FOREVER YOUNG - Abschiedslied für MS NORDSTJERNEN 11. bis 22.03.2012

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    • FOREVER YOUNG - Abschiedslied für MS NORDSTJERNEN 11. bis 22.03.2012

      Teil 1: Die Geschichte, eine Idee und ihre Verwirklichung

      Es war am 02.07.1893, als der Kapitän Richard With mit seinem Schiff D/S Vesterålen die erste Postschiffahrt startete und somit die Ära Hurtigruten gründete.
      ...aber das ist jetzt doch etwas zu weit hergeholt, oder?

      Am 26. Oktober 1955 erfolgte der Stapellauf der neuen MS Nordstjernen, am 1. März 1956 ging das Schiff auf Jungfernfahrt.
      …immer noch zu lange her? Na gut…

      55 Jahre später stehe ich mit meinem Mann an einem sonnigen Septembervormittag Nähe Havøysund auf dem Umlaufdeck der MS Kong Harald und erwarte die nach meinen sorgfältig geführten Unterlagen anstehende Schiffsbegegnung mit der südgehenden MS Nordstjernen.
      Noch nie zuvor hatte ich eines der "kleinen" Schiffe der Flotte live gesehen, kannte die Schiffe nur von Bildern und Fotos bzw. von Erahnungen bei Begegnungen in der Dunkelheit.
      Ob es der strahlend blaue Himmel an diesem Tag, das an uns vorbeiziehende schwarz-weiße Schiffchen mit roten Rettungsbooten, blauen Abdeckplanen und gelben Kränen, dazu viele Leute "bunte" Leute an Bord, war - sicher eine Mischung aus allem - wir wissen es nicht.



      Wir sahen uns an und es war in diesem Moment klar, dass die nächste Reise mit genau diesem "lustig bunten" Schiff stattfinden würde. Und das, wo wir uns garade erst nordgehend auf unserer Traumreise für Mutti befanden, noch nicht alles gesehen hatten und überhaupt: sollten wir nicht erst einmal diese Reise zuende bringen, alles sacken lassen und verarbeiten, Bilder und Filme sortieren und dann ganz langsam planen?

      OK, Gedanke verschoben... kurzzeitig...

      Als der Urlaubsplan 2012 erstellt wurde, kam die MS Nordstjernen wieder ins Bild, inzwischen war durchgesickert, dass es eine Wachablösung durch die MS Finnmarken geben sollte, viel Zeit blieb uns nicht mehr. Eine Winterfahrt sollte es auf jeden Fall werden, also plante ich schon mal 3 Wochen Urlaub für den März ein.
      Dann wurde der Fahrplan studiert und der 22. März als Reisetermin auserkoren. Ausreichend Kabinen waren noch verfügbar, also konnten wir noch in Ruhe durchplanen- und rechnen, An- und Abreise sowie Vor- und Nachprogramm organisieren.
      Mitten in diese Planungen kam die Nachricht, dass an unserem Wunschtag die MS Finnmarken die Tour der MS Nordstjernen übernimmt. Nicht, dass wir etwas gegen den Rückkehrer aus dem fernen Australien hätten, nein, wir wollten aber eben mit genau der MS Nordstjernen fahren.
      Also mussten wir neu planen. Sollten wir nun am 29.02. fahren und meinen Geburtstag an Bord feiern oder doch am 11.03. die letzte Reise miterleben?
      Beides hätte so seinen Reiz gehabt.

      Noch während ich an meinem Reisebericht vom September schrieb, wurden "Nägel mit Köpfen" gemacht um dann am Ende des Berichts mit der Neuigkeit zu überraschen "Bei der vielleicht (aber hoffentlich nicht) letzten Reise der MS Nordstjernen sind wir dabei"

      Eigentlich hätte ich es ja wissen müssen - ich hatte ja auch "Minutt for Minutt" gesehen - ich wusste, dass NRK wieder an Bord sein würde, ich hätte mir denken können, dass es eine besondere Reise werden würde. Aber ich freute mich auf die `siste reise`, ohne auch nur ansatzweise zu ahnen, was alles auf mich zukommen würde. Obwohl, anfangs sah es ja gar nicht danach aus.... aber dazu später.

