MS Nordnorge - vieles wie erwartet, aber teilweise auch ganz anders (26.10. bis 06.11.2017)

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    • MS Nordnorge - vieles wie erwartet, aber teilweise auch ganz anders (26.10. bis 06.11.2017)

      Auf meinen früheren Touren war ich immer auf der MS-Lofoten unterwegs. Als sich Ende Januar zeigte, dass ich für mindestens 12 Monate nicht ohne Aufzug auskommen würde, wischte ich schweren Herzens meine früheren Erfahrungen mit den moderneren Schiffen der Flotte beiseite, die ich in mehreren kurzen Besuchen in Trondheim und Rørvik gesammelt hatte, und buchte im Mai 2017 die Reise an Bord der Nordnorge ab dem 26.10.2017. Hier gab es behindertengerecht ausgestattete Kabinen ohne Einzelbelegungsaufpreis. Erstmals sollte - oder besser musste - die An-/Abreise ohne Benutzung der Bergenbahn geschehen. Wer meint, als Single käme man am besten durchs Leben, der hat dann eben auch in einer solchen Situation keine liebende Begleitung dabei. Demzufolge buchte ich erstmals An- und Abreisepakete bei Hurtigruten mit dazu.

      Die von Hurtigruten ausgewählten Flüge waren bei KLM und hatten bei Hin- und Rückreise jeweils einen Umstieg in Amsterdam. Das Taxi war für 08:00 Uhr
      bestellt und kam pünktlich. So war ich wie von KLM für Rollstuhlpassagiere angefordert 3 Stunden vor Abflug (also 08:45 - 11:45) am Check In in Frankfurt.
      Da die kleine Fokker 70 von KLM Cityhopper in Frankfurt auf dem Vorfeld abgefertigt wird, wurde ich im getrennten Kleinbus im eigenen Rollstuhl bis
      neben das Flugzeug gefahren. Dort wurde der Rollstuhl verladen (sehr beruhigend) und ich mit einem hdraulischen Hubwagen bis zur Flugzeugtür angehoben.

      In Amsterdam war die Betreuung bei etwas über 2 Stunden Umsteigezeit auch wieder vorbildlich. Mir machte die Weitläufigkeit des Amsterdamer Flughafens nichts aus.
      Ich wurde ja geschoben und musste nicht selber so weit laufen :P .

      Nach Ankunft in Bergen um 16:50 Uhr (pünktlich) wurde ich auch wieder von einer netten Mitarbeiterin des Flughafens mit meinem Rollstuhl an der Flugzeugtür
      abgeholt.. Sie schob mich durch den Flughafen, nahm meinen Koffer vom Band und brachte mich auch noch direkt neben den wartenden Shuttlebus von Hurtigruten (oder Boreal AS). Der Fahrer verlud meinen Rollstuhl, wir warteten noch auf einige wenige Fahrgäste und dann ging es auch schon los zum Hafen. Um 18:01 Uhr stand ich schon am Ende der Schlange im Hurtigrutenterminal zum Einchecken.

      Also: Innerhalb von 10 Stunden von der Wohnungstür zu Hause bis ins HR-Terminal. Das kann man schaffen.

      Nach der obligatorischen 7-Mal-Kurz-1-Mal-Lang-Schulung (Schiffsalarm!) durften wir an Bord. Für mich zum ersten Mal über die verglaste Brücke. Die MS-Lofoten ist dafür ja zu niedrig. Das Essen im Restaurant war also bereits voll im Gange; aber am ersten Abend gibt es ja ohnehin Buffet. Als Rollstuhlfahrer ist man am Buffet immer ein wenig im Weg. Für mich ja noch neu. Aber alle anderen waren immer sehr nett!!!

      Die diversen Unterschiede zwischen einer Fahrt auf der MS-Lofoten und einer solchen auf einem der moderneren Schiffe lernte ich erst während der folgenden Tage kennen. Jetzt war es erst einmal Zeit, die Füße wieder mindestens so hoch zu lagern wie den Kopf. Schließlich fordern das meine Ärzte ja für fast den ganzen Tag. Nun - ich hoffe mal, dass der lange Tag ohne die Füße hochzulegen nicht zu viel geschadet hat.

      Vom ersten Tag gibt es leider kein einziges Bild.

