Geysire, Gletscher und Vulkane - vom 9. bis 26. Juni 2012

    • 2012
    • Geysire, Gletscher und Vulkane - vom 9. bis 26. Juni 2012

      Nun will ich mich nach längerer Reisebericht-Abstinenz doch noch mal zurückmelden.

      Es ist keine Reise mit einem Hurtigruten-Schiff sondern mit der MS Norröna von der Smyril Line und einem Reisebus. Es geht auch nicht nach Norwegen, aber doch in den hohen Norden, nämlich nach Island und zu den Färöer-Inseln. Eine ähnliche Reise hatten wir bereits 2006 unternommen. Damals waren wir so begeistert, dass wir uns in diesem Jahr erneut zu der Tour angemeldet hatten.

      Bin gespannt, wie lange ich brauchen werde, um den Bericht zu schreiben und mit dem ein oder anderen Foto zu "garnieren". Die Dateigröße lässt sich wohl nicht so genau vorhersagen. Aber ich versuche, dran zu bleiben.

      Samstag, 9. Juni 2012

      Mitternacht beginnt unsere Reise mit dem Bus. Die Fahrt zieht sich so hin. Alle (bis auf den Busfahrer) dösen vor sich hin. Nach diversen Pausen erreichen wir mittags gegen 1 Uhr völlig übermüdet Hirtshals in Norddänemark. Das Boarding verläuft ohne Wartezeiten und schon haben wir die Kabine bezogen und das Schiff inspiziert.
      Das Schiff ist eine Passagier-/Frachtfähre und verfügt über 318 Kabinen, Restaurant, Bar, Cafeteria etc.

      Leider ist Nieselregen, so flüchten wir uns auf Deck 8 in die Sky Bar (Glaskasten mit Lüftungsluken) und trinken ein Bier. Nun haben wir die nötige Bettschwere und schlafen fast 3 Stunden. Zum Abendessen (17:30 GMT) sind wir wieder einigermaßen fit.

      Das Buffet ist ok, aber wir sind weder eifrige Buffet-Gänger noch sonderlich hungrig. Und dieses Anstehen behagt uns nicht. Beim Essen lernen wir so langsam unsere Mitreisenden kennen. Erster Eindruck - könnte schlimmer sein :D

      Nach dem Essen verschwinden wir in der Kabine und schalten den Fernseher ein. Fußball EM Deutschland - Portugal. Schon vor der Halbzeit schlafen wir ein. War während des Abendessens etwas Wellengang, beruhigt sich das während der Nacht.

      Sonntag, 10. Juni 2012

      Gut ausgeruht geht es um 7:30 Uhr zum Frühstück, welches wir mit Blick aufs Meer genießen. Wir fahren an diversen Bohrinseln vorbei, befinden uns also schon in der Schottischen See. Nachdem wir einige Zeit im Heckbereich Frischluft inhaliert haben, wird es kalt und wir verziehen uns nach drinnen.
      Stricken, Kaffee trinken, dösen, bis uns der knurrende Magen in die Cafeteria scheucht. Hier gibt es die weltschlechteste Pizza für 79 DKR. Kurz ruhen wir in der Kabine aus, bevor es wieder an Deck geht.
      Langsam kommen die Shetland Inseln in Sicht. Wir werden zwischen den Inseln hindurch fahren. Das Wetter ist trocken, teils sonnig! Wir genießen die Zeit, mal Deck 8, mal Oberdeck, mal Backbord, mal Steuerbord. Die Anreise mit der Norröna macht einfach Spaß. Nun ist schon wieder Zeit fürs Abendessen. Danach kaufen wir ein 6-Pack und verziehen uns in die Kabine.

      Montag, 11. Juni 2012

      Um 4:00 Uhr weckt uns der Bordlautsprecher - wir erreichen Torshavn, die Hauptstadt der Färöer-Inseln in einer Stunde. Auch wenn's schwerfällt - wir müssen raus. Wenige Minuten später stehen wir an Deck und wir sind nicht die einzigen, die die Einfahrt genießen wollen. Das Wolken- und Lichtspiel ist recht dramatisch. So laufen wir von Backbord nach Steuerbord und zurück, um die besten Aufnahmen hinzukriegen. Nach dem Anlegen geht's in die Kabine zum Duschen und anschließend zum Frühstück.

      Es ist zwar noch sehr früh am Tag. Trotzdem wollen wir nicht länger auf dem Schiff bleiben. Das Wetter ist gut, meist trocken, mit sonnigen Abschnitten und ab und an Nieselregen. Zuerst besichtigen wir die alte Befestigungsanlage Skanson, zum Schutz vor türkischen (!) Piraten angelegt.

      Danach bummeln wir durch die Altstadtgassen auf der Halbinsel Tinganes. Wir bewegen uns hier auf dem ehemaligen Parlamentsplatz der Wikinger. Und auch heute noch befindet sich hier die Inselregierung.

      Jetzt wird es langsam Zeit, wieder zum Schiff zurück zu gehen. Nicht, weil es schon ablegen wird. Nein, wir wollen mal einen Kaffee trinken und auf Toilette gehen. Und im Städtchen ist überall noch tote Hose. Ist ja erst 10:00 Uhr.

      An Bord ist aber auch alles geschlossen. So begeben wir uns aufs Sonnendeck und genießen die Heizstrahler und den Blick auf "Torschhamm" (so ähnlich spricht man den Namen wohl aus). Nach einem Mittagssnack ist schon wieder Zeit an Deck zu gehen, damit wir nichts von der Hafenausfahrt verpassen. Es ist herrlich. Auf der einen Seite blauer Himmel, auf der anderen graue Regenwolken.

      Wir fahren um die Südspitze von Streymoy, der Hauptinsel herum und dann wieder gen Norden. Rechts die Hauptinsel, links Hestur, Koltur, Vagar. Das heißt, dass ich wieder zwischen Steuer- und Backbord hin- und her flitze. Auf dem Vorderdeck
      ist der Wind lausig.

      Als wir das offene Meer erreichen verziehen wir uns auf Deck 5 und trinken eine Tasse Kaffee. Hier wird ein kurzer Film über Island gezeigt. Sehr schön zur Einstimmung. Und dann ist schon wieder Abendessenzeit. Wir essen uns noch kugelrund! Danach sind wir in der kalten Kabine am Fernseher und trinken unsere Dose Bier.
      youtube.com/watch?v=Xidu4jdK2KQ
      Bilder
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „FIXStern“ ()

    • 'tschuldigung, :whistling: dass ich den Bericht der falschen Rubrik zugeordnet habe. Der Unterschied zwischen YouTube-Icon und Link war mir leider entfallen. Aber nun werde ich das wieder beachten.

      Und weiter geht es im Bericht


      Dienstag, 12. Juni 2012

      Um 6:00 Uhr ist die Nacht zu Ende. Das Wetter sieht verheißungsvoll aus. Heute werden wir endlich Seydisfjördur / Island erreichen.

      Wir frühstücken schon um kurz nach 7:00 Uhr um anschließend die Sachen zu packen und die Zeit an Deck zu verbringen. Wir haben schon die isländische Küste erreicht und so gibt es genug zu sehen.


      Pünktlich um 9:00 Uhr Ortszeit legt die Norröna in Seydisfjördur an. Das Ausschiffen ist schnell erledigt und nun warten wir auf den Bus. Aber auch das geht schnell und schon sitzen wir im Bus. Der Reiseleiter ist Klaus Kiesewetter. Er kommt gerade von einer Expedition mit der Fram aus Grönland. Ein sehr sympathischer Mann, der sein Geld mit Reisen verdient! Er kennt Island und die Färöer sehr gut, da er sowohl in Island (als Student in Reykjavik) als auch viele Jahre auf den Färöern gelebt hat.

      Auf dem Weg nach Egilstadir gibt es den obligatorischen Fotostopp mit Blick auf Seydisjfördur.

      Nach dem Geldtausch in Egilstadir fahren wir ein Stück die Ringstraße (Nr. 1) und biegen dann auf die 939. Wir fahren durch eine phantastische Mondlandschaft, bevor wir wieder auf die Ringstraße stoßen und dieser der Küste entlang folgen. Die Eindrücke hauen mich um. Wasserfälle, arktische Pflanzen, Eiderenten, Sturmvögel, Singschwäne, Küstenseeschwalben, wilde Rentiere, Schafe, Islandpferde - alles gleich am ersten Tag. Ich bin beeindruckt.

      In Djupivogur gibt es eine Pause am Langhaus. H. Kiesewetter weiß zu allem etwas zu sagen und so ist die Fahrt sehr kurzweilig.

      An der Allmenschenschlucht (Almannaskarð) können wir uns etwas die Füße vertreten, bevor wir Höfn erreichen.

      Hier fahren wir noch zum Hafen zur Seeschwalbenkolonie, bevor wir ins Hotel fahren. Endlich können wir ins Internet , was wir
      auch fleißig nutzen. Nach dem guten Abendessen vertreten wir uns noch etwas die Beine mit Blick auf die Gletscher.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „FIXStern“ ()

    • Hallo Fixstern , Danke für deine Islandbilder und den Reisebericht ...!
      Ich glaube ihr seid da nach Egilstadir über die Öxiheidi ( wilde Hochebene ) gefahren - wir haben uns da 2005 auch durchgeschraubt , klasse und sehr beiendruckend ! Ich war bisher 2mal in Island , jeweils in Nebensaison und auf eigene Faust ( Mietwagen ) ... und ich will soooo gerne wieder hin ! :rolleyes:
      Reisen 2002 - 2012 mit MS NORDSTJERNEN , MS LOFOTEN , MS FINNMARKEN :)
    • Hallo Fixstern, wir hatten Herrn Kiesewetter auf der MS Fram und ich muß sagen, seine Vorträge waren immer sehr beliebt. Und ich kann bestätigen, er hat wirklich ein fundiertes Wissen. Bin schon gespannt, wie es weitergeht. Vielen Dank für die schönen Fotos.
      Liebe Grüße

      :) Isbjörn :*
    • Polarlichtfan schrieb:

      Ich glaube ihr seid da nach Egilstadir über die Öxiheidi ( wilde Hochebene ) gefahren
      Ja, es war die Öxiheidi, durch die wir da gefahren sind.

      Und - wenn man einmal Island erlebt hat, möchte man natürlich wieder hin. Aber, es ist halt nicht ganz billig und so bleibt es auch immer etwas Besonderes.

      Nun will ich aber noch einen weiteren Tag beschreiben:

      Mittwoch, 13. Juni 2012

      Heute ist ein schöner aber auch anstrengender Tag. Bis zum nächsten Hotel müssen wir 430 km zurücklegen.

      Nach dem Frühstück gehen wir in Höfn noch kurz ans Meer. Wir haben hier einen phantastischen Blick auf 4 Gletscherzungen, alles Ausläufer des Vatnajökull, der Europasgrößter Gletscher ist.




      Erstes Ziel ist heute der Jokulsarlon, ein Gletschersee. Der Gletscher kalbt in den See und über einen kurzen Fluss verschwinden die Eisbrocken dann im Meer. Im Vergleich zu 2006 scheint mir der See recht leer. Ich hatte mehr Eis in Erinnerung. Aber es ist dennoch sehr beeindrucken. Wieder fahren wir mit Amphibienfahrzeugen über den See.


      Im Nationalpark Skaftafjell wandern wir nicht wie vorgesehen zum Wasserfall, sondern zur Gletscherzunge. Hier ist es für isländische Verhältnisse üppig grün. Wir wandern durch einen arktische Birkenwald. Die Bäume werden maximal 1 m hoch.
      Sehr schöne Natur, ich filme nur Blümchen.



      Die Fahrt bis Vík í Mýrdal (dt.„Bucht am sumpfigen Tal“) ist landschaftlich sehr spannend. Es geht durch eine Schwemmlandebene; geformt durch die Gletscherläufe des mächtigen Vatnajökull. Vik ist der südlichste Ort Islands. Den berühmten Strand werden wir morgen besuchen. Heute schauen wir uns die Wollfabrik an. Am Liebsten hätte ich auch gekauft, war aber wegen der Umrechnung nicht sicher. Sehr fotogen ist auch die Kirche des Ortes; sie liegt auf einem mit arktischen Lupinen bewachsenen
      Hügel.



      Nun geht es weiter südlich am Myrdalsjökull und am Eyafjellajökull (genau, der "Unaussprechliche") vorbei in Richtung Selfoss. Kurz vor Selfoss verlassen wir die Ringstraße und biegen auf die 37 ab. Hier liegt unser Hotel für die nächsten 2 Nächte neben einem Bauernhof mit ganz vielen Pferden auf der Weide. Mir gefällt die Lage des Hotels sehr gut. Hier gibt es auch einen heißen Pot, der uns aber zu heiß ist. So schauen wir uns nur etwas bei den Pferden um, bevor wir ins Bett gehen.

    • Danke, Fixstern, für den Bericht und die tollen Bilder von Island!
      Ich war 1994 und 1995 insgesamt sieben Wochen mit dem Zelt in Island unterwegs und habe es in toller Erinnerung! Diesmal sind nach der Grönlandtour leider nur drei Tage Zeit (man kann ja den Arbeitgeber nicht durch fortwährende Abwesenheit überfordern!), um einige Orte wieder zu besuchen, aber drei Tage sind besser als nichts.
      Dein Bericht erschwert mir nun aber die Eingrenzung, die ich in der Vorbereitung bereits vorgenommen hatte! Jetzt will ich wieder alles sehen!
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:
    • Tja, wem sagst Du das!
      Eigentlich bräuchte ich viel mehr Urlaub als ich habe, um meine Reiselust einigermaßen befriedigen zu können. Nur - hätte ich mehr Urlaub, könnte ich auch nicht mehr reisen, denn irgendwo muss das Geld ja auch herkommen! Und mit dem Lottogewinn klappt´s einfach nicht!
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:
    • Donnerstag, 14. Juni 2012

      Der heutige Tag soll ja ein ruhiger Tagwerden.

      Die erste Aufregung ist schon das Frühstück. Der Raum ist verschlossen. RL Klaus telefoniert, bis endlich jemand kommt. Nichts ist eingedeckt, nichts fertig, aber 50 hungrige Touristen. Na bravo! Aber so wie sich die Mägen füllen wird auch die Stimmung wieder friedlicher. :D

      Es ist heute wirklich tolles Wetter mit strahlendem Sonnenschein. Nach dem Frühstück sind dann auch alle wieder guter Laune und die Verspätung ist nun auch egal.

      Wir fahren zurück zur Ringstraße und dann Richtung Vik.

      Erster Stopp ist der Seljalandsfoss, hinter dem man herlaufen kann. Dazu sollte man aber eine Regenjacke anziehen, was ich vergesse. So bin ich nach dieser Aktion ziemlich nass. Gut, dass die Sonne scheint, so trocknet alles schnell. Die Filmchen sind es aber wert gewesen.


      Weiter geht es zum Kap Dyrhólaey bei Vik. Hier können wir brütende Eismeervögel und Papageitaucher beobachten. Gut, dass wir die Ferngläser eingepackt haben! Es ist sonnig und warm. Wir alle sind begeistert und guter Laune. So langsam entsteht aus dem zusammengewürfelten Haufen eine nette Reisegruppe.


      Der berühmte Strand mit Vulkanasche und den Basaltsäulen bei Vik lädt zum Bummeln und Schauen ein. Hier können wir größere Gruppen von Papageitauchern im Wasser beobachten.


      Nach der Mittagspause mit Würstchen am Bus geht es wieder Richtung Selfoss nach Skogar, ins Volkskundemuseum.



      Der Gründer des Museums, Þórður Tómasson, ist inzwischen ein älterer Herr von 86 Jahren. Leider traut er sich die Führung einer so großen Gruppe nicht mehr zu. Das überlässt er einem Mitarbeiter, ein sehr großer und kräftiger Mann mit guter Stimme, die er zum Abschluss auch mit einem kurzen isländischen Lied demonstriert.
      Þórður lässt es sich aber nicht nehmen, mit uns die kleine Kirche aufzusuchen und ein paar Lieder auf der Orgel zu begleiten. Viele in
      der Gruppe singen gut und mit Begeisterung mit. Einfach herrlich.

      Zum Abschluss geht es noch zum Skogafoss. Hier kann man - der Legende nach - eine Truhe mit Goldschätzen finden ;)



      Müde und zufrieden geht es nun Richtung Hotel. Unterwegs kaufen wir noch Vorräte für morgen mittag und ich noch ein Knäuel schöne Islandwolle.

      Am Thjorsa, mit 230 km Länge der längste Fluss Islands, machen wir noch einen kurzen Fotostopp.

      Das Abendessen ist lecker und üppig. Für die Verspätung heute morgen gibt es einen Lakritzlikör. Während ich Tagebuch schreibe scheint draußen die Sonne durch die Bäume. Ein wunderschöner Anblick.
    • Freitag, 15. Juni 2012

      Kurz vor dem Wecker wachen wir auf. Sofort ziehen wir den Vorhang zur Seite - blauer Himmel! Man glaubt es kaum. Also raus aus den Betten und ab zum Frühstück. Das klappt heute prima. Die Laune im Bus ist hervorragend. Heute geht es zum Gullfoss, zu den Geysiren, nach Thingvellir und anschließend nach Reykjavik. Ich freu mich!

      Auf der 30, dann auf der 35 fahren wir zum alten Bischofssitz Skàlholt. Hier sieht alles anders aus, als ich mich erinnere, nur die Kirche ist geblieben. Hier kommt jemand mit dem Schlüssel für die Kirche gelaufen, als er den Bus sieht. So können wir die schönen Fenster bewundern.


      Nun geht es weiter ins Haukadalur, das wohl bekannteste Geothermalgebiet. Der Strokkur spuckt recht fleißig, aber total
      unregelmäßig, manchmal 3x kurz hintereinander, denn lange (5 Minuten) nichts, nur ein kleiner Spucker usw. Wir sind beschäftigt.
      Es sind außer uns nur wenige Touristen hier, so dass es richtig Spaß macht.


      Weiter geht es zum Gullfoss. Hier hat sich einiges geändert seit unserem letzten Besuch. Alles neue Wege, Treppen und Plattformen mit toller Aussicht auf den Wasserfall. Zunächst sind wir nur 2 Busse, aber es füllt sich sehr schnell. Es liegen 2 Kreuzfahrtschiffe (MS Bremen und MS Astor) in Reykjavik und die Leute werden alle hierher gefahren.


      Unser Bus verliert leider Kühlflüssigkeit und niemand weiß, was zu tun ist. Vielleicht ist es die Dichtung. Noch können wir fahren.

      Nun geht es zum Thingvellir. Die Allmännerschlucht können wir nicht begehen. Dort gab es einen Erdrutsch und wir können nur die Aussicht genießen. Schade. Bei dem tollen Wetter hätte es schon Spaß gemacht, am See und durch die Schlucht zu spazieren.

      Nach erneuten Dichtungsversuchen am Bus fahren wir nun in die Hauptstadt.
      Heute ist eine tolle Fernsicht, so dass wir den Snaefjellsnes gut sehen können. Kurzer Stopp am Höfði,
      das Gebäude, in dem 1986 dass Treffen von Reagan und Gorbatschow stattgefunden hat, dann ins Rathaus und zum Schluss zur Hallgrímskirkja.
      Leider ist die Kirche wegen eines Konzerts geschlossen. Da der Bus gleich in die Werkstatt soll, ist eh nicht mehr viel Zeit geplant. Wir bummeln also etwas auf dem Platz an der Kirche umher und fotografieren/filmen.

      Als wir wieder in den Bus steigen, habe ich den Schock meines Lebens: die Handtasche ist weg! Träum ich? Ich hänge die doch immer quer, die kann doch nicht verloren gehen! Wir laufen zurück zu dem Platz, an dem ich in der Sonne gesessen habe und dort steht sie - weithin sichtbar aber unberührt. Was für ein Glück! Vor lauter Jacke aus, Stativ, Kamera und Tasche habe ich die Tasche einfach vergessen! Darf nicht wieder passieren.

      Das Hotel am Flughafen gefällt uns auf Anhieb nicht. Außerdem müssen wir den Bus komplett leeren, weil der in die Werkstatt muss und wir evtl. mit einem Ersatzbus weiter reisen müssen. Katastrophentag! Im Hotel weiß man auch nicht, wann wir Abendessen bekommen. Nun ja. Beziehen wir erstmal die Zimmer, dann schauen wir weiter.

      Das Hotel ist ein typisches Businesshotel. Wir können vom Zimmer aufs Rollfeld schauen. Damit ist einer von uns beschäftigt. Ich
      schreibe derweil Tagebuch.

      Das Abendessen ist Menu und ganz o.k. Langsam sind mir die Portionen zu groß.

      Nach dem Abendessen gehen wir durch den Wald hoch zur Perle. Das sind Warmwassertanks mit Nobelrestaurant unter der Glaskuppel. Wir besichtigen alles in Ruhe.


      Wieder im Hotel erfahren wir, dass der Bus ist auch wieder repariert ist. Es musste nur die Dichtungskappe ersetzt werden. Gott sei Dank.


      youtube.com/watch?v=R0VxQa2DjdQ
    • FIXStern schrieb:

      Hier hat sich einiges geändert seit unserem letzten Besuch. Alles neue Wege, Treppen und Plattformen mit toller Aussicht auf den Wasserfall.

      Als ich 1994 erstmals beim Gullfoss war, gab es dort keinen asphaltierten Parkplatz (man konnte auch nicht bis hin fahren, sondern musste ein Stück gehen), neben dem Wasserfall gab es einen Steig. Das war´s!
      Im Jahr darauf bekam ich den Schock meines Lebens, als unser kleiner Bus bis fast zum Wasserfall fahren konnte. Dort war ein großer Parkplatz, auf dem große Reisebusse standen. Neben dem Wasserfall gab es bequeme Treppen und ein Geländer.
      Ich erlebte das auf meiner zweiten Reise noch öfter, vor allem entlang der Ringstrasse und kaum im Landesinneren. Einerseits verstehe ich natürlich, dass man Touristen im Land haben will und sich um sie bemüht, andererseits ging für mich viel Urtümliches dadurch verloren. Ich bin schon gespannt, wie ich das Land nun nach 18 Jahren Abstinenz erlebe!
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2: