Immer wieder Winter – mit Fahrrad und (Hurtigruten-) Schiff von Trondheim zur russischen Grenze

    • Teilstrecke
    • Mittwoch, 14.Juni 2017 – Tag 29 (Teil 1)

      Viel Wasser, viel Schnee und ein temporärer See

      Strecke: am Eidelva – Bognelv, 64 km / Wetter: weitgehend sonnig, 14° C, leichter Wind aus N

      Es ist absolut still :/ Kein Vogel, kein Wasserrauschen, kein Blatt das sich im Wind bewegt – ich wage gar nicht, mich zu bewegen, um die Stille nicht zu zerstören. Irgendwann muss ich es aber doch, denn die Blase will nicht länger warten X/ Ich mache das Zelt auf und sehe viel Weiß 8| Zum Glück nicht auf dem Zelt, aber der Himmel ist komplett wolkenverhangen. Oder genauer: Viele weiße Wolken ziehen relativ rasch in mehreren Ebenen über mich weg – aber blau ist nicht zu sehen.
      Es ist zwar noch vor 6 Uhr, aber ich stehe trotzdem auf. Ich will keinesfalls auf dem Pass in den Wolken hängen, falls sie noch tiefer kommen. Außerdem finde ich es angenehmer, den Pass nicht in der prallen Sonne bezwingen zu müssen :)
      Gegen 7:30 Uhr habe ich mein Fahrrad teil-bepackt. Mit meinem vollständigen Gepäck würde ich es wohl nicht den Hang hinauf geschoben bekommen (leider gibt es auch jetzt keinen Weg :( ). Zum Glück reichen aber zwei Gänge, und ich befestige mein restliches Gepäck auf der Straße.
      Zehn Minuten später geht es weiter – natürlich bergauf :S Als ich mich dem Tverrelva nähere, der vom über 1.100 Meter hohen Storbukttinden herunterschießt (und den ich schon von weitem höre), passiere ich anscheinend auch die Wetterscheide, denn der blaue Himmel gewinnt nun gegen das bisher vorherrschende Weiß ;)



      Dafür beginnt jetzt die Vorherrschaft des Weiß am Boden :|



      Nach einer guten Stunde habe ich es dann geschafft – der höchste Punkt ist im tiefsten Winter erreicht :thumbup:



      Wenig später öffnet sich der Blick gen Osten über den Kvænangen hinweg. Genau geradeaus ist sogar schon der Lille Altafjord zu erkennen, den ich am Nachmittag passieren werde.



      Im Rückblick sehe ich eine menschenleere, einsame Winterlandschaft :rolleyes:



      Einige Minuten später erreiche ich einen kleinen Rastplatz. Es wird Zeit für das zweite Frühstück, bei dem ich die grandiose Aussicht über den Kvænangen, aber auch auf den Kvænangstindan genieße. Auch wenn die höchsten Spitzen noch in den Wolken stecken, ist er sehr eindrucksvoll anzusehen ^^



      Nun beginnt die lange Abfahrt. Ich bin froh, dass ich heute daran gedacht habe die Handschuhe draußen zu lassen :D Zehn Minuten und rund 6 Kilometer später geht es aber auch schon wieder bergauf. Beim Wegpacken der Handschuhe genieße ich noch einmal den Blick zurück.



      Weiter geht es nach Sørstraumen, immer am Kvænangen entlang.



      Hier darf ich endlich mal wieder shoppen gehen, bevor es weiter zur Brücke über den Sørstraumen geht.



      Auf der Brücke ist nicht nur die Aussicht, sondern auch die Strömung beeindruckend :8o:



      Ich folge jetzt dem Badderfjord (dem Südende des Kvænangen) nach Osten, später nach Norden.




      Fortsetzung folgt

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:
    • Mittwoch, 14.Juni 2017 – Tag 29 (Teil 2)

      Viel Wasser, viel Schnee und ein temporärer See (Fortsetzung)

      In Undereidet verlässt die Straße den Fjord. Neben einem schönen Rückblick sehe ich auch den Hinweis auf gemischtes Wild :whistling:



      Am 270 Meter hoch gelegenen Baddereidet finde ich – beinahe wie erwartet – wieder mal eine Winterlandschaft vor :/



      Die Straße führt erst steil, dann ziemlich sanft bergab.
      Am Pekkamyra treiben sich sehr viele Rentiere rum. Bei einigen überwiegt ab und zu die Neugier gegenüber dem Drang zu futtern ^^



      Auf der anderen Seite der Straße spiegeln sich die Berge in einem temporären See – das Schmelzwasser hat das Moor weiträumig überflutet 8|



      Zum Glück haben die Mücken das noch nicht mitbekommen, so kann ich ohne weitere Belästigung meinen Weg fortsetzen :mosking: Bald darauf überquere ich den schmelzwassergeplagten Storelva, dem ich bis nach Burfjord am Burfjord folge.



      Selbiger führt mich nun ein paar Kilometer nach Norden, wieder mit ständigem Panoramablick :rolleyes:



      In Storeng habe ich noch einmal einen schönen Rückblick über den Kvænangen zum Kvænangstindan, bevor ich eine Landzunge überquere.



      Jetzt passiere ich für einige hundert Meter das Südufer des Lille Altafjord, bevor die Straße landeinwärts in den Alteidet führt.
      Nach rund 4 Kilometern überquere ich meine letzte Fylkegrenze. Die Finnmark erwartet mich natürlich (auch auf 80 Meter Höhe) mit Schnee :|



      Ein paar Meter weiter habe ich einen ersten Blick auf den Langfjord.



      Nun noch ein paar Kilometer, und ich habe mein Tagesziel, Altafjord Camping, erreicht. Trotz des Namens liegt der Campingplatz weder am kleinen noch am großen Altafjord (aber immerhin dazwischen :whistle3: ).
      Ich bin zwar erst drei Tage seit Tromsø unterwegs, aber da für die Nacht und den nächsten Tag Regen angesagt ist (kaum zu glauben), nehme ich eine Hütte für zwei Nächte. Auch dieses Jahr erhalte ich einen Spezialpreis, gegen den ich mich natürlich nicht wehre :) Bezahlen soll ich ruhig am nächsten Tag, da das Kartenlesegerät noch neu konfiguriert werden muss.
      So gehe ich erst mal meine Sachen in die Hütte räumen und duschen, bevor ich mich ein wenig am Langfjord umschaue.



