Midnatsol vom 09.Mai 2012 bis 15.Mai 2012

    • 2012
    • B-K
    • Midnatsol vom 09.Mai 2012 bis 15.Mai 2012

      Hallo Hurtigrutler und die, die es werden wollen.

      Ich war mir meiner Frau das erste mal auf dem langersehnten
      Hurtigruten-Trip. Ich kann gar nicht oft genug zurückdenken. Es war
      einfach super und die Bilder mit den dazugehörigen Erlebnissen und
      Eindrücken werden wir nie mehr vergessen. Ich habe mich in die Reise
      verliebt. Eins kann ich mit Bestimmtheit sagen, wir waren nicht zum
      letzten mal dort.

      Los gings am 07.05.12 23.57 Uhr vom Hbf Nbg. nach MUC. Am 08.05. ab mit
      dem Flieger nach Oslo. Hier verbrachten wir eine Nacht. Vorher haben wir
      beide einen kurzweiligen Spaziergang im Hafen von Oslo unternommen.
      Vorher gings zum Palast von König Harald und zum Rathaus. Am 09.05.
      fuhren wir mit der Bergen Bahn nach Bergen und nach Ankunft wurden wir
      mit dem Bus abgeholt und zur Midnatsol gebracht. Die Zugfahrt mit der BB
      war einmalig. Innerhalb von 7,5 Stunden haben wir ca. 2400(!!!! rauf
      und runter) Höhenmeter zurückgelegt und mehrere Vegetationszonen
      durchfahren. Von aufspringenden Blätterknospen bis starken Schneefall
      haben wir alles erlebt.

      Die Abfahrt mit der Midnatsol bei aufgelockerter Bewölkung war schon ein
      Erlebnis. Das Panorama an den Inseln entlang bis in den späten Abend
      hinein hat mich auf Deck 9 festgehalten. Einfach herrlich.

      Am Tag darauf machten wir uns mit der Midnatsol auf in den
      Geirangerfjord . Die Einfahrt nach Alesund , die Weiterfahrt in den immer
      enger werdenden Fjord und der Anblick der steil aufragenden Felswände
      waren überwältigend. Die Ausschiffung bei Geiranger und die Fahrt mit
      dem Bus zur Adlerstrasse mit einem phänomenalen Ausblick bei super
      Sonnenschein waren der nächste Höhepunkt des Tages. Die Rückfahrt mit
      dem Bus nach Alesund war dank der deutschen Reiseleitung sehr informativ
      und abwechslungsreich. Der Blick dann abschließend vom Aussichtsberg in
      Alesund auf die abfahrende MS Deutschland war schon was besonderes.
      Abends, nachdem wir Molde verlassen hatten, konnten wir schneebedeckte
      Berge und einen wunderschönen Abendhimmel nebst Sonnenuntergang erleben.

      Der nächste Tag mit dem Ausflug nach Trondheim war von leichtem Regen
      begleitet. War aber nicht tragisch. Kalt war es halt. Der Nidaros Dom
      ist doch sehr sehenswert. Die Weiterfahrt mit der Midnatsol war
      begleitet von kurzen sonnigen Abschnitten und auch trübem Wetter. Abend
      lockerte es wieder auf. Zu sehen waren viiiiiiiieeeeele Inseln, sehr
      enge Durchfahrten durch die Inseln, Leuchttürme wo man sie nie vermutet
      hätte und eine Menge Wind. Auf Deck 6 Richtung Bug war ein Aufenthalt
      nur mit Gewalt möglich. Tja, dann gings halt auch trotz Stabilisatoren
      ständig auf und ab. War für uns aber kein Problem.

      Die Fahrt zum Svartisen und vor allem die Rückfahrt zur Midnatsol nach
      Bodö waren die Höhepunkte des nächsten Tages. Mitten auf Strecke wurden
      wir alle dem Katamaran-Schnellboot übergeben und fuhren doch bei etwas
      rauhem Seegang zum Gletscher. Dieser ist im Lauf der Jahre doch ziemlich
      abgeschmolzen. War trotzdem ein schöner Anblick. Der Aufenthalt dort
      war relativ kurz (1Std. ca.) Kaffe, Tee und Kuchen (sehr lecker)
      stärkten uns dann für die Weiterfahrt mit dem Katamaran. 3 Stunden an
      den Inseln und der Küste entlang waren für uns das Highlight. Dann der
      sich aufklarende und stahlblaue Himmel. Dieser Ausflug und vor allem die
      Aufholjagd nach Bodö zur Midnatsol war echt der Hammer. Würde ich
      nochmal machen. Zurück auf der Midnatsol erlebten wir noch Sonnenschein,
      mehr oder weniger Wolken und eine Menge Schneeschauer. Also von allem
      etwas. Den Abschuss lieferte aber ein großer Rettungshubschrauber, der
      plötzlich im Tiefflug knapp an der Midnatsol vorbeigedonnert ist. Gab
      ein paar super Fotos.

      Abends ging es dann rüber zu den Lofoten, die aber in den Wolken nur
      schwer zu erkennen waren. Leider war wegen des starken Windes keine
      Fahrt in den Trollfjord möglich. Macht aber nix. Mittlerweile ging die
      Sonne nur noch kurz unter, so dass es nachts nicht mehr richtig dunkel
      geworden ist. Dieser Teil der Reise von den Lofoten über die Vesteralen
      nach Tromsö und weiter bis Richtung Nordkap ist der schönste Teil
      überhaupt. Die Wolken sind immer weniger geworden. Die Sonne hat
      geleuchtet was sie hergeben konnte. Und die Berge, einer nach den
      anderen in tiefem Schnee gehüllt bis runter zur Wasserlinie. Einfach
      gigantisch. Sowas haben wir noch nie gesehen. Man könnte meinen, wir
      sind in diesem Moment in Alaska. Wir haben diesen Tag genossen. Diese
      Panorama, diesen Anblick der wirklich rauhen Berge, schneeweiß und die
      Unendlichkeit. Nicht zu toppen. Fahrt wenn Ihr könnt im Mai zum
      Frühlingserwachen. Hier war noch kein Frühling. Es war zwar kalt, aber
      das war uns egal. Wir konnten uns einfach nicht satt sehen. Der Ausflug
      nach Tromsö war zwar zum größten Teil mit dem Bus unternommen, aber doch
      interessant. Die Eismeerkathedrale war wirklich eine der schönsten
      Kirchen, die ich je gehen habe. Nicht mit Gold und Schnickschnack wie
      bei uns in Bayern. Sondern modern, hell und klar. Auch die Ausstellung
      polaria war sehr interessant, vor allem die Königskrabben haben es mir
      angetan. Dazu aber später. Die Weiterfahrt war dann Romantik pur. Der
      Abschied von Tromsö , wieder die schneebedeckten Berge und das Licht der
      (nicht mehr) untergehenden Sonne. So geheimnisvoll und traumhaft schön.
      Und zur Krönung ein Sonnenuntergang, der sich gewaschen hat. Die Sonne
      wollte einfach nicht mehr untergehen. Sie kratzte den Horizont förmlich
      und ist nur zur Hälfte verschwunden. Einfach genial. Dann waren wir doch zu müde zum Weitermachen,
      wir gingen ins Bett. Wir wollten ja fit sein für den Ausflug zum
      Nordkap am nächsten Tag.

