Immer wieder Winter – mit Fahrrad und (Hurtigruten-) Schiff von Trondheim zur russischen Grenze

    • Teilstrecke
    • Freitag, 26. Mai 2017 – Tag 10

      Tag der Skulpturen

      Strecke: Stokka – Nesna , 64 km / Wetter: heiter, 9° C

      Für heute verheißt der Wetterbericht viel Sonne bei sommerlichen Temperaturen von 9° C – schon deutlich wärmer als am Vortag :) Mein Tagesziel steht noch nicht fest, das entscheide ich erst unterwegs in Abhängigkeit von den weiteren Wetteraussichten. Wenn das Wetter mitspielt, möchte ich an einem See an einer Passhöhe übernachten, dem Wetterbericht von gestern Abend scheint das aber nicht zu gefallen :|
      Nachdem ich heute lange geschlafen habe (fast bis 7 Uhr), genieße ich noch einmal die schöne Aussicht, bevor ich losfahre.



      Nach ein paar Kilometern verabschiede ich mich von den sieben Schwestern :)



      Ein paar Minuten später erreiche ich Sandnessjøen und mache eine kurze Pause am neuen Wikingerhaus. Es hat allerdings nur ein paar Wochen im Juli und August offen (außer für private Feiern), so kann ich mir das Innere nicht anschauen.



      Am Ortsausgang stocke ich wieder einmal meine Lebensmittelvorräte auf, bevor ich weiter zum Meer fahre. Auf diesem Stück reißt auf einmal der Himmel auf, und so erreiche ich das „Vindenes Hus“, die nächste Skulptur der Kulturlandschaft Nordland, bei strahlendem Sonnenschein :thumbup:



      Der Botnfjord zeigt: auch der Wind hat sich komplett gelegt :thumbsup:



      In der Sonne ist es so warm, dass ich mich dazu entschließe, in kurzer Hose weiter zu fahren. Wenn es zu frisch wird, kann ich sie ja wieder aus meinem Rucksack rauskramen :whistling:
      Weiter geht es nun über die Rampe zur Helgelandsbrua. Gut, dass ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, denn das kann ich einfach am Rand abstellen und die phantastische Aussicht genießen :rolleyes:



      Kaum habe ich die Brücke passiert, sehe ich am Beginn eines Fußwegs eine Bank stehen. Obwohl weit und breit kein Haus steht, scheint sich jemand regelmäßig drum zu kümmern ^^



      Ich folge jetzt dem Meisfjord bis zum gleichnamigen Ort.



      Bei dem schönen Wetter will ich eine weitere Skulptur besuchen, die ich noch nicht kenne, auch wenn das einen Umweg von etwas mehr als 20 Kilometern bedeutet.
      Daher biege ich auf die Straße nach Fagervik ab, um am nördlichen Ufer des Meisfjord zurückzufahren.



      20 Minuten und zwei Bergrücken später erreiche ich den Ulvangen, dem ich weiter nach Westen folge :locomotive:



      Nach einer weiteren halben Stunde skandinavisch ebener Strecke stehe ich vor meinem Ziel, der Skulptur „Omkring“.



      Hier mache ich auch Mittagspause mit schöner Aussicht auf das Inselgewirr weiter im Norden :cool:



      Gerade als ich meine Sachen wieder einpacke, verschwindet die Sonne hinter den Wolken 8| , so dass ich gleich meine lange Hose wieder anziehe. Ohne Sonne merkt man die 9° Höchsttemperatur doch :/
      Ich fahre den Weg zurück nach Meisfjord und folge nun wieder dem RV 17. In Leirfjord nutze ich den Coop zum Einkaufen und zum Wetterbericht prüfen. Leider sieht er nicht besser aus als am Vortag: Am Abend soll es sich weiter zuziehen und gegen Mitternacht anfangen zu regnen, und das leider 24 Stunden lang :( Das Regengebiet zieht langsam von Südwest nach Nordost und deckt genau den Bereich ab, den ich am Folgetag befahren möchte X/ Da es gleichzeitig auf den Lofoten schönes Wetter geben soll, wähle ich die Alternativ-Variante, die allerdings eine Übernachtung in Nesna bedeutet. Bis dahin habe ich noch ein paar Kilometer und eine Fähre hinter mich zu bringen.
      Nach einem kleinen Pass erreiche ich die Låvongsbukta, an dessen anderem Ende der Fährhafen liegt.



      Dort angekommen zeigt sich sogar noch einmal ein wenig die Sonne, allerdings durch einen dicken Wolkenschleier.



      Nach einer halben Stunde kommt die Fähre und wir schippern über den Ranfjord gen Nesna . Dort will unser Schiff gerade anlegen, als eine andere Fähre von Norden kommt. Diese darf zuerst an den (einzigen) Kai, lässt ihre 3 Autos und 5 Fußpassagiere von Bord und legt ganz schnell wieder ab. Dann dürfen wir anlegen, während die andere Fähre mit offener Ladeluke daneben vor sich hin dümpelt. Die Fähre nach Levang nimmt schnell die neuen Passagiere an Bord und fährt mit 10 Minuten Verspätung ab. Kaum ist sie weg, legt die andere Fähre wieder an und nimmt ihre Passagiere (zu den Inseln im Norden) auf :huh:
      Ich begebe mich ein paar Meter weiter nach Süden und stehe am Hurtigrutenkai, wo ich vor dem Hafengebäude eine weitere (inoffizielle) Skulptur entdecke. Ob das die neue Gangway der MS Lofoten ist? :whistle3:


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:
    • Samstag, 27. Mai 2017 – Tag 11 (Teil 1)

      Ein Schiff und noch ein Schiff und dazwischen noch mal ganz viele

      Strecke: Nesna – Moskenes, 9 km / Wetter: Regen, später Sonne 9° C, mäßiger Wind aus N

      Um 5:20 Uhr stehe ich am Kai von Nesna , gemeinsam mit einem Liegeradfahrer (unterwegs von Trondheim zum Nordkap und genau so wie ich auf der Flucht vor dem Regen :D ) und einer Frau, die ihre alte Mutter zum Schiff gebracht hat. 10 Minuten später (pünktlich zur Abfahrtszeit) taucht das Schiff aus den Regenwolken auf :search_1:



      Weitere 10 Minuten später besteigen wir die MS Richard With und wiederum 10 Minuten später sind wir unterwegs gen Norden. Beim Einchecken erhalte ich ein Kärtchen mit der Aufschrift „Connect with your inner explorer“ :hmm: Vielleicht ist das die neue Form der Sicherheitsunterweisung? Diese habe ich nämlich nicht erhalten :fie: Neben einer ausgedruckten Bordkarte bekomme ich noch eine zweite Plastikkarte mit Hurtigruten-Logo, auf der handschriftlich mein Fahrrad vermerkt ist. Anscheinend werden auf diese Weise die alten Bordkarten-Rohlinge aufgebraucht :whistle3:
      Ich gehe aufs Umlaufdeck, um einen Blick nach draußen zu werfen, aber der Regen treibt mich schnell wieder rein X/



      Bald darauf – es ist kurz vor 7 Uhr – macht sich der Reiseleiter bemerkbar und treibt die Passagiere in 4 Sprachen (norwegisch, englisch, deutsch und französisch) aufs Panoramadeck, wo es eine Informationsveranstaltung zum Thema Polarkreis gibt mit anschließender gemeinsamer Überquerung des selbigen :huh: Ich frage mich nach dieser Durchsage, ob wohl die Passagiere, die nicht auf Deck 7 kommen, den Polarkreis zu einem anderen Zeitpunkt überqueren ?(
      Ich bleibe jedenfalls auf dem Umlaufdeck und erlebe hier die Passage über den Polarkreis :)



      Der Kapitän hat sich allerdings aus der gemeinsamen Überquerung ausgeklinkt. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass kein Typhon erklingt… :(
      Ich gönne mir nun ein Frühstück, schließlich hatte ich schon lange mehr keinen Kaffee und auch keine so große Auswahl :gutenmorgen: Ich finde sogar noch einen Platz am Fenster, obwohl das Restaurant jetzt, um 7:20 Uhr, bereits ziemlich gefüllt ist. Die nächste Stunde bin ich jedenfalls beschäftigt :tee:
      Genau passend zur Anfahrt von Ørnes bin ich fertig und wieder auf dem Umlaufdeck :locomotive:



      Mit 10 Minuten Verspätung erreichen wir den Hafen. Schon ein merkwürdiges Gefühl, nach 4 Stunden bereits den Ort zu erreichen, den ich per Rad erst 2½ Tage später passiert hätte…



      Die Kaffeetrinker zeigen sich heut nicht, statt dessen verlassen wir den Ort mit 25 Minuten Verspätung, weil 10 Palletten Blumenerde sowie 30 Sack Fischmehl ausgeladen wurden. Ob die wohl von Risøyhamn über Kirkenes und Bergen angereist sind :hmm: ?



      Kurz nach der Abfahrt wird es hinter dem Heck erstaunlich hell. Es regnet nur noch leicht, sollten wir das Regengebiet tatsächlich schon bald hinter uns haben? Andererseits hat es gestern erst richtig angefangen zu regnen, nachdem sich die Sonne auf diese Weise präsentiert hat :|




      Fortsetzung folgt

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:

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    • Samstag, 27. Mai 2017 – Tag 11 (Teil 2)

      Ein Schiff und noch ein Schiff und dazwischen noch mal ganz viele (Fortsetzung)

      Gegen 11 Uhr reisst der Himmel dann auf und die Sonne kommt heraus. Ich nehme mir einen Liegestuhl im Windschatten und genieße die vorbeiziehende Küste :8):





      Gegen 12:30 Uhr nähern wir uns Bodø .



      10 Minuten später legen wir am neuen Kai an.



      Ich gehe zum Laderaum und hole mein Fahrrad. Da ich aus dem Frachtraum komme, lande ich natürlich im abgesperrten Bereich, wo ich mein Fahrrad an den Zaun lehne und mein Handgepäck verstaue. Dabei spricht mich eine Frau über den Zaun hinweg (auf Deutsch) an und fragt mich nach dem Woher und Wohin. Schnell stellt sich heraus, dass sie und ihr Mann ihre E-Bikes seit Bergen an Bord der MS Richard With haben und weiter bis Stamsund fahren :) Hier soll es einen 3-tägigen Lofoten-Ausflug geben und dann per Hurtigrute wieder zurück nach Kristansund :huh: Dort beginnt die eigentliche 14-tägige Fahrradtour nach Oslo. Auf Nachfrage erläutert sie die ungewöhnliche Planung damit, dass sie unbedingt auf die Lofoten und die Mitternachtssonne erleben wollten :thumbup: Dabei erfahren sie sozusagen als Kollateralschaden (oder muss das jetzt Kollateralgewinn heißen?) auch das Hurtigrutenfeeling.
      Nach einem letzten Blick aufs Schiff fahre ich Richtung Innenstadt.



      Ich will zur Touristeninformation, um mich über die Abfahrtszeit und vor allem den Abfahrtsort meiner nächsten Fähre zu vergewissern. An der Stelle, wo sich jetzt der Hurtigrutenkai befindet, fuhr sie früher ab, was jetzt logischerweise nicht mehr funktioniert. Der Stadtplan, der an Bord verteilt wurde, zeigt noch den alten Zustand an, hilft also auch nicht wirklich weiter :S
      An der Touristeninformation angekommen (die nicht umgezogen ist), finde ich allerdings nur ein Schild im Fenster, dass Samstag und Sonntag geschlossen ist X/ Man könne sich im Internet informieren, das WLAN wäre kostenlos. Ich gehe mit meinem Smartphone auf die Suche, und finde tatsächlich das angekündigte Netz – das natürlich mit einem Passwort geschützt ist. Was soll mir das kostenlose WLAN so nützen :cursing: ?
      Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich meine ein Stück stadtauswärts vom Hurtigrutenkai noch einen anderen Fähranleger gesehen zu haben. Also schwinge ich mich wieder aufs Rad und fahre zurück. Tatsächlich sehe ich dort, am Ende der Straße inmitten einer großen Baustelle, ein großes Gebäude und eine Fähre liegen. Ich finde einen geschlossenen Fahrkartenschalter, viele wartende Passagiere und – nach langem Suchen – gegenüber der Toilette auch einen Abfahrtsplan :/ Meine im Internet recherchierte Zeit ist korrekt (und da hier der richtige Fahrplan hängt, gehe ich mal davon aus, dass auch das Terminal das richtige ist), so fahre ich wieder Richtung Stadt.
      Mein nächstes Ziel ist der Dom, den ich gegen 14 Uhr erreiche. Hier hat vegetationsmäßig der Frühling noch nicht wirklich begonnen, die Bäume haben gerade erst ein paar grüne Blattspitzen. Dafür ist das Licht im Dom heute richtig schön :rolleyes:



      Anschließend fahre ich zum Busbahnhof, wo ich tatsächlich WLAN-Zugang habe. Der Wetterbericht zeigt für die Überfahrt ein wenig Wind an, der später zunehmen soll. In der Nacht soll ein Sturmtief mit heftigen Niederschlägen durchziehen =O – danach ist Sonne, Sturm und Kälte für die ganze nächste Woche angesagt. Mal schauen, was die Realität dazu sagt :|
      Ich fahre weiter zum Sportboothafen, wo ich ein wenig die Sonne genieße ^^



      Dabei entdecke ich ein neues Verkehrsschild :whistle3:



      Eine der vielen Skulpturen „Uten Titel“ muss natürlich auch mit aufs Bild :mosking:



      Da morgen Sonntag ist, fahre ich noch einmal in die Stadt, um in Ruhe meine Vorräte aufzufüllen (und nebenbei die Toilette aufzusuchen). Anschließend fahre ich wieder zurück zum Sportboothafen, da ich Zeit genug habe, vor der Abfahrt meiner Fähre noch die Ausfahrt der MS Richard With zu beobachten.
      Das denke ich zumindest, denn auf einmal legt meine Fähre ab und fährt los =O – allerdings ohne die Heckklappe zu schließen :hmm: Da stimmt doch irgendetwas nicht. Kurz darauf nimmt eine andere Fähre ihren Platz am Kai ein.



      Ein paar Minuten später fährt dieses Schiff raus, und die MS Landegode legt wieder an :)
      Beinahe gleichzeitig legt die MS Richard With (pünktlich) ab und zieht langsam an mir vorbei, bevor sie in einem großen Bogen wendet :ilhr:



      Als ich mich wieder umdrehe, sehe ich zwei vollbepackte Fahrräder, die sich meinem Rad nähern und dahinter parken :hmmz: Die beiden Fahrer kommen ebenfalls zu dem Aussichtsplatz. Es handelt sich um ein Schweizer Ehepaar, die von zu Hause aus zum Nordkap und dann weiter über Finnland wieder zurück nach Hause wollen (es hat schon seine Vorteile, wenn man als Selbständiger seine Firma mit 55 Jahren verkaufen und dann davon leben kann :D ). Sie nehmen die gleiche Fähre wie ich, und so fahren wir kurz nach halb vier gemeinsam zum Terminal. Dort treffen wir auch einen weiteren Radfahrer – denjenigen, den ich bereits in Nesna getroffen und danach komplett aus den Augen verloren habe :)
      Wir dürfen gemeinsam mit den Fußgängern als erste an Bord. Es ist schon ein komisches Gefühl, mit dem Rad durch diese riesige Fähre zu fahren – wie ein Tunnel mit 8 Fahrspuren :/ Schließlich kommen wir aber vorne an und können unsere Räder abstellen.
      Die Überfahrt selber ist ziemlich ereignislos. Im Gegensatz zur Hurtigrute führt unsere Route westlich an Landegode vorbei, so dass ich den Landegodemannen einmal von der anderen Seite beobachten kann. Am Horizont taucht derweil bereits die weiße Lofotwand auf. Da es nur ein kleines Deck am Heck gibt, an dem man draußen stehen darf, halte ich mich lieber drinnen auf. Das Thermometer dort draußen zeigt auch nur noch 5° C an, vielleicht durch den Fahrtwind, vielleicht ist es auch kaputt. Gefühlsmäßig kommt es aber hin, zumal es sich pünktlich zur Abfahrt zugezogen hat :|



      Gegen 19:30 Uhr nähern wir uns Moskenes, das von der 824 Meter hohen Støvla überragt wird.



      Zum Campingplatz ist es jetzt nicht mehr weit. An der Anmeldung geht es etwas chaotisch zu, da für die ca. 2 Dutzend Leute, die einchecken wollen, nur ein Angestellter da ist :fie: Irgendwann ist das auch erledigt (wobei wir auch den Tagescode für den Zugang zu den Servicegebäuden erhalten), und ich gehe daran, ein windgeschütztes Plätzchen für mein Zelt zu finden. Zum Glück für mich haben die anderen Radfahrer bereits vor mir eingecheckt und einen Platz neben den Wohnmobilen, abseits der für Zelte vorgesehenen Wiese, gefunden. Ich versuche gerade, auch einen derartigen Platz für mich zu entdecken, als ein Angestellter des Campingplatzes vorbeikommt und uns hier wieder vertreibt :nono: Wir müssten aus Sicherheitsgründen 6 Meter Abstand vom nächsten Wohnmobil halten, und da das hier nicht funktioniert, müssten wir auf die Zeltwiese gehen. Da ich noch nicht angefangen habe, mein Zelt aufzubauen, ist der Umzug nicht ganz so umständlich wie für die anderen :S
      Nun heißt es aber, das Zelt im Wind aufzubauen und gleichzeitig gegen Sturm und heftigen Regen zu sichern :/ Nach einer halben Stunde ist das Zelt eingeräumt und gesichert; ich habe es extra auf einen etwas erhöhten Platz gestellt und gen Norden abgesichert. Nun kann ich nur abwarten, ob das reicht :hmm:
      Wir unterhalten uns noch ein wenig, bevor ich mich gegen 22 Uhr ins Zelt verabschiede, da es draußen langsam ein wenig frisch wird.