      Gegen 22:30 Uhr, zu Beginn der goldenen Stunde, drehe ich noch einmal eine Runde. Kaum zu glauben, dass es am nächsten Tag hier Wolken oder gar Regen geben könnte :hmm:


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:
    • @Noschwefi
      Da bleibt einem ja der Mund offen stehen beim Anblick dieser Bilder: unglaubliche Spiegelungen und glasklare Luft.
      Konntest du dich von den Anblicken eigentlich trennen?
      Und wenn ich bedenke, wie lange du schon unterwegs warst! Waren deine Augen, dein Kopf, all deine Sinne eigentlich noch aufnahmefähig?
      Auch wenn du mal einen Ruhetag eingelegt hattest, warst du doch weiter aktiv! Einfach toll! Für dich sicher unvergeßlich.
      Und danke, daß du uns an dieser Reise teilhaben läßt.
      Bin auf die Fortsetzung und natürlich das Ende gespannt. Wie hast du dich da wohl gefühlt?
      Ganz liebe Grüße von
      Trollebo
    • Donnerstag, 15.Juni 2017 – Tag 30

      Ein Langzeitparkplatz und eine besondere Quelle

      Strecke: Ruhetag in Bognelv, 10 km / Wetter: bedeckt, meist leichter Regen, 11° C

      Ich habe die Augen noch zu, aber ich höre etwas :huh: Es hört sich an wie Regen auf einem Dach. Das muss ich also träumen, schließlich schlafe ich ja im Zelt ?( Als ich zur Uhr greifen will, landet meine Hand statt auf dem Zeltboden an einer Holzwand X/ – stimmt, ich bin ja in einer Hütte :patsch: Also wird das mit dem Regen auch stimmen. Also kann ich mich auch noch einmal umdrehen und weiterschlafen :sleeping:
      Irgendwann mache ich die Augen dann doch auf, und die Uhr zeigt mir deutlich nach 7 Uhr an – aber heute steht ja eh nichts besonderes an außer der Planung meiner weiteren Strecke.
      Also erst einmal frühstücken und dabei die Karten auspacken :)
      Ich bin – nach meinem Ruhetag – drei Tage hinter meinem Zeitplan. Das ist ja nicht weiter schlimm, da ich die Fjelldurchquerungen im Osten eh schon abgehakt habe. Vier volle Tage im Schnee? Und dann noch einmal zwei? Das muss nun wirklich nicht sein :fie: Schließlich muss ich mein Zelt ja dann auch im Schnee aufbauen, und viel anderes wird dann auch nicht zu sehen sein :nono: Also werde ich mit der Hurtigrute auch nicht nach Kjøllefjord fahren – wie ursprünglich geplant – sondern bis Berlevåg . Dann habe ich zwar auch eine Fjell-Überquerung, aber weitgehend folge ich der Küste. Ich plane einmal meine Fahrt bis Tana im Detail; für die restlichen Tage skizziere ich mehrere Alternativen. Erst mal schauen, wie das Wetter im Osten ist :hmm:
      Planen macht hungrig, und so wird es auch schon Zeit fürs Mittagessen (gut dass ich gestern Vorrat für 2½ Tage eingekauft habe) :essen: Da es danach ein wenig aufklart (und auch nicht mehr regnet) laufe ich die zwei Kilometer nach Langfjordbotn :locomotive:
      Am Wasser ist es schon richtig schön grün, aber nur ein paar Meter oberhalb hat der Frühling noch nicht begonnen. So entdecke ich auch den versteckten Langzeitparkplatz 8| Die Büsche auf der rechten Seite sind erst gewachsen, als das Auto bereits da stand, dienen also im Sommer als perfekter Sichtschutz :mosking:



      Kaum bin ich nach einer knappen Stunde wieder zurück, fängt es natürlich auch wieder an zu regnen.
      Wiederum 3 Stunden später gehe ich dann meine Hütte bezahlen und entdecke dabei ein Hinweisschild zum „Bubbelen“. Ich kenne bereits so eine Spring-Quelle weiter im Süden. Anscheinend ist dies auch so ein verstecktes Juwel :/ Ich lasse mir den Weg beschreiben (5 Kilometer Anfahrt ins Bognelvdalen und dann an einem kleinen Parkplatz dem Schild steil den Berg rauf folgen).
      Da es halbwegs trocken aussieht und ich noch ein wenig Bewegung vertragen kann, setze ich mich aufs Rad und fahre hin. Der Weg und auch das Schild sind nicht schwer zu finden.



      Nach einer weiteren guten Viertelstunde sind die rund 100 Höhenmeter überwunden, und der Anblick (und auch der Anhör oder wie das heißt :whistle3: ) sind grandios.



      Das Wasser schießt als vollständiger Fluss aus dem Boden 8| Es kommt sogar so viel Wasser, dass es noch einen kleinen Bach als Ableger mitversorgen kann. Ich betrachte das Schauspiel ein paar Minuten, dann wird es zu voll – sprich ein weiterer Spaziergänger kommt :mosking:
      Auf dem Rückweg habe ich noch einen schönen Blick über das Bognelvdalen bis hin zum Langfjord und dem Storelvtinden im Hintergrund.



      Diesmal wartet der Regen nicht ganz, bis ich wieder zurück bin. Ich fahre aber ganz schnell unter den Wassertropfen durch und erreiche bald wieder mein trockenes Domizil. Jetzt kann es sich ruhig ein- und über Nacht ausregnen :)

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:
    • Freitag, 16.Juni 2017 – Tag 31

      Viel Rückenwind und eine ungeplante Ortsdurchfahrt

      Strecke: Bognelv – Solvang, 93 km / Wetter: bedeckt, später wechselnd bewölkt, 11° C, leichter Wind aus W, später aus O

