Einmal Hirtshals-Bergen-Kirkenes und zurück mit Gruppenanschluss - oder - die Geschichte von großen Koffern und kleinen Taxis

    • B-K-B
    • Jobo schrieb:

      Da das Wetter draußen außer Grau nicht viel hergibt,
      Ja, das war irgendwie ein blöder Tag an der sonst soooo schönen Küste ;(
      Dann lieber Wind und Wellen mit tollen Wolken als dieser Einheitsbrei.

      Jobo schrieb:

      und schließlich in der Dunkelheit verschwindet
      Ein tolles Foto mit diesen Spiegelungen. Das habe ich erst mal geklaut :blush2:

      Arctica schrieb:

      habe ich sie dann gefunden:
      Ha, jetzt weiß ich was Elisabeth mit ".....ja, aber die Finnmarken ist es nicht" in Molde 2010 meinte :mosking:
      Da hängt die Glocke für jedermann sicht- und fühlbar vorne am Bug. Komisch, auf der Vesteralen hängt sie auch da unten und Jobo musste für ein Foto fast Kopfstand machen :pilot:
      Gruß
      Renate
    • Sonntag 10.April


      Als ich aufwache befinden wir uns noch im Trondheimfjord, ich brauche mich also mit der Morgentoilette nicht zu beeilen. Ich gehe danach aufs Oberdeck, wir liegen inzwischen schon in Trondheim am Kai. Auf eben diesem sehe ich auch schon Renate und den Seebär herumlaufen. Da wir uns ja noch im Winterfahrplan befinden, bin ich überrascht, dass die MIDNATSOL noch nicht hinter uns liegt, sie hätte schon um 6 Uhr hier sein sollen.
      Auch der Seebär und Renate haben sich schon darüber gewundert, erfahre ich, als ich das Schiff verlasse und mich zu den beiden geselle. Seebär geht zur Rezeption und fragt, ob man dort etwas über die MIDNATSOL wisse. Er kommt ziemlich betrübt zurück, die MIDNATSOL habe die Fahrt gecanceled wegen Defekt. Na das ist vielleicht eine schlechte Nachricht, sind doch dort die Forumsmitglieder Trine, nebst Tochter, sowie martha und Analytiker an Bord. Renate hatte mit Trine ja sogar ein kleines Treffen vereinbart.
      Wir diskutieren noch darüber, welcher Defekt die MIDNATSOL wohl ereilt hat, als im Trondheimfjord die Silhouette eines großen Schiffes auftaucht. Als das Schiff näher kommt, können wir es klar als MIDNATSOL identifizieren. Es wird wohl noch gut 30 Minuten dauern, bis das Schiff hier am Kai ist, also gehen Renate und ich erstmal zum Frühstück, Seebär wartet die Ankunft ab.



      Als wir zurück kommen ins Schiff, kommen uns viele Reisende entgegen, die hier in Trondheim aussteigen. Ausgerechnet heute Morgen haben beide Aufzüge total ihren Betrieb eingestellt. Wie immer in Trondheim , müssen die Passagiere selbst ihr Gepäck von Bord bringen. Wir sehen viele Reisende, die sich nun mit ihren schweren Koffern auf der Treppe abmühen, und über den fehlenden Service hier in Trondheim fluchen.
      Nach dem Frühstück begebe ich mich mit Renate direkt aufs Achterdeck. Die MIDNATSOL liegt hinter uns und einige der Passagiere verlassen gerade das Schiff. Drei Frauen kommen zielstrebig auf die NORDNORGE zu, Renate meint noch dies könne Trine sein, und winken uns schon von unten zu. Also spurten wir nach unten und tatsächlich, es ist Trine mit ihrer Tochter und martha. Wir suchen uns in der Cafeteria ein freies Plätzchen und fragen nach dem Defekt der MIDNATSOL. Es hat sich wohl um technische Defekte gehandelt die man aber weitestgehend in den Griff bekommen hat, unter anderem haben sie auf der MIDNATSOL ebenfalls massive Aufzugprobleme, so dass die Tour fortgeführt werden kann. Jetzt treffen auch die Svalbards und die Kraniche ein, anschließend der Rest unserer Truppe.
      Martha muss sich leider schon verabschieden, da sie an einem der Ausflüge hier in Trondheim teilnimmt, der wohl bald startet. Trine und ihre Tochter bleiben ein wenig länger, doch dann müssen auch sie los, schließlich wollen sie noch einen Stadtbummel durch Trondheim machen.



