Auf der Suche nach den Charmetrollen - MS Vesterålen 24.10. - 04.11.17 1/3

    • B-K-B
    • Ja, der Fjellheisen,.......wir wollten auch auf diesen Berg..... ;)

      Auch die Fortsetzung des Berichtes liest sich genauso vergnüglich wie der erste Teil. :)

      Die Ausflüge haben tatsächlich irgendwie Fantasiepreise, aber man kann ja bei dieser Reise wirklich viel selbst unternehmen.., was ja eigentlich ganz in
      unserem Sinne ist.

      Freue mich schon sehr auf den restlichen Bericht!

      :)
    • Wunderbar, vielen Dank Murmansk84, klasse zu lesen und tolle Fotos!
      Genau wegen dieser Tips und Anekdoten ist es doch hervorragend, alle (die möchten) teilhaben zu lassen. Ich fahre im Dezember zum ersten Mal mit Hurtigruten, freu mich schon wie Bolle :thumbsup: und geniesse es sehr, schon im Vorfeld gute Ratschläge zu erhalten. Danke! Und in diesem Zusammenhang auch noch gleich meinen Dank an Euch vom Forum, die dies für uns Greenhorns möglich machen!
      https://www.TickerFactory.com/]
    • suedsuedost schrieb:

      ....klasse zu lesen....

      @suedsuedost Leider ganz anders als Dein Beitrag. :( Die von Dir gewählte Schrift ist zwar schön, stellt sich auf meinen Screen aber extrem klein und dünn und so nahezu unmöglich zu lesen dar. Es wäre toll, wenn Du eine besser lesbare Schrift wählen könntest.
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO Verweise auf Reiseberichte im Profil
      7/14 NX
    • Auf der Suche nach den Charmetrollen - MS Vesterålen 24.10. - 04.11.17 3/3

      Neu

      Wir besprechen den morgigen Tag und kommen darauf, dass es sich auch auf den Vesterålen lohnen könnte, ein Auto zu mieten. P. schaut was geht und am Ende sind wir bei weniger als der Hälfte der Kosten des Ausfluges bei Hurtigruten – jedoch ohne Eintritte, die wir aber sowieso nicht brauchen. Ich stimme zu, G. stimmt zu, P. fährt und B. ist auch dabei.

      Ein kultureller Höhepunkt heute ist mal wieder Egbert. Er erzählt uns, dass „esch eine Skandal ischt wenn Sie heude abend diese Fisch serviert bekomme, weil dasch ist genau die Fisch die Käptn Iglo für diesche eklige Fischschtäbche nimmt“. Anschließend weiht er uns – mit einer lustigen Mischung aus niederländischem und norwegischem Akzent in die Geheimnisse der Trolle ein, was fast einer mathematischen Rechnung nahekommt:
      „Wenn Du eine Norweger sagscht, du hascht eine Troll mit siebe Köpfen gesehen ist es in Ordnung, aber wenn Du einem Norweger sagscht, du hascht eine Troll
      mit acht Köpfe gesehen, dann weiß der Norweger, dass Du lügst.“. Das war schon gut, eine Zugabe gibt es aber noch, als er ein kleines Mädchen zu sich bittet. Egbert: „Wenn ich dieses kleine, liebe und nette Mädchen hier sehe, dann könnte ich auch sagen, du bischt eine Charmetroll.“. Das Eis war gebrochen und für die
      verbleibenden Tage sind Wortkreationen aus Du bist ein(e) …troll allgegenwärtig. Trotz intensivster Nordlichter am Himmel lässt sich Egbert nicht dazu hinreißen, eine Ansage zu machen, diese kommt erst sehr spät und nach Intervention. Es ist ein merkwürdiges Reisen mit ihm: Immer recht einsilbig, dabei nie unfreundlich, aber auch weit weg von uns Reisenden. Außerdem hat er wegen der Nordlichter einige Vorträge abgesagt und verschoben, die dann doch nie mehr stattfanden. Dabei scheint er kein uninteressanter Mensch zu sein, im Gegenteil, da ist so ein Knistern zwischen uns, vor allem, weil die 16er Gruppe scheinbar schon einen Ruf weghat. Oder täuscht das? Die Fahrt nach Tromsø hinein stehen wir also auf dem Vorderdeck und erfreuen uns an den Nordlichtern, die intensiver und intensiver werden. Wir haben noch immer etwas Verspätung, aber das stört wohl am meisten die, die zum Mitternachtskonzert wollen. Unsere Gruppe trennt sich an Land auf und wundert sich über die Unmengen Neuschnees.


