Auf der Finnmarken im Reich der Mitternachtssonne --- Tromsø - Vardø - Trondheim 15.-23. Juni 2017

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    • Auf der Finnmarken im Reich der Mitternachtssonne --- Tromsø - Vardø - Trondheim 15.-23. Juni 2017

      15. Juni 2017 - Tag 1: Anreise und Tromsø

      Die Idee dieser Reise war, zur hellsten Zeit des Jahres mehr als eine Woche nördlich des Polarkreises zu verbringen und den Polartag zu erleben – am liebsten natürlich auch die richtig schön scheinende Mitternachtssonne. Dieses Erlebnis wollten wir gern mit Freunden teilen und haben bereits im Juli vergangenen Jahres zu viert diese Tour auf der Finnmarken gebucht.
      Aber in 11 Monaten kann viel geschehen und wie Mirja Boes es so schön ausdrückt: Das Leben ist kein Ponyschlecken. Die Reise treten wir nun also nur zu zweit an und leider auch unmittelbar nach der Beisetzung meiner Mutter, die am Vortag 93 Jahre alt geworden wäre.

      Das Taxi ist schon um 4 Uhr gekommen, der erste SAS-Flug nach Kopenhagen geht um 6:35, der Weiterflug nach Oslo um 9:15 und ohne dass wir das Gepäck hier holen und neu aufgeben müssen, erreichen wir bequem unsere Maschine um 11:20 nach Tromsø . Ich hatte uns Plätze auf der linken Seite ausgesucht in der Hoffnung, eine schöne Sicht auf die Küstenlinie zu bekommen. @Noschwefi hatte auf dieser Flugstrecke ja sogar einmal die Sieben Schwestern sehen können. Das ist nun meine Erwartung. Leider haben wir bald nach Abflug eine geschlossene Wolkendecke unter uns und bei der Landung pünktlich um 13:10 in Tromsø macht sich Enttäuschung breit. Es regnet heftig. Wir kennen die Stadt von früheren Besuchen her nur bei schönem Wetter.
      Da wir für unseren Aufenthalt in Tromsø auch einige Indoor-Aktivitäten eingeplant hatten, rücken diese natürlich sofort auf unserer Agenda ganz nach vorn.

      Unser Zimmer im Scandic Ishavshotel hat Blick auf den Hurtigrutenkai. Wie schön! Dort hat nämlich gerade eben die MS Nordkapp angelegt und entlässt ihre Gäste.



      Wir lassen unsere Koffer unausgepackt stehen, denn es ist inzwischen 14 Uhr und wir sind hungrig. Also gehen wir gleich wieder hinunter und begeben uns in die Storgata zu Egon, wo wir einen Riesenburger mit Pommes Frites vertilgen. Der Regen hat inzwischen aufgehört und gestärkt gehen wir schnell wieder zum Kai und die Gangway zur Nordkapp hinauf, um uns Besucherkarten für eine Besichtigung geben zu lassen. Wir sind neugierig, denn es handelt sich hier um eines der vier im vergangenen Jahr völlig neu gestalteten Schiffe. So können wir nun endlich selbst das „arktische Design“ in Augenschein nehmen. Wir sind tatsächlich recht angetan von der neuen, kühlen Ausstattung. Schmunzeln müssen wir aber natürlich beim Anblick des Bauernhütten-Ambientes bei der Cafeteria.



      Nach dem Besuch der Nordkapp gehen wir am Hafen entlang zum kleinen Polarmuseum.



      Seit unserer Spitzbergenreise 2012 war es mein Wunsch gewesen, die Ausstellung endlich wieder einmal zu besuchen. Das Leben der Pelztierjäger in der hohen Arktis wird hier sehr anschaulich dargestellt. Da Tromsø Ausgangspunkt vieler bedeutender Arktisexpeditionen war, weist das Museum auch eine umfangreiche Sammlung von Ausrüstungsgegenständen und persönlichen Dingen der Polarforscher Roald Amundsen, Fritjof Nansen, Hjalmar Johansen usw. auf.



      Nach dem Museumsbesuch schauen wir uns die hübschen Holzhäuser in der Sjøgata näher an und schlendern dabei zum Hotel zurück, wo wir die Koffer auspacken und uns ein wenig ausruhen. Dabei können wir aus dem Fenster beobachten, wie die Nordkapp ablegt und ihren Weg nordgehend fortsetzt.



