"Volkmar, hast du die Elche geschrumpft ...!", oder Unterwegs in den Norden - MS Polarlys 19.09.-03.10.2017

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      Tag 3 (22.09.2017)

      Der Wecker weckte mich gegen halb sieben. Bitte jetzt keine Verwunderung, ich brauche das und schließlich ist es morgens am schönsten. Mein Bett war am Fenster und so konnte ich immer sofort einen Kontrollblick bezüglich des Wetters wagen. Es sah sehr gut aus und so hatte das frühe wecken schon seine Bedeutung. Unter die Dusche, fertig machen und dann raus. Wie auch bei den bisherigen Reisen geht der erste Blick immer von Achtern. Das hat den Vorteil, dass ich nie mit Regen im Gesicht rechnen muss und somit meine gute Laune nicht verliere. Aber vorweg, auf dieser Tour hätte ich eigentlich auch immer zum Bug gehen können, das Wetter war nie mies zu nennen. Auch heute wurde ich deshalb mit ein paar schönen Fotos belohnt.



      Trondheim kam langsam näher und ich begann zu rechnen. Die Sache war die, normalerweise holte ich Göga immer kurz vor acht zum Frühstück an der Kabine ab, aber ich wollte auch das Vorbeifahren an der Nordnorge und das Festmachen sehen. Wie liegen wir in der Zeit ? Wir lagen ganz gut und so konnte ich alles sehen, eventuell hat meine Göga mich allerdings heute etwas später gesehen. Es ging also direkt danach zum Frühstück. Unser weiterer Plan für den Morgen war, zuerst die Nordnorge zu besichtigen und dann in die Stadt zu gehen.

      Das Frühstück war wieder sehr gut und so machten wir uns danach zum Landgang fertig. Wir gingen runter auf Deck 3 zum Abgang und, … und der Abgang war zu. Einen Moment später kam schon jemand von der Mannschaft um die Ecke und teilte uns mit, dass wir uns doch bitte zum Autodeck bewegen sollten, da es hier gerade mit der Luke Probleme gibt. Auf dem Weg zum Autodeck fiel uns ein, dass am Vortage schon an der Lucke gearbeitet wurde. Sofort kam auch schon die Erinnerung an unsere letzte Tour mit der MS Nordlys. Auf dieser Tour gab es in den Häfen immer wieder Probleme mit der Frachtluke. Bei der Abfahrt in Kirkenes vermutete ich schon beinahe das Ende der Reise, da wir mit geöffneter Luke ablegten und sie auch dann nicht sofort abgesenkt werden konnte. Am Autodeck angekommen wurden wir von keinem anderen, als dem „Liftboy“ Marco an Land gehievt.



      Wir enterten im Anschluss die Nordnorge. Die Nordnorge wurde auch modernisiert und entsprach in vielen Teilen der MS Polarlys. Es gab aber doch auch Unterschiede, die mir deutlich besser als auf der Polarlys gefielen und auch weiterhin gefallen. Die Decks drei und vier sind nahezu gleich, jedenfalls habe ich dort keine auffälligen Unterschiede festgestellt. Die großen Unterschiede sind auf den Decks sechs und sieben. Auf Deck sechs sind es die eingebauten Pool´s am Heck. Durch die andersartigen Deckabschlüsse am Heck wirken die Pool´s wie dahin gehörend. Es ist zwar auch hier über dem Pool nicht mehr besonders viel Platz, aber es sieht wesentlich besser aus. Auf der Polarlys wirken sie im Vergleich wie hingestellt. Der zweite wesentliche Unterschied ist auf der Fläche des Cafe´s der Polarlys. Auf der Nordnorge hat man dort eine sehr schön anzusehende Sitzlandschaft aus Sofas, Sesseln und Stühlen eingerichtet. Das gefällt mir persönlich wesentlich besser als das kunterbunte und unbequeme Gestühl auf der MS Polarlys. Nun gut, die Polarlys war das zuerst umgebaute Schiff, so viel ich weis, und vielleicht hat man ja schnell daraus gelernt.