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    • Sonntag, 28. Mai 2017 – Tag 12 (Teil 1)

      Wo ist der versprochene Wind?

      Strecke: Moskenes – Ramberg, 45 km / Wetter: Heiter, 6° C, starker Wind aus N (14 m/sec)

      Ich lausche mit einem Ohr nach draußen. Es ist kaum etwas zu hören, schon gar nichts was sich nach Sturm oder Regen anhört :huh: Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass das Unwetter – wenn es denn eins gab – schon lange abgezogen sein muss, da es bereits nach 7 Uhr ist. Mit anderen Worten: ich habe tief und fest (ver-) schlafen :sleeping:
      Ich schaue vorsichtig aus dem Zelt und stelle fest, dass ich auf eine Wasserfläche schaue 8| War da nicht gestern Abend noch eine Wiese? Ich schaue genauer hin und stelle fest, dass große Teile der Wiese unter Wasser stehen :S Jetzt macht es sich bezahlt, dass ich meinen Platz gut ausgewählt habe, denn auch mein Vorzelt ist komplett trocken :thumbup:
      Ich stehe auf und stelle fest, dass die anderen Radler noch schlafen. Ich bin beinahe mit dem Frühstück (in der Küche des Campingplatzes) fertig, da stoßen die Schweizer zu mir. So wie es aussieht, haben sie den gleichen Tagesplan wie ich.
      Gegen 9:30 Uhr habe ich alles verpackt und suche mir einen Weg durch die Wasser- und Wiesen-Wüste zurück zum befestigten Weg :| Wenig später stehe ich am Moskenesvågen, dessen Ufer ich nun nach Südwesten folgen werde.



      Während ich der Straße folge, die regelrecht zwischen Meer und den Bergen eingeklemmt ist, geht ein Ort nahtlos in den nächsten über. Über Sørvågen und Tind erreiche ich schließlich Å :)





      Ich fahre durch einen kleinen Tunnel und stehe auf einem riesigen Parkplatz, der jetzt zum Glück weitgehend leer ist. Ich fahre zum anderen Ende und sehe noch ein Schild, dass hier ein Fuß- und Radweg weiter geht. Ich folge ihm noch ungefähr einen Kilometer und stehe an einem Aussichtspunkt :rolleyes: Weiter geht es nicht mehr, da er auf drei Seiten von Wasser umgeben ist.



      Ich fahre die gleiche Strecke wieder zurück (viele Alternativen habe ich hier ja auch nicht) und stehe ziemlich genau eine Stunde nach meinem Aufbruch wieder am Moskenesvågen ^^



      Die Wolken verziehen sich langsam aber sicher, und so erstrahlt das Meer – wie hier an der Seljevika – in strahlendem Blau :8o:



      Ein paar Meter weiter ist bereits die Brücke über den Djupfjord zu sehen, nach Nordosten erstreckt sich die Lofotwand bis zum Horizont :search_1:



      Natürlich muss ich auf der Brücke meinen nächsten Halt einlegen. Diese traumhafte Aussicht kann ich mir ja nicht entgehen lassen :imsohappy:



      Hinter der nächsten Kurve stehe ich an der Ramsvika. Wenn man genau hinschaut, sind schon die ersten Häuser von Reine zu erkennen.



      Ein paar Minuten später stehe ich oberhalb von Reine und blicke über den Reinevågen gen Norden :)



      Ich entscheide mich dagegen, in den Ort selber hineinzufahren, da ich hier eh keine Andenkenläden aufsuchen möchte. So lasse ich Reine rechts liegen.



      Jetzt beginnt das Inselhüpfen :whistle3: Ein wenig später stehe ich in Valen auf der Insel Andøya am Reinefjord und genieße die Aussicht in den Kjerkfjord und den Vorfjord.



      4 Inseln (und 5 Minuten) später stehe ich auf Litl-Toppøya und genieße noch einmal den Blick in den Reinefjord :8):



      Auf der nächsten Insel bekomme ich erst einmal einen Schrecken, als ich ein Verkehrsschild am Straßenrand sehe =O



      Erst auf den zweiten Blick sehe ich, dass die Brücke nur nachts gesperrt ist – aber immerhin nicht komplett ;)


      Fortsetzung folgt

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:
    • Sonntag, 28. Mai 2017 – Tag 12 (Teil 2)

      Wo ist der versprochene Wind? (Fortsetzung)

      Es ist jetzt bald 12 Uhr – der Wetterbericht hat recht gehabt, was den Regen heute Nacht und die Sonne jetzt angeht. Nur der Wind hat sich bisher sehr zurückgehalten. Meist ist es windstill, höchstens mal eine leichte Brise sorgt für Abkühlung :) Trotz einer Lufttemperatur von 5 oder 6 Grad ist es in der Sonne so warm, dass ich die Jacke schon längst gegen meine Weste getauscht habe :8):
      Auch auf der einspurigen und mit einer Ampel versehenen Brücke nach Hamnøya wird mir eher zu warm als zu frisch.
      Dieser Ort liegt ebenfalls traumhaft in einer kleinen Bucht am Ostende des Reinefjord :rolleyes: Leider gibt es hier keinen Rastplatz für meine Mittagspause (dafür ist hier aber wirklich kein Platz mehr).



      Unmittelbar hinter dem Ort „darf“ ich wieder der alten Straße am Meer entlang folgen, der motorisierte Verkehr wird durch einen Tunnel abgeleitet :thumbsup:



      Gut 20 Minuten später erreiche ich einen (im Rahmen der „Nasjonalen Turistveg Lofoten“ modern ausgebauten) Rastplatz oberhalb des Akkarvika. Da auf den modernisierten Rastplätzen Beton auch bei den Sitzbänken vorherrscht ;( , bin ich sehr froh über meine Sitzunterlage, durch die das ganze erträglich wird. Schließlich möchte ich ja nicht im Stehen essen :/



      Nach dem Mittagessen laufe ich noch ein paar Schritte Richtung Meer, da sich hier wieder eine Skulptur befindet. Der Weg teilt sich aber so oft, dass ich nach einer guten Viertelstunde aufgebe, die Skulptur zu suchen :search_1: Das ist auch nicht ganz so schlimm, da ich sie vor ein paar Jahren schon einmal gesehen habe. Statt dessen genieße ich lieber die Aussicht zurück nach Süden und auf ein Schneehuhn, das mir unauffällig folgt :whistle3:



      Weiter geht die Fahrt nach Osten, bis ich auf einmal einen heftigen Schlag verspüre =O Ich bremse instinktiv ab und stehe kurz darauf mit beiden Füßen auf dem Boden – aber nicht fest, denn der Wind fegt hier so heftig um die Felskante, dass ich mich richtig dagegen anlehnen muss, um nicht umgeweht zu werden :wacko1: Das funktioniert allerdings auch nur 2 Sekunden lang, bis die nächste Böe kommt. Ich steige vorsichtig ab, denn an fahren ist hier beim besten Willen nicht zu denken. Ich schiebe mein Rad vorsichtig ca. 100 Meter weiter, bis ich die Kurve passiert habe und der Wind nun stetig von vorne bläst :fie: Jetzt hat mich wirklich der angekündigte Wind eingeholt (nein, das stimmt nicht: Er ist im Gegenteil sehr entgegenkommend :mosking: ). Ein Blick auf die Karte sagt mir, dass ich noch knapp 15 Kilometer bis zu meinem geplanten Tagesziel vor mir habe, davon 14 genau gegen den Wind :hmm:
      Ein Blick aufs Meer zeigt, dass ich es schon hätte ahnen können; im Gegensatz zu vorher zeigen sich jetzt überall kleine weiße Schaumkronen.



      Ich fahre jetzt ganz langsam, immer auf die Windböen achtend, gen Norden. Es ist schon merkwürdig, auf ebener Strecke bergauf zu fahren – aber immer noch besser als schieben :) Beim Überqueren des Kåkersundes bleibt mir aber gar nichts anderes übrig, da der Wind nun schräg von der Seite kommt. Jedes entgegenkommende Auto würde mich unweigerlich nach links ziehen und damit in den Gegenverkehr. Das Risiko will ich lieber nicht eingehen :(



      Ich habe jetzt Flakstadøya erreicht und damit schon einmal die Insel, auf der ich auch übernachten will. Damit bleiben mir schon einmal weitere Brücken erspart.
      Auch wenn es mühsam ist, versuche ich dennoch die grandiose Landschaft zu genießen :8o:



      Als ich den Abzweig nach Fredvang erreiche, wendet sich die Straße für einen Kilometer nach Osten. Jetzt habe ich den Wind voll von der linken Seite. Ich muss jetzt einfach darauf hoffen, dass mich keine LKW oder Wohnmobile überholen, denn dann wird es gefährlich. Gegenverkehr kann ich ja zum Glück vorher erkennen und entsprechend darauf reagieren.

      Zur Erklärung für die Nicht-Radfahrer: Um das Gleichgewicht halten zu können, muss ich mich gegen den Wind anlehnen. Ich fahre also in einer Schräglage von ca. 20 – 30 Grad, je nach Windstärke . Wenn ein Pkw vorbeifährt, ändert sich daran nicht allzu viel, sofern der Sicherheitsabstand gewahrt wird. Der Wind weht einfach über das Fahrzeug hinweg. Bei einem hohen Fahrzeug gerate ich allerdings ganz plötzlich in den Windschatten und damit ist es schlagartig windstill. Da ich ja schräg fahre, macht das Rad unvermittelt einen Satz nach links. Wenn ich nicht sofort reagiere, befinde ich mich innerhalb von 1 – 2 Sekunden auf der Gegenfahrbahn und damit im überholenden bzw. entgegenkommenden Fahrzeug. daher ist hier höchste Vorsicht angesagt.
      Leider kann ich bei dem Wind auch nicht hören, ob sich von hinten ein Fahrzeug nähert. Ich kann nur hoffen, dass es sich rechtzeitig bemerkbar macht.

      Bei zwei entgegenkommenden Wohnmobilen halte ich vorher an, wobei ich mich auch im Stehen immer in der Mitte meiner Fahrspur aufhalte, da will ich kein Risiko eingehen. Ich habe beinahe den Fuß des Stortinden und damit den Knick nach Norden erreicht, als mich doch unerwartet ein Lkw überholt ;( Zum Glück bin ich darauf vorbereitet und fange mich nach der Schrecksekunde gerade noch rechtzeitig ab und bleibe ca. einen halben Meter vor dem Hinterreifen quer auf der Fahrbahn stehen :| Der Pkw dahinter hat zum Glück viel Abstand gehalten und bleibt noch rechtzeitig stehen, so dass ich mich kurz sammeln kann, bevor ich absteige und zum Fahrbahnrand schiebe :S
      Nun brauche ich doch ein wenig Erholung, und so beschließe ich noch ein kurzes Stück mit Rückenwind zu fahren. Das bietet sich insofern an, da ich kurz vor dem Abzweig zur nächsten Skulptur stehe. Die Straße geht genau gen Süden und auf einem knappen Kilometer 30 Höhenmeter bergauf, so dass ich mich bei der Rückfahrt ein wenig leichter tun sollte.
      Der Wind treibt mich mit ganz leichter Unterstützung meinerseits nach oben :) , und so stehe ich bald darauf an der Skulptur Epitaph, im Hintergrund der Sau- und der Bjørntinden (bevor hier jemand falsche Assoziationen hat: Das norwegische Wort Sau heißt Schaf auf Deutsch :laugh1: ).