      LG Klaus

      :lofoten2: - immer noch!
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      HR-Virusinfektion passierte im März 2015.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Klaus E.“ ()

    • Oh Klaus, da bist du ja nunum Einiges fixer als ich mit deinem Reisebericht. Bin gespannt, wie dir das Schiff gefallen hat, vielleicht wird es ja auch noch mal mein Schiff wer weiß.
      Ich mag das Alleinreisen ja sehr, aber mit Handicap ist das doch um einiges komplizierter. Aber auch hier bin ich gespannt auf deine Erfahrungen.
      LG Sehpferd /Helga :ilhr:

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    • Der zweite Tag ( Hjørundfjord und Ålesund ) - 27.10.2017

      Jetzt habe ich endlich Gelegenheit, mich ein wenig zu orientieren. Den Koffer hatte ich am Tage der Anreise ja noch auspacken müssen. Schließlich enthielt er die wichtige Unterlage, die das Bein im Bett stützt, damit die Ferse nicht aufliegt und die dortigen Wunden nach mittlerweile fast 18 Monaten vielleicht doch einmal heilen. Wo ich früher den Platz für die zweite und dritte Daunenjacke nutzte, sind jetzt eben andere Dinge wichtig. Ja, selbst die Eitelkeit muss man manchmal zurückfahren. Seltsame Reise: Nur ein paar Handschuhe, keine Mütze, keine regendichte Jacke oder Hose im Gepäck. Aber im Regen im
      Rollstuhl außen auf Deck zu sein, ist ja ohnehin nicht sehr sinnvoll. Und Regen sollten wir ja noch reichlich bekommen.

      Wenn man vorher immer auf der MS-Lofoten unterwegs war und immer Kabinen der Kategorie D1 genutzt hat, dann ist man ja nicht unbedingt verwöhnt, was die Größe der Kabine anbetrifft. Und Möglichkeiten zum Unterbringen der Kleidung sind ja auch nicht unbedingt reichlich vorhanden. Wie anders sind nun die Verhältnisse in Kabine 331. Ich hatte ja das Basic-Paket gebucht, da es ohnehin nur 3 behindertengerechte Kabinen gibt, ich keinen Kaffee trinke und man W-LAN ja auch später noch nachbuchen kann. Die Kabinennummer 331 wurde mir also erst beim Check-In bekannt gemacht. Aber zurück zur Kabine: Bilder vom Innenleben habe ich erst am vorletzten Abend in Rørvik gemacht. Aber 16 statt 5 Quadratmeter in der Kabine, große Schränke, ein großes Fenster, ein großes Bad - da staunt der MS-Lofoten-Fan.

      Und diese Ruhe! Das einzige, was ich während der ganzen Reise vom Schiffsbetrieb gehört habe, war das Öffnen und Schließen der großen Ladeklappe für PKW bzw. Fracht. Schließlich liegen die 3 Rollstuhlkabinen direkt über dieser Klappe. Motorgeräusche oder Ähnliches sind absolute Fehlanzeige. Wer das "Hotel Schraubentunnel" auf der MS-Lofoten kennt (z.B. Kabine 246 oder 249), der kann verstehen, dass ich einen Unterschied bemerkte. Auf der Lofoten wacht man auf, wenn im Hafen der Motor abgestellt wird. Auf der Nordnorge beim Öffnen der Ladeklappe. Nicht dass mich die Geräuschkulisse der MS-Lofoten je gestört hätte. Aber der Unterschied ist schon eklatant.

      Beim Frühstück gab es auch Unterschiede zu bemerken. Natürlich ist das Restaurant größer als auf der Lofoten. Schließlich rechnet man hier mit 450 Paxen in Kabinen, während es auf der Lofoten nur 150 sind. Aber ein Unterschied: Kaffee und Tee werden auf der Nordnorge bei Frühstück und Mittagessen nicht direkt aus der Kanne am Tisch gereicht, sondern man muss zum Automaten im Buffetbereich. Im Rollstuhl sitzend bei Seegang nicht ganz so einfach, die mit heißem Kaffee gefüllte Tasse unfallfrei auf dem Schoß bis zum Tisch zu transportieren. Ansonsten ist die Vielfalt/Auswahl an Speisen/Getränken aber durchaus vergleichbar zwischen den Schiffen.

