Es zischt und brodelt überall – einmal rund um Island

    • 2017
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      Es zischt und brodelt überall – einmal rund um Island


      Als bekennender Frühbucher stand nach unserer Gröndlandtour die Frage an: „Was machen wir 2017?“.
      Für das Jahr 2016 war ja schon die Reise mit der LOFOTEN im März gebucht und für den Herbst standen für mich die Kapverdischen Inseln an.

      Da wir bei der Gröndlandtour mit dem Reiseveranstalter IcelandProCruises so gute Erfahrungen gemacht hatten, erkundigten Renate und ich uns für eine weitere Reise mit diesem Veranstalter und der schönen OCEAN DIAMOND.

      Im Frühsommer 2016 wurde es dann konkret und wir buchten die Reise Rund um Island mit der OCEAN DIAMOND für Mai/Juni 2017 direkt beim Veranstalter. Mit Frau Lenz hatten wir hier so gute Erfahrungen gemacht, dass es keinen Grund gab die Reise bei einem Subveranstalter zu buchen. Auch diesmal wurden wir wieder kompetent und freundlich von Frau Lenz bedient (erneut vielen Dank dafür :good3: ). Im August war dann auch das entsprechende Fly&Cruise Paket zu dieser Reise buchbar.

      Besonders nach der für mich doch nicht so ganz glücklichen Reise auf die Kapverdischen Inseln freute ich mich somit schon ab Spätherbst 2016 auf diese Tour.

      Diesmal brauchte Renate nicht extra zu mir zu kommen, da für sie ein Direktflug Hamburg-Reykjavik verfügbar war. Somit war für uns beide der 25.Mai der Anreisetag.


      Donnerstag, 25.Mai 2017



      Gegen 10:20 Uhr machte ich mich auf den kurzen Weg zum Airport-Bus, der hier am Hauptbahnhof abfährt. Aufgrund des Feiertages herrschte wenig Verkehr und ich war kurz vor 12:00 Uhr am Flughafen.
      Koffer einchecken, Sicherheitskontrolle und ich stand schon früh am Gate 18. Kurze Zeit später wurde das Gate noch gewechselt und der Flug war nun am Gate 26 angeschlagen.



      Zeit hatte ich ja ausreichend, da der Abflug erst für 14:05 Uhr geplant war, also beobachtete ich gelassen das Treiben am Flughafen. Das Boarding startete pünktlich, aber da die Maschine ausgebucht war dauerte es doch etwas länger, bis die Meldung: „Boarding completed“ im Flieger zu hören war und wir mit ca. 25 Minuten Verspätung anrollten.



      Wir waren noch nicht zu lange in der Luft, als ich den Frankfurter Flughafen unter uns erkennen konnte. Die Flugroute verlief dann genau über Calais und Dover, bevor wir etwas nach Norden abdrehten.



      Kurzzeitig war die Themse zu sehen, dann verdeckten Wolken die weitere Sicht. Nach einiger Zeit riss die Wolkendecke wieder auf und ich konnte die irische Küste sehen. Entlang der englisch, schottischen Küste fliegen wir nun weiter nach Norden, bevor wir dann über die nordirische Küste Richtung Nord-West abdrehen.



      Da die Sitze bei IcelandAir recht bequem sind nicke ich bei der nun folgenden Strecke (nur See bis Island) ein wenig ein. Pünktlich zum Landeanflug werde ich wieder wach. Das Wetter in Island ist eher durchwachsen, aber zumindest trocken. Der Wetterbericht hatte dies eher nicht vorhergesagt und ich hatte mir eine leichte Regenjacke ins Handgepäck gepackt.



      Da Renates Flug eine frühere Flugzeit und damit auch Landung hatte und wir von der Verspätung nichts aufholen konnten, war ich mir sicher, dass mich Renate bereits mit ihren Koffer vor dem Flughafen oder schon am Bus erwartet. Als ich zur Kofferausgabe komme herrscht hier das völlige Chaos. Die Passagiere von mindestens sechs bis sieben Flügen warten hier auf ihre Koffer und man kommt kaum durch die Menschenmenge.
      Bald sehe ich auch Renate, die ebenfalls auf ihren Koffer wartet und dies schon sehr lange.
      Nach einigen Minuten kommt dann endlich ihr Koffer und sie verabschiedet sich schon mal nach draußen. Mein Koffer ist aber nur wenig später da und mit einem Schmunzeln treffe ich Renate dann am Terminalausgang, wo schon Mitarbeiter des Reiseveranstalters auf uns warten. Als alle Reisenden da sind gehen wir zusammen den kurzen Weg zu einem der bereitstehenden Busse.



      Wir erwischen gleich den ersten und die Fahrt startet sofort. Die Fahrt vom Flughafen Keflavik bis zum Hafen in Reykjavik dauert gut 45 Minuten. Kaum erreichen wir Ufer, können wir „unsere“ OCEAN DIAMOND auch schon sehen. Einige Crewmitglieder und Mitglieder des Expeditionsteams erwarten uns auch schon auf dem Kai. Arndis Halla begrüßt mich an der Gangway. Ich kann ihr ansehen, dass sie sich an mich erinnert, aber wohl nicht genau weiß, wo sie mich in ihren Erinnerungen hin stecken soll.



      Unsere Kabine 403 liegt auf Deck 4 relativ weit vorne. Die Kabine ist geräumig mit viel Stauraum. Bis 17:00 Uhr gibt es vorne ein Willkommensbuffet, dass wir zwar sehen, aber als wir uns dort dann auch bedienen wollen ist es bereits nach 17.00 Uhr und es ist abgebaut. Erst danach liegt dann auch das Tagesprogramm in unserer Kabine, dass auf diese Zeiten hinweist. Nicht schlimm, schon ab 19:30 Uhr gibt es Abendessen.



      Vor der Speis steht allerdings noch der Fleiß in Form der vorgeschriebenen Sicherheitsbelehrung und -übung. Wir kommen alle in der Main Lounge auf Deck 5 zusammen. Nach der Belehrung geht es dann auf Deck zu den Rettungs-Sammelpunkten. Wir sind froh, nach der warmen Lounge wieder an der frischen Luft zu sein. Danach können wir endlich zum Abendessen. Hier ist es recht voll und es dauert schon einige Zeit bis alle ihr Essen haben. Ein typischer erster Abend an dem auch die Restaurantcrew erst ihren Rhythmus finden muss. Restaurantleiter ist wieder Idalio Batista, ein Portugiese, der auch schon auf der Gröndlandtour das Restaurant leitete.
      Kapitän ist diesmal Hans Söderholm, ein Finne. Hotelmanager ist wieder Thomas Pfennings und Leiter des Expeditionsteam ist offiziell Hermann Gudmundsson (der Vorzeigewikinger), obwohl auch Örvar wieder mit dabei ist.
      Schon während des Abendessens legen wir ab und schleichen uns aus dem Hafenbecken von Reykjavik.


      Als wir endlich an Deck kommen, liegt Reykjavik schon ein gutes Stück hinter uns. Nach und nach kommen auch andere Passagiere an Deck. Das Schiff ist ausgebucht mit 190 Passagieren. Es sind Passagiere aus allen Ländern dabei, so hatten wir beim Abendessen ein Ehepaar aus Mexico am Tisch, die direkt im Anschluss noch eine Grönlandtour machen.
      Noch eine ganze Zeitlang bleiben wir an Deck bei recht angenehmen 10°C bevor wir die Kabine aufsuchen.



      Morgen früh sollen wir in Stykkishólmur sein. Hier haben wir einen Bootsausflug gebucht.



      …. wird fortgesetzt.

      (da ich zur Zeit sowohl privat wie auch beruflich recht eingespannt bin, hat es ein wenig gedauert, bis ich diesen Bericht starten konnte. Auch die Fortsetzung wird wohl nicht immer zeitnah erfolgen können)
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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    • Freitag, 26.Mai 2017 – Stykkishólmur



      Viel geschlafen habe ich in dieser Nacht nicht. Ich muss mich wohl erst noch an die Helligkeit gewöhnen. Zwar gibt es dicke, dichte Vorhänge in der Kabine und zusätzlich Rollos die man herunter ziehen kann, aber auf See bewegen diese sich doch und es kommt immer wieder mal die Helligkeit herein. Um diese Jahreszeit wird es ja erst nach 23:00 Uhr etwas dunkler und schon nach 02:00 Uhr ist es wieder hell.
      Daher bin ich auch gegen 04:50 Uhr endgültig wach.



      Meinen ersten Kaffee nehme ich daher bereits um 5:30 Uhr auf Deck. Ab 06:00 Uhr gibt es das sogenannte Frühstück für Frühaufsteher in der Club Lounge, kleine Häppchen und die Kekse die es rund um die Uhr hier immer gibt. Bis zum Frühstücksbuffet um 07.00 Uhr haben wir noch genügend Zeit, die Anfahrt auf Stykkishólmur zu beobachten.



      Das Wetter zeigt sich von der freundlichen Seite, recht kühl aber trocken und vereinzelt kommt sogar die Sonne durch. Vor der Club Lounge werden bereits die Lunchpakete für die Tagesausflügler bereit gestellt als wir zum Frühstück gehen. Wie schon bei der Grönlandtour ist das Buffet am Morgen toll, es fehlt an nichts.



      Rechtzeitig zum Anlegen sind wir wieder an Deck. Diesmal legen wir hier tatsächlich an, nicht wie 2015 als wir mit den Zodiacs an Land gesetzt wurden. Ich erinnere mich noch gut an die peinliche Situation mit unserem Zodiacfahrer Hermann (der jetzige Expeditionsleiter), als wir schließlich abgeschleppt werden mussten .



      Für den heutigen Tag werden drei Ausflüge angeboten. Eine Gletschertour auf den Snaefellsjökull-Gletscher, die uns zu teuer war, sowie eine Bustour um die Snaefellsness-Halbinsel, die wir schon 2015 gemacht hatten. Wir entscheiden uns für den dritten Ausflug, die Bootstour „Wikinger Sushi“. Bis zu deren Abfahrt war noch etwas Zeit, also machten wir uns auf den Weg zu dem Leuchtturm auf dem Felsen der Insel Súgandisey vor dem Hafen.