      Als erste outete sich Clerence als potentielle Reisebegleiterin für die gesamte Tour. Schon entstanden die ersten Ideen für ein bisschen, wirklich nur ein bisschen Forenpräsenz, schließlich sollte sich die Gamle Dame an uns erinnern, wenn sie in Vorruhestand ging. Eine Fahne musste her, eine Tischflagge, T-Shirts.



      Später teilten uns dann Garry und Capricornaj mit, dass sie südgehend mit an Bord seien. Da waren wir schon vier Fories an Bord, mit arcticGetaway und Carina Hansen als Distanzreisende, sechs.

      Und dann kam Garry mit der Idee eines Grußbanners für die Grand Old Lady um die Ecke. Die Geschichte der Entstehung dieses Banners ist ja schon mal erzählt worden, nicht aber die Bedenken: können und dürfen wir das Banner überhaupt zeigen, haben wir Platz neben den anderen zu erwarteten Aktionen an Bord usw. Immer mit den Bildern von "Minutt for Minutt" im Kopf hätte ich nie im Leben gedacht, dass wir an Bord die einzigen sein werden, die eine Idee hatten oder irgendeine Aktion planen würden.

      So begann eine unglaubliche, legendäre Reise für mich, für unsere Truppe (gern auch Forever-Young-Gang oder ‚Die Glücklichen' genannt) und für unser Forum.
      LG Marion

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Muddi“ ()

    • Oh Mann, Muddi, Du setzt uns aber ganz schön unter Druck. Ich freue mich schon auf den Bericht der nordgehenden Tour, dann hoffentlich im Vergleich zur Liveberichterstattung mit ein paar Bildern. :o-thumbsup:
      Es grüßt Capricorn :hut:

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    • Oh, Muddi!

      So beginnt er nun also, dein Reisebericht von der letzten Fahrt der MS Nordstjernen und schon beim Lesen des ersten Teils weiß ich, das wird nicht ohne feuchte Augen abgehen. Wie du schon deine allererste Begegnung mit ihr beschreibst :girl_sigh: ! :heart: auf den ersten Blick halt! Freue mich schon sehr auf deine nächsten Erzählungen und wie du auf dieser ganz besonderen Fahrt empfunden hast!

      Liebe Grüße

      von Ulli
    • Teil 2: Anreise mit Hindernissen und ein fast ruiniertes Schiff - 09.03.2012

      Nachdem sich unsere Reisegruppe auf Grund beruflicher Veränderungen auf eine Person - also mich - verringert hatte , buchte ich die Fährüberfahrt Hirtshals-Bergen in einen Direktflug um. Ich wollte einfach nicht allen mit dem Auto bis Dänemark fahren.

      Obwohl mein Flug nach Bergen erst 15 Uhr starten sollte, setzte ich mich schon am zeitigen Morgen in den ICE nach Frankfurt. Sicher ist sicher, ich hatte mich schon öfters um Leute kümmern müssen, die in liegengebliebenen Zügen saßen und zum Flieger wollten.
      Ich kam natürlich pünktlich am Flughafen an.
      Aber schon gab es die erste Verzögerung. Der Zugang vom Fernbahnhof zu den Terminals war gesperrt, keine Info, was los war. Buljo hatte schon mal geschrieben, dass wohl ein herrenloses Gepäckstück schuld war, er kam noch durch, ich nicht mehr. Aber ich hatte mir ja genügend Vorlaufzeit geschaffen.
      Irgendwann ging es dann weiter und ich bediente erstmalig und erfolgreich so ein Selbstbedienungsterminal. Ich hab noch nicht so viel Flugerfahrung und war schon froh, als die Bordkarte nach wenigen Clicks aus dem Automaten kam, während am Nachbarterminal seit längerem verzweifelt versucht wurde, einen Personalausweis einzuscannen...
      Nun war ich auch im nu mein Gepäck los und konnte nur mit Rucksack entspannt durch den Duty free und zu meinem Gate schlendern.