      Es gibt 2 per Aufsteller mit Rollstuhlsymbol kenntlich gemachte Tische. Die freie Platzwahl ist also ein klein wenig eingeschränkt. Dafür ist der zur Verfügung stehende Navigationsraum um den Tisch reichlich. Nur ist man eben (fast) imer allein an seinem Zweiertisch. Alle sind nett! Mancher traut sich sogar im Vorübergehen an ein kleines Gespräch. Aber zu dem komischen Kauz will sich dann doch keiner setzen. Das war auf der Lofoten anders - da setzte man sich an Tisch Nummer 7 (6er Tisch) und hatte eigentlich immer Gesellschaft.

      Unterschiede zwischen altem und neuem Schiff gibt es einige:

      Auf MS-Nordnorge gibt es Konferenzräume (!), in denen es mehrmals täglich hochinteressante Informationsveranstaltungen durch jeweils ein oder zwei Mitglieder des "Expedition Team" gibt. Dort kümmert man sich liebevoll um den Pax an sich. Wenn er noch nicht wusste, dass man mit Hurtigruten auch z.B. in die Antarktis fahren kann, oder dass es im Laufe der Reise noch viele hochpreisige Landausflüge zu buchen gibt, hier erfährt er es.

      Es gibt auch einen Fitnessraum, eine Sauna, 2 Whirlpools auf dem kleinen Außenbereich achtern auf Deck 6. Und sogar ein Bügelbrett und ein Bügeleisen. Auf der Lofoten hatte ich immer nur die Waschmaschine und den Wäschetrockner gefunden. Aber wer will schon Bügeln?!?

      Auf der Lofoten ist es wunderbar möglich, auch bei Regen und Sturm ohne hindernde Fensterscheibe die Aussicht auf die norwegische Küste und Inseln zu gemießen, ohne dass man im Wind steht und nass wird. Auf Deck 3 und 4 und 5 gibt es jeweils schöne Stellen, die überdacht und windgeschützt sind, aber eben draußen.

      Auf der Nordnorge konnte ich so etwas nicht entdecken. Außer vielleicht auf dem Umlaufdeck auf Etage 5 unter den Rettungsbooten (dann aber im Wind) oder im "Glaskasten" auf Deck 7. Da ist es aber wieder nichts mit der ungehinderten Aussicht. Ja, ich weiß, das klingt jetzt sehr nach verbittertem alten Mann. Aber wie gut, dass sich jeder seine Favoriten aussuchen kann!

      Mich wundert schon am Morgen des ersten richtigen Tages, dass im Tagesprogramm keine Informationen über die Schiffsbegegnungen zu finden sind. Auch die Durchsagen an Bord geben keine Infos. Erst gegen Ende der Reise werde ich erfahren, dass neben der Rezeption auf Deck 4, wo es die Tagesprogramme abzuholen gibt, auch weitere Infos ausliegen. Na gut - das hatte ich vorher schon gesehen. Dass aber auf der Rückseite des ausliegenden (Herbst-)Fahrplans eine vollständige Liste der Schiffsbegegnungen vorhanden ist - da hatte ich nicht hingeschaut - ist ja nur der Fahrplan.

      Nach kurzem Besuch in Ålesund machen wir uns auf in den Hjørundfjord . Ich versuche gar nicht erst, die Crew der Nordnorge oder des Tenderbootes zu überzeugen, dass ich mit Rollstuhl oder auf Krücken an Land muss, um die besten Waffeln der Welt zu essen. Daran mag auch das erstklassige Wetter seinen Anteil haben. In einer kurzen Phase, in der es nur ganz leicht nieselt, nutze ich die Gelegenheit und begebe mich durch die elektrisch betriebene Tür auf das Außendeck 7 und mache die ersten wenigen Bilder des Urlaubs. Es scheint sich zu bewahrheiten, dass ich beim Verfassen des Reiseberichts
      nicht auf eine Obergrenze der Bilder zu achten brauche.



      Beim Abendessen merkt man wieder, dass man nicht auf einem Traditionsschiff unterwegs ist. Die Teller werden fertig "befüllt" aus der Küche heran getragen. Der Hauptgang wird nicht am Tisch von der großen Silberplatte auf die Teller verteilt. Ach ja - es gibt natürlich nur 3 Gänge; und nicht 4 wie auf MS-Lofoten. Nach dem ersten von 10 Tagen mit fast ausschließlich Aufenthalt in der Kabine im Bett geht es nach dem Abendessen eben dort hin, um die Nachtruhe zu genießen.

