Die Reise mit dem ungeliebten Schiff - oder - Von Zweien die auszogen, das Ende des Regenbogens zu finden

    • B-K-B
    • 2010
    • Ich komme grad aus dem Lachen nicht mehr raus :laugh1: :mosking: Kann mich Arctica und Nordlicht nur anschließen:

      Er (nach dem ersten Kabinenschreck)

      Jobo schrieb:

      gehe ich zu Renates Kabine, klopfe vorsichtig an

      Sie (an gleicher Stelle)

      Jobo schrieb:

      Jobo hämmerte aufgebracht und wütend gegen meine Kabinentür

      Jobo schrieb:

      Da waren wir uns tatsächlich einig

      :thumbsup: :friends:

      Einfach nur grandios, das macht rischtisch Laune lesetechnisch dabei zu sein
      :laugh1: :dance3: :dance4:

      Danke ihr beiden, freu mich auf die Fortsetzung :locomotive:

      LG Bhagira
    • Na ja, sagen wir mal so, Jobo und "vorsichtig anklopfen", dazu noch wütend, ist ein
      Widerspruch in sich :mosking: Da hat er wahrscheinlich gar nicht gemerkt, dass er die Tür
      fast aus den Angeln gehoben hat :lol:
      Hoffentlich geht's hier gleich mal weiter :grumble:
      Gruß
      Renate
    • Jobo - 2.Seereisetag 12.September

      Gegen sechs Uhr wache ich auf, ich habe endlich mal wieder richtig gut geschlafen, wie immer wenn ich mich auf einem Schiff befinde. Ich wundere mich allerdings, dass es so ruhig ist, eigentlich sollten wir uns doch jetzt bei der Überquerung der Stadhavet , des Vestkaps befinden. Ein Blick aus dem Fenster, Renate steht schon dort bei ihrer Morgenzigarette, zeigt mir aber absolut ruhige See. Was für ein Unterschied zum Januar 2009, als wir hier mit der LOFOTEN bei heftigen Windstärken durchfuhren.
      Nachdem ich geduscht habe, endlich Platz in der Dusche, ziehe ich mich an, und bin gegen 6:45 Uhr draußen bei Renate, damit wir pünktlich um sieben Uhr zum Frühstück können. Wir sind die ersten beim Frühstück und können uns so einen schönen kleinen Vierertisch an der Steuerbord Vorderseite des Speiseraumes sichern. Das wird für die ganze Reise unser Stammtisch beim Frühstück. Wie nicht anders von Hurtigruten erwartet, ist das Frühstücksbuffet reichlich und bietet eine riesige Auswahl.
      Nachdem ich mich mit dem Nötigsten versorgt habe, jammert Renate schon los über fehlenden Platz auf dem Tisch. Das kann ich irgendwie nicht ganz nachvollziehen, immerhin ist die Fensterbank neben ihr doch noch völlig frei. Während des Frühstücks legen wir kurzzeitig in Torvik an. Doch wir sind schon wieder unterwegs, als wir unser Frühstück beendet haben.

      Es ist stark bewölkt und regnet auch leicht, als wir zurück aufs Oberdeck gehen. Im Hintergrund ist noch die Herøybrücke zu sehen, sie verbindet Torvik mit der Nachbarinsel. Auch an Ulstein sind wir schon vorbei, der Geburtsstätte der POLARLYS, NORDKAPP und NORDNORGE, sowie auch der FINNMARKEN, die ja jetzt leider in Australien rumdümpelt.

      Unter den tief hängenden Wolken schiebt sich die VESTERÅLEN zügig in Richtung Ålesund vor. Schon passieren wir an Backbord den Leuchtturm von Hogsteinen. Etwas weiter vorne kann man im Einheitsgrau des Horizonts zwischen den Inseln die Giskebrücke erkennen.