      Dazu geht man um den kleinen Hafen herum. Auffällig sind die steilen Felsen mit ihrer seltsamen Lavasäulen. Auf den Hügel führt ein Treppenweg, der gut zu gehen ist. Man hat hier einen schönen Überblick über den Hafen und den Ort, der etwa 1.200 Einwohner hat. Gut ist die 1992 fertig gestellte moderne Kirche im Hintergrund zu sehen. Davor erkennt man das große Wassermuseum, eine ehemalige Bibliothek und daneben das große Nonnenkloster. Auf der anderen Seite blickt man weit in den Breiðafjörður, den wir später mit dem Katamaran erkunden werden.



      Auf der Spitze des Hügels steht ein kleiner Leuchtturm. Gemütlich gehen wir wieder zurück um das Hafenbecken zu unserem Schiff. Dabei kommen wir an einer Skulptur und einem „Trollstein“ vorbei. Im Hafen liegt schon der Katamaran bereit, doch zuerst müssen wir zurück zu unserem Schiff. Dort sammelt sich dann die Ausflugsgruppe für die Bootstour.



      Als wir schließlich von Övar zum Katamaran geführt werden, kommt noch ein Bus mit einer französischen Reisegruppe dort an. Övar löst für unsere Gruppe die Tickets und wir können an Bord. Wir sichern uns einen guten Platz auf dem seitlichen Achterdeck und schon beginnt die Fahrt. Vorbei an unserer OCEAN DIAMOND verlassen wir den Hafen.



      Bald schon erreichen wir die ersten Vogelfelsen. Überwiegend verschiedene Möwenarten brüten hier, aber auch Kormorane, Eiderenten, Lummen, Eissturmvögel und natürlich die Papgeientaucher. Die Felsen sind wie ein Wohnhochhaus aufgeteilt. Während in den unteren Etagen meist die Komorane und darüber die Möwen brüten, sind es in der Mitte die Lummen und Eissturmvögel. Die Papageientaucher bewohnen häufig die oberste Etage, wo es dann schon flacher wird und sie Brutlöcher im Boden finden.



      Auf den kleinen Schären sieht man auch Schafe, zumindest wenn sich Grünflächen auf ihnen finden (auf den Schären, nicht auf den Schafen :whistle3: ). Sonst sind nur alle Arten von Vögel zu sehen, auch im Wasser, dort wird kräftig gefischt. Dann stoppen wir und ein kleines Netz wird am Heck herabgelassen. Dieses Netz ziehen wir anschließend eine Zeitlang hinter uns her, bevor es wieder eingezogen wird. Die im Netz befindlichen Muscheln werden nun geöffnet und den Passagieren zum Verspeisen angeboten. An dem kleinen Tisch herrscht augenblicklich ein Riesengedränge, daher verzichten wir auf diese Köstlichkeit.



      Die Basaltfelsen der kleinen Inseln bilden die skurrilsten Formen, die den Vögeln als Brutterrassen dienen. Vergeblich halte ich nach Papageientauchern Ausschau, kann aber nirgendwo welche sehen. Bisher ist die Bootstour trotzdem schön und empfehlenswert.



      Dann endlich sehe ich einen hinter unserem Boot im Wasser. Ohne das Tele hätte ich den kleinen Kerl wohl kaum aufs Bild bekommen und mir gelingen auch nur einige wenige Aufnahmen, bevor er wieder weg ist. Die anderen Passagiere auf dem Boot haben ihn nicht mal bemerkt.



      Erst jetzt fällt mir die enorm starke Strömung auf, in der wir uns mittlerweile befinden. Es kostet den Kapitän schon reichlich Mühe, unserem Katamaran auf der Stelle zu halten. Es handelt sich um einen enorm starken und mächtigen Gezeitenstrom. Scheinbar kann man darin gut fischen, den viele Vögel sieht man immer wieder in der starken Strömung auf dem Wasser sitzen, bzw. tauchen.



      Nachdem wir einige Zeit in der Strömung stehen und umhertreiben, wenden wir und machen uns auf den Weg zurück nach Stykkishólmur. Bald schon taucht die kleine Insel Súgandisey wieder vor uns auf. Auf dem Hügel über dem Ort ist von dieser Seite die Kirche gut zu sehen. Auch unsere OCEAN DIAMOND liegt noch im Hafen und ist nicht ohne uns abgefahren. Es ist ja auch erst 13.30 Uhr, als wir wieder an Bord sind. Beim Mittagessen ist heute viel Platz, da viele Reisende einen der beiden Tagesausflüge gebucht haben.



      Als wir später wieder an Deck kommen, liegt die Fähre BALDUR neben uns. BRITANNICUS hatte ja schon einen Link zu dem ehemalig norwegischen Schiff in unseren Grönlandbericht gesetzt. Das Wetter hat sich allerdings auch inzwischen etwas verschlechtert. Es ist stark bewölkt, aber noch trocken. Ich mache mich noch zu einem Spaziergang durch den Ort auf, als es gerade beginnt leicht zu regnen. Daher bleibt Renate lieber an Bord.

      Es wird kein allzu langer Spaziergang, aber zumindest gute 45 Minuten bin ich unterwegs. Kurz nachdem ich zurück an Bord bin, treffen auch die Tagesausflügler wieder ein. Das anschließende Abendessen funktioniert heute erheblich reibungsloser, während wir ablegen und Stykkishólmur verlassen. Nach dem Essen gibt es noch eine Pflichtveranstaltung in der MainLounge, die Zodiac Einweisung.

      Draußen regnet es inzwischen stark, deshalb lassen wir den Abend in der Club Lounge bei einem Glas Rotwein ausklingen.


      …...wird fortgesetzt.


      Gps-Track der Tour durch den Breiðafjördur breidafjördur.gpx
      Gruß Jobo,

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    • Samstag, 27.Mai 2017 – Isafjörður




      Tagesausflüge:
      • Bootsfahrt nach Vigur
      • Þhingeyri und der Dynjandi Wasserfall
      • Hochseeangeln ab Flateyri
      • Kajak Tour Flateyri

      Ähnlich wie gestern bin ich auch heute recht früh wach, habe wieder nicht so richtig gut geschlafen und kämpfe ein wenig mit Kopfschmerzen. Kurz vor 06:00 Uhr bin ich auch schon auf. Wir befinden uns bereits im Sund zur Anfahrt auf Isafjörður. An Backbord (isl. Bakborði) ist die Landebahn des kleinen Flugplatzes zu sehen.



      Obwohl an Steuerbord (isl. Stjórnborði) ein großer Kai zu sehen ist, fahren wir hier vorbei um die Hafenanlage herum und legen an der Ostseite des Hafens an einem kleineren Kai an. Nach dem Frühstück machen wir uns fertig für unseren Ausflug, die Bustour zum Dynjandi-Wasserfall. Zuvor schnappen wir uns noch unser Lunchpaket.



      Am Kai warten zwei Busse, einer für die englisch sprechenden Gäste und einer für die Deutschen (deutschsprachige Alpengebiete inbegriffen :mosking: ). Reiseleiter in unserem Bus ist Jens vom Expeditionsteam. Eigentlich hatte ich gehofft während der Busfahrt ein wenig abschalten und entspannen zu können um meine Kopfschmerzen los zu werden. Doch Jens gönnt dem Mikrofon keine ruhige Minute. Würde er wenigstens viel über die Gegend und die Menschen hier erzählen, aber wir hören permanent nur Erklärungen zu den grammatikalischen Unterschieden zwischen der isländischen und der deutschen Sprache :wacko1: .



      Zuerst geht die Fahrt durch relativ unbewohnte Landschaften. Das Wetter ist durchwachsen, kühl und regnerisch. Wir durchqueren einen langen Tunnel, danach einen Pass. Vor uns liegt nun der Dýrafjöður,, um dessen Ende wir nach Þhingeyri fahren. Am Ortsanfang biegen wir nun links ab, wir werden später hierher zurück kehren.



      Jetzt wird die Strecke abenteuerlich. Der Asphalt fehlt hier völlig und wir kriechen auf Schotter den Pass hinauf. Auf der Höhe (Hrafnseyrarheiði) liegt noch Schnee rechts und links der Strecke. Auch die Abfahrt vom Pass findet auf der Schotterstrecke statt. Nach einer längeren Regenperiode möchte ich hier nicht wirklich herunterfahren, jedenfalls nicht ohne in einem geländetauglichen Allradfahrzeug zu sitzen.



      Am Arnarfjörður angekommen wenden wir uns nach links den Fjord entlang. Auf der anderen Seite ist der Dynjandi-Wasserfall schon gut zu sehen. Wir müssen allerdings erst um das Ende des Fjordes herumfahren, um zu dem Wasserfall zu gelangen.



      Am Fuße des Wasserfalls halten wir. Auch einige andere Touristen mit PKW sind hier, aber nicht zu viele. Wir steigen hier aus und haben reichlich Zeit um uns den Wasserfall aus der Nähe anzusehen. Ich bin froh endlich aus dem Bus zu kommen und den grammatikalischen Ergüssen von Jens zu entgehen. Wir steigen ein wenig den Weg neben dem Wasserfall entlang nach oben und genießen hier den Blick auf die Kaskaden und in den Fjord.



      Die obere Stufe des Wasserfalles fächert sich von 30 auf 60 Meter auf und fällt gut 100 Meter in die Tiefe. Insgesamt überwinden die Wasser hier eine Höhe von rund 200 Meter. Wir steigen nun langsam wieder nach unten. Dort angekommen haben wir noch etwas Zeit und nutzen die vorhanden Toiletten, bevor die Fahrt im Bus weitergeht.



      Zurück um das Fjordende fahren wir wieder hinauf auf den Schotterpass. Inzwischen hat das Wetter hier oben aber umgeschlagen und wir fahren im Nebel bei Regen. Glücklicherweise ist auf dieser Schotterpiste kein Verkehr und wir kommen auf der anderen Seite wieder problemlos hinunter an den Fjord und nach Þhingeyri.



