Inselhopping im Nordatlantik – mit der MS Fram von Tromsø nach Island (11.05. - 10.06.2016)

    • Svalbard
    • Macht ruhig weiter, ich wüsste wirklich nicht, was ich zu diesem schönen ausführlichen Bericht noch ergänzen sollte :) Ich bin ja einen Tag als Ihr angereist und habe die Anreiseerlebnisse ja an anderer Stelle ( Anreise (Flug) nach Tromsö?) schon beschrieben.

      In Tromsö angekommen (abends) ging es problemlos mit dem Flybussen bis direkt vor die Tür des Scandic Ishavshotel, das trotz Streikposten vor der Tür (übrigens sehr freundlichen und netten) den Betrieb bestens aufrecht erhalten konnte. Die nette Dame an der Rezeption wies mir dann ein Zimmer in der 6. Etage zu, mit direktem Blick auf die Eismeerkathedrale einerseits und dem HR-Anleger andererseits, und alles war wunderbar. Um kurz vor 23 Uhr dann nochmal raus, ein leichtes Abendessen bei BurgerKing (ja ja, nicht gerade beste Küche - aber Pub und Pizzeria am Hafen waren streikbedingt geschlossen, und ich hatte keine Lust, um die Uhrzeit noch lange was zu suchen. Lecker gegessen hab ich ja dann am nächsten Tag mit Noschwefi und Bonimali bei Egons :-), anschließend noch eine kleine Spazierrunde rund um den Hafen und die Ankunft der MS Vesteralen beobachtet... und dann ab ins Bett, ein langer Tag forderte seinen Tribut.

      Während Bonimali und Noschwefi dann am nächsten Tag unterwegs waren, war ich schon in Tromsö auf den Beinen. Erst zur Tourist-Info, mit Material versorgt, dann ein bisschen durch die Altstadt und schlussendlich zum Fjellheisen hoch. Da dort allerdings eher Schneeregen und grauer Himmel vorherrschte, hab ich mir einen Kaffee und ein Stück leckere schwedische (!) Mandeltorte gegönnt und bin wieder runter gefahren. Von dort dann zur Eismeerkathedrale und diese mal ganz ohne andere Touristen besichtigt, was sehr nett war. Und dann zu Fuß über die Brücke (grenzwertige Erfahrung bei meiner ausgesprochen ausgeprägten Höhenangst) zurück zum Hotel, frisch machen fürs Abendessen bei Egons :)
      --

      Allzeit gute Fahrt wünscht Peter
    • Danke für Euer alle Bericht. Ich freue mich drauf weiter zu lesen.

      "Klugscheißermodus an":

      phge schrieb:

      zum Fjellheisen hoch

      Mit dem Fjellheisen (wörtlich: Bergaufzug) hinauf zum Storsteinen (dem Hausberg von Tromsoe ). ;)

      "Klugscheißermodus aus"
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO Verweise auf Reiseberichte im Profil
      7/14 NX
    • Toll, ein zumindest dualer Reisebericht und mit zusätzlichen Anmerkungen von weiteren Mitreisenden. Das verspricht Spannung pur, insbesondere wenn dann noch viele schöne Bilder eingestellt werden, nicht wahr effemuc ? Für mich von höchstem Interesse, da in 2017 Island ganz oben auf der Agenda steht.
    • Donnerstag, 12. Mai 2016 – Tag 2

      Quer durch die Botanik und viel Musik

      Heute steht erst einmal Ausschlafen auf dem Programm.

      Ich werde auch erst ca. 4½ Stunden nach Sonnenaufgang wach, also gegen 6:30 Uhr. Ein kurzer Blick nach draußen zeigt viele Wolken, aber keinen Regen – ganz so wie es der Wetterbericht angekündigt hat :thumbup:
      Kurze Zeit später melden sich die Biere vom Vorabend und ich stehe auf. Als ich aus dem Bad komme, rührt sich auch bonimali und bald darauf machen wir uns übers Frühstücksbuffet her, wir haben ja schließlich einige Kilometer vor uns :gutenmorgen:

      Kurz nach 9 Uhr marschieren wir los, erst einmal zur Fußgängerzone, anschließend an der Festung vorbei und unter der Tromsøybrua hindurch zum Meer. Diesem folgen wir dann einige Kilometer nach Norden – sofern man die ca. 200 Meter Abstand zum selbigen außeracht lässt, denn parallel zur Straße befindet sich ein Gewerbebetrieb neben dem nächsten :hmmz:
      Nach einer knappen Stunde verlassen wir aber dann die Hauptstraße, um uns über eine Fußgängerbrücke zur Universität abzusetzen. Inzwischen ist es auch bedeutend wärmer geworden – zumindest legt das der Jogger nahe, der uns in kurzen Hosen überholt :wtf:
      Bald darauf stehen wir am Eingang zu unserem Ziel, dem botanischen Garten.