      Es ist 8:30 Uhr als wir uns der Jugendstilstadt Ålesund nähern, sie wir überragt vom Aksla . Der Hausberg von Ålesund soll auch einen schönen Aussichtspunkt haben, ich war bisher leider noch nie dort oben und wir werden ihn auch heute nicht erklimmen können, da wir nur 45 Minuten Aufenthalt haben.

      Die letzten Minuten warten wir in unserer Lieblingsecke in der Cafeteria auf das Anlegen, bevor wir uns ein Deck tiefer zur Gangway begeben. Wir wollen die Zeit wenigstens zu einem kleinen Spaziergang an Land nutzen, auch wenn das Wetter nicht gerade dazu einlädt.

      Wir sind nicht die einzigen, die das Schiff verlassen, andere Reisende wollen wohl die Zeit für einen kleinen Stadtrundgang nutzen. Wir lassen diese Passagiere zuerst aussteigen, dann gehen auch wir von Bord und umrunden das Hafengebäude. Auf der anderen Seite hat man einen schönen Blick auf die Häuser am Ufer und das Molenfeuer von Ålesund .

      Wir bummeln am Kai entlang, der Himmel meint es gut mit uns, es regnet nur noch ganz leicht, bis zum Ende des Hafengebäudes. Das Dach dieses Gebäudes ist gleichzeitig ein großer Parkplatz, dessen Auffahrt nun vor uns liegt. Kurzentschlossen gehen wir die Auffahrt hinauf und haben vom Dach einen guten Blick auf unser Schiff.

      Da der Hafen an dieser Seite durch ein Tor verschlossen ist, müssen wir den gleichen Weg wieder zurück gehen, um zum Schiff zu gelangen. Dabei fällt mir auch die Schiffsglocke der Vesteralen auf, auch wenn es sich dabei nicht gerade um ein Vorzeigeobjekt handelt. Die verbleibende Zeit bis zur Abfahrt in den Geirangerfjord verbringen wir wieder in der gemütlichen Cafeteria des Schiffes.

      Anscheinend sind alle Passagiere wieder pünktlich zurück auf dem Schiff, denn wir legen um 9:30 Uhr ab und fahren nun zuerst wieder eine kurze Strecke zurück. In Höhe des Leuchtturms Hogsteinen biegen wir jetzt aber nach Backbord, in den Sulafjord ein.

      Der Regen hat nun gänzlich aufgehört und die Sicht wird auch etwas besser. Der Sulafjord ist sehr breit, wir fahren am nördlichen Ufer entlang, während eine große Autofähre unsere Route kreuzt. Diese Seestrecke ist total neu für mich, daher kann ich mich gar nicht genug satt sehen, an den schönen großen Fjorden hier.

      Die große Autofähre ist nicht die einzige, die uns begegnet, hier herrscht ein reger Fährverkehr zwischen den Ufern. Der Fjord zieht sich lange um die Insel Sula herum, bevor er in Höhe Magerholm in den noch größeren Storfjord mündet. Der Anblick der Wolken, die hier an den Berghängen hinaufziehen, ist atemberaubend.

      Der Storfjord führt in einem langen Rechtsbogen um die hohen Berge herum. Wir befinden uns während der ganzen Fahrt auf dem Achterdeck, um uns keinen Teil dieser schönen Landschaft entgehen zu lassen. Nach einiger Zeit, es ist wohl gegen 12 Uhr, biegen wir in den Sunnylvsfjord ein, der uns auf direktem Weg zum Geiranger bringt.

      In diesen biegen wir auch bald ein, er ist schmäler und kürzer als die Fjorde bisher. Viele Wasserfälle, die sich aus großer Höhe herunterstürzen, sind hier zu sehen. Auf Backbord tauchen nun die Sieben Schwestern auf, sieben schleierartige Wasserfälle dicht nebeneinander. Auf hier gibt es Sieben Schwestern , nicht nur in der Nähe von Sandnessjoen .

