Eine 7 tägige Reise mit der Hurtigruten vom 27. Februar 2009 - 10. März

    • B-K
    • 2009
    • Eine 7 tägige Reise mit der Hurtigruten vom 27. Februar 2009 - 10. März

      Wer eine Reise macht, der hat was zu erzählen.....

      Tag 1 Flug und Abend an Bord: Freitag, der 27. Februar 2009

      6:30 Uhr - aufstehen mit dem Hund spazieren gehen und anschliessend Kaffe trinken und noch ein letztes Mal (das wievielte Mal, grins) durchchecken ob wir auch alles eingepackt haben

      9:00 Uhr - wir werden zuhause abgeholt. Mein Gott, bin ich nervös. Endlich, endlich ist es soweit. Auf, auf zu neuen Ufern......

      9:45 Uhr - Ankunft Flughafen, das Gepäck einchecken und dann raus in's Midfild (Flughafen ZH).

      10:55 Uhr - ziemlich pünktlicher Start, toll noch jede Menge Plätze frei im Flieger, so dass wir uns gut verteilen können und wir beide ein Fensterplatz haben.
      (Wir fliegen mit einer Boeing 737-600 der SAS)

      13:15 Uhr - Ankunft Oslo. Ich darf mal wieder bei der EU durch den Zoll, geht flott, mein Mann muss anstehen und anstehen und anstehen......... Endlich nach fast einer 1/2 Stunde lassen sie auch ihn unbeanstandet in Norwegen einreisen.

      Jetzt noch unser Gepäck holen und dann ab auf den nächsten Flieger. Aber so ohne ist das nicht in Oslo, verflixt, da soll sich einer auskennen. Hmmm, langsam wird das aber knapp, der nächste Flieger geht um 14:25 Uhr und wir müssen noch neu einchecken. Da endlich, das Laufband und unsere Koffer sind auch schon unterwegs, die schnappen und weiter ist Eins.
      Beim einchecken eine grosse Schlange, ein nervöses auf die Uhr schauen, das wird echt knapp um nicht zu sagen sauknapp. Immer wieder beobachten wir, wie manche einfach vorne reinmarschieren und einchecken; also sooo kommen wir nie vorwärts.
      Eine freundliche Dame in Uniform, vermutlich vom Flughafenpersonal, läuft gezielt durch die Reihen mit dem Blick auf die Koffer. Bei uns bleibt sie stehen und fragt wohin wir wollen, wahrscheinlich fielen ihr die Kofferanhänger von der Hurtigruten auf (Hurtigruten sei Dank). Sie holt uns sofort aus der Schlange und führt uns zum Express einchecken wo wir wieder rum erfahren müssen, das dies nicht mehr reicht auf unsere gebuchte Maschine. Unsere Gesichter hätte ich selbst sehen wollen in dieser Sekunde.

      Mussten wir jetzt schon auf unsere Ferien verzichten, fuhr das Schiff ohne uns ab? Aber nein, kein Problem hier fliegen die Maschinen tatsächlich im Stundentakt und dann geht es eben mit der nächsten Maschine weiter.

      Der Flug, ein Traum, über diese verschneite und unberührte Natur, sagenhaft. Kein Haus, keine Strassen und vor allem keine Skilifte wo sich Massen von Menschen tummeln.

      16:00 Uhr - Landung in Bergen . Gepäck holen und raus. mein Mann muss erst mal tief durchatmen, frech grins, mit einer Zigarette in den Fingern und dann noch schnell eine hinterher, schliesslich muss der Nikotinspiegel wieder auf ein "gesundes" Niveau gestellt werden. Derweil liebäugele ich schon sehnsüchtig mit einer Weiterfahrt. Der Transferbus zum Hurtigrutenkai geht erst in einer Stunde, daher entscheiden wir uns für ein Taxi. Umgerechnet ca 40.-- Franken und das für ungefähr 1/2 Stunde Fahrzeit, na die Preise sind nicht ohne in Norwegen, dafür kommen wir aber nicht mit der Mehrheit an.

      16:45 Uhr - Ankunft am Hurtigrutenterminal
      Im Terminal werden unsere Koffer in Empfang genommen und uns die Kabine "538" zugeteilt. Nun steht nichts mehr im Wege um die MS Nordkapp zu "kapern". Über ein "Fingerdock" gelangen wir an Bord auf Deck 5 unseres Schiffes und machten uns gleich mal mit den Örtlichkeiten vertraut.

      18:30 Uhr - endlich wird der Speisesaal auf Deck 4 für all die hungrigen Mäuler freigegeben.
      Hmm, alles was das Herz, ähem der Magen begehrt. Muscheln, Garnelen, Hummer, Lachs und vieles andere mehr. Ein wahnsinniges Büfett lies uns fast die Augen überlaufen. Aber auch die Nichtfischesser kommen nicht zu kurz. Danach noch ein feines Dessert, na wenn das die ganzen sieben Tage so weitergeht.
      So gestärkt zurück auf die Kabine und unsere Koffer, die inzwischen auch eingetrudelt sind, auspacken.

      Die, welche den frischen Wind um die Nase nicht scheuen finden sich alle am Bug auf Deck 5 ein. Der Grossteil macht es sich jedoch Gott sei Dank auf Deck 7, dem Panoramadeck bequem.

      22:30 Uhr - endlich geht's los. Langsam gleitet die MS Nordkapp aus dem Hafen. Mit einem tiefen Tuten aus ihrem Nebelhorn verabschiedet sich unser Schiff von Bergen . Um diesen schönen Ort zu besichtigen blieb uns leider keine Zeit, aber das können wir dann noch nachholen, dazu später mehr.

      Bereits eine Viertelstunde später passieren wir die erste Brücke, die Askøy-Brücke, der noch viele weitere folgen werden.

      Am Schiffskiosk auf Deck 3 holen wir uns den legendären Kaffeebecher, mit dem man sich über den ganzen Zeitraum der Reise mit Gratiskaffe oder Tee versorgen kann. Eine schöne Alutasse mit Deckel zum draus trinken, beschriftet mit dem Schiffsnamen. Gegen Mitternacht fallen wir müde in unseren Kojen in einen tiefen Schlaf. Der erste Tag einer siebentägigen Reise liegt bereits schon hinter uns. Was erwartet uns wohl noch alles?

      Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön ......

      Tag 2 an Bord: Samstag, der 28. Februar 2009
      4:30 Uhr - Augen auf! Schlafen? Was? wo? wer? Nee geht nicht, da verpass ich was!
      Leise aufstehen damit mein Mann nicht wach wird und in die Kleider geschlüpft, Kamera, Kaffeebecher und Patch für die Türe geschnappt und raus.

      Wir liegen bereits schon wieder in einem Hafen, gemäss Plan ist das Florø . Schnell einige Fotos gemacht, aber es ist noch zu dunkel oder die Hand zu unruhig. Lange verweilten wir hier auch nicht, nur zum be- und entladen, dann geht es schon wieder weiter. Beim Kiosk noch schnell einen Tee und dann mal hoch in den Panoramasalon, bin ich sicher die einzige am Morgen um diese Zeit. Aber von wegen, Pustekuchen, da sind doch tatsächlich schon zwei Frühaufsteher vor mir da.

      Also entspannt in einen Sitz vorne in der ersten Reihe reingelümmelt und nach draussen geschaut. Langsam begann der Tag zu dämmern. Kurz nach 6:00 Uhr kann man die vorbeiziehende MS Lofoten ausmachen. Die ist zu früh dran, wird mir von meinem Sitznachbar unaufgefordert mitgeteilt. Fast lautlos ziehen die Schiffe an einander vorbei, ich dachte die grüssen sich immer mit ihrem Nebelhorn, aber wahrscheinlich ist das so früh am Morgen noch nicht erlaubt, eigentlich schade.

      In gemächlicher Fahrt gleitet die MS Nordkapp an schneebedeckten Felshängen vorbei. Da, weiter vorne ist schon wieder eine Brücke. Das ist die .... Brücke, oder nee das ist die ..... Brücke, ach jetzt weiss ich es selber nicht mehr so genau erklärte mir wieder mein Nachbar. Also wenn er es nicht weiss, soll er es doch auch für sich behalten, frech grins.

      Vor der Brücke, auf der linken Seite ist ein einsames Haus mit einem Dach, das bis auf den Boden gezogen ist. Mit dem Schnee darauf erinnert es mich an ein Hexenhäuschen, ungefähr wie aus dem Märchen Hänsel und Gretel. Der Versuch mit der Kamera den Eindruck festzuhalten, schlägt leider fehl, die Scheiben reflektierten zu arg. Also das ist mir eine Lehre, ab sofort ist mein Platz auf Deck 5 am Bug. Also Jacke an und raus.

