Per Zahnradbahn auf die Berge

    • 2017
    • Per Zahnradbahn auf die Berge


      Per Zahnradbahn auf die Berge


      Nach unserem Ausflug nach Burghausen wollten wir am nächsten Tag das schöne Wetter für einen Ausflug in die Berge nutzen.
      Wie schon am Vortag so war auch am Dienstag den 26.September zuerst eine lange Fahrt durch den Nebel angesagt. Wir fuhren die B15 komplett von Landshut bis hinter Rosenheim. Starker LKW-Verkehr verhindert hier immer ein schnelles Fortkommen, die kleinen Orte an der Strecke müssen den ganzen Tag den dichten Verkehr ertragen. Trotzdem wehren sich hier viele gegen den Bau der Umgehungstrecke B15neu. Das muss man nicht verstehen, jedenfalls möchte ich in keinem dieser ansonsten doch recht schönen Orte wohnen, solange diese permanente Verkehrsbelastung besteht.



      Hinter Rosenheim ist es nicht mehr weit bis nach Brannenburg, dem Startpunkt der Wendelsteinbahn. Am Talbahnhof kann man kostenfrei parken und die Hin- und Rückfahrt auf den Berg kostet 34,- € pro Person. Man kann auch mit der Seilbahn von Bayrischzell auf den Wendelstein fahren, oder ein Kombiticket Zahnrad-/Seilbahn in Verbindung mit der Bus-Ringlinie nutzen, aber wir haben uns für die geruhsame Fahrt mit der Zahnradbahn entschieden.



      Wir lassen die erste Bahn fahren und warten auf die nächste, die entgegen dem offiziellen Fahrtplan schon 30 Minuten später fährt. Laut Fahrplan soll nur jede Stunde eine Bahn fahren. Es ist wenig Betrieb und die Bahn daher halbleer. Nur wenig nach der Abfahrt wird die Bahn etwas langsamer und man kann hören, wie die Zahnräder kurz vor einer Steigung eingreifen.
      Hier unten führt die Strecke noch überwiegend durch bewaldetes Gebiet. An einer Ausweichstelle wartet die talfahrende Bahn auf uns, da der größte Teil der Strecke eingleisig ist. Dann erreichen wir die Mittelstation.



      Nach der Mittelstation eröffnen sich uns immer schönere Ausblicke. Wir sitzen auf der in Fahrtrichtung rechten Seite der Bahn. Nach vorheriger Nachfrage am Ticketschalter ist dies klar die bessere Seite, auch wenn heute bei der halbleeren Bahn ein kurzer Wechsel auf die linke Seite kein Problem ist.
      Neben uns taucht nun das Gipfelkreuz der Hochsalwand auf. Wir müssen nun auch immer wieder durch kurze Tunnelstrecken fahren, bevor wir die kleine Wendelsteinkapelle sehen können.



      Oben angekommen müssen wir zuerst an einer großen Baustelle vorbei, hier wird wohl der Bereich der Besucherterrasse erweitert. Wir wollen nun zuerst im Restaurant etwas essen, aber die wenigen verfügbaren Tische sind alle besetzt und die vielen freien Tische im Hauptbereich sind reserviert für eine große Ortsgruppe aus Brannenburg. Also versorgen wir uns im Selbstbedienungsrestaurant und setzen uns an einen der freien Tische auf der Terrasse. Wir kommen hier gerade richtig, um die Seilbahn aus Bayrischzell ankommen zu sehen.



      Ich lasse Renate hier für kurze Zeit alleine, da ich unbedingt in die Wendelsteinhöhle möchte. Dazu muss man von der Terrasse aufsteigen und auf der anderen Seite des Berggebäudes wieder einige Stufen hinab. Man steigt also über den Bergbahnhof und kann beim Weg zur Höhle die Bahn im Innern der Station sehen.



      Hier passiert man eine Stahldrehtür mit einem Automaten. Man sollte eine Zwei-Euro-Münze bereit haben, da der Automat nur damit den Zugang zur Höhle freigibt. Wenige Meter dahinter sieht man schon den Eingang zur Höhle im Fels. Kurz nach dem Eintritt sollte man erstmal stehenbleiben, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, dann geht es 83 Stufen hinab.



      Unten angekommen kann man sich nach rechts oder links wenden. Ich entscheide mich zuerst für links und gehe bis zum Ende der begehbaren Strecke am Dom. Die Gesamtlänge der Höhle beträgt 573 m, die öffentlich frei begehbare Strecke 170 m. Die Anlage ist gut beleuchtet und unterwegs gibt es vier interaktive Info-Stelen, die Erklärungen zur Höhle, Geologie sowie Biologie, Psychologie und Philosophie in mehreren Sprachen liefern.



      Im Dom hat man ein beleuchtetes Kreuz aufgestellt. Ich gehe nun wieder zurück durch die gut beleuchtete und ausgebaute Höhle. Nur an wenigen Stellen muss ich mich ein wenig bücken, um nicht an die Decke zu stoßen. Außer mir sind nur sehr wenige Besucher hier.



      Vorbei an der Einstiegstreppe gehe ich nun durch den Lichtgang über die Zyklopenstiege zur Kältefalle, dem Ende der Höhle auf der rechten Seite. Hier kann man durch eine Öffnung im Fels oberhalb auch das Tageslicht sehen. Jetzt geht es wieder zurück und über die 83 Stufen verlasse ich die Höhle wieder.



      Gerade ist auch wieder eine Bahn angekommen und die Besucher drängen hinauf zur Besucherterrasse und den Restaurants. Ich nutze die Gelegenheit und begebe mich noch auf den kleinen Hügel mit dem Kircherl. Seit 1889 steht das Wendelsteinkircherl hier auf der Schwaigerwand.



      Von der Aussichtsplattform am Kircherl hat man einen schönen Rundblick. Heute soll die Sichtweite etwa 70 km betragen. Ich begebe mich jetzt wieder hinunter auf den Rückweg zum Wendelsteinhaus.



      Oberhalb des Wendelsteinhauses steht ein hölzerner Steinbock. Das Gebilde ist noch abgesperrt und ich bin mir nicht sicher, ob dies als Kunstwerk oder später mal als Klettergerüst für Kinder dienen soll. Unten treffe ich mich wieder mit Renate und wir wollen noch auf die kleine Aussichtsplattform „Gacher Blick“.



      Hier ist der Rundblick noch interessanter als vom Kircherl, zumal hier auch Bildtafeln stehen, die die einzelnen Berge und Bergmassive der Umgebung benennen. Auf dem Wendelsteinhaus ist die Sendeanlage des Bayerischen Rundfunks zu sehen, die seit 1954 hier in Betrieb ist. Dazu gehört auch der große Sendemast oben auf dem Gipfel neben der Sternwarte.
      Aus einem Sonnenobservatorium von 1941 wurde nach dem Umbau Ende der 1980er Jahre diese Sternwarte.



      Nun wird es wieder Zeit für uns mit der Zahnradbahn zurück zu fahren. Die Bahn ist allerdings diesmal komplett voll, da eine große Busgesellschaft gerade auch talwärts in der Bahn sitzt. Nach rund 25 minütiger Fahrt sind wir wieder am Auto und machen uns auf den Heimweg.

      Um die nervige Fahrt durch Rosenheim zu sparen, mache ich einen kleinen Umweg in Richtung Wasserburg. Hier waren wir ja schon 2013 zu einem Besuch. Von hier sind wir schnell wieder auf der Hauptstrecke B15 Richtung Landshut.

      Leider musste dann Renate ihren Besuch zwei Tage später wegen der Air-Berlin-Pleite abbrechen und vorzeitig zurückfliegen. Einen Tag später hat die Fluggesellschaft die Strecke HAM – MUC unter anderem eingestellt und Renate hätte noch größere Probleme gehabt nach Hause zu kommen.
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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