      Wenn man die dunklen, grauen Felsenwände hier genau betrachtet, kann man die Gesichter der Trolle sehen, die hier versteinert auf den Einbruch der Nacht warten. Von allen Seiten fühlt man sich hier beobachtet und hat den Eindruck, als würde das eine oder andere Gesicht hin und wieder mit den Augen zwinkern, als wollte es uns sagen, habt keine Angst, wir tun euch nichts.

      Kurz hinter den Sieben Schwestern fahren wir noch einmal um einen großen Felsen herum, dann taucht vor uns auch schon die Ortschaft Geiranger auf, das Ende des Geiranger-Fjords. Auf der Backbordseite ist jetzt an einen steilen Berg eine Serpentinenstraße zu sehen, diese werden wir auch bald mit den Bussen herauffahren.

      Zuvor allerdings steht das Ausbooten an, wir müßen in ein kleineres Boot wechseln, welches uns an Land bringen wird. Dazu müßen nun alle Passagiere die den Trollstigen-Ausflug gebucht haben hinuntersteigen aufs Autodeck. Hier ist an einer schmallen Tür eine kleine Gangway angelegt, ähnlich denen, die von Lofoten und Nordstjernen immer benutzt werden, die zu dem Boot führt.

      Nachdem alle Ausflügler das kleine Boot geentert haben, wird die Gangway eingezogen und wir entfernen uns schnell von der VESTERÅLEN. Diese dreht nun auch auf der Stelle und beschleunigt dann schnell, um den Geirangerfjord wieder zu verlassen. Nur noch kurz können wir das Schiff sehen, schon ist sie um den großen Berg herum und unseren Blicken entschwunden.

      Unser Boot hingegen steuert geradewegs auf die kleine Ortschaft am Ende des Fjordes zu. Auf der linken Seite kann man schon, auf einem großen Parkplatz, zwei Busse stehen sehen, ich denke die warten auf uns. Wir legen an einem der kleinen Stege an und gehen die wenigen Meter bis zum Parkplatz hinüber zu Fuß. Hier werden wir nun aufgeteilt, in den Bus Nummer 1, dieses liegt als Schild groß hinter der Frontscheibe, kommen die Ausflügler, die deutsch oder norwegisch verstehen. Im zweiten Bus wird englisch und italienisch gesprochen.

      So aufgeteilt fahren wir los, die zuvor schon gesehene Serpentinenstraße hinauf. Unser Reiseleiter im Bus ist ein Norweger mittleren Alters, der uns nun in ruhigem Ton den weiteren Verlauf der Tour erklärt. Als wir die steile Straße schon fast hinter uns haben, wird an einem großen Aussichtsbalkon ein erster Stop gemacht. Von hier hat man einen traumhaften Blick auf den Fjord und die Ortschaft unter uns. Von der VESTERÅLEN ist allerdings längst nichts mehr zu sehen.

      Nach rund zehn Minuten steigen wir wieder in die Busse ein und die Fahrt geht weiter. Wir fahren nun den Berg vollends hinauf. Hier führt der Weg fortan durch eine hügelige Landschaft, ständig auf und ab. Kleine Wildbäche und vereinzelte Wasserfälle an den Steilseiten der Hügel lockern das Bild der Umgebung etwas auf. Auch kleinere Tunnel werden durchfahren bevor es wieder abwärts geht.

      Wir stoßen hier auf den oberen Teil des Storfjordes, den wir eine Weile entlang fahren. Dann steuern wir den Anlegeplatz einer Fähre an, diese befindet sich aber gerade auf der anderen Fjordseite. Am Fjordufer wartend, können wir beobachten, wie die Fähre drüben ablegt, langsam über den Fjord fährt und auf unserer Seite wieder anlegt um nun zuerst die Fahrzeuge heraus zu lassen die sich in ihrem Innern befinden.

