Hurtigruten 2020 - oder Aus die Maus!?

    • Unmittelbar nach der Hurtigruten-Ankündigung, auf die laufende Kystruten-Ausschreibung einzugehen, hat der Transportwissenschaftler Gisle Solvoll den Schritt kommentiert und sieht andere Anbieter nun unter Druck, insbesondere durch die Ankündigung von Konzernchef Skjeldam, in jedem Fall weiter an der Küste präsent zu bleiben und so die Sahne in Form der Tourismusumsätze in Form von Kreuzfahrten abzuschöpfen, ohne an einen vertraglichen Rahmen gebunden zu sein. Andere der genannten möglichen Bieter dürften es dann schwer haben, in diesen lukrativen Markt einzubrechen - u.a. haben ja Torghatten , Norled, Fjord1 und Color Line angekündigt, über Angebote nachzudenken, und auch FjordLine wird zu möglichen Bietern gezählt, bislang hat aber keine der genannten Reedereien angekündigt, auch wirklich bis zum 3. Januar 2018 ein Angebot abzugeben. Für Hurtigruten, so Solvoll, bedeute ein Staatsvertrag (entgegen der von der Reederei immer wieder vertretenen Meinung) am Ende des Tages eine größere wirtschaftliche Planungssicherheit.
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      Nach einer Verlängerung um anderthalb Wochen ist heute Stichtag zur Angebotsabgabe für die neue Staatsvertragsperiode. Bislang liegen seitens der Regierung noch keine Informationen zum Eingang vor und von den in Frage kommenden Kandidaten hat bislang nur Hurtigruten AS bestätigt, ein Angebot abgegeben zu haben. Die Reederei hatte im November 2017 zwar angekündigt, auf alle drei Vertragspakete bieten zu wollen, doch genau das wollte man in Tromsø heute auf Rückfrage nicht bestätigen. Kommunikationschefin Anne Marit Bjørnflaten begründete diese Zurückhaltung damit, dass der Staatsvertragspoker nun in eine neue Phase trete, in der es auch zu Verhandlungen kommen könne, sodass man seitens der Reederei nicht ins Detail gehen wolle und dadurch möglichweise die eigene Position schwäche.
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      Inzwischen hat sich auch das Verkehrsministerium in Oslo aus Anlass des Ablaufs der Angebotsfrist geäußert und unterstrichen, an einem schnellen Auswahlverfahren und Vertragsabschluss - möglichst noch vor Ostern 2018 - interessiert, allerdings hänge der Zeitpunkt letztendlich davon ab, wie viel Zeit die Bewertung der eingegangenen Angebote und die sich anschließenden Verhandlungen mit den Anbietern in Anspruch nähmen. Das Ministerium ließ ferner verlauten, dass nicht mitgeteilt werde, welche Firmen in welchem Umfang Angebote abgegeben hätten, erst das Ergebnis werde mitgeteilt.
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      Der neue Vertrag beginnt spätetens am 01.01.2021 zu laufen, eventuell schon ab dem 01.01.2020. Gemäss dem norwegischen Tenderdokument von 2010 muss der Kontraktpartner der norwegischen Regierung die Schiffe garantieren können. Wer von den übrigen
      Anbietern kann schon die Positionierung dieser Anzahl Schiffe bis zum 31.12.2020 garantieren ? Ausgenommen es werden weltweit passende Schiffe dazugekauft. Z.B. ist im Tenderdokument 2010 erwähnt, dass die Schiffe nicht zwingend norwegische Flagge haben müssen, nur das Personal welches Passagiere bei Schiffsevakuationen assistiert muss der englischen und der skandinavischen Sprachen
      mächtig sein. Das Tenderdokument besagt eine Schiffsgrösse von 320 Passagieren / 180 Berths und 150 Palettenplätzen im Frachtraum. Ich nehme an, dass dies im jetztigen Tender gleich detailliert sein wird. Die mir vorliegenden jetzt gültigen Tenderinformation beinhalten den Frachttransport nur auf der Strecke Tromsö - Kirkenes - Tromsö . Es macht auch eine Andeutung, dass mehr als 1 Kontrakt für die 3 verschiedenen Varianten (( Täglich oder täglich im Sommer (8 monate) + 5 Abfahrten im Winter oder 5 Abfahrten während des ganzen Jahres.
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      Christoph schrieb:

      Wer von den übrigen
      Anbietern kann schon die Positionierung dieser Anzahl Schiffe bis zum 31.12.2020 garantieren ? Ausgenommen es werden weltweit passende Schiffe dazugekauft.

      Möglicherweise derjenige, der von Hurtigruten AS dann die Schiffe kauft, die die Reederei dann nicht mehr braucht?

      Christoph schrieb:

      ist im Tenderdokument 2010 erwähnt, dass die Schiffe nicht zwingend norwegische Flagge haben müssen, nur das Personal welches Passagiere bei Schiffsevakuationen assistiert muss der englischen und der skandinavischen Sprachen
      mächtig sein

      Aber das Dokument ist doch für die aktuelle Angebotsrunde nicht relevant - jedenfalls kann ich in den mir zugänglichen Dokumenten keinen Verweis auf diesen Passus finden ?( Oder habe ich da was übersehen?