      Zuerst sind wir ein wenig enttäuscht, da außer einigen Felsen und einem Haus nichts zu sehen ist :dos:
      Das wird sich aber ganz schnell ändern, nachdem wir den verschlungenen Pfaden ein wenig gefolgt sind :) Wir laufen ungefähr 2 Stunden durch die Anlagen und wechseln dabei von einer Klimazone zur nächsten – zumindest den Themengärten nach ;)

      Hier ein kurzer Eindruck:



      Wer schon öfter in Tromsø war, sollte dieses Kleinod unbedingt mal für einen Besuch ins Auge fassen. Wer gut zu Fuß ist, sollte es ohne öffentliche Verkehrsmittel schaffen können, ansonsten fährt auch ein Bus unmittelbar zum Eingang.
      Da wir weder mit dem Bus fahren noch den gleichen Weg zurück laufen wollen, entscheiden wir uns dafür, vom oberen Ende des botanischen Gartens aus auf halber Höhe des Berges dem Dramsvegen zurück nach Süden zu folgen. Zwischendurch gibt es immer wieder schöne Ausblicke :)



      Nach insgesamt gut 4 Stunden erreichen wir wieder unser Hotel, wo sich bonimali erst einmal lang hin legt – aufs Bett zum ausruhen. Unser eigentlich für heute Nachmittag geplantes Ausflugsziel fällt ja leider aus – die MS Lofoten liegt in der Werft :(

      Ich hole noch ein kleines Mittagessen im Supermarkt nebenan (bestehend aus Milch und Keksen) und schaue ein wenig in die Prospekte von Tromsø :cookie: Bald darauf beschließe ich aber doch, mich alleine auf den Weg zu machen. Versehen mit der Ermahnung, rechtzeitig wieder zurück zu sein (schließlich haben wir um 17 Uhr eine Verabredung) verlasse ich das Hotel.

      So habe ich gut zwei Stunden Zeit – vielleicht komme ich ja in der Zeit auf den Aksla und wieder zurück. Kaum bin ich auf der Tromsøybrua fängt es leicht an zu tröpfeln, aber laut Wetterbericht soll es aufklaren, und da hoffe ich einfach mal drauf. Nach knapp 25 Minuten stehe ich am Einstieg zum Wanderweg :locomotive: Wenn der Weg halbwegs in Ordnung ist, sollte ich es zeitlich schaffen können. Allerdings hängt die Bergstation der Seilbahn komplett in den Wolken, mit Aussicht ist also momentan nichts. Aber der Wetterbericht… usw. :D

      Ich gehe los, wobei ich erst einmal einen Bach überqueren muss. Aber halt, das ist gar kein Bach, das ist ja der Wanderweg :S Ich stapfe am Ufer – sprich dem erhöhten Rand des Wegs – entlang, wo ich steil, aber trockenen Fußes voran komme. Kurze Zeit später geht der Bach in ein Schneefeld, dann in ein Eisfeld über – alles kein Problem, solange der Rand erhöht ist. Dann macht der Weg eine Kurve – ohne Rand :wacko1: Ich laufe noch ein paar Schritte, merke aber dabei dass der Rückweg recht abenteuerlich werden wird. Ob ich dann pünktlich am Hotel ankommen werde, ist dann auch noch die Frage. Da es außerdem noch stärker anfängt zu regnen :negative: , kehre ich lieber um. Der Wind hat auch noch einmal zugelegt, wie ich auf dem Rückweg auf der Brücke merke, von daher ist es die richtige Entscheidung gewesen :|

      Zum Trocknen gehe ich noch ins Perspektivet, einem Museum für Fotografie, das noch rund eine halbe Stunde geöffnet hat. Hier gibt es interessante Fotoausstellungen über verschiedene Themen, u.a. über Flüchtlinge (von 1945 bis heute) oder die Stadtentwicklung in Tromsø :)
      Rechtzeitig – bevor ich eingeschlossen werde – verlasse ich das Museum und begebe mich zum Hotel. Zumindest ist es jetzt wieder trocken, also hat sich der Museumsbesuch doppelt gelohnt.

      Bonimali ist wach und bringt mich auf den neuesten Stand bzgl. unserer Verabredung – wir treffen uns mit phge und Akinom nebst Göga am Hafen.
      Inzwischen ist auch die Sonne rausgekommen und wir folgen den Wegweisern :/



      Unsere künftigen Mitreisenden erkennen wir unschwer an ihren Fram-Jacken :D
      Nach kurzem Kennenlernen beschließen wir, auch an diesem Abend zu Egon zu gehen und die 10% Rabatt nach dem gleichen Modus wie am Vortag zu nutzen. So weit der Plan.
      Auf dem Weg dahin müssen wir am Dom erst einmal diversen Wasserfontänen aus dem Weg gehen – die Feuerwehr macht sauber für den 17. Mai.

      Bei Egon angekommen finden wir sofort einen schönen 4er-Tisch, den wir postwendend um einen kleinen Tisch erweitern. Speisen und Getränke haben wir auch schnell ausgewählt. Wir gehen zu dritt zur Theke, ich frage vor der Bestellung nach dem Thon-Member-Rabatt – passt alles :) Ich bezahle und stelle am Platz fest, dass der Rabatt doch nicht abgezogen wurde :( Also zurück zur Theke, wo ich „unsere“ Mitarbeiterin auch sofort beim Bierzapfen sehe. Ich frage sie nach dem Rabatt und ich merke schon, dass ihr das sehr peinlich ist :blush2: Sie holt ihren Chef und will die Rechnung rückgängig machen. Das funktioniert aber nicht, so dass sie schließlich zu Plan B greift: Wir bekommen 10% Rabatt auf die gesamte Rechnung (also mit Getränken) in bar ausgezahlt. :thumbsup:
      Das nenne ich mal eine kulante Regelung! :thumbup:

