Mit der Midnatsol nach Kirkenes, mit dem Auto zurück -- 11. Juli. - 9. Aug. 2015

    • B-K
    • 16. Juli 2016 – Tag 6

      Polarkreis bis Raftsund

      Die Farbe grau bleibt uns weiterhin erhalten. Um 7:07 passieren wir den Polarkreis , was pflichtschuldig dokumentiert wird.

      Kurz vor Ørnes rauscht die MS Vesterålen an uns vorbei.

      In Ørnes bleiben wir an Deck und beobachten, wie der örtliche Glaser beliefert wird.


      Bei der Einfahrt nach Bodø sehen wir die Baustelle des inzwischen fertiggestellten neuen Hurtigrutenkais. Für die zukünftigen Paxe bedeutet das einen kürzeren Weg in

      die Innenstadt.


      Wir bummeln bis zur Kirche, hören dort ein wenig Orgelmusik und trödeln dann durch die Storgata wieder zurück.

      Unterwegs müssen wir dann lachen. Bei unserem Hurtigrutenstopp 1978 haben Göga und ich hier in Bodø zum ersten Mal den Riesenbärenklau gesehen. Kurz danach hat er sich dann ja auch bei uns in Deutschland ziemlich ausgebreitet. Nun, Bodø hat sich in den 37 Jahren enorm verändert, aber in genau der selben Gegend finden wir noch immer ein gewaltiges Dickicht dieser Herkulesstaude.




      Beim Auslaufen werfen wir einen Blick auf die historischen Schiffe, die vor dem Scandic Hotel stehen, und freuen uns, dass wir auf der Rückreise dort hoch oben ein Zimmmer mit Meerblick haben werden . Wir passieren Landegode fyr und schon werden Vorbereitungen für die Polartaufe getroffen. Kapitän Jon Olav Klodiussen überreicht einer glücklichen Italienerin ihren Gewinn aus dem Polarkreisüberquerungs-Ratespiel und lässt es sich dann nicht nehmen, den Täuflingen perönlich Eisstücke in den Nacken zu schütten. Das finde ich ganz lustig und ich reihe mich ebenfalls ein, obwohl es nicht meine erste Polarkreisüberquerung ist. Kurze Zeit später entferne ich in der Kabine 4 Klüten aus der Kleidung.




      Der Himmel täuscht ganz kurz Wetterbesserung an, aber als wir die Lofoten erreichen ist es schon wieder finster.




      Wir legen in Stamsund während der Tischzeit an, stehen vor Svolvær aber an Deck, bereit für die Schiffsbegegnung . Uns kommt die MS Richard With entgegen und wir erfreuen uns an dem Typhonkonzert. Beim Landgang genehmigen wir uns dann einen Drink im Magic Ice.




      Dann geht es weiter zum Trollfjord . Schön, wie sich die Midnatsol an seinem Ende zu laut aufgedrehter Walzermusik immer schneller um sich selbst dreht!




      Zuletzt wird aus der Küche ein Behälter mit Fischsuppe geholt und in Pappbechern gratis ausgegeben. Sie enthält reichlich Lachsstücke und schmeckt einfach großartig.
      Ich zögere ein wenig, mich ein zweites Mal in die Schlange zu stellen, tue es dann aber doch. Sooooooo Lecker! Dann leert sich das Deck, Koch und Reiseleiter wollen abbauen, aber auf dem Klapptisch stehen noch 2 volle Becher. Leise pfeifend und halb in die andere Richtung blickend gehe ich nahe vorbei und schon streckt sich mir ein Arm entgegen. Bingo!

      Der Raftsund ist leider sehr wolkenverhangen und finster. Nach seiner Passage ziehen wir uns bald zurück.

    • 17. Juli 2015 – Tag 7

      Harstad bis Tromsø


      Auf dieser Reise liegt mir sehr daran, möglichst wenige Hurtigrutenhäfen zu versäumen. In Harstad sind wir zudem noch nie gewesen. Also stehe ich um 6:45 bereit für einen kleinen Landgang. Ich bin tatsächlich die einzige aussteigende Person. Das kann passieren, wenn ein Hurtigruten-Freak mit drei Normalos reist. ;) In der absolut menschenleeren Stadt wird mir aber doch schnell etwas langweilig. Also kehre ich bald um beobachte den Gabelstapler ein wenig. Schließlich begebe ich mich zurück an Bord, um vom Deck 9 aus die Ankunft der MS Nordnorge zu würdigen.
      Unsere Liegezeit in Harstad dauert mehr als eine Stunde. Die Distanzreisenden haben also keine Eile, sofort nach dem Anlegen das Schiff zu verlassen und können noch in Ruhe frühstücken. Ich beobachte, dass der Personenverkehr am Kai eigentlich erst gegen 8:00 stattfindet. Als die Nordnorge sich dem Kai nähert, legen wir ab.