      Wir verabschieden die beiden noch, danach verteilt sich unsere Truppe wieder auf dem Schiff. Nur wenig später legt die NORDNORGE vom Kai ab und in einer rasanten Kurve biegen wir nach Backbord in den Trondheimfjord ab. Die MIDNATSOL bleibt hinter uns zurück, wir drücken unseren Forumsmitgliedern dort die Daumen, dass das Schiff von weiteren technischen Defekten verschont bleibt und sie ihre Reise wie geplant durchführen können.



      Direkt neben den Kaianlagen in Trondheim können wir das Pirbadet sehen. Es ist Norwegens größtes Freizeitbad mit einem herrlichen Blick auf den Fjord. Im Hintergrund ragt der Nidarosdom über Trondheim , den ich mir ja gerne noch angeschaut hätte, als wir nordgehend hier waren. Doch gewisse Gründe, "ich kann die Stadt nicht leiden, wir gehen auf gar keinen Fall zum Dom", haben mich damals davon abgehalten. An Steuerbord lassen wir jetzt die Insel Munkholmen zurück, während wir in den Fjord beschleunigen.



      Viele von uns ziehen sich jetzt in die Kabinen zurück, um schon mal die Koffer zu packen. Auch ich verteile nun meine Sachen auf die beiden Koffer. Soviel Platz hatte ich noch nie wenn es wieder zurück ging. Anschließend treffe ich mich mit den anderen wieder beim Mittagessen. Heute Abend wird es freie Platzwahl geben, da es nur noch eine Dinnersession gibt. Wir bitten unseren Tischkellner, uns trotzdem unsere Tische zu reservieren. Er verspricht dies, aber wir müssen pünktlich sein, da er die Tische nicht lange freihalten kann.



      Als wir wieder das Achterdeck betreten, sind wir bereits in der Trondheimsleia, gerade passieren wir Terningen Fyr, das schöne Leuchtfeuer mit der Hexe die auf einem Besen reitet dem Seeadler auf der Außenfasade des Turmes. Das Leuchtfeuer befindet sich vor der großen Insel Hitra an Steuerbord. Doch viel ist heute nicht zu erkennnen, der Himmel ist immer noch grau, nur der Regen bleibt uns heute erspart.



      Inzwischen liegt Hitra hinter uns, im Dunst sind die Windräder auf Smola gerade noch erkennbar. Wir sehen Tyrhaug Feuer und anschließend die schöne alte Steinkirche auf der Insel Edøya, während uns gerade die Fähre nach Tustna kreuzt. Die Wolken am Himmel werden immer bedrohlicher, wir ziehen uns ins Innere zurück, im hinteren Barbereich kann man gut sitzen, solange hier noch kein Barbetrieb ist.



      Etwas später sind wir dann wieder auf dem Achterdeck, wir haben die Trondheimsleia inzwischen hinter uns, der Schiffsverkehr nimmt hier etwas zu. Die kleineren Schiffe schaukeln etwas in den Wellen, aber auf der NORDNORGE merkt man fast nichts davon. Das trübe Wetter passt gut zur Stimmung des vorletzten Tages, wie soll das erst morgen werden. Der große Leuchtturm von Grip war fast nicht zu sehen, aber Stavenes Feuer liegt nun direkt vor uns.



      Dieser Leuchtturm signalisiert uns die baldige Ankunft in Kristiansund . Der Anblick der schönen Stadt, verteilt auf den Inseln, hebt unsere Stimmung wieder ein wenig. Wir gönnen uns noch eine Flasche Ringnes aus der Bar, während wir in Kristiansund einlaufen. Langsam treibt die NORDNORGE durch die Hafenstadt, bis wir am Kai anlegen, leider hier immer nur für kurze Zeit.



      Die Liegezeit in Kristiansund wir mir auch nie langweilig, gibt es hier doch immer etwas zu sehen. Seien es die alten Speicheranlagen gegenüber der Anlegestelle, seien es die interessanten Schiffe, die hier oft liegen. Auch das Treiben auf den Straßen der Stadt läßt sich gut vom Schiff aus beobachten. Ständig fahren kleinere Boote oder Fähren durch eine der Brücken dieser Stadt.
      Nur wenig später verlassen wir Kristiansund und fahren wieder hinaus auf die See, über der immer noch die tiefen, dunklen Wolken hängen. Schon bald geht es zu unserem letzten Dinner an Bord, schließlich wollen wir pünktlich sein. Unser Tischkellner hat auch tatsächlich unsere Tische freigehalten, dafür, und für den guten Service während der ganzen Reise bekommt er auch ein gutes Trinkgeld von uns.
      Während des Essens begegnet uns noch die VESTERÅLEN, die Seebären und Jim Knopf rennen extra raus aufs Deck, quasi zwischen Vorspeise und Hauptgericht.