      Der Sicherheitscheck lief diesmal ohne Probleme , seit meiner Dummheit in Düsseldorf

      Muddi schrieb:

      ganz unten im Rucksack steckte unsere Waschtasche, die wir im Hotel noch benutzt hatten. Die hatte ich, offenbar in einem Zustand geistiger Inkontinenz da reingesteckt. Ausgerechnet mir musste sowas passieren, mein Kopf nahm schnell die Farbe meines Shirts an. Da ich nicht die Nerven hatte, nochmal zum Check zu gehen, verschwanden eine Flasche Mundwasser und ein Deo im Nirvana des Flughafens.
      hatte ich gr0ßen Respekt vor dieser Einrichtung

      Mit Lesen, einem Snack und ein bisschen Internet vertrieb ich mir die Zeit bis zum Abflug.
      Ein Bus brachte uns zum Flugzeug, das ganz weit hinten draußen am Rande des Flughafens auf uns wartete. Im Bus konnte ich schon ein paar Hurtigruten-Reisende ausmachen, die aber heute abend schon auf die MS Finnmarken wollten. Dabei natürlich auch der allwissende, vielgereiste Hurtigruten-Kenner, der im Schnelldurchlauf dem Neuling sein geballtes Wissen vermitteln wollte, das so laut, dass der gesamte Bus was davon hatte. Da gab es auch so manche Informationen, die mir ein "allwissendes" Lächeln entlockten.
      Nach gefühlten Stunden kamen wir am Flugzeug an - ach war das niedlich, 70 Personen Fassungsvermögen - Lufthansa Cityline flog uns mit einer Bombardier..irgendwas ..



      nach Bergen .
      Witzig das Innenleben des Fliegers, Ledersitze in einem Design der 90-er Jahre und ziemlich abgenutzt, für mich die richtige Einstimmung auf das Schiff, das mich die nächsten knapp zwei Wochen beherbergen würde.

      Bei Sonnenschein flogen wit in Frankfurt los, bei einem schönen Sonnenuntergang erreichten wir Bergen . Sonnenuntergang über den Wolken, darunter unfreundliches Schmuddelwetter - Bergen eben.





      Mit dem Flybussen musste ich bis zum Festplassen fahren und dann noch 10 min laufen. Stimmt auch so, nur war es inzwischen so dunkel geworden, es regnete und ich hatte trotz Anreiseplan plötzlich keine Ahnung, wo ich war und in welche Richtung ich sollte. Also schnappte ich mir kurzerhand ein Taxi, das mich - scheinbar mit includierter Stadtrundfahrt - duch unendlich viele Einbahnstrassen zum Ziel brachte. Für den Preis hätte ich wohl gleich ein Taxi vom Flughafen nehmen können, wäre kaum teurer gewesen.

      Das B&B welches ich mir ausgesucht hatte, bzw. einen Tipp hier aus dem Forum befolgt hatte, hat mich positiv überrascht. Ein süßes kleines Künstler - Häuschen, ganz liebevoll eingerichtet.



      Die Inhaberin - ich hätte sie für eine Sängerin, Schauspielerin oder Malerin gehalten - ist Schriftstellerin. Sie schreibt Geschichten und Drehbücher für das Theater und fürs Fernsehen. Nebenbei malt sie auch, aber nur ihr Haus. Bevorzugte Farben: alle blau-grün - Töne, kombiniert mit pink. Das alles so passend, mit Liebe zum Detail dekoriert, ich fand es einfach bezaubernd.
      Das Gästezimmer ist hübsch, mit ausziehbarer Couch, einem kleinen Tisch und zwei Stühlen, dazu Fernseher und Wasserkocher incl. Zubehör für Kaffee, Tee usw.
      Zum Übernachten ok, als Urlaubsquartier zu klein. Für mich war es ideal, da ich ohnehin nur zum schlafen hier sein würde.