      Ich wache auf, weil es bei mir im Bauch grummelt. Ein Blick auf die Uhr zeigt mir Mitternacht an 8| Ich drehe mich um, aber das Grummeln wird stärker. Also stehe ich lieber auf und gehe zum Servicegebäude. Ich erleichtere mich auf dem gewohnten Weg, aber leider deutlich flüssiger als gewohnt X/ Na ja, wird wohl eine einmalige Aktion sein. Zurück ins Bett, umgedreht und eingeschlafen.
      Ich wache auf, weil es bei mir im Bauch grummelt. Ein Blick auf die Uhr zeigt mir zwei Uhr. Fortsetzung siehe oben :|
      Ich wache auf, weil es bei mir im Bauch grummelt. Ein Blick auf die Uhr zeigt mir vier Uhr. Auch diesmal gilt: Fortsetzung siehe oben :(
      Ich wache auf, weil es bei mir im Bauch grummelt. Ein Blick auf die Uhr zeigt mir kurz vor sechs Uhr. Diesmal grummelt er allerdings vor Hunger :/ Ich gehe wieder ins Servicegebäude, und diesmal kommt nichts. Also ziehe ich mich an und trinke zum Frühstück eine Extraportion Tee :tee:
      Zumindest lenkt das vom recht trüben Wetter ab :D Es ist zwar trocken, aber die Bergspitzen haben sich in Wolken gehüllt.
      Gegen 8 Uhr fahre ich ab. Ich folge dem Langfjord erst nach Süden und dann gen Nordost.
      In Stålneset (welch ein passender Name für ein Leuchtfeuer :whistling: ) sehe ich am anderen Ufer die Langfjordkirche liegen, bald darauf überblicke ich den ganzen Langfjord bis zur Mündung in den Altafjord.



      Ich komme dank Rückenwind gut voran, nach 2 Stunden (inklusive Foto- und Futterpausen) und knapp 35 Kilometern erreiche ich Isnestoften und damit den Altafjord :locomotive:
      Das letzte Mal durfte ich auf den nun folgenden gut 30 Kilometern durch eine riesige Baustelle fahren. Jetzt, 2½ Jahre später, ist die Straße fertig, allerdings gibt es jetzt auch 3 neue Tunnel :huh:
      Zuerst folge ich aber der Küste auf neuer Straße nach Talvik, wo ich wieder meine Vorräte auffüllen darf. Unmittelbar hinter dem Ort kommt der erste Tunnel, aber es gibt eine verkehrsberuhigte Umfahrung auf der alten Straße, die ich gerne nutze :thumbup:
      Einige Kilometer weiter sehe ich die Stelle, an der die alte E6 der Küste folgt, allerdings ist hier (im Gegensatz zum ersten Tunnel) kein Hinweis für Radfahrer ?( Also folge ich lieber der neuen E6 den Berg rauf, bevor ich in einer Sackgasse lande. Zumindest wird der Aufstieg durch eine schöne Aussicht auf Kråkneset und über den Altafjord hinweg auf die schneebedeckten Berge rund um das Sennalandet, das ich am nächsten Tag in Angriff nehmen will, verschönt :)



      Überraschenderweise geht es im Tunnel mehr als 2 Kilometer bergab :D Das gleicht sich allerdings im nächsten (zum Glück nur halb so langen) Tunnel wieder aus, der – ebenfalls ohne ausgeschilderte Umgehung – bergauf führt =O
      Pünktlich zum Mittagessen erreiche ich nach fast 65 Kilometern Kåfjord, nur noch 13 Kilometer von meinem Tagesziel entfernt. Da sich inzwischen auch wieder die Sonne zeigt, mache ich es mir vor der Kirche auf einer Sitzbank in der selbigen gemütlich :essen:



      Das Denkmal stellt eine „Rallar-Familie“ dar. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde hier Kupfer abgebaut und es wurden Arbeiter benötigt, die hauptsächlich aus Nordfinnland und Nordschweden hierhin zogen. 1840 hatte der Ort mehr Einwohner als Hammerfest , Vardø und Vadsø zusammen 8| Heute steht aus dieser Zeit nur noch die Kirche. Das Denkmal sowie ein kleines Museum erinnern daran.
      Ich folge nun dem Kåfjord auf der alten E6 gen Süden, bis ich ihn überquere und einen Berghang hochfahren muss. Von oben habe ich noch einmal einen Rückblick über den Kåfjord zur Kirche.



      Nun erreiche ich das Mattisdalen, wo ich an einem kleinen Rastplatz übernachten möchte. Allerdings ist das zugehörige WC zwischenzeitlich abtransportiert worden, und das, was von dem Rastplatz übrig ist, macht keinen schönen Eindruck mehr :S Zum Glück liegt er aber ein wenig abgelegen, so dass ich mir noch einen geschützten Busch suchen kann. Das wird auch höchste Zeit und erinnert mich sehr an das, was mir letzte Nacht passiert ist ;( Das vereinfacht die Entscheidung: Ich brauche heute auf jeden Fall noch eine Apotheke. Gut, dass es erst 14:30 Uhr ist, so dass ich in Ruhe nach Alta weiter fahren kann. Ich weiß, dass es am Ortsanfang (allerdings 4 Kilometer abseits der E6) mehrere Campingplätze gibt, außerdem einen am Ortsende. Mal schauen, wo ich die erste Apotheke finde.
      Als ich wieder auf die neue E6 stoße, fängt ein Radweg an, der mich bis nach Alta führt. Eine Apotheke finde ich allerdings erst 3 Kilometer nach dem Abzweig zu den Campingplätzen im Zentrum, genau gegenüber der Nordlys-Kathedrale :|



      Ich besorge mir etwas gegen Durchfall und bin gleich froh, dass es in dem Einkaufszentrum ein WC gibt :whistling: Nun stehe ich vor der Wahl: 7 Kilometer zurück fahren (die ich morgen zusätzlich fahren muss) oder 10 Kilometer durch Alta durch, die ich mir morgen sparen kann :hmm: Die Entscheidung fällt schnell zugunsten der Weiterfahrt.
      Gegenüber dem Altagård, in dem von 1940 bis 1945 ein norwegisches Bataillon stationiert war, mache ich noch eine kurze Pause.



      Eine halbe Stunde später erreiche ich am Ortsende, unmittelbar nach dem Willkommensschild gelegen, den Solvang Campingplatz, wo ich mein Zelt aufbaue.



      Ich bin ganz überrascht, dass ich trotz meines kleinen Handicaps die Etappe von mehr als 90 Kilometern ohne Probleme geschafft habe :thumbup: Nach einem ausführlichem Abendessen verschwinde ich früh in den Federn, zumal es sich auch schon wieder zuzieht und daher keine Mitternachtssonne zu erwarten ist :sleeping:

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:
    • Immer wieder Hut ab!!

