Mit der Midnatsol nach Kirkenes, mit dem Auto zurück -- 11. Juli. - 9. Aug. 2015

    • B-K
    • Wobei ich glaube, dass die zu erwartenden -40°C im Inland wohl auch für @Arctica einen neuen Rekord aufstellen dürften ;)

      Aber wenn es soweit ist, können wir die Planung ja mal hier im Forum begutachten :D
      Und wer weiß, wie viele sich dann noch anschließen möchten :/

      Viele Grüße
      Noschwefi

      Reiseberichte siehe Profil :lofoten2:
    • 7. August 2015 – Tag 28

      Oslo


      Das Wetter sieht heute eher schlecht aus und so beginnen wir den Tag mit dem Besuch des Historischen Museums gleich um die Ecke.
      Schon öfter haben wir in Stabkirchen gelesen, dass sich beispielsweise das Original einer geschnitzten Tür, ein Stuhl oder sonst irgendein Gegenstand in diesem Museum befindet. Um solche Dinge geht es uns heute und wir bleiben deshalb lange in der Mittelalterabteilung.



      Hinterher setzten wir mit dem Boot auf die Museumsinsel Bygdøy über. Gegenüber liegt gerade die Color Fantasy am Filipstadkai und erinnert uns daran, dass wir Norwegen morgen mit der Color Magic verlassen werden.



      Wir gehen zum Fram Museum, das 2013 völlig neu gestaltet worden ist. Hier hat inzwischen auch die Gjøa ein eigenes Häuschen bekommen und alle Exponate werden moderner präsentiert. Exzellente Schautafeln erklären sehr ausführlich die Geschichte der Erforschung der Polarregionen.



      Draußen vor dem Maritimen Museum stehen die Statuen von Amundsen und seinen vier Begleitern, die 1911 gemeinsam den Südpol erreicht haben.

      Auf der Terrasse essen wir eine Kleinigkeit und nehmen dann das Boot zurück in die Innenstadt. Dabei haben wir nochmal einen schönen Blick auf Tjuvholmen.



      Wie jedes Mal seit 2008 wollen wir auch heute noch etwas Zeit auf dem Dach des Opernhauses verbringen. Nun, das schöne Gebäude haben wir schon in besserem Licht gesehen. Dennoch machen wir auch jetzt ein paar Fotos.



      Auf dem Dach betrachten wir die jüngsten Veränderungen in der Umgebung. Die riesige Baustelle zwischen dem Bahnhof und Bjørvika erinnert uns an einige Bauphasen
      unserer Hamburger Hafencity samt Elbphilharmonie.



      Ein besonders hübsches Motiv kommt mir dann ganz oben vor die Linse: Ein paar junge Ballett-Elevinnen nehmen sich zwischen all den Touristen in klassischen Posen
      gegenseitig mit ihren Smartphones auf. Es gibt doch noch Bilder, die sich nicht mit Hilfe der Selfie-Stange machen lassen.



      Wir sitzen noch eine Weile im Operncafé und gehen dann in Richtung Hotel. Auf der Grünanlage vor dem Storting fallen uns diese demokratischen Toilettenhäuschen auf –

      sicher wieder nur für Kreditkarteninhaber.




      Reiseberichte in meinem Profil
    • Arctica schrieb:

      Ich bastel auch gerade an so einer Wintertour rum.


      Habe ich heute auch gemacht. Angedacht ist der Februar 2019 - wenn der Abstand zwischen den Märkten in Jokkmokk und Røros kürzer ist, als 2017 und 2018. In Kurzform:

      Flug nach Vantaa und ein paar Tage Helsinki
      Per Zug nach Vaasa und von dort per Fähre nach Umeå über die vermutlich ziemlich zugefrorene Ostsee
      Per Zug und Bus nach Jokkmokk zum Wintermarkt
      Per Bus, Bahn und Bus via Gällivare, Kiruna und Narvik nach Svolvær
      Mit der MS Vesterålen (so meine Vorausberechnung stimmt) via Kirkenes nach Trondheim
      Mit dem Zug nach Røros zum Rørosmarkt
      Mit dem Zug nach Oslo und abschließend nach Gardermoen zum Rückflug.
      <3 lig hilsen
      Bernhard

    • 8. August 2015 -Tag 29

      Oslo und Color magic


      Heute Nachmittag müssen wir abreisen.

      Den Vormittag wollen wir aber noch nutzen, um uns anzusehen, wie weit die Aufbauarbeiten im 2011 zerstörten Regierungsviertel vorangekommen sind. Es liegt nördlich des Stadtzentrums. Wir nähern uns von der Akersgate her und nehmen von Weitem zunächst gar kein Zeichen der Zerstörung wahr. Beim Näherkommen sehen wir aber, dass die Fassade des Hochhauses nur aus riesigen Plastikplanen mit aufgedruckten Fenstern besteht. Ein Teil des Y-Blocks ist bereits abgerissen. An der Stelle befindet sich ein Wasserbecken mit einer Y-förmigen Skulptur. Die Fenster des anderen Teils sind mit Pressholzplatten verschlossen. Er wird später vermutlich einer Grünanlage weichen. Ein flaches Gebäude vor dem Høyblokken ist ein Informationszentrum über die Anschläge des 22. Juli 2011.



      Geht man hinüber zur Grubbegata, steht man vor einer riesigen Baustelle. Es wird gerade an der Infrastruktur für die noch zu errichtende Neubauten gearbeitet. Die Rückseite des Høyblokken ist weniger aufwändig bedeckt. Dieser Sitz des Staatspräsidenten soll auf jeden Fall erhalten werden. Der Attentäter soll keine dauerhafte Veränderung an der Silhouette Oslos bewirken können.



      Wir gehen zum Youngstorg hinüber und können auch von dort aus noch das zerstörte Hochhaus sehen.


      Zurück in der Innenstadt packen wir unsere Sachen und fahren zum Kai der Color Line. Typisch, während wir recht lange auf dem Parkplatz warten müssen, wird das Wetter richtig schön. Wie oft haben wir das an dieser Stelle schon erlebt? Einige Spuren sind schon abgefertigt und wir können beobachten, wie oben auf dem Sonnendeck der Color Magic die Liegen in Position gebracht werden. Leider geht es lange einfach nicht weiter. Schließlich dürfen auch wir an Bord und finden noch zwei Stühlchen nahe der Reling.



      Als das Schiff ausläuft, ist der Blick auf Oslo einfach nur herrlich. Am Tjuvholmen herrscht reges Badeleben und auf dem Wasser sind zahlreiche Boote unterwegs, die uns hinterher zu fahren scheinen.






      Bald kommen wir an der Festung Oskarsborg vorbei, von der aus 1940 der Kreuzer Blücher versenkt worden ist. Dieses nationale Symbol ist heute richtig gut besucht.



      Kurz hinter Drøbak weitet sich der Fjord. Ich höre bald danach mit dem Fotografieren auf und wir genießen die weitere Überfahrt ohne sie zu dokumentieren.



      Wir lassen die Erlebnisse der Reise Revue passieren. Es war eine ganz wunderbare Tour mit vielen neuen und interessanten Eindrücken. Wir haben bis auf die Wanderung bei den Sieben Schwestern alles tun können, was wir uns vorgenommen hatten. Es gab insgesamt nur zwei verregnete Tage. Wenn wir etwa in Vardø so etwas erlebt hätten, wäre wahrscheinlich kein Boot nach Hornøya zu den arktischen Vögeln gefahren und unsere beiden Übernachtungen dort oben wären fast sinnlos gewesen. Ich finde also, dass wir sogar mit dem Wetter unglaubliches Glück hatten. Darüber wird die Meinung später in unserer Vierergruppe aber geteilt sein.




      9. August 2015 – Tag 30

      Kiel und Heimkehr


      Als wir uns morgens der Kieler Förde nähern, herrscht ein ebensolches Kaiserwetter wie in Oslo. Hier haben wir aber schon so oft fotografiert, dass wir unsere Kameras diesmal in der Kabine gelassen haben. Wir beide zusammen haben etwas mehr als 8000 Fotos auf dieser Reise gemacht. Da stellt sich Ermüdung im rechten Zeigefinger ein. Wir sitzen an der Reling und schauen den vielen Booten zu. Alles liegt in ganz wunderbarem Licht und spätestens als wir von unserer hohen Warte aus einen Schwimmwettbewerb sehen, für den eine Reihe Bojen plaziert worden ist, bereuen wir es, ohne Kamera zu sein. Zu schön, wie all die Schwimmer in einer mal mehr, mal weniger dichten Reihe durch das Wasser pflügen.

      Bald legen wir an, fahren von Bord und schon sind wir - ratzfatz - eine Stunde später zu Hause. Dort erzeugen wir im Flur das übliche Chaos nach einem Norwegenurlaub.




      Ende





      Uff, das wäre noch rechtzeitig geschafft! In sechs Stunden geht es ab in den Urlaub – für 14 Tage den Birkenpollen entkommen.
      Euch allen recht schöne Frühlingstage wünscht

      Laminaria




      Reiseberichte in meinem Profil
    • Uff, geschafft - kann ich auch sagen!
      Gerade noch rechtzeitig vor meiner Abreise am Mittwoch haben wir es gemeinsam geschafft! Es war einfach schön, jeden Tag als Frühstückslektüre diesen Bericht mit den tollen Fotos zu verfolgen.
      Vieles hat mich an eigene Reisen erinnert, es sind aber auch Ideen für weitere Reisen entstanden - und das Norwegen-Fieber in mir wurde so richtig angeheizt. Gut, dass ich jetzt bald dort sein werde!

      Vielen vielen Dank für diesen tollen Bericht!
      Gerda (Alta Connection) :lofoten2:
    • Es war wirklich toll, eure Reise im Nachhinein miterleben zu dürfen. Für mich waren deine letzten Einträge Bettlektüre. Ich träumte mich später nach Norwegen, wohlwissentlich, das ich (nur) noch 5 Monate warten muss. Vielen :sdanke: nochmals und einen hoffentlich Frühblüher pollenfreie Zeit.
      Viele Grüße
      Pollux/Karin :cat:
    • Vielen, vielen Dank für den tollen Reisebericht, er hat meine Wartezeit versüßt und die Vorfreude verstärkt. :rolleyes:

      Ich wünsche dir einen pollenfreien Urlaub, wenn du wieder da bist bin ich dann mal weg :D

      Ob es was mit live- Bericht wird kann ich nicht versprechen, versuche euch zumindest auf dem Laufenden zu halten und auf jeden Fall einen bebilderten Bericht hinterher zu schreiben.
      LG Sehpferd /Helga :ilhr:

      [/url]
    • @Capricorn
      Hier ist tatsächlich etwas in der Luft, das mir nicht gefällt, aberAlles ist besser als die Birken.
      Gern würde ich einmal den Nationalfeiertag in Norwegen erleben, aber dann hat die Birken dort wohl Hochsaison. Auf einem Hurtigrutenschiff wäre das aber machbar. Dann ist man ja meistens auf See.

      Viele Grüße
      Gameinfos




      Reiseberichte in meinem Profil
    • @Noschwefi

      Ich, mein Tablett und/oder die Verbindung war auf jeden Fall im Urlaubsmodus. Es war jedenfalls nicht möglich, die Fehler nachträglich wegzubearbeiten.

      Unterschätze das schöne Spitzbergen nicht! Man feiert in Longyearbyen nicht nur den Nationaltag, sondern auch unser Oktoberfest. :thumbsup: :D :D

      Übrigens wächst auf Spitzbergen die Zwergbirke (Batula nana). Es ist jedoch zu bezweifeln, dass sie dort eine nennenswerte Pollenbelastung hervorrufen kann.

      Leider konnten wir uns nicht selbst überzeugen, ob sie auch in Longyearbyen vorkommt, denn wir hielten uns dort am 14. Juli 2013 nur zwischen 2:00 nachts und 6:30 morgens auf. Wir hatten einen Direktflug von Hamburg nach Longyearbyen zur MS Hamburg. Uns eingerechnet haben immerhin 6 Leute um die Zeit noch den Ort erkundet, denn uns war klar, dass wir nach dem Auslaufen nicht wieder zurückkehren würden.

      Botanisch ist mir nur der schöne gelbe arktische Mohn aufgefallen.

      Ich habe mir die Nase dann an der Svalbardbutikk platt gedrückt, denn dort kann man Trinkbecher von Porsgrund mit einem Eisbären darauf erstehen – aber natürlich nicht mitten in der Nacht. Ein Schnellimbiss hatte aber tatsächlich geöffnet. ?(

      Wenn Du dort die Bank betreten willst, musst Du übrigens das Gewehr draußen lassen. :D

      Wie auch immer, ich beneide Euch sehr um die Reise!

      Viele Grüße
      Laminaria




      Reiseberichte in meinem Profil