      Nachts in Tromsø


      Ein paar Bilder von der Brücke aus werden angefertigt, wir laufen durch winterliche Straßen und es sieht wirklich sehr nach Weihnachten aus, so sehr, dass ich meinen Eltern eine Nachricht schreibe „Bald nun ist Weihnachtszeit“. Wie die kleinen Kinder beobachten B. und ich die großen Schneeräumer bei ihrem
      Ballett, wie sie die Innenstadt vom Schnee beräumen. Wieder am Schiff erwartet uns in frostiger Nacht Sandras warmes Lächeln und so wie es schon Brauch ist, die Computerstimme mit „Good bye“ zu imitieren, machen wir auch gerne mal den Egbert und wünschen „Velkommen ombord“. Ich glaube, daran sieht man schon, dass
      es uns gut ging und wir mehr und mehr eine eingeschworene Gruppe wurden. B. verglich das ganz treffend mit einer Klassenfahrt, nur da kennt man seine Mitfahrer ja eigentlich vorher schon. Endlich schlafe ich in der Nacht mal durch und auch einigermaßen lang, zu lang. Denn wir erreichen Harstad recht früh am Morgen. Jævla, verpennt. Also schnell unter die Dusche, zum Frühstück und dann legen wir auch schon an. Unsere kleine Gruppe sucht den Autovermieter, findet ihn auch, während K., N. und J. den geführten Ausflug mitmacht und S. sich etwas Schlaf gönnt.


      Guten Morgen!






      Heute ist Schienenersatzverkehr...


      Verständlich nach dem Geschaukel der vergangenen Tage. Wir bekommen einen Audi A3 , irgendwie eng, aber was soll’s. B. gibt den ersten Programmpunkt vor und schon geht es los durch das Winterwunderland. Die Kirche von Trondenes ist nicht nur der erste Halt des Ausflugsbusses, sondern auch unser erster Halt. Wieder ein paar irritierte Blicke, aber das kennen wir ja nun schon. Wir schauen uns alles ein bisschen an, ein paar besuchen auch das Museum und dann sind wir auch bereit zur Weiterfahrt. Die winterliche Stimmung draußen wird durch heitere Stimmung innen und das Verteilen von Schokolade erst richtig schön, dazu trägt ein Sammelsurium verschiedenster Musikstücke bei, vornehmlich Schlager, die auch schonmal falsch und unsicher mitgesungen werden (ja, ich). Theoretisch könnten wir alle zwei Kilometer aussteigen und fotografieren, so viele Eindrücke gibt es. Da das aber mit unserem Fahrplan in Widerspruch steht, müssen wir uns zusammenreißen. Dennoch entstehen etliche schöne Landschaftsfotos und auf einer kleineren Nebenstraße stehen dann unvermittelt Rentiere auf der Straße und lassen sich durch uns auch erst einmal nicht stören.