      Was für eine Fahrt @Noschwefi ! :love: :girl_cray2: Ich bekomme schon alleine Muskelkater vom permanenten Hut ziehen! :hut:
      Kein Krimi könnte spannender zu lesen sein, jeder Beitrag ein Genuss :dance4: bitte nur weiter so.
      Wie gut, dass wir alle hier eigentlich sicher sein können, dass Du inzwischen wieder wohlbehalten zu Hause bist. :winki: :thumbup: :king:
    • Samstag, 17.Juni 2017 – Tag 32

      Zurück nach Alta

      Strecke: Ruhetag in Solvang, 20 km / Wetter: heiter, 12° C

      Leider dauert mein erster Tiefschlaf wieder nicht viel länger als Mitternacht, dann plagt mich das gleiche Problem wie am Vortag bzw. in der Vornacht :( Aber diesmal wird es ja mit Tablette besser :thumbsup:
      Oder auch nicht, wie ich ein paar Stunden später feststellen muss ;(
      Ich fürchte, ich komme wohl an einem Arztbesuch nicht vorbei – hoffentlich klappt das auch am Samstag :hmm: Momentan kann ich eh nichts tun, da die Rezeption erst im 10 Uhr aufmacht, dann kann ich nach einem Arzt fragen. Das heißt aber einerseits, dass ich mit Sicherheit nicht weiter fahren kann, aber auch dass ich ausschlafen kann :|
      Eigentlich bin ich ja heute in Havøysund mit @Laminaria verabredet – zumindest sah das meine ursprüngliche Planung so vor, die ich aber bereits in Tromsø wegen des vielen Schnees ad acta gelegt habe :( So verpasse ich sie zumindest nicht wegen einer blöden Durchfallgeschichte :dos:
      Zumindest ist es gut, dass ich am Vortag noch nach Alta weitergefahren bin, denn an meiner ursprünglichen Übernachtungsstätte hätte ich jetzt nur blöd aus der Wäsche geschaut. Dort hätte ich nicht nach einem Arzt fragen können, und nach Alta wären es noch einmal rund 15 Kilometer gewesen X/
      Nach einem kleinen Frühstück mit viel Tee und wenig Futter stehe ich gegen 10 Uhr in der Rezeption. Ich frage nach einem Arzt und werde an das Alta helsesenter verwiesen, das rund um die Uhr geöffnet ist. Ich erhalte eine Wegbeschreibung samt Stadtplan und auch eine Telefonnummer, falls ich es nicht finde :thumbup: Der einzige Nachteil: es liegt in der Nähe des Einkaufszentrums, ca. 10 Kilometer entfernt :/ Die Strecke kenne ich ja schon, und ich traue sie mir ohne Gepäck und langsam fahrend auch zu.
      Tatsächlich bin ich gegen 11 Uhr da, brauche allerdings noch einmal 20 Minuten, bis ich einen offenen Eingang und dann die richtige Abteilung gefunden habe :S (schließlich will ich ja zur Notfallambulanz und nicht zur Jugendpsychiatrie oder zur Neurologie).
      Dort angekommen werde ich aber direkt und sehr freundlich empfangen. Ich schildere mein Problem, bekomme erst einmal Blut abgenommen und werde dann ins Wartezimmer geschickt, um auf den Arzt zu warten. Nicht lange, und ich werde wieder abgeholt, aber nicht zum Arzt sondern von der Assistentin. Die führt mich in ein Behandlungszimmer, wo ich erst einmal an eine (vom Arzt vorab verordnete) Infusion angeschlossen werde =O
      Irgendwann werde ich dann vom Arzt geweckt :sleeping: :whistling: Ich habe anscheinend keine Infektion sondern wohl „nur“ etwas Verdorbenes gegessen. Ich solle mir noch Elektrolyte besorgen, um wieder auf die Beine zu kommen. Ich soll viel Trinken (Tee und Saft) sowie 3 bis 4 Tage lang viel Ruhe halten :/ , damit ich langsam wieder auf die Beine komme. Ich bekomme auch noch eine Notfall-Nummer unter der ich mich melden kann, wenn es nicht besser wird.
      Gegen 15 Uhr werde ich dann erst einmal zur Bank gegenüber geschickt, damit ich meine Rechnung bezahlen kann :huh: Genau wie auf dem Campingplatz werden hier nur norwegische Kreditkarten akzeptiert, ansonsten nur Bargeld. Nachdem das auch erledigt ist, suche ich erneut die Apotheke auf und besorge mir auf halbem Rückweg im Supermarkt noch meinen Saft, der hier zufällig im Sonderangebot ist :) Noch Bananen und Brot dazu, und ich bin übers Wochenende versorgt ;)
      Wieder am Campingplatz angekommen, setze ich mich erst einmal vors Zelt und genieße ich den Blick auf die Mündung des Transfarelva und den dahinter liegenden Rafsbotn.



      Zum Glück gibt es hier einen großen Aufenthaltsraum, in dem ich die Beine lang machen kann.
      So döse und lese ich den Rest des Tages, nur Unterbrochen von Trinken und Tee kochen, vor mich hin || :sleeping: || :tee: || :sleeping:

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:

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    • Sonntag, 18.Juni 2017 – Tag 33

      Mal ein Tag ohne Fahrrad

      Strecke: Ruhetag in Solvang, 0 km / Wetter: heiter, ab nachmittags Regen, 14° C

      Mitten in der Nacht werde ich wach – diesmal grummelt aber nicht mein Bauch, sondern meine Blase drückt. Ich hoffe einfach mal darauf, dass das ein gutes Zeichen ist :)
      Ich krabbel aus dem Zelt und verziehe mich im Halbschlaf Richtung Waschräume || Auf dem Rückweg bin ich schon wacher und beschließe noch einen kleinen Spaziergang zu machen, bevor ich mich wieder in die Horizontale begebe. Wann hat man um 2:22 Uhr schon mal so einen Ausblick? :rolleyes:



      Als ich um 8 Uhr aufstehe, sieht der gleiche Ausblick schon wieder ganz anders aus: :huh:



      Ich frühstücke ein bisschen, schließlich muss ich ja irgendwann auch mal wieder auf die Beine kommen. Viel Hunger habe ich nicht, aber das wird schon noch kommen. Ein Blick auf den Wetterbericht verheißt nichts Gutes, ab dem frühen Nachmittag soll ein kräftiges Regengebiet durchziehen :/ Ich glaube, da werde ich mich – trotz des großen Aufenthaltsraums, aber in Anbetracht meines Zustands – wohl in einer Hütte besser aufgehoben fühlen als im Zelt. Da es immer noch keine 10 Uhr sind, drehe ich eine kleine Runde am Wasser entlang, wo sich schon die ersten Wolken melden :|



      Zum Glück ist um 10 Uhr schon eine Hütte frei (die ich so lange miete, wie das Geld reicht, d.h. für 2 Nächte :whistling: ), so dass ich langsam meine Sachen zusammen packe und etappenweise die Hütte beziehe. Zwei Stunden später habe ich als Letztes mein Zelt abgebaut und in der Hütte verstaut. Jetzt merke ich aber auch, dass ich noch nicht so wirklich bei Kräften bin :dos: – gut dass ich jetzt mehrere Möglichkeiten habe, mich lang zu machen.
      Den Rest des Tages verbringe ich mit dem (für mich) anstrengendstem überhaupt: Ausruhen :pupillen:



      Da an diesem Tag nicht so wirklich viel passiert ist, gleich weiter mit


      Montag, 19.Juni 2017 – Tag 34

      Ein wenig Bewegung muss dann doch sein

      Strecke: Ruhetag in Solvang, 10 km / Wetter: Regen bis gegen 17 Uhr, dann heiter, 11° C

      An diesem Tag setze ich nahtlos fort, womit der vergangene Tag aufgehört hat: Nichts tun :ui:
      Zumindest melden sich meine Gedärme nicht mehr mit abweichenden Gewohnheiten zu Wort, so dass ich nicht erneut das Krankenhaus aufsuchen muss :|
      Bis zum Nachmittag vertreibe ich mir mit Lesen, Rätsel lösen und Radio hören die Zeit. Als es aufhört zu regnen, mache ich mich zum nächsten Supermarkt auf (immerhin nur 5 Kilometer je Strecke), so dass ich zumindest ein bisschen Bewegung bekomme :locomotive: Außerdem brauche ich noch Saft, der erstaunlicherweise immer noch im Sonderangebot ist :)
      Gegen 20 Uhr reißt der Himmel komplett auf, und ich drehe noch einmal eine Runde am Wasser.



      Die Stimmung muss ich einfach genießen, und so hole ich mir noch meine Sitzmatte dazu :rolleyes:
      Viel mehr wird heute nicht passieren :whistling:

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:
    • Dienstag, 20.Juni 2017 – Tag 35

      Aussicht auf eine schöne Aussicht

      Strecke: Ruhetag in Solvang, 18 km / Wetter: wechselnd bewölkt, 12° C

      Heute fühle ich mich schon etwas besser auf den Beinen. Wenn ich demnächst weiter fahren will (und die nächste Etappe wird auf jeden Fall über einen Pass führen) sollte ich wohl wieder ein wenig trainieren :)
      Ich habe auch schon eine Idee, was ich machen könnte. Jedes Mal habe ich auf meiner To-Do-Liste für Alta die kleine Wanderung auf den Komsa-Berg oberhalb des Hafens. Nun habe ich endlich die Gelegenheit, das ganz in Ruhe anzugehen :/
      Da es trocken ist und laut Wetterbericht vorerst der letzte Sommertag (also Temperaturen über 10 Grad) , fahre ich auch gleich nach dem Frühstück gegen 8:30 Uhr los :locomotive:
      Auf halbem Weg liegt sehr fotogen die Elvebakken kirke, was ich mir natürlich nicht entgehen lasse ^^



      Gegen 9:15 Uhr erreiche ich meinen Ausgangspunkt in der Komsa-Siedlung, die schon auf halber Höhe zum Gipfel liegt. Rund 40 Minuten später stehe ich bereits auf dem Gipfel. Der Weg ist trotz vieler Abzweigungen recht einfach zu finden, da ich mich immer an der Funkstation auf dem Gipfel orientieren kann :thumbup:



      Neben der Aussicht sind auch die kleinen Dinge am Gipfel der Aufmerksamkeit wert :search_1:



      Ich laufe noch ein paar Schritte weiter gen Norden. Von hier aus übersieht man den kompletten Altafjord; in die andere Richtung sieht man den Flughafen und den Rafsbotn.



      Beim Rückweg habe ich noch einen schönen Blick über das Zentrum mit der Nordlys-Kathedrale hinweg auf die nördlichen Ausläufer der Finnmarksvidda.



      Der Weg ist jetzt nicht mehr ganz so einfach zu finden, da die Bodenwellen quer zu meinem Weg liegen und ich bei den Abzweigen nicht mehr sehe, ob ich mich besser rechts oder links halten muss :huh: Schließlich erreiche ich aber doch mein Rad. Noch ein kleiner Umweg bei einer Bank vorbei sowie ein Zwischenstopp an der Brücke über den Altaelv und ich kann kurz vor 12 Uhr meine Hütte noch einmal um zwei Nächte verlängern (das muss dann aber endgültig zur Regeneration reichen =O ).



      Am Nachmittag gehe ich noch einmal für zwei Stunden spazieren. Mein Ziel ist jetzt die Halbinsel, die in der Flussmündung des Transfarelv dem Campingplatz genau gegenüber liegt. Ich laufe vom Campingplatz aus am Flussufer entlang, quere auf der E6 den Fluss und biege dann nach Lahtari ab.



      Auf Lahtarineset komme ich mir vor wie in Nordfriesland, nur der Hintergrund stimmt nicht (vielleicht ist das ja auch das norwegische Wattenmeer? :whistle3: )



      Bald darauf bin ich gefühlt an der Ostsee, wo die Dünen ebenso wie hier unterspült werden 8|



      Auf dem Rückweg finde ich noch ein schönes Plätzchen mit Blick auf den Campingplatz und einen Wasserfall.





