Fernglas Dämmerungsfaktor Kaufberatung

    • Fernglas Dämmerungsfaktor Kaufberatung

      Hallo,

      erstmal: tolles Forum mit vielen Infos. Danke dafür!

      Am 23.12.2016 starte ich meine erste HR Reise. Spontane Bauchentscheidung :thumbsup:

      Jetzt stelle ich gerade meine "Einlaufsliste" zusammen (puh ... doch mehr als ich dachte).
      Zum Thema Fernglas konnte ich im Forum nur wenige Infos finden.

      Könnte mir jemand einen Tipp geben?

      Danke und viele Grüße
      Birgit
    • Hi!

      Ich hoffe mal, dass ich hier auf meine eigene Seite verlinken darf: freebook.fernglas-astronomie.de/?page_id=36

      Für eine Reise würde ich auf ein gutes Dachkantfernglas setzen - das sind die mit dem schalen Gehäuse. Die billigen Modelle haben aber nur eine schlechte Vergütung; so ab ca. 150 Euro gibt's ordentliche Geräte, so ab 250 Euro wirklich gute.

      Gerade bei den Winterreisen habe ich aber noch nicht groß das Verlangen nach einem Fernglas gehabt. Für Astro schwankt das Schiff zu sehr, und so viel Viehzeug ist im Winter nicht unterwegs - oder es ist schon weg, bis man das Fernglas geholt hat. Als Immer-Dabei würde ich auf ein 8x30 bis 8x42 setzen, je nach Jacke kann man das gut einstecken. Weniger Vergrößerung bedeutet ein helleres Bild und weniger Wackeln.

      Wichtig beim Dachkantfernglas: Wasserdicht/Stickstoffgefüllt (damit sie nicht beschlagen, wenn du ins Warme kommst), Phasenkontrastvergütung, möglichst dielektrisch vergütet, BaK4-Prismen, vollständig mehrfachvergütet. Phasenkontrast und Dielektrische Vergütung entfallen bei den normalen Porro-Ferngläsern (also denen mit dem klassischen, breiten Gehäuse)

      Beste Grüße,
      Alex
      Reiseberichte (Nordlicht & Sterne) gibt's auf Blog & Twitter
      MS Nordkapp: V – MS Finnmarken: II – MS Trollfjord: III – MS Nordlys: I
    • Erst einmal Willkommen im Forum !

      Es hängt natürlich viel davon ab, wofür Du das Fernglas auch außerhalb der HR-Reise benutzen willst. Wenn Du aber wirklich ein gutes Glas haben möchtest, das auch in der Dämmerung noch etwas bringt und Freude macht, dann müsste es wohl ein 7x50 oder 8x56 werden. Aber hier sei gleich gesagt, das unter 400 Euro nicht viel zu machen ist. Ich selber benutze seit 30 Jahren ein Steiner 7x50 und bin immer noch sehr zufrieden. Es gibt aber mit Zeiss und Leica noch etwas bessere Gläser, die aber auch wesentlich mehr kosten. Das Gewicht ist bei diesen Gläsern aber auch nicht außer Acht zu lassen, es geht von ca. einem Kilo aufwärts.
      Gruß Volkmar

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Flemming T.“ ()

    • Danke für die Infos :)

      @Alex: Ich werde mich mal auf deiner Seite informieren.
      @Volkmar: Wäre mein erstes Fernglas. Sicher dann auch für weitere Reisen etc. sinnvoll. Gewicht und Preis fließen mit in die Kaufentscheidung ein.

      Werde jetzt aber auch mal Miet- oder Leihoptionen prüfen.

      LG Birgit
    • Hallo Birgit,

      mieten oder leihen ist auch manchmal eine Option, sollte aber am besten bei Bekannten erfolgen ;) . Ich wollte mir mal ein Objektiv für die Nordlicht-Fotografie während der HR-Reise ausleihen, aber für einen Tick mehr hätte ich es auch gekauft bekommen. Es lohnt sich leider nur sehr selten. Und vielleicht noch ein zwei Erfahrungen : Vergiss Zoom-Ferngläser und sage Dir nie, ich nehme ein billiges, da ich es nur selten benutze. Gerade vor einigen Wochen hat mir ein Kollege sein neu erstandenes, "sehr günstiges" Fernglas gezeigt und sagte dabei, das es reicht. Als ich ihm dann mein Fernglas zum Vergleich angeboten habe musste er feststellen, dass sein Fernglas vieles gar nicht abbilden würde. Leider habe ich ihm damit auch sehr schnell die Freude an seinem Glas genommen.