      Erst danach dürfen auch wir und die anderen, mit uns wartenden, Fahrzeuge auf die Fähre auffahren. Nur wenige Minuten später legt die Fähre ab und bringt uns sicher auf die andere Seite. Hier geht es nun wieder den Berg hinauf um dann, oben angekommen, dem Lauf des Valldola-Flusses zu folgen. Wir haben beim Einsteigen gleich die vordere Sitzbank ergattert, daher haben wir auch vorn hinaus einen guten Blick.

      Dadurch können wir auch schon früh unser nächstes Ziel, die Klamm Gudbrandsjuvet sehen, an der wir auf einem Parkplatz neben der Straße anhalten und aussteigen. Hier bahnt sich ein Gebirgsbach seinen Weg durch die Felsen, unter der Straße hindurch, bevor er auf der anderen Seite wieder ruhiger in das lange Tal fließt. Etwa 15 Minuten dauert unser Halt hier, bevor wir wieder weiterfahren.

      Wir hatten uns schon zu Begin der Fahrt darauf geeinigt, das Renate den Fensterplatz bekommt, so kann ich wenigstens ab und zu meine Beine in den Mittelgang ausstrecken. Wir fahren jetzt lange durch ein tiefes Tal, dabei steigt die Straße kontinuierlich an und wir kommen in immer höhere Regionen. Demzufolge kommen wir auch wieder den immer noch sehr tief hängenden Wolken näher.

      Schließlich haben wir den höchsten Punkt fast erreicht und machen einen erneuten Halt auf der rechten Seite. Wir befinden uns nun oberhalb des Trollstigen , am Ende des langen Tales. Um uns herum sind die hohen Bergspitzen, die den Trollstigen schon von weitem markieren, Bischof, König und Königin, sich aber heute ein wenig zieren und hinter Wolken verstecken. Auch hier verweilen wir etwa 15 Minuten, bevor die Fahrt weitergeht.

      Wir fahren jetzt am obersten Punkt des Trollstigen , der Trolleiter wie es auf deutsch heißt, vorbei. Hier wird gerade eine riesige Aussichtsplattform gebaut, muss das wirklich sein? Doch wir halten nicht, sondern machen uns sofort an die steile Abfahrt und hier trifft der Begriff steil wirklich zu. Die Serpentienenstraße windet sich an dem steilen Felsen entlang, auf der Seite stürzt sich noch ein großer Wasserfall herab. Mitten in einer der engen Kurven parkt doch tatsächlich ein Fahrzeug und die Insassen stehen daneben und genießen den Ausblick, welche Unvernunft.

      Natürlich müssen unsere Busse warten, bis das Fahrzeug weitergefahren ist, dafür sind die Kehren einfach zu eng. Anschließend schlängeln wir uns weiter diese abenteuerliche Straße hinunter und legen erst am Fuß des Trollstigen eine kurze Fotopause ein. Unser Reiseleiter teilt uns auch schon mit, dass wir bald eine längere Rast an einem Restaurant einlegen werden. Auf dem Weg dorthin singt uns unser Reiseleiter auch noch eine norwegische Weise vor, musste das sein?

      In einer großen Holzhütte stärken wir uns dann bei Kaffee, belegten Brötchen und Gebäck. Anschließend werden im Souveniershop noch Postkarten eingekauft. Auf dem Weg zurück zum Bus setzt auch wieder Regen ein und wir sind froh als wir endlich im trockenen Bus sitzen. Die weitere Fahrt führt nun sanft wieder bergab, begleitet von dem Gesang unseres Reiseleiters, der meint, jetzt auch noch Griegs Arabischen Tanz in der "Pom, Pom, Pom"-Version zum Besten geben zu müssen. Als er danach auch noch ein norwegisches Kinderlied anstimmt und der norwegische Teil der Ausflügler darin einstimmt, bin ich kurz davor mich aus dem fahrenden Bus zu stürzen, doch Renate kann mich gerade noch zurückhalten.