      6:30 Uhr - bereits laufen wir wieder einen Ort an, Måløy diesmal und so heisst auch die Brücke, eben Måløy-Brücke. Ist doch ganz einfach. oder, grins. Hier kann man dann auch das erste Mal von Bord gehen, wohl nur ganz kurz, aber es reicht für die ersten Aufnahmen vom Land auf unser Schiff.

      Um 7:30 Uhr wird das Schiff wieder losgemacht und wir drehten ab, laufen in die gleiche Richtung wieder aus dem Hafen raus, jetzt denke ich gibt es nochmals die Möglichkeit ein Foto von dem vorhin beschriebenen Häuschen zu machen. Aber es ist nicht mehr das Gleiche, es hat nicht mehr die Wirkung wie vorhin, das Licht hat sich geändert.

      08:30 Uhr - so, nun erst mal zum frühstücken, Mann o Mann was da alles aufgefahren wird, von salzig wie Fisch bis zu süss wie Marmelade, von kalt wie Heringssalat bis zu heiss wie Würstchen. Wir befinden uns auf offener See, das heisst wir verpassen nichts von der Landschaft, ausserdem haben wir einen wunderschönen Fensterplatz ergattert und können uns richtig Muse lassen beim frühstücken.

      10:15 Uhr - und wieder mal unter einer Brücke durch landen wir im Hafen von Torvik .

      Inzwischen sind wahrscheinlich auch die letzten Passagiere aus ihren Kojen gekrochen. Auf jeden Fall wagen viele den Landgang und das obwohl es recht glatt ist und prompt lag auch schon die erste flach. Puhh, das ist aber wirklich eine rechte Eisfläche auf dem Kai.

      11:45 Uhr - Ålesund liegt vor uns, der erste grössere Stopp auf unserer Reise. Hier sind 3 Stunden Aufenthalt geplant aus dem dann schlussendlich 3 Tage werden. Aber ich will jetzt hier nicht vorgreifen.

      11:52 Uhr - das Schiff wird am Kai von Ålesund festgemacht.
      12:00 Uhr - nun dürfen auch wir vom Schiff, einmal kurz mit dem Patch sich registrieren, dass man vom Schiff geht und schon gehen wir per pedes in Ålesund 's schöne Jugendstilstadt wie es der Reiseführer verspricht. Entweder haben wir in die falschen Ecken von Ålesund geschaut oder der Reiseführer hat zuviel versprochen. Naja, wir finden es eigentlich enttäuschend. Daher gehen wir bald wieder zurück zum Schiff.
      In unserer Kabine angelangt: Computer an und Fotos rüber laden, kaum waren wir fertig damit gab es einen Knall, der Strom war weg und wir hören wie sich die Brandschutztüre in der Nähe von unserer Kabine schliessen. Hoppla, was war das? Gleich darauf geht das Licht wieder an und wir denken schon ok alles wieder in Ordnung. Aber von wegen 1/4 Stunde später das gleiche Spiel, Licht aus, Brandschutztüre zu. Schon komisch, etwas stimmt da nicht auch wenn jetzt gleich wieder der Strom da ist. An Deck hören wir eilige Schritte von der Crew und auch immer wieder Zurufe, verstehen können wir natürlich nichts. Als unser Schiff um 15:00 Uhr auslaufen sollte kommt dann die Durchsage wegen einem technischen Defekt laufen wir erst gegen 17:00 Uhr aus. Ok, so kommen wir doch noch zu unserem Mittagsschläfchen.

      Doch aus der geplanten Zeit zum Auslaufen wird nichts. Inzwischen ist es 19:30 Uhr und wir liegen immer noch in Ålesund . Wir machen uns auf in den Speisesaal zum Nachtessen und erhalten hierfür feste Platznummern, diese gelten nun für die ganze Reise. Da wir wieder einen Fensterplatz haben können wir gut von unserem Platz aus beobachten, dass nach wie vor ein Servicefahrzeug einer ortsansässigen Elektrofima auf dem Kai steht. Scheint ein etwas gröberer Defekt zu sein, wenn das Problem die bordeigenen Maschinisten nicht lösen können.

      Ein Rauschen in den Lautsprechern und die Durchsage vom Kapitän lässt erneut hoffen, dass wir nun gegen 24:00 Uhr auslaufen können.

      Müde von dem langen Tag und da wir eh nichts verpassen gehen wir früh in unsere Kojen.

      Wir lagen vor Madagaskar ..... neeeee, immer noch vor Ålesund
      Tag 3 an Bord: Sonntag, der 01. März 2009


      Am Morgen - erster Blick aus dem Fenster, lässt mich für den ersten Augenblick glauben etwas Neues zu sehen. Also raus aus den Federn rein in die Jacke und raus. Doch falsch gesehen, wir sind immer noch am gleichen Ort wie beim in's Bett gehen. Na da sind wir mal gespannt wie das weitergeht. Erst einmal frühstücken und dann die Sache auf uns zukommen lassen. Im Speisesaal macht sich bereits Unruhe und Unmut bei den Passagieren breit, klar eigentlich sollten wir bereits die Häfen Molde und Kristiansund angelaufen sein und jetzt in Trondheim vor Anker liegen.

      Wir sind gut versorgt, in einem Hotel könnte es nicht besser sein und aufregen nützt eh nichts.

      Inzwischen erfahren wir von anderen Mitreisenden, dass an eine Weiterfahrt wahrscheinlich nicht mehr gedacht werden kann da ein wichtiges Teil defekt ist und hierfür eine Lieferung aus Deutschland erwartet wird; und das an einem Sonntag; daraus wird wohl nichts werden.

      Das erste Pärchen marschiert mit Gepäck von Bord, auf meine Frage ob sie bereits schon auf-geben, erfahren wir, dass sie mit der MS Finnmarken, die gestern in Bergen gestartet ist und heute planmässig um 12:00 Uhr in Ålesund anlegt, weiterfahren. Wie wir im nachhinein erfuhren war diese aber bereits schon fast voll ausgebucht mit einem Ärztekonkress.

      Um 12:00 Uhr dann die Durchsage, dass heute alle, auch die Halbpensiönlär wie wir, zum Mittagessen kommen sollen. Na das ist ein Wort, hmm und wieder ein leckeres Büffet mit viel Fisch und Meeres-früchte, unsere Leib- und Magenspeise.

      Danach in die Jacken geschlüpft, den Fotoapparat geschnappt und nochmals in's Dörfchen. Erstens gut für die Verdauung und vielleicht, wer weiss, sehen wir noch etwas, was wir gestern übersehen haben. War aber nicht so.

      Am Mittag wird zu Kaffee und Kuchen geladen. Was macht man nicht alles um die Passagiere bei Laune zu halten. Leider gelingt das nicht bei allen. Überall wird getuschelt und beratschlagt, jeder weiss mehr und hat bessere Vorschläge wie der andere.

      Upps, ich muss noch unsere geplante Schlittenfahrt am Donnerstagabend in Kirkenes absagen, hmm wie geht dies am besten. Gut Internet war vorhanden also muss ich nur noch ein Passwort an der Rezeption kaufen, was ich auch sofort erhalten habe und zwar gratis. Habe ich eigentlich nicht erwartet, aber zuvorkommend.

      Am Abend dann die Infoveranstaltung mit Sektempfang. Die Stimmung unter den Passagieren ist bereits schon ein wenig geladen. Gelassen nehmen wir auf freien Stühlen Platz. Was allen klar ist, die MS Nordkapp selbst fährt nicht weiter. Der Manager des Schiffes bietet verschiedene Möglichkeiten des Weiterkommens an.

      1. Montagmorgen - Heimflug von Ålesund aus auf Kosten von Hurtigruten und volle Erstattung der Schiffsreise.
      2. Montag 12:00 Uhr legt die MS Polarlys in Ålesund an, Weiterfahrt 15:00 Uhr, hier sind noch wenige Plätze frei.
      3. Montag auf Dienstagnacht kommt die MS Nordlys auf ihrer südgehenden Route um 0:00 Uhr, huhu zur Geisterstunde oder upps ein Geisterschiff, in Ålesund an, damit können wir zurück nach Bergen und die ganze Reise noch einmal von vorne anfangen. Um die Rückreise von Kirkenes nach zuhause kümmert sich dann Hurtigruten.

      Wild wird durcheinander diskutiert, eine Engländerin steht auf und droht die Hurtigrutengesellschaft zu verklagen wegen ihres verpatzten Urlaubs. Also auf was für Ideen manche Menschen doch kommen.