      Inzwischen haben sich auch Göga und die Freunde an Deck eingefunden und wir gehen zum Frühstück. Um 11:15 legen wir in Finnsnes an. Als wir 2001 auf unserer Rückfahrt vom Nordkap südwärts fuhren, haben wir hier übernachtet. Wir erkennen den Ort kaum wieder so enorm ist die Bautätigkeit seit damals gewesen. Ähnliches gilt für ziemlich alle Orte an der Küste, die wir in diesem Jahr wieder sehen. Es freut uns, dass die allseits beliebte Schokoladenwebung noch da ist.



      Wir gehen alle vier von Bord und machen einen kleinen Rundgang durch diesen Ort, wo Landwirtschaft auf Seefahrt trifft.



      Bevor die Reise weiter geht, bekommen wir noch einen etwas ungewöhnlichen Blick auf unser Schiff.

      Unser Reiseleiter Marco Voigtländer hatte schon angekündigt, dass wir nun dem guten Wetter entgegen fahren. Tatsächlich wird es immer sonniger, je mehr wir uns Tromsø nähern. Wir sind begeistert über die schöne Landschaft, die sich nun vor uns ausbreitet. Die Einfahrt nach Tromsø ist unglaublich schön.







      Nach dem Anlegen eilen wir sofort zur Haltestelle der Buslinie 26 um zur Seilbahn zu fahren. In der Fredrik Langes gate bekommt ein offensichtlich deutsch verstehender Norweger unseren Plan mit und gibt uns aufgeregt zu verstehen, dass wir am falschen Ort, nämlich an der Haltestelle für die Gegenrichtung warten. Als sein Bus kommt ist er so abgelenkt, dass er seine Einkaufstüten auf der Bank liegen lässt. Der Busfahrer sieht uns aber laufen und hält zum Glück noch einmal an.
      Wir müssen also zur Havnegata und sind gerade so rechtzeitig dort, dass wir uns noch zu der italienischen Reisegruppe vom Schiff in den Bus quetschen können.

      An der Seilbahn nimmt uns auch gleich die zweite Gondel mit. Unser Zeitplan gerät also nicht durcheinander. Oben bietet sich erwartungsgemäß ein überwältigender Anblick.






      Als wir genug geschaut haben, fahren wir hinunter und gehen dann zu Fuß zur Eismeerkathedrale.


      Fortsetzung folgt

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    • Juli 2015 – Tag 7 Fortsetzung

      Tromsø bis Lopphavet


      Nachdem wir das Kircheninnere bewundert haben, gehen wir über die Tromsøbrua zurück in die Innenstadt. Leider wird die Aussicht durch ein sehr hohes und enges Gitter beeinträchtigt.



      Wir schlendern schließlich durch die Storgata mit ihren schönen, alten Holzhäusern bis zur Ølhalle, wo wir unseren Bestand an Mack Øl Gläsern erweitern wollen. Der Verkauf erfolgt nicht mehr in der Gaststätte, sondern einen Eingang weiter. Das Design des Aufdrucks ist jetzt zurückhaltender als vor 14 Jahren, Größe und Form sind aber dieselbe geblieben. Das passt also.



      Leider schaffen wir es nun nicht mehr, auch noch einmal wieder in das Arktismuseum zu gehen.

      Da wir vier 2012 mit der MS Hamburg eine Spitzbergenreise unternommen hatten, wäre das eine schöne Ergänzung gewesen. Ein Grund mehr, noch einmal wieder zu kommen. Wir finden Tromsø einfach wunderschön. Ich selbst träume von einer Winterreise mit verschneiter Landschaft, Polarlicht und Huskies.

      Beim Auslaufen um 18:30 werfen wir einen letzten Blick auf die Eismeerkathedrale.