      Als hätte das Wetter mit uns ein Einsehen, regnet es in dem kleinen Ort nicht mehr. Wir halten hier und haben ausreichend Zeit uns hier umzusehen. Hier liegt der schöne Zweimaster ARKTIKA am Kai, mit dem man Segel-Skiing-Touren machen kann. Ich nehme mir ausreichend Zeit das schöne Schiff anzuschauen und zu fotografieren.



      Doch auch der kleine Ort hat einige interessante Gebäude zu bieten. Þhingeyri ist einer der ältesten Handelsorte der Gegend. Heute zählt der Ort jedoch nur noch rund 300 Einwohner. Immerhin gibt es hier ein großes Touristen-Informationszentrum mit vielen Karten und Prospekten der gesamten Gegend.



      Nach Beendigung des Rundgang durch den kleinen Ort starten wir zur Rückfahrt nach Isafjörður. Erneut werden wir mit den grammatikalischen Besonderheiten überhäuft. Wobei ich Jens nicht mal einen Vorwurf machen kann, sind doch reichlich dieser „Ja-erzählen-sie-weiter-herr-reiseleiter“-Wichtigtuer im Bus. Alle anderen müssen somit die Grammatiklehrstunde ertragen, obwohl sie wohl lieber etwas über Land und Leute hören würden, oder die Rückfahrt eher in Ruhe genießen möchten.



      Als wir Isafjorður wieder erreichen, sehe ich auch, warum wir an der Innenseite des Ortes festgemacht haben. Am Hauptkai liegt eine dieser Kussmaul-Bettenburgen. Wieder an Bord lege ich mich etwas hin in der Hoffnung, dass sich meine Kopfschmerzen legen. Um 17:00 Uhr bin ich rechtzeitig zum Ablegen wieder an Deck. Langsam ziehen wir rückwärts vom Kai weg um dann vorwärts an der bunten Legebatterievorbei in den Fjord zu ziehen.



      Kaum haben wir den kurzen Fjord verlassen, macht sich die See deutlich bemerkbar. Um 18:30 Uhr steht der Willkommenscocktail des Kapitäns in der Main Lounge an. Obwohl ich mich nicht wirklich wohl fühle nehme ich doch teil. Ebenso am anschließenden Willkommensdinner des Kapitäns. Ich habe mich aber für die Spaghetti Alio Olio entschieden, doch irgendwie schmecken sie mir nicht wirklich, obwohl sie recht gut sind.
      Eigentlich habe ich mit Seegang wenig Probleme, aber da es mir ohnehin nicht wirklich gut geht und ich auch keinen Geschmack entwickeln kann, verlasse ich das Dinner und ziehe die Gemütlichkeit meiner Koje vor.


      …. wird fortgesetzt.


      GPS-Track der Fahrt zum Dynandi und zurück dynandi.gpx.
      Gruß Jobo,

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    • Sonntag, 28.Mai 2017 – Sigluförður / (Akureyri)



      Ausflüge:
      • Heringsmuseum
      • Zodiac-Tour und Landgang Grimsey
      alternativ
      • Zodiac-Tour Sigluförður

      Trotz der heftigen See (oder vielleicht gerade deswegen :pardon: ) habe ich gut geschlafen und bin auch meine Kopfschmerzen los. Erst gegen 05:00 Uhr wache ich auf. Es dauert noch eine Weile bis wir in Sigluförður anlegen. Wir können also in aller Ruhe frühstücken und sind rechtzeitig zum Anlegemanöver an Deck.



      Nach dem Anlegen gehen zuerst die Gruppe der Besucher des Heringsmuseums von Bord. Ich möchte gerne einen Spaziergang durch den Ort machen. Am Nachmittag bleibt dafür nur wenig Zeit, da wir hier um 15:00 Uhr wieder ablegen sollen, um zur Insel Grimsey zu fahren.



      Renate wollte nicht mit, da sie sich nicht wohl fühlte. Zuerst steuere ich die kleine Kirche an, die laut meinen Reiseführern täglich geöffnet sein soll. Diese Reiseführer hat der Küster wohl nicht gelesen :hmm: , jedenfalls ist die Kirche geschlossen.



      Also spaziere ich so ein wenig durch den Ort und entdecke, dass auch in Island Rasenschmuck geschätzt wird :mosking: . Ich gehe die Straße von der Kirche zum nördlichen Ende der kleinen Stadt und wieder zurück auf den zentralen Platz.



      Hier treffe ich Renate, die sich doch noch zu einem kleinen Gang in die nördlichste Stadt Islands aufgemacht hat. Wir bummeln vorbei an verlassenen Fischfabrikanlagen und einem Mahnmal für Seeopfer.



      Zurück am Hafen ist ein alter Fischkutter aufgebockt. Er erinnert an die glorreiche Zeit Sigluförðurs als Zentrum des Isländischen Heringsfangs. Mehr als 3.000 Menschen lebten damals in dieser Stadt und hatten vom Heringsfang ihr Auskommen. Heute sind es weniger als die Hälfte, da Ende der 60er Jahre der Fischbestand vollkommen abgefischt war.



      Beim Mittagessen erfahren wir, dass wir nicht nach Grimsey, dem einzigen Landpunkt Islands oberhalb des Polarkreises fahren können. Grund dafür ist die starke See, die unser Schiff gewaltig durchschaukeln würde.



      Als Alternative werden Zodiactouren hier in Sigluförður auf dem Fjord angeboten. Ich will aber lieber noch ein wenig im Ort herumlaufen. Renate geht nicht mit, sie hat sich an Bord wohl etwas eingefangen und hustet bereits kräftig. Die Geschichte wird sie auch bis zum Ende unserer Reise nicht mehr loslassen.



      Ich nehme zuerst den gleichen Weg hinauf zur Kirche, aber die ist leider immer noch geschlossen. Nun wende ich mich in die andere Richtung und gehe bis zum südlichen Ende des Ortes. Nur wenig weiter endet auch der Fjord. Auf dem Rückweg komme ich am Heringsmuseum vorbei, einer großen Anlage mit drei Gebäuden.



      Immerhin meint es Petrus jetzt gut mit mir, die Sonne kommt raus und der Himmel zeigt mehr und mehr blaue Streifen und Flecken. Die kleine Stadt ist gespickt mit schönen kleinen Häusern. Die meisten stammen aus dem beginnenden zwanzigsten Jahrhundert. Aber alle sind nicht nur schön bunt, sondern auch gut gepflegt.



      Direkt am Hafen gibt es zwei große Cafés die aber gerade erst öffnen. Die Isländer beginnen den Sonntag wohl erst etwas später. Ein interessantes Gemälde an einer alten Fabrikhalle erregt ebenfalls meine Aufmerksamkeit.



      Langsam nähere ich mich wieder dem Schiff, während die Zodiacs im Wasser kreisen. Eine erste kleine Fahrt für die Passagiere, die noch nie auf einem solchen Zodiac waren. Hier im ruhigen Fjord kann man es gut testen. Bei der Hand im Wasser schaue ich doch genauer hin, ob da wirklich nichts mehr dranhängt :search: .



      Gegen 14:40 Uhr bin ich wieder an Bord. Gerade werden auch die Zodiacs wieder eingeholt. Um 16:00 Uhr legen wir ab. Dabei werden wir von einem kleinen Kutter begleitet und später kreuzt ein Speedboot unseren Weg. Die Ausfahrt aus dem Fjord ist schnell erreicht.



      Hier bekommen nicht nur wir die starke Altsee zu spüren. Die Dünung ist lang und kräftig, was einem beim bloßen Hinsehen erst gar nicht so vorkam. Ein ums andere Mal muss ich mich mit einer Hand an der Reling festhalten beim Fotografieren.



      Die Schaukelei ist aber nach gut einer Stunde vorbei, als wir in den langen Fjord nach Akureyri einbiegen. Hier ist es wieder ruhig und wir gleiten in langsamer Fahrt (durch den Ausfall von Grimsey haben wir ja reichlich Zeit) dahin.



      Doch nun wird es extrem langsam, ja wir stoppen sogar. Langsam dreht unser Schiff und wir erfahren den Grund dafür. Vor uns sind Wale gesichtet worden. Damit habe ich hier noch nicht gerechnet, eigentlich ist ja Husavik das Wal-Zentrum Islands. Daher habe ich nur das Weitwinkelobjektiv auf der Kamera. In der Kabine jetzt das Tele zu holen würde zu lange dauern.



      Wir konzentrieren uns alle so auf die Wale, das die AIDA, die uns am gestrigen Abend noch überholt hatte, völlig unbemerkt an uns vorbei hinaus aus dem Fjord zieht :whistle3: . Ein Blick in diese Richtung offenbart aber auch das schlechte Wetter, das uns bei der Fahrt nach Grimsey erwartet hätte.



      Wir legen anschließend gegen 20:00 Uhr in Akureyri an. Die Helligkeit und das schöne Wetter laden mich zu einem ersten Spaziergang durch die Stadt ein. Vom Anleger führt ein kleiner Wall in Richtung Stadt. Auf dem Weg zur Stadt kommt man an dem großen runden Kulturhaus, in dem auch die Touristeninformation untergebracht ist vorbei. Über einen kleinen Platz gelangt man dann in die Haupteinkaufsstraße der Stadt. Viele Geschäfte sind jetzt noch geöffnet.



      Hoch über der Stadt steht die moderne Kirche. Eine lange steile Treppe führt hier hinauf. Auch viele andere Passagiere machen sich die Mühe diesen Hügel zu ersteigen. Die Aussicht entschädigt für die Mühe. Zurück wähle ich den Weg am Ufer entlang, mache dann aber doch noch einmal einen Abstecher zum zentralen Platz der Stadt.