      Wir werden vom Kapitän aufgefordert, dass die, welche sich für eine Rückreise entscheiden sich gleich an der Rezeption melden, damit alles in die Wege geleitet werden kann. Die anderen, die die Reise weitermachen möchten sollen sich aber auch baldmöglichst für eine Variante entscheiden und diese an der Rezeption melden, vor allem für die MS Polarlys.

      Gibt es da noch Fragen, mein Mann und ich waren uns sofort über die Variante einig, müssen nur noch unsere Arbeitgeber mitspielen. Ok, Montagmorgen abwarten und dann gleich mal telefonieren.

      Tag 4 an Bord: Montag, der 2. März 2009

      Wir werden zu Langschläfer, klar es gibt ja auch nichts zu verpassen. Wir stehen um 09:00 Uhr auf und telefonieren zuerst mit unseren Brötchengeber um uns grünes Licht für die Weiterfahrt, bzw. neue Reise zu holen, schliesslich kommen wir neu vier Tage später zurück wie geplant. Alles geritzt, jetzt können wir in Ruhe frühstücken gehen.

      Wieder Fensterplatz, draussen auf dem Kai steht bereits schon eine Gruppe abreise bereit. Sicher die welche nach Hause fliegen, darunter sehen wir auch die Engländerin die gestern Abend mit Klage gedroht hat. Ist wohl besser wenn die geht, als wenn sie nachher noch auf dem Schiff die ganze Stimmung vermisst.

      Wir geniessen auf jeden Fall unser Frühstück und gehen dann gutgelaunt und mit vollem Geldbeutel zum shoppen. Ausbeute ein schöner gefütterter Norwegerpulli für meinen Mann und einen für mich.

      Das Mittagessen lassen wir heute mal lieber ausfallen, dafür gibt es wieder gratis Kaffee und Kuchen. Danach packen wir unsere Koffer, puhh alles verstaut. Ein Glück haben wir nicht mehr eingekauft. Dann ein letztes Mal Nachtessen auf der MS Nordkapp. Da wir erst um 23:30 Uhr mit dem Bus abgeholt werden, der uns quer durch Ålesund zum anderen Kai auf die zu erwartende MS Nordlys bringt, haben wir uns entschlossen noch ein wenig zu schlafen.

      23:00 Uhr- aufstehen und richten, dann mit den Koffern nach unten zur Rezeption, hier staut es sich bereits schon. Also am besten raus auf den Kai, auch dort stehen schon einige Passagiere. Der erste Bus ist auch schon zugefahren. Wir warten und warten, die einen oder anderen sind schon wieder am maulen wo der Bus solange bleibt es wäre eine Zumutung hier in der Kälte einem warten lassen. meinem Mann platzte der Kragen und er meint: "Es hat kein Mensch verlangt, dass sie hier draussen warten, sie hätten auch drinnen warten können." Darauf hin Ruhe.

      Endlich gegen 00:30 Uhr kommt der Bus, wir müssen nur einsteigen, die Koffer werden uns verladen. 10 Min Fahrzeit auf die andere Seite von Ålesund und hier liegt sie vor uns die MS Nordlys. Wir gehen mit unseren Koffern an Bord und werden freundlich empfangen. Während wir noch auf die Zuteilung unserer Zimmernummer warten, kommt so ein nervöses Huhn mit ihrer Freundin angerauscht und findet die ihnen zugeteilte Kabine wäre eine Zumutung, kleiner als die andere, ausserdem würde sie unter Klaustrophobie leiden und möchte sofort eine andere Kabine haben.

      Mann oh Mann, sind die Menschen denn nie mit etwas zufrieden, also die Crew kann einem bereits jetzt schon wieder leid tun.

      Wir erhalten unsere Kabinennummer, dieses Mal die 524 und machen uns auf die Socken zur besagten Kabine. Diese befindet sich, wie auch auf der MS Nordkapp auf Deck 5, nur auf der anderen Seite des Ganges.

      Super wieder prima versorgt, gleich um die Ecke die Tür nach draussen, kann ja nicht besser sein. Unsere Betten stehen hier im "L", während sie auf dem anderen Schiff beide in die gleiche Richtung waren, ansonsten ist alles gleich eingeteilt. mein Mann nimmt das Bett quer zum Schiff, ich liege in der Länge des Schiffs, was mir nicht unbedingt bekommen wird in der ersten Nacht.

      Nimm uns mit Kapitän auf die Reise ..........
      Tag 5 an Bord, nun auf der MS Nordlys: Dienstag 3. März 2009

      Wir stellen unsere Koffer nur ab und gehen dann erst einmal auf Erkundungstour. Schliesslich sind wir putzmunter, auch wenn es inzwischen 01:15 Uhr ist. Auf Deck 4 am Kiosk wollen wir uns einen neuen Kaffeebecher holen. Die freundliche Dame dort meint, dass das dies nicht nötig wäre, wir dürften ruhig auch hier unsere Tasse von der MS Nordkapp benutzen. Aber wir wollten eine neue, schliesslich wollen wir wenn schon, denn schon auch von diesem Schiff die entsprechende Tasse haben. Ok, gewappnet mit unserer neuen Tasse, bereits gefüllt mit Kaffee begeben wir uns aufs Panoramadeck. Wir sind die einzigen heute Nacht hier oben, anscheinend sind alle anderen Passagiere in ihren Kojen verschwunden. Wir schauen dem Ablegemanöver zu und als wir auf die offenen See raus kommen frischt der Wind auf und die See wird recht rau. Viel erkennen lässt sich nicht aber man merkt wie das Schiff immer wieder tief in Wellen eintaucht und sich dann wieder aufrichtet. Ich bekomme Appetit auf ein leckeres, frisches Krabben-Brötchen und hole am Kiosk für meinen Mann und mich eines. Genüsslich vertilgen wir dieses und gehen dann um 03:30 Uhr auch zu unseren Kabinen. Raus aus den Kleidern und in das Bett gekuschelt. Da mein Bett in der Schiffslänge lag hab ich so das absolute Feeling der Auf- und Abwärtsbewegungen mitbekommen. Und das nicht nur ich! Anscheinend auch die Krabben in meinem Bauch, die wollten wohl wieder in die See. Schiff taucht in die Wellen, Krabben drängen nach oben, Schiff taucht aus den Wellen auf, Krabben verziehen sich wieder. So geht das Spiel ein paar Mal hin und her und ich konnte mich, bzw. die Krabben beherrschen, darüber bin ich eingeschlafen. Aber ohje keine fünf Minuten später war es mit der Beherrschung vorbei. Raus aus dem Bett, rein ins Bad, Klodeckel auf und die Krabben in die gewünschte Freiheit entlassen, na wenn sie jetzt glücklicher sind. Danach Zähne geputzt und wieder in's Bett und bis am Morgen tief durchgeschlafen.

      Kurz nach 08:00 Uhr ist wieder Tagwach. Man hier hält einem aber auch nichts im Bett. Torvik und Måløy haben wir dieses Mal verschlafen.

      Wir gehen runter ans Frühstück, das Restaurant ist auch hier auf Deck 4. Das Frühstück genauso üppig wie auf der MS Nordkapp. Gemütlich sitzen wir steuerbords am Fenster und beobachten das Anlegemanöver in Florø . Nichts besonderes oder besser gesagt keine besonderen Vorkommnisse. Schnell wird die Ware ein und ausgeladen. Die Verzögerung von letzter Nacht haben wir ganz schön aufgeholt.

      Nach dem Frühstück geht mein Mann rauchen und ich nehme wieder mit meiner Kamera den bewährten Posten am Bug auf Deck 5 ein. Wir haben immer noch eine etwas raue See und ein interessantes Wetter, bei uns auf dem Schiff scheint die Sonne und weiter hinten auf der See regnet es, gibt einige interessante Fotos.

      Während dem Fotografieren komme ich mit einem anderen Passagier in's Gespräch. Er macht mit der MS Nordlys bereits schon die ganze Tour Bergen - Kirkenes - Bergen , also keiner der "Gestrandeten". Von ihm erfahre ich, dass der Grund wieso wir solange auf dem Kai in Ålesund gewartet haben, eine Verspätung der MS Nordlys war. Diese hatte noch nach dem Auslaufen von Molde einen Seenotruf von einem vorher überholten Frachter erhalten. Daher drehte sie ab und rettete mit der anrückenden Seepolizei zusammen 6 Personen, gottseidank waren alle heilauf. Der Frachter selber sank. Muss ein recht spektakuläres Bild gewesen sein wie sich dieser aufrichtete und dann in den Fluten der See verschwand.

