BGN-Kirkenes-BGN vom 04.01.2018 – 15.01.2018 - MS Spitsbergen

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      Ich berichte über unsere Tour BGN-Kirkenes-BGN vom 04.01.2018 – 15.01.2018 mit MS Spitsbergen –
      unsere bislang siebte Winterreise mit Hurtigruten. Letztmalig waren wir Januar 2015 unterwegs.

      Ich verlasse das Format eines Tagebucheintrages und fasse einfach mal alle Besonderheiten,
      Anekdoten, Wissenswertes zusammen.



      Das Schiff

      Die MS Spitsbergen hat uns einfach gefallen. Klein, weniger Leute, toll und modern eingerichtet. Das
      Design ist im neuem Stil, hat uns angesprochen. Die Treppenhäuser im Inneren erinnern an die Lofoten – nur in modern. Keine
      überlaufenden Bereiche, genug Platz für Alle. Kein Gedränge. Toll ist Deck 8 als komplettes Außendeck, von welchem man einen
      kompletten Rundumblick in alle Richtungen hat. Bedeutet natürlich bei starkem Wind auch entsprechende Angriffsfläche. Das Schiff ist
      allerdings anfälliger bei Seegang – trotz Stabilisatoren. Es schaukelt schon ganz ordentlich.

      Der Flug

      Hin- und Rückflug recht wackelig aufgrund von Sturmböen. Auf dem Hinflug sind wir einmal ordentlich
      seitlich abgekippt. Muss sich zukünftig nicht wiederholen.

      Das Personal

      Einfach fantastisch. Wir hatten zwei Kapitäne (Wechsel in Tromsö ). Kapitän zwei hat auch eine
      Fragestunde abgehalten – hier wurden der Umbau des Schiffes detailliert dargestellt und Fragen beantwortet. Auch die Beweggründe,
      warum das Schiff gekauft wurde, wurden dargestellt (Zeitgründe – Ersatz für die Midnatsol).

      Besonderes Lob haben sich alle Mitarbeiter im Restaurant verdient. Dort arbeiten zwei Damen, welche
      an Spaßfaktor nicht zu überbieten sind. Das war jeden Mittag und jeden Abend eine tolle Show.

      Das Essen

      Einfach hervorragend. Es gibt zu jedem Essen Abends detaillierte Speisekarten mit genauer Beschreibung zu
      Art und Herkunft der Speisen. Es ist schon unglaublich zu sehen, welche Mühe man sich macht, um lokale Spezialitäten auf den Tisch
      zu bekommen. Erstmals wurde einen Abend ein 5-Gänge-Menü serviert (125 Jahre Hurtigruten). Es funktionierte im zeitlichen Ablauf nicht
      perfekt – dies wurde aber mit viel Humor und Einsatz ausgeglichen. Ein toller Abend.

      Neuigkeiten (zumindest für uns):

      - Auktion zu Gunsten der Hurtigrutenstiftung. Hier konnten wir eine Seekarte ersteigern. Es
      wurden auch eine Fahne, weitere Seekarten und ein Messer angeboten. Das Interesse an der Auktion war allerdings sehr gering. Die
      Seekarte stammt aus dem Gebiet rund um Rorvik und hat mit Bleistift eingezeichnete Routen und Korrekturen mit Kugelschreiber. Sehr
      authentisch.

      - Der Nidarosdom in Trondheim war Samstag Morgen geöffnet. Erstmals konnten wir ihn besichtigen!

      - Wir hatten einen Expeditionsleiter neben dem Reiseleiter mit an Bord. Er führte die (als Ausflug zu
      buchenden) Wanderungen. Auf dem Schiff hielt er Vorträge (in Englisch) und gab Hintergrundinformationen. Sehr interessant!

      Anekdoten

      Am dritten Tag ( Folda ) gab es ordentlichen Seegang. Beim Abendessen segelte eine Rotweinflasche zu
      uns rüber, einen Gast fegte es vom Stuhl. Nähere Einzelheiten habe ich wunschgemäß entfernt. Willkommen im Norden.

      In Alesund haben wir eine ältere, sehr mobile Engländerin aufgelesen. Sie hatte sich verlaufen und kam
      nicht zurück zum Schiff.

      Nordlicht gab es auch – aber wie bei unserer letzten Tour das beste Nordlicht südgehend zwischen Rorvik
      und Trondheim . Dies dauerte Stunden an. Da wir dort bereits Bft 6 hatten , habe ich die Kamera erst gar nicht aufgebaut. Viele Gäste
      waren da unerschrockener.

