Norwegische Brückengeschichte(n)

    • Die Golfspieler waren schuld...

      BRITANNICUS schrieb:

      ganz eingebrochen ist die Skjeggestad bru auf der E18 bei Holmestrand nicht, aber eingeknickt schon


      OK, nicht selbst, aber die Bauarbeiten für den Golfplatz bei der Anfang Februar eingeknickten und inzwischen abgebrochenen Skjeggestad bru an der E18. Diese hätten negativ auf die Bodenstabilität eingewirkt und so letztlich das Unglück verursacht, so das Ergebnis der Untersuchungen. Bislang haben die Arbeiten an der Brücke zwischen 30 und 40 Millionen Kronen verschlungen. Mit der Fertigstellung der Reparatur- und Neubauarbeiten rechnet Statens vegvesen im Sommer 2016. Ein bisschen Erleichterung soll es aber schon zu den diesjährigen Sommerferien geben: Dann soll die unbeschädigt gebliebene Brücke der nordgehenden Fahrbahn in beiden Richtungen für den Verkehr freigegeben werden, nachdem auch an ihr umfangreiche Stabilisierungsarbeiten durchgeführt worden sind.
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
    • Aus für ein ikonisches Bauwerk?

      Dass die alte Brücke über Karmsundet südlich von Haugesund längst an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen ist und einfach nicht mehr den modernen Verkehrsanforderungen entspricht (für Kraftfahrzeuge auf 4m begrenzte Durchfahrtshöhe, keine Fußgänger- und Radwege, keine Möglichkeit, den öffentlichen Nahverkehr zu bevorzugen) ist ja schon länger bekannt, weshalb Statens vegvesen schon länger eine neue Brücke plant und im Oktober Entwürfe für dieses Ersatzbauwerk vorgestellt hat. Bislang war in allen Studien auch der Fortbestand der alten Brücke vorgesehen - doch nun hat die Straßenbaubehörde die Katze aus dem Sack gelassen: Die alte Karmsundbrücke könnte abgerissen werden! =O Das stößt vor Ort auf massiven Widerspruch, auch von Seiten der örtlichen Denkmalschutzbehörde, die sich übergangen fühlt. :diablo: Der Gemeinde-Denkmalschützer von Karmøy, Lars Tveit, sieht zwar ebenfalls die Notwendigkeit einer neuen, dem heutigen Verkehrsaufkommen gerecht werdenden Brücke über den Sund, will aber die alte Brücke aufgrund ihrer ikonengleichen Bedeutung für die weitere Umgebung auf jeden Fall erhalten wissen. Das Problem ist aber, dass das 1955 erreichtete Bauwerk keinen Denkmalschutz genießt - 2008 hatte zwar die Möglichkeit dazu bestanden, doch hatte sich Riksantikvaren seinerzeit für die baugleiche Fredrikstadbrua über die Glomma entschieden...
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
    • Lupo schrieb:

      Was hat denn diese Brücke mit Hurtigruten zu tun?


      Nichts, warum fragst du? Deshalb stehen solche Beiträge ja auch in Norwegisches Allerlei.
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten im Profil)
    • In drei Jahren fertig

      In drei Jahren soll die neue Brücke über den Tana in Tana Bru fertig sein. Mit dem Baubeginn für die Hängebrücke, die mindestens 100 Jahre halten soll, wird noch für diesen Sommer gerechnet. Das Bauwerk, das Teil der E6 ist, soll gut 100m flussaufwärts von der alten Brücke liegen. Neben der Infrastrukturfunktion soll die neue Brücke auch ein Kunstwerk werden, denn die Pläne sehen eine programmierbare Effektbeleuchtung des Bauwerks vor. Dass der Bau vergleichsweise lange dauert, ist übrigens den klimatischen Bedingungen in Tana Bru geschuldet - bei den extrem kalten Wintern sind schlichtweg weder Beton- noch Stahlarbeiten möglich.
      Takk for oss

      BRITANNICUS :)
    • Sie hat es nicht nur geschafft, sondern hatte auch optimales Timing! Super Wetter, und den Schleppverband konnte ich auf dem Weg zur Arbeit sehen. Ein hinreichender Grund, den besonders Montags unliebsamen Arbeitsbeginn etwas zu verschieben.



      Die Farbgebung des Schleppers und der Barge harmonierte mit der eines anderen Schiffes, dass gerade zur gleichen Zeit einlief, und sich gut als Aussichtsplattform für die weiteren Bilder und Videos eignete..







      Die Barge bleibt bis Freitag am Industriekai, dort werden die Hydraulikpressen vorbereitet, und der Zoll wird wohl wie üblich prüfen, ob nicht aus Versehen eine Kiste Bier in den Werkzeugcontainern vergessen wurde. Die Montage der Brücke in Elvenes findet dann am Sonnabend statt.
    • Insbesondere die Einwohner von Elvenes hatten lange auf diesen Tag gewartet, durch die Brücke entfällt der Durchgangsverkehr. Eigentlich sollte sie schon vor einem Jahr fertiggestellt sein, es gab aber Querelen bei der Ausschreibung.

      Das Einsetzen der Brücke dauerte etwa 4 Stunden, hier die Kurzversion:




      Die dunkelgrauen Stahlstreben sind nur eine Art Transportsicherung um ein Verwinden der Brücke zu vermeiden. Nach Aufbringen der Fahrbahndecke werden sie entfernt.

      Die Barge wurde mit Stahlseilen von 3 Seiten fest verankert. Die Brücke stand auf Schwerlastmodulen mit denen die Position und Richtung exakt ausgerichtet werden konnte. Die Brücke wurde bei Flut etwa einen Meter über den Pfeilern positioniert und nur durch das ablaufende Wasser bei Ebbe abgesenkt.
      Und wie üblich gab es bei den Ingenieuren die Spannung , ob man richtig gemessen hat oder die nächsten Wochen mit dem Schreiben von Bewerbungen verbringen muss..









      Die Brücke bildet den Abschluss des etwa 10 jährigen Ausbaus der Europastrasse E105 auf dem Abschnitt Kirkenes - Murmansk. Die Fahrzeit nach Murmansk verkürzt sich auf etwa 3 Stunden im Sommer, so lange es keine Staus bei der Abfertigung an der Grenzstation Storskog gibt. Der Ausbau der Grenzstation wird hier seit langem gefordert, Oslo bremst aber.

      Die E105 beginnt in Kirkenes (genau: Hesseng), der norwegische Teil ist nur 15 km lang. Insgesamt ist sie 4620 km lang und führt über Murmansk, Petrozavodsk, St. Petersburg, Moskau, Belgorod bis nach Jalta. Der Grenzverkehr hatte nach dem Krimkonflikt etwas nachgelassen, hat sich aber inzwischen wieder erholt, hauptsächlich da der Rubel wieder gestiegen ist.

      Wer den Ausflug 7B: Kirkenes - Flussfahrt zur russischen Grenze unternimmt, fährt unter der neuen und alten Brücke durch, die alte Brücke bleibt bestehen.
      Die Inbetriebnahme ist für Anfang September geplant. Der nächste Brückenbau ist dann der Ersatz der Tanabru auf der E6 zwischen Kirkenes und Alta.