      Auf dem Rückweg zum Schiff stehe ich dann plötzlich vor diesem hellblauen Schätzchen. Es handelt sich um einen Chevrolet Fleetmaster, der nur von 1946 bis 1948 gebaut wurde. Dieser hier stammt von 1947. Das er ein wenig inkontinent ist, sei ihm in dem Alter verziehen :good3: .

      Zurück auf dem Schiff setze ich mich noch in die Club Lounge und gönne mir ein Glas Rotwein, bevor ich die Kabine aufsuche.


      ….. wird fortgesetzt.

      Die Seestrecke Sigluförður – Akureyri als GPS-Track: siglufjördur.gpx
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    • Montag, 29.Mai 2017 – Akureyri



      Tagesausflüge:
      • Bus Tour Mývatn See
      • Bustour Highlights des Nordens
      Wir haben uns heute für die Bustour zum Mývatn See entschieden. Das war keine leichte Entscheidung. Als wir die Reise buchten, standen die Ausflüge für 2017 noch nicht fest und wir mussten uns an den Ausflügen für 2016 orientieren. Für 2016 wurde in Akureyri der Mývatn/Goðafoss Ausflug und in Husavik der Ausflug zum Dettifoss angeboten. Als dann Ende 2016 die Ausflüge für 2017 feststanden waren wir doch sehr enttäuscht, fanden doch jetzt am gleichen Tag die beiden Ausflüge hier von Akureyri aus statt und wir mussten uns für einen der Ausflüge entscheiden.



      So schnappten wir uns nach dem Frühstück wieder unsere Lunchpakete und am Kai suchten wir uns den richtigen Bus aus. Da beide Ausflüge zur gleichen Zeit starteten dauerte es etwas, bis alle Reisenden den für sie richtigen Bus gefunden hatten. Für unseren Ausflug gab es natürlich wieder einen Bus mit englischer Reiseleitung und unseren mit einer örtlichen deutschen Reiseleitung.



      Schon nach kurzer Fahrt erreichten wir den Goðafoss. Der Wasserfall beeindruckt mit seiner Breite und seinen enormen Wassermassen die 10 Meter in die Tiefe fallen. Für die frühe Tageszeit ist schon recht viel los hier, auf beiden Seiten des Stroms wandern die Touristen.



      Vom Goðafoss aus fahren wir nun in das Gebiet des Mývatn Sees. Unseren nächsten Halt machen wir im Gebiet der sogenannten Pseudokrater, die es hier reichlich gibt. Pseudokrater, die es nur auf Island gibt, entstehen durch heiße Lavaströme, die über ein Feuchtgebiet (z.B. Moorlandschaft) fließen. Das Wasser unter der Lava erhitzt sich stark und entweicht explosionsartig nach oben. Dabei entstehen Krater, die aber nie selbst Lava befördert haben und auch im Innern keinen Schlot besitzen.



      Die Reiseleiterin hatte uns hier vor den Mücken gewarnt, die dem Mývatn See seinen Namen gegeben haben. Doch es ist nicht sehr warm und dazu noch etwas leicht windig, dadurch treten sie heute nur punktuell auf. Das macht es für uns doch viel angenehmer, da diese Mücken sehr unangenehm werden können.



      Wir steigen wieder in den Bus und fahren ein wenig weiter auf einen großen Parkplatz mit einem Café und Souvenirladen. Wir sind hier am Dimmuborgir, einer skurrilen Felsenlandschaft aus Lavagestein. Vom Parkplatz aus führen schön angelegte Wanderwege durch das Gestein und man kann je nach Lust und Ausdauer verschieden lange Rundwege ablaufen.



      Ein wenig trabe ich mit der Gruppe mit und höre mir die Erklärungen der Reiseleiterin an. Bei Nebel soll die Gegend hier besonders interessant sein. Die teilweise sehr seltsam geformten Steine gaukeln einem dann alles Mögliche vor. Schon bei guter Sicht, kann man den einen oder anderen versteinerten Troll gut erkennen. Ich sondere mich aber bald von der Truppe ab und mache meinen eigenen Rundgang.



      Zurück am Parkplatz treffe ich Renate wieder und wir gönnen uns einen Kaffee. Renate kauft im Shop noch einige Postkarten samt Briefmarken, bevor die restliche Truppe wieder zurück ist und wir in den Bus steigen. Die Fahrt soll nicht lange dauern, da wir uns einen Platz suchen, an dem wir den Inhalt unserer Lunchpakete dezimieren können.



      Wir fahren zum Parkplatz an der Grjótagjá, einer langen Erdverwerfung. Hier findet jeder seinen Platz, um sich in Ruhe seinem Lunchpaket zu widmen. Leider vergisst es die Reiseleiterin uns auf die Möglichkeit hinzuweisen, dass man in diese Verwerfung auch hinabsteigen kann. In den unterirdischen Kammern befinden sich heiße Wasserseen, in denen man früher sogar baden konnte. Mittlerweile ist das Wasser aber durch die ständigen vulkanischen Tätigkeiten zu heiß zum Baden.



      Nach der Mittagspause fahren wir nur noch 2 km weiter. Hier befindet sich das Naturbad Jarðböðin við Mývatn. Hier gibt es nun die Badepause. Ich habe zwar schon morgens meine Badehose angezogen und auch ein Handtuch dabei, aber dummerweise eine trockene Unterhose vergessen. Aber so muss Renate wenigstens nicht alleine auf der Besucherterrasse sitzen.



      Hier sitzt man auch recht gemütlich und hat einen schönen Rundblick über die Landschaft und das Schwimmbad. Wir gönnen uns hier noch einen guten Kaffee und nutzen die Zeit auch, um die ersten Postkarten zu schreiben. Nachdem die meisten anderen Tourteilnehmer ihr Bad beendet haben, fahren wir weiter. Schon bei der Anfahrt zu unserem letzten Tagespunkt sieht man den Dampf.



      Wir steuern die Solfatare am Fuß des Námafjall an. Schon als wir den Bus verlassen, riechen wir den starken Schwefelgeruch, der hier in der Luft hängt. Die Reiseleitung warnt uns darauf zu achten, wohin man hier tritt, trotz der Absperrungen. Der schwefelhaltige Schlamm sei teilweise so aggressiv, dass er die Schuhsohlen angreife. Ich laufe einmal durch das komplette Gelände, in dem es überall dampft, zischt, brodelt und blubbert. Meine Sohlen bleiben aber heile.



      Nun machen wir uns wieder auf den Rückweg. Dabei fahren wir auch am Ufer des Mývatn Sees entlang. Hier erfahren wir deutlich woher der Name kommt. Zuerst sieht es aus einiger Entfernung aus, als würde Sand vom Wind über die Straße gefegt. Erst als wir hindurch fahren, schlagen tausende von Mücken auf der Scheibe ein und finden ihr Ende.
      Diese großen Mückenschwärme sollen bei wärmeren Wetter noch extremer sein. Dabei finden so viele Mücken auf den Straßen ihr Ende, das sie einen regelrechten schleimigen Belag auf der Straße bilden und die Isländer von Mücken-Aquaplaning sprechen.



      Kaum entfernen wir uns wieder vom Ufer ist die Luft auch wieder „rein“. Wir dösen im Bus so vor uns hin, da die Strecke weitestgehend wieder die gleiche ist, wie bei der Hinfahrt. So kommen wir auch wieder am Goðafoss vorbei. Schließlich befinden wir uns erneut auf der Straße gegenüber der Stadt Akureyri. Hier machen wir noch einen kleinen Fotostop, bevor wir zurück zum Schiff fahren.

      GPS-Track der Tagestour: myvatn.gpx



      Nach dem Abendessen entschließe ich mich noch für einen weiteren Rundgang durch Akureyri. Schließlich ist die Abfahrt nach Husavik erst für 23:00 Uhr angeschlagen. Akureyri ist mit über 18.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Islands und gilt als Hauptstadt des Nordens. Außerdem ist Akureyri auch Universitätsstadt.



      Erneut wandere ich hinauf zu der Kirche. Etwas weiter den Hügel hinauf befindet sich noch ein Botanischer Garten, der aber leider schon geschlossen hat. So steige ich wieder herab und trete den Rückweg zum Schiff an.



      Als dann kurz vor 23:00 Uhr die Motoren angelassen werden, hinterlassen wir der Stadt einen rußigen Gruß. Glücklicherweise hört dies aber wenige Sekunden später auf. Wir fahren langsam den Fjord hinaus und nach ca. 35 Minuten taucht weit vor uns in der starken Dämmerung kurz ein Wal auf. Jetzt habe ich das Tele drauf, sonst hätte man von dem großen Säugetier kaum etwas auf dem Bild gesehen.
      Gegen Mitternacht bin dann auch ich endlich im Bett.

      GPS-Track der Strecke Akureyri – Husavik: aku-husa.gpx


      …....... wird fortgesetzt.
      Gruß Jobo,

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    • 30.Mai 2017 – Husavik




      Ausflüge:
      • Walbeobachtung per RIB-Boot
      • Super Jeep Tour
      • Ásbyrgi / Tjörnes-Halbinsel
      Gegen 06:00 Uhr sind wir in Husavik und legen am Kai an. Es hat ganz gut geschaukelt in der Nacht, aber noch im angenehmen Bereich. Renates Erkältung hat sich mittlerweile manifestiert. Sie bekommt nur schlecht Luft, daher mache ich nach dem Frühstück alleine einen kleinen Rundgang.



      Die kleine Stadt Husavik mit ihren knapp 2.500 Einwohnern gilt als die Walhauptstadt Islands. Rund um den Hafen findet man daher auch ein Whale-Watching Unternehmen neben dem anderen. Die Touren werden mit RIB-Booten, alten Kuttern, kleinen Passagierbooten und alten Segelbooten durchgeführt. So kann ich beobachten, wie die Teilnehmer von unserem Schiff mit den RIB-Booten den Hafen verlassen.



      Direkt am Hafen gibt es daher hier auch ein großes Walmuseum, welches in einem ehemaligen großen Schlachthaus untergebracht ist. Auf gut 1.200m² findet man hier alle Informationen über den Walfang und die Walverarbeitung, sowie über die neuzeitlichen Entstehung der Walbeobachtungen. Etwas weiter stoße ich auf eine alte Bekannte, die FRAM. Anscheinend hat man sie hier in der Werft überarbeitet und jetzt schaut sie tatsächlich wie ein richtiges Schiff aus :mosking: .