      Da der folgende Tag ziemlich kurz ausfällt, folgt er sogleich


      Mittwoch, 21.Juni 2017 – Tag 36

      Eine Rundreise durch Alta

      Strecke: Ruhetag in Solvang, 20 km / Wetter: bedeckt mit etwas Regen, 6° C, leichter Wind aus NO

      Heute muss ich unbedingt noch meine Vorräte aufstocken, da ich auf jeden Fall am Folgetag weiter fahren möchte und frühestens zum zweiten Frühstück am übernächsten Tag wieder einkaufen kann :S
      Da ich zufällig gesehen habe, dass am Altaelv entlang ein zweiter Radweg ins Zentrum ausgeschildert ist, will ich diesen einmal ausprobieren :) Er führt erst durch ein Industriegebiet und dann über dünn besiedeltes Gebiet, ohne dass ich allerdings den Fluss zu sehen bekomme. Ich frage mich zwischendurch, ob ich überhaupt noch in Alta bin ?( Plötzlich biegt die Straße aber nach rechts ab und führt auf einen Berg. Kaum bin ich oben, stehe ich auch schon vor dem Busbahnhof genau gegenüber dem Einkaufszentrum, das ich ja schon ein paarmal aufsuchen durfte 8| Da es gerade anfängt zu regnen, stelle ich mein Fahrrad unter und schaue mir die Geschäft an – eigentlich nichts dabei, was als Mitbringsel interessant sein könnte :| Die Geschäftsleute sind eindeutig nicht auf Touristen eingestellt.
      Ein paar Meter weiter finde ich noch ein Denkmal. Was hier wohl in den Bergwerken ringsum abgebaut wurde? :hmm:



      Damit ich nicht umsonst das Einkaufszentrum besucht habe, kaufe ich meine Vorräte im dortigen bunnpris (warum auch immer kostet mein Lieblingsbrot hier nur etwa halb so viel im Coop :/ ) und fahre langsam wieder zurück zum Campingplatz.
      Am Nachmittag mache ich eine Strandwanderung am Rafsbotn entlang, anschließend bringe ich meine Planung für die nächsten Tage auf Vordermann, da ich die fünf ungeplanten Ruhetage nicht ganz aufholen kann :( Ich werde wohl doch nicht in Berlevåg aussteigen können, da die rund 270 Kilometer bis zum Flughafen in drei Tagen eher in eine Hetzerei ausarten als einen ruhigen Abschluss bieten würden :S So werde ich wohl direkt von Havøysund (an dem Ziel hat sich nichts geändert :D ) aus mit der Hurtigrute nach Kirkenes fahren und dort noch eine Etappe in Angriff nehmen, die ich noch nie erfolgreich beenden konnte :)

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:
    • @Noschefi
      Tolle Bilder, besonders Nr.45 und 46 haben es mir angetan., aber auch dein Bericht.
      Spannend wie ein Krimi, doch beruhigend zugleich: Du musst ja heil zu Hause angekommen sein, sonst könnten wir deinen Bericht ja nicht lesen !
      Und wie ging es weiter . . ?
      Hattest du alles minutiös aufgechrieben ? Bestimmt, bei einer so langen Reise !
      Liebe Grüße
      von Trollebo
    • Trollebo schrieb:

      Hattest du alles minutiös aufgechrieben ?

      Nein, das wäre mir viel zu viel Aufwand gewesen.
      Ich habe in meinem 27-seitigen "Roadbook" viele Ankunfts- und Abfahrtszeiten sowie das Wetter ergänzt. Detailliertere Zeiten sehe ich ja (Vorteil der Digitalfotografie :D ) in den Infos der einzelnen Fotos.
      Wenn ich die Fotos und die Notizen anschaue, erlebe ich den Tag noch einmal; viele Begebenheiten fallen mir beim Schreiben wieder ein. Deswegen muss ich den Reisebericht ja auch zeitnah erstellen, damit mir möglichst viel wieder einfällt ;)
      Ach ja, und Quittungen vom Einkaufen etc. sammle ich auch, das hilft mir auch manchmal noch auf die Sprünge ^^

      Viele Grüße
      Noschwefi

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:

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    • @Noschefi
      Ja, das dachte ich schon, so mache ich es auch immer. Vor allem sind die Fotos mit allen gespeicherten Angaben eine große Hilfe.
      Und die Kassenzettel sammle ich auch immer und entsorge sie dann , wenn alles " abgespeichert ist , nicht nur im Bezug auf die Ausgaben sondern Ort, Datum und Zeit. Natürlich sind das bei uns jetzt Touren mit dem Auto, HR oder eine Busreise. Aber dabei unternehmen wir auch oft recht viel, wie es eben die Kräfte noch zulassen.
      Ich staune nur, wie du das alles auch rein körperlich geschafft hast !?! Schon Tag 36 ist erreicht ! Und du bist immer noch nicht auf dem Heimweg, auch wenn es südwärts gehen solte. Sowürde für mich deine Heimreise beginnen, wenn du Norwegen verläßt.
      Wann wird das wohl sein ???
      Liebe Grüße
      von Trollebo
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      Oh je, so eine Durchfallerkrankung ist wirklich ärgerlich auf Reisen. Aber wenn man sein eigener Herr ist, kann man sich wenigstens die nötige Ruhe gönnen. :tee:

      Schlimm ist so etwas auf einer Busrundreise. Ich denke da speziell an unsere Indientour 2007. Als der Busfahrer einmal nirgends halten konnte, ging das bei einem Mitreisenden buchstäblich in die Hose. :arghs: :sshithappens: Oder wenn es mehrere Leute erwischt und der Bus kann nur auf einer völlig baum- und strauchlosen Ebene halten: Männlein :genderboy: rechts der Straße, Weiblein :gendergirl: links - aber das ist einem dann auch schon egal. :sende:

      Die schöne Mitternachtssonne am 18. Juni haben wir auf der Barentsee erlebt. Ich schwelge täglich in deinen Fotos. :clapping:

      Viele Grüße
      Laminaria

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      Donnerstag, 22.Juni 2017 – Tag 37

      Winter im Rentierland

      Strecke: Solvang – am Repparfjordelva, 59 km / Wetter: bedeckt, immer wieder Regen, 4° C, mäßiger Wind aus NO (7 m/sec)

      Ich lasse es ruhig angehen heute Morgen. Der Wetterbericht sagt bedecktes, aber kaltes Wetter mit einzelnen leichten Schauern voraus; im Bergland als Schnee :/ Wie zur Bestätigung fängt es in dem Moment an zu regnen, als ich meine Hütte verlassen will um den Schlüssel abzugeben 8| Ich entscheide mich, kurzfristig noch ein Sudoku zu lösen, und nach erfolgreicher Bearbeitung ist es dem Regen wohl zu langweilig, er hat sich jedenfalls verzogen :D
      So fahre ich gegen 9 Uhr los, immer am Rafsbotn entlang gen Norden.
      Auch heute sieht es hier aus wie am Wattenmeer :hmm:



      In Rafsbotn verlasse ich das Meer und folge der Straße steil bergauf, das Bjørnfjell will überwunden werden :hechel:
      Auf halber Höhe habe ich einen schönen Blick zurück auf den Altafjord und zur Seite zum Nordelva, dessen Tal ich bisher gefolgt bin.