      Nach längerer Fahrt, es ist mittlerweile schon nach 18:30 Uhr, erreichen wir den Isfjord, erneut steht eine Fahrt mit einer Fähre an. Wir sind aber auch nicht die Einzigen, die bereits auf die Fähre warten. Doch alle finden noch Platz auf der Fähre, die von außen kleiner wirkt, als sie dann in Wirklichkeit ist.

      Auf der anderen Seite gleiten wir wieder leicht über einige Hügel, so langsam setzt auch schon die Dämmerung ein, bevor wir die Bolsøybrücke überqueren. Danach geht es in einen langen Tunnel, der unter dem Moldefjord hindurchführt, bevor wir um 19:30 Uhr in Molde einfahren. Wir drehen noch eine Runde durch die kleine Stadt, bevor wir vor dem Hotel Alexandra den Bus verlassen, hier wartet ein Abendessen auf uns. Renate isst allerdings gar nichts und ich bin auch froh, als wir endlich die Nachspeise serviert bekommen, schließlich wollen wir die Ankunft der NORDNORGE erleben.

      Wir verlassen als erste das Hotel und machen uns auf den kurzen Weg zum Hurtigrutenkai. Noch ist die NORDNORGE nicht da und wir können uns hier in aller Ruhe etwas umschauen. Am inneren Pier liegt ein großer Fischtrawler, ansonsten herrscht hier noch Ruhe. Ein Schild weist zwar darauf hin, dass das Betreten nicht gestattet sei, aber das übersehen wir großzügig. Gerade fährt eine der großen Fähren vorbei.

      Dann schiebt sich langsam und ganz leise die NORDNORGE um die Mole herum ans Kai. Ein wirklich schöner Anblick, ich freue mich schon auf die nächste Tour im März/April, die wir mit diesem Schiff machen werden. Auf die Sekunde genau um 20:30 Uhr legt die NORDNORGE an. Zunächst steigen viele Passagiere aus, um einen kleinen Landgang zu unternehmen.

      Danach können wir das Schiff als Besucher betreten, dazu bekommen wir am Eingang eine Besucherkarte und widmen uns dem üblichen Desinfektionsprozedere. Von der Rezeption aus besuchen wir zuerst ein Deck höher die schöne Cafeteria und starten dort unseren Rundgang über dieses Deck.

      An den Seiten befinden sich ebenfalls Stühle und Tische, hier sitzt man sicherlich sehr gemütlich. Auf einen Blick ins Restaurant verzichte ich, da ich die anderen Passagiere nicht beim Dinner stören möchte. Aber wir machen noch einen Abstecher in den vorderen Bereich, in dem sich die Bar befindet, vielleicht sollte ich mir hier schon mal einen Stammplatz aussuchen, aber das hat auch noch Zeit.

      Wir wechseln nun drei Decks höher, auf Deck 7, das oberste Deck. Hier befinden sich die Panoramaräume und die Außendecks. Vom oberen Außendeck kommt man achtern über Treppen ein Deck tiefer. Hier befinden sich auf dem achternen Balkon zwei Whirlpools, die aber nun abgedeckt sind.

      Über eine weitere Treppe kommt man noch ein Deck tiefer, auf Deck 5. Auf diesem Deck gibt es einen, rund um das Schiff laufenden, Freigang, den wir nun auch nehmen um unter die Brücke und somit wieder nach vorne zu kommen. Auf der Gegenseite gehen wir mittschiffs wieder ins Innere des Schiffes um über das Haupttreppenhaus wieder zum Rezeptionsdeck zu gelangen.

      Hier verlassen wir die NORDNORGE wieder über die Gangway, da nun bald auch unser jetziges Domizil, die VESTERÅLEN, in Molde eintreffen muss. Auf jeden Fall war der erste Eindruck von der NORDNORGE sehr gut und ich bin mir jetzt schon sicher, dass es im nächsten Jahr ebenfalls eine angenehme Reise werden wird.

