Großbritannienkreuzfahrt mit Überraschungshäfen

    • 2016
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      Große Großbritannienkreuzfahrt mit Überraschungshäfen (31.07.-15.08.2016)

      Nun will ich mit leichter Verspätung unseren Reisebericht aus dem Sommer starten. Je öfter wir mit dem Schiff unterwegs sind, desto schwerer fällt es mir, mich hinterher wieder zu Hause einzuleben. Die ersten Tage ist mir doch arg die Decke auf den Kopf gefallen, hat mir das Meer gefehlt und die morgendliche Runde an Deck mit der Nase im Wind. Jetzt, mit etwas Abstand und nach Überwindung der technischen Hindernisse (blöder Laptop :thumbdown: ) geht es nun also los und ich freue mich, wenn ihr mit uns und unseren Erinnerungen mitreist :)
      Bei der Reiseplanung für 2016 stolperten wir über die „Große Großbritannienkreuzfahrt“ mit MS Albatros. 15 Tage rings um Großbritannien und Irland mit so vielen interessanten Orten. Das war es! Ohne lange zu überlegen, haben wir die Reise gebucht und das übliche Warten begann. Im Nachhinein stellte ich fest, dass am Starttermin unserer Reise das jährliche Phoenix-Flottentreffen stattfindet und kurz darauf kam die Meldung, dass MS Deutschland die nächsten Jahre im Sommer für Phoenix fährt und ebenfalls am 31. Juli in Bremerhaven dabei sein wird. Wie schön, dann würden wir das Ex-Traumschiff also noch mal wiedersehen. Das hätten wir letztes Jahr nicht gedacht :rolleyes:

      30. Juli 2016: Bremerhaven

      21:30 Uhr: Ich sitze auf dem Hotelbett in Bremerhaven. Die lange Autofahrt hat geschlaucht. Wie in den Nachrichten angekündigt, war halb Deutschland auf der Autobahn unterwegs :S Dazu kommen ab Hannover etliche Dänen, Schweden und Norweger, die gen Norden streben. Nach diversen Staueinlagen rings um Hannover und dann rings um Bremen und dazwischen eigentlich auch, kombiniert mit einigen Wolkenbrüchen, haben wir es am späten Nachmittag geschafft und an der Küste scheint bzw. schien die Sonne. Wir haben das „Vorprogramm“ im Comfort Hotel direkt im alten Fischereihafen dazu gebucht, schlafen hier eine Nacht und werden morgen mit einem Bus zum Cruise Center gebracht, während unser Auto vorm Hotel stehen bleibt. Das ist tatsächlich nur unwesentlich teurer, als wenn wir das Auto nur am Hafen auf einen Parkplatz gestellt hätten – ohne Übernachtung ?(
      Unser Hotelfenster geht direkt auf einen Teil des alten Fischereihafens, ein Traumausblick also! Das Zimmer ist sehr schön geräumig. Zudem gucken wir direkt auf das Museumsschiff „Gera“. Was für ein Zufall. Wir, als alte Geraer, werden uns das gute Stück morgen bestimmt mal anschauen :search:



      In einem der Lokale am Hafen haben wir lecker Fisch gegessen. Hinterher sind wir zur Weser gelaufen und ein Stück am Deich entlang. Dabei konnten wir direkt einige maritime Raffinessen beobachten: Schleusen und Brücken, die hochklappen und Brücken, die sich drehen. Für uns als Landratten sehr faszinierend und spannend. Auf dem Rückweg gab es noch ein McFlurry-Eis. Schräg gegenüber vom Hotel spiegelt sich das Abendrot in den Scheiben eines Hauses :girl_sigh:



      Ich bin vielleicht schon gespannt auf morgen! Schließlich haben wir unbewusst den Reisetermin gewählt, an dem das große Phoenix-Flottentreffen in Bremerhaven statt findet. Das Hotel ist demnach restlos ausgebucht. So, nun ist es aber genug für heute, morgen ist auch noch ein Tag.
    • @Seemaus: die Info mit den Dreharbeiten haben wir erst nach der Buchung gelesen ;) Ich hoffe, dass es dadurch nicht so viele Einschränkungen auf dem Schiff gibt :S

      @Laminaria: die Reise war tatsächlich so, dass einer erneuten Buchung nichts im Wege stand ;) Allerdings werden wir nächstes Jahr nicht allein, sondern mit lieben Ex-Fories unterwegs sein :D

      31. Juli 2016: Bremerhaven

      22:30 Uhr: Was für ein Tag liegt da hinter uns! Als uns Jens Handy weckte, war es draußen grau und nass. Nach dem Frühstück (es war brechend voll, also der Raum ;) ) wurde es besser. Wir packten unsere Trolleys fertig und ließen sie im Zimmer stehen. Bis Mittag dürfen wir das Zimmer nutzen, 12 Uhr geht der Transfer zur Columbuskaje.
      Wir nutzen den Vormittag, um das Museumsschiff FMS Gera zu besuchen. Der Fischtrawler wurde 1959 gebaut und 1990 von Rostock nach Bremerhaven „gerettet“. Der Besuch war wie eine Zeitreise in die DDR, zumindest was das Mobiliar angeht. An verschiedenen Stellen gab es Videos, die einen Eindruck von der harten Arbeit der Fischer an Bord vermitteln. Die Maschine ist noch funktionsfähig und wird an ausgewählten Terminen für Besucher angeworfen. Die Gera gilt als letzter deutscher Seitentrawler. Man kann fast alle Bereiche des Schiffs erkunden: die Kombüse, Lagerraum, Waschraum, Kajüten, Maschinen- und Aufenthaltsraum,... Sehr interessant ^^



      Die Eintrittskarte war gleichzeitig ein Gutschein für ein geräuchertes Makrelenfilet. Das ließ sich der Jens natürlich nicht entgehen und ignorierte meinen Einwand: „Da steht Filet und nicht Fischbrötchen“ :nono: Er kam also wieder aus dem Fischladen mit zwei Filets ohne Brötchen. Er hätte sich vielleicht noch eins kaufen können, wenn er nicht vorher in dem Nippesladen nebenan einen Kaffeepott gekauft hätte... Da er nur etwas Kleingeld eingesteckt hatte, gab es eben nun kein Brötchen zur Makrele :mosking:



      Anschließend sind wir zurück ins Hotel und haben ausgecheckt. Es fuhren drei Busse, um alle Leute und ihr Gepäck zum Cruise Center zu schaffen. Wir saßen im Bus 3 und waren trotzdem als erstes am Hafen, weil der clevere Busfahrer einen Stau umfuhr. Als Nebeneffekt bekamen wir so noch eine kleine Rundfahrt durchs Hafengelände. Der Check-In war Ruck Zuck erledigt und wir gingen hinauf auf die Promenade, um alle vier Schiffe sehen zu können :8o:



      Ganz vorn lag die Amadea, dahinter die Albatros, gefolgt von Artania und Deutschland. Es war ganz schön Gewusel im Terminal und in meinem Bauch kribbelte es. Ca. 14:30 Uhr begann die Einschiffungen, aber wir warteten den ersten Ansturm ab. Schlange stehende Leute beobachten, ist doch was feines, hihi. Außerdem sehen wir den ein oder anderen Phoenix-Mitarbeiter (inklusive Kapitän), der aus dem TV bekannt ist. 15:30 Uhr enterten dann auch wir die MS Albatros. Das Gepäck war schon auf der Kabine. Wir hatten uns für Nummer 8014 auf dem Apollo-Deck entschieden, mit Rettungsboot vor der Nase, aber einem Fenster zum Öffnen. Die Kabine ist breiter als üblich und sehr zu empfehlen (Fotos folgen am nächsten Tag, ich hab am 31.07. zu viele andere Bilder gemacht :rolleyes: ). Ein Deck unten drunter ist das Umlaufdeck, zwei Decks unten drunter das Restaurant. Direkt im Anschluss an die Kabine beginnt der für Passagiere unzugängliche Brückenbereich, so dass auf dem Gang auch kein großer Durchgangsverkehr herrscht. Es gibt ein Obstkörbchen, dass jeden Tag aufgefüllt wird.

      Fortsetzung folgt...
    • Jaaa, der war es :D Jetzt geht es weiter mit Teil 2 vom 31.07. in Bremerhaven...

      Nach einer kurzen Erkundung zog es uns nach draußen aufs Umlaufdeck und hinterher ins Restaurant Möwe zum Willkommens-Snack. Es gab Kaffee, Kuchen und belegte Brötchen und ein paar andere Kleinigkeiten. So lässt es sich bis zum Abendessen aushalten :D Ursprünglich sollte 17:30 Uhr die allgemeine Rettungsübung stattfinden und 18:30 Uhr die Abfahrt. Es standen aber einige Busse im Stau, so dass auf allen vier Schiffen noch Passagiere fehlten, sich alles nach hinten verschob und die Flottenparade etwas durcheinander geriet. Es war trotzdem ein Wahnsinns Erlebnis! Die Promenade über dem Terminal war brechend voll mit Zuschauern, die zum Teil mit Fähnchen winkten. Am Kai spielte eine Band nacheinander vor jedem Schiff, blau-weiße Luftballons flogen in den Himmel, mehrere kleinere Schiffe warteten bereits auf der Weser :8o:



      18:45 Uhr eröffnete MS Deutschland die Parade und zog von ganz hinten an allen vorbei. Weiter vorne am Kai standen kleine Kanonen, die drei Schüsse abfeuerten und natürlich gab es auch gaaaaaanz viel Typhon. Gänsehaut pur! Als MS Deutschland an uns vorbeifuhr, kamen mir gleich so viele Erinnerungen an unsere Grönlandreise letztes Jahr in den Sinn... :love: Nur wenige Minuten später startete MS Amadea vor uns mit dem gleichen Prozedere... Luftballons, Kanonenschüsse, Typhon... und kurz nach 19 Uhr starteten wir mit der weißen Lady. Wir kamen uns vor wie Staatsgäste, wegen der vielen winkenden Menschen an Land. MS Artania folgte weitere zehn Minuten später und im Gänsemarsch steuerten wir die Nordsee an, vorbei am Industriehafen.



      19:30 Uhr schritten wir zum Abendessen ins Restaurant Möwe. Unsere Tischnachbarn links sind schon da, ein Paar aus Dortmund. Am direkt angrenzenden Vierpersonentisch sitzt noch ein älteres Ehepaar. Während das Wetter im Laufe des Tages immer besser geworden war, schlug es nun komplett um. Es kam eine grau-schwarze Wand auf uns zu und es begann zu schütten. Wir zogen uns also nach dem Abendessen die Regenjacken über und dann nichts wie raus aufs Umlaufdeck. Nun begann das letzte Highlight des Tages. Über uns kreiste ein Hubschrauber, der Fotos von der Phoenix-Flotte machte. Die vier Schiffe formierten sich in einer Pfeilform, mit der Amadea als Flagschiff an der Spitze und gaaaaaanz viel Typhon. Mittlerweile hatte glücklicherweise der Regen aufgehört und der Himmel erfreute uns mit wunderschönen Wolken und Farbspielen.



      Wenn ein Urlaub so anfängt, was soll dann hinterher noch kommen?!? ?( Nachdem die Fotos im Kasten waren, löste sich die Formation auf und die vier Schiffe verschwanden in der Dunkelheit auf ihren jeweiligen Reiserouten. Gegen 22 Uhr verkrümelten wir uns auf die Kabine. Die Eindrücke müssen wir erst mal verarbeiten. Der Kopf ist restlos überfüllt mit Bildern. Hier gibt es ein paar Eindrücke von "oben".

      Unser Kapitän für diese Reise ist Robert Fronenbroek, Kreuzfahrtdirektor ist Jörn Hofer.
    • Wahnsinns-Fotos !!!! :thumbsup: Das kann ich mir gut vorstellen, dass das ein tolles Erlebnis war !!! :thumbup: Wie war der Kapitän Robert Fronenbroek, hat der auch so lustige Morgengrüße von der Brrrücke geschickt wie Morten Hansen ? :winki:
      Viele Grüße
      Seemaus

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    • Lieben Dank für Deinen Bericht, @Tanja. Du bist ziemlich großzügig mit Deinen Bildern schon am ersten Tag. Ich hoffe, Du bist Dir der Gesamtbeschränkung der Bilderzahl für den Reisebericht bewusst ? ;) Nicht dass wir am Ende von Großbritannien gar nichts mehr zu sehen bekommen. :)
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX Verweise auf Reiseberichte im Profil

    • @Capricorn: Zum Glück kommt jetzt ein Seetag, da kann sich das Bilderzahlkonto leicht entspannen :D
      Um die Frage von Seemaus zu beantworten: Kapitän Fronenbroek gehört eher zur ruhigen Sorte, hat seine Sache aber souverän gemacht und wir haben uns sehr wohl an Bord gefühlt :thumbup:

      1. August 2016: Auf See

      12:15 Uhr: Wir haben die erste Nacht auf See gut geschlafen. Es hat ganz sacht geschaukelt, seeehr angenehm. Es ist schön, die Reise mit einem Seetag zu beginnen. Man kann ganz entspannt aufs Meer gucken und erst mal richtig „ankommen“ :) Als ich 6 Uhr munter wurde, schien die Sonne durch einen Spalt zwischen den Vorhängen. Es hat mich schon gejuckt, mich anzuziehen und rauszugehen... am Ende habe ich mich doch noch mal umgedreht und bis 7:30 Uhr gebutzelt. Nach dem Frühstück erkundeten wir ein bisschen das Schiff. Das Frühstücksbuffet bietet alles was das Herz begehrt: süß, deftig und vor allem Obst, dass vor unseren Nasen frisch aufgeschnitten wird ^^

      Hier zwei Fotos von der Kabine:


      22:15 Uhr: ein fauler Tag liegt hinter uns. Neben Essen haben wir ihn mit auf Deck sitzen und spazieren gehen verbracht. Heute Abend gab es den obligatorischen Kapitänsempfang mit anschließendem Gala-Dinner. Unsere Tischnachbarn aus Dortmund haben frühere Reisebekannte wieder entdeckt und sind umgezogen. Jetzt sind wir also nur noch zu viert und können uns dem ü80-Ehepaar am Nebentisch an der Fensterseite widmen. Da Jens unsere Bordausweise am Hurtigrutenband um den Hals hängen hat, kommen wir sofort ins Gespräch. Die beiden sind auch schon mal auf der Hurtigrute unterwegs gewesen. Also saßen wir mit ihnen von 19 bis 21 Uhr am Tisch beim Abendessen... :rolleyes:
      Nun wird es Zeit für die Heia. Es ist recht windig und schaukelt leicht. Schööön. In der Nacht werden die Uhren eine Stunde zurück gestellt.



      Die aktuellen Daten: Noch 131 Seemeilen bis Lerwick. Wir sind mit 15 Knoten unterwegs bei einer Meerestiefe von 120 Meter. Als Temperatur wird 14 Grad angezeigt, bei Seestärke 4 und Windstärke 6.
    • 2. August 2016: Lerwick (Shetlandinseln)

      9:00 Uhr: Halb sieben dudelte der Bordweckdienst mit Vogelgezwitscher los. Wir haben wohl gestern vergessen, den Ton auszustellen :whistling: Jens brummt und schläft weiter, ich werfe den TV an und sehe durch die Bordkamera Land voraus. Also ab ins Bad und fertig machen für eine Expedition auf Deck 7. Es ist frisch heut früh, irgendwas zwischen 10 und 12 Grad. Entgegen des ursprünglichen Plans haben wir keinen Tenderplatz, sondern liegen direkt an der Pier :thumbup: Bei der Anfahrt auf Lerwick kommen wir an einem hübschen Leuchtturm vorbei (steuerbord) und einem Friedhof mit Meerblick (backbord). Pünktlich wie die Maurer lag MS Albatros um 8 Uhr vertäut an der Pier. Ein sehr souveränes Anlegemanöver inklusive 180 Grad-Drehung im Hafen. Danach war ich froh, dass es beim Frühstück einen heißen Kaffee gab. Wobei der Kaffee wie bei allen bisherigen Schiffsreisen eher nach Nichts schmeckt, mit einem Hauch von Malzkaffee :wacko:
      Während wir beim Frühstück sitzen, kommt die Durchsage des Kreuzfahrtdirektors, dass die britischen Behörden jetzt an Bord kommen, um bei jedem Passagier einen sogenannten „Facecheck“ zu machen. D.h. man bekommt seinen Ausweis ausgehändigt, geht damit zu den Beamten, damit die gucken können und danach darf man erst von Bord. Ich bin sehr gespannt und hoffe, die Beamten hatten ein gutes Wochenende. Der Jens hat vorhin aus dem „Facecheck“ ein „Facelift“ gemacht. Wenn das so wäre, würden wir wahrscheinlich nie vom Schiff kommen...lach :mosking:

      22:15 Uhr: Zeit für den Matrazenhorchdienst. Seeluft macht soooo müde und... hungrig. Unser „Facecheck“ verlief problemlos und wir verließen das Schiff gegen 10 Uhr. Lerwick ist ein sehr beschauliches Städtchen und gefällt mir richtig gut. Im alten Hafen im Zentrum sahen wir sogar eine Robbe. Das war mir allerdings erst gar nicht klar. Zuerst dachte ich: Die Boje da tanzt aber aus der Reihe... dann tauchte die Boje plötzlich ab... düdüm :hmm: Wir durchwanderten den Ort, entdeckten einen schönen Park, das Rathaus und Fuchsien im Baumformat und erhaschten in der Bibliothek öffentliches W-Lan. Also fix ein paar Grüße und Fotos an die Daheimgebliebenen versendet. Zudem machten wir unsere ersten Erfahrungen mit dem Linksverkehr. Zum Glück gab es nicht so viel Verkehr und es passte wenigstens immer einer von uns beiden auf und guckte an der Straße in die richtige Richtung :hmmz:



      Mittags legten wir einen Stopp an Bord ein und hinterher setzten wir unsere Entdeckungstour fort. Ich hatte mir schon im Vorfeld überlegt, den „Clickimin Broch“ zu besuchen, einen über 2.000 Jahre alten steinernen Rundturm. Hinterher liefen wir weiter durch den Ort, machten einen Halt am Meer, wo Jens in einen Muschelsammelrausch verfiel.



      16:15 Uhr enterten wir die Albatros, denn 17 Uhr hieß es Abschied nehmen von Lerwick – mit kräftigem Typhoneinsatz. Das Schiff hat ein richtig schönes Typhon, finde ich, seufz :girl_sigh: Bei der Ausfahrt guckte noch die ein oder andere Robbe neugierig aus dem Wasser.



      Unsere Tischnachbarn feiern nächstes Jahr Diamantene Hochzeit – Respekt! Beim Abendessen hatten wir wieder richtig Spaß. Er über sie: „Man gewöhnt sich an alles.“ Da kann der Jens direkt noch was lernen... :laugh1: Zwischendurch sang unser Tischkellner mit dem Pfefferstreuer als Mikro und der Küchenchef führte das Wort Souvenirrollen ein: „Haben Sie schon Souvenirrollen?“ :winki:
      Nun sind wir auf dem Weg nach Ullapool, die Wettervorhersage sieht doof aus. Heute war es meist wolkig mit sonnigen Abschnitten – morgen soll es regnen. Leider hat sich die Sonne beim Untergang hinter den Wolken versteckt, dafür gab es ein richtig dramatisch-kitschiges Abendrot.



      Die aktuellen Daten: Noch 137 Seemeilen bis Ullapool bei momentan 60 Meter Meerestiefe. Es sind 13 Grad, Seestärke 1 und Windstärke 6. Wir sind mit flotten 17,7 Knoten unterwegs.
    • @effemuc: Danke ^^ Ist das mit der Meerestiefe ironisch gemeint? :blush2: Ich achte erst auf die Meerestiefe, seit wir letztes Jahr von Spitzbergen nach Grönland gefahren sind. Da fand ich die Vorstellung so unglaublich, dass mehrere tausend Meter Wasser unter uns sind. Dieses Jahr war das immer so pillepalle wenig ;)
      Was haben denn die Schwiegereltern von Ullapool erzählt?

      3. August 2016: Ullapool (Schottland)

      09:30 Uhr: Noch ist es trocken, wenn auch bewölkt. Bei meiner morgendlichen Expedition auf Deck 7 schien die Sonne und der Himmel und die Berge spiegelten sich im Wasser. Wunderschön! :girl_sigh: Ullapool gehört mit seinen rund 1.500 Einwohnern zu den größeren Orten in den nordwestlichen Highlands und liegt am Loch Broom. Es ist mit 16 Grad mild, zumal es windstill ist heut morgen. Unsere Tischnachbarn machen eine Panoramafahrt durch die Highlands. Ich bin schon gespannt, was die beiden abends berichten werden. Wir werden uns dann zum Tenderboot bewegen und hoffen, dass das Wetter zumindest trocken bleibt. Das Tendern läuft sehr geordnet ab: man geht in die Atlantiklounge und bekommt ein Tenderkärtchen und wenn alle Kärtchen für ein Boot verteilt sind, wird das Grüppchen nach unten zum Boot gebracht.



      Ich habe zu Hause eine Karte angeschaut und gesehen, dass etwas landeinwärts ein See liegt: Loch Achall. Das ist unser Wanderziel für heute.

      16:30 Uhr: Unsere Wanderung war sehr schön, wenn auch am Ende etwas nass. Gegen 10 Uhr sind wir mit dem Tenderboot an Land gefahren und am Steg begrüßte uns ein Dudelsackspieler, der bei jedem ankommenden Tenderboot das gleiche Lied losdudelte :wacko: Zwei junge Leute haben am Steg Krebse geangelt. Sie haben einfach eine Schnur mit einem Stück Fleisch ins Wasser gehalten und nach kurzem Warten wieder hochgezogen und schwuppdiwupp hing einer dran. Sehr ökonomisch. Es stand schon ein ganzer Eimer mit Krebsen da. Wir drehten eine kurze Runde durch den Ort (inklusive Friedhofsbesichtigung, ich weiß auch nicht, warum es uns immer überall zu den Friedhöfen zieht...) und stiefelten landeinwärts.



      Nach einigem Suchen fanden wir den richtigen Wanderweg und ließen den Ort rasch hinter uns. Wir genießen die Stille – nur wir beide in dieser tollen Landschaft! Gegen Mittag sehen wir vom Berg aus Loch Achall vor uns im Tal liegen. Es gab eine kurze Husche Regen, dann war es wieder trocken. Rings um den See weideten viele mähende und fotoscheue Schafe :) Wir liefen bis ans Ufer und legten dort eine Pause ein, bevor wir den Rückweg nach Ullapool antraten. Der Himmel sah bedrohlich nach Regen aus. Kurz bevor wir den Ort erreichten, fing es so richtig an zu schütten. Wir cancelten also den Plan, noch mal durch den Ort zu gehen und düsten mit dem Tenderboot zurück zur Albatros. Mittlerweile lief das Wasser schon die Beine hinunter in die Schuhe... Kurz gesagt: wir waren tropfnass X/
      Nach der Trockenlegung an Bord gingen wir Kaffee trinken. Den Kuchen haben wir uns echt verdient, schließlich gab es kein Mittag. Und die Schlagsahne ist so unverschämt lecker... wenn das keine Souvenirrollen gibt... :mosking: Besonders fasziniert haben mich unterwegs die vielen verschiedenen Grüntöne: der Farn, das Moos, die Birken,... und überall das rosa und lila blühende Heidekraut.



      22:00 Uhr: Es gab zum Abendessen schon wieder zwei Gläser Weißwein. Eigentlich hatte ich mich auf Apfelsaft eingestellt, aber als unser putziger Getränkekellner Roland mit der Weinkaraffe dastand und mich treuherzig anschaute, habe ich eben Weißwein genommen. Wenn man nicht aufpasst, schenken die Kellner auch ständig nach, seeeehr gefährlich :beer: Unsere Tischnachbarn waren ganz zufrieden mir ihrem Ausflug, auch wenn das Wetter nicht besser war als bei uns. Statt 22 Uhr sind wir schon 20:30 Uhr in Ullapool abgefahren. Wegen des Regenwetters waren schon alle Passagiere zurück an Bord. Dadurch schepperte mitten beim Abendessen die Auslaufmelodie in Hörsturzlautstärke los (Vangelis, Conquest Of Paradise). Da es bis Stornoway nur knapp 20 Seemeilen sind, werden wir Mitternacht schon dort sein.

      Die aktuellen Daten: Wir sind mit 14,6 Knoten bei 70 Meter Meerestiefe unterwegs. Es sind 15 Grad, Windstärke 5, Seestärke 1.
    • Nein liebe Tanja,ich meinte das nicht ironisch.Ich bin auch immer fasziniert und beeindruckt von den Wassertiefen! ^^ Jens' Eltern haben in Ullapool eine Panoramafahrt unternommen,das Wetter war aber "very scottish".Ich teile noch eine "Vorliebe" mit Dir,und zwar die Faszination von Friedhöfen und alten Grabsteinen. :whistling:
      Gruss Stefan :)
    • Na da bin ich beruhigt ^^

      4. August 2016: Stornoway (Äußere Hebriden)

      18:30 Uhr: Obwohl für heute Regen im Tagesprogramm stand, ist es bisher trocken geblieben. Während früh noch dunkle Wolken über Land und Meer lagen, zog es sich im Laufe des Vormittages immer mehr auf. Zeitweise strahlte die Sonne vom Himmel und nur ein paar weiße Wattewölkchen dekorierten das Blau. Nach dem Frühstück setzten wir 9:30 Uhr mit dem Tenderboot über. Die ältere Dame neben mir erzählte mir ausführlich von ihren zahlreichen bisherigen Phoenixkreuzfahrten. Während der gut zehnminütigen Überfahrt tätschelte sie dabei immer wieder mein Knie :mosking:
      Stornoway ist der Hauptort auf der Insel Harris und Lewis. Etwa 12.000 Menschen leben hier. Wir drehten eine Runde durch den Ort und kamen an einem „Europäischen Markt“ vorbei ?( Es gab die üblichen Buden: Käse aus Frankreich und Holland usw. Bei den „German Sausages“ war noch nichts los, ich hatte aber ehrlich gesagt auch noch keinen Appetit drauf. So kurz nach dem Brexitvotum ein putziger Anblick :D Danach erkundeten wir den Park mit seinem Herrenhaus „Lews Castle“. Hier ist seit kurzem ein Museum untergebracht. Vorher war es auch schon mal Marinehospital und College.



      Von dort aus liefen wir an einem wunderschönen Golfplatz vorbei (wobei ich sonst für Golfplätze nicht wirklich was übrig habe) zu einem großen Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges. Über 1.100 Namen sind auf den Steinen davor verewigt. Der Turm steht auf einem Hügel, von dem man einen tollen Blick über die Insel hat, aber der Wind pustete uns fast weg. Leider war die Tür des Turmes geschlossen.



      Auf dem Rückweg zum Hafen machten wir noch etwas Schaufenstergucken in den kleinen Läden. Überall wird der traditionelle Harris-Tweed kreativ und modern verarbeitet: zu Mützen, Schals, Handtaschen, Handyhüllen, … nur schnell weiter... eine Fleischerei gab es auch :D



      An der Kirche starteten wir einen zweiten Besuchsversuch (beim Ersten war die Tür geschlossen). Diesmal stand eine Tür auf und wir sind hineingegangen, fanden uns aber nur in einem Nebengebäude wieder. So sind wir wieder raus und ein vorbei laufender Mann sah unsere vermutlich ratlosen Gesichter. Er sprach uns an, ob wir im Kirchenraum gewesen sind. Ich sagte nein, wir haben den Weg nicht gefunden. Er zeigte uns, dass wir ihm folgen sollten und erklärte, wie wir aus dem Nebengebäude ins Kirchenschiff kommen. Wir uns gefreut, haben das so gemacht, sind in die Kirche rein und standen vor einem Sarg – zum Glück geschlossen. Ringsherum einige trauernde Angehörige, vermute ich... düdüm X/ Sie guckten uns irritiert an – wir den Rückzug angetreten – nach uns wurde die Tür ins Nebengebäude wieder geschlossen... Lustigerweise hat uns beim ersten Versuch genau vor de Kirche auch schon ein Mann angesprochen, ob er uns weiterhelfen kann... Also entweder sind die Schotten wirklich extrem hilfsbereit oder wir sehen wirklich so hilfebedürftig aus?!? :help:
      Im Hafen lagen einige Fischerboote und davor standen noch ein paar Kisten mit Fisch. Oben drauf eine leere Kiste, damit die Möwen nix stibitzen können. Ein besonders großes Möwenexemplar schlich immer drum herum und schien zu überlegen, wie sie an die Leckereien ran kommt. Als Jens die oberste Kiste anhob, damit wir mal einen Blick rein werfen können, leuchteten ihre Augen förmlich auf. Deckel wieder drauf – Möwe frustriert :mosking:



      Um 15 Uhr verabschiedet sich die weiße Lady im Sonnenschein von Stornoway. Morgen steht unser erster gebuchter Ausflug an: es geht nach Glasgow.



      22:00 Uhr: Heute war übrigens ein Tag der Delphine. Das erste mal sahen wir welche am Nachmittag. Fünf bis sechs Tiere, die aber relativ weit weg auf- und abtauchten. Als ich unseren Tischnachbarn davon beim Abendessen erzählte, sprang prompt direkt vorm Fenster ein Delphin aus dem Wasser. Das war echt verrückt :8o: Und zu guter Letzt sahen wir noch welche beim abendlichen Spaziergang an Deck. Während ich mich mit einer Mitreisenden unterhielt, wurde das Schiff merklich langsamer. Nach vorn sahen wir, dass direkt auf Kollisionskurs ein ganzer Haufen Basstölpel zum Fischen abtauchte und dann ein Blick nach unten: am Bug der Albatros schwammen Delphine mit :love:
      Unsere Wasserflasche war beim Abendessen mit bunten Filzstiftblumen verziert, voll niedlich. Unsere Tischnachbarn sind Phoenix-Gold- oder Platincardinhaber oder so was in der Art und hatten heute eine Audienz bei Kapitän und Kreuzfahrtdirektor. Dort wurde erzählt, dass die Albatros noch mindestens bis zum 50. Geburtstag fahren soll. Das wäre 2023.

      Die aktuellen Daten:
      Noch 147 Seemeilen bis Fairlie. Wir düsen mit 16,6 Knoten bei 80 Meter Meerestiefe dahin. Es sind noch 15 Grad, Seestärke 1 und Windstärke 4.