      Wir haben unser letztes Dinner an Bord gut hinter uns gebracht als wir uns Molde nähern. Vom Achterdeck aus kann man den markanten Turm in der Nähe des Hafens gut sehen, er wirkt wie ein großes Segel. Wir legen direkt hinter einer der großen Fähren an, während es schon leicht dämmert. Genau hier haben Renate und ich im September die NORDNORGE erstmals besichtigt, während wir, nach unserer Trollstigen-Tour auf unsere VESTERÅLEN warteten.



      Renate verabschiedet sich jetzt in ihre Kabine, ihre Erkältung macht ihr immer noch schwer zu schaffen. Insgesamt hatte sich das Achterdeck doch jetzt schon stark geleert, nur noch wenige Passagiere erfreuten sich an dem Anblick der Romsdalalpen. An Land ist das Hotel Alexandra zu sehen, hier endet immer die Trollstigen-Tour mit einem Dreigängemenü.



      Kurz bevor wir wieder in Molde ablegen, verläßt eine der großen Fähren den Hafen. Ich stehe noch lange hier auf dem Oberdeck und genieße die ruhige Fahrt durch den Moldefjord. Doch bald ist es so dunkel, dass man nichts mehr erkennen kann, also ziehe auch ich mich in meine Kabine zurück. Noch ein letztes Mal die Bilder runterladen und dann kann ich auch schon das Netbook einpacken, bevor ich mich schlafen lege.





      Fortsetzung folgt ....
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -
    • Jobo schrieb:

      Terningen Fyr, das schöne Leuchtfeuer mit der Hexe die auf einem Besen reitet auf der Aussenfasade des Turmes.


      Vielen Dank für den Bericht mit den wiederum detaillierten Beschreibungen. Nur die Malerei am Terningen Feuer ist ein Fischadler, der einen Fisch in den Krallen/Klauen hält.
      Hier sind zwei Vergrößerungen



      Der Turm, in Molde , der aussieht wie ein Segel, heißt auch so: "Seilet" - das Segel, ein Hotel.

      Herzliche Grüße
      Ronald
    • Montag 11.April


      Da ist er nun, der Tag der Depressionen, der letzte Reisetag, der Tag der Rückkehr nach Bergen . Ich bin schon gegen 6 Uhr wach heute, ein Blick aus dem verschmutzten Fenster zeigt mir, dass wir uns im Skatestraumen befinden und auf den Hornelen zulaufen. Ich sehe Wasserfälle den Berg herunterrauschen, aus großer Höhe ziehen sie sich wie riesige Bindfäden nach unten.



      Es dämmert noch, als ich aufs Achterdeck komme. Backbord voraus ist die Siedlung Leirgulen zu sehen. Ich kann niemand sonst auf dem Achterdeck sehen, zu dieser frühen Stunde bin ich alleine hier oben. Unser Schiff dreht nun nach Steuerbord, wir wechseln wohl gerade vom Skatestraumen in den Hornelfjord. Dieser Fjord führt um den Hornelen , den imposanten Berg, herum.



      Es ist nun das erste Mal, das ich diese frühe Schiffsbegegnung mitbekomme, denn gerade erscheint unser Schwesterschiff, die NORDKAPP, an Backbord. Auch dort ist, so früh am Morgen, noch kaum jemand an Deck zu sehen. Was auch nicht verwunderlich ist, schließlich ist es gerade 6:20 Uhr, die meisten Passagiere werden noch in ihren Kojen liegen, oder unter der Dusche stehen.



      An Steuerbord passieren wir jetzt den Hornelen , der groß und mächtig über uns droht. Gegenüber ist das Dorf Vingen zu sehen, von oben rauscht auch dort ein Wasserfall herunter. Renate und Seebär kommen gerade aufs Achterdeck, sie waren zuvor im Panoramasalon und haben dort die Vorbeifahrt der Nordkapp verfolgt. Gemeinsam gehen wir dann hinunter zu unserem letzten Frühstück an Bord. Heute fehlt es an nichts, gestern morgen hatten wir plötzlich keine Butter mehr und hatten schon überlegt, uns diese auf der MIDNATSOL zu besorgen.