      Unsere Tischnachbarn – einfach schrecklich. Da hat man 200 Gäste an Bord und zieht eine richtige
      Niete. Details erspare ich mir...vielleicht liest man mit. Aber jeden Abend wurde ausgiebig darüber gemeckert, dass die Portionen des
      Abendessens nicht für eine richtige Mahlzeit ausreichen. Es wurde nur mit dem Smartphone herumgespielt. Nähere Einzelheiten habe ich wunschgemäß entfernt. Die Kommunikation haben wir dann recht schnell eingestellt.

      Unser Highlights:

      Süd gehend vor Molde – das Treffen mit MS Kong Harald. Bft 6, Abendessen gerade zeitig beendet – mit Taschenlampe raus und irgendwo festgekrallt. Bis dahin hatten wir nur beim Treffen mit der Finnmarken einen winkenden Gast mit Lampe gesehen – wir haben aber nie aufgegeben. Einige Gäste an Bord fanden es toll – Andere schauten irritiert. Zunächst erfolgte der Gruß der Kong Harald mit Licht, dann mit Horn. Unser Kapitän erwiderte – wir winkten. Es ging der linke Suchscheinwerfer auf der Kong Harald an – schwenkte rüber und strahlte uns sekundenlang an. Auch wurde nochmals auf der Kong Harald die komplette Außenbeleuchtung angeknipst. Da standen wir im Spotlight der Kong Harald...

      Morgens zum Frühstück hatten alle Bediensteten Papphütchen auf. Wir erfuhren, dass der Kapitän
      Geburtstag feiert. Girlanden wurden aufgehängt. Der Kapitän sei „a nice captain“....aber er mag überhaupt keine Aufmerksamkeit.
      Gefrühstückt hatte er schon – man schmückte für die Überraschnung zum Mittagessen.

      Mittags auf dem Weg ins Restaurant hatten wir ihn dann direkt vor uns. Nun trugen auch alle Passagiere
      Papphütchen. Als er eintrat, sang der ganze Saal Happy Birthday. Einfach toll. Der Kapitän bedankte sich...zog sich auch ein Hütchen
      auf und setzte sich. Es wurden noch viele Fotos geschossen....

      Fazit:

      Tolle Reise. Die nächste Reise vielleicht erst wieder Ende Februar. Die Fahrt am letzten Tag südgehend nach Bergen
      mit Bft 8 war schon anstrengend....

      Sofern Fragen offen sind, beantworte ich diese gerne....

      Gruß
      Marcus

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    • Vielen lieben Dank für deine Zusammenfassung! :sdanke:
      wir werden am 28.2. an Bord der MS Spitsbergen gehen, unsere 2.te Wintertour nach 2011 auf der MS Midnatsol. Bewusst haben wir auch diesmal ein kleineres Schiff gewählt. Dass es nicht wirklich überlaufene Bereiche gab, hat mich jetzt beruhigt und in der Wahl bestätigt :thumbsup: . Wie wir das Geschaukel vertragen werden.... schau mer mal, wobei wir eigentlich seefest sind ?(
      Nun hoffen wir auf tolles Wetter, Mondlicht, Polarlicht nebst wolkenfreiem Himmel, nette Mitreisende und einfach auf eine wieder einmal unvergessliche Reise.
      LG katia :ilhr:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „katia“ ()

    • Lieber Froed,

      von unserer Spitsbergen-Reise im September 2016 kann ich Deine Eindrücke von Führungsmannschaft (Kapitän Raymond Martinsen/Chefingenieur Pål Åsheim/Hotelmanager Frederik Ekelund/Restaurantmanagerin Kine Iversen/Reiseleiterin Hild Mohn Hagen), Servicepersonal incl. Hausdamen, Schiffsambiente und -größe sowie dem hohen Niveau der Mahlzeiten (Chefkoch war Tommy Thomassen) nur nachdrücklich bestätigen. Es paßte alles!

      Dagegen habe ich die Stabilität der MS Spitsbergen (z. B. in der Barentssee) als gut erlebt. Ein Forumsmitglied hat in seinem Bericht 2016 "Mit MS Stavangerfjord nach Bergen und dann mit MS Lofoten die komplette Tour“ ein nächtliches "Begegnungsphoto" hinterlegt: es war schon ein wenig Püüst.

      Übrigens: Den Rekord der Berichtskürze halte anscheinend immer noch ich; siehe September 2016 "1. Linienreise der MS Spitsbergen“.
      Knert