      (Soeben noch im Internet gefunden: Rettungskreuzer barg Schiffbrüchige 20 Minuten nach Frachteruntergang
      (03.03.09) Der Frachter "Alrita", 559 BRZ (IMO-Nr. 7413983) sank am 2.3. gegen 18 Uhr eine Meile nordwestlich von Røeggen bei Averøya. Er war mit einer Ladung Bohrschlamm von Averøy nach Østlandet gewesen. Nur fünf Minuten zuvor hatte das Schiff westlich von Kristiansand ein Notsignal über Florø -Radio gesendet, nachdem er sich unvermittelt auf die Seite gelegt und Wassereinbruch erlitten hatte. Die Hurtigrutenfähre "Nordlys" sowie der Kutter "Vesleper" nahmen sofort Kurs auf die gemeldete Position. Ein Rettungshubschrauber stieg in Ørlandet auf, die Rettungszentrale in Sola setzte den Rettungskreuzer " Det Norske Veritas", der in Kristiansund stationiert ist, in Marsch. Nachdem die "Alrita" binnen kürzester Frist versank, musste die fünfköpfige Crew ins Wasser springen. Die "Det Norske Verita" barg sie nach rund 20 Minuten im Wasser, und erreichte gegen 19 Uhr mit den Geretteten Kristiansund . Einer hatte leichte Unterkühlungen erlitten, und alle kamen vorsorglich zunächst ins dortige Krankenhaus. Die 56,11 Meter lange und 9,8 Meter breite "Alrita" gehörte der Reederei J.Skaten A/S in Bergen . Sie wurde 1976 bei der Bijholt Scheepswerft erbaut.)



      Bei Morten, unserem Tour Guide, haben wir uns für eine Besichtigungsfahrt mit dem Bus angemeldet.

      Vor dem Terminal unterhalten wir uns bei einer Zigarette, also mein Mann und er mit Zigarette, noch ein wenig mit ihm bis der Bus kommt. Er ist ein richtig netter Typ, man merkt ihm an, dass sein Job ihm Spass macht, aber er hat anscheinend auch schon einige Erfahrung mit diversen Passagieren der MS Nordkapp gemacht und ist daher etwas vorsichtig mit seinen Äusserungen und umschreibt Probleme als Herausforderung.

      Ein kleiner Bus fährt auf den Parkplatz, sollten wir hier wirklich alle Platz haben? Und tatsächlich als wir einsteigen wollen, meint Morton er hätte eine neue Herausforderung. Hmm wie meint er das?

      Also es kam ein kleinerer Bus wie bestellt und daher hat es zu wenig Plätze, im Klartext; wir müssen draussen bleiben. Ok, dann gehen wir eben zu Fuss und schauen uns Bergen ohne Führung an. Erleichterung zeichnet sich in Morton's Gesicht ab, dass wir jetzt nicht auch noch anfangen zu motzen, dafür bietet er uns die Reise an den Nordpol gratis an. Na, wenn das kein Deal ist.

      Er gibt uns noch ein paar gute Tipps für Bergen und so marschieren wir los. Zuerst einmal zum Fischmarkt, den wir auch gut gefunden haben. Dann dort drüben auf der andere Seite des Wasser, dies sind die " Bryggen ". Eine wunderschöne historische Häuserzeile zeugt von dem Hanseviertel das wir von aussen bestaunen. Bei den Bögen einfach nach hinten durchgehen getrauten wir uns nicht, bzw, wir sehen auch keinen Anlass dafür. Dass es da hinten erst so richtig interessant wird, erfahren wir dann von unserer Reisegruppe vom Schiff, die gerade des Weges kommt. Interessante Bauten tun sich da auf, es ist wie ein Ortsteil innerhalb dieser Häuserzeile. Total verschachtelte Holzhäuser mit hölzernen Arkaden. Briefkästen zeugen davon, dass das Viertel nach wie vor belebt ist. Heute steht diese Gegend auf der Liste des Weltkulturerbes der Unesco.

      Langsam machen wir uns auf den Rückweg, inzwischen sind wir ziemlich durchgefroren. Wir können uns jedoch nicht über die Richtung einigen, mein Mann besteht darauf, dass wir nach rechts müssen. Ok, wenn er meint (das bekommt er heute noch zu hören), ausgerechnet hier macht die Stadt einen Buckel und nachdem wir eine steile Strasse hoch gehen (und das war keine kurze Strasse), dürften wir durch lauter kleine Gässchen wieder nach unten steigen. Dann noch über eine Baustelle und hinter dem Bauzaun sehen wir unser Schiff, die MS Nordlsy.

      Inzwischen ist es 17:30 Uhr, wir gehen an Bord und trinken erst Mal einen heissen Kaffee. Danach gehen wir nach draussen und schauen noch dem betanken des Schiffes zu.

      Dienstagabend, den 03. März 2009, ab jetzt startet unsere Reise auf' Neue.
      18:30 Uhr - es ist Zeit für Nachtessen. Wieder ein hervorragendes Büffet.

      21:30 Uhr - Morton stellt unter dem Sternenhimmel im Panoramasalon die Crew vor

      Danach schauen wir wieder vom Bug an Deck 5 dem auslaufen der MS Nordlsy zu. Heute sind wir hundemüde und verschwinden dann bald danach in unseren Kojen.

      Tag 2 an Bord, Mittwoch, der 04. März 2009

      06:55 Uhr - Dieses Mal habe ich Florø ganz verschlafen und wache erst kurz vor Måloy auf. Raus aus den Federn, vielleicht erwische ich jetzt noch das Hexenhäuschen vor der Brücke.

      Aber der Anblick ist wieder enttäuschend, vielleicht hat mir die Fantasie beim ersten Ein-druck vor wenigen Tagen ein Streich gespielt. Dafür versuche ich sonst noch ein paar nette Eindrücke auf's Bild zu kriegen.

      Hier sieht der Tag noch viel versprechend aus. Also schnell zum Frühstück, hmmm schnell kommt man da einfach nicht davon, zuviel Leckereien warten da darauf verspeist zu werden.

      10:15 Uhr legen wir wieder in Torvik an. Der Schnee und das Eis, welches vor wenigen Tagen hier noch den Kai unsicher gemacht hat ist inzwischen weg.

      12:00 Uhr - wir kommen wieder in Ålesund an und halten ein Mittagsschläfchen, denn hier kennen wir uns nach 3 Tagen Zwangsaufenthalt aus.

      15:00 Uhr - nach dem wir von Ålesund dieses Mal problemlos wieder ausgelaufen sind, geht's endlich neuen Ufern entgegen. Wir brennen schon darauf und ich denke jetzt ist es wieder vorbei mit dem Schlaf oder zumindest muss er jetzt dosiert eingesetzt werden, bei mir auf jeden Fall, lach.

      Um 18:00 Uhr - gibt es noch einen kleinen Stopp zum Waren aufnehmen oder auch abladen. Molde heisst dieser Ort, bekannt im Sommer als die Rosenstadt.

      Dann geht's weiter Richtung Kristiansund .

      Vorher gibt es um 19:00 Uhr noch Nachtessen, dieses Mal nur in einer Sitzung. Gemeinsam mit einem älteren Ehepaar werden wir in der Mitte des Speisesaals platziert. Unser Pech, sie sind Engländer, sie sind aber sehr nett und so einigermassen können wir uns mit Händen und Füssen verständigen.

      Während wir beim Abendessen sind, zieht die MS Trollfjord an uns vorbei, leider sehen wir von der nicht all zuviel. Danach geht es wieder ein Stück über das offenen Meer. Dieses Mal eine recht ruhige See, so dass wir das Abendessen gemütlich geniessen können.

      Danach wieder raus an unseren Stammplatz auf Deck 5, dort vorne findet sich immer so das gleiche Völkchen ein. Auch wenn es dunkel ist und wir von der Landschaft nicht viel sehen, so ist es doch interessant zu zuschauen wie das Schiff den Weg zwischen den mit Leuchttürmen gesäumten Felsen findet.

      22:00 Uhr - das Schiff legt ziemlich pünktlich in Kristiansund an. Die Einfahrt in den Hafen von Kristiansund allein ist schon herrlich. Diese Dunkelheit durchbrochen von den Lichtern der Stadt, unbeschreiblich schön.

      Gegen 23:00 Uhr verlassen wir den Hafen wieder und wir schlupfen in die Federn. Tag 2 unserer Reise ist schon vorbei und morgen soll es wieder früh rausgehen.

      Tag 3 an Bord, Donnerstag, der 05. März 2009

      Trondheim , die zweitälteste Stadt des Landes liegt mitten im Landesinneren. Der längste Wasserweg in's Innere Norwegens.

      Ankunftszeit 06:00 Uhr - wie gewohnt bin ich schon auf und kann daher zuschauen wie die MS Kong Harald einläuft und rückwärts vor uns festmacht.