      Daher müssen heute morgen Lachs, Spiegeleier, Wurst und Käse in großen Mengen zu unserer Sättigung herhalten. Zum Abschluss dann noch etwas von dem leckeren Gebäck, wenn schon deprimiert, dann wenigstens mit vollem Bauch. Wir verlassen schließlich das Restaurant ein letztes Mal um uns wieder an Deck zu treffen. Wir haben Florø , den letzten Hafen vor Bergen erreicht.



      Hier herrscht heute morgen schon ein emsiges Treiben. Am Kai werden Schiffe beladen, eine große Fähre steht auch schon mit Beleuchtung dort, wohl zur Abfahrt bereit. Im Hafen selbst ist ein eifriges Kommen und Gehen. Kleine Boote und Fähren kreuzen durch das Hafenbecken, legen an oder gerade ab, erstaunlich wieviele Leute sind um diese Uhrzeit schon unterwegs sind.



      Als wir den Hafen von Florø wieder verlassen, kommt für Renate noch einmal ein Höhepunkt, fahren wir doch nahe an ihrem Lieblingsleuchtturm Stabben vorbei. Anschließend verschwinden wir ein letztes Mal in unsere Kabinen, schließlich sollen bis 10 Uhr die Koffer in der Nähe der Aufzüge stehen. Mit gemischten Gefühlen stelle ich meine beiden großen Koffer an den Aufzug. Es würde jetzt nur noch fehlen, dass ich in Bergen meinen neuen Koffer vom Band nehme und er wäre beschädigt, aber ich will ja den Teufel nicht an die Wand malen.



      Wir treffen uns wieder auf Deck 7, im hinteren Bereich der Bar. Hier belegen wir eine Ecke mit unseren Jacken und unserem Restgepäck, schließlich haben wir jetzt keine Kabinen mehr. Im Westen kann man Ytterøyane Fyr schwach im Dunst erkennen. Der 31 m hohe rot-weiße Eisenturm hebt sich von dem Grau des Hintergrundes ab.



      Wenig später sieht man sogar Utvær Fyr, den hohen roten Turm weit draußen im Meer. Ich dachte immer, er sei von der Route aus nicht sichtbar. Ein weiteres Leuchtfeuer ist ebenfalls an Steuerbord sichtbar, es kann sich nur um Lyngøy oder Kråkestein Feuer handeln.



      Mittlerweile hat sich unsere ganze Gruppe hier oben auf Deck 7 eingefunden. Wir sitzen hier für die letzten Stunden an Bord zusammen. Die NORDNORGE ist derweil in den Steinsund eingefahren, die letzte Attraktion dieser Reise. In Bergen werden zwei Taxis auf uns warten, die hat Eskild schon für uns geordert.



      Als wir den Steinsund durch die enge Ausfahrt verlassen, wird der Steinsund auch per Lautsprecher angekündigt. Es ist aber weder Eskild noch Elisabeth, die diese viel zu späte Ansage macht. Bis die Passagiere aus dem Inneren heraus sind, liegt der Steinsund schon weit hinter uns.



      Schnell kehrt wieder Ruhe ein und die Passagiere verschwinden wieder irgendwo im Schiff. Längst hat jeder einen Platz gefunden, an dem er die letzten Stunden auf See verbringt. Ich verbinge die Zeit damit, nach den Leuchtfeuern in dieser Gegend zu schauen. Gerade passieren wir Holmengrå Feuer und wenig später das kleine, auf einer Schäre stehende, Feuer Grimmeskjæret.



      Es ist inzwischen bereits Mittag. Da ich keinen großen Hunger habe, das Frühstück war einfach zu reichlich, erkläre ich mich bereit, während des Lunches auf unsere Sachen aufzupassen. So gehen denn die anderen in aller Ruhe zum Mittagessen, während ich den Blick auf die Insel Fedje und das Hellisøy Fyr geniesse.