      Eine halbe Stunde später habe ich die Passhöhe auf rund 250 Meter Höhe erreicht und ich stehe oberhalb des zugefrorenen Nipijärvi :huh:



      Ein paar Minuten später stehe ich am Nordende des Sees am Sommerlager der Sami.



      Normalerweise weiden jetzt hier die Rentiere :fie:
      Gut, dass es jetzt erst einmal wieder runter geht, immer am Sarvisjoki entlang.



      Eine Viertelstunde später passiere ich den Leirbottnvatn auf 160 Meter Höhe, dessen Ufer ich für gut einen Kilometer nach Norden folge.
      Hier muss der Frühling soeben begonnen haben, wie ich an den zaghaften Blüten erkennen kann :whistle3: Außerdem hat sich das Eis schon vom Ufer zurückgezogen.



      Nun folge ich einige Kilometer lang dem Stokkdalselva, der sich trotz Strömung teilweise vereist zeigt.



      Nach knapp zwei Stunden Anstieg, immer wieder unterstützt von kleinen Schneeregenschauern, erreiche ich den Pass des Sennalandet auf knapp 400 Meter Höhe. Hier erwischt mich allerdings leider auch der Gegenwind, der sich im Tal noch zurückgehalten hat X/



      Im Windschatten meines Fahrrads halte ich Mittagspause im Stehen; zum Hinsetzen ist es viel zu kalt :S
      Eine knappe Stunde später setzt ein Schneesturm ein, der sich rund eine Stunde lang sehr entgegenkommend verhält. Hier, mitten auf der Hochebene, ist natürlich an Deckung nicht zu denken, daher strample ich auf der geraden, aber skandinavisch ebenen Straße immer ziemlich genau gegen den Wind voran :locomotive:
      Kurz bevor ich – wiederum eine Stunde später – Aissaroaivi mit seiner samischen Kirche erreiche, hört der Schneesturm auf.



      Jetzt verlässt die Straße ganz langsam die Hochebene. Nach rund einer weiteren Stunde (in der ich dank dem Wind auch schon wieder abgetrocknet bin :/ ) durch das Repparfjorddalen erreiche ich einen Rastplatz, an dem ich bereits übernachtet habe.
      Daher weiß ich auch sofort, an welcher Stelle ich mein Zelt aufschlagen kann (es gibt nur eine ebene Stelle hier :D ). Ich bin gerade rechtzeitig fertig mit Einräumen, als auch schon der nächste Schauer, jetzt allerdings eher Schneeregen als Schnee, vorbei eilt.
      Kochen muss ich auch im Vorzelt, da der Wind einfach zu stark ist um den Kocher draußen anzuwerfen. Abgesehen davon ist es im Zelt auch deutlich wärmer :|
      Ich schlafe heute ziemlich früh ein. Dafür werde ich um kurz nach 1 Uhr noch einmal wach, um das WC-Häuschen aufzusuchen. Der Ausflug lohnt sich aber auch für die nächtliche Stimmung :rolleyes:


      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:
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      Freitag, 23.Juni 2017 – Tag 38

      Durch den Winter zu einer wilden Küste

      Strecke: am Repparfjordelva – Lillefjord, 79 km / Wetter: meist stark bewölkt, 6° C, leichter Wind aus N

      Als ich gegen 6 Uhr wach werde, ist draußen immer noch ein Stückchen blauer Himmel zu sehen. Sollte es wirklich besser werden mit dem Wetter heute :hmm: ? Der Wind hat jedenfalls schon mal nachgelassen. Mir kommt es auch schon deutlich wärmer vor (auch wenn der Schnee am Flussufer etwas anderes sagt :mosking: ).
      Ich bin gerade mit dem Frühstück fertig, da kommt tatsächlich mal kurz die Sonne raus. Das muss ich gleich festhalten :whistle3:



      Gegen 8 Uhr bin ich abfahrtsbereit und folge dem Repparfjordelva gen Nordost.



      Eine gute Stunde später erreiche ich Skai’di und damit endlich wieder einen (kleinen) Supermarkt. Ich komme so früh dort an, dass die tägliche Lieferung noch gar nicht durch ist. Dadurch ist im Kühlregal nur Milch vorhanden, die bereits 2 Tage über Verfallsdatum ist :fie: Da ich mich hier nur für das zweite Frühstück eindecken muss (rechtzeitig zum Mittagessen hoffe ich den nächsten Supermarkt zu erreichen) bleibt mir nichts anderes übrig, als darauf zu hoffen, dass sie noch gut ist. Ich bekomme sie zum halben Preis und kann direkt auf der Terrasse vor dem Geschäft frühstücken. Dort kann ich die Milch gerade noch rechtzeitig vernichten, bevor sie schlecht werden kann :whistling:
      Nach dem Ort geht es langsam, aber sicher auf den nächsten Pass hinauf. Ab rund 200 Meter Höhe befinde ich mich wieder im tiefsten Winter, es gibt sogar richtige Schneeabbrüche am Straßenrand :/



      Rund eine halbe Stunde fahre ich durch den Winter, dann erreiche ich die lange Abfahrt durch das Olderfjorddalen nach Olderfjord. Hier kann ich meine Vorräte noch einmal auffüllen. Ich habe Glück, denn ich bekomme das letzte Brot und die letzte Milch, und das um 11:30 Uhr. Das ist Maßarbeit, da dies die letzte Einkaufsmöglichkeit für heute und morgen ist =O
      Ich mache auf der Sitzbank vor dem Geschäft eine vorgezogene Mittagspause, wer weiß wann und wo ich mich später noch einmal ausbreiten kann.
      Hier verlasse ich (vorerst) die E6 und fahre weiter auf der „Nordkapp-Autobahn“, der E69 :huh: Kurz vor Smørfjord habe ich einen schönen Blick auf die Ostseite der Porsanger-Halbinsel.