      Nach einer Weile zieht es uns wieder hinaus und zur hübschen Storgata. Hier sind umfangreiche Straßenarbeiten im Gange und die Kirche ist leider geschlossen. Wir streben unserem letzten Ziel des Tages entgegen, der allseits beliebten Ølhalle. Nachdem wir der Statue des Brauereigründers Ludwig Mack und dem ausgestopften Eisbären genügend Aufmerksamkeit geschenkt haben, geben wir uns dem Genuss des kühlen Bieres hin.



      Den Tag lassen wir bei einem Abendessen in unserem Ishavshotel ausklingen. Nach Mitternacht werde ich noch einmal wach, versäume es aber leider, aus dem Fenster zu blicken. Wie ich später dem Fahrplan entnehme, lag am Kai nämlich ausgerechnet die MS Lofoten. Für einen Besuch der alten Lady wäre ich sogar noch einmal wieder aufgestanden.

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    • Gerade mal fünf Tage zuhause und schon der erste Teil des Reiseberichts... :thumbup:

      Hab ihn natürlich gleich gelesen und freue mich schon auf die Fortsetzung und ein zumindest verbales "Wiedersehen" mit der Finnmarken... Die war ja im September 2014 unser erstes Schiff.

      Und ich stelle fest: Schlechtes Wetter gibt's in Tromsø doch nicht nur, wenn ich in der Stadt bin. Ich hab das ständige Schietwetter bei meinen Aufenthalten in Tromsø schon fast persönlich genommen :D
      Grüße
      Jörn

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    • 16. Juni 2017 – Tag 2: Tromsø und MS Finnmarken

      Der Himmel ist zwar immer noch bewölkt, aber es sieht nicht nach Regen aus. Das passt gut in unser Konzept, denn wir wollen endlich einmal den arktisch-alpinen Botanischen Garten der Universität Tromsø besuchen. Weder 2001 noch 2015 haben wir es dorthin geschafft, denn er befindet sich beim Campus der UIT und daher recht abgelegen für einen kurzen Aufenthalt in der Stadt.

      Unser Weg führt uns zunächst zu Narvesen, wo wir für 60 NOK pro Person eine Mini-Tromskort für den öffentlichen Nahverkehr erstehen. Das ist wesentlich günstiger als der Kauf von Einzelfahrscheinen beim Busfahrer. Drei Buslinien (20, 21,32) fahren von der Innenstadt zur Universität und so gelangen wir recht bald problemlos ans Ziel.

      Wir steigen beim Planetarium aus, wo auch schon der Waldweg zum Botanischen Garten beginnt. Zunächst gelangt man zu einem Geologielehrpfad. Hier sind exemplarische Gesteinsbrocken auf Metallschienen befestigt und beschriftet. Ich mache einige Fotos, denn in unserem Wohnzimmer habe ich inzwischen so einige Gesteinsproben aus Norwegen angehäuft. Mit den Referenzbildern wird es mir wohl hoffentlich demnächst gelingen, meine Steine präziser anzusprechen.



      Durch ein lichtes Birkenwäldchen voller Schachtelhalme und Storchschnabel gelangen wir zum oberen Ende des Gartens, der sich insgesamt bis hinunter an die Uferstraße erstreckt. Da er Pflanzen der Arktis und des Hochgebirges beherbergt, ist der äußere Eindruck der eines Steingartens. Entsprechend der frühlingshaften Jahreszeit stehen schon sehr viele Pflanzen in Blüte. Die Anpflanzungen sind nach geografischer Verbreitung gegliedert. So gibt es Bereiche für Himalajapflanzen, für sibirische kaukasische und andere asiatische, amerikanische und natürlich nordeuropäische Gewächse.





      Momentan besonders auffällig ist der Rhododendronhügel und die artenreiche Primelsammlung.
      Studentische Mitarbeiter sind gerade damit beschäftigt, die Steingärtchen von Schachtelhalmen und anderen Unkräutern zu befreien. Im unteren, fjordnahen Bereich gibt es ein hübsches, kleines Kaffeehäuschen, wo man Waffeln, Kuchen und Getränke bekommen kann. Wir erstehen ein Getränk und eine Informationsbroschüre. Kurz denken wir darüber nach, zu Fuß auf der Uferstraße zurück zu gehen, aber diese ist sehr stark befahren und führt nur an Gewerbegebieten entlang. Es reizt uns mehr, wieder den Weg durch den Garten und das Wäldchen zu nehmen und dann erneut den Bus zu besteigen.

      Wir verlassen den Bus etwas oberhalb des Zentrums bei der Kongsbakken Weiterführenden Schule für Musik, Tanz und Drama. Auch die Rock-Musik schätzt man in dieser Gegend ganz offensichtlich.
      Im Weitergehen kommen wir an der Bibliothek, dem alten und neuen Rathaus und und der katholischen Vår Frue Kirke vorbei. Diese ist natürlich zu unserer Freude geöffnet.



      Wir essen noch schnell bei Egon zu Mittag. Von dort aus haben wir einen kurzen Weg zum Kai, wo wir um 14 Uhr die Ankunft der Finnmarken erwarten. Das Ereignis wird ausgiebig fotografisch dokumentiert.



      Unsere Koffer hatten wir nach dem Auschecken bei der Rezeption im Ishavshotel untergestellt. Nun holen wir sie und gehen an Bord. Wir bringen nur das Gepäck in unsere Kabine (Nr. 554 auf dem Umlaufdeck) und gehen gleich wieder an Land. Schließlich haben wir noch bis 18 Uhr Zeit in Tromsø .

      Wir machen uns auf den Weg zum Polaria Museum. Die Polstjernen, den am besten erhaltene Robbenfänger überhaupt, würdigen wir in ihrem Glashaus durch die Scheiben. Dann verweilen wir beim Denkmal für Helmer Hanssen, der zusammen mit Roald Amundsen die Nordwestpassage und die Nordostpassage durchquert und den Südpol erreicht hat. Im Polaria schauen wir uns einen Film über Svalbard und einen über das Nordlicht an. Dann wenden wir uns den lebenden Kreaturen zu, wobei uns der Seewolf mit seinem grimmigen Äußeren am stärksten in Erinnerung bleibt.



      Schließlich zieht es uns doch vorzeitig zurück auf die Finnmarken. Wir packen die Koffer aus und sind dann pünktlich beim Ablegen um 18:30 Uhr wieder an Deck. Die vertrauten Stadtansichten ziehen an uns vorüber. Tschüs Eismeerkathedrale! In drei Tagen kommen wir wieder und gehen dann ganz bestimmt in das Mitternachtskonzert.
      Da wir die späteste Tischzeit um 20:30 Uhr haben, können wir noch eine Weile an Deck stehen und den immer blauer werdenden Himmel anschauen.



      Das späte Essen gefällt uns eigentlich sehr gut, aber an diesem Abend fällt es leider mit der Schiffsbegegnung zusammen. Ausgerechnet unser Lieblingsschiff, die Midnatsol, zieht an der entgegengesetzten Fensterseite sehr nah und schnell an uns vorbei. Na ja, in Trondheim werden wir gemeinsam mit ihr am Kai liegen.


      Fortsetzung von Tag 2 folgt

    • @Laminaria
      Für mich ist es ein Wiedersehen mit dem nun aber schnee-und eisfreien Tromsö . Wir waren dieses Jahr Ende Februar dort.
      Ich glaube, durch deinen Bericht motiviert, könnten wir auch mal ein paar Tage auf einer Tour in Tromsö einlegen.
      Der geologische Lehrpfad sieht sehr interessant aus. Dafür ist ja bei einem HR Stopp einfach zu wenig Zeit.
      Ich freue mich auf die Fortsetzung deines Berichtes und weitere wunderschöne Bilder.
      Herzlichen Dank !
      Liebe Grüße von Trollebo
      Liebe Grüße von Trollebo

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    • 16. Juni 2017 - Fortsetzung 2. Tag: Lyngen

      Gegen 22:00 Uhr stehen wir wieder an Deck, um die inzwischen recht dramatischen Lichtstimmungen im Bereich des Lyngenfjordes zu bestaunen. Die Wolken sehen zunächst noch sehr finster aus, aber die Sonne versucht hindurch zu brechen und stellenweise gibt es kleine Bereiche blauen Himmels. Je näher wir Skjervøy kommen, desto mehr hellt sich die Szenerie auf.



      Ich bin sehr glücklich, endlich auf dem berühmten begehbaren Bug der Finnmarken zu stehen. Das Umlaufdeck, an dem sich ja auch unsere Kabine befindet, wird für mich während der Reise zum Lieblingsort. Allerdings ist es hier auch extrem zugig, weshalb meist nur wenige Paxe hier zu finden sind. Nur bei sehr langsamer Fahrt in Hafennähe finden sich mehr Menschen ein. Auch mein Mann wird am Bug nie so recht froh.