      Freundliche Begrüßung, kurze organisatorische Absprachen und eine Testphase der Schlafcouch, so sah die nächste Stunde aus.
      Aber ich hatte ja noch eine Mission. Am Hurtigrutenterminal, nur wenige Meter Luftlinie entfernt, lag die MS Finnmarhen, ich hatte sie schon im Vorbeifahren gesehen und wollte unbedingt noch heute abend dorthin.

      Leider bestanden die wenigen Meter Luftlinie weitgehend aus Wasser, so dass ich einen Umweg am Fernsehsender TV2 und einer Baustelle entlang um das Hafenbecken herum gehen musste. Später habe ich dann feststellen können, dass dieser Weg auch mit Gepäck keine große Hürde ist (und wenn ich das schon feststelle, ist es wirklich so :mosking: )


      Die MS Finnmarken empfing mich strahlend beleuchtet, aber auch unerträglich warm, dazu war eine unglaubliche Hektik zu spüren, naja es war Anreisetag, da laufen meist alle wie die aufgescheuchten Hühner umher. Mal sehen, ob ich irgendwo Buljo treffe, ein paar dezente forenspezifische Details hatte ich ja an meiner Kleidung.
      Erster Anlaufpunkt: Panoramasalon (ich habe ihn doch tatsächlich aus alter Gewohnheit auf deck 7 vermutet). Der Salon gefällt mir, er war voller Menschen (also nicht deswegen :dash: ) weil gleich die deutschsprachige Infoveranstaltung stattfinden sollte. Etwas abseits saß Reiseleiter Peter Jensen und wartete auf die Crew, die er vorstellen wollte. Ein kurzes Gespräch, ich erzählte ihm von der Weihnachtsreise 2003 und dass ich mich freue, ihn wiederzusehen. Ich verfolgte dann noch einige Minuten die Veranstaltung und stellte fest, dass er sich, außer vom Äußeren, nicht verändert hatte, noch immer die schelmische Art hatte, die uns vor Jahren schon so gefallen hatte.



      Als ich vom Panoramasalon aufs Deck gehen wollte, klemmte offenbar die Außentür, ich bekam sie nur mit Mühe auf. Ja, dann stand sie sperrangelweit offen und ließ sich nicht wieder schließen. Also mußte wieder Gewalt her. Ein bisschen viel wohl, denn ich hebelte gleich das Kugelgelenk der Schließvorrichtung aus. Woher hätte ich denn wissen sollen, dass sich diese Türen automatisch öffneten und schlossen. Zum Glück ließ sich das Gelenk wieder einhängen und ich schlich mich mit hochrotem Kopf von dannen. Wie peinlich!
      Da ich auf dem Weg an der Internetecke vorbeikam und sich heute abend keiner dafür interessierte, beschloss ich mich kurz im Forum als rasende Reporterin zu melden. Mein persönliches Internet wollte noch nicht und so konnte ich wenigstens ein Lebenszeichen geben. Dann sah ich mir noch das Pooldeck



      und den begehbaren Bug an, den finde ich klasse, da könnte ich es aushalten. Alles andere verschob ich dann auf meinen Rückreisetag, nach der Wachablösung, wenn die MS Finnmarken den Sraffelstab von der MS Nordstjernen übernommen hatte.
      Buljo habe ich übrigens nicht gesehen, jedenfalls nicht wissentlich.

      Nun versuchte ich, den eingeprägten Weg zu meinem Quartier zurück zu gehen, aber die Holzhäuser hinter dem Fernsehsender sahen plötzlich alle so gleich aus, an jeder Ecke hießen die Straßen anders und der Stadtplan lag auf dem Bett. Irgendwie habe ich es dann doch geschafft, so ganz orientierungslos scheine ich ja doch nicht zu sein.