      Nach dem wir die MS Nordnorge wieder verlassen haben, machten wir uns bei gutem Wetter auf den Weg in die Stadt. Auf dem Weg in die Stadt entdeckte ich ein etwas seltsames Schiff. Beschriftet mit „Autonomous“ und „Drohne 1“ machte es mich neugierig und ich fotografierte es. In Internet ist einiges zu dem Schiff zu erfahren, es handelt sich dabei um die Entwicklung autonom fahrender Schiffe. Im Forum wurde das Thema auch schon angesprochen, wenn mich nicht alles täuscht. Weiter ging es dann in einem kleinen Rundgang. Wir besuchten zuerst das Einkaufszentrum Trodheim Torg, von dort ging es zu, Nidaros-Dom und weiter zur Bybrua, entlang der Kjöpmannsgata Richtung Bahnhof und wieder zum Schiff. Hinter dem Clarion-Hotel gab es noch eine Veranstaltung, bei der vermutlich Tischler ihr Können zeigen wollten. Leider habe ich bis jetzt nicht den tieferen Sinn der Sache herausbekommen, trotzdem sah es irgendwie interessant aus.



      Von Trondheim ging weiter in den Norden. Das Wetter war immer noch gut und so wurde auch der Stokksund durchfahren. Im Anschluss hatten wir etwas Zeit zum Gucken und Fotografieren, bevor es noch einen schönen Sonnenuntergang gab. In Rörvik angekommen besichtigten wir die MS Trollfjord und bestaunten einen sehr gut erhaltenen Bully mit Doppelkabine.


      Gruß Volkmar

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      Tag 4 (23.09.2017)

      Was soll ich schreiben, auch dieser Tag zeigte sich schon morgens sehr gut gelaunt. Das schlug natürlich auf uns über. Irgendwie finde ich den Tag 4 immer besonders interessant und abwechslungsreich. Fängt er doch morgens mit der Überquerung des Polarkreises an, weiter geht es an einer schönen ruhigen Landschaft vorbei. Später, schon fast beim Mittagessen, kommt dann Bodö . Da bin ich immer ganz aus dem Häuschen, oder hier besser ausgedrückt, aus der Kajüte, wenn der Flughafen vorbei zieht. Wir hatten auch dieses Mal wieder sehr schönes Wetter und so sind wir ein wenig durch die Stadt gelaufen. Für mich war dieses Mal der Bahnhof ein wichtiges Ziel, der gefiel dann auch sehr gut. Zuerst dachte ich doch glatt, dass das Zugtableau defekt sei, aber dann merkte ich, dass hier nicht sehr viele Züge am Tag fahren. Die Anlagen waren dafür aber recht groß ausgelegt.



      Die Ausfahrt aus Bodö ist noch sehr interessant, aber dann hatten wir etwas Ruhe. Es war ein wenig diesig und so war die Sicht auf die Lofoten erst viel später möglich. Die Augen wurden an diesem Tag auch schon sehr belastet und so war eine Pause gerade richtig.



      Zum Abend erreichten wir Stamsund und Svolvaer . Der Ort Svolvaer ist auch einer unserer Lieblingsorte. Er hat einmal ein sehr südländisches Flair und ab hier haben fast immer Nordlicht gesehen. Heute hatten wir sogar das Glück, den Trollfjord bei nach zu erleben. Es war noch einmal eine Steigerung gegenüber der Durchfahrt bei Tageslicht.

      Gruß Volkmar

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      Auf Bild 27 sieht es jetzt gar nicht mehr nach Baustelle aus :D habe diese über die Webcam der Vesteralen seit März diesen Jahres verfolgt und mich gewundert, dass in Norwegen so eine Baustelle so lange dauert...... :whistling:

      Die Beleuchtung des Eingangs in den Trollfjord sieht toll aus - im März auf der Vesteralen wurde dies etwas spärlich angeleuchtet und ich war da etwas entäuscht darüber. Im Dezember werde ich das wohl auch nicht anders erleben, aber zum Glück gibts ja immer ein nächstes mal :thumbsup:

      Verfolge ja alle Berichte und auch hier von mir (wenn ich sonst auch ehr der stillere Leser bin) ein dickes DANKE (fühlt Euch ruhig alle angesprochen!)

      Infizierte Grüße,
      Katrin
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      @Katl

      Hallo Katrin, wir sind bei Nacht nicht nur vor den Trollfjord , sondern einmal ganz durch gefahren. Es ist auf den Bildern nicht so gut zu sehen, aber die ersten beiden wurden während der Fahrt in den Trollfjord , und das letzte kurz vor dem Verlassen aufgenommen. Es war gespenstisch ruhig auf den Schiff, alle sprachen ganz leise. Vermutlich hatten die meisten Angst die Trolle zu wecken.
      Gruß Volkmar

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      Flemming T. schrieb:

      Hinter dem Clarion-Hotel gab es noch eine Veranstaltung, bei der vermutlich Tischler ihr Können zeigen wollten. Leider habe ich bis jetzt nicht den tieferen Sinn der Sache herausbekommen, trotzdem sah es irgendwie interessant aus.