      Wir stehen wieder am Kai und erwarten die VESTERÅLEN, die sich nur wenig später auch aus der Dunkelheit kommend an der NORDNORGE vorbei schiebt. Renate geht einige Schritte nach vorne um Bilder zu machen. Neben mir steht eine junge Frau, ein Crewmitglied der NORDNORGE, und grinst während sie auf Renate deutet. Kurz danach verstehe ich ihr Grinsen, sie spricht Renate an, kennt sie sie doch noch von der FINNMRKEN, auf der sie zuvor gearbeitet hatte.

      Unsere VESTERÅLEN legt sogar fünf Minuten zu früh an, wir gehen direkt an Bord und suchen kurz unsere Kabinen auf, um nicht mehr benötigte Teile abzulegen. Wenig später treffen wir uns auf dem Achterdeck wieder, wir wollen doch die baldige Abfahrt der NORDNORGE genau beobachten.

      Es ist dann auch schon nach 22 Uhr als auch die VESTERÅLEN wieder ablegt und Molde verläßt. Renate ist nun doch schon reichlich müde und verschwindet in ihrer Kabine. Ich lasse mir noch etwas den nächtlichen Fahrtwind um die Nase wehen, bevor ich auch in meine Kabine gehe, dort noch schnell die Bilder des Tages auf das Netbook lade und mich dann zum Schlafen hinlege.



      ----------- Fortsetzung folgt ----------






      Renate - 12.9.2010 - Aalesund-Geiranger-Trollstigen-Molde

      Der heutige Ausflug - ja. Ursprünglich wollte ich den gar nicht mitfahren,
      weil ich im September 2009 gerade mit der Finnmarken im Geiranger war und den
      Trollstigen kurz zuvor im Sommer auch gefahren bin, beides bei Traumwetter.
      Aber Jobo ganz alleine auf so eine Abenteuertour schicken - das ging gar nicht.
      :negative:
      Also hatte ich den Ausflug am Abend vorher noch gebucht.
      Um 4.30 Uhr bin ich aufgestanden, für ein Treffen mit der Nordkapp im Sommerfahrplan
      allerdings zu spät. um 5.30 Uhr war ich samt Kaffeepott an Deck. Bei der Ausfahrt auf
      Stad hatten wir etwas Seegang und bei der Überfahrt nur leichte Dünung - kaum der Rede
      wert.
      Plötzlich um ca. 6.45 - ich traute meinen Augen nicht - erschien Jobo mit strahlendem
      Lachen...."Wir wollen doch um 7.00 Uhr frühstücken !" Ich staunte nur - soo früh ?
      Das Frühstück um 7.00 Uhr an unserem kleinen Stammtisch am Fenster wurde von da an jeden
      Morgen "zelebriert". Erst wurde hin- und hergerannt und alles Mögliche angeschleppt. Dann
      "stritten" wir um den geringen Platz auf dem Tisch ( mir wurde ein Viertel der Fläche zu-
      gestanden ), dann ausgiebig getafelt bis nix mehr reinging.... .
      Ankunft Aalesund 8.45 Uhr, Abfahrt Richtung Geiranger 9.30 Uhr. Das Wetter war mittelmäßig,
      mal Regen, mal trocken, im Storfjord dann nur 1x kurz Regen. Die Sicht war gut, zwischen den
      Gipfeln ein paar Wolken, am Himmel ein paar blaue Löcher, sonst leicht bewölkt.
      Das Ausbootmanöver ging sehr schnell. Die Vesteraalen drehte sich währenddessen schon langsam
      wieder zur Rückfahrt mit dem angedockten Boot.Dann brausten wir Richtung Ufer und konnten dabei
      schöne Fotos vom abfahrenden Schiff machen. 2 Busse und los ging es Richtung Adlerstraße . Wir
      saßen in der ersten Reihe rechts.
      Während der Fahrt machten wir mehrere Fotostops, u.a. zuletzt am höchsten Punkt der Strecke vor dem
      Trollstigen . Überhaupt Fotos, ein Kapitel für sich. Im Bus saß ich am Fenster und Jobo innen.
      Um nun auch unterwegs aus dem Fenster fotografieren zu können, betätigte er seinen rechten
      Arm wie einen Ausleger mit der schweren Kamera in der Hand. Das passierte andauernd, sodass
      ich von der halben Strecke nix mitbekam..
      "Was fotografierst Du da eigentlich ständig?" " Lass mich mal machen, mit Fotos aus dem Bus
      habe ich Erfahrung aus China und Peru " meinte er mit überlegenem Lächeln....
      Und wieder wurde der Ausleger rumgeschwenkt am oberen Ende der Adlerstraße . Das Motiv war vermutlich

      ein letzter toller Blick auf Geiranger - der Finger krümmte sich - hervorragend und scharf getroffen, die
      genau in diesem Moment am Straßenrand auftauchenden hohen Büsche................ .
      Situationskomik kann man ja leider nicht beschreiben, man muss sie erleben. Ich kriegte mich jedenfalls
      noch Stunden danach nicht wieder ein, Tränen, Erstickungsanfälle - Pause und plötzlich alles wieder von vorne.
      Diese Büsche begleiteten uns eigentlich bis zum Ende der Reise .

      Auch am Gudbrandsjuvet, der Klamm mit den rauschenden Wassern, halten die Busse natürlich an. Die
      Brückenkonstruktionen sehen irgendwie aus, wie im Wald abgestellte Baugerüste, bieten aber einen guten

      Blick auf das tosende Geschehen darunter.
      Auf der Höhe des Trollstigen stoppten wir nicht und fuhren sofort in die Serpentinen. Cafeteria, Souvernirshops -
      alles war bereits geschlossen. Dazu die schon an anderer Stelle beschriebene Baustelle - war auch nicht einladend.
      Schön wäre es natürlich gewesen, wenn man von der neuen Aussichtsplattform ein paar Fotos hätte machen können, na ja.
      Unterhalb des Trollstigen Kaffepause mit belegten Brötchen im " Trollstigen Gjestegard". Dort gab es auch einen großen Souvenirshop und Postkarten. Kurz vor der Weiterfahrt entlud sich noch ein kurzer Wolkenbruch.
      Wir genossen noch die schöne Strecke mit einer weiteren Fährfahrt. In Molde wartete schon das
      "Alexandra Hotel" mit dem Abendessen. Ich habe drauf verzichtet, Jobo hat sich beeilt und so waren
      wir am Kai, bevor die Nordnorge eintraf. Für die Besichtigung hatten wir also viel Zeit, war ja auch
      spannend für die nächste Tour Ende März. Sie gefiel uns richtig gut, Jobo hat alles dokumentiert.
      Wieder am Kai sprach uns eine junge Frau an, ein Crewmitglied. Sie hatte mich als Finnmarken-Passagier
      erkannt. Sie selbst sei dort als "Reiseleiter-Assistentin" tätig gewesen.Als ich ihr sagte, dass ich
      die Nordnorge für ein schönes Schiff halte, stimmte sie zwar zu, sagte dann aber leise verlegen:"Ja,aber
      die Finnmarken ist es nicht, aber die halbe Crew der Finnmarken ist jetzt auf der Nordnorge"....Na denn !
      :good3:
      Wir erzählten ihr dann noch, dass wir Ende März wiederkämen mit mindestens 10 Leuten. Da staunte
      sie und lachte.
      Inzwischen zeigte sich auch die Vesteraalen wieder und wir gingen "nach Hause". Von Deck beobachteten wir
      noch die Abfahrt der Nordnorge, sagten "tschüs bis Ende März". Um 22.15 ging ich schlafen.
      Fortsetzung folgt

      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

      (Links zu meinen Reiseberichten im Profil)
    • Jobo schrieb:

      den wir nun auch nehmen um unter die Brücke, und somit wieder nach vorne zu kommen.