      Im Gegensatz zum Ausflugsbus fahren wir nicht die direkte Straße, sondern winden uns etwas über die Insel. Es geht bergauf, bergab und meistens vorbei an Gewässer, deren dunkelblaue Farbe einen wunderschönen Kontrast zum Schnee und den Bergen gab. Der Verkehr war nicht so dicht, sodass wir immer wieder hielten. Zwischenzeitlich übernahm G. die Musikgestaltung, aber der Höhepunkt sollte da erst noch kommen. Kurz vor dem Ende der Tour übernahm dann nämlich P. den Regler und spielte ein Feuerwerk ab, zumindest empfanden wir beide das so. Auch Hape Kerkeling in Gestalt seines Alter Ego Uschi Bluhm (die ja auch schon auf einem Hurtigrutenschiff sang) war dabei, es gibt so Rituale, die vor Fremden vielleicht verstörend wirken, insbesondere die Textzeile: Benutz mich, beschmutz mich ist da wohl sehr vieldeutig. B. schaute dann teilweise auch so, als wolle er lieber zu Fuß zum Hafen laufen. Oder er konnte seine Begeisterung einfach nicht so zeigen.
      Natürlich erreichen wir Sortland pünktlich und zeitgleich mit „unserem“ Schiff. Das Auto stellen wir bei einer Tankstelle ab und laufen die paar Meter bis zum Schiff. Dort treffen wir den Rest der Gruppe wieder und beim Mittagessen werden die verschiedenen Erlebnisse ausgetauscht. Irgendwie haben wir schon wieder oder immer noch Verspätung – leider. Denn in Stokmarkness erwartet uns das Museum der Hurtigrute. Die als Exponat ausgestellte MS Finnmarken sieht etwas deplaziert aus mit ihrem Überbau, aber wenn es hilft. Nun lohnt es meiner Meinung nach nicht, wenn ich im sprichwörtlichen Schweinsgalopp durch die Ausstellung hetzen muss, so begnügeich mich mit dem reichhaltigen Museumsshop und kann das Buch „Livslinje og Eventyrreise“ erstehen, eine Chronik der Hurtigrute und ihrer Schiffe, ganz neu und recht günstig. Dafür norwegisch. Aber P. sagt ja, irgendwas ist immer.




      Vollgepackt mit tollen Sachen, die den Martin schöner machen geht es auf das Schiff zurück und dann zu P. auf die Kabine, Bilder von Spitzbergen anschauen. Sicherlich auch interessant, nur ob die Eisbären uns dort in Kombination vertrügen, wenn wir so schon das ganze Schiff unterhalten? Das Abendessen ist heute einmal mehr interessant, die Entenbrust als Vorspeise wird mit Ziegenkäse gereicht und mit Verlaub, es muss eine alte, eine sehr alte Ziege gewesen sein, die die Milchfür diesen Käse lieferte. Ansonsten vermochte alles zu überzeugen, auch der Wellengang und insbesondere die Nachspeise mit Eis aus Brunost. Angekommen in Svolvær ist es vorbei mit der Winterherrlichkeit, denn es regnet. So laufen G., B., N., J. und ich zuerst ein Stück gemeinsam und vereinzeln uns dann, um im herrlichen Regenwetter noch die Hotelinsel im Hafen zu besuchen und festzustellen, dass man nicht allzu einfach auf die Fischerinsel zu kommen scheint. Außerdem ist es dunkel. Also umkehren. Ich finde mich danach wieder bei P. ein, dann kommt B. noch dazu und weiter geht es mit dem Diaabend an Bord. An Nordlichter ist heute nicht mehr zu denken und nur Egbert verkündet dann die Einfahrt in den Trollfjord – auch heute wieder im Dunkeln und außer uns Charmetrollen zeigt sich kein weiterer dieser mystischen – wie wir nun wissen – bis zu siebenköpfigen Wesen. Danach beginnt dann auch endlich mal wieder starker Seegang, sodass ich viel Zeit brauche, um einschlafen zu können. Für den nächsten Tag ist nicht viel Energie vonnöten, außer beim Frühstück, das mal wieder bei Seegang eingenommen wird.

      Ich begrüße die Bekannten beim Frühstück mit „Hallo Familie“ und ernte breites Lächeln dafür. In Ørnes und Nesna sind nur kurze Halte vorgesehen, die noch kürzer werden wegen der Verspätung. Wir begegnen morgens der MS Spitsbergen, ein Crewmitglied schwenkt dabei norwegische Flaggen.




      B. hätte auch die Möglichkeit dazu gehabt, aber irgendwie… uns erwartet außerdem der Polarkreis , diesmal von Norden kommend. Das wird alles sehr schön anmoderiert und die Feierlichkeiten sind diesmal nicht nasskalt, sondern tranig: Lebertran wird verabreicht. B., G. und ich opfern uns, wobei B. und ich sogar noch Nachschlag bekommen. Der tranige Geschmack im Moment sollte uns dafür aber auch bis zum Abend begleiten, aber gut, was tut man nicht alles für einen Löffel, den man hoffentlich nicht so schnell wieder abgeben muss. Egbert gibt uns einen ersten Eindruck in die norwegische Literatur, gespickt voller bissiger Kommentare und Anekdoten - schade, dass er diese Art nicht immer hatte! Insbesondere die Darbietung des Lebes Knud Hamsunds war hervorragend.