      Solche Holzarbeiten sind mir dort am 26. September auch aufgefallen. Ebenfalls an diesem Tag hab ich dort in der Nähe Plakate mit dem Titel „Studentene bygger in tre“ oder so ähnlich gesehen, die Fotos großer Holzkonstruktionen zeigten.

      Wenn mich meine spärlichen Norwegischkennnisse nicht trügen, läuft in Trondheim seit ein paaar Jahren eine Aktion, bei der es um vermehrte Verwendung von Holz als Baumaterial geht: aftenposten.no/kultur/i/4dgGR/Vil-bygge-Trondheim-i-tre

      Und diesem Artikel
      trondheim2030.no/2017/08/22/ko…teknologi-og-byutvikling/
      entnehme ich, dass in Trondheim vom 27. bis 29. September eine Konferenz über Holzbau stattgefunden hat, in deren Rahmen Studentenarbeiten aus Holz ausgestellt werden sollten.

      trondheim2030.no schrieb:

      Studentene bygger i tre
      Under konferansen vil deler av utearealet innerst i havnebassenget og like utenfor hotellet bli brukt til å vise fram studentarbeider i tre.

      Vielleicht hatten die Holzarbeiten, die wir während dieser Zeit dort gesehen haben, damit zu tun.
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      @Flemming T.
      Wenn ich deine Bilder von Tag 4 sehe, habe ich ja große Hoffnung für unsere Herbstreise 2018, die fast zur gleichen Zeit, eben nur ein Jahr später startet. Nordlicht, tolle Einfahrt in den Trollfjord und bei dem Ausflug nach Urke schön verfärbte Natur.
      Bin auf die Fortsetzung deines Berichts einschl. Bilder sehr gespannt.
      Liebe Grüße von Trollebo

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      @Trollebo

      Das, was Du (und ich auch) so gut findest, die Farben der Jahreszeit, die sind mein Problem. Es dauert im Moment so lange, weil jetzt tatsächlich die Farben in den Bildern quasi "explodieren" und die Auswahl so schwer wird. Hinzu kommen noch einige Nordlicht-Aufnahmen und so weiter. Trotzdem werde ich versuchen spätestens Morgen den nächsten Reisetag einzustellen.

      Grundsätzlich muss ich aber auch wieder feststellen, dass wir absolut genau die richtige Fahrt der Polarlys gewählt haben. Vorher und hinterher war das Wetter längst nicht so gut.
      Gruß Volkmar

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      @Flemming T.
      Laß dir nur Zeit mit der Bilderauswahl. Ich will nicht drängen, weiß ich doch, wie schwer es ist, aus den hunderten Fotos
      pro Tag nur 20 !!! auswählen zu müssen ! Mir ging es bei der Auswahl der Fotos zu unsrer Wintertraumreise genauso. :/
      Wie hat sich das denn mit dem Blaustich deiner Bilder geklärt? Mußt du jetzt nach der Reise noch daran arbeiten ?
      Wir starten übrigens nächstes Jahr am 18.9. in Bergen mit der Polarlys. Deswegen schaue ich mir im Moment aktuelle Herbstreiseberichte mit besonderem Interesse an. Aber auch die webcams sind nicht zu vernachlässigen.
      Liebe Grüße von Trollebo

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      @Trollebo

      Die Sache mit dem Blaustich passierte eigentlich ganz einfach. Die Kamera war bei Nikon zur Wartung. Im Anschluss habe ich hier tagsüber und in der Nacht (Nordlicht-Übungs-Fotos) ein paar Fotos gemacht und alles schien gut. Warum weis ich bis heute nicht. In Norwegen fiel es mir dann recht schnell auf, aber ich glaubte zuerst an eine Verstellung des Monitors der Kamera. Irgendwann wurde es mir aber doch komisch und ich fing an zu suchen. Das es sich dabei um eine Angelegenheit des Weissabgleiches handeln würde war mir gleich klar. Ich versuchte dies dann auch im Menü auf dem Kamera-Bildschirm einzustellen. Im Gegensatz zu meiner Erinnerung konnte ich aber nur zwischen "PRE", eigene Einstellung und "Farbwert" wechseln. Eigentlich war da doch auch noch immer "AUTO", aber nicht bei mir. Zum Glück habe ich auf meinem Tablet sämtliche Bedienungsanleitung meiner mobilen Geräte und so machte ich mich schlau. Ääh, ... wollte mich schlau machen. In der Anleitung stand es so, wie ich es kannte. An der Kamera kam diese Anzeigen aber nicht, auch nicht nach dem Ausstoß vieler Schimpfworte - es waren sogar unanständige dabei ! Meine Überlegung war nun, mich mit dem Farbwert zu beschäftigen und diesen zur Grundlage zu machen. Das funktionierte auch nach einigen Versuchen und so wurde die Reise doch noch etwas entspannend. Der Fehler war nicht weg, sondern nur versteckt.

      Nach dem Urlaub zurück in der Firma habe ich dann mit einem Kollegen über mein Problem gesprochen. Im Gegensatz zu mir, ich arbeite immer über das Menü auf dem Monitor, stellt er viel mit Funktionstasten und Stellrad ein. Er empfahl mir, dass doch auch so zu machen. Wieder zu Hause probierte ich es und was soll ich sagen, mit einem mal erreichte ich wieder die Einstellung "Auto". Jetzt ist alles wieder in Ordnung. Nun erscheint "Auto" auch wieder im Monitor-Menü. Ich bin mir nicht ganz klar, ob im Monitor-Menü nicht vielleicht sogar ein Software-Fehler vorliegt, denn in der Bedienungsanleitung ist es irgendwie anders beschrieben. Ich habe dazu gelernt und es funktioniert wieder, aber es bleibt etwas kurios.

      Ja, so war das mit dem Blaustich ...
      Gruß Volkmar

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      Da lobe ich mir doch meine geliebten 120-er Schwarzweißfilme. Da kann ein Weißabgleich keine Probleme machen. Ok, beim Bildformat 6x7 passen auch nur 10 Aufnahmen auf einen Film. Dafür überlegt man aber auch mal bevor man auf den Auslöser drückt...

      Ok - die Digitalkamera muss auch immer mit. Aber man trägt ja gerne mal etwas mehr mit sich herum ;)

      LG Klaus
      Liste der Reisen findet sich in meinem Profil.

      HR-Virusinfektion passierte im März 2015.
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      @Flemming T.

      Ach du liebe Zeit! Und das ausgerechnet auf der Reise, wo man nun wirklich nicht die Zeit und Muße hat, sich um solche Einstellungsdinge zu kümmern. :gamer3:
      Gut daß du auf deinem Tablet das Kamerahandbuch dabei hattest. Habe ich übrigens auch. Und man möchte doch Herbst-Fotos machen, auf denen die Farbe eine besonders große Rolle spielt ! Eigentlich sollte der Weißabgleich immer stimmen.
      An den zuletzt gesendeten Bildern sieht aber wohl alles normal aus.

      @Klaus E.
      Ja alles hat eben zwei Seiten. Manchmal denke ich auch an die Zeit mit Rollfilm- 12 Aufnahmen pro Film, später dann 36. Und die Überraschung kam dann erst, nachdem der Urlaub vorbei war. Aber zurück in die vordigitale Zeit möchte ich eigentlich nicht mehr, aber manchmal nehme ich mir vor, sparsamer zu fotografieren- eben erst noch überlegen, bevor man auf den Auslöser drückt.
      Liebe Grüße von Trollebo

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      Flemming T. schrieb:

      Ja, so war das mit dem Blaustich ...


      Das hat Deine Kamera mit Picasso gemeinsam - eine Blaue Periode ... :mosking:

      Flemming T. schrieb:

      Es dauert im Moment so lange, weil jetzt tatsächlich die Farben in den Bildern quasi "explodieren" und die Auswahl so schwer wird.


      Klaus E. schrieb:

      beim Bildformat 6x7 passen auch nur 10 Aufnahmen auf einen Film. Dafür überlegt man aber auch mal bevor man auf den Auslöser drückt...


      Ein weiterer Vorteil wäre eine erleichterte Auswahl der Bilder fürs Forum ... ;)
      <3 lig hilsen
      Bernhard

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      Was ich vor allem geniesse bei der Digitalzeit, dass man schnell mal eine Gedächtnisstütze fotografieren kann, z. B. Infotafeln. Hilft oft nachher bei den Fotos.
      Gruss - Arctica

      Jan 2009 FM * Jan 2010 NL * Jan 2011 FRAM (Antarctica) * Apr 2011 NN * Mrz 2012 LO * Jan 2013 LO (Alta)* Feb 2014 KH *
      Jan 2016 LO

      Reiseberichte siehe Profil!
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      Hallo Arctica,

      da hast Du absolut Recht. Bei mir gibt es auch "schöne" Aufnahmen zum Zeigen und "Beweisfotos", die dann nur eine Aufgabe im Bereich der Erinnerung, der Verdeutlichung eines Zusammenhanges und/oder der schnellen Notiz dienen.
      Gruß Volkmar

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