      Nach kurzer Katzenwäsche fiel ich um wie ein Stein, ein langer Tag forderte und bekam nun endlich seinen Tribut
      LG Marion
    • Muddi, wenn ich gewußt hätte, dass das niedliche Haus mit dem Liedtext "Row, Row, Row your boat..." ein B&B ist. Am Tag nach unserer Ankunft in Bergen habe ich das auch fotografiert. sehr hübsch gelegen.
      Es grüßt Capricorn :hut:

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    • Teil 3: Mit 4-Wetter-Taft in den Winter und Besuch bei einem alten Bekannten - 10.03.2012

      Ich habe geschlafen wie ein Murmeltier.
      Das unscheinbare Zimmer mit Bettcouch ermöglichte nicht nur unerwartet bequemes, sondern auch ruhiges schlafen. Es war absolut still in diesem Viertel.
      Frühstück war für 8.30 Uhr verabredet. Der Frühstücksraum ist gleichzeitig das Wohnzimmer von Anne Helene Søyseth. Das Zimmer kann man nicht beschreiben, das muss man einfach gesehen haben. In den Lieblingsfarben gestrichen und dekoriert - wie ich schon sagte: bezaubernd





      Blick in die süße kleine, gemütliche Küche



      Und dann erst das Frühstück! das war der Hammer, hier fehlte es an nichts, dazu war alles so liebevoll hergerichtet.
      Also das stand dem auf den Schiffen in nichts nach.
      Witzig fand ich dabei die Eierbecher, die ich so eigentlich nur als Relikt aus uralten DDR-Zeiten kannte.



      Gestärkt mit den vielen unterschiedlichen Köstlichkeiten machte ich mich dann auf den Weg zum Bahnhof. Vorher versuchte ich noch in einer dringenden Telefonkonferenz mit effemuc - meinem Ansprechpartner für Fragen und Probleme rund ums rosa T - eine Lösung für mein Internetproblem zu finden. Auf Grund meines eindringlichen Hilfegesuches und auch dem hier

      Capricornaj schrieb:

      Du bist Schuld wenn wir hier keine Lifeberichterstattung haben, Effemuc. Das ist Dir hoffentlich klar...

      versprach Stefan, sich zu kümmern, so konnte ich erst einmal beruhigt in meinen Tagesausflug starten. Einige Zeit später funktionierte alles fast wie gewünscht und der Fehler lag bei mir, ich hatte die neue SIM-Karte noch nicht aktiviert. Ein dickes, erleichtertes DANKE ging auf den Weg nach München.

      Der Weg zum Bahnhof dauerte ungefähr 20 Minuten, mit ein bisschen Bummeln war ich nach ner guten halben Stunde dort. Als erstes fiel mir auf, dass es wirklich nur ein Katzensprung war von der Stelle, wo ich gestern abend in das Taxi gestiegen war bis zum B&B. Naja, Schwamm drüber.
      Auf dem Festplassen wurde eine riesige Bühne aufgestellt, da sollte heute mittag ein Open Air "Vinterlyd" mit bekannten Pop- und Rockstars aus Skandinavien stattfinden.

      Am Bahnhof angekommen, erleichterte ich erst einmal einen Geldautomaten um Teile seines Inhalts und suchte mir dann einen schönen Fensterplatz im Express nach Oslo. Vielleicht ließen es die Lichtverhältnisse ja zu, ein paar Aufnahmen durch die Scheibe zu machen.
      Pünktlich fuhren wir los und ließen sehr bald Bergen zurück um in ein Schmuddelwetter vom Feinsten zu fahren.



      Ich hoffte wenigstens auf ein bisschen Schnee und sollte ihn auch bekommen. Ab Voss wurde es immer weißer, auf den Gewässern waren dicke Eisschollen zu sehen.



      Dann in Myrdal stieg ich aus und stand im tiefsten Winter. Unmassen von Schnee und ein Schneesturm, der die wenigen Umsteiger zur Flåmbahn schnell wie Schneemänner aussehen ließ.