      G. kaufte in Stokmarkness außerdem das Hurtigrutenspiel, welches viel Wissen abverlangt, aber auch Wissen, das man eigentlich nicht so gerne hätte – denn wer möchte schon wissen, wo welches Schiff einmal fast kenterte? Alle Aufenthalte verzögern sich aufgrund der Verspätung, erst in Brønnøysund haben wir Zeit für einen Landgang. Alle verstreuen sich und laufen umher. Ich mache Fotos im Hafen, suche die Touristeninformation auf und dann steht ja auch noch ein kulinarisches Highlight an: Softeis. So genießen wir bei widrigen Witterungsbedingungen eine große Portion sahnigen Eises, garniert mit so einer Art Zuckerperlen. Das hat sich gelohnt! Und wieder: Im Vergleich zur Schweiz...




      Nun reicht es aber auch mit Essen, oder? Mitnichten. Da uns in Trondheim bereits etliche Passagiere verlassen werden, findet bereits heute das Abschlussabendessen statt. Egbert und der Kapitän verlieren einige wenige Worte, die Oberkellnerin hat ihre (sehr sehr gut aussehende) Ausgehuniform angezogen. Das Schicksal will es, dass P. und ich uns heute schräg gegenübersitzen. Bis auf die üblichen Parodien und Blödsinnigkeiten läuft auch alles gut, nur der Nachtisch. Irgendein Wort gibt das andere, ein Wort das nächste und P. schneidet eine Grimasse. Ich bin der Meinung, mich unter Kontrolle zu haben, doch weitgefehlt. Jedenfalls muss G. dann drunter leiden und die Stimmung am Tisch ist unrettbar gekippt, fragt sich nur, in welche Richtung .
      Nach dem Abendessen lassen wir uns von einem Mitreisenden als Gruppe fotografieren – mit Egbert. Der weiß so richtig zwar nicht, was los ist, aber muss er auch nicht. Alle nehmen den Verlauf des Abends mit Humor und abends treffen wir uns mal wieder im Panoramasalon. Dabei spielen insbesondere N. und J. UNO nach solch verwirrenden Regeln, dass eine Steigerung nur noch dadurch erreichbar wäre, sich bei jeder 9 gegenseitig ein Glas Bier über den Kopf zu schütten. Die Stimmung wird immer besser, der Wellengang auch.
      Es schaukelt mittlerweile wieder ganz ordentlich und mit jeder neuen Parodie, jedem neuen Wort auf -troll und überhaupt jedem Spruch steigt die Heiterkeit ins Unermessliche. Gut, sind wir allein im Panoramasalon. Irgendwann obsiegt die Müdigkeit und manch einer muss fast gestützt werden auf dem Weg zur Kabine, denn die Schaukelbewegungen geschuldet dem Alkohol und die Schaukelbewegungen des Schiffes heben sich nicht auf, sondern kumulieren sich. Letztlich finden aber alle ihre Betten gleichwohl der Schlaf aufgrund des Seeganges bei mir wieder auf sich warten lässt. Am nächsten Morgen ist frühes Aufstehen angesagt, denn wir erreichen wieder Trondheim .
      Das Frühstück gleicht mehr dem Winterschlussverkauf bei Karstadt, aber es ist nur logisch, da uns heute viele Mitreisende verlassen. N., K., und J. haben den Stadtrundgang gebucht, den Egbert höchstselbst macht, G. fährt mit dem Fahrrad durch die Stadt. Ich möchte auch unbedingt noch einmal in die Stadt, B. kommt dazu und schon sind wir an Land. Einem Geistesblitz folgend geht B. einmal auf dem Nachbarschiff an Bord und fragt nach heutigen Ausflügen. Er bekommt zur Antwort, dass es dero zwei gebe, einer um 8.30 Uhr und einer um 8.50 Uhr. Nun haben wir beide dasselbe Hobby, denselben Zugang zu Zahlen und denken uns: Ja, das wird der Ausflug mit Straßenbahnfahrt sein. Bustransfer, Umstieg und dann kurz nach der Linienbahn hinauf in die Berge. Wir machen aber erst einmal einen privaten Stadtrundgang hinauf zur Festung, dann wieder hinunter durch Straßen, die so aussehen, als seien sie Preisträger im Wettbewerb „Norwegischstes Norwegen“. Durch eine glückliche Fügung stehen wir kurz darauf am Sykkelheisen, dem einzigen Fahrradlift der Welt, der jedoch wegen der bereits kalten Witterung außer Betrieb ist.