      Ein paar Minuten später verlasse ich die Straße wieder gen Nordwest. Es geht über einen flachen Pass und dann durch das Russelvdalen weiter.



      Ich genieße die menschen- und autoleere Straße :) Hier werde ich an meinem restlichen Tag deutlich weniger Autos begegnen als in den 10 Minuten auf der E69 :wacko1:
      Kurz bevor ich den Refsbotn erreiche, fängt der „nasjonale turistveg Havøysund “ in Form des Rastplatzes Storberget an.



      Die Aussicht über den Russelva ist hervorragend. Ich frage mich nur, warum die modernen Sitzbänke immer aus Beton sein müssen ?( Da helfen die Sitzlehnen aus Holz auch nicht mehr, um bequem sitzen zu können :(
      Nun folge ich dem Refsbotn ganz langsam nach Norden. Das „ganz langsam“ ergibt sich bei den grandiosen Felsformationen am Ufer von ganz allein ^^



      Alle paar Meter bleibe ich stehen, wobei ich die Land- und die Seeseite gleichermaßen im Auge haben muss.



      Ganz langsam kommt auch ein wenig die Sonne durch :8):



      In Brottneset biegt die Straße scharf nach rechts ab. Rechts ist bereits der Lillefjord zu sehen, an dem entlang die Straße weiter geht.



      Kaum habe ich die Ecke passiert, kommen auch schon die Viecher um die Ecke, die ich eigentlich am Vortag erwartet hatte 8|



      Gegen 16:30 Uhr erreiche ich den Rastplatz Lillefjord unterhalb des Fosselva. Der Fluss macht jetzt zur Zeit der Schneeschmelze seinem Namen alle Ehre :thumbsup:



      Ich baue mein Zelt auf, bin dabei aber nicht alleine. Immer wieder kommen Autos beladen mit Menschen und Lebensmitteln an, spucken ihre Ladung aus und fahren wieder weg :huh: Die Erklärung dafür ist einfach: Heute ist Sant-Hans-Aften, der Tag an dem in Norwegen die Sommersonnenwende gefeiert wird :D Ein paar hundert Meter oberhalb des Rastplatzes ist am Fluss ein Grillplatz, und gefühlt versammelt sich hier das ganze Dorf zum Feiern.
      Ich bleibe am Zelt und gehe nach dem Abendessen noch einmal ans Meer.



      Als ich gegen 20 Uhr zurück komme, ist es verdächtig ruhig: Der Feiergesellschaft war es wohl zu kalt (dabei ist es doch heute über 0 Grad :mosking: ), jedenfalls haben sie alles wieder abgebaut und sind verschwunden :huh: Mir soll es recht sein, ich lasse mich bald vom Rauschen des Flusses in den Schlaf begleiten :sleeping:

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:
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      Samstag, 24.Juni 2017 – Tag 39 (Teil 1)

      Ein sonniger Abschied von der Westküste

      Strecke: Lillefjord – Havøysund , 55 km / Wetter: sonnig bis heiter, 8° C, mäßiger Wind aus NO (6 m/sec)

      Auch heute bin ich wieder gegen 6 Uhr wach – mein innerer Wecker scheint sich auf diese Zeit festgelegt zu haben :/ Es ist trübe draußen, aber windstill. Über dem Meer ist blauer Himmel zu sehen, aber die Sonne und ihre Wärme bräuchte ich hier :|
      Ich frühstücke erst einmal in Ruhe und packe zusammen. Ich bin noch im Zelt, da wird es auf einmal heller :huh: Ich schaue raus und stelle fest, dass sich die Wolken jetzt auch hier aufgelöst haben :) Bei einem Blick über den Fluss sehe ich, dass es oben in den Bergen brennt ;(



      Zum Glück bin ich ja weit genug weg, hier wird schon nichts passieren, zumal das Feuer in einer unzugänglichen Schlucht zu brennen scheint :hmm: Außerdem kann ich von hier aus eh nichts machen, da hier kein Netz ist (nicht das zum Fischen, sondern das zum Telefonieren :whistle3: ).
      Ich packe erst einmal zusammen und genieße noch einmal das Panorama. Als ich genauer hinschaue, stelle ich fest, dass es genau das Gegenteil von Rauch ist ?( : Die Gischt der Wasserfälle wird von der Seite angestrahlt ^^



      Beruhigt fahre ich los und genieße die Aussicht über den und die grandiosen Felsformationen am Lillefjord.



      Die Sonne scheint in einem perfekten Winkel auf die Felsen, so dass die einzelnen Gesteinsschichten schön zu erkennen sind :)



      Nach einigen Kilometern zweigt die Straße nach rechts in die Slåttenbukta ab.



      Beim Übergang traue ich mich kaum, auf der Straße zu fahren. Ich bin mir nicht sicher, ob die scharfen Zacken der Berge nicht auch als Schatten für meine Reifen gefährlich sind :fie:



      Begleitet von wundervollen Farben fahre ich weiter gen Norden.



      In Slåtten sind die Straßen geschmückt, was bei dem Wetter natürlich besonders gut wirkt (na gut, es ist nur ein einziger großer Behälter mit Blumen, aber immerhin :mosking: ).



      Die Kirche nebst als Friedhofskapelle getarnter Geräteschuppen kommen vor der malerischen Kulisse richtig gut zur Geltung :D



      Jetzt muss ich die Slåtteneidet überqueren, einen 5 Kilometer langen Übergang zum nächsten Fjord.
      Kurz vor dem Langvannet habe ich noch einmal einen schönen Rückblick nach Slåtten.



      Zur anderen Seite hin quert gerade eine Rentierherde die Straße :hihi:



      Bald darauf erreiche ich Snefjord am Snefjord mit seinen eigenwilligen Sitzboxen :hmmz: Hier kann ich mir aussuchen, ob ich lieber windgeschützt oder in der Sonne sitzen möchte. Da der Wind recht frisch ist, nehme ich lieber ein in beiderlei Hinsicht schattiges Plätzchen für mein zweites Frühstück :essen:



      Für das Frühstück brauche ich leider etwas länger, daher heißt es jetzt


      Fortsetzung folgt

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2: