Weiße Nächte mit der weißen Lady – Oder: Mit MS Albatros einmal rund um die Ostsee

    • 2017
    • Tanja schrieb:

      Im Sand steckt eine Feder, die ich fotografiere, weil sie mir gefällt. Als ich das Bild einer Kollegin zeige, erzählt sie mir, dass ihr Mutter früher erzählt hat: wenn du eine Feder findest, weißt du, dass dein Schutzengel noch da ist. Irgendwie ein beruhigender Gedanke

      Diese Geschichte kenne ich nicht, gefällt mir aber - letzte Woche steckte bei mir im Garten eine Feder im Rasen ^^
      Gruss - Arctica

      Jan 2009 FM * Jan 2010 NL * Jan 2011 FRAM (Antarctica) * Apr 2011 NN * Mrz 2012 LO * Jan 2013 LO (Alta)* Feb 2014 KH *
      Jan 2016 LO

      Reiseberichte siehe Profil!
    • @Arctica: Ich freue mich jetzt über jede Feder, die mir so vor die Füße fällt ^^

      15. Juni 2017 – Tallinn (Estland)

      Aktuell sind 14°C, Windstärke 4 und wir sind mit 12 Knoten Richtung Tallinn unterwegs. Es sind nur noch 45 Seemeilen, geplante Ankunft ca. 13 Uhr. Als ich die Nacht 02:50 Uhr auf die Uhr gucke, ist es bereits hell draußen. Der Morgen dämmert mit wunderschönen Pastelltönen :girl_sigh:
      Annette und Karsten machen heute einen Stadtrundgang mit, wir ziehen nach dem Mittag auf eigene Faust los. Die Sonne strahlt wieder mit aller Kraft vom blauen Himmel.



      22:45 Uhr – Rückblick auf einen tollen Tag: Nach dem Frühstück stehen wir am Bug in der Sonne und sehen die estnische Hauptstadt schon lange im Voraus auf uns zukommen. Die morgendliche Durchsage von Kapitän Hansen offenbart uns, dass u.a. ein „Costa Pott“ im Hafen liegt :D Insgesamt sind mit uns fünf Schiffe vor Ort: Ocean Majesty, Costa Mediteranea, Marina und Norwegian irgendwas (vermutlich die Getaway). Es ist also voll.
      Der Fußweg in die Altstadt ist schnell erledigt: raus aus dem Hafengelände, quer über die Hauptstraße und am Kanonenturm „dicke Margarethe“ vorbei.

      Unser erster Anlaufpunkt ist die Olaikirche. Für 3 € kann man den Turm besteigen. Die Aussichtsplattform befindet sich auf 60 Meter Höhe, insgesamt ist der Turm 123 Meter hoch. Ich kann Wendeltreppen im Allgemeinen nicht leiden und im Turm gibt es ein besonders schönes Exemplar: eng, alte ausgetretene, rutschige Steinstufen und vor allem nie enden wollend. Gegenverkehr ist doof und zwingt uns zu waghalsigen Vorbeiquetschmanövern :pinch: Die „Aussichtsplattform“ ist so eng, dass an der Tür nach draußen eine Einbahnstraße im Uhrzeigersinn angezeigt ist. Dumm nur, dass die Hälfte der Besucher das nicht kapiert und entgegen dem Uhrzeigersinn läuft :dash: Die Vorbeiquetschmanöver setzen sich also hier oben fort. Eine Richtung muss sich an das kupferne Kirchendach lehnen und den Bauch einziehen, damit der Gegenverkehr durch kommt.
      Dafür ist der Ausblick auf die Ober- und Unterstadt mit den vielen kleinen Gassen und hinunter zum Hafen wirklich toll :8o:



      Extra für @effemuc:
      Die Olaikirche ist nach dem norwegischen König Olav II benannt. Die älteste Erwähnung stammt aus dem 13. Jahrhundert. Im Inneren überzeugt sie mich mit ihrer schlichten und hellen Gestaltung und dem tollen Deckengewölbe :rolleyes:



      Danach laufen wir kreuz und quer durch die Altstadtstraßen und besuchen auch die alte Ratsapotheke am Rathausplatz. Sie gilt als eine der ältesten Apotheken Europas, die noch in Betrieb sind (erste Erwähnung im 15. Jahrhundert).