      Als wir Skjervøy um 22:30 Uhr erreichen, liegt es teils in tiefem Schatten, teils noch in warme Abendsonne getaucht. Wir schauen wie üblich dem Treiben am Kai zu. Beim Auslaufen sehen wir, dass sich der Himmel immer weiter aufhellt. Wie schon bei unserer Reise im Juli 2015 zeigt sich das Lopphavet von seiner aller freundlichsten Seite.



      Und um 24:00 ist sie dann auch da: Die Mitternachtssonne.


    • Ich finde es immer wieder faszinierend, wie schnell - wenn natürlich auch sehr spät - der Frühling im hohen Norden Einzug hält. Als ich knapp 4 Wochen zuvor in Tromsø war, blühten gerade mal ein paar vereinzelte Schlüsselblumen und von frühlingshaftem Grün an den Bäumen etc. war noch überhaupt nix zu sehen. Und nun sind die Bäume grün, es blühen die Tulpen und sogar die Kaiserkronen.

      Selbst in Skjervøy , wo es vor 4 Wochen noch sehr winterlich war, sind nun die Bäume grün und der Schnee hat sich weitestgehend zurückgezogen.
      Grüße
      Jörn

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    • Ja, wegen der kurzen Vegetationsperiode in der Arktis sind die Pflanzen gezwungen, ihren Wachstums- und Fortpflanzungszyklus besonders schnell zu vollenden. Zu diesem Zweck haben sie diverse Anpassungsstrategien entwickelt, wozu auch das rasche Austreiben von Knospen gehört, die manchmal schon unter dem Schnee "warten". Für uns Mitteleuropäer ist das ganz erstaunlich zu beobachten.

      Viele Grüße
      Laminaria

    • @Laminaria
      Danke für die wunderschönen Fotocollagen.
      Das Licht im Norden ist schon etwas Besonderes, erst recht zur Zeit der Mitternachtssonne.
      Wenn ich auch im Februar 2017 auf unserer HR Reise das besondere Weiß der Schneelanschaft genossen habe, zeigen mir deine Bilder wieder, wie schön auch die Farbigkeit bei diesem Licht sein kann.Unsere HR Sommertour war ja schon 2015
      Na Ja, unsere HR Herbsttour 2018 ist ja schon gebucht.
      Ich freue mich auf weitere schöne Bilder von dir.
      Herzlichen Dank !
      Liebe Grüße von Trollebo
      Liebe Grüße von Trollebo

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    • 17. Juni 2017 – Tag 3 Havøysund bis Kjøllefjord

      Kurz nach dem Frühstück haben wir schon die erste Schiffsbegegnung des Tages: Die Nordlys zieht um 8:30 Uhr an uns vorbei. Es stehen bei dem Regenwetter dort aber kaum Paxe an Deck.

      Gegen 9 Uhr laufen wir Havøysund an.



      @Noschwefi hatte mir mitgeteilt, dass er bei seiner Fahrradtour die Etappe von hier bis Kjøllefjord mit der Finnmarken zurücklegen wollte. Wir halten also nach einem einzelnen, schwer bepackten Radfahrer Ausschau, aber der Kai ist absolut menschenleer. Sicher musste er seinen Zeitplan ändern.
      Eine Souvenirverkäuferin hat ihren Stand mit allerlei Strickwaren und Kunsthandwerk im Regen aufgebaut. Als die Finnmarken ausläuft, packt sie alles wieder ein. Kundschaft hat sich heute nicht von Bord getraut.

      Um 11 Uhr erreichen wir Honningsvåg .



      Wir haben den Nordkapausflug gebucht und steigen also gemeinsam mit sehr vielen anderen Paxen in einen Bus. Vor 16 Jahren sind wir mit dem Auto hier gewesen und hatten absolut keine Sicht, weder auf das Meer noch auf die Steilküste. Wir hoffen natürlich, dass es diesmal anders wird.
      Die Straße führt über ein Hochplateau mit Tundrenvegetation. Da es diesen Winter viel geschneit hat und bislang recht kalt war, liegt hier noch reichlich Schnee. Diesen Anblick finde ich so schön, dass ich zahlreiche Fotos durch das Busfenster mache. Sogar die Vogelinsel Gjesværstappan können wir erkennen. Zwischendurch halten wir am Souvenirshop einer Samenfamilie. Jeder, der zum Nordkap unterwegs ist, darf sich hier mit Zelt, Rentier und dem Trachtenpaar fotografieren. Auf der anderen Straßenseite befinden sich die authentischen modernen Unterkünfte und Autos der Familie. :D