      Fedje bleibt hinter uns zurück, wir fahren bereits am Øygarden entlang, eine Schärenlandschaft die die Fahrrinne nach Bergen von der See abgrenzt. Die anderen treffen jetzt nach und nach wieder hier oben ein, Renate hat mir sogar etwas zu essen mitgebracht, und wir warten hier bis das Schiff endlich in Bergen am Hurtigrutenkai anlegt.
      Wir sollen hier decksweise aussteigen, zuerst die Passagier von Deck 6, also bin ich bei den ersten mit dabei. Meine Koffer erscheinen auch bald auf dem Band, ohne weitere Beschädigung. Ich bin als erster unserer Gruppe vor dem Hurtigrutenterminal. Eskild und Elisabeth verabschieden die Fahrgäste und verteilen sie auf Busse und Taxen. Unser beiden Taxis, es soll sich um Taxis von Taxi 1 handeln, sollen etwas später eintreffen.
      Inzwischen sind alle von unserer Gruppe hier und haben auch ihr Gepäck. Nun treffen zwei Taxis von Taxi 1 ein, aber die können nicht für uns sein, es handelt sich um zwei kleine Toyotas. Doch tatsächlich, es sind wahrlich die Taxis für uns. Einer der Fahrer öffnet die hintere Klappe eines Fahrzeuges, ich vermute, dass er jetzt das Gepäck einläd, stattdessen klappt er zwei Notsitze hoch und erwartet, dass sich zwei von uns darauf setzen.
      Es entspannt sich nun eine Diskussion, Eskild ist sauer und weist die Taxifahrer darauf hin, das zwei Fahrzeuge für 11 Personen mit viel Gepäck bestellt waren. Wir setzen jetzt die Seebären, Arctica und die Kraniche in das eine Fahrzeug und lassen diese schon mal losfahren.
      Eskild verhandelt immer noch mit dem anderen Taxifahrer und teilt mir dann mit, dass ein größeres Fahrzeug kommen wird. So warten wir gut 15 Minuten bis ein weiteres Taxi ankommt, auch nicht größer als das bereits wartende. Erneut gehen nun die Verhandlungen los und endlich einigen wir uns darauf, mit diesen beiden Fahrzeugen loszufahren, aber nur eines wird von uns bezahlt, da es klar ein Fehler des Taxiunternehmens war.
      Wir verabschieden uns von Eskild und Elisabeth, nochmal ein dickes Dankeschön an beide, und verteilen uns auf die Taxis. Renate, Hans und die Svalbards in das kleinere Fahrzeug, die Koffer, Jim Knopf und ich in das andere. Nach kurzer Fahrt sind wir wieder am Thon Hotel, wo der Empfang der Zimmerschlüssel schnell und reibungslos vonstatten geht.
      Wir haben uns alle für 18 Uhr bei Pepes Pizza verabredet, so bleibt jetzt noch Zeit ins Forum zu schauen und ein kleines Nickerchen zu machen. Pünktlich um 18 Uhr treffen Renate und ich bei Pepes ein und nur wenig später ist die Truppe komplett. Bald nach dem Essen verabschieden sich Hans, die Kraniche und die Seebären. Auch der Rest bleibt nicht mehr lange hier, wir verabschieden noch Arctica, die wir morgen nicht mehr sehen werden, und spazieren dann mit Jim Knopf und den Svalbards zum Hotel.
      Hier verschwindet jeder in sein Zimmer, da wir uns ja morgen noch beim Frühstück sehen werden. Renate hat das Zimmer neben meinem, wir verabreden, am nächsten Morgen zu klopfen sobald man zum Frühstück will. Schnell liege ich danach in meinem Hotelbett und bin eingeschlafen.






      Fortsetzung folgt .....
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -
    • Jobo schrieb:

      ihrem Lieblingsleuchtturm Stabben vorbei
      ich glaube wirklich, dass seine "Insel" immer kleiner wird ;(
      Danke für das schöne Foto ^^

      Jobo schrieb:

      es sind wahrlich die Taxis für uns.
      wie die Reise begonnen hat, so endet sie auch - Taxis in Bergen :wacko1:

      Jobo schrieb:

      Eskild und Elisabeth, nochmal ein dickes Dankeschön an beide
      Dem kann ich mir nur anschließen :good3:
      Gruß
      Renate

      Jobo schrieb:

      dass ich in Bergen meinen neuen Koffer vom Band nehme, und er wäre beschädigt,

      Das hätte noch gefehlt, dann hätte der Kreis sich wirklich geschlossen :wacko1:

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    • Dienstag 12.April


      Gut erholt, weil tief geschlafen, verlasse ich nach der Morgentoilette das Zimmer. Auf mein Klopfen bei Renate erfolgt keine Reaktion, also befindet sie sich entweder noch im Tiefschlaf oder schon draußen beim Rauchen. Ich kann sie aber auch draußen nicht finden, also gehe ich zum Frühstücksraum, und richtig, dort sitzt sie und schlürft ihren Kaffee.
      Wir bedienen uns jetzt beide an dem schönen Buffet und lassen es uns schmecken. Die Svalbards und die Seebären treffen nun auch ein, etwas später auch noch Hans, wieder eine große Frühstücksrunde. Wir wollen schon fast gehen, als auch noch Jim Knopf erscheint, er schläft ja gern mal etwas länger. Es folgt die große Verabschiedung, bis auf Hans, der erst am Nachmittag fliegt, verlassen die anderen Bergen bis mittags.



      Da das Wetter heute mitspielt, blauer Himmel schon am Morgen, macht Renate den Vorschlag auf den Ulriken zu fahren. Da stimme ich gerne zu und nach einem kurzen Gang auf unsere Zimmer treffen wir uns vor dem Hotel. Wir gehen vor, an Bryggen entlang, bis zum Torget, um von hier wieder mit dem roten Doppeldeckerbus zu fahren. Doch wir warten vergebens, es will kein Bus kommen.



      Es ist gerade 9 Uhr, das Tourismuscenter am Torget öffnet seine Pforten. Also nichts wie rein, im Innern gibt es schöne Wand- und Deckenmalereien, und nach dem Bus fragen. Der Doppeldecker fährt nur in der Sommersaison, wir müssen einen Linienbus nehmen, der eine Straße weiter abfährt. Wir brauchen dort auch nicht lange auf den Bus zu warten, allerdings fährt dieser nicht bis zur Talstation des Ulriken, sondern hält unten auf der Hauptstraße. Wir müssen uns somit noch etwas den Berg hochquälen, was besonders für Renate gilt, die durch ihre heftige Erkältung kaum Luft bekommt.



      An der Talstation angekommen, brauchen wir erstmal eine Verschnaufpause. Anschließend fahren wir mit einer Gondel nach oben, heute ist nur eine Gondelführerin da, die zweite Gondel wird nicht genutzt. Oben angekommen bietet sich uns, bei schönem Wetter, eine tolle Sicht auf Bergen und Umgebung. Ich kann mich an dem tollen Fernblick gar nicht satt sehen.



      In dem kleinen Restaurant auf dem Berg, hier läuft wieder schöne Oldiemusik, lassen wir uns zu einer heißen Schokolade nieder. Hier wird gerade leckeres Gebäck frisch gebacken. Eigentlich habe ich noch gar keinen Hunger, doch als ich, nachdem ich kurz draußen war, wieder reinkomme, steht an meinem Platz eines dieser appetitlichen Gebäckstücke. Da ich Renate natürlich nicht kränken möchte, beiße ich auch herzhaft hinein, wirklich gut und lecker.



      Jetzt kommen immer mehr Leute mit der Gondel hoch, es scheint hier, in einem Nebenraum des Restaurants, irgendein Vereinstreffen statt zu finden. Wir lassen uns davon allerdings nicht stören und gönnen uns noch eines dieser leckeren Gebäckstücke. Anschließend schauen wir uns draußen in aller Ruhe um. Auf der Rückseite des Berges liegt noch vereinzelt Schnee, hier sind auch einige Wanderer unterwegs.



      Unter dem mächtigen Satellitenturm auf dem Ulriken kommt man sich wahrlich richtig klein vor, er ist ja auch schon von weitem zu sehen, wie wir bei unserer Hinfahrt mit der BERGENSFJORD feststellen konnten. Wir wollen nun wieder nach unten fahren, aber da nur eine Gondel fährt, müssen wir lange auf diese warten. Die Gondel ist auch noch voll mit Waren für das Restaurant und den Shop, die erstmal ausgeladen werden müssen.
      Erst jetzt dürfen wir die Gondel betreten und es geht wieder nach unten. Als wir unten aussteigen, sehe ich auf der anderen Seite eines der deutschen Ehepaare, die auf der Hinfahrt mit der BERGENSFJORD dabei waren. Wir winken uns zu, sicherlich werden wir sie morgen auf der BERGENSFJORD wiedertreffen.
      Anschließend wandern wir wieder zur Hauptstraße und von dort mit dem Bus zurück in die Stadt. Es ist schon gegen Mittag, also setzen wir uns in den Außenbereich von Pepes Pizza. Mir kommt der Gedanke, dass Hans sicherlich auch die restliche Zeit bis zum Abflug bei einem Glas Bier verbringt, und richtig, um die Ecke bei Zachen entdecken wir ihn und nehmen ihn mit zu Pepes.
      Hier sitzt man gemütlich unter den Heizstrahlern, trotz Sonnenschein ist es etwas kühl, und kann in Ruhe sein Bier trinken, welches auch noch günstiger ist als bei Zachen. Alle anderen sitzen mittlerweile schon in ihren Fliegern, bzw. in der Bahn, auch für Hans wird es Zeit, also brechen wir auf in Richtung Hotel. Dort verabschieden wir Hans und ziehen uns auf unsere Zimmer zurück, um noch ein wenig im Forum zu stöbern und für eine Mütze voll Schlaf. Ich habe mich mit Renate für etwa 16 Uhr wieder verabredet.



      Um 16 Uhr kann ich nebenan, die Wände sind recht dünn, noch nichts hören, also warte ich bis 16:20 Uhr, bevor ich bei Renate anklopfe. Wir wollen einen kleinen Einkaufsbummel durch Bryggen machen, laut Renate haben die Geschäfte bis 18 Uhr geöffnet. Wir spazieren also los, kreuz und quer durch Bryggen , kehren hier und da ein, zuletzt beim Julehus, hier kann man immer nette kleine Souveniers finden. Ich kaufe hier auch einige Kleinigkeiten und wir verlassen das Geschäft wieder, gerade zur rechten Zeit, den hinter uns wird geschlossen. Die meisten Geschäfte schließen hier schon um 17 Uhr, nicht erst um 18 Uhr.
      Der Hunger macht sich inzwischen deutlich bemerkbar, also wollen wir über die Ampel, hinüber zu Pepes. Ein Fahrradfahrer wird direkt in unserer Nähe von einem Taxifahrer so geschnitten, dass er eine Vollbremsung machen muss. Dies schafft er zwar noch ohne das Taxi zu berühren, aber ich kann sein Problem erkennen. Er hat Radlerschuhe an, die in die Pedale einrasten, und diese bekommt er nun nicht frei. Ich spurte los um ihn noch aufzufangen, doch ich bin zu weit weg, er fällt wie in Zeitlupe um und liegt mit seinen Fahrrad an den Füßen da, hilflos wie ein Käfer auf dem Rücken. Ich helfe ihm sich aus den Pedalen zu befreien und aufzustehen, frage ob er sich verletzt hat, das scheint nicht der Fall. Er wirft dem Taxi nur einen bösen Blick zu, steigt auf sein Fahrrad und fährt weiter, ich an seiner Stelle hätte den Taxifahrer zumindest zur Rede gestellt.
      Nachdem sich alles wieder beruhigt hat, schlendern wir hinüber zu Pepes Pizza und teilen uns hier eine große Pizza, schließlich hatten wir kein Mittagessen. Danach gehts noch einmal zurück zum Hotel, bevor wir uns noch für einen gemütlichen Abendspaziergang durch Bergen verabreden.



      Ich bin vor Renate wieder vor dem Hotel, und gehe schon hinunter zum Wasser. Hier liegt die Galease LOYAL, die wir schon im September gesehen hatten, und lädt gerade die Gäste für einen Törn ein. Die handverlesene Schar steht brav am Schiff und wartet darauf an Bord kommen zu dürfen. Renate trifft jetzt auch hier ein und wir gehen los in Richtung Bryggen .



      Das Kai der STATSRAAD LEHMKUHL ist heute leer, sie ist wohl wieder auf großer Fahrt, hoffentlich mit Gallionsfigur. Man merkt gleich, dass die Geschäfte inzwischen alle geschlossen haben, nur wenige Passanten flanieren vor Bryggen . Die schöne Abendsonne verwöhnt uns hier mit ihrem warmen Abendlicht, während wir an den Häusern von Bryggen entlang gehen.



      Auf der anderen Hafenseite ist die Anlegestelle der Schnellfähren zu sehen, dahinter befindet sich immer noch eine große Baustelle. Weiter vorne ragt unübersehbar das Hotel Admiral in den Hafen. Die kleine Hafenfähre hat ihren Tagesbetrieb allerdings schon eingestellt. Ein Blick zurück zeigt uns, dass inzwischen alle Passagier an Bord der LOYAL sind, denn diese legt gerade ab.