      Der erste Blick fiel früh am Morgen auf Hammerfest und die
      Gasabfackelungsanlage. Irgendwann gings dann nach dem Anlegen in
      Honningsvag zu den Bussen. Und dann zum Nordkap. Das Wetter war
      akzeptabel. Anfangs etwas Sonne, dann nur noch Wolken. Das am Norkap ein
      Supermarkt ist, in dem viele Souvenirs angeboten werden ist ja
      eigentlich logisch. Es waren auch nur unsere 2 Busse da, sonst keine
      anderen Menschen, die da nicht reinpassten. Welch ein Glück.
      Vermeintliche Ruhe. Warnung!!! Hier könnten Sie sehr unfreundlichen
      Menschen begegnen, die, genauso wie wir, ein paar Fotos schießen möchten
      mit dem Erdglobus im Hintergrund. Nur haben manche Touris einfach keine
      Geduld, bis andere Touris mit dem Fotografieren fertig sind. Kurzum,
      hier kann es wirklich Ärger geben, wenn man sich nicht sofort nach 3
      Fotos in Luft auflöst. Kaum vorzustellen, wenn nicht nur 2 Busse sondern
      20 Busse nebst Inhalt anwesend sind. Mein Tipp, einfach cool bleiben
      und mit den Leuten reden. Dann regelt es sich alles von selbst, hoffe
      ich für Sie. Die anschließende Fahrt mit der Midnatsol plätscherte am
      letzten Tag vor des Ausschiffung so dahin. Graue Berge und Inseln,
      nichts besonderes halt.

      Dann die Anspannung am nächsten Tag. Wann ist Kirkenes in Sicht. Die
      Nacht vorher war sehr hell. Wen wunderts? Die Sonne ging ja nicht mehr
      unter. Aber in Kirkenes waren wir ja noch mal eine Nacht, weil kein
      Platz im Flugzeug mehr frei war. Hier ging plötzlich die Sonne in
      unserer letzten Nacht noch mal kurz unter. Tja, die Physik machts
      möglich. wir waren ja kurz vor Kirkenes wieder südlich gefahren. Das
      Hotel (Rica Arctic) war o.k. Zum Abschluß, und weil ich doch unbedingt
      die Königskrabben (KK) sehen wollte. Die Fahrt mit dem Speedboot zum
      KK-fischen raus aufs Meer. Das Speedboot war echt das Actionerlebnis zum
      Abschluss. Hat sich gelohnt. Die Krabben sind echt riesig und schmecken
      wirklich gut. Unser (Speed)-bootkapitän hat die Viecher mit einer Reuse
      gefangen/vorher geködert und raufgeholt. Dann wurde der Fang in einer
      (Restaurant)-hütte gekocht und dann verspeist. Bitte nicht falsch
      verstehen. Hier gibts von den Krabben Hunderttausende, die Weibchen
      werden nicht gegessen sondern zurück ins Meer geworfen. War auf jeden
      Fall sehr lecker.

      Meine Bemerkungen noch zum Drumherum an der ganzen Reise. Die Buchung, der Ablauf, der Service, die Zuverlässigkeit, die Verpflegung, die Sauberkeit,
      die Logistik, die Freundlichkeit des Personals, das Bemühen um die
      Passagiere waren perfekt. Ich habe mich an Bord der Midnatsol in keinen
      Moment unsicher gefühlt, kurzum wir haben uns pudelwohl gefühlt. Alles hat bestens geklappt, außer beim Rückflug 2x. Da
      kann aber Hurtigruten nichts dafür. Da war SAS dafür verantwortlich. Hat
      sich aber alles geklärt, das letztendlich die Reise für mich und meine
      Frau ein voller Erfolg war.

      Fazit: Wie meinte einst schon Bilbo Beutlin -- There and back again
      (Zitat aus Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien) - Will meinen - Hin und
      wieder zurück.

      Wir kommen wieder.

      2 die wiederkommen wollen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „SeppSelber“ ()

    • Hallo Hanna,

      vielen Dank für Deine Info. Mein Schwager, der schon 2 x "oben" war, hat uns auch den Tipp gegeben, erst abzuwarten und dann rauszugehen. Haben wir auch getan. Wir waren anscheinend trotzdem noch "zuviele".

      Viele Grüße aus Franken

      SeppSelber
    • Gerne! Ich hatte auch ein bisschen Glück, dass gute Sicht war, nur wir von der Vesteraalen dort waren und es für den dortigen Sommer kalt war. So habe ich nur einen kleinen Spaziergang auf dem Plateau gemacht und schon waren wir nicht mehr zu viele an der Kugel. Mir war auch die Natur wichtiger als die Halle und so war es kein Problem für mich, länger draußen zu sein, dann die panoramafenster vom Cafe bei einer heißen Schokolade zu genießen und die eigentliche Halle einschließlich Shop im Schnelldurchlauf anzuschauen. Die Assicht war so super, dass mir der Film nicht wichtig war. Wer auf alles Wert legt, muss das gründlicher einteilen. :S
    • SeppSelber schrieb:

      Wir kommen wieder.

      Da hat aber der Virus ganz kräftig zugeschlagen. Man liest ja aus jedem Wort Deines Berichtes die Begeisterung heraus! Beim Lesen dachte ich mir, vielleicht sollte ich doch einmal im Mai fahren - geht aber erst 2015, weil 2013 ist schon gebucht und 2014 reizt mich die Lofoten-Geburtstagsfahrt mehr. Ich war schon einmal im Mai auf den Lofoten und Vesteralen und hatte da vorwiegend traumhaftes Wetter bei noch relativ wenig Tourismus.

      Danke für diesen beeindruckenden Bericht, gedanklich war ich mit auf der Reise! Gibt es vielleicht auch ein paar Fotos?

      Noch zum Nordkapp: Wir haben erst alle anderen zum Globus laufen lassen und waren nur die letzten 20 Minuten dort. Da waren wir insgesamt nur mehr 5 Personen (von 5 Bussen!), weil alle anderen beim Film und im Shop waren. Wir haben uns beides erspart, weil es draußen so beeindruckend war. Ich würde es beim nächsten Mal wieder so machen!
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:
    • Im Winter, oder besser gesagt, wenn es etwas kühler ist, stehen die Chancen gut, wenn man warten kann :8o: . Die zum Globus eilende Touri-Truppe (selbst aus 6 Busladungen) will danach doch schnell wieder ins Warme. :thumbup: Und ich hatte 3 x das Vergnügen, mich an der Kugel "einsam" fühlen zu können.
      Im letzten Sommer war dies allerdings schon unmöglich, selbst wenn sich ein paar Hundert Touristen dort nach dem obligatorischen Foto wieder Richtung Nordkap-Halle oder zu den "Kinder der Welt" begeben haben. Dann muss man eben versuchen, auch dann noch dem Ganzen was Positives abzugewinnen, nämlich.... MAN WAR DA - AM NORDKAP !!! :girl-dance:
      Danke für den Bericht, hat Spaß gemacht zu lesen :imsohappy: und ... Willkommen im Club :dance3:
    • Danke für Deinen Bericht und Glückwunsch zur Hurtigruten-Infektion. ;)

      Am Nordkapp waren wir im April mit 3 Bussen. Als wir stoppten, sind wir sofort und schnell zur Kugel geflitzt (der Eisbär hat sich dabei leider lang gelegt) und hatten diese dann für wenige Momente für uns. Völlig umsonst diese Hetzerei, denn ca. eine halbe Stunde vor Abfahrt war an der Kugel nichts mehr los, so dass wir in Ruhe noch einige Fotos machen konnten.
      Liebe Grüße, Mia
    • Lieber SeppSelber!

      Kämpfe mich nach unserem Urlaub gerade durch die Beiträge von über drei Wochen und habe mich sehr gefreut, dass aus deinem Reisebericht die Begeisterung über eure erste Hurtigrutenreise so deutlich herauszuhören war. :8o: Schön, dass ihr eure Fahrt so sehr genossen habt und herzlich Willkommen im Club der Infizierten! ;) Nicht mehr lange und wir können uns unserem Virus auch wieder kampflos ergeben und werden das auch mit Wonne tun!

      LG von Ulli