      Am Ziel angekommen haben wir wirklich einen sehr schönen Blick auf den Nordkapfelsen und die westlich davon gelegene Landzunge Knivskjælodden. Da wir die Ausstellungen in der Nordkaphalle schon kennen und den überteuerten Souvenirshop scheuen, betreten wir das Gebäude nur kurz und bleiben danach die ganze Zeit draußen. Wir gehen ein Stück weit in östlicher Richtung an den Klippen entlang, betrachten dann die Skulpturen und finden zuletzt sogar einen ruhigeren Moment für das obligatorische Foto mit dem Globus. Die einzige Blütenpflanze, die wir bei flüchtiger Suche finden, ist der Gegenblättrige Steinbrech, der sowohl typisch für die Arktis als auch für unser Hochgebirge ist.



      Schließlich ist unsere Zeit um und der Bus bringt uns zurück nach Honningsvåg .



      Hier herrscht inzwischen schönes, sonniges Wetter. Beim Auslaufen füllen sich die Liegestühle und auch der kleine Swimmingpool am Heck wird genutzt!



      Wir passieren die bizarren Felsformationen der Nordkinn-Halbinsel und laufen schließlich um 17:00 Uhr Kjøllefjord an, das wegen seiner malerischen Lage einer meiner Lieblingshäfen ist. Hier steigt eine Squaredancegruppe zu – unschwer zu erkennen an der Cowboyhüten. Die Tänzer geben übermütig am Kai eine kleine Kostprobe ihrer Kunst.



      Nach dem Auslaufen nutzen sie die kleine Bühne in der Panoramalounge für einen Auftritt. Den versäumen wir gern, denn draußen gibt es eine interessante Stimmung zu bewundern. Der Himmel hat sich in einer Richtung verfinstert und vor dem Bug zeigt sich ein doppelter Regenbogen.. Man kann ihn vollständig von einem bis zum anderen Ende sehen. Leider reicht mein 18er-Weitwinkel nicht aus, um ihn ganz abzubilden. Deshalb gibt es hier nur diese Teilansicht:





      Fortsetzung von Tag 3 folgt.

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    • @Laminara
      Und wieder kann ich beim Frühstück die Fortsetzung deines interessanten Reiseberichts lesen.
      Dafür herzlichen Dank! Auch war es für mich ein Wiedersehen mit dem Nordkap, das wir am 28.2. 2017 besucht haben. Damals lag meterhoher Schnee, aber wie ich sehe, ist längst nicht alles weggeschmolzen. Etwas Grün ist ja auf der "mageren Insel" schon zu sehen und zaghaft herauszslugende Pflänzchen.
      Ich mag deine Fotocollagen sehr. Es sind wunderschöne Kombinationen.
      Ich freue mich schon auf die angekündigte Fortsetzung.
      Liebe Grüße von Trollebo
      Liebe Grüße von Trollebo

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    • Es geht doch nichts über unsere "Finnmarken" - das ist jetzt aber nicht gegen die Vorlieben anderer Foris gerichtet! Ich selber kenne aus eigener Erfahrung ja erst zwei Schiffe (andere nur von Besuchen), aber ich kann's mir halt kaum besser vorstellen. Und dir, seealpe, stimme ich vollkommen zu - Kjøllefjord ist ein besonderes Juwel!!!

      LG
      egoix
    • 17. Juni 2017 – Fortsetzung 3. Tag: Mehamn bis Berlevåg

      Pünktlich gegen 19:30 laufen wir Mehamn an. Es liegt ebenfalls am Fuße flach abgerundeter Berge, die hier nördlich der Baumgrenze so reizvoll kahl sind. 2015 hatten wir den Lappland-Ausflug zwischen Kjøllefjord und Mehamn bei wolkenlos blauem Himmel unternommen. Seitdem habe ich diese beiden Häfen besonders ins Herz geschlossen.
      Diesmal stehen wir an Deck und sehen zu, wie die Ausflügler zurück an Bord kommen, nachdem die Squaredance-Gruppe das Schiff wieder verlassen hat.



      Nach dem Auslaufen wartet um 20:00 das Nordkapbuffet auf uns. Vor zwei Jahren war die Kamtschatkakrabbe (Kongekrabbe) der Star des Abends. Sie ist diesmal nicht dabei, denn auf der Finnmarken wird sie als besondere Delikatesse des å la carte Restaurants beworben. Na ja, ihr Geschmack wird sowieso überschätzt. Ich häufe mir den Teller mit allerlei Schalentieren voll. Richtig gut schmecken aber hauptsächlich die kleinen Garnelen. Nach beendeter Plage hole ich mir bei der nächsten Runde das Rentierragout, einen grauen Pamps mit dunkleren Flecken, der aussieht wie schon einmal gegessen. Mein Göga wendet dem Buffet entsetzt den Rücken zu, während ich mutig zugreife. Ich werde nicht enttäuscht. Das Ragout schmeckt einfach herrlich und ist richtig lecker gewürzt. Das verlangt nach einem Nachschlag!