      Vor Jahren saßen wir zu viert mit Ferngläsern verschiedener Hersteller (Billighersteller, Steiner, Leitz und Zeiss, alle 7x50) auf dem Besucherhügel am Airport München. Es war stark. Das Billigglas konnte einen Flughafen erkennen, mit dem Steiner konnte man die entfernten Gebäude mit den Lamellen-Blechen sehen, mit dem Leitz waren die Lamellen gut zu erkennen und mit dem Zeiss quasi zu zählen. Es war schon ein totaler Unterschied, am größten zwischen dem Billigglas und dem Steiner.
      Gruß Volkmar

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Flemming T.“ ()

    • Hi!

      Zoom-Ferngläser sind meist Schrott, stimmt - anfällig für Justagefehler und mit viel zu kleinem Bildfeld.

      Es muss aber nicht immer Zeiss, Leica oder Swarowski sein; auch Hersteller wie Celestron, Vixen und Nikon habe sehr gute Gläser. Ich mag die Celestron Trailseeker sehr, das ist die 300-Euro-Klasse. Und auch bei einem Zeiss Terra steht gut versteckt ein Made in China drauf... Für die Dämmerungstauglichkeit ist die Austrittspupille (AP) wichtig, die errechnet sich aus Öffnung in mm geteilt durch die Vergrößerung. Ein 7x50 hat 50/7=7,1mm; die selbe AP liefert auch ein 10x70 Großfernglas oder ein 6x42 (wenn du so eins findest). Fiese Sache: Die AP gibt die Bildhelligkeit an, ignoriert aber völlig den Einfluss der Vergütung. Daher kann ein schlecht vergütetes Fernglas ein wesentlich dunkleres Bild liefern als ein sauber vergütetes mit der selben AP bzw. Dämmerungszahl (die sich aus den selben Werten errechnet und Vergütung, Transmission und Kontrast völlig ignoriert).

      Die Öffnung beeinflusst eigentlich nur, wie viel Details du letztlich auflösen kannst - je größer, desto mehr Details.

      Um die Sache noch komplizierter zu machen, kannst du nicht jede AP nutzen - die AP ist nämlich das Lichtbündel, das aus dem Okular austritt und in deine Pupille rein muss. 7mm AP kannst du nur nutzen, wenn sich deine Pupillen auch wirklich so weit öffnen können. Je älter man wird, desto kleiner wird die maximale Pupillenöffnung, und irgendwann wird halt nur deine Iris beleuchtet, und das Licht gelangt nicht auf deine Netzhaut. Außerdem muss der Standort dunkel sein; bei Tag ist die Pupille ohnehin kleiner. Mehr als 5-6mm AP lohnen sich daher selten, wenn man schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Aber: Eine große AP bedeutet auch, dass du das Bild auf einem schwankenden Schiff nicht so leicht aus dem Auge verlierst, der Einblick ist ruhiger. Daher ist das typische Marinegläser ein 7x50.

      Ganz wichtig ist auch, mal selber durch das Fernglas zu schauen, das du letztlich kaufst. Im günstigen Bereich gibt es eine ziemliche Serienstreuung. Falls du online bestellst: Rechtzeitig vor der Reise ordern, damit du noch umtauschen kannst, wenn das Gerät einen Schlag bekommen hat und Doppelbilder zeigt.

      Ebenfalls noch wichtig: 10x können nur wenige noch ruhig halten, 8x oder 7x ist da deutlich angenehmer.

      Beste Grüße,
      Alex
      Reiseberichte (Nordlicht & Sterne) gibt's auf Blog & Twitter
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    • Hallo,

      Respekt - vor soviel Fachwissen! Ich wusste (nachdem ich Google befragt hatte) das die Auswahl nicht so einfach wird.