      Nach dem Essen stehen wir gleich wieder an Deck. Die Landschaft ist so herrlich und wir haben seit Bergen endlich wieder einen sonnigen Tag!
      Um 21:00 begegnen wir der MS Trollfjord, deren Deck ebenso voller Menschen ist wie unseres. Wahrscheinlich bietet unsere Midnatsol in der Sonne einen noch schöneren Anblick als das Schwesterschiff im Gegenlicht.



      Um 22:30 laufen wir Skjervøy an. Einige Jugendliche genießen hier die Sommernacht an Bord ihrer kleinen Boote.



      Unser Reiseleiter macht irgendwann in drei Sprachen die Durchsage, dass „niemand heute die Erlaubnis hat, vor Mitternacht schlafen zu gehen.“ Die Wettervorhersage verspricht nämlich im Lopphavet Mitternachtssonne über dem Horizont. Genau so wird es sein.


    • 18. Juli 2015 – 8. Tag

      Oh dieser Polartag! Trotz des extrem frühen Aufstehens in Harstad habe ich in dieser Nacht nur zwei Stunden geschlafen. Das ist absolut nicht vernünftig, denn heute steht ein ereignisreicher Tag bevor mit unseren beiden gebuchten Ausflügen: 6B Vogelbeobachtung am Gjesværstappan und 6C Lappland. Aber schließlich möchten wir viel erleben und sind nicht zur Entschleunigung hier.

      Über Tag 8 werde ich wieder in zwei Teilen berichten.


      Øksfjord bis Gjesvær


      Ich freue mich, dass ich um 2:20 immer noch wach bin, als wir Øksfjord ansteuern. Die Midnatsol schleicht sich stets so sachte an den Kai, dass wir die nächtlichen Anlegemanöver bisher noch nie wahrgenommen haben. Das mag natürlich auch an unserer Kabine in der Mitte von Deck 7 liegen. Es wäre wohl hilfreich, eine Kabine neben der Ladeluke zu buchen, wenn man nichts versäumen möchte. ;) Mein Querbett unter dem Fenster ist ganz ideal, weil ich mich nur aufzurichten brauche um den Vorhang zu lüpfen und zu sehen was draußen vor sich geht - oder zur Not auch Fotos von Øksfjord durch die Scheibe zu machen.



      Danach hoffe ich, rechtzeitig wach zu werden um Hammerfest nicht zu versäumen. Das klappt: Um 4:45 stehe ich schon an Deck, wie mein erstes Foto an dem Morgen beweist. Das Meer ist glatt, der Himmel tief blau und absolut wolkenlos. Schließlich gleitet die Midnatsol auf Hammerfest zu.



      Diesmal stehe ich nicht allein am Ausgang. Die nördlichste Stadt der Welt ist wohl ein Magnet und bei so einem Kaiserwetter erst recht. In Gesellschaft von etwa einem Duzend Paxen verlasse ich das Schiff und gehe in die Innenstadt. Die Zeit von 5:15 bis 6:00 reicht auf jeden Fall für einen netten kleinen Rundgang aus. Zunächst führt mich der Weg zum Rathaus. Als ich 14 Jahre zuvor Mitglied im Eisbärenklub wurde, residierte er noch hier. Nun ist er praktischerweise gleich in der Touristeninformation am Hurtigrutenkai zu finden. Ich gehe noch bis zum Musikpavillon und bewundere dann die Spiegelungen im absolut glatten Wasser des Hafens.



      Dann ist es auch schon Zeit umzukehren und die Aussicht lieber wieder von Deck aus zu genießen.



      Bei der Einfahrt hatte ich mit meinem Teleobjektiv einige Bilder des Gewerbegebietes von Fuglenes gemacht in der Hoffnung, dass das Meridianmonument darauf einigermaßen gut zu sehen sein würde. Die Lumix meines Göga schafft aber sogar eine 600 fache Vergrößerung und ich beschließe, sie mir auch noch aus der Kabine zu holen. Es gelingt mir eigentlich nicht sehr gut, die Kabinentür beide Male leise zu schließen, denn ich bin in Eile. Oben angelangt stelle ich fest, dass die Batterie offenbar noch im Ladegerät sein muss. Diesmal habe ich es noch eiliger und bin noch weniger leise mit der Tür, mache mich also früh morgens gegen 6:00 doch ein wenig unbeliebt. :S Immerhin bleibt mir dieses Foto als Trophäe.