      Gegen 22:00 Uhr nähern wir uns Berlevåg . In der Ferne sehen wir bereits die MS Nordkapp auf die Hafeneinfahrt zusteuern, das Schiff, welches wir in Tromsø besichtigen konnten. Unsere Finnmarken bleibt in Warteposition bis die Nordkapp wieder zwischen den Wellenbrechern hervorkommt. Hier findet zwischen den zwei nah aneinander vorbeifahrenden Schiffen für gewöhnlich eine Vinkekonkurranse statt. Bei uns an Bord tut sich aber nichts. Das andere Schiff feuert dagegen buchstäblich aus allen Rohren. Am Bug stehen zwei Seeleute mit Wasserschläuchen und ein dritter winkt mit zwei Leuchtfackeln. Das uns zugewandte Umlaufdeck ist voller Menschen, die mit Fähnchen und allerlei Tüchern winkend ihr Bestes geben. So etwas habe ich noch nicht gesehen. In unserem „Tagesbefehl“ war die Konkurrenz nicht erwähnt und mich beschleicht der Verdacht, dass immer nur das südgehende Schiff informiert wird, damit es mit Sicherheit gewinnt. Da sollte ich mich aber getäuscht haben.





      Um 22:30 verlassen wir Berlevåg wieder und werfen noch einen Blick in Richtung der sich entfernenden MS Nordkapp. Am Horizont sieht es fast mystisch sonnig aus.

      Wir warten nicht ab, ob wir etwa wieder die Mitternachtssonne zu sehen bekommen werden, sondern gehen diesmal früh zu Bett. Um 3:30 Uhr wollen wir nämlich in Vardø das Schiff verlassen.....

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    • @Laminaria ich denke,dass es auf den jeweiligen Reiseleiter ankommt ob eine Winkekonkuranse stattfindet. Wir haben es im Februar/März diesen Jahres auch zum ersten Mal erleben dürfen. Wir haben auch mit Fähnchen, Musik und viel Lärm gewunken - und natürlich gewonnen. Aber das gewonnen haben wird wahrscheinlich jedes Schiff für sich deklarieren :D . Wobei es mich schon wundert dass gerade auf eurer Finnmarken nichts passiert ist. Die ist doch, wenn ich das recht imKopf habe, sonst immer mit von der Partie =O Nichts desto trotz hat es irrsinnigen Spaß gemacht. Spaß macht es auch deinen Bericht zu lesen und die Bilder anzuschauen. Danke dafür.
      Grüße aus dem Rheinland

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    • Bei meinen bisherigen vier Fahrten (2x Midnatsol, Nordkapp und Finnmarken) wurde bisher noch KEIN einziges Mal zu einer Winkekonkurranse durch eine/n Reiseleiter/in aufgerufen !!!!

      Ich bin bei den Schiffsbegegnungen teilweise ganz alleine oder mit nur ein paar einzelnen Paxen draußen gewesen und habe wie wild gewunken.

      Letztes Mal auf der Finnmmarken wurden die Begegnungen überhaupt nur ganz vereinzelt angekündigt. Es wurde wahrscheinlich angenommen, dass die Reisenden dies aus dem jeweiligen Tagesprotokoll immer selbst sehen sollten.


      Habe sogar einmal erlebt, dass nicht auf die Winkekonkurranse bei Sortland aufmerksam gemacht wurde, wenn die Vesteralenausflügler mit dem Bus über die Brücke fahren. Da waren dann auch nur ein paar Insider vorne am Winken.

      Dass andere Mal wurde es so kurzfristig durchgegeben, ca. 1 Minuten vor der Begegnung und das natürlich auch noch mit dem üblichen Hinweis, dass die Paxe zum Winken rauskommen sollen !!! In dieser Zeit hätten sie es nicht einmal im Sauseschritt geschafft, wenn sie hätten augenblicklich alles stehen und liegen lassen.

      Für mich war es dann immer ein Erlebnis, wenn auf den Gegenschiffen viele Paxe gewunken haben.

      LG seealpe