      Mein Whats App Aufruf heute bei Familie, Freunden und Bekannten war bis jetzt negativ. Ich habe aber zwei Kollegen die Jäger sind. Vielleicht haben die ja ein Fernglas was "geeignet" ist und das ich mir leihen kann. Ich werde berichten ...

      Hm .. obwohl mich ja Alex etwas verunsichert hat. Ist es im Winter, bei den Verhältnissen auf dem Schiff, die Anschaffung eines Fernglases überhaupt sinnvoll? Grübel ...

      LG Birgit
    • Hi!

      Ich sag mal so: Ein gutes Fernglas (Wer billig kauft, kauft zweimal) ist immer schön; auf meiner Packliste hat es aber niedrige Priorität. Wenn du nach Vögeln oder Walen Ausschau hältst, lohnt es sich auf jeden Fall; nur für die Landschaft für mich eher weniger. Aber Your mileage may vary, wie's so schön heißt - jeder hat seine eigenen Prioritäten.

      Beste Grüße,
      Alex
      Reiseberichte (Nordlicht & Sterne) gibt's auf Blog & Twitter
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    • Aber gerade im Winter sind nur noch wenige Vögel unterwegs und es ist ja viel dunkel, Wale wird auch schwierig. Ich bin bei Alex, eine hohe Priorität hätte ein Fernglas auch bei mir nicht bei der Küstentour, im Winter noch weniger als im Sommer. Bei meiner diesjährigen Spitzbergentour war wichtig, dass ich es dabei hatte. Bei den Touren vorher hatte ich eines dabei, aber gar nicht mit mir herumgetragen. Ich musste fotografieren. :)
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO //
      7/14 NX Verweise auf Reiseberichte im Profil

    • Hallo und guten Morgen,
      als Neuling habe ich gerade Eure Frage entdeckt. Massgeblich ist die Dämmerungsleistung auch Dämmerungszahl genannt.
      Sie ist bei jeden Glas mit angegeben. Am besten bei Frankonia auf der Optik-Seite nachsehen. Viele Anbieter gleichen sich zwar bei diesen Zahlenwerten, aber die Praxis straft die Billiganbieter Lügen. Bei den guten Firmen sind die Prismen geschraubt und nicht geklebt.
      Da jedes Auge anders empfindet ist die Vergütung der Prismen sehr wichtig. Hier hilft nur ein Test oder ausprobieren verschiedener Marken. Auch sollte das Glas gummiarmiert sein,(Salzwasser) läßt sich leise tragen und gut pflegen. Mit breiten, gepolsterten Tragegurt stören mich auch die ca. 1200 Gramm meines 8x56 von Zeiss nicht. Ist zwar nicht billig, aber eine Lebensanschaffung und auch bei stundenlangen Dauerregen dicht und es gibt 30 Jahre Garantie.
      Wünsche viel Erfolg und eine schöne Adventszeit
      Newcomer
    • Natürlich haben Qualitätsgläser ihren Preis. Hab selber ein 10x40 von Z. seit 20 Jahren.
      Die Dämmerungszahl scheint mir bei einer Schiffsreise nicht soo wichtig. Ich selber gehe zur Jagd, da sieht es dann ein bischen anders aus. Hinzu kommt dann auch noch die Vergütung.
      Viel wichtiger ist ein Testen vor dem Kauf(gute Firmen ermöglichen das).
      Und Brillenträger sollten mit der Vergrößerung ein bischen größer gehen, oder auf brillentauglichkeit nachfragen.(B-Gläser)
      Da ich Brillenträger bin, kann ich das nur empfehlen.
      500 Euro halte ich für ein durchnittliches Fernglas ausreichend und fair. (wobei es auch sehrgute Gebrauchtgläser gibt,egun-jagdzubehör)

      Gruß Axel

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Neckarstrand“ ()

    • Die Gummiarmierung ist übrigens keineswegs ein Maß für die Dichtigkeit. Diese sollte man beim Händler hinterfragen, aber man kann eher davon ausgehen, das die deutschen, österreichischen und japanischen Hersteller da gut sind genauso wie ausgewiesene Marineferngläser, während die chinesischen Produkte eher Defizite aufweisen.

      Das erste Maß für die Dämmerungszahl ist die zweite Zahl der Bezeichnung, bei 8x56 ist die 56 der Durchmesser der Frontlinse. Je größer, desto mehr Licht wird gesammelt. Der Hinweis auf die Beschichtung (Vergütung) ist aber berechtigt. Je preiswerter, desto größer das Risiko einer minderwertigen Vergütung. Es gibt Einschichtvergütungen (schlechter) und Mehrschichtvergütungen (besser bis viel besser), weil letztere besser angepasst sind auf die im Dunklen sich zum Blauen hin verschiebende Empfindlichkeit des Auges. Logischerweise natürlich teurer. Genauso wie die oft hochwertigen Gläser für Linsen und Prismen.

      Der Ansicht von @Neckarstrand hinsichtlich Erfordernis der hohen Dämmerungszahl bei Hurtigreisen und normalem alltäglichen Gebrauch stimme ich zu.
      wichtig ist noch die Auswahl der Vergrößerung und des Sichtfeldes. Die Vergrößerung wird durch die erste Zahl der Typbezeichnung charakterisiert, im Beispiel oben eben 8fach. Man sollte beachten, das es dem Normalnutzer ohne Stativ aufgrund des eigenzitterns kaum möglich ist, mehr als 8fach still zu halten. Das Mehr an Vergrößerung geht dich die Unschärfe durch das Eigenzitterns wieder verloren. Nicht umsonst sind ausgewiesene Marineferngläser üblicherweise nur mit 7 bis 8fach Vergrößerung erhältlich.
      Es grüßt Capricorn :hut:

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    • In gut drei Wochen geht es los – mein erstes Mal!

      Frage an die Routiniers: braucht man ein Fernglas in der Ausrüstung? Ich bin eine ganz normale Touristin und habe außer Schauen, Staunen und hoffentlich ein bisschen Erholen keine speziellen Interessen für die Reise – weder Vögel noch Geologie noch Pflanzen.

      Reicht da nicht auch eine “ganz gemeine” Kamera (Lumix TZ80, die ich mir für die Reise geleistet habe) und das eigene Sehwerkzeug?

      Danke für Euer Feedback und Grüße

      Silke
    • Tja, was soll man da sagen.

      Ich denke, dass viele, wenn nicht alle hier im Forum eine Gemeinsamkeit haben.
      Die Freude an Hurtigruten.
      Aber worin diese genau besteht, dürfte bei vielen durchaus unterschiedlich sein.
      Ich bin jedenfalls bei allen bisherigen Reisen sehr gut ohne Fernglas ausgekommen.
      Ich würde auch sagen, dass die wenigsten regelmäßig mit Fernglas unterwegs sind.

      Aber: Es gibt natürlich immer den einen oder anderen, der immer mit Glas um den
      Hals oder vor den Augen unterwegs ist. Vögel beobachten oder was auch immer.

      Ich denke, da kann man nur versuchen, sich selbst zu erforschen; wo liegen meine
      eigenen Schwerpunkte und so.

      In jedem Fall wünsche ich eine wunderschöne Reise.
      Unabhängig davon, ob man die norwegische Küste nun im
      gro0en Überblick (ohne Glas) genießt oder im kleinen Detail.

      LG Klaus
      Liste der Reisen findet sich in meinem Profil.

      HR-Virusinfektion passierte im März 2015.
    • Ich hatte noch nie ein Fernglas dabei und habe es auch nicht vermisst. Und mit der LUMIX bist du sehr gut beraten.
      Jan 2009 FM ~ Jan 2010 NL ~ Jan 2011 FRAM (Antarctica) ~ Apr 2011 NN ~ Mrz 2012 LO ~
      Jan 2013 LO (Alta) ~ Feb 2014 KH ~ Jan 2016 LO ~ Feb 2018 LO

      Reiseberichte siehe Profil!

    • Ich denke auch, wenn man nicht besondere Feinheiten (Vögel, Gesteinsformationen oder vielleicht weit entfernte Leuchttürme o.Ä.) unbedingt beobachten will, kommt man prima ohne Fernglas aus. Denke auch, dass du eine gute Wahl bei der Kamera getroffen hast. Wünsche dir viel Spaß und Erholung auf der schönsten Seereise der Welt :)
      LG Sehpferd /Helga :ilhr:

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