      LG Klaus
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    • @Klaus E.: Dein Bericht klingt mitnichten verbittert, vielleicht scheint ein bißchen Traurigkeit durch. Aber auch Freude sehe ich, die Reise machen zu können und eine pragmatische Einstellung zur Tatsache, dass du gehandicapt bist und gleichwohl alleine reist. Durch deinen Bericht machst du neugierig auf beide Schiffsgenerationen. Danke.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Tomoka“ ()

    • Hallo Klaus E.

      Das sind sehr lesenswerte Berichte und Deine nächsten Reise-Planungen kann man als sehr ambitioniert betrachten. Ansonsten solltest Du entweder die MIDNATSOL oder TROLLFJORD in Deine Planungen einbeziehen. Beide Schiffe haben überdachte Umlaufdecks.

      Beste Grüße

      Lupo
    • @Klaus E.
      Ganz herzlichen Dank für deinen informativen Vergleich zweier besonders verschiedener HR-Schiffstypen, die du ja nicht nur besichtigt, sondern auch praktisch ausprobieren konntest.
      Diese Infos sind sicher nicht nur für mich interessant, sei es zur Bestätigunmg der eigenen Schiffswahl-braucht man ja manchmal auch- oder als Anregung, auch mal ein anderes HR-Schiff auszuprobieren.
      Schön, daß du positives und für dich weniger angenehmes erwähnst. So kann man sich selbst ein gutes Bild machen und sich den eigenen Vorlieben oder Ansprüchen gemäß entscheiden. :sdafuer: :sdanke:
      Liebe Grüße von Trollebo

      Reiseberichte in meinem Profil

    • Der dritte Tag ( Trondheim und Rørvik ) - 28.10.2017

      Zunächst muss ich vom Vortag noch nachtragen, dass ich gemäß dem Aufdruck auf dem Umschlag, den man ja beim Check In im HR-Termnal in Bergen erhält, meine abendliche Essenssitzung um 18:00 an Tisch 58 zu erleben habe. Beim Basic-Tarif darf man sich die Zeiten ja nicht aussuchen. Ich lerne meine Tischgenossen für die nächsten 10 Abende also um 18:00 Uhr kennen, w'hrend wir in Ålesund im Hafen liegen. Tisch 58 ist ein runder Tisch für 6 Personen auf der Steuerbordseite. Es sind von den 6 Plätzen 5 eingedeckt. Schließlich ist das Schiff auch nur halb voll. Es kommen aber nur 3 der 5 - zwei Plätze bleiben frei. Das Geheimnis lüftet sich, als wir gerade das Dessert verspeist haben. Ein Pärchen hat auf ihrem Umschlag nur Tisch 58 gelesen; dass da auch eine Zeit steht, war ihnen aber offensichtlich entgangen. Sie wollen aber ohnehin nicht so früh essen. Sie werden also auf 20:00 umgebucht. Wir 3 bleiben also für den Rest der Reise unter uns.

      Noch ein Punkt: Ich hoffe, dass ich im vorigen Beitrag nicht zu negativ geklungen habe. Die vielen Zusatzangebote, die ich von der MS-Lofoten nicht kenne (Sauna, Whirlpool, Fitnessraum, Konferenzräume, Expedition Team usw.) kommen mir zwar "seltsam" vor und ich frage mich, wozu man sie wohl braucht. Aber: Sie stören ja nicht - und wer nicht will, der kann sie ja einfach ignorieren.

      Und jetzt geht es tatsächlich mit der Beschreibung des dritten Tages los:

      Hier war sozusegn der absolute Höhepunkt der Reise geplant.

      Zum einen würden wir am Morgen für 90 Minuten (08:30 - 10:00) der südgehenden MS-Lofoten am Kai in Trondheim gegenüber liegen. Da hatte ich mir vorgenommen, mal für kurze Zeit auf den Rollstuhl zu verzichten und statt dessen auf Krücken (Entschuldigung: Es heißt selbstverständlich Unterarmgehstützen) an Land zu gehen und der MS-Lofoten einen kurzen Besuch abzustatten. Ohne Rollstuhl weil man den auf die MS-Lofoten über die schmale Gangway nicht mitnehmen kann und weil ich dachte, dass man mit dem Rollstuhl auch nicht an Land kommt. Schließlich sind auf dem Weg der normalen Passagiere doch einige Stufen zu überwinden. Wie ich später erfuhr, könnte man als Rollstuhlfahrer aber auf der MS-Nordnorge doch von Bord. Das geht über die Rampe für die PKWs/Fracht. Also kämpfte ich mich auf Krücken die Treppe herunter und dann die schiefe Ebene an Land und machte mich eben auf den Weg zu meinem Lieblingsschiff, als ich meinen Namen hörte. Dieser Absatz fing mit "zum einen" an. Jetzt kam das "zum anderen": Ich hatte mich im Vorfeld mit einer zweiten Person hier aus dem Forum verabredet (auch Lofoten-Fan), die zeitgleich in Trondheim war. Wir wollten uns um 09:00 an Bord der MS-Lofoten unter dem Eisbärfell treffen. Nun stand sie mir schon etwas früher gegenüber und sprach mich an. Woran sie mich unter den vielen anderen Passagieren wohl erkannt haben mag :rolleyes: Sie wollte sich zunächst die Nordnorge kurz ansehen, und so vereinbarten wir, dass wir bei der Planung bleiben und uns um 09:00 Uhr treffen wollten. Als ich den Kai entlang stakste und hinter der mich beschützenden MS-Nordnorge hervorkam, erfasste mich die steife Brise von vorne. Das Gehen wurde mit einem Bein und zwei Krücken ziemlich anstrengend; und ich hatte auch Bedenken, dass mit eine eventuelle Böe aus dem Gleichgewicht bringen könnte. Als ich neben der Bugspitze der MS-Lofoten angekommen war, kehrte ich lieber um. Wir haben uns dann an Bord der Nordnorge noch sehr angenehm unterhalten. Falls du hier mitliest (ich habe den Forums- und den echten Namen hier mal lieber weggelassen), dann auf jeden Fall vielen lieben Dank für die wunderschöne Zeit.

      Trondheim war ohne viel Regen, teilweise sogar ganz trocken. Es gab einen schönen Regenbogen zu bewundern. Leider habe ich aber keine Bilder gemacht. Zur Mittagsstunde machten wir uns planmäßig wieder auf den Weg in Richtung Rørvik . Der Rest des Tages verlief ziemlich ereignislos.

      Das Gericht zum Abendessen ausführlich zu beschreiben, erspare ich mir hier jetzt auch aus dem Grund, dass ich nicht Buch geführt habe :)

      LG Klaus
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      HR-Virusinfektion passierte im März 2015.
    • @Klaus
      Doch, natürlich lese ich mit. ;) Du kannst den Namen also ruhig nennen. Dann bin ich mal so frech und ergänze mit einigen Bildern das Einlaufen der Nordnorge. Um halbwegs trocken zu bleiben, hatte ich mich in den Glaskasten zurückgezogen.

      Zu meiner Schande muss ich gestehen, ich wollte vor allem deshalb auf die Nordnorge um ein Bild der Lofoten zu machen. Als ich dann versuchte, schnell zurück zum Eisbärfell der Lofoten zu flitzen, wäre ich fast an Klaus vorbei gerannt. Er saß inzwischen in der Nähe der Rezeption und hätte er nicht gerufen - irgendwie bin ich manchmal etwas blind!

      Apropos blind - was ich über meine eiskalte Kabine im Keller der Lofoten erzählt hatte - ich nehme es zurück.
      Den Schalter zur Temperatureinstellung habe ich erst in der folgenden Nacht gefunden. Seit wann gibt es auf der Lofoten denn so etwas? Vor allem bin ich überrascht, dass es auch perfekt funktioniert.

      Dagegen ist mir das Telefon in der Kabine gleich ins Auge gefallen. Kaum ist man mal drei Jahre nicht auf dem Schiff gewesen, schon kennt man sich nicht mehr aus.

      Bis auf einige Sonnenstunden in Bergen war das Wetter auf meiner Kurzreise vor allem sehr nass von oben. Und hier ist auch der Regenbogen.

      Danke für das schöne und interessanteTreffen. Ich hoffe, ich habe den Reisebericht nicht zu sehr gestört, bei den anderen Tagen halte ich mich aber bestimmt zurück. :D
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    • Der vierte Tag ( Bodø und Svolvær ) - 29.10.2017

      Danke @Lightship für die Bilder vom Aufenthalt in Trondheim .

      Der vierte Tag ließ uns zunächst in der Nacht die Häfen Brønnøysund , Sandnessjøen und Nesna besuchen. Wo ich auf früheren Reisen durch die plötzliche Stille an Bord der MS-Lofoten geweckt worden war, wurde nun der Ver-/Entriegelungsmechanismus der Ladeklappe "genutzt", um dem Reisenden das Erreichen eines Hafens anzuzeigen :) . Ansonsten war das eher ereignislos. Wo ich früher noch aufgestanden und auf die Brückennock geeilt bin, um ja nichts zu verpassen, blieb ich jetzt einfach im Bett liegen. Bis zum Aufenthalt in Ørnes war ich vom Frühstück schon wieder zurück in der Kabine. Bei dem vorherrschenden Wasser von oben zog es mich aber nicht wirklich nach draußen.

      Erst in Bodø wurde es für die anderen Passagiere interessanter. Hier liegt das Schiff mit 2,5 Stunden ja lange genug, um an einem
      angebotenen Landausflug teilzunehmen oder sich selbst etwas anzuschauen. Die Ausflüge mit dem größten Anziehungsvermögen in Bodø gehen ja zum Saltstraumen - entweder mit dem Bus oder (etwas teurer, aber besser durch gestellte Kleidung vor der Nässe geschützt) mit dem Schlauchboot. Diesmal, so berichteten andere Passagiere, hätte man die wasserdichten Anzüge fast auch den Busbenutzern anziehen sollen. Durch den starken Regen war es wohl eine ziemlich feuchte Angelegenheit, wenn man die Strudel denn bewundern und dazu den Bus verlassen wollte. Ich musste mir ja keine Gedanken über die möglichen Alternativen machen.

      Ich freute mich vielmehr darauf, dass ich in den Stunden zwischen Bodø und Stamsund mal wieder wie in Mutters Armen gewiegt werden würde. Doch welch eine Enttäuschung machte sich in mir breit? So hatte ich den Vestfjord noch nie erlebt! Ob das nun daran lag, dass die in den modernen Schiffen vorhandenen Stabilisatoren einen großen Unterschied machen, oder ob wir mit der Windrichtung direkt von vorne großes Glück (?) hatten - ich vermag es nicht zu sagen. Mit dem Einlaufen in den Hafen von Stamsund verspeisten wir jedenfalls gerade den Nachtisch im Restaurant. Ich hatte mich ja schon ab dem ersten Besuch im Restaurant, also noch im Hafen von Bergen , gewundert, warum die Einrichtung so stark von der mir bekannten abweicht. Will sagen: Die Stühle stehen einfach so herum und sind nicht jeweils mit einer Kette am Boden gesichert. Auf der gesamten Reise haben wir das auch nicht vermisst. Es rutschte nie jemand mit dem Stuhl durch die Gegend.

      Das nächste markante Vorkommnis wartete im nächsten Hafen auf uns: In Svolvær hatte man bei "Magic Ice" offenbar die Tür nicht richtig geschlossen. Jedenfalls schneite es lustig vor sich hin und der Kai war von einer (wenn auch dünnen) Neuschneeschicht bedeckt. Die Hörner der Geiß waren jahres- und tageszeitgemäß nicht zu bestaunen.

      Mit dem Besuch des Eingangs des Trollfjords dürfte dieser Tag zu Ende gegangen sein. Der schon bei der Abfahrt aus Svolvær angekündigte Trollfjord-Drink dürfte ja seine Abnehmer gefunden haben. Mir war es egal.

      Bilder sind auch an diesem Tag wieder nicht entstanden.

      LG Klaus
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      HR-Virusinfektion passierte im März 2015.
    • Der Rest der Reise ( Tromsø über Kirkenes bis Bergen ) - 29.10.2017 bis 06.11.2017

      Die aktuellen Entwicklungen an der Gesundheitsfront und die Tatsache, dass während der weiteren Tage der Reise nicht mehr sooo viele bemerkenswerte Dinge zu berichten sind, führen mich zu der Entscheidung, ab hier nicht mehr für jeden Tag einzeln zu beschreiben, dass es viel geregnet hat und dass wieder keine Bilder entstanden sind.

      Es gibt also nur eine kurze Zusammenfassung:

      Während des Rests der Reise gab es nur den Aufenthalt in Kirkenes und den letzten Tag auf dem Weg nach Bergen , an denen es nicht langandauernd regnete (oder zumindest schneite).

      Auf der südgehenden Tour ließen wir zwischen Kirkenes und Tromsø einige Häfen aus. Sowohl das Wasser als auch die Luft darüber waren ein wenig in Bewegung geraten. Eine per Durchsage an die Passagiere gerichtete Empfehlung, die Medikamente gegen Reisekrankheit einzunehmen, hatte ich an Bord der MS-Lofoten nie gehört. Auf der MS-Nordnorge kümmerte man sich in dieser Hinsicht liebevoll um die Passagiere.

      Am Nachmittag zwischen Hammerfest und Tromsø wurde angekündigt, dass wegen des Seegangs alle Aufzüge an Bord außer Betrieb seien. Man möge bitte auch nicht versuchen, sie trotzdem zu benutzen. Aber ich (und mein Abendessen) wurde gerettet. Per Telefonanruf in der Kabine wurde ich informiert, dass für mich jeweils eine Einzelfahrt mit dem Aufzug zum Restaurant stattfinden würde.

      Das funktionierte auch perfekt.

      Eigentlich hätten wir bei Skjervøy ja der MS-Lofoten begegnen sollen. Diese hätte ja (02.11.2017) um 18:30 Uhr Tromsø verlassen sollen. Sie blieb aber bis nach 23:00 Uhr dort liegen. Dann musste wie weg, um den Platz am Kai für die MS-Nordnorge frei zu machen. Trotz noch über einer Stunde Verspätung beim Auslaufen aus Øksfjord waren wir pünktlich in Tromsø . Ohne Besuch in Skjervøy geht es eben schneller. Vielleicht waren auch die 3 Busse voller zahlender Landausflügler eine zusätzliche Motivation,
      es möglich zu machen.

      Gerne hätte ich auch dieses Mal das Mitternachtskonzert in der Eismeerkathedrale in Tromsø besucht. Da ja aber der Bus am Fuß des Hügels hält und man dann auf eigenen Beinen "steil" hoch zur Kirche muss, und da auch winterliche Bedingungen angekündigt waren und Spikes unter den Schuhen empfohlen worden waren, musste der MP3-Player in der Kabine diesmal ausreichen.

      Sonst gab es nichts anzumerken. Es dürfte am Abend in/bei Rørvik gewesen sein, als ich die Kamera zückte, um den daheim gebliebenen Informationssuchenden eine Gelegenheit zu geben, auch mal eine der behindertengerechten Kabinen bestaunen zu dürfen. Irgendwie hatte ich (z.B. im Wiki ) keine solchen Bilder gefunden.

      Die Bilder (oder eine sinnvolle Auswahl davon) können gerne ins Wiki übernommen werden. Danke ans Team!



      Die Rückreise HR-Termnial, Bus, Bergen Flughafen, Amsterdam, Frankfurt verlief (fast) so reibungslos wie die Anreise. Nur in Amsterdam war plötzlich mein Rollstuhl verschwunden. In Frankfurt stand er dann aber doch neben dem Flugzeug auf dem Rollfeld. Im Nachhinein also alles gut - aber auf die zusätzliche Aufregung hätte ich gerne verzichtet.

      Gaaanz kurze Zusammenfassung: Schön war es trotzdem!

      LG Klaus
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      HR-Virusinfektion passierte im März 2015.
    • Klaus E. schrieb:

      Eine per Durchsage an die Passagiere gerichtete Empfehlung, die Medikamente gegen Reisekrankheit einzunehmen, hatte ich an Bord der MS-Lofoten nie gehört. Auf der MS-Nordnorge kümmerte man sich in dieser Hinsicht liebevoll um die Passagiere.

      ... was aber im Umkehrschluss nicht heisst dass man auf der Lofoten nicht auch gut versorgt wird ;) Aber ich denke auf der Lofoten sind sich die Leute solche Dinge doch eher bewusst.

      Schön dass es mit deiner Reise gut geklappt hat! Drücke dir jetzt die Daumen dass sich deine gesundheitlichen Problem lösen und du nächsten Sommer die LOFOTEN entern kannst :8o:
      Gruss - Arctica

      Jan 2009 FM * Jan 2010 NL * Jan 2011 FRAM (Antarctica) * Apr 2011 NN * Mrz 2012 LO * Jan 2013 LO (Alta)* Feb 2014 KH *
      Jan 2016 LO

      Reiseberichte siehe Profil!


    • Neu

      Vielen Dank, leber Klaus für deinen Bericht, es war ja wirklich in jeder Hinsicht eine andere Reise als deine bisherigen. Ich freue mich, dass es trotz aller Umstände gut geklappt hat und wünsche dir, dass deine Gesundheit die nächste Tour auf der Lofoten zulässt.
      LG Sehpferd /Helga :ilhr:

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