2 Urlaube in 1 - Mit MS San Francisca vom Mittelmeer zur Elbe

    • 2017
    • 2 Urlaube in 1 - Mit MS San Francisca vom Mittelmeer zur Elbe

      Urlaub Teil 1

      Anreise: Kiel-Hamburg-Köln/Bonn-Cagliari


      11.03.17

      Mitten in der Früh um 02:45 Uhr weckt mich meine innere Uhr. Schlaftrunken :gutenmorgen: versuche ich meine Gedanken beisammen zu halten. Habe ich auch nichts vergessen?

      Um 03:30 Uhr holt mich das vorbestellte Taxi ab und bringt mich zum Hbf. Dort fährt um 04:00 Uhr der Kielius-Bus zum Hamburger Flughafen ab. Die Fahrt verläuft ohne Probleme, um 05:20 Uhr bin ich am Flughafen. Bei der Security läuft es auch schnell, meine Schuhe muss ich nicht ausziehen, auch wird mein Rucksack nicht auf Sprengstoff gesondert überprüft :search: .

      Ich esse ein leckeres Baguette und schlürfe genüsslich einen Kaffee :thumbup:. Nun bin ich richtig wach und schlendere zum Gate A37.

      Halbwegs pünktlich ist Boarding, wir Paxe dürfen noch auf dem Weg zum Germanwings- A 319 Flugzeug frische Luft schnappen - es geht zu Fuss am Rande des Vorfeldes zur Maschine. Der Flieger ist voll, der Purser weist 4 mal darauf hin, dass doch bitteschön die Leute sich schnell auf die Plätze begeben, damit es keinen Stau im Gang gibt :cursing: .

      Der Kapitän meldet sich fröhlich und sagt eine Flugzeit von 40 Minuten nach Köln/Bonn voraus. Es geht pünktlich los, bei Ankunft in Köln/Bonn scheint die Sonne.

      Ich schlendere durch den mir noch unbekannten Flughafen und freue mich auf die nächste Etappe meiner Reise - den Flug nach Cagliari / Sardinien :thumbsup: .

      Das Boarding für den Flug mit einem A 320 der Germanwings beginnt pünktlich, die Maschine scheint nur halbvoll zu sein. Ich sitze in Reihe 3 am Fenster, sehe vor dem Cockpit den Co-Piloten stehen, der sich entspannt mit den Flugbegleitern unterhält. 10 Minuten vor Abflug erscheint der Kapitän aus dem Cockpit, greift zum Mikro und wendet sich an uns Paxe : Da sich der Sitz des Co-Piloten nicht verstellen lässt, darf die Maschine nicht starten - es soll aber eine Ersatzmaschine bereit stehen! Wir müssen alle raus aus dem Flugzeug und uns am Gate sammeln X/ . Hach, diese Ungewissheit mag ich ja gar nicht!

      Hinter den Kulissen wird anscheinend geackert, denn es vergehen nur 70 Minuten, bis wir alle in der Ersatzmaschine sitzen und der Take Off nach Cagliari stattfindet. Ein großes Lob an alle Beteiligten :clapping: .

      Vor allem die Sicht über die Alpen ist der Wahnsinn: Matterhorn und Mont Blanc sind aufgrund ihrer prägnanten Silhouette sehr gut zu erkennen. Durch einen starken Rückenwind landen wir mit nur ca. 30 Minuten Verspätung in Cagliari. Es ist 20 Grad warm, die Sonne lacht von einem wolkenlosen Himmel herab. So kann meine Urlaub Teil 1 beginnen!

      Mit dem Zug fahre ich in die Stadt (1,30 €). Es sind nur ca. 5 Minuten vom Bahnof zu Fuß zu meiner B+B Pension "Marina di Castello" an der Via Roma, direkt am Hafen gelegen! Mit einem antiken Fahrstuhl fahre ich in den 3. Stock des Palazzo. Die freundliche Wirtin Sabrina öffnet mir die Tür und ich betrete eine prachtvolle Welt. Ich darf mir sogar ein Zimmer aussuchen, 4 stehen zur Auswahl. Alle haben Blick nach hinten in den Hof und über die Dächer der Stadt. Ich bin sehr zufrieden mit der Wahl der Herberge :thumbsup: .

      Schnell mich eingerichtet, dann gehe ich ins Marina-Viertel, um mir ein Restaurant zu suchen. Ich finde das "Sa Schironada". Ich bestelle mir Hauswein, Pasta sardinischer Art und als Dessert ein Tiramisu. Es ist alles so himmlisch gut, ich fühle mich im siebten Himmel :D .

      Gesättigt erkunde ich die Altstadt. Es gefällt mir alles sehr gut. Das meditterane Lebensgefühl sauge ich begierig auf.

      Abends sitze ich auf der Terrasse einer Bar oben im Castello-Viertel, nippe an einem Wein und geniesse den Ausblick. Hach, Urlaub kann so schön sein :thumbsup: :thumbup: .

      Früh um 21:00 Uhr lege ich mich schlafen - der Tag hat ja auch sehr früh angefangen.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „globetrotter71“ ()

    • 12.03.-13.03.17 Cagliari

      Es ist Sonntag, und die Sonne scheint! Ich habe gut geschlafen und bin auf das italienische Frühstück gespannt, welches sonntags nicht im B+B, sondern nebenan im Cafe "75" (Via Roma 75) serviert wird. Der Laden ist sehr stylish und modern eingerichtet, ich werde sehr freundlich empfangen, nachdem ich mich als Gast des B+B von nebenan erkenntlich zeige. Ich darf mir in der 1. Etage einen Tisch aussuchen und bestelle einen Cappuccino und ein Hörnle ;) . Dieses ist sehr frisch und knusprig, dem Heissgetränk fehlt die italienische Kakaohaube obenauf :thumbdown: . Zwar heiss, das Getränk, aber nicht soo berauschend. Na ja, dann habe ich wenigstens ordentlich Platz im Verkneter für das Mittagessen, so denk ich mir...

      Per Händedruck werde ich verabschiedet, dann suche ich unter den Arkaden der Via Roma einen Tabacchi-Shop, um dort Busfahrkarten zu kaufen. Ich möchte nämlich zum Stadtstrand Poetto. Die Verständigung hier in Cagliari, das ist mir gestern schon positiv aufgefallen, ist einfach - Englisch und Deutsch gehen wunderbar :thumbup: . Also für 2,60 € Rückfahrkarten gekauft, zur Piazza Matteotti gegangen (vor dem Bahnhof), in einen Bus mit dem Buchstaben P... gestiegen. (P für Poetto).

      Ca. 25 Min. dauert die Fahrt raus aus der Stadt, dann bin ich am Strand. Ohh je, soo viele Zwei- und Vierbeiner unterwegs. Und soo viel Tang am Strand :thumbdown: . Das Gehen ist beschwerlich. Es liegen abertausende von runden Dingern am Strand. Per Handy-Standleitung in die Welt (auch Was app genannt) ;) und dem Prof. Guggle erfahre ich, dass es sich um Seebälle handelt. Aha! So ein kleines Ding wandert in meine Hosentasche und wird nun immer liebevoll "Seebällchen" genannt werden.

      Die Zwei- und Vierbeiner am Strand und Promenade sind ne Schau: Mir fällt besonders auf, dass ca. 90 % der vierbeinigen Freunde des Menschen zur Kategorie "Schosshund" gehören. Alle soo lütt!

      Mir ist es zu wuselig, ich nehme einen Bus zurück in die Stadt (fahren am So alle 30 Min.). Mein Verkneter meldet sich vehement :S .

      Stracks suche ich das Restaurant "Sa Schironada" auf - dieses hat aber Sonntags zu! Ok, es gibt ja in der Nachbarschaft Alternativen. Im "Il Covallo" esse ich Pasta, süffele Hauswein und schmause als Dessert wieder ein Tiramisu. Lecker!

      Ein Mittagsschläfchen muss nun sein. Gegen 17:00 Uhr erklimme ich die Stufen hoch in das Castello-Viertel. Ich komme an Cafes vorbei, wo draussen die Leute sitzen und an Monitoren ital. Fussball sehen - gute Stimmung!

      Von einer Terrasse aus (wie gestern) überblicke ich die Altstadt und den Hafen. Gaanz im Hintergrund ist der Industriehafen zu sehen - da soll ich übermorgen hin :thumbsup: . Mein Herz springt, als ich mir dieses bewusst mache!


      Als ich abends früh ins B+B gehe, versuche ich den TV anzuschmeissen - vergeblich - kein Empfang. Hätte gerne noch evtl. Fussball geschaut :thumbup: .

      Am folgenden Tag lerne ich das Frühstück im B+B kennen. Es enttäuscht, leider. Kaffee zwar gut, aber pappige, eingeschweisste Croissants. Marmelade, Butter, das wars. Und es findet nicht auf der Terrasse statt, sondern in der Gemeinschaftsküche neben meinem Zimmer. Na ja, Italien!

      Ich steige wieder hoch ins Castello-Viertel. Die Bastion St. Remy ist nur teilweise begehbar, der Grossteil ist leider abgesperrt ;( .

      Aber dennoch kann ich grandiose Ausblicke über die Stadt und das Umland finden. Besonders vom Torre dell Elefanti! :thumbsup: .

      Das Mittagessen findet wieder im "Sa Schironada" statt. Die Leckereien verdaue ich wieder bei einem Mittagsschläfchen (ich habe ja Urlaub). Nachmittags schlendere ich am Hafen entlang und erlebe die Abfahrt der "Eurocargo Bari" auf dem Weg nach Salerno. Die Molen sind versetzt angeordnet, sodass die Schiffe jeweils eine 90 Grad S - Kurve vollführen müssen. Schon spektakulär :thumbsup: .

      Früh gehe ich zu Bett.

      to be continued...
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    • globetrotter71 schrieb:

      dem Heissgetränk fehlt die italienische Kakaohaube obenauf

      Es ist in Italien eigentlich unüblich Kakao auf Capucchino zu streuen, wenn es ein Muster hat wird das durch die crema erzeugt, in dem man den Milchschaum vorsichtig aufbringt.

      Bin gespannt wie es weitergeht :)
      Gruss - Arctica

      Jan 2009 FM * Jan 2010 NL * Jan 2011 FRAM (Antarctica) * Apr 2011 NN * Mrz 2012 LO * Jan 2013 LO (Alta)* Feb 2014 KH *
      Jan 2016 LO

      Reiseberichte siehe Profil!
    • Danke für deinen Bericht! Ich werde ihn gern weiter verfolgen und mich an den schönen Bildern erfreuen. Gut dass du dich wieder angemeldet hast, wobei ich immer noch nicht verstehe warum du zeitweise abgemeldet hattest, aber ich muss ja nicht alles verstehen. ;)
      Nun bin ich gespannt wie es los geht mit dem Containerschiff. :thumbup:
      Viele Grüße Antonia :) :) :)


    • Da muss ich massiv widersprechen. Gerade in Norditalien bekommt man in den meisten Hotels schon seit Jahren hervorragendes Frühstück. Am Gardasee habe ich in meinem Stammhotel immer ein Super-Frühstücksbuffet im Garten direkt am See bekommen. Da fehlte es wirklich an nichts.
      Auch bei meinem Urlaub 2014 in Venedig und Brescello war am Frühstück nichts auszusetzen.

      Für Süditalien gilt deine Aussage allerdings noch für viele Regionen. So war mein Frühstück 2001 bei der Zwischenübernachtung auf dem Weg zur Fähre (Brindisi) nach Griechenland in Trani nicht wirklich das, was wir unter Frühstück verstehen.
      Gruß Jobo,

      Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
      - Alexander von Humboldt -
    • Nun ja, andere Länder - andere Sitten. Spanier frühstücken auch kaum, dafür ist gerade im nördlicheren Teil eine kurze Kaffeepause im Laufe des morgens mit einem Teilchen heilig. Brot isst man kaum zum Frühstück, dafür zum Mittag- und Abendessen. Sie sind total verständnisslos wenn Ausländer zu Fleisch und Kartoffeln kein Brot essen. Dass in den Hotels natürlich ein gutes Frühstück angeboten wird ist selbstverständlich.
      Gruss - Arctica

      Jan 2009 FM * Jan 2010 NL * Jan 2011 FRAM (Antarctica) * Apr 2011 NN * Mrz 2012 LO * Jan 2013 LO (Alta)* Feb 2014 KH *
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    • Urlaub Teil 2: Die Reise auf MS San Francisca

      14.03.17

      Als ich um 06:00 Uhr erwache, gilt mein erster Blick meinem Smartie, bzw. dort Marinetraffic - wo steckt "das Objekt der Begierde"?
      Ich habe die letzten Tage zu Hause und in Cagliari fast täglichen telefonischen Kontakt zur Ladeagentur Cincotta in Cagliari gehabt. Der zuständige Herr erweist sich als höchst professionell mit meinen Anliegen und sagt eine Ankunft für den heutigen Tag gg. 15:00 Uhr in Cagliari voraus. Ich sollte z.B. eine Kopie meines Reisepasses zuschicken :!: . Dank der Smartphone-Technik ist das kein Problem. Die Agentur kümmert sich um meine Registrierung bei der Polizei und den Hafenbehörden. Auch ein autorisierter Fahrer wird für mich gebucht, denn nicht jedes Taxi darf zum hermetisch abgeriegelten Containerhafen fahren.

      Lt. Marinetraffic hat das Schiff noch ca. 50 sm vor sich. Ich verbringe den Morgen und den Vormittag auf der Dachterrasse des B+B. Um 10:20 Uhr ist es soweit: Die Silhouette eines großen Containerfrachters taucht am Horizont auf - das muss Sie sein :dance: . Ich bin ganz jibbelig :wacko1: . Endlich sehe ich das Schiff live!

      MS San Francisca - im weiteren Verlaufe des Berichtes werde ich die Abkürzung SF benutzen, dreht fortan aber Kreise, kommt aber immer näher an die Stadt heran. Anscheinend ist noch kein Liegeplatz frei. Für 15:00 Uhr ist meine Abholung am B+B verabredet. Pünktlich erreicht mich telefonisch der Fahrer, dass er mich in 1 Minute abholen wird - wow! Inzwischen ist auch SF in den Hafen eingelaufen.

      Zuerst werde ich zum Fährhafen gefahren, denn dort ist die zuständige Polizeidienststelle. Ich zeige meinen Reisepass, Ticket und andere Dokumente vor. Stempel knallen, dann geht es weiter zum Containerhafen von Cagliari.

      An zwei Checkpoints zeige ich meinen Pass vor! Der Fahrer setzt mich an einem Punkt ab, wo ich a) sicher stehe und b) stracks zur Gangway von SF gehen kann. Ich soll warten, so der Fahrer und verlässt mich. Das Schiff ist riesig :fie: , sehr beeindruckend! Die Leinen werden gerade übergeworfen, die Gangway sicher ausgelegt. Verschiedene Offizielle gehen an Bord. Ich warte :dance3: . Ich kann es nicht erwarten, SF zu betreten. Ca. 16:15 Uhr gebe ich mir einen Ruck und winke flehend der Gangway-Wache zu. Ich darf kommen, jaa! Oben angekommen, muss ich erst einmal über diverse Müllsäcke steigen, die im Weg herumliegen. Der 2. Offizier und ein anderes Crewmitglied empfangen mich, ich soll mich in eine Liste eintragen. Der 2. Offizier führt mich in das Schiffs-Büro. Hier sitzen einige Leute, Stempel knallen. Ein Mann steht auf und begrüßt mich mit den Worten: "Captain Andrew". Er hat leider im Moment keine Zeit, der 2. Offizier soll mir aber die Kammer zeigen. Das Wichtigste sagt er auch noch: Ich darf jederzeit auf die Kommandobrücke!!!

      Per Lift geht es auf das F-Deck. Ich beziehe die Kammer des 4.Offiziers, direkt neben der Kammer des Kapitäns :thumbup: . In 30 Minuten soll es Abendessen geben, dieses wird auf dem B-Deck in der Offiziersmesse serviert. Meine Kammer wirkt etwas steril, so finde ich. Die Matratze scheint auch sehr hart zu sein :pinch: .
      Ich habe Ausblick nach vorn - der Bug scheint weit entfernt zu sein. Der Pott ist grooß - knapp 300 m lang, 48 m breit!

      marinetraffic.com/en/ais/detai…mmsi:538005735/vessel:SAN FRANCISCA

      Um 17:00 Uhr betrete ich die Offiziersmesse. Der Steward stellt sich vor. Er ist Filipino, heisst Reinert und hat deutsche Vorfahren. Er ist sehr freundlich und zuvorkommend. Er serviert Maccaroni mit Hähnchenflügeln. Es schmeckt gut, ist deftig, reichhaltig, ich sitze bequem. Alles passt :thumbsup: . Als Getränk gibt es Säfte.

      Gesättigt strebe ich der Brücke zu - ich nehme den Lift. Auf der Brücke angekommen staune ich Bauklötze - niemand anwesend, ich bestaune die Instrumente und die weitläufigen Nocks. Ein Hochgefühl durchströmt mich :saint: . Bald taucht Captain Andrew auf. Er ist Russe, heisst Andriy und ist 55 Jahre alt. Er zeigt mir, wie ich an der "Bar" mir Kaffee koche, und telefonisch beim Steward etwas auf die Brücke bestellen kann - ich glaubs nicht :fie: . Ich geniesse es an Bord zu sein und das riesige Privileg zu haben, in diesen besonderen Kosmos einzutauchen. Ich bekomme noch die Crewliste ausgehändigt. Es sind 22 Leute an Bord. Viele Russen und Ukrainer, ein Kroate, der Rest sind Filipinos.

      Die Abfahrt ist für morgen früh um 07:00 Uhr terminiert. Die ganze Nacht wird be- und entladen. Es rummst ordentlich, wenn die Container abgestellt werden!
      Früh gg. 20:00 Uhr verziehe ich mich in meine Koje. Was wird mir diese Frachtschiffreise bringen? Selig schlummere ich ein...

      15.03.17: Abfahrt aus Cagliari

      Trotz der harten Matratze habe ich keine Rückenschmerzen und somit gut geschlafen. Um 07:30 Uhr gibt es Frühstück. Ich darf die Eierspeisen wählen. Da ich Ketchup auf dem Tisch entdeckt habe, wähle ich Rührei und Wurst. Die Kombi aus Rührei und Ketchup ist fast noch leckerer als Schokolade :essen: . Hmmm!

      Die Abfahrt soll nun um 10:00 Uhr sein. Na ja, kein Problem! Als sich SF um 12:30 Uhr vom Kai löst, stehe ich auf der Brücke - zusammen mit dem Lotsen, Kaptein, dem 2. Offizier und dem Rudergänger, ein Filipino. Der Kurs wird vom Lotsen angesagt, der Rudergänger wiederholt das Gehörte und tippt den Kurs in die Steuerung der Ruderanlage ein. Faszinierend :8o: .

      Wir lassen Sardinien hinter uns, setzen schnell noch den Lotsen ab, und dampfen mit 21,2 kn an der Südspitze Sardiniens vorbei, hinaus in das Mittelmeer :thumbup: .

      Die Sonne scheint, der Fahrtwind kühlt schön, ich stehe auf der Nock und filme. In tiefen Zügen geniesse ich...

      Später wird die Geschwindigkeit auf 11,7 kn gedrosselt. Die Ankunftszeit in Tanger, Marokko ist um 1 Tag auf den 18.03. verschoben worden. Herrliche Seetage liegen nun vor mir :thumbsup: .

      Der 3. Offizier macht mit mir die obligatorische Sicheitseinweisung. Er zeigt mir den Weg zum Rettungsboot auf dem B-Deck, Backbordseite. Er klärt mich über die verschiedenen Alarmtöne auf. Ausserdem gibt er mir den Code zum bordeigenen Wlan, für mich auf dem F-Deck, damit ich es in meiner Kammer nutzen kann. Ein wahrer Luxus, wie ich finde :thumbup: .

      Die Zeit bis zum Abendessen, heute erst um 18:00 Uhr, verbringe ich auf der Brücke und den Nocks - herrlich! Ich halte nach Delfinen Ausschau, kann aber leider keine entdecken ;( .

      Zum Abendessen gibt es Pfannkuchen mit Geschnetzeltem. Witzige Kombi! Auch heute verkrieche ich mich früh in meine Kammer.

      to be continued...
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      • Blick aus meiner Kammer im Hafen von Cagliari - Kopie.jpg

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      • Erstes Abendessen an Bord - Kopie.jpg

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      • Flur im B+B - Kopie.jpg

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    • 16.03. - 19.03.17 Seetage auf dem Mittelmeer

      Ein wenig Hurtigruten-Feeling kommt auf - frühmorgens bereite ich mir ein koffeinhaltiges Heissgetränk zu - allerdings nun an der "Bar" auf der Kommandobrücke der SF :thumbsup: . Ich schnuppere würzige Seeluft, geniesse den Sonnenschein und die laue Brise. Nach dem Frühstück bin ich wieder auf der Brücke und verbringe die Zeit mit Lesen. Plötzlich ist Betrieb: Maschine Stopp! :S

      Die Ankunftszeit in Tanger ist erneut nach hinten verschoben worden, nun sollen wir in der Nacht vom 18 - 19.03. dort ankommen. Dies würde bedeuten, dass wir mit 7,4 kn fahren müssten! Da dies für die Maschine ungut sein soll, wird für ca. 24 Std. auf einer gedachten Linie zwischen Mallorca und Algier, mitten auf dem Mittelmeer, das Schiff mit gestoppter Maschine vor sich hin dümpeln! Das schmeckt mir nicht :thumbdown: . Dafür das Mittagessen - frittierte Scampis und Reis. Ich verbringe die Zeit mit Lesen, Schlafen, auf der Brücke und den Nocks aufs Meer hinausschauen...habe ja Urlaub!

      Das Abendessen heute setzt sich aus Spaghetti, Kartoffeln, Brokkoli und Hendl zusammen. Der Sonnenuntergang ist traumhaft schön :thumbup: . Als es dunkel ist, sehe ich einen Sternenhimmel, wie ich selten zuvor erlebt habe - es ist dunkel...

      Am nächsten Tag sind Schaumkronen auf dem Mittelmeer zu sehen. SF bewegt sich sogar, ganz sachte. Teilweise aber trifft doch eine größere Welle das Schiff von der Seite - dann zittert SF. Ich finde das genial :thumbsup: .

      Nach ca. 24 Std. Stillstand wird der Fahrthebel auf halbe Kraft voraus gelegt, bedeutet ca. 42 Umdrehungen der Welle pro Minute. Am Abend des 18.03. erspähe ich an Steuerbord Land - Spanien, die Costa del Sol :thumbup: . Die hohen Berge der Sierra Nevada türmen sich auf am Horizont - sehr eindrücklich, wie eine Fata Morgana :D .
      Der 1. Offizier, Yuriy, sagt, dass ich gg. 03:00 Uhr auf der Brücke sein soll, um die Strasse von Gibraltar zu erleben. Ich stelle mein Handy...
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