      Ein kurzes Frühstück heute morgen und dann auf in die Stadt. In der Nähe ist eine Bushaltestelle, versuchen wir es doch mal damit. Fährt sicher Richtung Stadt. Mit uns auch andere Passagiere von unserem Schiff, naja dann werden wir wohl auf dem rechten Pfad sein. Wir steigen irgendwo mitten in der Stadt aus und versuchen uns zu orientieren. Dort vorne, das sieht aus wie eine grössere Kirche. Wir gehen mal in diese Richtung und stehen bald darauf vor dem Trondheimer Dom, wo alle Oberhäupter von Norwegen gekrönt wurden. Ein imposantes Gebäude.....

      Nach der Besichtigung des Doms machen wir uns noch auf die Socken in ein nahegelegenes Einkaufszentrum. Interessantes Shoppingcenter, lauter überbaute Häuser.

      Langsam machen wir uns auf den Rückweg zum Schiff, erst zu Fuss, dann nehmen wir aber noch doch den Bus. Wir kommen gerade rechtzeitig um dem Auslaufen der MS Kong Harald zu zusehen. Während mein Mann zu unserem Schiff geht, versuche ich die Kong Harald noch besser zu erwischen. Flugs über den Parkplatz gerannt und auf und über eine Schneemade geklettert, erwische ich sie gerade noch wie sie davon zieht.

      Beim zurück klettern versinke ich plötzlich mit einem Bein bis zu den Oberschenkeln, Sch...eibenkleister, Kamera in der Hand, keine Handschuhe an und der Schnee ist so richtig gefroren und harsch. Irgendwie habe ich es geschafft mich herauszuarbeiten oder besser gesagt herauszuwälzen.

      Auf dem Schiff angekommen behandele ich dann erst meine etwas aufgeschürften Hände. Anschliessend gehen wir in's Kaffee auf Deck 5 und genehmigen uns ein heisses Getränk und eine warme Waffel. So aufgewärmt und gestärkt hauen wir uns noch ein Stündchen aufs Ohr, bis unser Schiff um 12:00 Uhr wieder Trondheim verlässt.

      Mit dem Passieren des Leuchtturmes Agdenes zu unseren linken Seite verlassen wir den Trondheimerfjord. Wenig später sehen wir noch den Leuchtturm Kjeungskær, Dieser 20 Meter hohe, achteckige Leuchtturm gilt als einer der schönsten an der ganzen Küste.

      Wenn das Wetter gut bleibt fahren wir am späten Nachmittag durch den engen und schönen Stokksund . Ein besonderes Erlebnis, Der Stokksund ist an seiner engsten Stelle nur knapp 40 Meter breit und unser Schiff ist 20 Meter breit. Eine steife Brise kommt auf und so müssen wir leider den Weg über das offenen Meer nehmen. Mein Mann entscheidet sich daher für eine Mütze voll Schlaf, ich will weiter draussen auf meinem Posten bleiben.

      Aus der steifen Brise wird ganz schnell mehr und das Schiff arbeitet sich mit einer rechten Seitenlage durch die raue See vorwärts. Immer wieder erwischt uns kleines Völkchen da vorne an Bug die Gischt, an fotografieren ist im Moment, der Kamera zu liebe, nicht zu denken. Die Überfahrt auf offener See dauert insgesamt 4 Stunden. So schnell wie der Wind aufkommt legt er sich wieder und wir haben wieder einen schönen Abschluss vom Tageslicht.

      Während wir noch über die offene See fahren gibt es das Nachtessen. Heute dürfen wir nicht so lange damit herumtrödeln. Wenn wir planmässig in Rørvik einlaufen liegt hier die
      MS Lofoten noch, ein Hurtigrutenschiff, das unter Denkmalschutz steht! Wer Lust hat, kann diese besichtigen. Würde mich schon reizen.

      21:00 Uhr - mit ein wenig Verspätung legen wir in Rørvik an. Die MS Lofoten liegt wie versprochen auch am Kai. Mit Stativ und Kamera bepackt mache ich mich auf den Weg hinüber zum anderen Schiff. Aber dieser Gedanke, dieses Schiff anzuschauen haben noch einige anderen auch. So strömt eine ganze Flut Passagiere in Richtung MS Lofoten. Neee, lass mal denke ich, da bleibe ich besser draussen und fotografiere von da aus ein wenig.

      Nach eifrigen be- und entladen auf beiden Seiten musste heute Abend unser Schiff wiederholt mit lautem Horn darauf aufmerksam machen, dass alle mitreisenden Personen wieder an Bord kommen. Anscheinend können die sich da drüber nicht loseisen von der "Grand Dame". Endlich sind alle da und wir können wieder ablegen.

      Heute Abend geht mal etwas früher in die Kojen. Und ich schaffe es tatsächlich Brønnøysund , Sandnessjøen und Nesna zu verschlafen.

      Tag 4 an Bord, Freitag, der 06. März 2009

      5:45 Uhr - nichts hält mich mehr im Bett, anziehen und leise raus, ein wunderbarer Morgen erwartet mich.
      7:47 Uhr - Wir überqueren wir den Polarkreis . Jetzt befinden wir uns bereits schon in der arktischen See. Der magische Moment... und schon liegt er wieder hinter uns.

      1 Stunde später laufen wir bereits schon den nächsten Hafen an. Ørnes , hier gibt es nur einen kurzen Aufenthalt. Wir nähern uns Bodø , der zweitgrössten Stadt in Norwegen.

      Ein heiser klingendes Krächzen lässt mich aufhorchen und mein Blick schweift umher. Dort, dort drüben auf der Anhöhe ist das nicht ein grosser Vogel. Mensch, ich glaub's ja nicht, gibt's hier Adler, Seeadler !? Also schnell die Kamera drauf gehalten und abgedrückt und tatsächlich in der Vergrösserung sehe ich es dann, es ist ein Seeadler . Mein Mann hat später noch das Glück und kann ihn im Flug filmen.

      Bodø rückt näher, den ersten Eindruck, den man erhält ist der Flugplatz. Direkt ans Wasser gebaut, wir können gerade beim Start einer Maschine zusehen. In Bodø entscheiden wir uns für ein Mittagsschläfchen, der Tag und die Nacht sind noch lange, ausserdem hege ich langsam die Hoffnung Nordlicht zu sehen.

      Nachdem wir um 15:00 Uhr Bodø wieder verlassen haben findet auf Deck 5 die Polartaufe statt.

      Neptun, persönlich erwartet uns bereits mit einem Kübel voll Eiswasser. Eine Schöpfkelle voll und die hinten rein in den Nacken und jeder wirklich auch jeder muss dran glauben.
      Mein grosses Glück war, ich hatte eine enge Halskette an.

      Wieder sind interessante Felsformationen zu sehen während sich die Sonne bereits schon wieder vom Firmament zurück zieht.

      In der Ferne kann man das Felsmassiv der Lofotenwand erkennen während die Dunkelheit zusehends einbricht. In Svolvær gibt es wieder einen kurzen Zwischenstopp, bevor unser Schiff weiterfährt Richtung Rafsund.

      Kurz bevor wir in den Rafsund einfahren das erste Mal Nordlichtansage. Alles stürzt nach draussen auf Deck 7. Wo,wo,wo? Wir gehen wie gehabt an Bug auf Deck 5. Da tatsächlich ein schwacher Schein ist sichtbar. Ich versuche ihn aufs Bild zu bannen. Weitere Schleier kann man erkennen. Es ist schwierig vom fahrenden Schiff aus einigermassen scharfe Fotos zu machen und doch schaffe ich es.

      Um 23:20 Uhr fahren wir in den Rafsund ein.
      An Deck 7 wird zu einer Frischfrikadellenparty geladen, zusammen mit einem Trollfjord-getränk. Mhh, also das Getränk, an das könnte man sich gewöhnen, leider reicht's nur für jeden eine Tasse voll. Naja, dafür dürfen wir dann die Tasse auch behalten. Ein nettes Andenken mit dem Schiffsnamen darauf.

      An der Mündung zum Trollfjord macht unser Schiff eine Wendung und fährt ein Stück hinein. Zusätzlich zum Vollmond und dem Sternhimmel über uns leuchtet die MS Nordlys die Wände im Fjord aus und will uns Trollgesichter zeigen, hmmm also ich kann da nichts erkennen, auch nicht mit viel Fantasie. Vorsichtig dreht das Schiff auf der Stelle und verlässt dann wieder den Trollfjord . Gute Nacht ihr Trolle, wo immer ihr auch sein mögt.

      Da, immer wieder ziehen grüne Schwaden am Himmel entlang, nur kurz und leider nie richtig kräftig. Inzwischen haben wir uns auf Deck 7 verzogen, dort harren wir noch lange aus in der Hoffnung noch mehr und besseres Nordlicht zu sehen. Die meisten Passagiere haben sich inzwischen nach drinnen verzogen. Mit uns ist noch ein kleiner Teil geblieben, auch unsere Tischnachbarn. Nachdem sie meine Fotos auf der Kamera gesehen haben wollen sie es doch auch mal in Natura sehen. Aber leider warten wir alle vergeblich.

      Tag 5 an Bord: Samstag, der 6. März 2009

      Es ist nach Mitternacht, wir verlassen den Rafsund wieder und passieren die gleichnamigen Brücke. Neben uns eine in Mondschein getauchte Bucht.

      Um 01:25 Uhr legen wir in Stokmarknes an, hier liegt die alte MS Finnmarken als Museumsboot. Als wir Stokmarknes verlassen, geben auch wir auf und ziehen uns in die Federn zurück. Wir verschlafen Sortland und Risøyhamn .

      Um 6:45 Uhr bin ich aber bereits schon wieder auf den Beinen und lasse mich vom frühen Morgen inspirieren. Es sieht wieder nach einem herrlichen Tag aus. Wir laufen Harstad an und bleiben dort bis ca. 08:00 Uhr liegen.

      Weit hinten am Horizont taucht ein Hurtigrutenschiff auf, ausserplanmässig, jetzt sollte uns doch gar keines begegnen!? Beim Näherkommen ist bald klar es ist unsere verlassene MS Nordkapp. Sie legt hinter uns an der Kaimauer an und wer bereits auf ist geht nach hinten.

      Nun hatten wir noch einmal die Chancen unser Schiff zu sehen. Es ist nach der Reparatur ohne Passagiere unterwegs nach Bergen um sich wieder in den Fahrplan einzureihen.
      Wir verlassen Harstad und ziehen weiter Richtung Norden. Unser nächstes Ziel ist Finnsnes mit einem kurzen Aufenthalt und danach Tromsø , die Pforte zum Eismeer. Aber bis wir dort ankommen wird jetzt erst kräftig, gut und ausgiebig gefrühstückt.

      Wir sind schon weit vorgedrungen in den Norden und haben viel erlebt, das einzige auf was ich immer noch hoffe, ist ein gutes Nordlicht. Mal sehen vielleicht habe ich noch Glück.
      Und wieder taucht eine der vielen Brücken auf. Dieses Mal ist es Finnsnes , auch hier nur ein kurzer Stopp zum be- und entladen. Nach kurzem Aufenthalt verlassen wir wieder Finnsnes .

      Es ist inzwischen 12:45 Uhr und eigentlich will ich das erste Mal auch ein wenig drinnen hinsetzen. Schön in der Cafeteria am Fenster eine heisse Schokolade schlürfen. Doch kaum habe ich Platz genommen fällt mein Blick aus dem Fenster und ich springe wie elektrisiert auf. Da draussen hat es wahnsinnige Wasserspiegelungen. Ich packe meine Kamera, lasse alles andere stehen und liegen und sause nach draussen.

      14:40 Uhr kommen wir in Tromsø an. Zu unserer rechten sehen wir die Eismeerkathedrale
      danach geht es unter der Brücke durch in den Hafen. Dort wird unser Schiff schon von einigen Personen erwartet. Da wir hier 4 Stunden Aufenthalt haben kommen sicher auch viele Einheimische an Bord. Dies ist entlang an der Hurtigrute eine Besonderheit der Norweger, sie kommen an Bord zu einem gemütlichen Plausch und Kaffeekränzchen so wie anderorts in ein Cafe eingekehrt wird.

      Auf den Strassen ist überall eine ca. 15 cm dicke Schnee- und Eisschicht.

      Leider war die Eismeerkathedrale wegen Überholung geschlossen, so dass wir diese nicht besichtigen konnten. Also bummelten wir ein wenig durch Tromsø .

      Betreffend unserer verschobener Rückreise waren wir uns einig abzuwarten und nicht zu drängeln, das machen die anderen schon zur Genüge. Aber heute ist bereits schon Samstag, am Montag legen wir in Kirkenes an und am Dienstag möchten wir zurückfliegen. Langsam wäre es doch auch an der Seite, dass wir Bescheid hätten.

      Zurück auf dem Schiff gehe ich als erstes zur Rezeption und frage nach ob sie auch an uns gedacht haben für den Rückflug. Erstaunt schaut mich der Steward an, ja ob mir nicht auch wieder mit nach Bergen zurückfahren. Schön wär's! Toll, die haben uns tatsächlich vergessen, aber ich bekam die Zusage, dass sie sich sofort darum kümmern und wir spätestens bis morgen Nachmittag Bescheid hätten. Kein Problem, Hauptsache es klappt, einschliesslich dem Hotel in Kirkenes .

      Beim Auslaufen war es dann bereits schon dunkel.
      20:30 Uhr - Es gibt wie immer ein gutes und reichliches Nachtessen.

      Um 22:30 Uhr erreichen wir Skjervøy für einen kurzen Zwischenstopp.Danach geht es einmal etwas früher in's Bett. Mit dem Nordlicht scheint es nicht so zu klappen wollen und morgen früh möchte ich dann doch wieder früh raus um von Hammerfest noch etwas mitzubekommen ausserdem wird es morgen kein Mittagsschläfchen geben, denn dann sind wir am Nordkap.

      Von der Überquerung Lopphavet , ein Stück offenes Meer und dem Halt in Øksfjord haben wir nichts mitbekommen.

      Tag 6 Sonntag, der 08. März 2009

      06:25 Uhr - ich bin schon seit einiger Zeit wieder auf den Beinen, mein Mann schläft noch. Mit leichter Verspätung legen wir in Hammerfest an. Neben mir steht ein älterer Herr, auch einer von der MS Nordkapp und wieder einmal am maulen. Da steht man extra früh auf um Hammerfest anzuschauen und dann sind wir zu spät dran. Über soviel Unverständnis kann man nur den Kopf schütteln.

      Mit der Kamera bepackt mache ich mich schnell auf die Socken ein paar Eindrücke von Hammerfest zu sammeln. Viel Zeit bleibt mir nicht, durch die Verspätung sind hier nur
      20 Minuten geplant.

      Der legendäre Eisbärenclub liegt direkt am Hafen, ist aber um diese Tageszeit noch geschlossen.

      Das Horn tönt bereits schon, jetzt aber schnell. Beim Schiff angekommen ist mein Mann doch auch schon auf und an Deck. Beunruhigt hält er nach mir Ausschau, ihm ist schon klar wem das Schiffshorn gilt, grins. Wir verlassen Hammerfest und steuern als nächstes Ziel das Nordkap an.

      Um 08:55 Uhr kreuzen wir das Schwesterschiff die MS Polarlys. Noch ein kleiner Zwischen stopp in Havøysund Ich gehe noch schnell runter an die Rezeption um ein paar Fotos an unsere Tageszeitung zuhause für den Fotowettbewerb zu schicken. Das Personal ist super freundlich an Bord, ich darf hinter die Rezeption an ihren PC von dort direkt per Mail die Bilder versenden. Dabei erfahre ich auch, dass unsere Flüge gebucht sind und auch das Hotel reserviert ist. Na also klappt doch alles hervorragend ohne die ganze Zeit zu drängeln.

      Wir müssen uns richten für den Ausflug an das Nordkap, hoffentlich klappt das und unser Reiseführer hat genug Busse bestellt. Also dieses Mal stehen wir nicht zurück, auch wenn wir den Ausflug für den verpatzten von Bergen geschenkt bekommen haben. Aber ich denke wir brauchen uns keine Sorgen machen.

      Zuerst geht es bei strahlenden Sonnenschein noch ein wenig durch die bewegte See bevor wir dann um kurz vor 12:00 Uhr Honnigngsvåg anlaufen. Von hier geht es dann weiter mit den Bussen zum Nordkap.

      Eiligen Schrittes müssen wir vom Schiff ein Stück weit zu den Bussen laufen. Es stehen 5 Busse parat. Wir nehmen den nächstbesten Bus welcher mit Sprache Deutsch angeschrieben ist und haben das Glück ziemlich vorne einen Sitzplatz zu ergattern.

      Unser Bus startet als zweiter in dem Konvoi, die Reiseleiterin, eine Asiatin, erzählt einiges über das Leben der Samen und ihrer Rentiere hier im Norden und erklärt uns die Gegend. Mit einer halsbrecherischen Geschwindigkeit ist unser Bus auf schneebedeckten Strassen unterwegs. Wir fahren am nördlichsten Strand vorbei. brrhh hier wird tatsächlich m Sommer gebadet. An einer Abzweigung wartet ein Schneepflug auf uns. Mit einer halsbrecherischen Geschwindigkeit fährt er unseren Bussen voraus und wir im gleichen Tempo hinterher. Eigentlich ist es im Winter nicht erlaubt auf das Nordkap zu fahren, nur das Hurtigruten-unternehmen hat dafür eine Ausnahmebewilligung, der Schneepflug ist aber zwingend vorgeschrieben egal ob nötig oder nicht.

      Wir haben Glück, als wir am Nordkap ankommen, legt sich der Wind und wir kämpfen uns durch eine hohe Schneemade aufs Gebäude zu.

      Durchs Gebäude durch und auf der anderen Seite wieder raus, sehen wir schon die Kugel , welche das Nordkap kennzeichnet vor uns. Alles stürmt dort hin, jeder will das obligatorische Foto unter der Kugel machen. Nachdem sich der Rummel gelegt hat und sich die meisten wieder Richtung Gebäude verzogen haben möchten wir auch noch von uns ein Foto unter der Kugel. Eine starke Böe treibt und dann aber auch ins Gebäude, also noch Karten vom Nordkap schreiben und damit auch vom nördlichsten Postamt Europas abgeschickt.

      Dann zurück zum Bus, alles rein und mit Volldampf wieder Richtung Schiff. Der Schneepflug voraus.

      Kurz vor 15:00 Uhr - sind wir bereits schon wieder zurück von unserem Ausflug zum Nordkap und haben noch ein wenig Zeit bis unser Schiff um 15:15 wieder ablegt.

      Knapp zwei Stunden später machen wir an der Küste einen mythischen Ort aus. In der Nähe liegt eine wie eine Kirche geformte Felsgruppe, die Finnkirka. Diese Felsgruppe war in alten Zeiten ein Opferplatz der Samen.

      Da plötzlich, was ist da vorne los. Ein Boot steuert mit atemberaubender Geschwindigkeit auf uns zu. Piraten?!?!?! Sie machen längsseits von unserem Schiff fest...... und werden an Bord gelassen. Puh, aufatmen das ist nur ein ortsansässiger Fischer der mit den berühmt, berüchtigten Königskrabben an Bord kommt. Die Königskrabbe wurde Ende der 60 Jahre in der Barentssee Nähe Murmansk ausgesetzt um die Versorgung in Moskau zu verbessern. Da sie keine natürliche Feinde hat, verbreitet sie sich inzwischen bis zu den Lofoten. Nachdem alle die Königskrabben auf Deck 7 bestaunen und fotografiert haben, verlässt der Fischer mit den Krabben wieder unser Boot und fährt an Land zurück.

      17:50 Uhr - wir legen einen ganz kurzen Stopp in Kjøllefjord ein.

      Heute Abend gibt es wieder ein Buffet, Wahnsinn alles frisch aus der See, Fisch, Lachs, Meeresfrüchte, so richtig zum schlemmern.

      20:11 Uhr - mit leichter Verspätung erreichen wir dann Mehamn .






      Später gehen wir dann auch noch auf Deck 7 und hoffen ein wenig auf Nordlicht, aber leider haben wir kein Glück, ich glaube diese Reise müssen wir unbedingt wiederholen. Langsam geht der vorletzte Tag unserer Reise zu Ende und Wermut macht sich breit. Morgen sind wir bereits schon in Kirkenes . Schön denen, die auch die Reise wieder zurück mit dem Schiff antreten. Wir werden in Kirkenes von Bord gehen und noch eine Nacht dort bleiben. Auf was wir uns jetzt noch freuen ist die Schlittenhundefahrt die ich von zuhause aus schon gebucht habe. Bin gespannt wie es wird.

      Mit einem Pärchen aus Berlin, die wir auf dem Schiff kennenlernt haben verbringen wir den letzten Abend in der Bar. Müde gehen wir gegen 24:00 Uhr ins Bett und verschlafen die Orte Berlevåg , Båtsfjord , und Vardø .

      Tag 7 Montag, der 09. März 2009

      wir kommen an der russischen Grenze an

      07:00 - Tagwach, die Koffer müssen gepackt werden und die Kabinen um 09:00 Uhr geräumt sein, tja leider.

      Um 07:30 Uhr laufen wir Vadsø an, noch einmal die Kamera in die Hand nehmen und ein paar Fotos schiessen.

      Dann noch ein letztes Mal frühstücken auf dem Schiff und schweren Herzens Abschied nehmen.

      Pünktlich um 10:00 Uhr legen wir in Kirkenes an, von dort geht es sofort mit dem Bus zu unserem Hotel. Wir steigen ab im Rica Artic Hotel, mitten in der Ortschaft. Das Hotel macht einen sauberen und gepflegten Eindruck. Wir stellen unsere Koffer ab und machen uns dann gleich mal auf Erkundungstour.

      Lustige Schlitten stehen überall in den Strassen, vor den Geschäften oder Cafes. Sie sind das Fortbewegungsmittel der norwegischen Fussgänger, vor allem im Norden.

      Während die Schlitten sehr unbedarft in ihrer Wartung sind, werden die Autos auf ihren Parkplätzen zum Heizen an das Stromnetz angeschlossen.

      Hier haben die Strassen sowohl einen norwegischen als auch russischen Namen. In einem Cafe nehmen wir ein Kleinigkeit zu uns und gehen dann ins Hotel ein Nickerchen machen. Um 17:00 Uhr sollen wir zu der Hundeschlittenfahrt abgeholt werden.

      Pünktlich stehen wir vor dem Hotel und warten zusammen mit einem anderen Schweizer Ehepaar. Mit Ihnen sind wir am letzten Abend auf dem Schiff ins Gespräch gekommen und sie haben sich spontan entschieden an der Schlittenfahrt auch teilzunehmen.

      Ein VW Bus fährt vor und wir werden von einem jungen Mann abgeholt. Auf der fast ein-stündigen Fahrt erzählt er uns, dass er aus Deutschland kommt und bereits seit einigen Jahren als Musher in Norwegen tätig ist. Er weiss sehr viel über die Gegend und ihrer besonderen Lage zur russischen Grenze zu berichten. Je weiter wir fahren desto mehr verändert sich die Vegetation. Tannenbäume weichen einer Art Latschenkiefern. Wir sind jetzt direkt an der Grenz zu Russland, in der Mitte des Flusses, an dem wir entlang fahren, verläuft die Grenze.

      An der Husky-Station angekommen werden wir von einem riesigen, weissem Hund freudig begrüsst. Er schiebt vor dem Haus Wache. Drinnen werden wir eingekleidet mit speziellen Jacken und Overalls, sowie spezielle Stiefel zum Schlittenfahren. Dann geht es rüber zum Rudel. Überall ein bellen und jaulen, ein japsen und heulen, die ganze Meute freut sich über uns Menschen. Wir erhalten Instruktionen wie wir den Tieren gegenüber treten sollen. Es darf jedes Tier gestreichelt werden sofern es dafür bereit ist, wir sollen aber die, welche nicht von sich aus auf uns zukommen, in Ruhe lassen.

      Die Schlitten werden bereit gestellt und die Laufleine dafür ausgelegt. Mein Mann darf unseren Schlitten selber fahren. Nachdem alle vier Schlitten mit je sechs Hunde eingespannt sind darf ich in unserem Schlitten Platz nehmen. Der Musher gibt mir den "Anker noch in den Schlitten und mein Mann muss jetzt hinten auf der Bremse stehen bleiben bis der Musher mit seinem Schlitten vorneweg anzieht. Und dann .......... geht es los. Wouh super, die Hunde ziehen den Schlitten voller Freude an und ab geht es in die Mond beschienene Nacht hinein. Vor uns der Musher mit seinem Gespann und hinter uns das dritte Gespann, mehr sind wir nicht. Die Strecke ist ein Rundlauf von ca. 20 km, ein klein wenig bergauf und bergab. Eine der Hündinnen bei uns im Gespann macht es sich zwischendrin einfach, sie setzt sich einfach auf ihren Hosenboden und lässt sich von den anderen mitziehen. Plötzlich, puh setzt einer einen Kegel ab und der landet unter den Kufen. Eine ganze Zeit lang dürfen wir diesen Duft mit führen. Mein Mann ist hinten fleissig am mitarbeiten, wenn es bergauf geht springt er vom Schlitten ab und schiebt mit. Vor uns geht es in eine Rechtskurve, links steht eine kleine Kiefer im Weg. Während mein Mann hinten am Schlitten versucht zu ruckeln um an der Kiefer vorbei zu kommen, versuche ich mit der Hand uns daran abzustossen. Geschafft, wir streifen sie nur, aber das war knapp. Nach gut einer Stunde kommen wir wieder im Lager an. Die Hunde werden ausgeschirrt und erhalten noch gefrorenen Fisch als Leckerbissen. Nachdem alles versorgt ist, wartet auf uns in einer Samenhütte ein Feuer und ein gutes Nachtmahl. Es wir spät und unser Hundeführer fährt uns dann zurück zum Hotel. Kurz vor Kirkenes kommen wir an einem Plakat vorbei das auf den Finnmarkslopet hinweisst.
      Eines der härtesten Schlittenhunderennen die es gibt. Die Strecke geht über verschiedene Distanzen, wobei die längste insgesamt 1'070 km beträgt. Für diese Strecke benötigt der Schnellste im Schnitt ca 5 Tage. Die Teilnehmer reisen dazu aus der ganzen Welt an. Der Start war am Samstag der 07. März und hier in Kirkenes ist die erste Hälfte geschafft und heute Nacht, Montag auf Dienstag 09./10. März, sollen die ersten Fahrer mit ihren 14 Hunden im Gespann erwartet werden.