      Christoph schrieb:

      Die mir vorliegenden jetzt gültigen Tenderinformation

      Gibt es dazu einen Link außer diesem bzw. dem norwegischsprachigen Pendant bei der Regierung?

      Christoph schrieb:

      Es macht auch eine Andeutung, dass mehr als 1 Kontrakt für die 3 verschiedenen Varianten (( Täglich oder täglich im Sommer (8 monate) + 5 Abfahrten im Winter oder 5 Abfahrten während des ganzen Jahres

      Kannst Du das näher erläutern? In der Angebotseinladung (o.a. Link) steht doch eindeutig, dass ein täglicher Dienst Bergen - Kirkenes - Bergen mit 34 Anlaufhäfen gefordert wird... ?(
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      Britannicus,
      Die alten Dokumente findest Du wie folgt: regjeringen.no/en/the-government/id443314, dann Tender Specification unter SEARCH eingeben und klicken und dann kommt eine Seite mit Tender Document und ganz unten kannst Du die 2 Dokumente öffnen. Im Tender Document 2010 sind die 3 Varianten ( täglich oder 7x Sommer + 5 x Winter oder 5xwoechentlich erwähnt. Im Dcoument gemäss Deinem Link ist dies jedoch als PACKAGES 1 - 3 mit 3/4/4 routes erwähnt. Was bedeutet das genau ? Entweder das Gleiche wie im Tender Document 2010 oder aufgrund des Wortes Routes, dass jeder dieser 3 PACKAGES verschiedene Anlaufhäfen beinhalten kann. Jedoch die Häfen zwischen Tromsö - Kirkenes - Tromsö müssen komplett angelaufen werden = Transport von Gütern muss in dieser
      Range möglich sein.
      Paragraph 2.4 des gelinkten Documentes erwähnt die Möglichkeit, dass mehr als 1 Kontrakt erstellt werden kann.
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      Christoph schrieb:

      Document 2010 sind die 3 Varianten ( täglich oder 7x Sommer + 5 x Winter oder 5xwoechentlich erwähnt.

      In der aktuellen Ausschreibung steht aber kein Verweis auf die Bedingungen von vor acht Jahren... ?(

      Christoph schrieb:

      gemäss Deinem Link ist dies jedoch als PACKAGES 1 - 3 mit 3/4/4 routes erwähnt

      Die Hintergründe - insbesondere die Rolle der EU-Wettbewerbskontrollbehörde - sind weiter oben in diesem Thread bereits ausführlich erörtert worden...

      Christoph schrieb:

      Entweder das Gleiche wie im Tender Document 2010 oder aufgrund des Wortes Routes, dass jeder dieser 3 PACKAGES verschiedene Anlaufhäfen beinhalten kann

      In der aktuellen Ausschreibung steht aber für jedes Teilpaket, dass 34 vorgegebene Häfen angelaufen werden müssen, ohne dass saisonale oder ähnliche Lücken entstehen (Punkte II.1.4, II.2.4 [insgesamt dreimal enthalten, für jedes Vertragspaket gesondert, aber mit den identischen Vorgaben] des von mir oben verlinkten Dokuments ?(

      Christoph schrieb:

      Häfen zwischen Tromsö - Kirkenes - Tromsö

      Dazu steht lediglich, dass auf diesem Abschnitt Fracht mitgenommen werden muss, während die Abschnitte Bergen - Tromsø und Tromsø - Bergen von dieser Verpflichtung ausgenommen sind.

      Christoph schrieb:

      die Möglichkeit, dass mehr als 1 Kontrakt erstellt werden kann

      Auch dass ist in diesem Thread bereits erschöpfend erläutert worden und hat v.a. wettbewerbsrechtliche Gründe bei der Vergabe von staatlich subventionierten Dienstleistungen...
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      BRITANNICUS :)
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      Der Reeder Per Sævik hat sich auch an der Auschreibung betreiligt. Wie die Havila Holding AS in einer Pressemitteilung mitteilt, wird die Havila Kystruten AS 4 Schiffe bauen lassen. Die Schiffe werden von der Havyard Group ASA entworfen. Sie sind 125 Meter lang und 20 Meter breit und können bis zu 700 Passagiere aufnehmen.
      Wenn ich das richtige verstehe bietet sie auf ein Paket. ?( Man will den Kampf mit Hurtigruten aufnehmen.
      Nordlicht :flower:

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      Ich weiß nicht so recht, ob ich mich freuen oder ob ich weinen werde, wenn nicht Hurtigruten, sondern eine andere Gesellschaft den Zuschlag erhält. Bei Hurtigruten war ja nicht alles perfekt, aber man wusste wenigstens, was einem erwartet. In jedem Fall werden wir uns wohl von liebgewonnenen Gewohnheiten an Bord verabschieden müssen, da der Kommerz weiter zunehmen wird.

      Lupo

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