      Nun fahre ich wieder gen Norden. Ich versuche bergab Anlauf für die restlichen zwei Kilometer nach Ramberg zu nehmen, aber dafür ist der Wind doch zu stark :|
      Gegen 15:40 Uhr erreiche ich ein wenig erschöpft den Campingplatz. Leider gibt es hier kein windgeschütztes Plätzchen, aber ich schaffe es trotzdem, mein Zelt stabil aufzubauen (auch wenn der Wind ungehindert vom Meer kommt).
      Ein wenig später trudeln auch die anderen Radfahrer ein, die mit mir von Bodø aus übergesetzt haben. Bald darauf kommt überraschenderweise auch des Ehepaar, das mich beim Aussteigen in Bodø angesprochen hat :huh: Zum Glück ist der Aufenthaltsraum ziemlich groß, so dass wir jeder unser Abendessen kochen und Platz genug haben, uns auszubreiten.
      Wir sitzen am Abend noch lange zusammen (aber nicht bis zum Sonnenuntergang :D ). Als ich gegen 22:30 Uhr ins Bett gehe, zeigt das Thermometer in der Sonne (aber auch im Wind) noch eine Temperatur von 3°C an. Im Zelt ist es ein wenig wärmer, aber der Wind kühlt die Temperatur gerade so ab, dass es für mich sehr angenehm ist. Ich lasse mich vom Wind sanft in den Schlaf schaukeln und schlafe auch sehr rasch ein :sleeping:

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:
    • Nun habe ich mich durch Deinen äußerst interessanten Reisebericht gelesen und sage Dir dafür und ebenso für die wunderschönen Bilder herzlichen Dank! :)
      Was Radfahrern im Wind (und plötzlich ohne) geschieht, vermögen die Autofahrer mangels Kenntnis/Eigenerfahrung meist gar nicht nachzuvollziehen 8|
      :) Grüße, Bavaria

      Grüße, Bavaria
    • @Bavaria58
      Das ist auch ein Grund, weswegen ich das hier recht ausführlich dargestellt habe (neben der besseren Nachvollziehbarkeit meiner Erlebnisse).
      Vielleicht nimmt ja der eine oder andere Leser diese Schilderung als Anregung, künftig bei Wind besonders aufzupassen, wenn er einen Radfahrer überholt :)

      Viele Grüße
      Noschwefi

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:
    • Vielen Dank für die wundervollen Bilder von der Umgebumg von Å und Reine.
      Dort hatten wir letztes Jahr genau solch ein tolles Wetter. Aber kaum wieder gen Nordwesten Richtung Fredvang, wo unser Campingplatz war, waren wir wieder im dicken bodentiefen Nebel. Aber dieser Gegensatz war auch mal ein Erlebnis der besonderen Art.
      Freue mich auf die nächsten Etappen.
      Liebe Grüße
      little.point Claudia

      :ilhr:

      Meine Reiseberichte: siehe Profil
    • Montag, 29. Mai 2017 – Tag 13 (Teil 1)

      Endlich Winter

      Strecke: Ramberg – Unstad, 55 km / Wetter: Schnee- und Graupelschauer, 4° C, leichter Wind aus N

      Irgendetwas fehlt :/ Ich lausche erneut – und tatsächlich: der Wind pfeift gar nicht mehr ums Zelt :) Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass es schon halb sieben ist – Zeit zum Aufstehen. Die Sonne hat ihren Platz geräumt, den die Wolken auch bereitwillig eingenommen haben, aber immerhin haben sie den Regen weggesperrt :huh:
      Ich krabbel aus dem Zelt und sehe die Schweizer schon beinahe fertig zum Aufbruch, die anderen Radfahrer schlafen noch. Ich gehe erst einmal gemütlich frühstücken, schließlich steht mein erstes Tagesziel mitsamt Uhrzeit bereits fest: Der ein paar hundert Meter entfernte Supermarkt öffnet um 9 Uhr :D Und da es der einzige ist, an dem ich bis morgen Mittag vorbeikomme, sollte ich dort noch vorbeischauen, auch wenn ich dafür erst einmal in die falsche Richtung fahren muss.
      Als ich mein Fahrrad schließlich bepackt habe, habe ich noch Zeit ein paar Minuten zum Strand zu gehen.



      Kurz vor 9 Uhr stehe ich vor dem Supermarkt und kann auch tatsächlich schon reingehen. Anscheinend kommen hier immer wieder Touristen vorbei, wenn ich mir das Angebot betrachte :whistling:



      Am Ortsende habe ich noch einmal einen schönen Rückblick über den Ort hinweg in die Berge. Auf der anderen Seite der Sandbukta kann ich die Häuser von Fredvang erkennen.



      Nun fahre ich erst einmal gegen den gar nicht mit dem Vortag zu vergleichenden Wind, bis ich nach Osten abbiege. Kurze Zeit später wähle ich die durch den Ort Flakstad führende Nebenstraße mit schönem Blick auf die Kirche ^^



      Nun muss ich den Flakstadpollen umfahren, der immer wieder andere schöne Aussichten bietet. Auch die Schneeschauer, die vom Meer her hereinziehen, fügen sich recht harmonisch ins Bild :mosking:



      Am Ausgang des Flakstadpollen sehe ich gegenüber Flakstad liegen – Luftlinie einen knappen Kilometer entfernt, auf der Straße fast 8 :S



      In Vareid verlasse ich den Vareidsundet landeinwärts. Nur ein paar hundert Meter weiter bietet sich am Storvatnet ein völlig verändertes Bild :huh:



      In Nappskaret, dem kleinen Pass, den ich überqueren muss, bietet sich ein schöner Blick auf den Nappstraumen.



      Nun kommt der unangenehmste Abschnitt für heute: Die Unterquerung des Nappstraumen. Der knapp 2 Kilometer lange Tunnel geht erst einmal 90 Meter runter (und auf der anderen Seite logischerweise auch wieder rauf). Ich bin kurz vor dem Tunnelausgang, als es auf einmal nass wird :/ Dabei handelt es sich aber nicht um eine undichte Stelle im Tunnel, sondern ein Graupelschauer versucht, den Tunnel unter Wasser zu setzen. Das klappt natürlich nicht so ganz, aber ich warte trotzdem ein paar Minuten, bis er die Versuche aufgibt. Schließlich gibt es hier auf Offersøya einen wunderschönen Rastplatz mit Blick aufs Meer, an dem ich Mittagspause machen möchte – und da ich dabei draußen im Wind sitzen will (und muss), möchte ich dabei nicht durchnässt sein :|
      Fünf Minuten später stehe ich an dem Rastplatz – oder genauer gesagt an einem großen Baustellenschild, das eine Neukonstruktion dieses Rastplatzes ankündigt 8| So bleibt mir nichts anderes übrig, als meine Mittagspause im Stehen zu verbringen. Zumindest kann ich dabei die Aussicht noch besser als im Sitzen genießen.



      Ich bin kaum mit dem Essen fertig, da kommt auch schon der nächste Schneeschauer über den Berg gestürmt X/ Ich packe schnell zusammen und suche die (zum Glück nicht gesperrte) Toilette auf. Anschließend kann ich ohne Feuchtigkeitszufuhr von oben weiterfahren.
      Ein paar Minuten später verlasse ich die E10 und weiche auf eine Nebenstraße aus, die mich weiter nach Nordosten führt. Eigentlich wollte ich von dieser Straße aus noch einen Abzweig nach Vik und weiter nach Utakleiv machen, aber bei dem Wetter macht dieser Umweg nicht wirklich Sinn, zumal ich den gleichen Weg auch wieder zurückfahren müsste :( So fahre ich geradeaus weiter und komme nach 6 Kilometern wieder auf die E10, die zwischenzeitlich einen Schlenker nach Süden und durch Leknes gemacht hat. Die weitere Fahrt gestaltet sich sehr angenehm, da ich einem gut ausgebauten Radweg folgen kann :thumbsup:
      In Farstad passiere ich ein interessantes Gebäude, das sich erst auf den zweiten Blick als Schule herausstellt :8):



      Bald darauf endet leider der Radweg und ich muss der recht viel befahrenen E10 noch für ungefähr 5 Kilometer folgen :wacko1:
      Danach wird es wieder ruhiger, da ich erneut auf eine Nebenstraße abbiege – eine 10 Kilometer lange Sackgasse, leider führt sie weitgehend gegen den Wind.
      Ich überwinde einen kleinen Pass (mit Tunnel auf der Passhöhe) und habe am Tunnelausgang einen schönen Blick auf den Mærvollspollen, aber auch auf den Pass, den ich als nächstes überwinden darf =O



      Nach der Abfahrt mache ich in Saupstad noch eine kleine Verschnaufpause und genieße den Rückblick auf den fast 1000 Meter hohen Himmeltindan, bevor ich den letzten Pass für heute in Angriff nehme.



      Bald ist der auch überwunden (wieder mit einem Tunnel auf der Passhöhe) und ich blicke auf mein Tagesziel: Unstad.



      Zehn Minuten später habe ich auch den Campingplatz gefunden. Er ist der mit der besten Ausstattung auf meiner Tour, aber auch der mit Abstand teuerste 8|
      Ich baue mein Zelt auf und hoffe auf besseres Wetter, denn diesen Abstecher habe ich aus einem ganz bestimmten Grund gemacht :/


      Fortsetzung folgt

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:
    • Montag, 29. Mai 2017 – Tag 13 (Teil 2)

      Endlich Winter (Fortsetzung)

      Während ich mir gerade das Abendessen zubereite, wird es auf einmal hell in der Küche – da scheint doch tatsächlich die Sonne kurz durch die Wolken :8o: ! Der Wetterbericht hat also mal wieder recht gehabt – die Sonne gibt ein kurzes Intermezzo :thumbup: Mitternachtssonne soll es aber nicht geben, gegen 23 Uhr soll es wieder zuziehen und dann kommen auch schon wieder die nächsten Schauer.
      Ich unterhalte mich noch ein wenig mit der Fernradlerin (Nordkap – Schottland – Gibraltar in 5 Monaten), die auch hier Unterschlupf gesucht hat. Sie hat am Nordkap angefangen – oder genauer in Honningsvåg . Weiter kam sie erst mal nicht, da das komplette Plateau wegen Neuschnee und Schneeverwehungen gesperrt war :wacko1: Nach einer Woche kam sie zumindest mit dem Bus hin. Was sie mir dann über die Pass-Straßen im Norden erzählt hat, klingt nicht gerade sehr ermutigend für meine geplante Strecke: ab ca. 150 Meter Seehöhe geschlossene Schneedecke :fie: 1 – 2 Meter hohe Schneewälle an den Seiten X/ Die Straßen waren aber zumindest frei. Noch habe ich ja ein paar Tage bis dahin. Bis Alta habe ich ein paar vergleichbare Pässe hinter mich gebracht, dann kann ich meine Planung ggf. überarbeiten :hmm: Das bestätigt aber nur die Aussage, die ich schon oft gehört habe: Der Frühling ist dieses Jahr 4 – 6 Wochen zu spät dran :(

      Nun genieße ich aber erst einmal das jetzige Wetter. Es ist zwar immer noch kalt, aber der Wind hat fast ganz aufgehört. So schwinge ich mich auf mein Rad und fahre nach Norden hinaus aus dem Ort :)
      Dort beginnt der knapp 7 Kilometer lange Wanderweg nach Eggum. Schön, dass der interessanteste Teil direkt vor mir liegt, so kann ich unterwegs entscheiden, wann ich umkehre.
      Gegen 19:30 Uhr laufe ich los und habe 20 Minuten später schon ein wenig Höhe gewonnen – für einen Küstenwanderweg sogar sehr viel :whistling:



      Eine weitere halbe Stunde später mit einer teils abenteuerlichen Wegführung habe ich die Kleivheia erreicht.
      Dort befindet sich ein kleines Leuchtfeuer, zu dem man hinabsteigen kann.



      Ich gehe noch eine halbe Stunde weiter. Am Horizont sind sogar die Vesterålen zu erkennen. Jetzt wird der Weg aber mehr oder weniger langweilig, da er zum Strand führt und dort weitergeht :| Da ich eh nicht den ganzen Weg gehen möchte, kehre ich um, zumal es hier noch matschiger wird wie auf der bisherigen Wegstrecke :huh:
      Zurück kommt mir der Weg noch steiler und unwegsamer vor als auf dem Hinweg (wenn man genau hinschaut, sieht man den Weg links oben parallel zum Bildrand weitergehen) :whistling:



      Neben schönen Ausblicken gibt es hier Schafe im Überfluss :mosking:



      Die Stimmung wirkt durch die Licht- und Schattenspiele richtig unwirklich :rolleyes:



      Bald passiere ich Kleivneset, und der Friedhof sowie die Bootshäuser von Unstad werden sichtbar :ui:



      Langsam nähere ich mich wieder meinem Ausgangspunkt.



