Geysire, Gletscher und Vulkane - vom 9. bis 26. Juni 2012

    • 2012
    • norwegenfan.123 schrieb:

      Ich bin schon gespannt, wie ich das Land nun nach 18 Jahren Abstinenz erlebe!
      Ich denke, Island hat eine unglaublich rasante Entwicklung hinter sich. Nach dem Crash hat man sich wieder ganz gut erholt. Vor 6 Jahren war die Infrastruktur noch deutlich zurück, heute gibt es gute Hotels und Raststätten. Die jungen Isländer wollen nicht mehr in der Einsamkeit leben und all diese Einschränkungen in Kauf nehmen wie noch ihre Eltern. Wie uns erzählt wurde, haben die Schafzüchter jahrelang Probleme gehabt, ihre Lämmer zu verkaufen. Die Leute wollten kein Lamm, sie wollten Fertigprodukte aus dem Supermarkt! Das soll aber wieder im Wandel sein. Angeblich ist in Island ein höherer pro-Kopf-Verbrauch an Cola als in den USA. Als Tourist möchte man manchmal Zustände konservieren, aber natürlich ändern sich die Dinge nicht nur in Deutschland.
    • Samstag, 16. Juni 2012

      Gut ausgeschlafen nehmen wir ein wirklich hervorragendes Frühstück ein. So gestärkt geht es um 9:00 Uhr los zur Stadtbesichtigung. Ralf setzt uns am Rathaus ab und Klaus Kiesewetter führt uns durch die Altstadt zum Hafen und zum Fuße der
      Einkaufsstraße. Wir laufen durch die Gassen hoch zur Hallgrímskirkja. Dort ist ein Orgelkonzert. Die Orgel wurde von der Bonner Firma Klais gebaut. Leider ist die Zeit zu knapp, um lange hier zu verweilen. Also gehen wir wieder runter, am See vorbei zum Café de Paris. Dort trinken wir bei dem herrlichen Wetter draußen einen Kaffee und genießen die angenehme Atmosphäre.


      Um 12:00 Uhr werden wir wieder von Ralf aufgesammelt. Wir fahren um die Walsbucht (Hvalfjördur) herum und dann um den Snaefjellsnes bis nach Stykkisholmur. Unterwegs machen wir diverse Stopps, z.B. an einem Lachsfluss oder in Buđir, einem alten Handelsort der Hanse. Die Landschaft ist grandios. Schade, dass wir immer weiter fahren müssen. Von unserem Hotel in
      Stykkisholmur haben wir eine tolle Aussicht über Fjord und Berge.

      Nach dem Essen unternehmen wir noch einen kurzer Spaziergang zur Kirche. Diese ist leider geschlossen, so dass wir uns die tolle Klais-Orgel nicht anschauen können.
    • Hallo norwegenfan.123 ,
      ich wünsche dir tolle Augenblicke auf Island ! Ich war 2005 und 2009 dort mit Mietwagen unterwegs , in der Nebensaison , und Unterkünfte an Ort und Stelle selbst gesucht ! Es war jedesmal eine Reise mit überwältigenden Eindrücken .... das Wetter wechselte täglich bis stündlich . Sicher wirst du sehr viel Veränderungen sehen , es ist ja auch ne Zeit her , dass du dort warst !
      September gehörte bisher zur Nebensaison , so dass es nicht mehr sehr voll sein wird ... ( bei uns begann im September 2005 der Winter , es schneite heftig im Hochland ) --- also ich freue mich dann( evtl. ) auf Bilder und Bericht . :D :D :D

      @FIXstern -
      Island ist besser zu "erfahren" wenn man eine eigene Tour macht ... und billiger als in Hotels zu schlafen , sind Pensionen und Hütten -
      dann kannst du doch meist so lange an einem Ort bleiben , wie du willst ... :rolleyes:
      Reisen 2002 - 2012 mit MS NORDSTJERNEN , MS LOFOTEN , MS FINNMARKEN :)
    • Polarlichtfan schrieb:

      Island ist besser zu "erfahren" wenn man eine eigene Tour macht ... und billiger als in Hotels zu schlafen , sind Pensionen und Hütten -
      Sicher ist das richtig. Aber wir haben leider keine Zeit, unseren Urlaub vorzubereiten und sind somit auf Pauschalreisen angewiesen. Ich hoffe, das wird auch mal wieder anders.

      Und nun zum nächsten Reisetag:


      Sonntag, 17. Juni 2012

      Auch in Stykkisholmur beginnt der Tag mit Sonnenschein. Vom Hotelfenster genießen wir die wundervolle Aussicht bevor wir zum Frühstück gehen.
      Heute wollen wir mit der Fähre zu den Westfjorden übersetzen. Nach dem Frühstück fahren wir zum Hafen. Bis zur Abfahrt der Fähre vertreiben wir uns die Zeit auf dem Hügel am Hafen und filmen alles, was uns vor die Linse kommt.

      Die Fähre legt pünktlich um 9:00 Uhr ab. Zunächst bleiben wir mit Ralf auf dem Unterdeck. Aber da ist zu kalt und so suchen wir das Sonnendeck auf. Dort ist es - windgeschützt - sehr angenehm. Wir fahren an vielen Schären vorbei.
      Auf der kleinen Insel Flatey legt die Fähre kurz an, bevor die Fahrt weitergeht.

      Um 12:00 Uhr erreichen wir Brianslækur in den Westfjorden.

      Hier wurden ein paar Mauerreste ausgegraben, die angeblich von einer Hütte Flóki Vilgerðarsons aus dem 9. Jh. stammen sollen. Flóki war derjenige gewesen, der 865 n. Chr. in Island einen ersten Siedlungsversuch unternahm. Er gab damals dem Land den Namen Eisland, als er bei einer Wanderung gen Norden auf einen Fjord schaute, in dem Eisberge schwammen.

      Diese Landschaft gleicht riesigen steilen Geröllhalden. Vielfach müssen wir Schotterpisten nutzen. Von einem Fjord zum nächsten müssen wir Pässe überqueren. Oben liegt oft noch Schnee, und das im Juni. Suppenpause gibt es an einem gigantischen Wasserfall bei Dynjandi. Der entschädigt für die lange Fahrt.

      Wir stoppen oben auf dem Pass für Fotos, dann am Fjord, weil dort die Eidererpel in großer Zahl auf ihre Weibchen warten


      und an einem anderen Fjord, weil dort jemand einen Buckelwal entdeckt hat. Und tatsächlich kann ich durchs Fernglas den Blas und die Fluke erkennen. Toll.


      Isafjördur ist ein großer Ort. Unser Hotel liegt im Zentrum. Und da heute Nationalfeiertag ist, wird direkt vor dem Hotel eine große PA aufgebaut. Sch... Das kann laut werden. So machen wir uns nach dem guten Abendessen (leider ist der Raum viel zu laut) mit Kameras auf den Weg ins "Getümmel". Jugendbands spielen Rock Musik. Recht ordentlich. Die Musiker strotzen vor Selbstbewusstsein, die Mädels haben sich in Schale geworfen und bringen sich in Positur. Dazwischen toben kleine Kinder.
      Alles sehr lustig.

      Danach schauen wir uns noch etwas das Städtchen an. Wir finden eine Straße mit Wohnhäusern von 1896. Sehr schön alles. Zum Abschluss des Tages gönnen wir uns noch ein Bier in der Lobby. Kaum liegen wir in den Betten , kehrt auch auf dem Platz schlagartig Ruhe ein.

      Hier der Link zum Video:
    • Vielen Dank für die lobenden Worte :rolleyes:

      Montag, 18. Juni 2012

      Noch vor dem Frühstück gehen wir runter zum Wasser um die Atemwege etwas zu befreien. Das Frühstück verläuft sehr entspannt, da ein Teil unserer Gruppe im Edda-Hotel geschlafen hat und erst später eintrudelt. So entzerrt sich das alles etwas.

      Um 9 Uhr fahren wir mit dem Schiff von Isarfjördur auf die Insel Vigur. Die ruhige Überfahrt dauert ca. 30 Minuten.


      Auf der Insel brüten Eiderenten, Alke, Seeschwalben und Papageitaucher. Letztere haben wir "nur" auf dem Meer gesehen. Dort konnte ich bei der Überfahrt beobachten, wie die Vögel durch die Wellen fliegen. Toller Anblick.
      Auf Vigur müssen wir wegen der Seeschwalben alle mit Fähnchen laufen.


      Die Vögel verteidigen ihre Brut wirklich mit aller Kraft. Überall liegen 1 oder 2 Eier im Nest und die Vögel kreisen aufgeregt über unseren Köpfen. Während ich in Sorge bin, dass die Eier auskühlen und lieber weiterlaufe, haben andere alle Zeit der Welt. Manchen fehlt wirklich jedes Fitzelchen Empathie. Und das, obwohl Klaus Kiesewetter immer wieder mahnt.


      Den Eiderenten hat man aus Stein geschützte Brutplätze gebaut und diese damit angelockt. So kann man ihnen ruhig die Daunen
      aus dem Nest nehmen. Die sind so federleicht und warm, dass es wirklich kein Wunder ist, dass so ein Federbett schnell mal 1500 € kostet.


      Nach der Besichtigung der Werkstätten und der Maschinen zur Daunenreinigung werden wir alle noch mit Kuchen und Kaffee bewirtet. Wir sitzen vor dem Haus und genießen diese Idylle. Hier könnte ich schon Zeit verbringen. Aber - wir müssen wieder an Land. Ralf ist ja schon hupend an der Insel vorbeigefahren und wartet auf uns.


      Das Anlegen bei der Rückfahrt ist etwas komplizierter. Inzwischen ist Ebbe und wir müssen eine eine Leiter hochklettern.

      Bis nach Akureyri liegt eine lange Busfahrt vor uns. Unterwegs wollen wir den alten Hof Glaumbær besuchen. Wir fahren gemütlich die Fjorde entlang, als Ralf den Bus abrupt abstoppt. Technische Pause, sagt Klaus Kiesewetter. Der Bus verliert Druckluft. Der Beginn eines spannenden Nachmittags.
      Wir stehen im Nirgendwo (N 65° 38' 369 W21° 35' 823) an der alten 61 (der heutigen 68) und der Bus kann keinen Meter fahren. Ralf baut die hintere Sitzbank aus, reißt den Teppich weg und öffnet den Boden. Sehr spannend, aber auch sehr kalt. Es wird mit Overath telefoniert und mit Autowerkstätten. Vorbeikommende Isländer bieten Hilfe an, klettern in den Bus, verlassen diesen ratlos, aber ölverschmiert und um ein paar Flaschen Bier reicher. Die Isländer sind wirklich sehr hilfsbereit. Eine Deutsche, die hierher ausgewandert ist, bringt ältere Herrschaften aus unserem Bus zur nächsten Cafeteria. Ein Häufchen Unverzagter bleibt im Bus, der Rest geht Kaffee trinken.

      Spätnachmittags kommen zwei Ersatzbusse und wir räumen alles Gepäck um. Dann fahren wir knapp 5 Stunden mit diesen ollen Schaukelbussen durch eine tolle Landschaft. Klaus Kiesewetter nutzt die Gelegenheit um sein Isländisch aufzufrischen und unterhält sich sehr angeregt mit dem Busfahrer.
      Nach 23 Uhr erreichen wir endlich unser Edda-Hotel in Akureyri. Man hat dort auf uns gewartet und ein tolles warmes und kaltes Buffet aufgebaut. Wir probieren Walfleisch, das wie Wild schmeckt. Kurz nach Mitternacht liegen wir im Bett. Ralf ist da schon in Sichtweite. Er hat 3 1/2 Stunden für die gleiche Strecke gebraucht. Der junge Isländer hatte ihm Dichtungsmaterial besorgt, so konnte er knapp 20 km weiterfahren - dann aber musste er auf den Werkstattwagen warten.
      Bilder
      • Boot2.jpg

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      • Bus.jpg

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    • Hallo Fixstern ,
      du hattest superschönes Wetter bei Stykkisholmur und deswegen sooo schöne Farben ...
      2009 fuhren wir auch zu den Westfjorden , allerdings Ende Mai . Da waren die Küstenseeschwalben noch ganz friedlich , griffen uns nicht an . Wahrscheinlich begannen sie erst mit dem Brüten ...Vigur konnte man da auch noch nicht anfahren - kein Schiff war da ( Vorsaison ). Aber den so beeindruckenden Dyunyangi Wasserfall haben wir auch bestiegen ! Blöd war das mit eurer Panne --- aber auf der Strecke mussten wir (2 Frauen ) auch in der absoluten Einsamkeit einen Reifen wechseln , (leider mussten wir ab da mit einem Notrad unsere ganze Reise fortsetzen - was aber funktionierte) ! Ein Laster düste vorbei , hielt aber nicht ! ?( Sonst kam da höchstens mal alle Stunde ein Auto vorbei !
      Island ist wirklich klasse ...( manchmal auch spannend )
      Reisen 2002 - 2012 mit MS NORDSTJERNEN , MS LOFOTEN , MS FINNMARKEN :)
    • Dienstag, 19. Juni 2012

      6 Uhr klingelt der Wecker und wir sind die 1. beim Frühstück. Juchhu - der Blitz-Bus steht vor dem Hotel. Die beiden Ersatzbusfahrer verlassen uns nach dem Frühstück. Ralf bringt uns nach Dalvik. Dort wartet bereits ein kleines Fischerboot
      auf uns.

      Einige müssen sich in teddygefütterte Overalls quetschen, andere ziehen Regenmäntel über ihre Regenjacken an. Wir haben
      unsere Regenhosen angezogen. Da kann man auch auf nassen Bänken sitzen. Außerdem weicht dann die Jeans nicht auf. Auch bei Nieselregen wird es nach Stunden unangenehm. Wir verlassen die Bucht und halten nach Walen Ausschau. Wir sehen Weißmauldelfine und Hafenschweinswale. Aber keinen Buckelwal und immer nur die Rückenflossen aus großer Entfernung. Aber macht nichts. Die Fahrt ist sehr schön. Es gibt Kakao und Kekse, und dann dürfen wir mit Blinker angeln: Schellfisch, Dorsch, Seewolf (oder Steinbeißer) beißen an. Holger erschlägt einen Fisch mit dem Blinker, einer beißt an. Mir tun die Viecher leid. Sie werden gleich an Bord filetiert - sehr zur Freude der Möwen. 5000 IKR (33€) kostet das Vergnügen pro Person, meiner Ansicht nach voll in Ordnung.
      Video: Die_etwas_andere_Walsafari
      Im Hotel haben wir etwas Zeit, um die 3. Lage auszuziehen (lange Unterhose muss jetzt nicht sein), dann geht die Fahrt weiter.

      1. Stopp ist der Goðafoss, "leider" nieselt es etwas - das macht die Bilder spannender. Ein sehr schöner Wasserfall, durch einen Felsen geteilt. Der Sage nach wurden hier die heidnischen Götterbilder versenkt, nachdem man den Übertritt zum Christentum beschlossen hatte.

      Nach kurzer Pause geht die Fahrt zum Myvatn. Hier schauen wir uns die Pseudokrater an und den schönen See.

      Dann geht es zum Solfatarenfeld von Námaskarð. Hier blubbbert und zischt und stinkt es an allen Ecken. Der Schwefelgeruch
      ist nicht sehr angenehm, manche laufen nur mit Taschentuch vor Mund und Nase. Vielleicht hat Heuschnupfen auch Vorteile?

      Von hier ist es nur ein Katzensprung zum Geo-Thermalbad Jardbödin. Eintritt einschließlich der Leihhandtücher ist bezahlt, also rein ins Badevergnügen. Wir haben Temperaturen von 5° C und Nieselregen! Es kostet Überwindung im nassen Badeanzug nach draußen zu gehen. Aber dann taucht man ins Wasser und seufzt wohlig auf. Wie schön warm, wie weich das Wasser ist! Man probiert die unterschiedlichen Temperaturbereiche aus, schwimmt etwas, setzt sich am Rand auf die glatten Felsen, immer
      schön bis zum Hals im Wasser! Nur zur Abkühlung stellt man sich mal hin um gleich wieder ins warme Wasser zu sinken. Im Nu ist die Stunde um. Ich kann die Isländer und ihre Liebe zum Bad verstehen .

      Durch unseren 2-stündigen Aufenthalt im Bad und den (für heute) ungeplanten Goðafoss verschiebt sich unser Abendessen auf 21 Uhr. Mein Magen knurrt wie ein ausgehungerter Wolf.

      22:30 Uhr ziehen wir dann endlich Richtung Schlafstatt. Ein schöner, aber auch anstrengender Tag liegt hinter uns.

      Video: Island_Rundreise_Teil4
    • Ich bin einfach nur begeistert: - von Island, der grandiosen Natur; :love: - eurem überwiegend tollen Wetter; :thumbup: - deinem wunderbaren Reisebericht; :thumbsup: - und am allermeisten von deinen wirklich einmaligen Fotos:ok: und Videos :thank_you:

      Nein, ich war noch nicht dort und es hat mich irgendwie bisher auch nicht gereizt, aber jetzt......wieder ein Reiseziel mehr auf meiner Traumliste :heart:

      Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!!!!
      liebe Grüße Renate :gr-blume:
    • Liebe FIXStern!

      Habe erst heute deinen Bericht entdeckt und bin hellauf begeistert! :8o: Was für eine erlebnisreiche Reise! Bericht, Bilder und Filme sind eine Wucht und Landschaft, Tier- und Pflanzenwelt Islands einfach nur herrlich. Das macht den Mund wässerig, so eine Reise einmal selbst zu wagen. Schönen Dank, dass du uns daran teilhaben lässt! :good3: Bin sehr gespannt, wie es weiter geht und hoffe, dass euer Bus nicht noch einmal schlapp gemacht hat. Die Aufregung, ob und wie es weiter geht, war sicherlich ein wenig nervenaufreibend. Oder seid ihr cool geblieben?

      Bis bald, Ulli
    • Butenbörkumer schrieb:

      Die Aufregung, ob und wie es weiter geht, war sicherlich ein wenig nervenaufreibend. Oder seid ihr cool geblieben?
      Natürlich war das leicht beunruhigend. Aber zum einen kennen wir den Veranstalter und den Busfahrer schon lange und wissen, dass dort immer nach der beste Lösung für uns Reisenden gesucht wird. Und erstaunlicherweise hat niemand in dem Bus gejammert, gemault oder sonst die Stimmung verdorben. Im Gegenteil! Wir sind in den Stunden zu einer Gruppe zusammen gewachsen.

      Angespornt durch die vielen positiven Bemerkungen muss ich jetzt natürlich auch zumindest den Island-Teil unserer Reise vor unserem Urlaub zu Ende bringen.

      Mittwoch, 20. Juni 2012

      Unser 12. Reisetag und unser letzter vollständiger Tag in Island. Denn schon morgen früh müssen wir auf die Fähre.

      Frühstück gibt es schon wieder ab 6:30 Uhr. Das nutzen wir, um alles in Ruhe erledigen zu können.
      Heute stehen auf dem Programm: die versteinerten Muschelablagerungen nördlich von Husavik, das Naturdenkmal Asbyrgi (Fußabdruck von Odins 8-beinigem Pferd) und der größte Wasserfall Europas, der Dettifoss. Übernachten werden wir in Egilstadir.

      Zuerst einmal haben wir ein hervorragendes Frühstück, besonders deshalb, weil wir Zeit haben und nicht alle gleichzeitig zum Buffet hetzen.

      Gepackt ist schnell und so haben wir noch 15 Minuten für den Botanischen Garten. Das reicht zwar nur für eine Minirunde, zeigt uns aber, wie viel sich in den 6 Jahren dort getan hat. Ich bin jedenfalls begeistert und filme fleißig.

      Unsere Fahrt führt uns wieder Richtung Myvatn. Dann schwenken wir aber nach Norden ab nach Husavik. Hier können wir sehen, dass sich der Walewatching-Rummel potentiert hat. Gut, dass wir in Dalvik waren! Vom Bus aus erhaschen wir tatsächlich einen Blick auf einen Wal. Da ich ihn mit bloßem Auge erkennen konnte, war er sicherlich recht groß, evtl. also ein Buckelwal.

      Die versteinerten Muscheln können wir uns nicht mehr anschauen. Der Bauer macht wohl Stress, wenn man (mit großem Reisebus ?) über sein Land fährt. So genießen wir einen Fotostopp an einem Rastplatz oberhalb der Klippen (Skjalfandi). Auch sehr schön.

      In Asbyrgi wandern wir wieder die uns schon bekannte Strecke - sie ist nur erheblich geschrumpft! Es ist heute sehr sonnig, es geht hier kein Wind und so nerven die Fliegen. Mir gefällt es wieder gut, durch diesen lichten Birkenwald zu spazieren. Auf dem See schwimmen Nordamerikanische Pfeifenten, überall wächst Heidelbeere (z.Zt. in Blüte).

      Am Bus halte ich einen Vortrag über die Vorzüge reiner Wolle. Das ewige Genöle "Wolle kratzt" geht mir heute wohl besonders auf die Nerven. Eigentlich kann ja jeder sein "Plastik"fleece anziehen, wie er will. Aber manche jammerten seit Tagen über die Kälte (s. Walsafari), freuten sich, dass es dort schafwollgefütterte Overalls gab und mault dann, dass Wolle kratzt!

      Jetzt geht es zum Dettifoss, dem größten Wasserfall Europas. Er liegt mitten in einer Geröll-/Steinwüste. Der Gletscherfluss hat sich eine tiefe Schlucht gegraben. Von Weitem schon sehen wir die Gicht wie eine Rauchwolke aufsteigen. Der Parkplatz ist ziemlich voll - mind. 3 weitere Busse und PKW. Da die Suppe noch nicht heiß ist, besuchen wir zuerst den Wasserfall. Es geht über große, schlecht begehbare (weil unregelmäßige) Steinstufen nach unten. Unterwegs bietet sich immer wieder eine großartige Aussicht. Zwischen den Steinen sind überall blühende Blumenpolster. Wunderschön! Wir können über die Felsen ganz nah bis an die Wasserkante heran. Wirklich beeindruckend. Leider müssen wir den ganzen Weg auch wieder bergauf. Ich bin viel zu warm angezogen für die starke Sonne und so läuft mir der Schweiß, was den lästigen Fliegenschwärmen sehr gut gefällt.

      Da die Suppe immer noch nicht heiß ist, verlassen wir den Platz und fahren die Schotterpiste weiter bis zur Ringstraße. An einer Brücke über den Gletscherfluss machen wir nun Rast mit Erbsensuppe. Hier ist eine wunderbare Mondlandschaft - überall schwarzer Lavasand, dazwischen Steine. Auch hier behaupten sich die ersten Pflanzen. Wir können sehen, dass es ringsum
      Regenfälle gibt, stehen selbst aber im Sonnenschein.

      20 km von Egilstadir gibt es einen Fotostop an einem engen Flussbett. Hier hat man lt. Klaus Kiesewetter ein schwarzes Ungeheuer in Form eines Bootes im Fluss gesehen - ganz ehrlich. ;)

      Das Icelandair Hotel in Egilstadir liegt im Zentrum. Wir kaufen im Supermarkt Kekse und dicke Islandwolle (!), bevor wir runter zum Gletschersee spazieren. Hinter dem Hotel steht eine Islandstute mit Fohlen auf der Koppel. Am See finden wir ein stilles
      Plätzchen zum Abschiednehmen von Island. War das bis heute schon ein schöner Urlaub!

      Nach dem leckeren Abendessen fallen wir todmüde in die Betten . Die Nacht wird kurz.

      Video: Island Teil 5
    • Hallo Fixstern!

      Herzlichen Dank für den Bericht, die tollen Bilder und auch die Videos von Island - wunderbar getimt zum Anfüttern vor meiner Reise. Ich weiß jetzt schon, dass die 3 Tage, die wir uns als Nachschlag auf die Framreise noch gönnen, viel zu kurz sein werden. Besser hättest Du den Zeitpunkt für Deinen Bericht gar nicht wählen können!

      Das Video mit den tollen Impressionen vom Dettifoss erweckt in mir schöne, aber auch ein wenig mulmige Erinnerungen. Als wir 1994 vor allem zum Wandern in Island waren, sind wir oberhalb der Schlucht auf der rechten Flussseite sieben Stunden lang stromaufwärts zum Wasserfall gewandert, dort sollte uns der Bus wieder abholen. Beim Wasserfall standen wir plötzlich vor einer etwa 10 Meter hohen Felsmauer, an der ein gewöhnliches Seil herunterhing. Man kann diese Wand auf Deinem dritten Foto vom Wasserfall gut sehen. Der Bus stand oberhalb dieser Wand und es gab nur den Weg mit Seil hinauf oder die ganze Strecke wieder zurück, um am unteren Ende des Flusslaufes wieder aufgenommen zu werden. Natürlich sind wir da hoch geklettert, aber wohl war uns allen nicht. Als erste überwand unsere Gruppenleiterin die Höhe, dann haben wir die Rücksäcke hochziehen lassen und dann waren wir dran. Ich spüre heute noch den Pudding in meinen Knien beim Gedanken an diese Sache. Hätte ich gewusst, was mich am Ende unserer Wanderung erwartet, ich weiß nicht, ob ich bis ans Ende mitgegangen wäre!
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:

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    • Donnerstag, 21. Juni 2012

      5:30 Uhr sind wir auf den Beinen, 6 Uhr ist Frühstück, 7 Uhr Koffer verladen und Abfahrt. Die Sonne scheint vom fast wolkenlosen Himmel. Die Fahrt über die Berge nach Seydisfjordur ist wunderschön. Wir haben heute eine tolle Fernsicht.

      In Seydisfjördur ist der Bär los: Busse, Wohnmobile, Motorräder, PKW. Alles strömt zur Fähre. Das Einschiffen ist völlig entspannt - anders als bei der ColorLine . Die Kabinen sind noch nicht fertig. So warten wir auf Deck 5 in der Cafeteria. Wir haben 6102, weit vorne. Schnell stellen wir das Gepäck ab und gehen gleich aufs Sonnendeck. Hier nehmen wir bis zur Abfahrt
      ein Sonnenbad. Mit Fahrtwind wird es dann kühl und wir packen uns schön warm ein und wandern wieder kreuz und quer über Deck.

      Irgendwann landen wir am Heck. So merken wir zu spät, dass wir in eine Nebelbank fahren. Schwupp! Nichts mehr zu sehen! Ok, gehen wir Kaffee trinken und Stricken.


      Nachmittags legen wir uns etwas in die Koje - die Nacht wird kurz.

      Abendessen ist schon um 17:30 Uhr, so dass wir früh ins Bett kommen.


      Video: Island-Rundreise Teil 6
    • norwegenfan.123 schrieb:

      Hätte ich gewusst, was mich am Ende unserer Wanderung erwartet, ich weiß nicht, ob ich bis ans Ende mitgegangen wäre!
      Ich wäre garantiert nicht weitergegangen :!: :!:
      Du meinst doch nicht die Steilwand auf der gegenüberliegenden Seite, auf der ein paar Personen erkennbar sind?
      Puh, für euren Kurztripp wünsche ich Euch schon mal viel Spaß! Da muss man sich, alleine wegen der Entfernungen, doch etwas einschränken :D

      Hanna schrieb:

      ihr wolltet ja Island sehen, oder?
      Ja Hanna, mein Vortrag war völlig überflüssig. Ich sollte mich da wohl nicht so reinsteigern.

      Aber weiter geht's mit dem Bericht:

      Freitag, 22. Juni 2012

      1 Uhr stehen wir auf, 2 Uhr müssen wir die Kabine verlassen, 2:30 sind wir in Torshavn. Auch das Ausschiffen geht wieder einfach und schnell. Der Bus ist schon nach wenigen Minuten da. Wir machen nun eine gemütliche Stadtrundfahrt. Klaus Kiesewetter hat hier eindeutig Heimvorteil. Er ist mit 18 Jahren hierher ausgewandert (natürlich der Liebe wegen) und kennt hier jeden Stein. Kaffeepause gibt es am Haus des Nordens, dem Kulturzentrum der Stadt. Dann fahren wir ins Hotel und warten in der Lobby auf Frühstück. Viele schlafen laut schnarchend. Wir nutzen die Zeit, um Mails zu schreiben.