      Die Flåmbahn fuhr nur mit zwei Waggons, um diese Jahreszeit ist da nicht viel los. Und sie fuhr erstmal gar nicht. Nach 20 Minuten kam ein Schneeräumfahrzeug von der Strecke und es konnte endlich losgehen.
      Eine Fahrt durch eine wunderschöne Schneelandschaft begann.



      Im Zug automatische Stationsansagen und Informationen. So kam auch die Ansage, dass der nächste Halt Kjøssfossen ist, wir dort 5 min Aufenthalt haben und es wurde auf den eventuell glatten Holzbahnsteig hingewiesen. Etwa 20 Mann standen in Jacken und Mänteln, mit Kameras bewaffnet an den Türen und der Zug fuhr ohne Halt am Kjøsfossen vorbei. Überraschte Blicke, Schulterzucken und alle saßen wieder. Aus dem Augenwinkel sah ich noch den blau schimmernden, vereisten Wasserfall. Naja, dachte ich mir noch - vielleicht wollen sie die Verspätung wieder aufholen. Ich hatte ja noch eine Chance.



      Je weiter wir talwärts fuhren, umso dünner wurde die Schneedecke. Flåm empfing uns dann grau, verregnet und fast menschenleer. Hier war der bekannte Hund begraben, das Flåmbahnmuseum hatte heute zu, die Information und das Cafe mit dem Panoramakino auch. Dafür konnte ich ohne Gedränge im Souveniershop stöbern, das ist in der Saison unmöglich.



      Von meinen Mitreisenden sind die meisten mit Bussen weiter gefahren. So waren wir gerade mal 8 Leutchen, die eine Stunde später wieder zurück nach Myrdal fuhren. Noch einmal in den Winter fahren, verschneite Ortschaften, halb vereiste Wasserfälle und den grandiosen Ausblick genießen.





      Und dann kam Kjøsfossen. Die gleiche Ansage und Sicherheitswarnung, 8 Mann standen in Jacken und Mänteln, mit Kameras bewaffnet an den Türen und wir fuhren durch! Aus dem Augenwinkel sah ich... Was für ein De Ja Vu! Am nächsten Haltepunkt kam dann eine manuelle Durchsage, dass wir verlängerten Aufenthalt haben, da wir zu früh dran sind. Ist doch irre, oder? Ein mir bestens bekanntes Verkehrsunternehmen lässt grüßen

      Myrdal erschien mir noch weißer, noch stürmischer als am Vormittag aber ich konnte es mir nicht verkneifen, die Wartezeit bis zur Bergenbahn mit einem Rundgang und ein paar Winterfotos zu vertreiben.





      Bis Voss noch schöne Winterlandschaft, die zeitweise sogar von der Sonne belichtet wurde.



      Auch in Bergen hatte sich das Wetter gebessert, was mich veranlasste, mit einigen Umwegen zu meinem Quartier zu gehen. Das Open Air war schon zu ende und sicher ein Erfolg, wenn es den ganzen Nachmittag so sonnig und trocken war. Emsig wurden Bühne und VIP-Zelte wieder abgebaut.

