​Die Mucci' s auf Expeditionsreise mit der MS Fram LYR-BGO

    • Svalbard
    • 2016
    • Um 7:15 Uhr klingelt schon der Wecker, da wir ab halb 8 in den Raftsund einfahren sollten. Vorher wurden die Reisenden der Polarcirkel-Tour ausgebootet. Wieder hat alles pünktlich geklappt.

      Leider begann es zu regnen. Da die Wolken nicht so tief hingen, konnte man trotzdem den herbstlichen Raftsund und Trollfjord genießen. Ein Seeadler waren auszumachen, viele andere Vögel pausierten auf einem Felsen und ein Elch gab es im Wasser zu sehen. Letzterer ist uns leider entgangen.



      Nach der Einfahrt in den Trollfjord gingen wir zum Frühstück.

      Im Fjord angekommen, nahm MS Fram die Polarcirkel-Ausflügler wieder an Bord. Erst als wir mit dem Frühstück fertig waren, verließen wir den Trollfjord , was wir uns auf dem Balkon des Restaurants im Trockenen anschauen konnten.



      Nun war es richtig ungemütlich. Als wir an Svolvær vorbei fuhren, standen wir natürlich draußen auf Deck 5. Bei schlechteren Windverhältnissen, wäre dies unser Hafen des Tages geworden. So fuhren wir aber weiter Richtung Henningsvær, wo wir pünktlich um 12 Uhr ankerten.



      Nach dem Mittagessen tenderten wir aus und wanderten über die 2 Brücken, die man sonst von der vorbeifahrenden Hurtigrute gut ausmachen kann, ortsauswärts. Zwischenzeitlich waren die Kayak-Fahrer und Angler unterwegs. Von einer kleinen Anhöhe hatten wir einen schönen Blick auf das Schiff, den Ort, die Lofoten und den Vestfjord.



      Wir beobachteten, wie kurz nacheinander 2 Polarcirkelboote bei der Fahrt in Richtung Anleger im Ort „verreckten". Etwas unangenehm für die Passagiere darauf. Aber es kam schnell Hilfe vom Schiff.

      Ebenfalls wieder interessant auf unserem Rundgang waren die Pflanzen und diesmal gab es auch jede Menge Pilze zu entdecken. Ein sichtbares Zeichen für den Herbst in Norwegen.



      Am Horizont waren erste Sonnenstrahlen zu erkennen, was auf ein schönes Licht zum späten Nachmittag hin hoffen ließ. So kam es dann auch. Wir liefen ins Ortszentrum von Henningsvær. Bei unserem ersten Besuch im Juli 2007 waren hier hunderte Urlauber unterwegs. Heute strahlte der Ort eine herrliche Ruhe aus. Nach einem kleinen Einkauf im Supermarkt genossen wir die Sonne auf einem Spaziergang durch den Ort bis hin zum Sportplatz neben den unzähligen Trockengestellen. Der Blick gen Westen lohnte sich.





      Bei der Rückfahrt zum Schiff hatten wir das Glück mit einem der größeren Polarcirkelboote fahren zu können. Hier gibt es feste, leicht gepolsterte Sitze mit Blick in Fahrtrichtung. Ich stieg als Letzter ein und saß somit ganz vorn. Die kurze Fahrt genoss ich in vollen Zügen und musste sie natürlich filmisch festhalten.



      Die Sonne gab weiter ihr Bestes, so dass ich gleich wieder raus auf Deck 7+8 ging, um noch ein paar Fotos zu machen. Mitreisende fragten mich dann nach meinem Teleobjektiv, da sie weiter draußen auf einer Schäre einen Seeadler erspäht hatten. Schnell ging ich zurück in die Kabine, holte das Objektiv und bekam den gemütlichen Zeitgenossen vor die Linse. Er ist auf dem Foto nur schwer zu erkennen, aber immerhin.





      Der Abendhimmel war gigantisch…

      …und wir genossen die Abfahrt gegen 19 Uhr noch eine ganze Weile draußen an Deck. Die Hoffnung auf eine Schiffsbegegnung mit der MS Nordnorge schwand schnell, als MS Fram direkten Kurs Richtung Bodø aufnahm. Später als wir beim Abendessen waren, wurde das Vorbeifahren in weiter Ferne durchgesagt, aber ein Blick aus dem Balkon des Restaurants bestätigte, dass man nur die Lichter eines Schiffes am Horizont ausmachen konnte. Ina machte die Durchsage wahrscheinlich nur, weil sie auf der MS Nordnorge als Reiseleiterin gearbeitet hatte. U. a. auch auf der Tour, bei der im Juni 2011 "Minutt for Minutt" entstand.

      Noch waren nur wenige Wolken am Himmel und wir hofften auf Nordlicht, da der vorhergesagte kp-Wert bei 6 lag. Erste Anzeichen waren auch Richtung Nordwesten zu erkennen, aber es war noch zu hell. Mehr und mehr fuhren wir in bewölktes Gebiet. Somit konnten wir ruhigen Gewissens an der Infoveranstaltung für den kommenden Tag teilnehmen.

      Nach einer abschließenden Abendrunde auf dem fast spiegelglatten Vestfjord gingen wir gegen halb 11 ins Bett. Für die Nacht war etwas mehr Seegang vorhergesagt, da uns sie Ausläufer eines Sturmtiefs erreichen sollten.
      Gruß JKmuc

    • Mensch Jens, Du schreibst so toll und ausführlich, und erstmal die vielen schönen Fotos, wunderschön!!
      Wir haben im Raftsund die Polarcirkelboottour mitgemacht und tatsächlich, in reichlicher Entfernung, unseren ersten Elch gesehen! Und das im 9 bzw. (für Göga) 10 Norwegenaufenthalt!
      Da es wetterbedingt aber so dunkel war, hatten wir leider beide ausgerechnet mal keine Kameras dabei... :o(
      Wir können aber bestätigen, daß da einer schwamm, dort an Land ging und hinter den Sträuchern verschwand!
    • JKmuc schrieb:

      Wir waren zu der Zeit nicht am Bug, wo man den Elch in der Ferne sehen konnte und die Durchsage kam als er schon weg war. Die Ausflügler mit dem Polarcirkelboot kamen wohl näher an ihn heran.


      Hi,
      Das wohl. Nicht in Eurer Qualität aber hier der Beweis zur Doku.
      Thomas (war auf einem der Polarcirkelboote unterwegs)
      Bilder
      • Elch_Raftsund.jpg

        148,68 kB, 977×651, 183 mal angesehen
    • Annette reicht als Tipp!! :o)
      Ich freue mich sehr, daß Du jetzt auch im Forum bist (oder Ihr!?)!! Wir hatten gar keine Kontaktdaten ausgetauscht und uns nicht verabschieden können :o(
      Umso schöner, daß wir uns wiedergefunden haben! Grüß' Annette ganz lieb von mir!!!
      Euch fehlen sicher schon die "täglichen" Polarcirkelbootfahrten ;o)))
      Gruß Doris
    • Dann muss man wohl am besten zum Raftsund , um endlich einen Elch in freier Wildbahn zu sehen. :sironie:

      Wir haben auch nach 16 Norwegenaufenthalten - dabei manchmal wochenlang im Ferienhaus - noch nie dieses Glück gehabt. :(

      Ich genieße den Reisebericht sehr, nun gerade auch die Bilder aus Henningsvær. Wir können sogar unser Hotel erkennen, in dem wir im vorigen Jahr gewohnt haben. :)

      Viele Grüße
      Laminaria



      Reiseberichte in meinem Profil
    • OK, dann dürfen wir uns ja glücklich schätzen, "schon" den ersten gesehen zu haben...allerdings bräuchte ich auch keinen mitten auf der Straße, bei den vielen tausend Kilometern im Wohnmobil! Dann lieber drauf verzichten! Im Raftsund hätte ich allerdings auch am allerwenigsten mit einem Elch gerechnet!
      Welches Hotel war das denn? Ist das empfehlenswert? Wir träumen ja noch von einem winterlichen Schnee- und Nordlichturlaub auf den Lofoten, An- und Abreise am liebsten mit der Hurtiruten :o)
    • Hallo @Skandifrau

      das Hotel heißt Arctic Lofoten und ist auf JKmuccs Bild Nr. 8 oben ganz in der Mitte zu sehen, auf der kleinen Insel zwischen zwei Brücken.
      In meinem Reisebericht habe ich mehr darüber geschrieben und auch Fotos gezeigt:

      Seite 3 post 54
      Mit der Midnatsol nach Kirkenes, mit dem Auto zurück -- 11. Juli. - 9. Aug. 2015/?pageNo=3

      Seite 4 post 61
      Mit der Midnatsol nach Kirkenes, mit dem Auto zurück -- 11. Juli. - 9. Aug. 2015/?pageNo=4

      Angesehen von der Enge waren wir recht zufrieden. :) Sicher gibt es in Henningsvær aber bessere (und teurere) Hotels.

      Viele Grüße
      Laminaria



      Reiseberichte in meinem Profil

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von „Laminaria“ ()

    • Hallo Jens,

      vielen Dank für den tollen Bericht.

      Sabine und ich hatten am Tag, an dem die Fram durch den Raftsund gefahren ist, direkt am Ufer auf diesem Campingplatz in unserem Miet-Womo übernachtet. Am Abend zuvor konnten wir sehr schönes Nordlicht beobachten. Der Platz befindet sich ca. fünf Kilometer südlich der Raftsundbrücke. Anders als auf dem Bild zu sehen war er nicht so voll - wir waren die einzigen Gäste! Registrieren mußte man sich selbst, die fällige Gebühr von 150,- NOK in einen Umschlag stecken und in einen Briefkasten werfen. Im Sanitärgebäude waren die Toiletten, Duschen und die sonstigen Waschgelegenheiten nicht abgeschlossen.

      Beim Frühstück im Womo haben wir auf einmal für uns völlig überaschend ein Hurtigrutenschiff gesehen, das sich recht schnell näherte. Sozusagen als "Vorhut" fuhren einige Polarcircle-Boote. Nach kurzer Überlegung "Welches Schiff ist denn so unpünktlich?" konnten wir eindeutig die Fram identifizieren. Und dann kam auch ein wenig die Erinnerung an die Fahrt von Spitzbergen nach Bergen . Leider war die Entfernung vom Campingplatz zum Schiff zu groß, um irgendwelche Personen erkennen zu können. Hier ein paar Bilder:



      Hilsen

      Dietmar

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Dacius“ ()

    • Hallo Dietmar, wie cool ist das denn!? Kann ich mir vorstellen, wie verwundert Ihr da wart ;o)
      Und ich finde es immer wieder toll, wie die Norweger auf das Gute in den Menschen vertrauen! Ich erinnere mich gerne an tolle Übernachtungsplätze, wo man einfach das Geld in ein Kästchen wirft und gut ist... :o)
      LG Doris, die gerne nochmal WOMO in Norwegen fahren würde...