      Wieder unten in der Stadt finden wir uns in einem liebenswerten Studentenviertel wieder, werden von einer radelnden, jungen Norwegerin sehr nett (um nicht zu sagen süß) angelächelt und treffen auf der Brücke schließlich die Wandergruppe Egbert. Während unseres durchaus straffen Gehens unterhalten wir uns angeregt und stehen dann, so gegen 9 Uhr, an der Straßenkreuzung und sehen: Den Charterwagen von Hurtigruten.




      Handschlag, Freude und weiter! Den Dom schauen wir uns auch noch an, laufen wiederum quer durch die Stadt, zurück zum Bahnhof und schauen auf die Züge, die dort so stehen. Irgendwie haben wir aber ein kleines bisschen die Zeit verloren, denn es ist bereits 9.45 Uhr, worauf uns G., die mit dem Fahrrad unbemerkt an uns heranfuhr und klingelte, aufmerksam macht. Zwar könnten wir jetzt auch gerade hierbleiben, doch legen wir lieber einen Schritt zu und begeben uns zurück zum Schiff, das wir natürlich noch pünktlich erreichen. Wir sind doch Experten! Die Ausfahrt durch den Trondheimfjord genießen wir, wie auch auf der Tour gen Norden, draußen. Dabei haben wir uns noch einiges zu erzählen, die Zeit vergeht schnell. Bald ist schon wieder Zeit für das Mittagessen, vorher hole ich nochmal wenige Minuten Schlaf nach. Egbert ruht hingegen nicht: Aufruf um Aufruf ertönt, immer wieder „Es handelt sich um Ausflüge“. Das nervt mit der Zeit schon ganz schön, zumal teilweise dieselben Kabinennummern im Abstand von zwei Minuten aufgerufen werden. Man muss den Leuten auch mal die Chance geben, zur Rezeption zu kommen. Naja, gut. Der Nachmittag ist relativ ereignislos. Allerdings beginnt wieder Seegang, aber das sei alles nicht schlimm.
      Hustavika ist nun einmal relativ stürmisch und wie wir vom Spiel wissen, auch ein Schiffsgrab. Was allerdings eine grobe Fehleinschätzung Egberts war: „Schlimmer kann es nicht mehr werden.“