      Ich wandere bis zur vorderen Mole und wieder zurück. Gegenüber dem Walmuseum steht ein lustig angemaltes kleines Häuschen, wozu auch immer es dient. Vom Hafen führen verschiedene Holztreppen hoch zur Hauptstraße. Hier befinden sich die Büros der Whale-Watching Veranstalter und auf der anderen Straßenseite die schöne 1907 eingeweihte Kirche, die mit eigens aus Norwegen importiertem Holz gebaut wurde.



      Neben den Gebäuden der Walbeobachtungs-Veranstalter steht eine große Informationstafel. Auf dieser Tafel sind die Positionen der der Leuchttürme der nordöstlichen Küstenregion dargestellt. Außerdem gibt es zu jedem der 15 Leuchttürme entsprechende Kurzinformationen mit Bild des jeweiligen Leuchtturmes.



      Die Hauptstraße in Husavik ist nicht sonderlich lange, da der Ort auch nicht wirklich groß ist. Ich nehme den Weg nach Norden die Hauptstraße entlang und stoße an der nördlichen Hafenzufahrt auf das Könnunarsögusafnið, ein Museum über Entdeckungsreisen und die in den 60er Jahren hier auf Island stattgefundenen Astronautentrainings für das Apollo-Programm. Vor der Tür des Museums steht ein altes Expeditions-Schneemobil von Bombardier.



      Hinter dem Museum gibt es nur noch eine Tankstelle und einige wenige Wohnhäuser. Ich wende also und gehe die Straße in der südlichen Richtung hinunter. Einige hübsche Häuser stehen hier noch, doch danach ist auch hier der Ort zu Ende.
      Zurück auf dem Schiff kann ich die Walbeobachter mit ihren RIB-Booten zurückkommen sehen. Mit Renate mache ich noch einmal eine kleine Runde rund um den Hafen, bevor wir zum Mittagessen gehen.



      Um 13:30 Uhr startet unsere Bustour nach Ásbyrgi. Wir sind schon gespannt, was uns dort erwartet. Umso überraschter sind wir, als Jens kurz vor Erreichen des Parkplatzes plötzlich von einer eineinhalb bis zweistündigen Wanderung auf einem Felsplateau spricht :fie: . Davon war aber bisher nicht die Rede.
      Als wir damals erfahren haben, dass es den Ausflug Dettifoss von Husavik aus nicht mehr gibt, habe ich bei IcelandproCruises angerufen. Leider war damals Frau Lenz nicht da und ich habe mit einer Kollegin von ihr gesprochen. Diese sprach dann von einem Busausflug mit einem kleinen Spaziergang. Auch auf dem Formular, auf dem wir unsere Buchung der Ausflüge eintragen mussten, sowie auf Booking confirmation die wir dann in der Kabine fanden, stand immer nur einfach Asbyrgi/Tjörnes.



      Hier soll es aber zuerst hoch gehen auf das Hochplateau und dann dort entlang und wieder zurück. Das kann ich Renate mit ihren momentanen Atemschwierigkeiten nun wirklich nicht antun und ich habe dazu auch nicht wirklich Lust. Also bleiben wir einfach solange beim Busfahrer. Er fährt mit uns ein wenig den Weg zurück an eine Tankstelle. Zumindest kann man sich hier einen Kaffee kaufen.

      GPS-Track der Fahrt nach Ásbyrgi: husavik.gpx

      Irgendwie fühle ich mich hier in einen amerikanischen Roadmovie versetzt. Einsame Tankstelle am Highway und rechts und links nichts, irgendwo im Nirgendwo :pleasantry_1: . Hätte ich mal noch einen Blick auf die Ausflugsbeschreibung auf der Internetseite geworfen, dort stand die Wanderung drin :grumble: .
      Egal, nach gut zwei Stunden warten wir wieder am Parkplatz und lesen die nach und nach eintreffenden Wanderer wieder auf.



      Schon auf dem Rückweg zeigt sich das schlechte Wetter, welches uns wohl heute Nacht erwartet. Auf der Küstenstraße bläst der Wind richtig heftig und unser guter Busfahrer hat alle Mühe, den großen Bus auf der Straße zu halten.
      Kaum zurück auf dem Schiff legen wir auch schon ab. Renate macht ihre Erkältung jetzt wieder mehr zu schaffen und sie legt sich deshalb hin und verzichtet aufs Abendessen.
      Es ist ziemlich voll beim Essen und der Stuhl an meinem Tisch ist einer der wenigen freien Stühle. Die Betreiberin des Bordshops, Helga setzt sich zu mir an den Tisch, da auch der Crewtisch voll ist und so habe ich wenigsten Gesellschaft beim Abendessen.
      Um 20:20 Uhr überqueren wir den Polarkreis und kurze Zeit später wird aus dem schon starken Schaukeln ein heftiges bis sehr heftiges. Ein wenig halte ich noch bei einem Glas Rotwein in der Club Lounge aus, dann ist auch für mich der Tag zu Ende.

      GPS-Track der Strecke Husavik – Seyðisfjöður: husa-sey.zip


      ….. wird fortgesetzt.
      Gruß Jobo,

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    • 31.Mai 2017 – Seyðisfjörður



      Ausflüge:
      • Bustour – Skalanes-Naturreservat
      • Husey – Seehundbeobachtung vom Pferderücken aus
      • Bustour – Ostfjorde, Mineraliensammlung und Kriegsmuseum
      Viel geschlafen haben wir nicht in dieser Nacht. Schon nach der Überquerung des Polarkreises wurde es ziemlich heftig, aber richtig los ging es dann, als wir um den Leuchtturm Fontur am Gjögrahorn auf der Halbinsel Langanes vorbei waren.Von jetzt an traf uns die See mit voller Wucht. Die Wellen schlugen draußen immer wieder an die Bordwand und rund um unsere Káeta (isländisch für Kabine) krachte und schepperte es überall. Zudem flogen sowohl Vorhang wie auch Rollo ständig durch das Rollen des Schiffes auf. Die dadurch einfallende Helligkeit war wie ein Licht, welches ständig ein- und ausgeschaltet wird.
      Ich habe auf einem anderen Schiff (weiß nur nicht mehr wo) schon mal gesehen, dass man in der Kabine über die Vorhänge noch eine dünne Querleine spannen konnte, die das Aufliegen der Vorhänge bei Seegang verhindert. Wäre mal ein Verbesserungsvorschlag für die OCEAN DIAMOND.



      Kurz nach 6:00 Uhr sind wir daher schon wach und auf. Es regnet und ist sehr neblig durch die tief hängenden Wolken. Beim Frühstück um 7:00 Uhr schaukelt es zuerst noch kräftig, aber 30 Minuten später lässt es nach. Wir sind in den Fjord eingebogen. Vor uns liegt Seyðisfjörður, neben Reykjavik das zweite Einfallstor nach Island. Hier kommt die Fähre der Smyril-Line, die NORRÖNA an. Sie fährt im ständigen Verkehr von Hirtshals in Dänemark über die Färöer bis Island und zurück.
      Die große Fähre liegt auch hier gerade am Kai, sie wird erst am Abend nach Dänemark starten.



      Wir haben uns heute für die Bustour in die Ostfjorde entschieden. Schnell schnappen wir uns noch unsere Lunchpakete und gehen zu den Bussen, die auf dem Kai bereit stehen. Zuerst verschwinden nun die Busse der beiden anderen Ausflüge, für uns bleiben zwei Busse übrig. Unser Bus ist für die deutsch und englisch sprechenden Passagiere mit Jens und einer englisch sprechenden Kollegin als Reiseleiter. Der andere Bus ist für die Gruppe der Road-Scholar. Wie schon bei unserer Grönlandreise befindet sich auch bei dieser Reise eine solche Gruppe an Bord.



      Bei regnerischem Wetter startet unsere Tour und Jens und seine Kollegin erklären uns ein wenig über die Gegend. Viel sehen kann man anfangs allerdings noch nicht, dafür hängen die dunklen Wolken noch zu tief. Erste Station ist das Kriegsmuseum in Reyðarfjörður. Um zu verhindern, dass die Nazis mit ihrem Germanenkult die Insel besetzen, wurde Island von den Engländern besetzt. Im hiesigen Museum sind viele Artefakte aus dieser Zeit ausgestellt. Auch einen Film kann man sich hier ansehen. Vor dem Museum stehen alte Sanitätsbaracken.



      Wir fahren danach um die kleine Bucht herum eine Anhöhe hinauf. Kurz vor der Einfahrt in einen 6 km langen Tunnel machen wir an einem Aussichtspunkt halt. Schwach kann man im Dunst das Aluminiumwerk in Reyðarfjörður erkennen, das der amerikanische Alcoa-Konzern hier betreibt. Zur Stromversorgung dieser Aluminiumhütte wurde eigens ein riesiges Wasserkraftwerk gebaut und ein Staudamm errichtet. Das größte Bauprojekt Island bisher, aber auch das umstrittenste.



      Als wir aus dem Tunnel wieder herausfahren, erstreckt sich noch ein kurzes Stück Straße vor uns, bevor wir in der Ortschaft Fáskrúðsfjörður ankommen. Die kleine Ortschaft liegt recht schön am gleichnamigen Fjord, aber an ein Anhalten und Aussteigen ist hier nicht zu denken, es regnet in Strömen. Wir wenden am Ende des Ortes und fahren zurück, um nach dem Ort um die Bucht herum am Fjord entlang zu fahren.



      Tatsächlich zeigen sich schon während der Fahrt am Fjord erste blaue Flecken am Himmel. Als wir an der riesigen Mineraliensammlung der Petra María Ljósbjörg, bekannt als Petra Sveinsdóttir in Stöðvarfjörður ankommen, hat der Regen gänzlich aufgehört. Wir verweilen einige Zeit in der großen Ausstellung. Hier gibt es auch ein kleines Cáfe mit einer Terrasse. Ich spaziere noch zum Ortskern. Die kleine alte Kirche ist inzwischen ein Hostel, in dem man übernachten kann. Zurück auf dem Parkplatz an Petra's Steinsammlung mache ich mich auch über mein Lunchpaket her, wie die meisten anderen Mitreisenden.



      Jens hat mich dann dort auch kurz angesprochen, warum wir in Ásbyrgi nicht mit gewandert sind und ich habe es ihm erklärt. Ansonsten ist er heute ein guter Reiseleiter und übernimmt nach einiger Zeit sogar die meisten englischen Erklärungen. Wir fahren nun weiter entlang der Küste bis Breiðdalsvík. Hier verlassen wir die Küste und fahren ins Landesinnere. Die Straße führt zuerst noch im Tal entlang, während die Berge im Dunst erkennbar sind.



      Dann wird aus der Straße ein Schotterweg. Nach einer weiteren Weile steigt nun der Weg an und wir fahren schließlich einen Pass hinauf. Kurz vor Erreichen des höchsten Punktes machen wir einen weiteren Fotostopp. Die Aussicht von hier ist schon beeindruckend. Noch einige wenige Serpentinen und wir haben den höchsten Punkt erreicht, den Heidarvatn, gekennzeichnet durch die kleine Stefansbud.



      Wo es hinauf geht, geht es auch irgendwo wieder hinunter, so auch bei uns. Es handelt sich ebenfalls um einen Schotterweg, der erst unten im Tal wieder zu einer asphaltierten Straße wird. Diese fahren wir schon eine Weile entlang, als der Bus plötzlich abbiegt und über eine schmale, kleine Brücke fährt. Viel Platz ist da auf beiden Seiten nicht mehr. Hinter der Brücke fahren wir einen schmalen Schotterweg entlang, bis wir zu einer schönen, kleinen Kirche kommen. Hier hat Jens einst geheiratet.



      Den gleichen Weg fahren wir anschließend wieder zurück und dann weiter auf der Straße. Langsam steigt diese nach der Ortschaft Egilsstaðir wieder an und wir finden uns schnell zwischen Schneefeldern wieder. Es ist die gleiche Anhöhe, die wir heute Morgen bereits im Nebel passiert haben. Jetzt kann man die Schnee- und Eisfelder hier gut erkennen. Bevor es wieder nach Seyðisfjörður hinab geht, machen wir an einem Aussichtspunkt einen letzten Stopp. Um 16:10 Uhr sind wir wieder zurück auf dem Schiff.



      Ich will das inzwischen doch sehr schöne Wetter noch etwas ausnutzen und mache mich auf zu einem Spaziergang durch Seyðisfjörður. Vom Hafen aus gehe ich in Richtung der kleinen schönen Kirche und finde diese auch offen. Es ist eine wirklich schöne kleine Kirche uns sehr ansprechend im Innern (Bilder dazu am nächsten Tag). Durch die kurze Hauptstraße gelange ich zur anderen Seite des Hafens.



      Vorbei an so manch interessanten kleinem Haus gelange ich zur Anlegestelle der NORRÖNA. Von hier aus kann man wieder um das Hafenbecken herum zu unserem Anlegeplatz gelangen. Zurück an Bord erfahre ich, dass ich eine kurzfristig angesetzte Pflichtveranstaltung in der Main Lounge verpasst habe. Wir werden in der Nacht hier in Seyðisfjörður bleiben, da das Wetter noch schlechter wird und daher die Einfahrt in den kleinen Hafen von Djúpivogur nicht zulässt.
      Das ist sehr schade, da damit eines der Highlights der Reise, der Ausflug zur Gletscherlagune Jökulsarlon am Vatnajökull flach fällt. Sehr bedauerlich, nachdem wir schon auf den Dettivoss im Vorfeld und dann auch auf die Insel Grimsey verzichten mussten, aber die Sicherheit der Passagiere und des Schiffes geht nun mal vor.



      Für den morgigen Tag hier in Seyðisfjörður wird dann noch ein Ersatzprogramm geliefert. Wir beschließen nach dem Abendessen es uns noch ein wenig in der Club Loung bequem zu machen. Von dort ist es nur einen Schritt hinaus auf den überdachten Außenbereich am Skutur (isländisch für Heck), von dem aus wir die Abfahrt der NORRÖNA beobachten können.
      Auf jeden Fall verspricht die Nacht hier im Hafen ruhiger zu werden, als die letzte Nacht.

      GPS-Track des Seyðisfjörður-Ausfluges: seydisfjördur.gpx



      …...... wird fortgesetzt.
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    • 1.Juni 2017 – Seyðisfjörður / offene See



      Ausflüge (heute alle kostenlos):
      • Zodiactour in Seyðisfjörður
      • Shuttle-Bus zum Wasserkraftwerk
      • Isländisches Konzert mit Örvar, Arndis und Ingimar (unser Bordpianist) in der Kirche in Seyðisfjörður
      Die Nacht war wirklich ruhig und wir haben gut geschlafen. Ein Blick nach draußen, es regnet stark. Schon während des Frühstücks kommt die Duschsage, dass die Zodiac Fahrten hier auch wetterbedingt ausfallen. Bei diesem Wetter will Renate natürlich auch nicht raus, verständlich mit ihrer immer noch heftigen Erkältung.



      Ich schlage mich in meinen Regenschutzanzug und mache mich zu einem kleinen Rundgang auf. Schließlich will ich mir auch das Konzert in der Kirche anhören. Inzwischen regnet es sehr stark, weshalb ich meine Kamera auch nicht mitschleppe (die Bilder von Seyðisfjörður sind alle vom Vortag).



      Ich spaziere um das Hafenbecken herum und auf der anderen Seite wieder in den kleinen Ort. Mittlerweile regnet es in dem kleinen, knapp 700 Einwohner zählenden Ort extrem stark. Zum Glück hält mein Regenschutzanzug, den ich vor zwei Jahren auf der OCEAN DIAMOND bei der Grönlandreise gekauft habe absolut dicht.



      Es geht so langsam schon auf 11:00 Uhr zu, Zeit sich in die kleine Kirche zu begeben. Jetzt regnet es auch junge Hunde vom Himmel. Im Vorraum der schönen Kirche, kann man sich seiner Regenkleidung entledigen, hier sind extra Haken dafür angebracht.
      Trotzdem sehe ich viele Passagiere, die sich mit komplett nasser Überhose und nassen Jacken auf die feinen Polster der Kirchenbänke setzen. Für mich einfach unverständlich.
      Arndis und Örvar, beide ja ausgezeichnete Opernsänger geben danach ein gut halbstündiges Konzert in der dann vollen Kirche. Auch wenn die Akustik natürlich nicht mit einer großen Stadtkirche und ihrem großen Kirchenschiff als Klangkörper zu vergleichen ist, ist es ein absolut tolles musikalisches Erlebnis.
      Anschließend zwängen sich alle wieder in ihre wasserfesten Überzüge und im Wolkenbruch suchen wir den kürzesten Weg zum Schiff.



      Pünktlich um 12:30 Uhr legen wir ab, gerade als wir beim Mittagessen sind. Der Wolkenbruch draußen hat sich inzwischen manifestiert. Zum Glück dauert es eine Weile, bis wir den Fjord verlassen haben und die offene See erreichen. Dort beginnt dann der Tanz. Sicht gleich Null, also kein wirklicher Grund an Deck zu bleiben. Wir verbringen die Zeit bis zum Abend in der Kabine.



      Nach dem Abendessen gibt es noch eine Überraschung für die Gäste. Wir kennen dies schon von der Grönlandreise, ein Kalorienangriff der übelsten Sorte .
      Während draußen die isländische Version des Blanken Hans tobt, Wellenhöhe gut fünf bis sechs Meter im Schnitt bei einer langen Dünung, gönnen wir uns noch ein Glas Rotwein in der Club Lounge. Vielleicht lässt sich damit der mit Sicherheit zu erwartende Krach in der Nacht leichter ertragen oder gar überhören.


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    • 2.Juni 2017 – Heimaey (Vestmannaeyjar)



      Ausflüge:
      • Bustour – Pompeji des Nordens
      • Golf im Vulkankrater
      • Zodiac Tour auf Heimaey
      Am Morgen nach dieser Nacht fühlen wir uns wie ein guter Cocktail, lange geschüttelt und gerührt. Die arme OCEAN DIMOND hatte einiges zu leisten auf dieser Etappe. Der Atlantik zeigte sich auf der gesamten Strecke von einer sehr ruppigen Seite. Erst jetzt zum frühen Morgen lassen Wind und Wellen etwas nach.



      Nach dem Frühstück verhält sich die See so, als sei nie etwas gewesen. Sogar die Sonne sucht sich an einigen Stellen schon den Weg durch die ansonsten geschlossene Wolkendecke. Vor uns tauchen aus dem Dunst die Westmänner Inseln auf. Bald kann man Bjarnarey und daneben mit dem spitzen Felsen Elliðaey erkennen.



      Dann wird dahinter auch Heimaey sichtbar, unser heutiges Ziel. Heimaey ist die größte der Westmännerinseln, aber auch diese Insel ist zu Fuß bequem an einem Tag zu umrunden. Die zweitgrößte Insel ist Surtsey ganz im Süden, die erst 1963 aus dem Meer geboren wurde. Schon nähert sich uns das Lotsenboot. Wo genau die Hafeneinfahrt ist, kann man von hier nur erahnen, anhand der beiden Trawler die von der Insel kommen.



      Wir nehmen nun Kurs auf eine kleine Lücke zwischen den Felsen und bremsen kurz danach wieder ab. So richtig weiß niemand, warum wir jetzt quasi auf der Stelle dümpeln, bis wir die Fähre nach Landeyjahöfn aus der Hafeneinfahrt kommen sehen. Diese kleine Fähre verkehrt mehrmals täglich auf dieser Strecke und benötigt dafür jeweils rund 30 Minuten.