      Wir gehen an Egons vorbei, wechseln auf die andere Straßenseite und nehmen die Kong Oscars Gate. Diese führt uns nach wenigen Metern zur Korskirken, der schönen alten Kirche, die abends immer so schön beleuchtet ist. Hier, am Fuße des Floyen , findet man viele kleine Gassen, mit teilweise schönen alten Häusern, so auch die Skostredet, nur wenige Meter hinter der Kirche.



      Wir bleiben aber auf der Kong Oscars Gate und gelangen so an die Domkirche von Bergen . Die Abendsonne taucht die ganze Kirche in rotes, warmes Licht. Wir schauen uns die imposante Kirche etwas näher an. Hier finden wir auch einen Gedenkstein für Petter Dass, den wir schon von Sandnessjøn kennen. Anscheinend war der auch hier in Bergen aktiv.



      Wir gehen noch einige Meter weiter, und schlagen uns dann nach rechts in die Nygaten die dann in die Peter Motzfeldts Gate übergeht. Am Ende dieser Straße treffen wir auf die Kaigaten, die an dem künstlichen, achteckigen See entlang führt. Auf der anderen Seite des Sees ist das Bergens Kunstmuseum zu sehen, es zieht sich am ganzen anderen Ufer entlang.



      Wir lassen uns auf einer Bank nieder, vor uns am Ufer schnattern einige Enten. Ich frage Renate, ob sie etwas gesagt habe, sie verneint mit einem bösen Blick :laugh1: . Es ist eine herrliche Abendstimmung hier an dem See, viele Leute machen hier ihren Spaziergang, der Mond ist auch schon am Himmel. Ein Familie mit zwei kleinen Kindern kommt vorbei, die Kinder jagen die Enten weg, was natürlich mit einem ordentlichen Geschnatter seitens der Enten quittiert wird.



      Am Ende des Sees treffen wir, als wir wieder weitergehen, auf einen großen Platz, den Festplassen. Von hier hat man einen schönen Blick über den See, man kann sogar den Bahnhof hinten links hinter den Bäumen sehen. Im Hintergrund überragt der Ulriken das abendliche Bild. Auf der rechten Seite des Platzes steht ein Denkmal von Christian Michelsen, die Taube auf seinem Kopf scheint keinen Respekt vor ehemaligen norwegischen Ministerpräsidenten zu haben.



      An der Statue vorbei gelangen wir auf die Starvhusgaten, welche uns direkt auf Torgallmenningen, den breiten Hauptplatz Bergens führt. Hier haben die großen Geschäfte natürlich noch auf, es ist kurz vor acht, daher ist hier auch noch mehr Betrieb auf der Straße. Wir wandern den Platz entlang, vorbei am Sjømannsmonumentet, dem Seemanns Monument, bis zum Torget.



      Hier entschließen wir uns, noch ein gemütliches Bierchen bei Pepes zu trinken. Von hier kann man schön über den Hafen blicken, der in der untergehenden Sonne einen tollen Anblick bietet. Für uns ist es der letzte Urlaubsabend vor der Heimreise, die Stimmung hier im Hafen passt bestens dazu. Morgen werden wir, als letzte der Forumstruppe, Norwegen verlassen.



      Wir trinken unser Bier aus und machen uns auf den kurzen Rückweg zum Hotel. Im Hafen hat gerade eben der norwegische Minenräumer M 341 KARMOY angelegt, die Matrosen machen teilweise noch die Taue fest. Wir erreichen unser Hotel und verabschieden uns auf die Zimmer. Hier starte ich nochmal mein Netbook, um einen kurzen Blick ins Forum zu werfen. Mit Vorfreude auf eine schöne Rückreise gehts danach ins Bett.





      Fortsetzung folgt ........
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -
    • Jobo schrieb:

      Da ich Renate natürlich nicht kränken möchte
      Ja ja, ich weiß, ich musste Dich quasi zwangsernähren - wie üblich
      Aber die Panoramabilder sehen toll aus

      Jobo schrieb:

      sie verneint mit einem bösen Blick
      Ich schnattere nicht

      Jobo schrieb:

      Für uns ist es der letzte Urlaubsabend vor der Heimreise, die Stimmung hier im Hafen passt bestens dazu.

      Das Schöne war vor allem, dass man mal nicht diese blöden Flüge vor sich hatte :imsohappy:
      Gruß
      Renate
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