      Kleiner Vorgeschmack auf Russland: die Alexander-Newski-Kathedrale.


      Die älteste Uhr Tallinns an der Heiliggeistkirche. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert. Also die Uhr ;)


      Auf dem Rathausplatz.


      In den Gassen von Tallinn.


      Dann beschließen wir, vorm Rückweg noch einen Kaffee in einer der schönen Gassen zu trinken. Nachdem wir uns ewig nicht für ein Lokal entscheiden können, setzen wir uns schließlich doch an einen Tisch und bestellen zwei Tassen Kaffee. Während wir so warten, laufen Annette und Karsten vorbei. Sie haben gerade „Freizeit“ bei ihrem Stadtrundgang und sind leicht zu überzeugen, den Ausflug, der ohnehin fast vorbei ist, vorzeitig zu beenden. Sie melden sich ordnungsgemäß bei ihrer Reiseleiterin ab und setzen sich zu uns und bestellen auch was zu trinken. Nach einer gefühlten halben Stunde kommt der Kaffee. Als ich dann wieder mal pullern muss und in das Lokal reingehe, stelle ich fest, das wir uns zielsicher für das einzige indische Restaurant in der Straße entschieden haben. Deswegen hat das mit dem Kaffee bestimmt so lang gedauert hat. Zumal wir so ziemlich die einzigen Gäste sind. Der Name „elevant“ hätte uns aber auch auffallen können. [Das WC ist übrigens sehr schön, mit Licht und allem drum und dran :D ]
      Hinterher bummeln wir zurück zum Hafen und sind 18 Uhr wieder an Bord. Letzter Einschiffungstermin ist heute 18:30 Uhr. Die Marina und die Costa haben sich schon vor uns aus dem Staub gemacht. Die Ausfahrt genießen wir bei immer noch blauem Himmel an Deck, bevor wir uns aufs Essen stürzen. Ich hab echt Hunger, schließlich sind wir seit 13 Uhr durch die Gegend marschiert.

      Wenn das nicht zwei schöne Schiffspopos sind?!? ^^


      Die aktuellen Daten: nachmittags hat das Thermometer 20°C angezeigt, jetzt sind es immer noch 15. Wir sind bei Windstärke 4 und Seestärke 2 und 12,5 Knoten Fahrt unterwegs nach St.Petersburg. Noch 140 Seemeilen trennen uns von der russischen Metropole. Morgen wollen wir wieder früh aufstehen, um die Einfahrt nach St.Petersburg mitzuerleben. Es ist einmal mehr Sonne vorher gesagt. Läuft doch! :8):
    • Da bin ich ja beruhigt, dass es diesmal ein ordentliches, wenn auch indisches WC gab. Sonst hätte es mit dem "letzten Einschiffungstermin" noch in die Hose gehen können :locomotive:
      Vielen Dank für die Fortsetzung des tollen Reiseberichtes und die wunderschönen Fotos :good3:
      Gruß JKmuc

    • Tolle Fotos einer schönen und auch historischen Stadt.Das Baltikum kennen wir leider noch gar nicht.Die Kirche ist innen in der Tat sehr schlicht,aber dafür hell und,wie du schon erwähnst,mit tollem Deckengewölbe! ^^ Ihr Frauen habt es WC technisch echt nicht einfach,sicher gibt es in nächsten Hafen hierzu ein weiteres Kapitel.... :mosking:
      Gruss Stefan :)
    • @Tanja
      Danke für die schönen Bilder von meinem geliebten Tallin. Dies ist innerhalb des Baltikums meine Lieblingsstadt. Und ihr habt die Schönheit dieser Stadt sie richtig genossen. Toll !
      Ich freue mich jedesmal über deinen so lebendigen schnörkelosen Bericht. Deine WC- Erlebnisse- einfach herrlich! ^^
      So eine Schiffsreise mit eurer Schiffsgröße könnten wir vielleicht auch mal ins Visier nehmen. Du hast mich auf den Geschmack gebracht. Solange das Schiff nicht für tausende von Paxen gedacht ist!
      Liebe Grüße
      von Trollebo
    • Tallinn ist wirklich eine Reise wert und man braucht definitiv mehr Zeit, als nur einen halben Tag ^^
      Ich hoffe nur, ihr erwartet jetzt nicht jeden Tag eine WC-Story von mir :mosking:

      16. Juni 2017 – St. Petersburg Teil 1

      Die Sonne strahlt. Gegen 2 Uhr war es diese Nacht schon wieder ziemlich hell draußen. Das sind dann wohl die berühmten weißen Nächte. Was bin ich gespannt auf St. Petersburg! Hier leben 5 Millionen Menschen. Es ist die viertgrößte Stadt Europas.
      Die aktuellen Daten: Seestärke 2/ Windstärke 2/ Temperatur 15°C/ Meerestiefe 24 Meter/ 12 Knoten Fahrt. Noch 34 Seemeilen bis St. Petersburg.

      Gegen 8 Uhr sammeln wir den Lotsen ein. Während der Fahrt durch Kronstadt wird man von den vielen Leuten vorn auf dem Umlaufdeck fast ertreten. Gestern Abend hat uns noch die Norwegian Gateway - oder wie auch immer sie heißt - überholt. Nun sehen wir sie durchs Fernglas gaaaaanz weit draußen im Kreuzfahrthafen liegen :search: Wir hingegen sind klein genug, um mitten in der Stadt anzulegen :rolleyes: Die Einfahrt durch den Industriehafen unter der Autobahnbrücke hindurch und dann hinein in die Newa ist spannend. Wir machen an der „Lieutnant Schmidt“-Anlegestelle fest. Schräg gegenüber liegt eine alte Bekannte: die Ocean Majesty.



      Bei der Einfahrt in den Industriehafen: Ein Hauch von Hollywood :D



      Nach dem frühen Mittag startet unser erster Ausflug: Puschkin mit Katharinenpalast. Was für eine Pracht! Und was für viele Menschen... :wacko: Und dann noch dieses Wetter. Dabei soll es doch hier nur 60 schöne Tage im Jahr geben ^^
      Der Katharinenpalast liegt etwa 25 Kilometer südlich von St. Petersburg in Puschkin (früher Zarskoje Selo).



      Nach schweren Zerstörungen im zweiten Weltkrieg ist es möglichst originalgetreu wieder rekonstruiert worden und beherbergt heute auch einen Nachbau des Bernsteinzimmers. Im Palast darf überall fotografiert werden außer im Bernsteinzimmer, deswegen kann ich euch nur erzählen, dass es viel kleiner ist, als man es sich so vorstellt :huh: In jedem Zimmer des Schlosses sitzt eine original russische Aufpasserin und scheucht uns sofort weiter, wenn wir Anstalten machen, zu lang irgendwo stehen zu bleiben. Und wie böse die gucken können ;( Unglaublich.



      Die Uhr, die anzeigte, welche Laune die Zarin hatte ;)



      Anschließend laufen wir durch den Park und ich habe tatsächlich die Chance, mal Fotos ohne andere störende Touristen drauf zu machen. Da sagt doch die Phoenix-Reiseleiterin zu mir: „Gehen Sie bitte weiter, die anderen wollen das Tor auch fotografieren.“ Hallo?!?



      Auf der Rückfahrt zum Schiff schlafe ich im Bus ein. Das war dann wohl doch zu viel Prunk für die kleine Tanja ...
    • 16. Juni 2017 – St. Petersburg Teil 2

      Zum Abendessen sind wir wieder an Bord. Immerhin kann ich noch ein Foto an Land mit Schiff machen, bevor wir rein gescheucht werden.


      Direkt danach geht es erneut los zur abendlichen Kanalfahrt. Diesmal sind Annette und Karsten auch mit dabei. Die beiden haben am Nachmittag eine Stadtrundfahrt gemacht. Ca. 20:30 Uhr legt unser Boot ab und die Häuser und Kanäle strahlen im goldenen Licht der Abendsonne. Wow :love: Was allerdings doof ist: die Außensitzplätze reichen für unsere Gruppe nicht aus und wir sitzen in der letzten Reihe wie die Sardinen. Karsten muss sogar stehen bleiben X/
      Wir passieren während der anderthalb Stunden u.a. die Eremitage und das Palais indem der Mordanschlag auf Rasputin verübt wurde. Im überdachten Teil sitzt der russische Reiseleiter und plappert ununterbrochen in sein Mikrofon (wir verstehen leider so gut wie gar nichts), wenn nicht gerade die kleine russische Folkloregruppe ein Lied spielt.



      Zwischendurch ist es immer mal gut, den Kopf einzuziehen :whistling:



      Eigentlich sind wir nach der Rückkehr aufs Schiff ziemlich kaputt, aber ein Schlummertrunk geht noch. Ach so, fast hätte ich es vergessen: auf dem Bötchen gab es kein WC :mosking:
      Die Passkontrollen am Hafen sind heute problemlos gelaufen. Das ist der einzige Wermutstropfen: wir liegen mit drin, können sogar die Eremitage sehen – aber wir dürfen nirgendwo allein hin. Das haben wir natürlich vorher gewusst, aber mit dem tollen Blick den wir vom Schiff haben, ist das trotzdem ärgerlich.
      Nun liegt ein aufregender erster Tag in St. Petersburg hinter uns. Mal sehen, wie sich die zweite Hälfte unseres Aufenthalts hier gestaltet ^^
    • 17. Juni 2017 – Teil 1

      Tag 2 in St. Petersburg – die Sonne lacht immer noch. 8 Uhr startet unser Ausflug, der sich heute nennt: „Panoramafahrt mit Peter-Paul-Festung und Peterhof“. Ein Tagesausflug mit Mittagessen unterwegs. Unsere Gruppe ist von der Größe her überschaubar, die obligatorische Passkontrolle geht schnell und unser Bus sieht auf den ersten Blick etwas „gebraucht“ aus :huh: Auch im Inneren wird deutlich: er hat die besten Jahre wohl hinter sich. Die kleinen Tabletts zum runter klappen an den Rückseiten der Sitze sind z.B. alle vorsorglich mit Kabelbindern befestigt. Hauptsache das Ding fährt. Hm, fahren an sich tut er, wenn denn der Fahrer die Gänge rein bekommt... wir zuckeln also erst mal im ersten Gang los und nach einigen Versuchen klappt auch das Hochschalten und wir fahren zum ersten Stopp: die Nikolaus-Marine-Kathedrale. Die barocke Kirche ist Innen sehr prunkvoll, was ihr mir jetzt glauben müsst, weil Fotos nicht erlaubt sind :D



      Von hier aus fahren wir weiter zur Isaakskathedrale. Sie ist die größte Kirche der Stadt. Im Moment ist die Spitze eingehüllt und sieht aus wie ein überdimensionaler Pfefferstreuer 8|



      Nächster Halt: Auferstehungskirche. Die Kirche wurde an der Stelle erbaut, an der Zar Alexander II. 1881 bei einem Attentat tödlich verletzt wurde. Daher auch der Name Blutkirche. Die tollen Parktore gegenüber gefallen mir aber auch sehr gut. Heute findet in St. Petersburg das Eröffnungsspiel des Confed Cups statt und bei der Kirche ist ein Public Viewing-Bereich eingerichtet. Dementsprechend viel Polizei ist unterwegs. Auf den Brücken wehen überall Fahnen wegen dem Confed Cup.



      Der Newski-Prospekt, die 4,5 Kilometer lange Prachtstraße der Stadt.



      Auf dem Weg zur Peter-Paul-Festung machen wir einen Stopp an der Newa. Heute früh ist bedeutend weniger Verkehr auf den Straßen, gegen Mittag wird es dann aber voller. Gestern haben wir uns ja mitten durch den freitäglichen Berufsverkehr quälen müssen. Am Wochenende fahren viele St. Petersburger zu ihren Datschen im Umland, hat unsere heutige Reiseleiterin erzählt.



      Irgendwann zwischendurch machen wir Pullerpause in einem russischen Andenkenladen und der Busfahrer nimmt beim Abbiegen eine Bordsteinkante mit, so dass unser alterschwaches Gefährt einmal Hops macht und wir alle Angst um den Reifen hinten links haben :wacko: Aber es geht alles gut. Mittlerweile hat sich auch die Gangschaltung beruhigt.

      Die Peter-Paul-Festung ist sozusagen die Keimzelle der Stadt. Hier ist heute ziemlich viel los, es ist irgend eine militärische Vereidigung. Auf dem Platz vor der Kirche stehen viele Menschen mit und ohne Uniform. Was ich als absoluter Flachschuhträger belustigt beobachte: die Freundinnen der jungen Uniformträger haben sich voll in Schale geworfen und quälen sich nun mit ihren hohen spitzen Absatzschuhen übers Kopfsteinpflaster :mosking: In der Peter-Paul-Kathedrale werden wir wieder von der Pracht erschlagen. Hier befinden sich die Gräber der Zarenfamilien.



      Seit 1998 sind auch die Mitglieder der letzten Zarenfamilie hier bestattet, nachdem die Gebeine 1979 entdeckt, 1991 geborgen und schließlich später identifiziert worden sind. Ihre Ruhestätte ist in einem Extrabereich eingerichtet.



      Eine Kirchenkatze gibt es auch :rolleyes:



      Auf dem Rückweg zum Bus verliert unsere Gruppe ein Schäfchen und wir können nicht pünktlich starten. Die Klimaanlage (?) produziert nicht wirklich Kälte und in der Sonne ist es waaaaaarm im Bus :hechel: Als dann doch alle im Bus sitzen, steht das Mittag auf der Tagesordnung. Dazu müssen wir wieder auf die andere Seite der Newa. Mitten auf der Brücke ist ein Unfall mit Straßenbahn und Auto und wir kommen nicht vorbei. Der Zeitplan kommt ins Wackeln und es ist waaaaarm :hechel: Nach 20 Minuten dürfen wir passieren und nach dreimal links und viermal rechts abbiegen, sind wir da. Irgendwie habe ich hier ständig das Gefühl, dass wir im Kreis fahren... :hmmz:
      Mittagessen gibt es in einer Art Ballsaal im dritten Stock eines Museums. Auf dem Parkettboden aus besseren Tagen stehen lange Tische wie in einer Kantine. Über uns hängen Kronleuchter und aus dem Lautsprecher scheppert klassische Musik. Ich bin so erschlagen, dass ich nicht mal ein Foto mache. Das Essen wird militärisch zackzack durchgereicht, weil es so am schnellsten geht (schmeckt aber trotzdem gut) und nach einer dreiviertel Stunde sitzen wir im Bus. Auf geht’s zum Peterhof...
    • @Tanja
      Danke für die eindrucksvollen Bilder. Was für eine Pracht! Daß die einen erschlägt und du recht ko warst nach dem Ausflug, kann ich mir vorstellen.
      Wunderschön die Bilder von der Bootsfahrt im Abendlicht.
      Solche Art von Bussen, wie du sie erlebt hast, kennen wir von Belarus. Da habt ihr noch Glück gehabt, daß er nicht ganz liegen
      geblieben ist.
      Geht der Bericht bald weiter?
      Inzwischen schmöker ich schon mal auf der Website von Phönix-Reisen und schaue mir die Schiffe und Reiseziele an.
      Vielleicht können wir uns doch mal auf eine solche Art von Kreuzfahrt durchringen, mit Ziel allerdings mehr nach Norden in kältere Regionen.
      Liebe Grüße von Trollebo
    • @Tanja,
      auch von mir vielen Dank für den letzlich doch schönen und lustigen Bericht.
      Habe aber meine Befürchtung bestätigt gesehen, die Besuchszeiten von Städten ist zu kurz.
      Wir haben das Baltikum auf eigene Faust bereist in jeder Hauptstadt 4 bis 5 Nächte. Das hat gut gepasst und war stressfrei. Das Jahr davor auch Moskau und St. Petersburg jeweils 5 Nächte. Die Zeit braucht man in so historischen Städten. (Natürlich nur wenn Geschichte interessiert. Ansonsten würde mir auch weniger reichen.
      Lese aber trotzdem gerne alle Berichte weil, man lernt immer was dazu.
      Liebe Grüße Ricka
      es war eine :godtur: mit der Kong Harald
    • @JKmuc: Wenn man auf eigene Faust durch Russland reisen möchte, muss man sich vorher ein Visum besorgen. Für zwei Tage lohnt sich das aber nicht. So ganz billig sind die auch nicht. Wenn man einen geführten Ausflug mitmacht, besorgt der Veranstalter ein Gruppenvisum. Wir mussten bei der Passkontrolle auch immer die Ausflugstickets vorzeigen.

      @Ricka: die Besuchszeiten sind natürlich zur kurz. Aber für einen ersten Eindruck isses nicht schlecht und wenn es einem gefällt, kann man ja immer noch mal hinreisen :D

      @Trollebo: das mit dem Bus liegen bleiben kommt noch... fast.... :whistling:


      17. Juni 2017 – Teil 2

      Schloss Peterhof liegt in der gleichnamigen Stadt etwa 30 km westlich von St.Petersburg am Meer. Wir müssen also auf die Autobahn. Nun wird es spannend. Unser Bus meistert die Auffahrt noch ganz gut, dann müssen wir über eine Art Autobahnkreuz und jetzt fängt die Gangschaltung erneut an zu streiken. Wir zuckeln also gen Peterhof und werden von allem überholt, was sonst so auf der Autobahn unterwegs ist X/ Dann geht gar nix mehr und wir bleiben auf dem Standstreifen stehen. Der Busfahrer hat während der letzten Minuten schon hektisch telefoniert. Sehr beruhigend :huh: Mit etwas Überredungskunst bekommt er den Bus dann doch wieder in Fahrt und wir atmen alle auf, als wir die Autobahn endlich verlassen. Mittlerweile ist der Zeitplan vollkommen im Eimer. Als wir an einer geschlossenen Eisenbahnschranke stehen bleiben müssen, haben wir weniger Angst wegen der verrinnenden Zeit, als wegen der Frage, ob wir hier überhaupt wieder loskommen :whistling: Bei jedem Brems- und Anfahrmanöver halten wir die Luft an. Kurz vorm Peterhof kommen die Mitreisenden, die ganz hinten sitzen alle nach vorne, weil es hinten so warm am Popo ist, dass sie es nicht mehr auszuhalten... Dann sind wir endlich da und werden mit der Tatsache konfrontiert, dass wir gar nicht mehr viel Zeit haben, uns das Schloss anzuschauen. Und dann die Menschenmassen... :wacko:

      Wie der Name schon verrät, ist das Schloss von dem Peter I. In Auftrag gegeben worden. Im Peterhof darf nicht fotografiert werden. Auch hier sitzt in jedem Zimmer eine finster dreinblickende Aufpasserin und es ist ähnlich prunkvoll wie im Katharinenpalast. Der Garten mit den Brunnenanlagen ist wunderschön, aber viel zu viel Menschen sind darin unterwegs. Nach dem wir im flotten Tempo durch das Schloss gelaufen sind, folgen wir dem Wasser hinunter zum Meer. Die Reiseleitung hat in Absprache festgelegt, dass wir ein Boot später zurück in die Stadt nehmen. Wir fahren nämlich mit einem Tragflügelboot zurück.



      Die Fahrt mit dem Tragflügelboot ist nicht nur schnell sondern auch laut und nach 30 Minuten steigen wir auf der Newa im Stadtzentrum wieder aus. Dort werden wir von einem funktionierenden Bus eingesammelt und zur MS Albatros gebracht. Es ist fast 18 Uhr, eigentlich sollten 17:30 Uhr alle an Bord sein... :whistling: Wir schaffen unser Tagesgepäck in die Kabine und gehen dann aufs Umlaufdeck, um das Auslaufen aus St. Petersburg zu verfolgen. Allerdings dauert es doch noch eine Weile, da zunächst die Ocean Majesty ablegt und wendet und an uns vorbei fährt. Danach sind wir dran. Das Wendemanöver auf dem Fluss ist eng und wir fahren zuerst ganz nah an die Brücke vor uns heran. Wie aufregend :8o:



      Nach dem Abendessen gibt es einen Schlummertrunk in der Kopernikus Bar auf Deck 9. Die Daten um 23:00 Uhr: immer noch 17°C, Windstärke 4, Seestärke 1. Wir sind mit 18,4 Knoten auf dem Weg nach Helsinki. Es sind noch 134 Seemeilen bis zur finnischen Hauptstadt.
    • @Tanja
      Heute beim Sonntagsfrühstück habe ich deinen lustigen aber auch zugleich interessanten Bericht gelesen oder besser gesagt 'genossen '.
      Trotz der Menschenmassen sind dir einige schöne Bilder vom Peterhof gelungen. Ist ja wieder ein prächtiges Gebäude.
      Ja und die Aufregung mit den klapprigen Bussen kann ich so gut nachvollziehen. Wir haben in Minsk mit Linienbussen ähnliches erlebt. Was für ein Gegensatz: Solch prächtige Gebäude, wo an nichts gespart wurde und wird und dann diese Vehikel. Na ja, so hat man immer etwas zu erzählen, wie nach einer Abenteuerreise.
      Gestern im TV NDR Bericht über die Cruisedays in Hamburg: Da wurde ganz deutlich der Unterschied zwischen der Größe und auch der Zielgrupoe eures Schiffes und der der schwimmenden Hochhäuser.
      Ich warte gespannt auf die Fortsetzung deines Berichtes.
      Liebe Grüße von
      Trollebo
    • Uhi, das war ja Abenteuer pur, was ihr da auf der Fahrt zum Peterhof erlebt habt. Einerseits beeindrucken mich deine Bilder sehr, verstärken den Wunsch, doch wieder mal nach Russland, insbesondere nach St. Petersburg und Moskau zu reisen (das letzte Mal war ich 1988 dort), aber das Drumherum und die vielen Menschen bei den Attraktionen ersticken die ersten Planungsgedanken schnell wieder im Keim :pardon:
      Gruß JKmuc

    • 18. Juni 2017 – Helsinki

      22:45 Uhr: Annettes heiliger Regenschirm hat auch heute gehalten. Ich glaube, nach dem Urlaub bauen wir ihm einen Schrein :D Es war zwar den ganzen Tag recht wolkig, aber trocken und mit 17°C perfektes Sightseeingtour-Wetter.

      Heute Vormittag sind wir alleine in Helsinki unterwegs. Die Ocean Majesty ist auch schon wieder da. Wir fahren mit einer alten Straßenbahn und lassen uns durchschütteln :S


      Die Finnen haben offenbar einen grünen Daumen.


      Dann möchte ich mir sehr gern die Felsenkirche angucken, die natürlich erst nachmittags geöffnet hat :pinch:


      Zumindest sind wir auf dem Weg dahin zufällig an der Kapelle der Stille vorbei gekommen und haben uns die angeschaut ^^


      Den Rückweg zum Schiff nehmen wir über den Domplatz. Der Dom ist das Wahrzeichen der Stadt und wurde zwischen 1830 und 1852 erbaut. Im Inneren treffen wir Martin Luther. Auf dem Platz vor dem Dom stapeln sich die Busse und es gibt eine Art Kunstinstallation mit bunten Seelöwen oder so was in der Art.


      Mittag gibt es auf dem Lidodeck und hinterher ziehen wir noch mal zu viert in die Stadt. Annette und Karsten haben Vormittag einen Ausflug mitgemacht. Auf dem kleinen Markt direkt neben dem Schwimmbad mitten im Hafen kaufen wir uns eine Schachtel riesige schwedische Erdbeeren. Sind die lecker! :rolleyes:


      Annette und Karsten möchten sich den Dom ansehen und wir warten auf den Stufen davor, mit den Erdbeeren in der Hand. Die Möwen scheinen Erdbeeren auch zu mögen, denn wir werden umzingelt :mosking:


      Wir laufen weiter zum Botanischen Garten und von dort zurück in eine der Einkaufsstraßen, um einen Cappuccino zu trinken (der aber nicht wirklich gut ist).


      In einem Park steht ein Mann der tolle große Seifenblasen macht. Die Kinder finden es toll und wir auch :mosking:


      18 Uhr sind wir wieder auf dem Schiff und verbringen das Abendessen ebenfalls auf dem Lidodeck, um die Ausfahrt mit erleben zu können. Das Fernsehteam ist auch da und wir versuchen, uns irgendwie ins Bild zu schummeln :cool: Es ist etwas frisch, aber trotzdem schön draußen.

      Jetzt ist es 23:00 Uhr und immer noch hell draußen. Wir düsen wir mit 19 Knoten gen Turku. Wir müssen wohl morgen den Lotsen recht zeitig einsammeln. In der Nacht begegnen wir eventuell der MS Amadea. Sie wird morgen in Helsinki sein.

      Die aktuellen Daten: 14°C, Windstärke 5 und Seestärke 2, Meerestiefe 80 Meter. Noch 120 Seemeilen bis Turku.