      Am Norddalselva erreiche ich wieder mein Fahrrad.



      Am Horizont ziehen sich schon die Wolken wieder zusammen, aber ein Ausflug zu den Bootshäusern muss noch drin sein :D



      Zurück am Campingplatz wärme ich mich noch ein wenig im Aufenthaltsraum auf, bevor ich mein Zelt aufsuche ||

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:
    • Dienstag, 30. Mai 2017 – Tag 14

      Der Winter setzt sich fest

      Strecke: Unstad – Kongsjord, 48 km / Wetter: Schnee- und Graupelschauer, 3° C, leichter Wind aus NW

      Beim Aufstehen gibt es erst einmal eine Überraschung =O Ich habe ja damit gerechnet, dass es kalt und feucht ist und dass die Sonne sich versteckt – aber dass hier auf Meereshöhe der Schnee liegen bleibt 8| – damit habe ich nicht unbedingt gerechnet. Gut dass ich (zumindest leichte) Handschuhe mitgenommen habe, heute werde ich sie bereits beim Abbau des Zeltes gebrauchen können :/



      Gegen 9 Uhr fahre ich los, nachdem ich mir meine klammen Finger noch einmal in der Küche aufgewärmt habe. 15 Minuten später habe ich den ersten Tunnel bereits passiert und genieße den Ausblick über den Mærvollspollen :)
      Im Vergleich zu gestern hat der Himmeltindan noch ein wenig an Neuschnee zugelegt.



      Ein paar Meter weiter sehe ich das wohl am höchsten gelegene Trockenfischgestell auf den Lofoten :mosking: – rund 80 Meter über dem Meer :whistling:



      Ich frage mich, wie und vor allem warum der Besitzer die Fische hier herauf transportiert hat :fie:
      Am Ausgang vom zweiten Tunnel stellt sich mir die nächste Frage, nämlich ob hier bereits viele Steine abgebrochen sind oder ob das Portal nicht richtig in den Berge eingefügt worden ist :whistle3:



      Als ich den Ostadvatnet erreiche, zeigt sich tatsächlich eine Lücke in den Wolken.



      Bald darauf erreiche ich wieder die E10, der ich nun nach Südwesten folge. Eine Stunde später bin ich in Leknes, wo ich endlich wieder meine Vorräte auffüllen kann.
      Ich verlasse den Ort nach Osten über die Straße 815, die ich aber bald wieder gen Süden verlasse. Da das Wetter trocken ist, nehme ich den als Radwanderweg ausgeschilderten Umweg :)
      In Elvhaugen habe ich einen schönen Blick über den Fyglsjøen und Leknes hinweg auf die Berge von Flakstadøya.



      In Bergselva mäandert der gleichnamige Fluss (oder eher Bach) dem Bergspollen entgegen :rolleyes:



      Hinter Ramsvik geht die Straße wieder ordentlich bergauf. Dadurch habe ich die Gelegenheit, den Buksnesfjord mit seiner ganzen Inselwelt im Überblick zu sehen :thumbup:



      Im Anschluss an den Pass folge ich dem Storfjord nach Norden bis zum gleichnamigen Ort. Hier stoße ich wieder auf die Straße 815. Eigentlich wollte ich die nächste Straße wieder rechts abbiegen und den Umweg über Stamsund nehmen, aber es zieht sich schon wieder zu :( So erreiche ich ein paar hundert Meter weiter bereits den nächsten Fjord, den Skifjord.



      Nicht lange, und ich folge dem Rolvsfjord nach Norden. Jetzt haben mich auch die Schneeschauer wieder fast erreicht :|


      Gut, dass es nicht mehr weit ist zu meinem Tagesziel, Brustranda Sjøcamping in Kongsjord. Bei der Ankunft scheint noch die Sonne.



      Die Rezeption ist leider geschlossen, aber per Telefon erreiche ich den Besitzer. Er verspricht, in 15 Minuten da zu sein, leider wird fast eine ganze Stunde daraus :( In der Zeit schaffen es immerhin 4 Schneeschauer, durchzuziehen.
      Ich nehme mir eine Hütte, da die Zeltwiese komplett durchgeweicht ist (und es sicher auch nicht schaden kann, einen Abend im Warmen zu verbringen).

      Nach dem Abendessen mache ich noch einmal einen Rundgang über das Gelände. Hierbei entdecke ich neben einer schönen Spiegelung auch ein etwas merkwürdiges Gartengerät ?(



      Da der nächste Schauer naht, verziehe ich mich wieder in meine Hütte. Später, gegen 22 Uhr, erlebe ich auf dem Weg zum Waschraum noch eine Überraschung: Der letzte Schauer hat die Berge weiß gepudert 8|



      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Noschwefi“ ()

    • Oh, solch wunderbare Spiegelbilder, schöööön!
      Bei den meisten Deiner Fotos habe ich den Eindruck, noch nie auf den Lofoten gewesen zu sein
      Das liegt wohl zum Teil auch daran, dass Du im Gegensatz zu uns, alte Straßen nehmen konntest.
      Bin gespannt, wie' s weiter geht.
      Liebe Grüße
      little.point Claudia

      :ilhr:

      Meine Reiseberichte: siehe Profil
    • @little.point
      Alte Straßen habe ich nur im Zusammenhang mit Tunnelumfahrungen nutzen dürfen.
      Ich habe mich aber bemüht (sofern möglich) wenig befahrene, teils auch enge Straßen zu nehmen.
      Mein großer Vorteil als Fahrradfahrer war es aber neben dem langsameren Tempo, mein Fahrzeug mal eben am Fahrbahnrand abstellen zu können ;)
      Durch ersteres habe ich bestimmt deutlich mehr mitbekommen als es im Auto möglich gewesen wäre und durch das zweite konnte ich es auch oft noch mit der Kamera festhalten :)
      Aber schön, wenn Du durch die Fotos auch noch weitere Ecken (fürs Wiederkommen) entdecken kannst ^^

      Viele Grüße
      Noschwefi

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2: