Wie viele Pinguine muss man fotografieren? – Eine unvergessliche Reise ins Eis mit MS Fram

    • Antarktis
    • Liebe Sandra, ich bin noch immer fasziniert von Deinen Erlebnissen, die Du so wunderbar in Wort und Bild festgehalten hast! Besonders der Tafeleisberg ist so gigantisch, und mit der Maßgabe, dass es sowas nur in der Antarktis gibt... ich fang dann schonmal an zu sparen :thumbup:
      Auch die Idee, die vielen Bilder in ein Video zu packen - das ist klasse, sehr kurzweilig, und niedlich, wie die Pinguine watscheln... der eine, der immer direkt in die andere Richtung gerannt ist... als wollte er die anderen alle noch abholen :thumbsup:

      Liebe Grüße
      Evelyn

      [/url]
    • @cetraria

      Liebe Sandra,

      ich sitze hier auf Dienstreise in einem der typischen Hotels - was mache ich heute abend fragte ich mich und dann sah ich Deinen Reisebericht. Wow. Die Hitze bei der Anreise wäre auch nicht mein Ding. Aber Deine Eisberg-Fotos wecken ganz stark den Wunsch sie in Natura zu sehen. Bislang habe ich mir vorgenommen auf eine Arktisreise zu sparen, nun bekomme ich Lust auf die Antarktis . Frau muss ja Ziele haben ;) Vielen Dank dass Du mich an dieser Reise teilhaben lässt.

      beste Grüße

      Thea
    • So, es hat ein bisschen gedauert, aber nun gehts weiter. Leider bin ich kein Video/Filmprofi und mir ist aufgefallen, dass 4:3 nicht so toll ist und habe jetzt auf 16:9 umgestellt.

      6.1.2018 South Shetland Inseln – Half Moon Bay und Yankee Harbour

      Kurz nach 7 Uhr der erste Blick aus dem Fenster – blauer Himmel und Land – trotz Müdigkeit gehts ganz schnell in die Klamotten um unsere erste Anlandungsstelle, die Half Moon Bay, zu begrüßen.

      Schon recht früh um ca. 9:20 geht es für uns los an Land. Wir können wieder sehr weit in 2 Richtungen über Stock und Stein gehen. Es gibt Robben, Zügelpinguine und einige Eselspinguine sowie einen besonderen Gast zu bestaunen.
      Durch die Wärme heute und der Tatsache, dass sich Asgeir leider nicht sehr wohl fühlt, kommen wir nur langsam voran. Allerdings verliert man sich auch schnell in der Zeit beim Genießen der Natur. Wir dürfen mit Simon vom Expeditionsteam heute ausnahmsweise in kleinen Gruppen näher an die Kolonie. Denn hier lebt ein einzelner Goldschopfpinguin, der sich verirrt hat.
      Zum Abschluss des Landgangs stürze ich mich noch voller Freude in die antarktischen Fluten.

      Zurück an Bord gibts eine heiße Dusche, dann stecke ich meinen Mann zum Ausruhen ins Bett.
      Um die Mittagszeit besuchen uns die Männer und Frauen der Argentinischen Forschungsstation während die Fram sich nur ein Stück nach Gegenüber bewegt. Am Nachmittag dürfen wir nochmal in Yankee Harbour raus. Asgeir geht es nach der Pause wieder viel besser.

      In Yankee Harbour gibt es wieder Robben zu sehen sowie Eselspinguine. Über der Kolonie kreisen immer wieder Skuas, die ein Auge auf die kleinen Küken werfen. Ein weiteres Mal werden wir zeugen der brutalen Natur, als sich ein Skua im Sturzflug ein Küken greift und damit davon fliegt.



      Der Abend verläuft heute für uns sehr gemütlich und es ist das erste Mal Zeit auch mal ein bisschen die Füße hoch zu legen. Nach dem Abendessen gibt es wie immer die Informationen zum nächsten Tag und um halb 10 erzählt uns David noch was über die ersten Menschen in der Antarktis . Bevor es ins Bett geht leere ich wie jeden Abend noch die Speicherkarten und sichere die Fotos auf Laptop und externer Festplatte.
      :gr-blume: Sandra

      2011 NO * 2012 NN * 2012 LO * 2013 LO * 2014 2x LO * 2015 VA * 2016 2x NX
      Reiseberichte im Profil
    • 7.1.2018 Deception Island – Whalers Bay und Telefon Bay

      Der Tag beginnt wieder sehr früh, denn um 7 Uhr sollen wir Neptuns Blasebalg passieren und in die Caldera von Deception Island einfahren. Die in der Bransfieldstraße liegende Insel besteht heute aus dem ringförmigen Rest einer Caldera und hat einen Durchmesser von 13 bis 14 km. Durch eine im Südosten der Insel gelegene, weniger als 400 m breite Meerenge, Neptuns Blasebalg genannt, können Schiffe in den vom Meer überfluteten inneren Kratersee, Port Foster, gelangen. Der wirklich passierbare Bereich für Schiffe ist allerdings max. 100 m breit.