      Als die Fähre schließlich die Einfahrt frei gemacht hat, steuern wir darauf zu. Was nun folgt ist die spektakulärste Hafeneinfahrt, die ich bisher gesehen habe. Wir müssen uns regelrecht um die Felsen herum schlängeln, um in den kleinen Hafen zu gelangen. Hier benötigt man wirklich einen Hafenlotsen um nicht irgendwo anzuecken. Die Felsen auf der Steuerbordseite sind bevölkert mit brütenden Vögeln, während sich an Backbord sichtbare erkaltete Lavaströme in die See recken.



      Kaum haben wir am Kai festgemacht, verlassen wir das Schiff. Der Bus für die Tour „Pompeji des Nordens“ steht schon bereit, der Golfausflug findet wohl mangels Interesse nicht statt. Wir fahren durch den Ort und am nördlichen Ende auf eine Felswand zu. Hier brüten ebenfalls Vögel und vereinzelt hängen Seile an den Felsen.
      Im Juli und August dürfen offiziell auf der Insel Vögel gejagt und Vogeleier gesammelt werden. Zum Sammeln der Eier haben die jungen Einwohner eine Art Volkssport entwickelt, das Seilschwingen mit dem sie an die Nester kommen.
      Wenig später machen wir gegenüber einem Golfplatz am westlichen Hafenbecken Friðahöfn halt. Hier stehen zwei alte Steinhäuser mit Grasdach. Auf dem Golfplatz tummeln sich aber nicht nur Golfspieler, streng beobachtet von den Trollen im gegenüberliegenden Fels.



      Von hier aus geht unsere Fahrt weiter zum südlichsten Punkt der Insel, dem Stórhöfði. Auf der Spitze des Hügels steht auch ein kleiner Leuchtturm, der aber bei dem hier noch immer herrschenden Dunst kaum zu sehen ist. Dieser Bereich der Insel gilt auch als die windreichste Station Europas, allerdings ist es jetzt hier recht windstill.



      Etwas unterhalb befindet sich eine kleine Lavasandbucht. Dieser Abschnitt der Küste der Insel erlangte im 17.Jahrhundert tragische Berühmtheit. Algerische Piraten landeten hier bei Nacht und Nebel und metzelten Dutzende Einheimische nieder. Etwa die Hälfte der damals rund fünfhundertköpfigen Bevölkerung wurden als Sklaven entführt, von denen später nur 37 freigekauft werden konnten, aber nur 13 erreichten ihre Heimat wieder. Ein Ereignis, das als Türkenüberfälle in die Geschichte der Westmännerinseln eingegangen ist.



      Wir fahren zur Ostseite der Insel und halten etwas oberhalb des Ortes. Hier unterhalb des Vulkankegels des Helgafell öffnete sich in der Nacht zum 23.Januar 1973 eine gut 1.600 Meter lange Erdspalte und begann riesige Mengen an Lava und Bimsstein zu spuken. Alleine in den ersten zwölf Stunden über 12 Tonnen.
      Sofort wurde die Bevölkerung der Insel evakuiert. Dabei war der Sturm der vorherigen Tage recht hilfreich, es lag quasi die komplette Trawler und Fischfangflotte im Hafen die die Menschen an Bord nahmen.
      Neben dem Helgafell entstand in der Folge der Eldfell, ein weiterer Vulkankegel. Die Lavamassen schoben sich langsam auf die Stadt zu. In einer bisher nie dagewesenen Aktion wurden die Häuser so gut es ging mit Wellblechen abgesichert, doch die Lavawand schob sich weiter mit durchschnittlich 30 Meter am Tag auf die Häuser zu. Mit großen Wasserpumpen (zum Teil von den Amerikanern zur Verfügung gestellt) besprühte man die Lava mit Meerwasser. Tatsächlich schaffte man es die Lava mit den gut 6 – 9 Million Tonnen Meerwasser, die man darauf gepumpt hatte, zum Stillstand zu bringen, kurz bevor der Hafen komplett eingeschlossen wurde.
      Als der Ausbruch schließlich am 3.Juli endgültig für beendet erklärt wurde, waren rund ein Drittel der etwa 1.200 Häuser Opfer der Lavamassen geworden. Gut 225 Millionen m³ Lava und 25 Millionen m³ Asche und Bimsstein hatte der Ausbruch hervor gebracht.
      An der Ostseite der Insel war rund 2,5 km² neues Land entstanden und hat die Hafeneinfahrt so spektakulär und damit zur sturmsichersten Hafeneinfahrt des Landes gemacht.



      Von diesem markanten Aussichtspunkt fahren wir nun zum Vulkan-Museum am südlichen Stadtrand. Hier steigen alle aus und der Bus verlässt uns nun. Er wird in gewissen Zeitabständen kommen und die Teilnehmer, die nicht zu Fuß zurück zum Schiff gehen wieder an den Kai fahren.
      Im Museum kann man viele Bilder der Katastrophe, sowie ein halb verschüttetes Haus sehen. Auch filmische Dokumente aus der Zeit sind hier zu sehen.
      Vor dem Museum, etwas oberhalb, sind ebenfalls die Reste eines verschütteten Hauses zu sehen.



      Ich wähle den Weg zu Fuß, Renate will aus verständlichen Gründen lieber auf den Bus warten. Ihre Erkältung ist bisher nicht abgeklungen und auch mein Immunsystem gibt so langsam auf, ich spüre ein erstes Kratzen im Hals und die Nase läuft etwas.
      Der Fußweg zurück zum Schiff dauert nicht lange und nach gemütlichen 20 Minuten bin ich zurück an Bord. Renate kommt erst viel später und ist recht sauer, da der Bus sie sehr lange am Museum hat warten lassen. Ich denke, das Ende des Ausfluges ist noch verbesserungswürdig.



      Nach dem Mittagessen beginnen die Zodiac-Fahrten. Zuerst sind die Passagiere der Decks 3 und 5 dran. Kurz nach 16:15 Uhr dann die anderen Decks, also auch Deck 4. Renate gönnt sich lieber etwas Ruhe, aber ich lasse es mir diesmal nicht nehmen. Mein Zodiac wird von Arndis gesteuert, aber auch der Kapitän hat die Gelegenheit genutzt, eines der Zodiacs zu steuern. Zuerst fahren wir langsam an den Vogelfelsen nördlich des Hafens vorbei.



      Vom Wasser her werden wir dabei von einem Papageientaucher beobachtet. Danach fahren wir mit den Zodiacs tief in eine Felshöhle hinein. Hier werden die Motoren abgestellt und Örvar, der das Führungs-Zodiac (ohne Passagiere) steuert und Arndis liefern sich dann ein tolles Gesangsduell. Örvar muss am Ende gar den Motor aufheulen lassen um gegen die starke Stimme von Arndis anzukommen. Ein tolles Erlebnis für die Passagiere.



      Anschließend verlassen wir die Höhle und danach auch den Hafen. Entlang der Nordküste der Insel fahren wir auch hier die Felsen mit den brütenden Vögeln ab. Hier schaukeln die Zodiacs schon erheblich stärker, aber nicht unangenehm.



      Auf dem Rückweg in den Hafen steuern wir die Reste kleine Festung Skanzin neben der Stabkirche an. Die Festung hat ihren Ursprung in der Zeit nach den Türkenüberfällen und sollte zukünftigen Angriffen Gegenwehr bieten. Die Stabkirche wurde der Insel im Jahr 2000 von Norwegern geschenkt, zum Anlass der 1000-Jahr Feier der Einführung des Christentums.



      Eine Art Feier gibt es auch anschließend bei uns an Bord. Vor dem Gala-Dinner steht der Captain's-Farewell-Cocktail in der Main-Lounge an. Zuerst werden die Passagiere über den morgigen Ablauf bei der Ausschiffung in Reykjavik informiert. Wir kennen diesen Ablauf mit den Farbbändern an den Koffern schon von der Grönlandreise. Danach wird die komplette Crew vorgestellt und erhält von den Passagieren den gebührenden Applaus für die gute Betreuung der bisherigen Reise.
      Nach dem Dinner begeben wir uns an Deck um die Abfahrt und die spektakuläre Hafenausfahrt mit zu erleben. Wir sind schon einige Meter vom Kai weg, als wieder zurücktreiben und am Kai bleiben. Grund ist erneut die Fähre HERJÓLFUR, die gerade in den Hafen einfährt.



      Kaum ist die Fähre an uns vorbei und zieht selbst rückwärts an ihren Kai legen wir erneut ab und steuern die schmale Ausfahrt an. Rechts, links, rechts und dann links herum geht es und die offene See ist wieder vor uns zu sehen. Der Lotse geht von Bord und mit einem letzten Blick auf die skurrilen Felsen mit den brütenden Seevögeln verlassen wir die Westmännerinseln.



      Wir lassen den Abend dann in der Club-Lounge bei einem Glas Rotwein ausklingen. Hier krächzen, husten und schnupfen Renate und ich um die Wette, bevor wir die Kojen aufsuchen. 121 Seemeilen liegen in der Nacht vor uns bis Reykjavik.


      GPS-Track der Bustour auf Heimaey: vestman.gpx


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    • 3.Juni – Reykjavik


      Ausflug:
      • Golden Circle Tour
      Es war eine ruhige Nacht, von unseren Hustenattacken und Niesanfällen abgesehen. Noch vor dem Frühstück lasse ich mir unsere Bordkarten für den morgigen Rückflug ausdrucken. Ich hatte gestern Abend noch für uns beide online eingecheckt, da dies bei Icelandair schon 36 Stunden vor Abflug möglich ist.

      GPS-Track der Strecke Heimaey-Reykjavik: reykjavik.gpx



      Vor dem Frühstück stellen wir noch unsere Koffer vor die Kabine. Bis 7:00 Uhr sollen alle Koffer dort stehen, damit sie von der Crew abgeholt und nach dem Anlegen an Land gebracht werden können. Während des Frühstücks nähern wir uns dann auch schon Reykjavik. Auf dem Weg zur Kabine holen wir uns noch die Reisepässe an der Rezeption ab und verweilen anschließend auf Deck.



      Den kleinen Hafen kennen wir ja schon von der Abfahrt und der Grönlandreise. Auch heute können wir wieder beobachten, wie die Koffer der Passagiere getrennt nach Reisegruppen auf dem Kai positioniert werden. Dabei fassen alle Crew- und Expeditionsteammitglieder mit an. Als alle Koffer auf dem Kai stehen, treffen auch die Busse für die heutige Tour ein.



      Gegen 8:30 Uhr dürfen wir von Bord. Wir verabschieden uns noch von einigen Team- und Crew-Mitgliedern und bringen unsere Koffer die wenigen Meter zum Bus. Es steht die Golden Circle Tour an, die wir zwar 2015 schon mitgemacht haben, aber die fester Bestandteil der Reise ist.
      Als alle Teilnehmer dieser Tour im Bus sind, fahren wir los und sind schon bald aus Reykjavik heraus.
      Unser erstes Ziel ist die große Erdverwerfung am Þingvellir. Dieses geologisch hochinteressante Gebiet ist aber auch ein historisch wertvolles. Fanden hier doch die Versammlungen der Häuptlinge und Stammesältesten gegen Ende des ersten Jahrtausend statt. Damit gelten diese Versammlungen als das älteste Parlament der Welt.
      Der Unterschied zu unserem letzten Aufenthalt hier ist das Wetter heute. Es ist trocken und die Sonne scheint.



      Die weitere Fahrt führt zum Geysir. 2015 waren wir zuerst zum Wasserfall Gullfoss gefahren und haben erst auf dem Rückweg an den Geysiren Halt gemacht. Diesmal ist der Ablauf umgekehrt. Zuerst gehen wir in den großen Shop und gönnen uns hier einen Kaffee. Wir finden sogar eine einigermaßen ruhige Ecke dafür.



      Danach gehe ich noch einmal hinüber zu den Geysiren, aber wie erwartet tummeln sich hier schon viele Menschen und ich verweile hier nur kurz. Als ich wieder zurück am Touristcenter und damit am Bus bin, fallen einige Tropfen vom Himmel. Dies lässt aber wenig später wieder nach und wir können ohne Benutzung der Scheibenwischer weiterfahren. Das schöne Wetter heute ermöglicht auch einen guten Blick auf den Langjökull, den großen Gletscher im Norden.



      Die Fahrt von den Geysiren zu dem großen Wasserfall Gullfoss dauert nicht lange und nur wenige Minuten nach der Abfahrt können wir am Parkplatz des Wasserfalles wieder aussteigen. Obwohl ich den Wasserfall hier schon kenne, lasse ich es mir nicht nehmen, die lange Holztreppe hinunter zum Wasserfall zu laufen. Rechtzeitig vor der Weiterfahrt bin ich aber wieder oben am Bus.



      Wir starten jetzt wieder zurück nach Reykjavik. Unterwegs legen wir noch einen Stopp an einer Pferdekoppel ein. Hier steht auch extra ein Automat an dem man Futter für die Tiere ziehen kann, kostenlos. Damit will man wohl verhindern, dass Besucher den Tieren etwas Falsches zu essen geben.
      Anschließend gibt es noch einen Toilettenstopp an einer Tankstelle mit angegliedertem Supermarkt, bevor wir Reykjavik erreichen und die Passagiere zu den verschiedenen Hotels gebracht werden.

      GPS-Track der Golden-Circle-Tour: golden-cirkel.gpx



      Wir haben wieder ein Zimmer im Grand Hotel Reykjavik. Das ist sehr von Vorteil, denn da ich mich dort bereits auskenne, stehe ich bereits an der Rezeption und bekomme den Zimmerschlüssel, während die anderen Passagiere noch in der großen Lobby nach der Rezeption suchen.
      Wir bekommen ein Zimmer im 8.Stock und haben von hier eine schöne Aussicht über Reykjavik.
      Wie schon vor zwei Jahren essen wir eine Kleinigkeit unten in der Lobby. Anschließend gönne ich mir noch ein heißes Bad, bevor wir den Abend beenden. Schließlich müssen wir früh in der Nacht raus, da die Abfahrt zum Flughafen wieder für 4:00 Uhr morgens ansteht.


      …....... wird fortgesetzt.
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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    • @Jobo
      Auch deinen Reisebericht finde ich erst jetzt nach der Rückkehr von unserer Reise.
      Wunderschön und anschaulich. Zugleich für mich ein Wiedersehen mit Island, das ich 1980 auf einer Zelt-Busrundreise erlebt habe. Viel hat sich ja in den Orten verändert, nur die Natur bzw. Landschaft ist so schön und interessant wie vor 37 Jahren.
      Und ein Wiedersehen mit "unserer" geliebten Norönna hast du mir auch möglich gemacht, mit der wir 2011 von Hirtshals auf die Färöer gefahren sind, die wir 18 Tage mit dem eigenen Auto bereist haben. Kann ich nur empfehlen.

      Hier ein Buchtipp zu Island: " Frauen, Fische, Fjorde - Deutsche Einwanderinnen in Island" von Anne Siegel.
      Ein Bericht über einen Teil deutscher Nachkriegsgeschichte, der, so wie mir, sicher vielen unbekannt war bzw. ist.

      Ganz liebe Grüße von Trollebo
      Liebe Grüße von Trollebo

      Reiseberichte in meinem Profil


    • 4.Juni 2017 – Reykjavik-München


      Um 3:00 Uhr stehen wir auf und machen uns fertig. Anschließen checken wir aus und begeben uns in den Frühstücksraum. Hier gibt es ab 3:30 Uhr ein kleines Frühstück für die Gäste, die wie wir früh aufbrechen müssen. Kaffee und andere Getränke, sowie kleine Gebäcke.

      Der Bus kommt gegen 3:50 Uhr und bald sitzen die meisten Passagiere bereits im Bus. Ein wenig Unklarheit gibt es noch, aber anscheinend ist die Liste die der Busfahrer hat nicht aktuell. Wir fahren dann zu einem weiteren Hotel und nachdem auch dort die Gäste zugestiegen sind fahren wir nach Kevlavik zum Flughafen.

      Am Flughafen starten wir mit unseren Koffern direkt in Richtung Checkin-Schalter, das Chaos von 2015 habe ich noch gut in Erinnerung. Doch heute geht es relativ ruhig hier zu. Wir haben nur ca. 20 Passagiere vor uns und es wird an fünf Schaltern gearbeitet. Gerade wird noch ein sechster Schalter geöffnet und nach rund 10 Minuten sind wir unsere Koffer los.



      So haben wir nun noch genügend Zeit uns einen kleinen Imbiss zu gönnen. Renate hat sogar noch ein wenig mehr Zeit, da ihr Flug nach Hamburg 30 Minuten nach meinem Flug startet. Gegen 6:20 Uhr mache ich mich daher auf den Weg zu meinem Gate. Um 6:40 Uhr startet das Boarding.
      Ich nehme meinen Fensterplatz ein und wenig später kommt ein isländisches Paar mittleren Alters und belegt die beiden Plätze neben mir. Die Frau ist alles andere als klein und schlank und ich komme mir vor wie in einer Konservendose.
      Der Flieger füllt sich nur äußerst spärlich, daher frage ich eine der Flugbegleiterinnen, ob es evtl. möglich wäre einen anderen Platz zu bekommen. Sie will das Ende des Boardings abwarten und mir dann einen anderen Platz geben.
      Als schließlich die Türen geschlossen werden zeigt sie mir einen Platz in einer leeren Dreierreihe an einem Notausgang, das Flugzeug ist ohnehin nur zu gut einem Drittel gefüllt. Prima, eine komplette Reihe nur für mich und dazu noch Plätze mit extra Fußraum.

      Wir verlassen den Flughafen gegen 7:30 Uhr und ich kann noch letzte Blicke auf die große Insel werfen, bevor die Wolkendecke sich für längere Zeit schließt.



      Ich mache es mir daher auch recht gemütlich hier und genieße den äußerst angenehmen Flug. Zwischendurch nicke ich immer mal wieder kürzer oder länger ein und werde erst wieder richtig aufmerksam, als unter uns die holländische Küste sichtbar wird. Die westfriesischen Inseln sind gut erkennbar, direkt unter uns Texel.

      Nach der Landung in München habe ich diesmal wirklich Glück. Mein Koffer ist einer der ersten auf dem Band und ich erreiche bequem den Bus nach Landshut. Kurz vor 15:00 Uhr bin ich wieder zu hause und werde in den nächsten drei Wochen die inzwischen recht heftige Erkältung auskurieren :wacko1: .


      ….. kleines Fazit folgt.
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -

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    • Fazit


      Ein Fazit ist eigentlich schnell gezogen.

      Mit dem Reiseveranstalter IcelandProCruises hatten wir ja schon bei der Grönlandreise beste Erfahrungen gemacht, die sich bei dieser Reise voll bestätigt haben.
      Sowohl im Vorfeld, wie auch während der Reise mit der tollen Crew und dem sehr guten und kompetenten Expeditionsteam waren wir vollauf zufrieden. :imsohappy:

      Das Schiff ist natürlich schon etwas älter, aber wir haben uns wieder sehr wohl an Bord gefühlt und würden jederzeit wieder mit der OCEAN DIAMOND fahren. :ok:

      Island ist ganz klar irgendwann eine weitere Reise wert, da gibt es sicherlich noch sehr viel zu sehen. :search:

      Das Hotel in Reykjavik war erneut sehr gut und empfehlenswert. :thumbup:

      Iceland-Air ist für mich inzwischen ein Garant für angenehme Flüge bei guter Betreuung an Bord. :good3:



      Kommen wir also zur Kritik.

      Ihr lieben Wettergötter, wie wäre es denn mal zur Abwechslung mit durchgehend gutem bis hervorragendem Wetter. Da dürft ihr wirklich noch dran arbeiten, also das nächste Mal bitte anstrengen. :hail:


      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
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