      Von weitem konnte ich schon MS Richard With erkennen. Schön, dass ich auch heute wieder Gelegenheit habe, mein Lieblingsschiff zu besuchen. Dort hatte ich ein Date oder UKT mit Katzengugge vereinbart, der abends in die Themenreise POLARKREIS & EISMEER startete.
      Eine Besichtigung des Schiffes war heute nicht nötig, das hatte ich ja erst im September ausgiebig gemacht, deshalb hatte der Fotoapparat auch mal Pause.
      Zu erst gönnte ich mir zwei meiner geliebten Shrimps-Brötchen, seit dem reichhaltigen Frühstück hatte ich noch nichts wieder gegessen.
      Da kam auch schon Katzengugge (Daniel) und wir unterhielten uns eine ganze Zeit, bis er zur Sicherheitsunterweisung musste. Wir verabschiedeten uns, ein Kreuz-O-Mat wechselte den Besitzer und ich widmete mich wieder meinem Abendessen. Anschließend wollte ich in die Bar auf Deck 7, weil Daniel erzählt hatte, dass auch auf der MS Richard With jetzt der Fitnessraum auf Deck 7 ist. Da ich erst einmal die Computerecke erspähte, versuchte ich eine Verbindung zum Forum - der Zugang war erstaunlicherweise ganz schön schnell. Da hab ich dann kurzzeitig die Zeit vergessen, aber ich musste ja wieder meiner Rolle als rasende Reporterin gerecht werden. Als ich auf dem Weg nach Deck 7 war, kam mir Daniel entgegen und bestätigte die Sache mit dem Fitnessraum nochmals, so konnte ich mir den Weg sparen. Also wünschten wir uns gegenseitig Gute Reise und verabschiedeten uns. Begegnen würden sich unsere Schiffe ja nicht, da die Richard With ein paar Tage in Narvik lag und als Hotelschiff zum Winterfestival diente.

      Nachdem ich das Schiff verlassen hatte, hatte ich das Gefühl, mich hier viel besser auszukennen und tatsächlich, nach ein paar Minuten stand ich vor meinem Quartier und kurze Zeit später schlief ich tief und fest und lange - wenn mein Plan aufgehen würde, wäre es ja für die nächsten zwei Wochen die letzte Nacht, die mit Ausschlafen endet...
      LG Marion
    • Die beiden verpassten Halte am Wasserfall sind ja megablöde, und dann auch noch ein verlängerter Hält am nächsten Bahnhof... :o-crying:

      Bild 45 sieht ja von den Farben wirklich aus wie bei einer Modelleisenbahn ! Und hast Du den Troll in Bild 48 entdeckt ? Und in Bild 52 hat sich auch ein grinsender Troll versteckt.

      Danke für den unterhaltsamen Einstieg. :o-thumbsup:
      Es grüßt Capricorn :hut:

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    • Moin, Muddi!
      Habe gerade erst Teil 3 deines Reiseberichts gelesen, der mir sehr gut gefallen hat! Die Räumlichkeiten deiner Unterkunft erinnern ein wenig an eine Puppenstube, aber auf sympathische Weise. Da hätte ich mich auch wohl gefühlt. Fast wie Zimmer mit Familienanschluss! :o-squint:

      Deine Fahrt mit der Flamsbana hat in mir schöne Erinnerungen geweckt. Wir durften sie zweimal während unserer Sommerurlaube kennen- lernen, allerdings auf zwei verschiedene Art und Weisen. Beim ersten Mal sind wir wie du mit der Bahn von Myrdal nach Flam und zurück gefahren.So spektakulär diese Fahrt aber auch war, haben wir uns schon auf dem Weg hinab vorgenommen, sollten wir noch mal in der Nähe Urlaub machen,wollten wir das Tal zu Fuß durchwandern. Das haben wir dann auch etliche Jahre später, als unsere Tochter die Strecke bewältigen konnte, auch gemacht. Sind talabwärts bereits an der ersten Station nach Myrdal, Vatnahalsen, wieder ausgestiegen und per Pedes bis Flam hinunter und es war einfach großartig! :o-thumbsup: Beide Varianten haben ihren Reiz, aber zu Fuß ist das Erlebnis einfach intensiver.
      Aber auch im Winter sieht es dort herrlich aus, wie deine Bilder beweisen. Nur mit dem Kjosfossen war ja schon richtig Pech. Schade! :o-huh: Aber hier ist ja der Weg das Ziel und es gibt ja noch reichlich mehr zu sehen, als nur den Wasserfall, zum Glück! :o-tongue:

      Eine gute Nacht und Frohe Ostern

      wünscht Ulli
    • .... und den, der in Bild 56 seine schneebedeckte Nase rümpft habt ihr wohl alle übersehen ..... :laugh1:
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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