      Es ist fast Mitternacht als wir am Hotel abgeladen werden. Müde und berauscht von dem schönen Abend sinken wir in unsere Betten und schlafen gleich ein.

      12. Tag unserer Reise Dienstag, der 10. März 2009

      05:00 Uhr - und ich bin schon wieder hellwach, draussen ist es auch bereits schon taghell. Leise stehe ich auf, ziehe mich an und schnappe die Kamera. Mal schauen ob ich den WEg zum Finnmarkslopet finde. Soweit war das nicht von unserem Hotel weg. Mein Mann schläft noch und bekommt nichts mit.

      Ich mache mich auf den Weg und finde auch bald aus Kirkenes raus zu dem Schild. Dort stehen bereits schon einige Fahrzeuge mit Hundeanhänger und Reserveschlitten.

      Ein Stück weiter hinten stehe ich etliche Leute stehen, also auf nach dort hinten. Ich bin goldrichtig, hier ist das Gespannlager. Einige Gespanne sind bereits schon heute Nacht reingekommen. Auf etliche wird noch gewartet.

      Die rein kommenden Gespanne müssen vom Musher selbst versorgt werden. Sie bleiben vor dem Schlitten eingespannt, erhalten ihr Futter und Wasser. Auf einem bereits eingerichteten Strohlager ruhen sich die Hunde aus und werden gegen die Kälte noch zugedeckt. Erst dann darf der Musher sich um sein Wohl kümmern.

      Während immer noch Gespanne von der Strecke reinkommen, starten die ersten schon wieder. Wie ich später erfuhr habe ich hier das Glück die Siegerin des Finnmarkslopet 2009 zu sehen.

      Langsam muss ich mich wieder auf den Rückweg machen. Ein letzter Blick auf Kirkenes und in drei Stunden geht's schon wieder Richtung Heimat.

      07:30 Uhr - im Hotel, meinen Mann muss ich erst wecken, er hat gar nichts mitbekommen, dass ich schon weg war. Wir gehen frühstücken, natürlich lang nicht das was es auf dem Schiff gab, aber es war auch in Ordnung. Dann unsere Koffer holen und in den Bus Richtung Flughafen.

      Abflug Kirkenes 11:30 Uhr

      Auf unserem zweistündigen Flug nach Oslo überfliegen wir wieder unberührte Landschaften und gefrorene Flüsse. Das Wetter, das sie ganze Zeit so toll war, ist heute wie unsere Stimmung, Abschied nehmen mit einem lachenden und einem tränenden Auge.
      In Oslo angelangt irren wir wieder auf dem Flughafen umher, erst in die Richtung und dann in andere Richtung, bis wir wissen wohin. Wir haben jetzt drei Stunden Aufenthalt.

      16:30 Uhr - Weiterflug nach Zürich. Im Flieger erwartet uns dann eine Überraschung, da Hurtigruten sich so spät um unseren Flug gekümmert hat, waren nur noch 1. Klasse Plätze frei. Ha, super Service, wir bekommen unter anderem alkoholische Getränke wie Piccolo oder Whisky angeboten - gratis!!!! - und erhalten ein warmes Essen.

      Ausserdem werden wir noch mit einer schönen Abendstimmung belohnt.

      Vor dem Landeanflug auf Zürich verändert sich dann das Wetter schlagartig und wir kommen in einen Schneesturm rein. Draussen sieht man den Schnee wie er senkrecht am Flieger vorbei fegt. Das Flugzeug wird recht durchgerüttelt, über Zürich selber dann wenigstens nur noch Regen, so dass wir wohl behalten landen.

      Ein traumhaft schöner Urlaub geht zu Ende und am liebsten würde ich gleich für das nächste Jahr wieder buchen. Denn eines ist bereits jetzt schon sicher:



      WIR KOMMEN WIEDER!!!!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „swisslady“ ()

    • Klasse Bericht. Da habt ihr ja ein richtiges Abenteuer hinter euch. :thumbup:
      Welche Variante hättet ihr gewählt, wenn der Arbeitgeber nicht mitgespielt hätte :?:
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten im Profil)
    • Hallo Swisslady,

      wir wußten ja,daß Ihr an Bord seid und wollten Euch in Aalesund besuchen.Als wir mit der Finnmarken einliefen,wunderten wir uns :hmm: ,daß wir an einem anderen Anleger festmachten,durch die Häuser sah ich den Schornstein der MS Nordkapp.Wir also sofort los :girl_witch: um an Bord zu kommen,aber wir durften nicht. :punish: Schön geschrieben,ich kann mir vorstellen,daß es sehr schwerfällt,das Schiff in Kirkenes zu verlassen, :girl_cray2: deshalb fahren wir immer wieder mit zurück.Nun ist ja unsere Finni weg und wir sind auch auf der Nordlys gelandet,freuen uns aber trotzdem.Sind ja nur noch 13 Tage.

      Gruß Seebär :hut:
    • Toll swisslady,
      jetzt weiß man endlich mal, was da mit der Nordkapp in
      Alesund abgelaufen ist, und vor allem wie es geregelt wurde.
      Ich stand ja mit den Seebären fassungslos am Kai vor Eurem
      Schiff. Als wir dann abfuhren und in einiger Entfernung an
      Euch vorbei - das war schrecklich.
      Aber genauso mit dem Neustart hätte ich es auch gemacht :thumbsup:
      Nur eins - Tag 2 hast Du früh morgens wohl die Lofoten mit
      der Finnmarken verwechselt - na gut, im Dunkeln :lol:
      Liebe Grüße
      Renate
      Bald gehts wieder los :dance3:
    • Jobo, ich glaube darüber haben wir uns gar keine Gedanken gemacht und wir haben das unseren Brötchengebern schon so verklickert dass sie gar nicht anderst konnten. :search: :laugh1:

      Hamburgerin, tja ich glaub da haste recht :tommy: :good3:

      Seebär, ätschibätsch :girl_sigh: bei uns sind es nur noch 11 Tage, aber leider wieder nur bis Kirkenes , dafür aber wieder mit Schlittenfahrt vorort :dance3: :dance3: und mal schauen vieleicht haben wir wieder einen Maschinenschaden und verlängern :pleasantry:
    • achja und Elfi, ich glaube Du bist nicht ganz unschuldig, dass wir uns für die Winterreise entschieden haben und damit zu Wiederholungstätern werden.[/quote]

      Ach herrjeh..... wie schrecklich ... dass mir das noch nicht mal Leid tut... :laugh1: :laugh1: :laugh1:

      Ich hätte noch weitere Argumente für Winterreisen, hier mal so ein kleines Leckerli


      in diesem Sinne... und ja ... der Bericht folgt mal :gamer:
      Gruss,
      Elfi
    • Also das glaub ich ja jetzt fast nicht..... da fällt doch grad so ein Groschen, nachdem ich doch ins Grübeln geraten bin :hmm: , welche meiner Reiseschilderungen das denn war.............. und hab dann so eine dumpfe Ahnung ......und wie ich so meine alten Mails durchklicke...................... :search:
      Da freu ich mich doch noch mehr :dance:
    • Hallo Swisslady,
      Klasse Bericht! Super, dass Ihr so reagiert habt. So hätten wir uns auch verhalten, vor allen Dingen wenn man weiß, dass sich die Crew alle Mühen gibt! Mein Spruch aus dem alten Forum war (und ist es immer noch) "Man kann sich jeden Tag ärgern, aber man ist nicht verpflichtet dazu!" (siehe Äußerruing Deines Mannes, sie hätten ja drin bleiben können.)
      Spitze, danke :thumbsup:
      Gruß
      Ronald