      Nach dem guten Frühstück (7:30 bis 9 Uhr) fahren wir nach Kirkjubour, dem alten Bischofssitz. Leider können wir das Museum nicht besichtigen (warum auch immer). Dafür erklärt uns H. Kiesewetter das Kircheninnere der Olafskirche und der
      Kathedrale, zeigt die Höhle, in der Sverre (König von Norwegen) von seiner Mutter als Kind versteckt worden sein soll und lässt Zeit zum Fotografieren.




      Dann fahren wir an eine Küstenstraße und wir können etwas spazieren, was uns alle etwas wach werden lässt.


      Zurück in Torshavn besuchen wir ein großes Einkaufszentrum. Wir essen Hamburger und kaufen eine CD von einer färingischen Sängerin (Eivör).

      Die Insel gefällt uns wieder sehr gut. Nachmittags beziehen wir die Zimmer und holen etwas Schlaf nach.

      Nach dem Abendessen hält Klaus Kiesewetter einen schönen informativen Diavortrag über die Färöer. Schön, wie dieser Mann erzählen kann.


      Video: Färöer - Teil 1
    • Klasse Bilder von Island , Danke !
      Auch das Video der Abfahrt ist zum träumen :rolleyes: ... es ist schon um einiges besser , sich dieser Insel vom Meer her zu nähern , als mit dem Flugzeug ( obwohl ich von oben auch einiges bestaunen konnte ...). Aber wenn man eine Woche oder auch bisschen länger dort sein will , kostet diese Anreise noch extra Zeit - deswegen war es bei uns der Flieger ! ;(
      Aber über den Faröern war super Wetter und ich freute mich auch sehr , diese grünen Inseln von oben erstmals zu sehen ...
      Reisen 2002 - 2012 mit MS NORDSTJERNEN , MS LOFOTEN , MS FINNMARKEN :)
    • Samstag, 23. Juni 2012

      Die Aussicht ist heute früh trübe - dichter Nebel verhindert den Blick auf die Stadt. Um 7 Uhr frühstücken wir erstmal ausgiebig. Dann machen wir uns fertig und bummeln etwas den Fußweg in Richtung Stadt. Von Hunden werden wir höflich angebellt. Nach getaner Arbeit verziehen sie sich.

      Um 9:30 fahren wir los. Die Insel gefällt mir wieder sehr gut. Unterwegs gibt es einen Fotostopp mit Aussicht auf die Insel Koltur.

      In Vestmanna werden wir auf 2 Boote verteilt und los geht's.

      Inzwischen scheint die Sonne und das Meer ist glatt wie ein Ententeich. Wunderbar! Die zweistündige Fahrt entlang der Vogelfelsen ist schnell vorbei. Wir fahren auch im Slalom durch die Höhlen. Einfach großartig. Die Dreizehenmöwe, der Eissturmvogel und Papageitaucher brüten hier in zum Teil großen
      Kolonien. Vom Boot aus ist es aber nahezu unmöglich, einen Vogel zu filmen. Egal, die Fahrt macht Spaß.



      Nach kurzer Pause bringt uns der Bus über eine Brücke auf die Insel Eysteroy. Bei Eidi gibt es wieder eine Pause und Würstchen. Hier können wir "Riese und das Weib", zwei Steinsäulen bewundern. Natürlich gibt es wieder eine Legende: Die beiden sind von den Isländern beauftragt, die Färöer-Inseln mit einem Seil zusammenbinden und nach Island bringen. Das Unternehmen gestaltet sich als sehr schwierig und die beiden werden vom Sonnenlicht überrascht und versteinert.

      In Gjógv sehen wir uns den Naturhafen an, spazieren etwas rum und schon geht es weiter. Ich hatte diesen Ort viel viel schöner und ruhiger in Erinnerung.

      Über Funningur fahren wir nun wieder zurück zum Hotel, welches wir um 17 Uhr erreich 18 Uhr Abendessen, 19 Uhr lustiger Vortrag von Klaus Kiesewetter über Eisbären. 20 Uhr verschwinden wir im Zimmer zum üblichen Prozedere wie Daten sichern, Tagebuch schreiben etc.
      Es war wieder ein toller Tag.

      Video: Färöer Teil 2 Vestmanna

      Video: Färöer Teil 3 Gjogv
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