      Die Abrechnung gestaltet sich durch das zusätzliche Kleingeld auch relativ einfach (nachdem wir alles ausgerechnet haben). Auf diese Weise habe ich jetzt auch genug Bargeld für unsere geplante Abendveranstaltung.
      Wir verbringen eine gemütliche Zeit beim Abendessen, immer wieder untermalt von Musik – auch diverse Musikgruppen üben schon einmal den Umzug zum Nationalfeiertag :huh: Ein zusätzliches Highlight ist die Schlange von 7 Mofafahrern (alle mit Warnweste), die wir mehrfach sehen ?( Ein Blick von vorne auf das führende Fahrzeug zeigt auch des Rätsels Lösung: Es handelt sich um die Übungseinheit einer Fahrschule :mosking:
      Anschließend wollen wir die Lokalität wechseln – es ist ja nicht weit zu den Ølhallen. Wir laufen aber erst einmal daran vorbei, um zu schauen, ob die Frau mit Handtasche immer noch auf den Bus wartet – und sie ist wirklich noch da!



      Wir haben uns im Vorbeigehen schon gewundert, wie viele (meist feierlich gekleidete) Leute vor den Ølhallen auf der Straße stehen, und beim Rückweg stellen wir auch den Grund fest: Geschlossene Gesellschaft, wie uns ein Schild an der Tür (auf norwegisch und englisch) informiert :fie:
      So bleibt uns nichts anderes übrig, als uns eine andere Lokalität zu suchen. Wir laufen Richtung Hafen und landen dann im „No. 24“. Wir haben den Altersdurchschnitt der Kundschaft ungefähr verdoppelt, aber für ein Bier passt das schon :D Die Auswahl weicht jedenfalls kaum von der in den Ølhallen ab.

      Anschließend begeben wir uns alle ins Foyer des Clarion Hotels, da es nun – so gegen 22 Uhr – doch langsam frisch wird. Wir warten nun. Zwei von uns auf die nötige Bettschwere und die drei anderen darauf, dass sie abgeholt werden – sofern das denn funktioniert :|
      Ich hatte bereits von Deutschland aus Kontakt mit dem Reiseleiter der MS Vesterålen aufgenommen, ob wir zu dritt am Mitternachtskonzert am 12. Mai teilnehmen dürfen. Ich habe auch eine entsprechende Zusage erhalten. Als ich am Nachmittag noch einmal eine Bestätigung geschickt habe, kommt prompt die Rückmeldung, dass das Schiff bereits am Vorabend in Tromsø gewesen sei. Dabei hat sich herausgestellt, dass das Mitternachtkonzert noch zum alten Tag gehört (da ja der Beginn des Ausflugs vor Mitternacht ist). Wir würden aber bei der MS Nordnorge angemeldet, die an diesem Tag wirklich dran ist. Von daher bleibt es spannend, ob die Voranmeldung funktioniert :/

      Gegen 23 Uhr hören wir das Typhon und begeben uns (zumindest einige von uns) nach draußen, um die MS Nordnorge zu empfangen :ilhr:



      Es dauert noch über eine halbe Stunde, bis das Schiff angelegt hat und die Passagiere sich an Land ergießen. Wir finden auch rasch den Reiseleiter (unschwer an dem Klemmbrett und der Crew-Weste zu erkennen) – und die Reservierung hat tatsächlich funktioniert :thumbup: Wir bezahlen unseren Obolus und werden zur Eismeerkathedrale kutschiert.
      Oben angekommen strahlt das Fenster in der Kathedrale jetzt zur blauen Stunde sehr stimmungsvoll, eine passende Einstimmung für das Konzert :rolleyes:



      Das Konzert selber ist – wie immer – wunderschön, aber viel zu kurz :love: Zum krönenden Abschluss gibt es noch eine schöne Aussicht vom Vorplatz der Kirche.



      Gegen 1 Uhr kommen wir wieder am Hafen an, wo wir uns von phge verabschieden. Kurz vor Sonnenaufgang erreichen wir nach einem Spaziergang durch die menschenleere Stadt unser Hotel, wo wir (auch ohne komplette Verdunklung) schnell einschlafen :sleeping:

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:

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    • Ich war ja gerade nicht drauf ;)

      Und falls Du meinst, ob ich den Berg nicht verwechsle, dann schau mal hier nach :D

      Ich war genau so überrascht wie Du, als ich den Namen des Bergs, auf den der Wanderweg geht, auf einem Faltblatt bei der Touristeninformation gesehen habe :)
      Daher musste ich das ja jetzt auch bringen und auf genau so eine Reaktion warten :lol:

      Viele Grüße
      Noschwefi

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:
    • Eigentlich ist es gar nicht so verwunderlich, dass zwei (oder vielleicht noch mehr?) Berge in Norwegen den Namen Aksla tragen.
      Aksel heißt ja Schulter, wobei Aksla die bestimmte Form darstellt, also "die Schulter".

      Eine Frage habe ich zum Mitternachtskonzert: Kann man nachts mit der Hurtigrutengruppe mitfahren auch wenn man erst am nächsten Tag ein anderes Schiff entert? Das wäre interessant, denn dann müssten wir uns im Juni 2017 nicht auf eigene Faust auf den Weg machen.

      Wunderschön sind die Bilder aus dem Botanischen Garten! :thumbsup:

      Viele Grüße
      Laminaria

    • Der Botanische Garten ist in der Tat ganz anders als ich erwartet habe. Er fügt sich ohne Zaun und Mauer in die Umgebung, ist wirklich schön gestaltet und birgt eine ganze Menge kleiner Wunder (jedenfalls für mich). Am Zuweg gibt es eine kleine Spendenbox, ein Eintrittsgeld wird nicht verlangt, eine Spende ist gern gesehen. Im Sommer gibt es wohl auch ein kleines Cafe, dafür waren wir einfach zu früh im Jahr dort.

      Mir gefällt die Kargheit, in der die Pflanzen wachsen und blühen. Wir gehen die vielen verschlungenen Pfade, die uns hügelrauf und wieder runter führen, an einem kleinen Bachlauf entlang und weitere Wege bis wir auf eine Gärtnerin treffen, die ich eine Weile beobachte. Kein Wunder, dass hier alles so schön blüht, bei der Pflege, die sie den Pflanzen zukommen lässt.



      Es gibt zahlreiche Primeln mit den unterschiedlichsten Blüten und Blättern aus wirklich allen Himmelsrichtungen. Dazu verschiedene Rhododendren und Azaleen, eine Vielzahl an Zwiebelpflanzen, Veilchen und vieles mehr. Eben alles, was in den kalten Regionen dieser Erde so wachsen mag.



      Alles ist sorgfältig beschriftet. Nur manchmal sind die zum Schild gehörigen Pflanzen umgezogen und die Nachmieter tragen einen anderen Namen. ;)


      Zurück im Hotel bin ich durchgefroren und müde. Da ich das Wetter für weniger gut halte als mein Göga, verziehe ich mich ohne Reue oder Bedenken, ohne Angst, ich könnte etwas versäumen, in mein kuscheliges, warmes Bett. :sleeping:

      Auf dem Weg zu unserem abendlichen Date mit @phge und @Akinom hole ich das letzte Mal für heute die Kamera hervor.





      Ab dem heutigen Abend ist unsere "Tafelrunde" für die kommenden Tage komplett. :thumbup: :thumbsup: :thumbup:


      Der Höhepunkt des Tages ist ja eigentlich am nächsten Tag: Das Mitternachtskonzert. Für mich immer ein Muss, wenn ich in Tromsø bin. Und wie immer hat es sich absolut gelohnt. :heart:


      @Laminaria

      Ihr müsst nur Kontakt mit dem Reiseleiter des Schiffs aufnehmen und Euch ankündigen. Die Emailadresse steht ja hier im Wiki . Zur Ankunft des Schiffs seid Ihr dann am Hafen, bezahlt den "Ausflug" bar und fahrt mit.

      Allerdings: Wenn Ihr im Sommer da seid, gibt es oft öffentliche Konzerte vor dem Konzert für Hurtigruten. Dann fahrt (oder lauft) Ihr zwar auf eigene Faust zur Eismeerkathedrale, aber es kostet auch erheblich weniger. Infos hierzu gibt es auf der Homepage der Eismeerkathedrale.
    • Danke für den Hinweis, bonimali. :flower: Dann haben wir zwei Optionen.

      Als Plan A hatte ich mir vorgestellt, bei schönem Wetter auf den Storsteinen zu fahren und auf dem Rückweg in der Kirche die Konzertkarten für den Abend zu kaufen.

      Die Hurtigrutenausflugs-Variante ist dann unser Plan B für richtig schlechtes Wetter. :ohno:

      Zwischen den beiden Konzerten besteht aber offenbar ein großer Unterschied. Das Mitternachtssonnenkonzert dauert nur von 23:30 bis 00:00, während das anschließende Mitternachtskonzert für die Hurtigrute wohl länger geht, eine ganze oder eine 3/4 Stunde lese ich in verschiedenen Quellen.

      Viele Grüße
      Laminaria

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    • @Laminaria

      Mit Deiner Anmerkung bzgl. Preis und Länge hast Du vollkommen recht.

      Die offizielle Variante ist deutlich günstiger, aber auch kürzer und ohne Transport (ob um Mitternacht noch ein Bus fährt, solltest Du ggf. vorher ermitteln).

      Die Hurtigrutenvariante ist länger (bei uns ca. 45 Minuten), beinhaltet aber auch den Transport vom und zum Hafen.
      Dafür kann es aber auch später werden, sofern das Schiff Verspätung hat.

      Viele Grüße
      Noschwefi

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:
    • Ich könnte mir denken, dass der Bus im Hochsommer auch nachts fährt, denn vom 15. Mai bis 15. August fährt sogar der Fjellheisen bis 01:00.
      Das ist bei scheinender Mitternachtssonne auch eine interessante Alternative: Um 23:30 ins Konzert und danach ab auf den Storsteinen. :thumbsup:

      Viele Grüße
      Laminaria

    • So, da nun ja schon Donnerstag ist...
      Unsere Anreise von Hamburg über Kopenhagen verlief mehr oder weniger glatt. Wir sollten erst um 12.15 in Tromsö landen, aber um diese Zeit standen wir schon mit Gepäck vor dem Airport. Das die Koffer es geschafft haben, wundert mich noch heute. Mit dem Bus ins Ishavshotel und dann schnell zu Peppe, da es anfing zu regnen. Nach den Essen soll man ruhen...
      Was dann kam, hat ja Noschwefi schon geschrieben.
      Es war sehr lecker bei Egon und wir haben uns auf Anhieb verstanden.
      Ich hatte eigentlich vor gleich nachdem wir von dieser Kneipe im Hotel waren, ins Bett zu gehen, während die anderen unten im Foyer warteten, aber das blöde Internet hat mich abgehalten
      :D
      Ich bin dann wieder runter und bald darauf kam die Nordnorge. Ich wünschte den dreien viel Spaß und ab in die Koje
      Gruß Akinom :lofoten2:
    • Freitag, 13. Mai 2016 – Tag 3

      Im Schnee und auf dem Wasser

      Für heute haben wir uns einen festen Termin vorgenommen:
      Um 12:30 Uhr möchten wir an der Pier stehen und MS Fram gucken. Eigentlich ja mehr als gucken, wir wollen ja schließlich mitfahren. Ob wir dann allerdings schon an Bord dürfen, werden wir ja sehen. :)
      Aber bis dahin ist noch lange Zeit, vorher ist noch aufstehen, frühstücken und Koffer packen angesagt (kaum zu glauben, wie sich das Volumen in 2 Nächten gefühlt verdoppeln kann). :/
      Gegen 9:30 Uhr sind wir ausgehfertig und überlegen, wie wir die 3 Stunden verbringen wollen. Das Wetter hat sich weiter gebessert. Es gibt etwas Sonne und einige Wolken, und der Wind hat nachgelassen. :thumbup:
      Wir hatten uns am Vorabend locker mit phge und Akinom verabredet, bei schönem Wetter Bahn zu fahren. Mitten hinein in unsere Überlegungen kommt die Nachricht, dass sie sich jetzt auf den Weg machen. :thumbsup:
      Wir nehmen also den Fahrstuhl zur Rezeption, checken aus und fragen, ob wir unser Gepäck unterstellen können. Die Gegenfrage lautet: Wie lange? ?( Das Hotel schließe streikbedingt um 15 Uhr, danach kämen wir nicht mehr an unser Gepäck. Für unsere Planungen kein Problem, also verlassen wir beruhigt das Hotel.

      Zum Glück wissen wir schon, wo der Bus fährt und wo wir die Fahrkarten besorgen müssen. Dadurch kommen wir genau 2 Minuten vor Abfahrt des Busses an der Bushaltestelle an. Von den anderen ist allerdings nichts zu sehen. Vielleicht haben sie ja bereits einen Bus früher bekommen oder sind zu Fuß über die Brücke gegangen? :huh:
      Keine Ahnung, wir steigen jedenfalls ein und erreichen die Talstation der Seilbahn genau in dem Moment, als die Warteschlange sich Richtung Einstieg begibt.
      Es ist inzwischen 10:31 Uhr (planmäßige Abfahrt ist um 10:30 Uhr), aber die Schlange vor der Kasse wird noch abgearbeitet :) . Wir sind die letzten und steigen ebenfalls als letzte ein, bekommen aber noch einen Stehplatz innerhalb der Kabine (zur Beruhigung von bonimali :whistling: ).
      Die neue Schweizer Technik funktioniert auch knapp über Meeresniveau, so dass wir einige Minuten später wohlbehalten die Bergstation erreichen. Wir sehen beim Aussteigen weder blaue noch orangefarbene Jacken (das Kennzeichen von phge), so dass wir uns auf die Aussichtsplattform begeben. 2 Minuten später haben wir die Plattform für uns und genießen die Aussicht. Als die Herde der Hurtigruten-Ausflügler (Vorprogramm zur Fram-Reise: Ausflug mit dem Fjellheisen mit Erläuterungen und kleinem Imbiss) die Plattform flutet, gehen wir nach hinten und befinden uns in einer Winterlandschaft mit fast einem halben Meter Schnee. :rolleyes:



      Wir stapfen einige Minuten durch den Tiefschnee, bevor sich bonimali an einem windgeschützten Eckchen in die Sonne setzt und ich ein paar Schritte laufe.Zuerst orientiere ich mich an den Steinsäulen und -männchen.



      Bald darauf wird die Markierung des Wanderwegs allerdings recht abenteuerlich, so dass ich ihm nicht weiter folge, sondern lieber der Umzäunung. 8|



      Ich genieße noch ein wenig die tolle Fernsicht :search_1: , bevor ich mich gemeinsam mit der 11:30-Uhr-Bahn zur Bergstation begebe. Auf dem Rückweg begegne ich auch unseren Mitfahrern, die sich noch Verstärkung in Form von gerade angekommenen Fram-Reisenden geholt haben und daher eine Bahn später hochgefahren sind.



      Da der Wind hier oben doch noch recht frisch weht, beschließen bonimali und ich, die nächste Bahn nach unten zu nehmen. Das wird beinahe noch dadurch verhindert, dass uns der Hurtigruten-Guide auf den Imbiss aufmerksam macht, den wir jetzt in Anspruch nehmen können. Anscheinend fehlt ihm ein wenig der Überblick, wer zu seiner Gruppe gehört (aber schließlich sind wir ja mit der gleichen Bahn nach oben gefahren) :fie: . Unten wartet wohl noch eine größere Menge von Leuten, jedenfalls fährt die nächste Bahn außerplanmäßig, und wir stehen 5 Minuten später schon wieder in der Talstation.

      Auf dem Weg zur Bushaltestelle sehen wir die MS Fram mit schöner Hintergrundkulisse. :)



      An der Haltestelle wundern wir uns ein wenig, dass der Wegweiser für die letzten Meter zur Seilbahn sogar die Steigung korrekt angibt. :/



      Nach einer weiteren Viertelstunde sind wir bereits am Hotel und können uns mitsamt unserem Gepäck auf den Weg zum Hafen machen. Ein Pärchen verlässt gleichzeitig mit uns das Hotel. Nachdem wir am Kofferanhänger schnell gemerkt haben, dass wir das gleiche Ziel haben, schließen sie sich uns an, da sie sich nicht sicher sind, wie der gepäckstrategisch beste Weg verläuft. Wir zwar auch nicht hundertprozentig (schließlich haben wir nie darauf geachtet, wo es flache oder hohe Bordsteine gibt), aber das lassen wir uns natürlich nicht anmerken. :whistle3:

      Kurz nach halb eins kommen sowohl die MS Fram als auch ein abgesperrter Zaun in Sicht. Die Streckenführung ist aber eindeutig: hier geht es zum Schiff. Wir sind gerade rechtzeitig da, um den Beginn der Warteschlange zu markieren; 10 Minuten später stehen schon ca. 50 Personen hinter uns. :locomotive:
      Noch einmal 10 Minuten später dürfen wir an Bord, nachdem wir unsere Koffer draußen abgegeben haben.
      Wir beschließen, uns direkt zum Mittagsbuffet zu begeben, da unser Gepäck noch unterwegs ist und es dort sicher in den nächsten Minuten noch voller werden wird.
      Es gibt ein wenig Chaos vor dem Eingang, da wir die Jacken nicht mit ins Restaurant nehmen, wir aber auch noch nicht in die Kabinen dürfen. Da alle Kleiderbügel bereits belegt sind, bilden sich langsam Häufchen unter der Garderobe, aber anscheinend findet jeder noch ein Eckchen für seine Sachen. :hmm:
      Wir merken rasch, dass es gut war direkt zum Restaurant zu kommen, sonst wäre dieses Foto nie entstanden:



      Anmerkung zum Foto: Merkwürdigerweise wird die Bezeichnung MS Fram bzw. MV Fram beliebig genutzt. Auf dem Tagesbefehl steht es mal so und mal so ?(

      Wir sind kaum mit dem Essen fertig, da steht schon der nächste Programmpunkt auf der Tagesordnung: Fragestunde mit dem Expeditionsteam. Das lassen wir uns natürlich bei unserer ersten Expeditionsreise nicht entgehen und werden in die Ausrüstungsgegenstände und die Planung der Fahrt eingeweiht.
      Nach einiger Zeit haben wir genug gesehen. Kaum wieder an Deck erscheint auch schon die MS Midnatsol am Horizont :ilhr: . Wir können es uns natürlich nicht entgehen lassen, die Ankunft aus ungewohnter Perspektive festzuhalten:



      Wenig später können wir noch einen letzten Blick vom Oberdeck werfen, dann müssen wir auch schon rein.



      Um 15 Uhr müssen alle Passagiere in die Panorama Lounge kommen (was penibel kontrolliert wird :thumbup: ) und die Sicherheitseinweisung über sich ergehen lassen. Aufgelockert wird die Veranstaltung durch die Verrenkungen der Vorturner. :whistling:



      Ich glaube nicht wirklich, dass jemand 5 Minuten nach der Vorführung noch weiß, wie der Rettungsanzug anzuziehen ist… ?( Danach werden wir geschlossen aufs Vordeck geleitet, wo der Bordfotograf mit seinen Turnübungen beginnt. :D



      Hierbei werden wir heimlich beobachtet

      Ich zitiere aus der Tourenbeschreibung:
      Ihre Expedition beginnt in Tromsø , dem „Tor zur Arktis“. Viele Ehefrauen und Kinder standen an der Pier und winkten ihren Männern und Vätern zum Abschied, wenn diese in den Norden aufbrachen.
      Bei Einschiffung werden Sie das Adrenalin des Entdeckers in sich spüren.
      Zitat Ende

      Momentan ist eher Langeweile angesagt. Das Schiff macht mit 20 Minuten Verspätung die Leinen los, dümpelt aber mehrfach gerade an der MS Midnatsol vorbei und lässt sich dann wieder zurücktreiben.
      Adrenalin wird erst dann frei, als ein Depp weitere 20 Minuten später noch unbedingt vor der dann doch endlich anfahrenden MS Fram vorbei will . :ireful:

      Nun geht es tatsächlich los! Langsam lassen wir Tromsø hinter uns. :yeah:



      Eine Stunde lang folgen wir dem Grøtsundet (die klassische Hurtigrutenstrecke), wobei der Ullstinden immer schöner zu sehen ist. :rolleyes:



      Bald darauf biegen wir nach Backbord ab, wobei wir dem Schauer hinter Nipøya entgehen. Zum Ausgleich dürfen wir Finnkroken mit den Lyngsalpen im Hintergrund sehen. :)



      Nun ist es nicht mehr lange hin bis zu unserem ersten Abendessen. Unsere Reservierung hat geklappt, so dass wir zu fünft einen 6er-Tisch besetzen (oder einem 6er-Tisch beisitzen?) dürfen. :essen:
      Ich hatte lange im Vorfeld per Mail unsere 3 Buchungen zusammenlegen lassen, nachdem wir diesen Tipp von der Hotline erhalten haben. Damit wird automatisch ein entsprechender Tisch reserviert (schon wieder etwas gelernt). :thumbsup:

      Nach dem Abendessen (es gibt Menu sowie eine denkwürdige Begebenheit), das wir in entspannter Atmosphäre zu uns nehmen, gehen wir noch einmal an Deck.
      Wir befinden uns gerade in Höhe der Nordspitze von Vannøya, und so können wir noch einmal stimmungsvoll Abschied von Festland-Norwegen nebst vorgelagerter Inselwelt nehmen.



