dort auch bizarre Felsen, die aus dem Meer ragen. Ganz in der Nähe befinden sich in Dyrhólaey mehrere Vogelfelsen, wo bis Mitte August auch Papageientaucher zu sehen sind. Leider waren nur noch ein paar einzelne Möwen oder anderes undefinierbares Getier zu sehen, vielleicht so eine Art Seeschwalben? Wir wissen es nicht genau. Außerdem gerieten wir dort in einen kurzen, aber heftigen Hagelschauer, so daß es von dort kaum Fotos gibt.



      Letzte Station für heute war der Skogafoss, ein 60m hoher Wasserfall, der mächtig Krach macht. Hier war endlich auch mal Gelegenheit, das Stativ aufzubauen und ein paar Fotos mit etwas längerer Belichtungsdauer zu machen, was einen schönen Fließeffekt auf den Bildern ergibt.



      Unser Hotel war dann auch kurz nach dem Wasserfall erreicht. Hier musste das Auto zum ersten Mal fast komplett ausgeräumt werden, da Teile der Wäsche aus der großen Reisetasche in den Koffer und umgekehrt ausgetauscht wurden. Gegen Zehn sind wir dann ins Bett gefallen und können hoffentlich nach zwei kurzen Nächten auch mal wieder durchschlafen…

    • Rock Lobster schrieb:

      Unser Hotel war dann auch kurz nach dem Wasserfall erreicht

      Wobei ich davon ausgehe, dass es sich bei den beiden Hütten, die sich auf deinem letzten Bild an den mächtigen Felsen schmiegen, wohl eher nicht um euer, etwas rustikal ausgefallenes, Hotel handelte? :mosking:

      Bei dem traumhaften Tag, wettertechnisch gesehen, war der nebelige Beginn des Vortages doch wohl schnell vergessen. Auch die herrlichen Bilder haben bei Sonnenschein und fast blauem Himmel viel mehr Strahlkraft und sind wunderschön anzuschauen! :good3: Die Spiegelbilder und die bizarren Formen der Eisberge gefallen mir besonders gut. Auch die Gletscherzunge macht einen gigantischen Eindruck :8o: und es wundert mich kein bisschen, dass ihr dort länger verweilt habt und euch nur schwer trennen konntet.

      Bin schon auf eure weiteren Erlebnisse gespannt!

      Ein schönes Wochenende

      wünscht Ulli