      Asgeir und ich sind für dieses Manöver auf die Brücke eingeladen worden. Ich wäre vielleicht lieber an Deck gegangen, aber zu so einer Einladung kann man auch nicht nein sagen. Und interessant war es schon! So gibt es tatsächlich Stau vor der Einfahrt, weil 3 Schiffe gleichzeitig ankommen.

      Gleich nach der Einfahrt liegt auf der steuerbord Seite Whalers Bay, unsere erste Anlandestelle für heute. Von 1910 bis 1931 befand sich in Whalers Bay die südlichste Trankocherei der Welt, die von der norwegischen Hector Whaling Company betrieben wurde. Größtenteils aus dieser Zeit stammt ein Friedhof mit 45 Gräbern, der allerdings in den 1960er Jahren bei den Vulkanausbrüchen verschüttet wurde. 1944 errichteten die Briten dort ihre Forschungsstation (Base B), die bis in die 1960er Jahre hinein für die Flüge der British Antarctic Survey genutzt wurde. Die Station war vom 3. Februar 1944 bis zum 23. Februar 1969 besetzt. Heutzutage kann man die verbliebenen Reste der Wal- und Forschungsstation anschauen.

      Unsere Bootsgruppe darf heute als erstes an Land und wir entscheiden uns zunächst zum Aussichtspunkt „Neptuns Fenster“ zu wandern, bevor es dort oben am schmalen Weg eng wird. Der Weg führt zunächst am Strand entlang und scheint endlos, vor allem sinkt man mit den schweren Stiefeln immer wieder ganz schön ein.
      Und wie wir da so dahin stapfen, springen plötzich ein paar Zügelpinguine aus dem Wasser. Einer von den Kerlchen läuft sehr zielstrebig auf mich zu. Langsam gehe ich in die Hocke. Er nähert sich bis auf 30 cm, ich denke schon gleich zwickt er mich mit dem Schnabel ins Knie. Wir betrachten uns gegenseitig sehr interessiert, dann geht er wieder seines Weges.

      Wir erklimmen Neptuns Fenster, danach geht es hinunter in die „Siedlung“, bis zum Flugzeughangar schaffen wir es aber nicht, dazu reicht die Zeit nicht aus. Aber wir sehen uns die Häuser an, entdecken etwas, was aussieht wie ein Stornstein und wenn man die Hand hinein hält, ist es tatsächlich warm. Außerdem wurde ein Traktor, der vor einem Haus stand beim letzten Vulkanausbruch fast bis zur Meereskante gespült.

      Nachmittags fahren wir dann weiter die Caldera hinein zur Telefon Bay. Am Weg dahin sieht man sehr gut, dass unter der ganzen Asche eigentlich Eis ist. Außerdem haben wir noch ein obligatorisches Briefing für das Zelten an Land. Da wir vormittags die erste Bootsgruppe waren, sind wir jetzt die letzten, die an Land gehen können.
      Mittlerweile ist es fast 18:00 Uhr, aber natürlich haben auch wir die Chance um den Krater der Telefon Bay herum zu wandern (ca. 2 Stunden tlw. sehr steil). Abschließend dürfen wir nochmal baden. Mit dem letzten Boot geht es dann zurück zur Fram, schnell duschen und zum Abendessen eilen, denn es ist spät geworden. Das Briefing für den nächsten Tag schaffen wir heute nicht, aber wir fragen einfach Mitreisende ob es irgendetwas spezielles zu beachten gibt. Es gäbe heute auch noch Eis- und Fruchtschnitzen. Da ich sowas schon öfters gesehen habe und der Tag mit den beiden Wanderungen sehr anstrengend war, werden nur noch die Fotos gesichert, bevor es ins Bett geht.

      :gr-blume: Sandra

      2011 NO * 2012 NN * 2012 LO * 2013 LO * 2014 2x LO * 2015 VA * 2016 2x NX
      Reiseberichte im Profil
    • Wieder sensationell schöne Fotos mit tollen Perspektiven sind dir da gelungen liebe Sandra. Vielen Dank dafür!
      Bei der Einfahrt in die beschriebene Meerenge wäre ich offen gestanden auch lieber draußen gewesen und hätte vorn am Bug gestanden. Das ist bei der MS Fram ja der große Vorteil. Deswegen würde ich so eine Fahrt z. B. nie mit der MS Midnatsol machen.
      Gruß JKmuc

    • Absolut sensationelle Bilder liebe Sandra, vielen lieben Dank dafür, dass wir teilhaben dürfen an eurer so genialen Reise. Mit dem Wetter war es ja wirklich ein großes Glück! Und so nahe Begegnungen mit den Pinguinen, das ist wirklich ein Traum! Natürlich hätte ich auch gern gebadet :) . Das ihr so schöne Wanderungen machen konntet ist ja auch ein Geschenk. Ich hoffe du kannst alle diese Erlebnisse gut in Herz und Hirn bewahren und daran denken, wenn es mal nicht so optimal läuft!
      Viele Grüße Antonia :) :) :)