      Nun gehe ich erst einmal Koffer auspacken, da wir ja schließlich unsere Kojen später auch benutzen wollen. Am Nachmittag haben wir bereits unsere Ambassador-Geschenke in Form von 2 Fram-Tassen auf der Kabine gefunden, zusammen mit einem Merkzettel, wie wir uns bzgl. des Novovirus verhalten sollen. Tatsächlich sind am Eingang zum Restaurant auch Desinfektionsspender sichtbar angebracht (im Gegensatz zum Schiffseingang :thumbdown: ), aber es wird nicht kontrolliert ob sie auch genutzt werden. :/
      Nach einer guten Stunde ist alles verstaut, und ich gehe noch einmal nach draußen, wo uns die letzte Sonnenuntergangsstimmung für die nächsten 8 Tage präsentiert wird :8):



      Bald darauf haben wir die nötige Bettschwere erreicht und wir ziehen uns in unsere Kabine zurück. Das einzige Problem, was wir noch lösen müssen ist eine Festlegung des Verdunklungsgrades. Hierbei entdecken wir eine für uns geeignete Lösung, die wir im Laufe der nächsten Tage noch perfektionieren werden, so dass wir beruhigt schlafen gehen können. :sleeping:

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:

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    • Die Fahrt auf den Storsteinen (und auch die Rückfahrt) habe ich erfolgreich verdrängt. Oben angekommen freue ich mich an dem vielen Schnee und der Aussicht.






      Nach Entern der Fram, die mir ausnehmend gut gefällt, entstehen heute nur wenige Bilder:








      Noschwefis „denkwürdige Begebenheit“ ist eine für mich manchmal typische Situation:

      Beim Abendessen sage ich unserer Servicekraft Mary, dass ich weder Fisch noch anderes Meeresgetier esse. Sie nimmt das wohlwollend zur Kenntnis und stellt mir danach eine Frage. Es ist etwas unruhig im Speisesaal, ich verstehe sie akustisch nicht, denke aber, sie habe mich gefragt, ob ich etwas zu trinken bestellen möchte. Und antworte, ohne nachzufragen: „Not yet, may be later.“ Mary lächelt mich an und verläßt unseren Tisch. Unsere Tafelfreunde schauen ein wenig (oder auch ein wenig mehr) belustigt. @phge bemerkt trocken: „So, so, Du nimmst Deine Allergie also später!“ :thumbsup:

      Es gibt Momente, da möchte mensch vor Lachen im Boden versinken oder so. Ihr habt es sicherlich gemerkt: Mary wollte einfach nur wissen, ob ich allergisch gegen Fisch und Meeresfrüchte sei. :dos:


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    • Samstag, 14. Mai 2016 – Tag 4

      Auf zur ersten Insel (Teil 1)

      Frühstück gibt es heute ab 7 Uhr – so früh sind wir aber noch nicht so weit. Wir schlafen aus und suchen uns gegen 8 Uhr einen Platz im Restaurant, wobei wir über das schöne Wetter positiv überrascht sind – es gibt tatsächlich blauen Himmel zu sehen, und der Wind ist zu vernachlässigen :thumbup: Allerdings gibt es noch ein wenig Seegang – letzte Nachwirkungen eines vor 2 Tagen weiter gezogenen Sturmtiefs.

      Nach dem Frühstück schauen wir erst einmal an die Aushangtafel auf Deck 4, um unsere Zuordnung zu den Bootsgruppen zu erfahren. Alle Passagiere wurden zwischenzeitlich in 8 Gruppen eingeteilt, die Aufteilung wollen wir uns nun anschauen. Bonimali und ich sind in Gruppe 8, Akinom und phge in Gruppe 6 gelandet. Ansonsten sehen wir, dass die englischsprachigen Passagiere (zu denen auch die Franzosen eingeteilt sind) die Gruppen 1 – 3 bilden, die skandinavisch sprechenden Passagiere sind in den Gruppen 4 und 5 zu finden, und die deutschsprachigen bilden die Gruppen 6 – 8.

      Als wir wieder an Deck kommen, ist der Himmel mit noch mehr blau versehen :rolleyes:



      Bald darauf bekommen wir Besuch, der sich aber schnell wieder vom Acker macht – die Vorräte müssen wohl noch nicht aufgefüllt werden, vielleicht ist aber auch nur der Preis für den Fisch zu hoch :whistling:



      Um 11 Uhr gibt es einen Pflichttermin (bei dem die Anwesenheit per Checkliste kontrolliert wird). Wir erhalten eine Einweisung, wie wir uns in der Arktis bei Landgängen verhalten sollen, insbesondere sollen wir darauf achten, dass sich in den Taschen und Rucksäcken, die wir an Land mitnehmen, keine Verunreinigungen pflanzlicher Natur oder Abfälle befinden. Die Gummistiefel müssen jedes Mal desinfiziert werden, wenn wir wieder an Bord kommen.
      Außerdem wird uns gesagt, dass wir Thermoanzüge anziehen müssen, wenn wir mit den Landungsbooten unterwegs sind. Ob wir die Anzüge an Land ausziehen dürfen, wird von Fall zu Fall entschieden. :S
      Am Nachmittag sollen wir dann alles, was wir mit an Land nehmen wollen, aussaugen (was aber nicht kontrolliert wird). Mir ist die Logik dabei allerdings nicht ganz klar. Wenn wir mit den Landungsbooten anlanden, werden die Stiefel auf dem Rückweg desinfiziert; es ist also egal was wir vom Schiff aus an Land bringen. Wenn wir am Pier anlegen, wird gar nichts gereinigt. Warum sollen dann also die Rucksäcke von innen gereinigt werden, in die wir unsere Kameras etc rein tun? ?(
      Man muss wohl nicht alles verstehen…

      Jedenfalls haben wir uns das Mittagessen nach der Veranstaltung redlich verdient.
      Als wir nach dem Mittagessen den Speisesaal verlassen, sehe ich schon zum dritten Mal ein Gesicht, das mir sehr bekannt vorkommt :hmm: Ein Arbeitskollege aus einer anderen Abteilung, mit dem ich ab und zu zu tun habe, hat eine sehr große Ähnlichkeit mit ihm, und seine Begleiterin kommt mir auch bekannt vor. Sicherheitshalber gehe ich noch einmal zum Aushang mit der Bootsgruppeneinteilung und gehe die Namen durch – und tatsächlich erscheinen in der Gruppe 6 auch die beiden Namen, die ich mit dem Gesicht verbinde :D

      Bald darauf kommt die Durchsage, dass wir blinde Passagiere an Bord haben. Kurze Zeit vorher habe ich sie aber schon gesehen :huh:



      Zu der Zeit ist bereits ein schmaler Streifen Land am Horizont zu sehen, aber erst eine ¾-Stunde später ist er eindeutig als Bjørnøya auszumachen :)



      Wir nähern uns dem südlichen Ende, dem Stappen, den wir links liegen lassen, während wie die Insel nordwärts passieren. Nun werden wir aber erst einmal unter Deck gerufen.
      Alle Bootsgruppen werden der Reihe nach aufgerufen zur Gummistiefel-Anprobe, jetzt sind wir an der Reihe. Da bei uns beiden unsere Standard-Schuhgröße nicht passt X/ , dauert es etwas länger (irgendjemand muss ja der Letzte sein). Aber kurz nach 15 Uhr haben wir auch halbwegs passendes Schuhwerk gefunden, so dass wir wieder nach draußen können, wo wir pünktlich zur Passage der östlichen Steilklippen, dem Miseryfjellet, ankommen.



      Nun folgen wir noch eine knappe Stunde der Küste, wobei das Land oberhalb der praktisch überall ca. 10 Meter hohen Klippen immer flacher wird. :search_1:



      Gegen 16 Uhr erreichen wir kurz nach der Passage des Kapp Posadowski Bjørnøya Radio, die meteorologische Station auf der Insel. Nun beginnt die Zeremonie, die wir von nun an öfter erleben werden:
      Die ersten Landungsboote mit dem Expeditionsteam machen sich auf an Land, sichern die Umgebung und stecken die Routen ab, die wir laufen dürfen. Eine gute halbe Stunde später darf die erste Gruppe an Land. Die Boote fahren nun Schlag auf Schlag, bis ca. 100 Passagiere an Land sind. Nun gibt es erst einmal eine Pause, bis die ersten wieder zurück „dürfen“, erst dann werden neue Personen an Land gebracht. :|

      Wir beobachten das Ganze von außen:



      Während der Wartezeit treffe ich im Panoramasalon meinen Kollegen wieder und spreche ihn an. Er ist zuerst etwas irritiert, aber dann kann er mich doch zuordnen :mosking: Als Krönung stellt sich dann allerdings heraus, dass die beiden auch bereits zwei Tage in Tromsø verbracht haben, und zwar im gleichen Hotel wie wir :laugh1:
      Kurze Zeit später stellen wir fest, dass @phge mit einer noch skurrileren Geschichte aufwarten kann, aber das will er sicher selber erzählen :)

      Auch den heftigen Schauer, der gegen 19 Uhr über die Insel zieht, betrachten wir vom Schiff aus, während einige Passagiere darauf warten, wieder an Bord zu dürfen.



      Bald darauf wird Gruppe 7 aufgerufen, sich für den Landgang nach Deck 2 zu begeben. Bonimali hat sich entschieden, die Landung wegen der relativ hohen Wellen (ca. 1 – 1½ Meter) nicht mitzumachen. Es wurde auch beim Aufruf jeder neuen Gruppe dazugesagt, dass nur die Leute aufs Boot steigen sollten, die sich sicher fühlen.
      Ich bin zwar auch nicht seefest, aber die Neugier auf den ersten arktischen Landgang überwiegt dann doch, so begebe ich mich in die Kabine zum Umziehen. Schließlich müssen wir bei +7 Grad die für -30 Grad geeigneten Thermo-Anzüge anziehen :wacko1:
      Aus der Kabine sehe ich auf das Küstenwachboot, das sich bereits seit 2 Stunden in unmittelbarer Nähe der MS Fram aufhält. Ob sie wohl überwachen sollen, dass wir auch die vom Sysselmann vorgeschriebenen, aber ungeliebten Thermoanzüge anziehen? :hmm:
      Ich hoffe nur, dass wir nicht pünktlich abfahren, denn wenn die MS Fram wirklich wie vorgesehen um 20 Uhr abfahren sollte, haben wir gerade mal ein paar Minuten Zeit an Land :(


      Fortsetzung folgt

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:

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