      Um 8:20 sind wir alle an Deck und sehen die Kong Harald vorbeiziehen.

      Um 8:45 legen wir in Havøysund an, wo wir einige Einheimische sommerlich gekleidet in der Sonne sitzen sehen. Sicher sah unsere einlaufende Midnatsol ganz großartig aus.



      Pünktlich um 11:15 erreichen wir Honningsvåg .

      Nach dem Verlassen des Schiffes werden wir gleich auf Busse verteilt. Unsere Freunde fahren zum Nordkap, wo wir schon waren – allerdings an einem Julitag vor 14 Jahren der so nebelig war, dass wir auf dem Parkplatz kaum unser Auto wiedergefunden haben. Heute dagegen wird der Ausflug absolut grandios.

      Ein einzelner Bus nimmt die Vogelfreunde mit zu dem kleinen Fischerdorf Gjesvær . Dort steigen wir in ein kleines Boot, das Kurs auf den Vogelfelsen Gjesværstappan nimmt. Allein landschaftlich ist die Tour bei diesen Wetter schon ausgesprochen reizvoll.



      Bald sind wir von enorm vielen Vögeln umgeben. Die junge Führerin des Ausfluges erklärt, dass es sich um mehrere hunderttausend Brutpaare verschiedener Alkenarten handelt, vornehmlich Papageitaucher, Tordalke, Gryllteiste und Lummen, die in großen Gruppen auf dem Wasser sitzen oder Schwärme in der Luft bilden. Man kann sie genau erkennen, aber gute Fotos dieser Vögel zu machen ist ausgesprochen schwierig. Das gelingt leichter bei den Krähenscharben, die auf den niedrigen Felsen sitzen. Auf einer Seite des Gjesværstappan befindet sich eine Brutkolonie Basstölpel, auffällig abgehoben durch die weiße Farbe. Mit dem Fernglas oder Teleobjektiv lassen sich diese großen Tiere sehr gut beobachten. Hoch über dem Felsen kreisen mehrere Seeadler .



      Am entferntesten Punkt der Tour gibt es einige tangüberwucherte Felsen, auf denen Robben liegen. Von hier aus kann man Knivskjælodden und dahinter einen Teil des Nordkapplateaus sehen.



      Das Boot kehrt nun um und wir werden mit dem Bus zügig nach Honningsvåg zurückgebracht.

    • 18. Juli 2015 – Tag 8 Fortsetzung

      Honningsvåg bis Berlevåg



      Pünktlich um 14:45 legt die Midnatsol in Honningsvåg ab, nachdem sie eines ihrer Rettungsboote wieder aufgenommen hat, das zu Übungszwecken herunter gelassen worden war.



      Wir lassen Magerøya hinter uns und nehmen Kurs auf Kjøllefjord . Die Mündung des gleichnamigen Fjordes sieht in dem immer noch strahlenden Sonnenschein sehr beeindruckend aus mit ihren interessanten Felsformationen, darunter der Finnkjerka .



      Wir genießen den Anblick der vielen bunten Häuschen Kjøllefjords in der Nachmittagssonne, als das Schiff mit einer Viertelstunde Verspätung im Hafen einläuft. Um 17:20 sitzen wir dann im Bus.



      Der Ausflug 6C, der uns die Lebensweise der Sami näherbringen soll, erschien uns reizvoll, weil wir auf diese Art sowohl in Kjøllefjord als auch in Mehamn an Land sein werden und während der Busfahrt dazwischen auch einen Eindruck von der Landschaft auf der Nordkinnhalbinsel mitnehmen können. Außerdem wird in der Beschreibung damit gelockt, mit etwas Glück eine größere Rentierherde zu sehen. Wenn man durch Lappland reist, kann man es eigentlich kaum vermeiden, auf Rentiere zu stoßen, aber eine richtig große Rentierherde haben wir noch nie gesehen. In diesem Punkt werden wir leider enttäuscht. Bei den Zelten der Familie Utsi standen nur die üblichen beiden Alibi-Tiere. Wegen der Verspätung gibt es bei der Busfahrt auch keinen Fotostopp. Durchs Fenster können wir aber rasch die Midnatsol in Kjøllefjord knipsen.