      DAS WIRD MEIN PLATZ SEIN!!! Und den werde ich verteidigen - hier dürfen höchstens Leute des Hurtigforums hin - jawoll!!!

      Die NORDNORGE macht einen richtig eleganten Eindruck, freue mich auch schon riesig auf die Reise!
      Gruss - Arctica

      Jan 2009 FM * Jan 2010 NL * Jan 2011 FRAM (Antarctica) * Apr 2011 NN * Mrz 2012 LO * Jan 2013 LO (Alta)* Feb 2014 KH *
      Jan 2016 LO

      Reiseberichte siehe Profil!


    • Hamburgerin schrieb:

      Wie jetzt ? Das ganze Umlaufdeck

      nein - unter der Brücke, du weisst doch, ich muss sehen wo ich hinfahre. Wir werden beide einen Reisebericht schreiben müssen damit wir lesen was wir erlebt haben - du morgens früh am Heck, ich abends und nachts am Bug... vermutlich werden wir uns kaum begegnen...
      Gruss - Arctica

      Jan 2009 FM * Jan 2010 NL * Jan 2011 FRAM (Antarctica) * Apr 2011 NN * Mrz 2012 LO * Jan 2013 LO (Alta)* Feb 2014 KH *
      Jan 2016 LO

      Reiseberichte siehe Profil!


    • Kranich schrieb:

      @Renate,
      DAS HECK IST MEIN PLATZ.... UNSER :!: :!:
      Aber klar doch, Kranich, steht doch außer Frage. Aber offenbar werden hier schon früh die Claims abgesteckt, da muss man präsent sein :dance3:

      Arctica schrieb:

      nachts am Bug
      Genehmigt ! Hat es doch den großen Vorteil, dass Jobo im Raftsund Gesellschaft hat und ich mich unbemerkt verdrücken kann - ins Bett Vielleicht gesellen sich ja dann noch einige der Truppe für die Raftsund-Party dazu. Einfahrt Trollfjord lass' ich mir ja noch gefallen, aber dann....
      Gruß
      Renate
    • Also so geht das nicht.
      So lange Berichte und tausende von, zugegeben, schönen Fotos und dann die Berichte auch noch direkt hintereinander.
      Leute, ich muß arbeiten. Wie stellt ihr euch das vor ?

      Zudem müßten wir mal mit RockLobster reden, ob man die Berichte aus Übersichtsgründen nicht nebeneinander stellen kann.
      Dann würden Feinheiten in der unterschiedlichen Berichterstattung noch ein wenig deutlicher hervorkommen. So grenzt das ja schon an Literaturrecherche.

      @Hamburgerin
      Hat jobo die Bilder von den Büschen etwa nicht veröffentlicht ? Dann hätte er ja tatsächlich welche aussortiert. :D

      Am Trollstigen wird eine neue Aussicht gebaut ? Da gibt es doch schon ein ziemlich modernes rostiges Ding, welches ungehindert freien Blick über die Schlucht gibt.

      Ich bin schon gespannt, wie es weitergeht.
    • Danke für Berichte und Bilder :thank_you: ! Auch die Nordnorge ist innen ein schönes Schiff... nicht zu bunt :thumbsup: ! Die Bilder der wolkenverhangenen Berge sind schön ... mutig finde ich es aber auch , dass ihr euch selbst in Bildern zeigt ... Renate eher von hinten ! Ich traue mich das eher nicht , weil man nie wissen kann , für was im Internet die Fotos im Nachhinein verwendet werden könnten ?( ! ( mein Recht auf mein Bild ?) ...
      @Jobo , wie hast du die grosse Anzahl von Photos pro Tag hingekriegt ? Bei mir hat Rock Lobster schon sich gemeldet , als ich bisschen über 20 pro Tag war ... :S
      LG Doro
      Reisen 2002 - 2012 mit MS NORDSTJERNEN , MS LOFOTEN , MS FINNMARKEN :)