      Denn so sitzen wir beim letzten gemeinsamen Abendessen, warten in netter Runde auf das Essen. Allerdings bleiben wir nicht lange in dieser Runde: Nacheinander stehen vier von uns auf und begeben sich auf die Kabinen, leider nicht immer mit glücklichem Ausgang. Das Schiff schlägt teilweise sehr heftig auf dem Wasser auf, es kann nicht schlimmer werden? Es ist schlimmer geworden und der heftigste Seegang der gesamten Tour. Ein Teil unserer Gruppe versucht sein Glück später noch einmal, da die See ruhiger ist und man höhere Chancen darauf hat, sein Essen auch zu behalten. Wir fahren immer noch dem Fahrplan hinterher, haben deswegen in Molde nicht so viel Zeit, sehen aber doch noch etwas von der Stadt, während andere sich mit ihren Gattinnen am Kai treffen. Der letzte Abend wird noch einmal in der Vesterålenstue verbracht, die ist völlig überheizt, aber unser cooler Schwede an der Bar weiß auch damit umzugehen und mixt gekonnt Cocktail um
      Cocktail.
      Passage entfernt, da nicht mit den Hinweisen zur Beschreibung Mitreisender vereinbar. /B.
      So kurz vor Mitternacht sind wir schon fast allein, Samuel macht langsam Feierabend und ja, unweigerlich bricht der letzte Tag an.
      Derbeginnt mit Regen und einer Stadtführung in Ålesund . Egbert führt uns beredt und mit profundem Wissen durch den fast leeren Ort, sieht man von einigen wenigen Autos und verschlafenen Gestalten an den Kiosken ab. Wie bei einem Klassenausflug wird man auch mal ermahnt, aufmerksam zu sein. Und das mitten in der Nacht. Bald schon laufen wir zum Schiffe zurück und alt werde ich nicht mehr, das heißt: Ab in die Kajüte und schlafen.
      Immerhin sechs Stunden gelingt das auch. Morgens packe ich, mache noch ein paar Fotos, halte es des Wetters wegen aber nicht sehr lange aus auf dem Vorderdeck. So ruft also das Frühstück, bis wir dann um 10 Uhr alle zum Verlassen der Kabinen aufgefordert werden. Mein Rucksack wird gleich mitgenommen. Und nun? Wir treffen uns noch einmal im Panoramasalon, schön ist es nicht, dieses Warten.




      Wenigstens ist die Aussicht sehr schön, auch wenn das Wetter das genaue Gegenteil dazu ist. Wir unterhalten uns, fotografieren, stehen einfach draußen und ja, so langsam nähern wir uns Bergen . Zuvor gibt es noch einmal Mittagessen, der Abschied von Ingvild, Kirsten und Allan. Das Wetter passt zum Abschied, es regnet fortwährend. Fast pünktlich legen wir an, holen unser Gepäck ab und stieben auseinander – P. zum Zug, G. zum Flug – alle anderen in ihre Hotels. Abends treffen wir uns in kleiner Gruppe noch einmal zum Bildertauschen und dann ist es wirklich vorbei, das Erlebnis Hurtigruten.




      Was bleibt zu sagen? Diese Reise war so wie sie war (trotz der kleineren Mängel) von Länge und Erholungswert genau richtig und ich würde sie, vielleicht ein-zwei Wochen früher noch einmal machen. Die Mitreisenden waren samt und sonders angenehm, wir sind weiter in Kontakt und
      mal schauen, wann eine Wiederholung ansteht. Norwegen soll sowieso noch einmal Ziel sein – also ein rundum gutes Fazit. Aber: Ausflüge würde ich bei
      Hurtigruten auch weiter nicht buchen und die Anreise könnte ich beim nächsten Mal etwas kulturvoller gestalten. Und am Ende natürlich nicht nur den Lesern
      ein Danke, sondern auch den Charmetrollen von Tisch 16, der Besatzung und ganzzuletzt: Egbert!

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      Murmansk84 schrieb:

      angekommen in Svolvær ... Egbert verkündet dann die Einfahrt in den Trollfjord


      Wähnte sich Egbert schon wieder nordgehend - oder bist Du mit dem Ablauf des Tages etwas durcheinandergeraten? :hmm:

      Murmansk84 schrieb:

      G. kaufte in Stokmarkness außerdem das Hurtigrutenspiel, welches viel Wissen abverlangt, aber auch Wissen, das man eigentlich nicht so gerne hätte – denn wer möchte schon wissen, wo welches Schiff einmal fast kenterte?


      Scheint ein neues Spiel zu sein - ist das so eine Art Trivial Pursuit? :hmm:

      Murmansk84 schrieb:

      es schon Brauch ist, die Computerstimme mit „Good bye“ zu imitieren,

      Nordlicht schrieb:

      Das gibt es bei uns auch immer.


      Nicht nur bei Euch ... ;)

      Kaum lese ich davon, habe ich diese Computerstimme wieder im Ohr ... :mosking:

      Nordlicht schrieb:

      Danke für Deinen unterhaltsamen Bericht


      Dem schließe ich mich vollumfänglich an! :good3:
      <3 lig hilsen
      Bernhard