      Herr und Frau Utsi bewirten uns in einem großen Zelt mit einer schmackhaften Suppe, erzählen uns etwas über ihre Kultur und erklären einige Gebrauchsgegenstände. Schließlich zeigt uns Herr Utsi draußen seine wirklich beeindruckende Geschicklichkeit mit dem Lasso. Beide tragen ihre Tracht und das wird fotografisch ja auch immer wieder gerne genommen.





      Danach bringt uns der Bus an den Anleger in Mehamn , wo wir die Ankunft der Midnatsol beobachten können und Gelegenheit haben ein paar schöne Fotos dieses recht malerischen Hafens zu machen. Auch in dieser Hinsicht war der Ausflug ein Erfolg.



      Wieder an Bord genießen wir das Nordkapp buffet. Berlevåg laufen wir immer noch mit Verspätung an und als wir dort um 22:20 ablegen, wartet noch ein Höhepunkt auf uns: Die Begegnung mit der MS Lofoten. Wir hatten das Glück, 2001 als Tagesgast im Raftsund mit ihr zu fahren. Damals hat sie noch Autos transportiert und als wir es uns in der Mitte des unteren Salons gerade bequem gemacht hatten, stellte der Kran uns eines vors Fenster. X(

      Beim Zahlmeister klebte ein Zeitungsausschnitt, der besagte, dass der Reichsarchivar das Schiff unter Denkmalschutz gestellt hat und dass sie 2001 aus dem regulären Dienst genommen wird. Nun können wir uns also immer noch an ihr erfreuen. :ilhr:

      Der MS Lofoten seien drei Bilder gewidmet. War jemand von Euch an Bord?


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    • Das ist ja geniales Wetter gewesen an dem Tag !

      Laminaria schrieb:

      Die Zeit von 5:15 bis 6:00 reicht auf jeden Fall für einen netten kleinen Rundgang aus.

      ​Das hat mir 2011 sogar für ein Gang auf den Salen und anschließend die Registrierung als Mitglied im Eisbärenclub gelangt. :)

      Laminaria schrieb:

      einige tangüberwucherte Felsen, auf denen Robben liegen

      Die sehen aus, als wollten sie sich nicht die Füße nass machen. :)
      Es grüßt Capricorn :hut:

      7/11 RW // 3/12 NX // 7/12 FM/VE // 3/13 VE // 1/14 TF // 3/14 LO Verweise auf Reiseberichte im Profil
      7/14 NX
    • 19. Juli 2015 – Tag 9

      VadsøKirkenesVadsø


      Wieder heißt es für mich früh aufstehen, denn um 6:45 wird Vadsø angelaufen. Hier wollen wir die nächsten beiden Male übernachten, aber den Blick vom Schiff aus werden wir dann natürlich nicht mehr haben können. Mit meiner Neugier auf diesen Hafen bin ich offenbar allein. Ich erinnere mich jedenfalls an keine andere Person an Deck.
      Nach dem Frühstück kommt Kirkenes in Sicht. Richtig malerisch ist diese Bergbaustadt im Sommer nicht. Ich stelle mir vor wie es im Winter ist, wenn die Halden schneebedeckt sind und die Sonne scheint.



      Dann kommt der große Moment: Göga fährt unser Auto aus dem Bauch des Schiffes und wir sind nun begierig, die weitere Reise in eigener Regie zu gestalten. Tschüs Midnatsol – es war unglaublich schön!



      In Kirkenes besuchen wir nur die Kirche und fahren dann weiter nach Osten.

      Der Ort Grense Jakobselv ist unser Ziel mit der kleinen Kong Oscar IIs kapell, welche die Grenze zu Russland markiert. Auf dem Friedhof zeugen finnische, norwegische, und russische Namen davon, wie gemischt die Bevölkerung hier war und ist. Das Kirchlein ist leider geschlossen.



      Wir fahren weiter zum Strand und laufen ein wenig in den Dünen herum. Dann sehen wir ganz in der Ferne ein junges Pärchen im Meer schwimmen, das wir zuvor haben russisch reden hören. Ganz schön tough! Wir hatten sowieso vor, mit den Füßen ein wenig im Spülsaum herumzulaufen und ziehen unsere Schuhe aus. Ich weiß nicht, wie viel Grad das Wasser hier haben mag. Auf jeden Fall kneift es nach wenigen Augenblicken ganz heftig in den Füßen, weshalb wir eine Weile im Wechsel 'raus und 'rein gehen.



      Solcherart erfrischt machen wir uns auf den Rückweg, wobei wir von russischer Seite aus beobachtet werden.



      Unsere erste Mittagsrast machen wir auf einer Bank an der Grenze bei Storskog. Dieser Übergang wird dann im Winter in Zusammenhang mit der Flüchtlingsproblematik noch eine Rolle spielen.



      Jeder von uns hat einen kleinen Grundstock an haltbaren Nahrungsmitteln für sich ins Auto gepackt, damit man auch rasten kann, wenn man einmal noch keinen Laden aufgesucht hat. Mein Lieblingsproviant ist Hering in Tomatensauce. Nach einer Dose bin ich satt und abzuwaschen ist hinterher nur eine Gabel.

      Nach einer Weile irritiert mich etwas im Nacken. Ich fasse hin und habe vier zermatschte Gnitzen auf der Hand – mit meinem Blut!!! Die Anderen sagen: „Wieso, hier ist doch nichts.“ Typisch! Diese Viecher haben mir beim Zelten in Finnland schon einmal sehr zugesetzt. Deshalb mache ich mir nun doch Gedanken über unsere Fahrt durch Lappland drei Tage später. Wir wollen zwar nicht zelten, aber ein wenig wandern schon.

      Gesättigt machen wir uns nun auf den Weg um den inneren Varangerfjord herum nach Vadsø . Wir beziehen unsere Zimmer im Scandic Hotel (ehemals Rica) und fahren danach sofort weiter zum Vogelreservat auf der Halbinsel Ekkerøya. Das war uns auf der Autokarte aufgefallen.
      Als wir oben auf dem Plateau sind, hat der Wind derartig aufgefrischt, dass wir uns beim Gehen richtig dagegen stemmen müssen. Wir erreichen die Abbruchkante und erblicken eine Brutkolonie Dreizehenmöven. Der Wind macht es äußerst schwierig, die Kamera ruhig zu halten. Nur ein scharfes Foto gelingt uns dort. Ob es noch andere interessante Vögel gibt, werden wir nicht mehr herausfinden.



      Für heute haben wir genug gesehen. Morgen wollen wir ja noch nach Hornøya.

      Wir fahren zurück, aber nicht ohne dass ich mir als Souvenir noch ein wenig Sand vom Strand der Halbinsel mitnehme.


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    • Laminaria schrieb:

      Das Kirchlein ist leider geschlossen.


      Wenn ich mich nicht täusche ist die wohl immer zu, früher konnte der Schlüssel an der Militärstation abgeholt werden. Nach dem Einbruch und Diebstahl in der Kirche vor ein - zwei jahren ist das leider nicht mehr so einfach möglich. Man muß es vorher anmelden etc.

      Wir hatten im September 2014 das Glück die Kirche von innen zu sehen.
      Nordlicht :flower:

    • 20. Juli 2015 – Tag 10

      Vardø – Hornøya – Hamningberg


      Auf der MS Midnatsol war es mir gelungen, alle Schiffsbegegnungen zu sehen bis auf eine, nämlich die in der allerersten Nacht um 4:45 zwischen Florø und Maløy am Hornelen . Mir fehlt also noch die MS Nordlys. Logischerweise ist sie aber die ganze Strecke über hinter uns gefahren und daher muss sie an diesem Morgen früh in Vadsø anlegen. Von unserem Hotel aus ist der Weg nur ganz kurz und so steht der HR-Freak also um 6:30 erwartungsvoll am Kai, während die drei Normalos noch weiter schlafen. Da ist die Nordlys auch schon in Sicht. Am Kai dreht sie sich um 180° und bringt so den Bug in die Richtung zum Auslaufen. An Deck kann ich gerade mal zwei Personen erkennen. Das ist dann wohl typisch für diesen Hafen.



      Nach dem Frühstück machen wir vier uns auf den Weg nach Vardø , um das zweite Boot um 10:30 zur Insel Hornøya zu nehmen. Als wir in dem kleinen Info-Zentrum am Hafen eintreffen, erfahren wir, dass diese Fahrt mangels Interesse ausfällt. Wir lösen Tickets für die nächste Tour und nutzen die Zeit für eine Besichtigung der Festung Vardøhus.



      Um 11:30 gehen wir schließlich an Bord der kleinen „Hornøya“. Insgesamt sind wir acht Personen, die übergesetzt werden, darunter ein Fotograf mit einem gewaltigen Teleobjektiv, wie ich es noch nie gesehen habe. Eine wahre Kanone! Dann wird sich die Fahrt wohl lohnen. Jeweils mehrere Wochen lang haben wir 2014 und in diesen Jahr die Puffin-Cam der Gemeinde Vardø am PC verfolgt. Nun freuen wir uns, die Papageitaucher endlich in natura beobachten zu können.

      Es ist lange her, dass wir sie zum ersten Mal 1994 mit unseren Kindern auf der Insel Runde zu sehen bekamen. Danach hatten wir vier im Verlauf einer Spitzbergenfahrt 2012 einen halbtägigen Aufenthalt auf der Westmännerinsel Heimæy, wo man sie noch viel besser sehen konnte. Der Stopp war nur leider viel zu kurz. Als wir aber 2013 von Grönland kommend einen Zwischenstopp auf der Shetlandinsel Mainland hatten, waren die Felsen am Sumburgh Head schon so gut wie leer. 3 Vögel haben wir da noch gesehen, also war das Taxi wenigstens n­icht ganz umsonst gewesen. Der 3. August ist also eindeutig zu spät und das gilt vermutlich genau so für Hornøya.

      Wir landen an einer kleinen, schwimmenden Brücke und gehen an Land. Unterhalb der Felswände führt ein Weg vorbei, der entweder mit Matten oder Holzplanken gangbar gemacht worden ist.



      Über uns hören wir vieltausenstimmiges Vogelkreischen. Unzählige Lummen, Tordalke und Dreizehenmöven brüten dort. Andere Mövenarten sehen wir vereinzelt ebenfalls. Die Krähenscharben sitzen hauptsächlich auf den wassernahen Felsen.



      Sofort sehen wir auch unsere Lieblingsvögel endlich: die Papageitaucher. Etliche sitzen wirklich in relativ geringer Entfernung auf Felsvorsprüngen oberhalb oder unterhalb des Weges.
      Über Hornøya habe ich schon in dem Thema „Ausflug 7H: Arktische Vögel“ geschrieben. Dort finden sich auch einige unserer besten Bilder. Für diesen Beitrag habe ich deshalb stark auf Fotos unseres Freundes zurückgegriffen. Die Erlaubnis dafür habe ich bekommen.









      Zwischendurch laufen wir schnell zum Leuchtturm hoch, weil wir denken, dass man auch von oben einen guten Blick auf die Brutkolonien haben wird. Aus Gründen des Naturschutzes ist der Klippenrand aber während der Brutzeit gesperrt. Wir beeilen uns, wieder hinunter zu kommen und verbringen die Zeit bis zur Ankunft des nächsten Bootes mit Schauen. Man könnte den ganzen Tag hier verbringen, aber wir wollen von Vardø aus noch weiter nach Norden fahren.





      Fortsetzung folgt

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    • 20. Juli 2015 – Tag 10 Fortsetzung

      Hamningberg


      Wieder in Vardø angekommen machen wir eine kleine Mittagsrast mit Blick auf den Hafen.



      Dann begeben wir uns auf die etwa 40 km lange Straße nach Nordwesten. Dieser Hamningbergvegen hat es mir besonders angetan, weil der Küstenstreifen hier einen ungewöhnlich schroffen, ja geradezu mondlandschaftartigen Charakter hat.
      15 Bilder habe ich über diesen Abstecher schon im dem Thema: „Ausflug 7H: Arktische Vögel“ auf Seite 2 gepostet. Einige haben wir aber noch.



      Ganz am Ende der Straße liegt der ehemalige kleine Fischerort Hamningberg. Er gehört zur Gemeinde Båtsfjord und war eigentlich schon verlassen. Inzwischen richten etliche Hausbesitzer ihre Häuser für Aufenthalte in Sommer wieder her und sogar einige neue Häuser wurden gebaut. Auch die ehemaligen Fischverarbeitungsgebäude werden erhalten.





      Wir schauen uns eine Weile im Ort um und fühlen uns wie am Ende der Welt. Zufrieden mit den tollen Eindrücken des heutigen Tages kehren wir dann nach Vadsø zurück.


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